Wo sind deine Grenzen?.

Heute wollen wir mal eine gegenteilige Frage als sonst stellen. Denn meistens beschäftigen wir uns hier mit wie kann ich offen bleiben und Neues zulassen. Wie kann ich mein Welt gestalten und verändern? Wie kann ich mein Leben reicher machen und weiter.

Ein wenig das Gegenstück davon ist die Frage:

Wo sind deine Grenzen?

Das ist eine wunderbare Frage zum drüber Nachsinnen. Denn so einfach wie sie daher kommt, hat sie doch viele verschiedene Ebenen.

Daher nochmal: Wo sind deine Grenzen?

Photo by Wolfgang Rottmann on Unsplash

Deine körperlichen Grenzen

Schauen wir als erstes mal auf die körperliche Seite. Wie viel Erschöpfung kann sich bei dir ansammeln bis du eine Grenze ziehst? Ziehst du überhaupt eine Grenze oder versuchst du einfach weiter zu machen?

Lass uns doch mal anschauen, was Grenzsignale sein können. Solltest du immer öfter Schwierigkeiten haben einzuschlafen oder durchzuschlafen, ist das schon ein ziemlicher Grenzpfosten, den du nicht ignorieren solltet.

Genauso, wenn du dich ständig müde fühlst und überhaupt nicht mehr in deine Kraft zu kommen scheinst. In beiden Fällen ist hier die Grenze schon überschritten worden und es heißt Marsch, Marsch zurück und auf die Bremse treten.

Das gleiche gilt, wenn du immer wieder Magenschmerzen oder Kopfschmerzen bekommst. Schmerzsignale sind ein Zeichen vom Körper, dass hier etwas nicht stimmt und du dich damit beschäftigen solltest.

Der Beginn von Burnout ist immer ein Brennen für eine Sache. Begeistert sich mit aller Kraft hinein stürzen und sich engagieren. Zeit investieren und sich richtig anstrengen. An all dem ist überhaupt nichts Schlechtes, negativ wirken wird es dann, wenn wir nicht für einen Ausgleich sorgen. Denn niemand kann ungestraft “brennen” für eine Sache.

Unser Leben basiert auf Rhythmen. Auf Anspannung und Entspannung. Nichts neues, doch immer noch so wichtig zu beachten. Wer seine eigene Rhythmen immer wieder übergeht, wird dafür die Rechnung bekommen. Früher oder später.

Daher lass es nicht darauf ankommen. Brennen für eine Sache ist gut, doch genauso braucht es den Abstand davon, das Abschalten, das zur Ruhe kommen.

Du bist der Mensch, der deine Grenzen kennt. Du bist der Mensch, der deine Rhythmen kennt. Du bist der Menschen der den Gleichklang immer wieder herstellen kann.

Es ist oft schwierig in einem Tag den Gleichklang wieder hinzubekommen. Auch in zwei Tagen ist das oft nicht möglich. Wir haben immer wieder Phasen in denen wir draufhauen, um ein Projekt zeitgerecht fertig zu bekommen. Da heißt es ranklotzen und und da ist nix mit Ausruhen. Doch dann es ist umso wichtiger sich eine ganze Woche anzuschauen und das Wochenende nicht auch noch vollzustopfen mit allen möglichen familiären oder stressigen Sportterminen.

Wenn du deinen Ausgleich nicht genauso wie dein Projekt planst, darfst du dreimal raten, was passiert. Genau, der Ausgleich fällt aus.

Kennst du deine Grenzen?

Erstaunlicherweise erkennen manche Menschen oft nicht, wenn sie ihre Grenzen schon längst überschritten haben. Da existiert eine seltsame Anschauung von wegen, das muss man doch hinkriegen, andere schaffen diese Leitung doch auch, wie sieht das für den Chef aus, wenn ich das jetzt nicht schaffe usw.

All das sind wieder mal Gedanken die komplett in die falsche Richtung gehen. Wir schauen nach außen und haben Angst vor einer Bewertung.

Doch unsere Aufgabe ist es, uns um unsere Angelegenheiten zu kümmern und da gehört das Grenzen wahren ganz klar mit dazu.

Wie immer ist es eine gute Idee, sich schriftlich über so etwas Gedanken zu machen. Schnapp dir doch mal wieder Zettel und Stift und schreib auf was dir alles einfällt, wo deine Grenzen sind.

  • Wo sind sind sie in der Arbeit?
  • Wie viel Stunden sind max in der Woche noch OK?
  • Wie lang an einem Tag?
  • Wie viele Projekte zur gleichen Zeit?
  • Usw.

