Wieso Pausen ein Jungbrunnen für deinen Geist sind und deine Produktivität ankurbeln

Wieso Pausen ein Jungbrunnen für deinen Geist sindWieso wir Pausen unbedingt brauchen und sie ein wichtiges Produktivitätstool sind

Darüber hast du dir noch nie Gedanken gemacht? Das solltest du aber. Denn die ständige Durcharbeiterei ohne Pausen ist einer der schlechtesten Gefallen den du dir nur tun kannst.

Schauen wir uns einen “normalen” Arbeitstag an. Wie oft versuchen wir auf Biegen und Brechen noch etwas schnell fertig zu bekommen. Wie oft arbeiten wir Mittags durch und essen neben dem Computer, weil wir sonst nicht fertig werden (denken wir).

Wie wenig Zeit nehmen wir uns auch daheim für eine bewusste Pause, die nicht sofort wieder mit Action gefüllt ist.

Pausen scheinen etwas Verpöntes geworden zu sein. Etwas, dass sich nur „faule Menschen“ leisten. Wer etwas schaffen will, der schreibt sich auf die Fahnen, möglich viel am Stück zu arbeiten.

Bildquelle: pixabay

Wozu führt das?

Es führt dazu, dass wir immer schlechter werden in dem was wir tun. Wenn wir unserem Körper und unserem Geist keine Pause gönnen, dann erschöpfen wir unsere Kraft und unsere Konzentrationsfähgikeit.

Die meisten Fehler entstehend nicht morgens, wenn wir frisch sind. Sie entstehen dann wenn wir völlig ausgepowert sind und alles immer zäher wird. Und wie geraten wir in diesen Zustand? Indem wir keine Pausen machen.

Alles ist Rhythmus. Pausen sind Rhythmus

Unser Körper funktioniert nun mal in Rhythmen. Angefangen vom Blinzelrhythmus, über den Atemryhthmus, dem Blutdruck, die Aktivität der Organe oder auch den Hirnwellen. Alles passiert in einem Rhythmus.

Es gibt Anspannung und Entspannung. Keines ist wichtiger als das andere und auf keines kann verzichtet werden.

Wenn wir diesen Wechsel nicht mehr haben, zeigt das Herz eine Flatline und wir sind tot. Solange der Wechsel funktioniert, sind wir am Leben.

Natürlich ist das nicht immer der gleiche Rhythmus. Die Rhythmen passen sich an die Gegebenheiten an.

Wenn wir laufen, dann haben wir einen schnelleren Atemrhythmus und das Herz schlägt schneller. Doch es bleibt immer ein Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Allerdings auf einem höheren Level.

Wenn wir nun am Ziel angelangt sind und zu laufen aufhören, beginnt sich alles zu normalisieren und wir kehren zu unserer normalen Atem- und Herzfrequenz zurück.

Der Körper reguliert das ganz von allein. Wenn er die Chance dazu hat, weil wir in eine Ruhephase gehen. Eine Pause machen.

Ohne Pausen keine Erholung

Machen wir das nicht, dann hat der Körper keine Chance, diesen Ausgleich wieder herzustellen. Dann bleibt alles hochtourig. Ständig unter Strom zu stehen und soviel wie möglich am Stück erledigen zu wollen, führt in eine Daueranspannung, die ihren Tribut fordert.

Der Herzschlag wird sich auf Dauer nicht mehr in dem Maße beruhigen oder herunter gehen wenn ein ständiges Auspowern passiert. Auch in Ruhephasen bleibt dann der Puls hoch.

Das bedeutet, dass wir unseren Körper im negativen Sinne trainieren, sich ständig auf dieser hohen Anspannungswelle zu bewegen. Alles wird schneller verbraucht, wenn man so will, weil  die Anspannung dies erfordert.

Auf Dauer gesehen wird es dann auch immer schwieriger in die Ruhe zu kommen. Der Körper und das Hirn haben so sehr gelernt auf diesem ständig hohen Level zu operieren, so dass es das neue “Normal” ist und es oft nicht mehr funktioniert runter zukommen.

Perpetuum mobile im Kopf

Das sind die Phasen, in denen der Kopf nicht aufhört einen Gedanken nach dem anderen abzufeuern und wir überhaupt nicht wissen, wie wir das bremsen sollen. Wir nicht einschlafen oder durchschlafen können, weil unser Körper verlernt zu haben scheint, wie er sich entspannen kann.

All das sollte man nicht so weit kommen lassen. Es ist ein Prozess, der schwer ist wieder umzukehren.

