Chaos macht unglücklich

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Chaos um uns herum macht uns unglücklich. Das glaubst du nicht? Dann wirf einen Blick auf das Foto. Nimm alles auf, was dort zu sehen ist. Stell dir vor, dass du dich dort aufhältst und dann sag mir was du fühlst.

Ganz schön viel Zeug nicht wahr? Das macht einen schon unruhig, gell? Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Es ist das Gegenteil einer ruhigen Umgebung.

Chaos ist messbar

Diese Auswirkungen lassen sich in deinem Körper messen:

Dein Puls steigt und dein Herzschlag ebenfalls. Die Anspannung deiner Muskeln nimmt zu. Die Gedanken beschleunigen und es ist schwer sich zu konzentrieren.

Bildquelle

Es lebe das Großraumbüro. Nicht.

Im Arbeitsleben kommt oft noch eine Schippe drauf, mit den unsäglichen Großraumbüros. Irgendein Telefon läutet immer, die Kollegen unterhalten sich nebenan. Es ruft jemand von einem Eck was zum anderen. Das Geklacker der Tastaturen ist zu hören. Dort wird ein Video abgespielt, Handys piepsen bei neuen Nachrichten.

Die Aktenberge stapeln sich, Ordner stehen herum auch am Boden. Die Schreibtischflächen sind voller Papiere.

Wer sich Tag für Tag in solchen Umgebungen aufhält, braucht sich nicht wundern, wenn er krank wird. Dieses Umfeld macht uns krank. Wenn es dann daheim noch ähnlich chaotisch zugeht, gibt es nirgends einen Ort der Ruhe.

Chaos für immer?

An dieser Stelle höre ich oft den Einwand, ‘ja, schon klar, doch wann soll ich das denn noch schaffen? Ich fahre von der Arbeit los, sammle vielleicht noch die Kinder ein, dann schnell einkaufen, daheim was kochen, die Kids zu den Hausaufgaben bringen, nebenbei die Wäsche aus der Maschine holen und irgendwann todmüde ins Bett fallen.’

Es scheint kein Entkommen zu geben. Alles zuviel, zuviel, zuviel. Ja, das kann ich gut verstehen. Dann lassen wir das so?

Auf diese Frage grummeln dann auch wieder die meisten, da es ja wirklich keine Freude macht, sich Tag für Tag diesen chaotischen Umfeldern auszusetzen.

Chaos wirkt in unser ganzes Leben

Gut, wenn wir wirklich etwas ändern wollen, dann werden wir nicht umhin kommen, eine Entscheidung zu treffen und uns dem Ganzen zu stellen.

Denn Chaos macht uns nicht nur krank, sondern kann uns auf Dauer handlungsunfähig machen. Zuviel Chaos um einen herum lähmt und irgendwann setzt Resignation ein. Das eigene Handlungsfeld wird als immer kleiner wahrgenommen und das Gefühl der Ohnmacht wird dagegen stärker.

Das alles ist eine fatale Richtung. Was angefangen hat mit einer zunehmenden Unordnung, kann sich schlussendlich so auf unser Leben auswirken, dass wir es als nicht mehr besonders lebenswert empfinden.

Siehst du es noch?

Interessanterweise scheint in dem Zusammenhang die Wahrnehmung der Realität immer mehr abzunehmen. Eine der Übungen die ich mit SeminarteilnehmerInnen mache, ist, dass sie mir Fotos ihrer Umgebung schicken in denen sie arbeiten.

Diese Bilder schauen wir uns dann groß über den Beamer an. Dabei werden die meisten sehr, sehr still. Denn sie sehen, wie es tatsächlich ist. Unsere Wahrnehmung wird sehr selektiv mit der Zeit. Wir sehen, ohne zu sehen.

Wir gehen tagtäglich in unser Büro, doch wir nehmen nicht mehr wirklich wahr, was es da alles zu sehen gibt. Wieviel Zeug herum steht, was alles an den Wänden steht, wie voll der Schreibtisch tatsächlich ist, was alles auf Schränken herumliegt oder unter dem Schreibtisch.

Wenn die Bilder über den Beamer sichtbar sind, brauche ich nicht mehr viel sagen. Ich sehe die Erschütterung auf den Gesichtern, wenn allen bewusst wird, was sie sich da Tag für Tag selbst antun.

Chaos hat Folgen

Chaos macht krank und unglücklich. Mit den Fotos ist es plötzlich sichtbar geworden. Oft kommt als nächstes das Gefühl der Handlungsunfähigkeit ins Spiel. Wenn es zuviel ist, hat man auch keine Ahnung wo man anfangen soll.