Denk zurück an Zeiten, in denen du sehr belastet warst, wo bist du über deine Grenzen gegangen? Was hatte das für Auswirkungen? Wie hast du dich gefühlt?

Mach dir glasklar bewusst, was in deiner Kraft liegt und was darüber hinausgeht. Der Teufelskreislauf schließt sich immer dann, wenn man so müde und erschöpft von der Arbeit ist, dass man sich nicht mehr aufraffen kann, um sich zu bewegen und Sport zu machen. Denn nur durch Bewegung und Sport können wir unsere Kraft bewahren. Unseren Energiekreislauf in Schwung halten und unser System am Laufen.

Fällt das weg, fällt auch eine Kraftquelle weg und wir zehren von dem was da ist. Wenn wir jedoch nichts nachfüllen mit Bewegung, Sport und gescheiter Ernährung, dann wird die Reserve eben immer weniger. Wo soll sie sich auch auffüllen können, wenn wir das nicht bewusst tun?

Wo ziehst du deine Grenzen in Sachen Ernährung?

Jetzt ist schon das Stichwort Ernährung gefallen. Wo ist hier deine Grenze? Wie oft lässt du das Mittagessen sausen und schiebst dir stattdessen irgendwie Wurstsemmel und Döner & Co. hinein? Oder keine Zeit für gar kein Essen?

Solange wir noch nicht von Luft und Liebe leben können, braucht unser Körper Stoff zum Verbrennen. Das ist nun mal das was wir essen. Und hier gilt wie immer: Wer Müll rein kippt, wird auf Dauer Müll werden. Das hört sich harsch an, doch unser Körper kann nun mal nicht aus Sch… Gold machen.

Daher gehört das auch zu den Fragen nach deinen Grenzen, wie weit du es zulässt, dass du keine wirklichen Lebensmittel mehr isst, sondern irgendwelches ungesunde Pseudoessen deine Hauptmahlzeit wird.

Wo ist deine Grenze bei Alkohol? Gibt es regelmäßig eine oder zwei oder drei Gläschen Bier oder Wein zur Entspannung? Wie oft in der Woche? Wo ist deine Grenze? Hast du eine wirklich gesunde Grenze definiert?

Was sich oft als Reflex etabliert hat, ist sich mit ungesundem Zeug zu belohnen für einen anstrengenden Tag, nervige Kunden oder einen brüllenden Chef. Wir schmeißen also unsere Grenzen über Bord nur um in irgendeiner Form besänftigt zu werden.

Was steckt wirklich dahinter?

Lass uns doch mal auf diese Gleichung schauen. Das Bedürfnis uns belohnen zu müssen ist nicht unbedingt aus der anstrengenden Arbeit heraus entstanden. Sondern ganz oft aus schief gelaufenen Kommunikationen mit anderen.

Wir haben Gespräche geführt, in denen wir uns nicht wohlgefühlt haben, der Chef hat uns irgendwie angeraunzt und wir wissen gar nicht wieso, die Kollegen haben sich nur miteinander unterhalten, aber nicht mit uns. Von diesen Situationen gibt es noch jede Menge mehr.

Doch nicht das Verhalten der anderen bestimmt wie du dich fühlst, sondern wie du das ganze interpretierst. Da haben wir schon mal sehr ausführlich besprochen.

Grenze nach innen

Wenn wir unsere heutige Frage mit der Grenze nehmen, dann kann man diese auf zwei Arten beantworten: Zum einen wo ist deine Grenze, das du ständig anderen die Möglichkeit gibst, deine Stimmung zu beeinflussen?

Deine Grenze sollte spätestens bei der Wahrnehmung dessen einsetzen, dass es grad wieder passiert und du dir irgendeine Interpretation zurecht zimmerst, die überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen muss.

Grenze nach außen

Die zweite Grenze geht nach außen. Denn natürlich muss sich niemand ein unverschämtes, anmaßendes oder sonst wie negatives Verhalten gefallen lassen.

Sollte jemand immer wieder bewusst unfreundlich, verletzend, laut oder sonst wie nicht in der Lage sein normal zu kommunizieren, dann kann man genau hier die eigene Grenze ziehen und äußern.

“In diesem Ton möchte ich kein Gespräch führen. Wir können uns gern sachlich und auf die Fakten bezogen unterhalten und schauen, dass wir eine Lösung finden. Andernfalls breche ich das Gespräch an dieser Stelle ab und wir vertagen es.”