Es lohnt in keinster Weise, sich selbst auf diese Weise zu stressen und letztlich zu verbrauchen und auszubrennen. Denn sind wir erst mal am Ausgebranntsein angelangt, kann es ewig dauern, dort wieder heraus zukommen.

Wehre den Anfängen!

Daher beuge vor. Mach regelmäßig Pausen. Hilf deinem Körper immer wieder dabei sich zu entspannen, genauso auch deinem Geist.

Und nein, Fernsehen ist keine Entspannung für den Geist. Dein Körper mag stranden auf der Couch und das dort liegen können mag eine körperliche Wohltat sein, doch wenn du dein Hirn weiter bombardierest mit Eindrücken, wenn es vom Tag schon genügend voll ist, wird das nicht helfen.

Im Gegenteil. Der Kopf kann nicht abschalten. Da er weiter unter massivem visuellen und auditivem Beschuss steht. Ständig neuer Input reinkommt durch die schnellen Bilder.

Viele Menschen versuchen durch das Fernsehen ihren Kopf und das was er denkt nicht mehr wahrnehmen zu müssen. Das ist jedoch auf Dauer keine Lösung, weil die Probleme die der Kopf wälzt, damit auch nicht kleiner werden.

Wenn du keine Pausen machst, nimmst du nicht wahr, wie es deinem Geist tatsächlich geht. Du verschiebst damit die Wahrnehmung, da sich das gedankliche immer wieder auf etwas anderes stürzen und versuchen immer noch eine Sache zu erledigen, dem Geist keine Chance bietet wenigstens einmal durchzuschnaufen.

Pausen sind ein Wundermittel

Auf der anderen Seite besitzt unser Gehirn die unglaubliche Fähigkeit sich in sehr kurzer Zeit zu regenerieren und zu rebooten wenn man so will.

Bereits 5 Minuten wahre Pause können Wunder wirken. Wunder wirken im Sinne eines Produktivitätsschubs oder einer Lösungsfindung.

Was versteht man denn unter einer wahren Pause?

Eine Pause in der man wirklich etwas anderes macht, als gerade eben.

Also nicht einfach vom PC Screen auf den Smartphone Screen wechseln. Nicht mit dem Kollegen in der Kaffeeküche über genau das gleiche Problem weiter sprechen, mit dem man gerade befasst war.

Eine wahre Pause umfasst einen körperlichen Wechsel. Vom Sitzen ins Stehen oder ein paar Schritte laufen. Arme schwingen, wenn man die ganze Zeit getippt hat. Mal richtig recken und strecken.

Sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren ist eine der besten Pausenideen überhaupt. Wenn wir den Fokus vom Kopf weg, hin zu unserem Körper lenken, dann ist das der schnellste Weg für unser Gehirn abzuschalten.

Und genau das braucht es. Es braucht eine wirkliche Pause im Sinne der Inhaltsänderung. Kein Weitergrübeln oder beschäftigen mit der gleichen Sache.

Nimm die Signale wahr

Du solltest spätestens nach 90 Minuten eine wahre Pause einlegen.

Spätestens nach dieser Zeitspanne wird dein Gehirn eine Pause erzwingen. Das sind die Momente in denen man sich selbst ertappt, dass man in die Gegend starrt.

Das Gehirn hat die Pause erzwungen. Oft versuchen wir uns dann zusammenzureißen und wieder auf das Thema zu konzentrieren. Doch wir sollten genau das als Signal wahrnehmen, dass eine Pause bereits überfällig ist.

Eine sinnvolle Pause lässt sich mit wunderbaren und wichtigen Dingen füllen: z.B. ein großes Glas Wasser zu trinken, sich zu dehnen, 5 Minuten ins Grüne zu schauen. All das bringt uns in unseren Körper und gönnt dem Gehirn die notwendige Atempause.

Pausen Call

Leider erinnern wir uns oft erst viel zu spät daran, dass wir ja eigentlich eine Pause hätten machen sollen. Das bedeutet, es ist eine gute Idee, sich Erinnerungssysteme an diese Pausen zu schaffen.

Das kann eine Erinnerung im Handy sein, die nach 90 Minuten losgeht oder auch am Rechner oder auch ein ganz banaler Küchenwecker, wenn du im 60 Minuten Rhythmus eine Pause machen möchtest.

Hauptsache, wir werden an die Pause erinnert. Durch diese Erinnerungen nehmen wir auch wieder wahr, wie schnell für uns die Zeit verfliegt. Meist haben wir viel weniger geschafft als wir gedacht hatten.