Diese Machtlosigkeit breitet sich schleichend überall hin aus. Chaos kann zur Resignation führen. Diese Resignation nehmen wir in unser ganzes Leben mit hinein. So als ob sie ansteckend wirkt. Wenn wir schon nicht in unserem Umfeld einen Raum schaffen können, in dem es uns gut geht, wie sollen wir dann in anderen Bereichen des Lebens etwas ändern können.

Das eigene Selbstbild beginnt zu leiden. Wir erleben uns als jemanden der sein Leben nur wenig beeinflussen kann. Wer immer mehr resigniert, denkt über sich als wertlos. Als jemanden der nicht in der Lage ist, Leistung zu bringen, etwas zu bewegen oder sich selbst zu schützen. Die Fähigkeit sich anderen gegenüber als Persönlichkeit zu sehen, die einen Wert hat, nimmt immer mehr ab.

Scham nimmt dagegen zu. Man schämt sich für die Umgebung und damit unweigerlich für sich selbst. Man empfindet sich als unfähig und zu nichts Gutem in der Lage. Es ist als ob die eigenen Grenzen damit aufgeweicht werden. Man ist leichter manipulierbar und setzt vielen Aufgaben, die an einen herangetragen werden, immer weniger entgegen.

Viele Menschen die in einem chaotischen Umfeld leben, sind chronisch überarbeitet. Sie trauen sich aber auch nicht nein zu sagen, wenn ihnen noch eine Aufgabe aufgebürdet wird. Obwohl sie erschöpft sind bis ins Mark, fehlt hier die innere Stütze eines gesunden Selbstwertgefühls. Das ist gleichsam mit im Chaos versunken.

Ist Ordnung Erziehungssache?

In einem Interview wurde mir einmal die Frage gestellt, ob es denn so etwas gibt wie einen angeborenen Ordnungssinn oder ob das Erziehung ist oder wie das mit der Ordnung und uns Menschen denn generell so ist.

Eine einfache Tatsache ist tatsächlich, dass alle, die daheim zu Ordnung heran gezogen wurden, regelmäßig ihr Zimmer aufräumen mussten und das eine feste Aufgabe in ihrem Alltag war, sich leichter tun Ordnung zu halten. Es ist eine geübte Gewohnheit.

Was mich zu dem Punkt bringt, dass Eltern nicht übersehen sollten, diese Fähigkeit ihren Sprösslingen frühzeitig beizubringen. Mit kleinen Kindern lässt sich ein Spiel daraus machen, dass sich vor dem Schlafengehen gut einsetzen lässt.

Ich habe dazu die Figur des Nachtwächters in meinen Seminaren eingesetzt, der abends bei seinem Rundgang alles „nach Hause“ bringt. Denn alles braucht ein Zuhause und wenn es dunkel wird, sollte auch alles zu Hause sein.

Eine kleine Idee mit dieser Story, doch sie hat immer funktioniert. So gut, dass ich sie sogar inzwischen für Erwachsene einsetze ;)

Doch zurück zum Punkt auf den ich hinaus wollte: Seine Umgebung in Ordnung zu halten ist eine Fähigkeit die man Kinder ganz bewusst mitgeben sollte. Dass es eine Aufgabe ist, die sie am besten jeden Tag in ihren Alltag integrieren, denn Unordnung beeinflusst nicht nur einen Menschen, sondern alle, die sich in dieser Umgebung aufhalten.

Ich erlebe es immer wieder mit jüngeren Klienten, dass sie gar keine rechte Ahnung haben, wie sie denn tatsächlich Ordnung halten können. Bei Gesprächen hat sich interessanterweise oft herausgestellt, dass sie daheim selten zum Aufräumen herangezogen wurden und die Eltern ihnen als Kind diese Arbeit abgenommen haben. Was mich sehr darin bestätigt hat, dass es sinnvoll ist, Ordnung halten als Fähigkeit zu sehen, die man beibringen kann.

Fazit

Wenn wir also eines festhalten können, ist es wohl das: Chaos wirkt auf uns ein. Es zieht einen Rattenschwanz weiterer schädlicher Wirkungen nach sich, wenn wir nicht irgendwann ins Handeln kommen und etwas ändern.

Wieso uns Handeln glücklich machen kann, das werden wir uns deswegen beim nächsten Mal anschauen.


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