Das ist eine Grenzziehung die klar darauf verweist, was für einen nicht in Ordnung ist und aufzeigt wie sich die Situation trotzdem lösen lässt.

Niemand muss sich anbrüllen oder beschimpfen lassen. Auf Spitzfindigkeiten nicht zu reagieren ist ebenfalls eine Grenzziehung.

Manche scheuen vor einer direkten Konfrontation zurück und so schaukelt sich eine Situation oft über lange Zeit auf. Wenn man diese Kommunikationen von außen mitbekommt ist es erschreckend zu erleben, wie viel sich manche Menschen gefallen lassen.

Wahre deine Grenzen!

Doch wieder mal wird kein Ritter kommen, der diese Schlacht für einen schlägt. Da muss man selber ran und die eigene Grenze wahren.

Wer das auf Dauer nicht macht und immer wieder erlebt, dass die eigene Grenzen überschritten werden, bewegt sich in eine fatale Richtung.

Dieser Mensch erlebt sich als hilflos und als jemand der sich nicht für sich selbst einsetzt. Das ist ein todsicherer Weg in depressive Verstimmungen und immer passiver werden, da das eigene Zutrauen immer weniger wird.

Natürlich ist das kein Spaß jemandem klar zu sagen, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Doch wer sich das immer wieder traut, der wird erleben, dass er sicherer wird im Inneren. Denn für sich selbst einzustehen zeugt von innerer Kraft.

Frauen und Grenzen – Wo beginnt Übergriffigkeit?

Es gibt noch viele Bereiche, die man unter dem Aspekt der Grenzziehung ansehen kann. Um einen sehr intimen Aspekt aufzugreifen: Wo ist die Grenze im Bett? Wo ist es wichtig nein zu sagen, das möchte ich nicht mehr?

Das fällt vielen Frauen schwer. Oft vollkommen egal vom Alter. Doch wenn wir Frauen nicht unsere Grenzen bei unserem Körper in der Beziehung ziehen, mit dem Menschen der uns am nahesten kommen darf, dann dürfen wir uns nicht wundern, das uns das noch schwerer fällt, wenn es jemand von außerhalb ist.

Sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz beginnen oft mit einer simplen Tätschelei. Die mit “Humor” begleitet wird und Frauen als humorlos dargestellt werden die keinen Spaß verstehen, wenn sie darauf mit Ärger und Grenzziehung reagieren.

Da muss noch viel passieren, bis das sich nachhaltig ändern wird. Daher gilt immer die Devise: Wehret den Anfängen. Du bestimmst, wer dich berühren darf und du bestimmst glasklar die Grenzen.

Ehrlich gesagt, kenne ich keine Frau (mich eingeschlossen…) die nicht schon sexuelle Übergriffe erlebt hat. Oft ist man so perplex und schockiert, dass einem gar nicht einfällt, was man sagen sollte. Doch das lässt sich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt machen.

Wichtig ist, dass man es nicht für sich behält sondern bespricht mit Freundinnen und anderen Frauen. Denn es macht etwas mit einem, wenn man ungefragt angefasst wird auf eine sexuell übergriffige Art. Es macht leider oft stumm. Daher ist das drüber reden so wichtig.

Humor hat Grenzen

Wo ist deine Grenze bei Witzen? Lachst du pflichtschuldig bei Witzen mit, die du in keinster Weise witzig findest, weil sie verunglimpfend, verletzend oder ausgrenzend sind? Humor ist wenn man trotzdem lacht, gilt hier für mich nicht.

Auch wenn ich dadurch manchmal als Spaßbremse gelte, ziehe ich hier klar die Grenze und spreche deutlich aus, dass ich das in keinster Weise witzig finde. Grenzen ziehen heißt in dem Fall auch, Bewusstsein schaffen.

Über Grenzen lässt sich noch vieles sagen. Auch dass man manchmal lernen sollte sie ein wenig hinauszuschieben. Doch für heute möchte ich dir den Impuls mitgeben, dir wirklich mal schriftlich Gedanken über deine Grenzen zu machen. In den verschiedensten Bereichen deines Lebens.

Und dann zieh Resümee.

  • Wo hast du schon seit längerem deine Grenzen überschritten?
  • Wo hast du sie überschreiten lassen?
  • Wie geht es dir damit?
  • Was macht das mit dir?

Und die wichtigste Frage: Was kannst du heute tun um deine Grenzen ein Stück mehr zu wahren?

Schreib mir doch davon, das macht es gleich ein Stück realistischer, dass du deine Grenzen in Zukunft mehr wahren kannst.

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