Wir nehmen auch wieder wahr, wo wir die Tendenz haben, Zeit zu vertrödeln, nicht vorwärts zu kommen oder uns immer wieder ablenken zu lassen,

Wenn wir das konsequent durchziehen und wirklich regelmäßig diese kleinen Pausen machen, kann das immens dazu beitragen, dass wir uns insgesamt nicht so sehr erschöpfen.

Wir erschöpfen ja nicht nur, weil eine Arbeit so schwierig ist oder so stressig, das gleiche kann auch eintreten wenn die Tätigkeit sehr monoton ist. Wir brauchen diese Unterbrechungen in jedem Fall.

Wenn du das nun mit den Pomodoro vom letzen Mal kombinierst, hast du die Möglichkeit, erstens wieder lernen zu fokussieren und bei einem Thema für eine gewisse Zeitspanne zu bleiben und zum anderen kannst du durch regelmäßige Pausen der Erschöpfung vorbeugen.

Wer wenig Zeit hat MUSS Pausen machen

Natürlich gibt es Tage, an denen alles aus dem Ruder zu laufen scheint oder ein wichtiger Auftrag fertig gestellt werden muss, dass man es kaum schafft sich auch nur ein Minütchen Pause abzuringen.

Doch genau dann, wenn es richtig stressig ist, braucht man diese kleinen Momente ganz besonders. An einem extrem stressigen Tag mit wenig Pausen ist die Frage, wie kann abends ein guter Ausgleich geschaffen werden.

Was ist wirklich gute und gesunde Entspannung? Ein Spaziergang kann hier das Mittel der Wahl sein, bevor man nach einem schweren Essen direkt auf der Couch landet.

Sich beim Gehen bewusst zu sein über jeden Schritt den man macht, die Umgebung bewusst zu betrachten, dem Gehirn etwas anders anzubieten, damit es sich in guter Weise von der Tagesanspannung lösen kann.

Zu gehen, kann dabei unterstützen Emotionen aus sich heraus zu laufen.

Wir merken oft kaum, was wir für eine Anspannung tagsüber aufbauen und welche Emotionen wie Ärger und Groll in uns noch arbeiten. Das beste Loslassmittel für all das, ist körperliche Bewegung.

Betrachte größere Zeiträume

Wenn du eine besonders stressige Woche hinter dir hattest, betrachte die ganzen Tage und plan bewusst entspannende Ereignisse am Wochenende ein. Stopf dein Wochenende nicht gleich wieder voll mit allen möglichen Besuchen oder Freizeit Aktivitäten.

Schau bewusst auf Dinge, die du nur für dich machen kannst, Zeitphasen in denen du ruhig sein kannst, vielleicht auch Schlaf nachholen und dir diese Entspannung ganz bewusst nehmen kannst.

Gehst du schlussendlich in den gesamten Jahreskreis, kannst du hier genauso Zeiten der Anspannung mit besonderem Stress feststellen. Diesen sollten wiederum bewusst geplante Zeiten folgen, die ruhiger verlaufen. In denen weniger Hektik herrscht, mehr Raum für dich ist und die keinesfalls nur auf die wenigen Wochen des Urlaubs reduziert sind.

Denn dein Urlaub kann erst dann wirklich erholsam werden, wenn du nicht vollkommen ausgepowert bist, wenn du ihn antrittst. Dann ist es schwer den Rahmen für wirkliche Regeneration zu schaffen.

Probieren geht über Studieren ;)

Es mag nicht so einfach sein, das Konzept Pausen im Leben zu verankern, doch es ist eines der wichtigsten und gleichzeitig einfachsten Mittel die du hast, um Erschöpfung vorzubeugen und dich damit vor einem Burnout ein Stück mehr schützen zu können.

Starte mit kurzen Pausen und halte diese konsequent ein. Du wirst in kurzer Zeit merken, was dir das bringt!


Du willst gern regelmäßig von mir lesen? Dann werde Teil von über 780 begeisterten Abonnenten und hol dir den Newsletter.
Dafür gibt’s für dich Rezepte für das Glück aus eigener Herstellung! Hier klicken und schon kann’s losgehen


2 Replies to “Wieso Pausen ein Jungbrunnen für deinen Geist sind und deine Produktivität ankurbeln”

  1. Liebe Alexandra !
    Danke für diesen wunderbaren Artikel. Du schreibst mir aus der Seele.

  2. Liebe Regina,
    vielen Dank für dein liebes Feedback! Wie schön, dass es noch mehr Menschen gibt, für die Pausen wichtig sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.