Warum Wertschätzung so wichtig ist.

Meine Mama wird dieses Jahr 85. Ich bin einfach nur froh, dass ich sie noch in meinem Leben habe. Von ihr habe ich soviel gelernt, dass ich gar nicht weiß, für was ich als erstes dankbar sein soll. Sie hat mir ihre Liebe zu Büchern von klein auf mitgegeben und ihre freundliche Art jedem Menschen gegenüber macht sie zu einem der besten Vorbilder die ich mir in meinem Leben nur wünschen kann.

Und genau das bringt mich zu dieser Frage: Welche Vorbilder hast du in deinem Leben? Hast du überhaupt welche oder bist du eher der Meinung, dass so etwas überholt ist?

Fotocredit: Markus Fryzel / www.lensculture.de

Sind Vorbilder eine überholte Sache?

Dazu will ich dir meine Gedanken mitgeben. So lang ich denken kann, gab es immer Menschen in meinem Leben die mir als Vorbild gedient haben. Und damit meine ich nicht, das ich sie auf einen Sockel gestellt habe und von unten nach oben angehimmelt habe.

Nein, ich meine damit, dass mir Menschen aufgefallen sind, die Verhaltensweisen an den Tag legten, die ich nicht hatte, aber großartig fand. Meine Mama z.B. ist ein sehr offener Mensch. Sie hat eine natürliche Neugierde für neue Sachen und geht unvoreingenommen an Fremdes heran.

Die ganze Technik die ich ihr ins Haus trage, wie mein Smartphone, ist für sie ein Wunderwerk. Sie findet es großartig, was sich damit alles machen lässt. Dass ich damit ihre Medikamente bestellen kann und wir den Weg zu unseren Ausflugszielen finden.

Sie bringt mich immer wieder zum Nachdenken. Wo ich Dinge zu selbstverständlich ansehe und nicht mehr das Wunder darin erkenne, das es in sich trägt.

Ein Smartphone ist ein regelrechtes Wunder. Es ermöglicht uns die ganze Welt in der Hand zu haben. Informationen auf einen Fingerdruck zu finden und die wichtigsten Menschen im Leben in ein paar Sekunden auf dem Bildschirm zu sehen.

Die Welt ist ein Wunder

Wer mit diesem Blick durch die Welt geht, der erkennt, dass fast alles was uns umgibt ein Wunder ist. Alles was wir an Dingen um uns herum sehen, war zuerst eine Idee im Kopf eines Menschen. Jemand hat sich Gedanken gemacht, wie man eine Sitzgelegenheit designen könnte und daraus ist ein Schaukelstuhl geworden.

Über viele Versuche und Trial und Error haben wir es geschafft bewegte Bilder in einen Kasten zu übertragen und nennen das heute Fernsehen. Ja, ich weiß, das heißt schon lange netflix ;)

Doch nochmal, alles was wir in der Hand haben, war zunächst eine Idee. Etwas, was als vage Vorstellung entstanden ist und dann mit viel Ausprobieren, Tüfteln und Machen ins Leben kam.

Wenn wir uns diese Freude, über alles was wir im Leben haben, bewahren, dann werden wir viel wertschätzender damit umgehen.

Denn ein Regenschirm, der unachtsam nass zusammengefaltet in der Ecke landet, wird wahrscheinlich nicht schöner werden und damit gebe ich der Grundidee und dem Menschen der als Erfinder dahinter steht, einen Tritt in den Hintern.

Das kommt dir zu weit her geholt vor? Das mag sein, doch ich möchte dir damit mitgeben, dass wir wieder viel mehr Wertschätzung für alles aufbringen sollten, was wir in unserem Leben haben.

Fehlende Wertschätzung ist ein schlechter Charakterzug

Diese Unachtsamkeit die wir immer mehr an den Tag legen, führt zu Verschwendung, kaputten Sachen und einem Blick auf die Welt, der alles wie ein riesiges Kaufhaus betrachtet in dem es jederzeit Ersatz gibt.

Wer Sachen wertschätzt, geht sorgsamer damit um, wird sie reparieren wenn sie kaputt gegangen sind und nicht gleich wegwerfen.

Dieses Anhäufen von Sachen ist kein Ausdruck unserer Reichtums, sondern ein Zeugnis von unserer Unachtsamkeit mit der wir mit unseren Ressourcen umgehen. Das ist kein “Wunderblick”, sondern reines Konsumieren und Missachten.

Aktive Wertschätzung führt zu einem glücklichen Leben

Wer sich jedoch mal die Mühe macht und wieder bewusst wahrnimmt, mit was er sich umgibt, der wird feststellen, dass es viel mehr Freude macht, die Dinge zu achten, achtsam mit ihnen zu sein und sie dadurch zu einem langen Leben zu erhalten.

Meine Mutter hat noch Geschirr von ihrer Mutter und es gibt geklebte Holzlöffel die bestimmt 40 Jahre alt sind.

Das kleine Obstmesser wird kreativ immer wieder repariert und tut seinen Dienst heute noch. Das mag uns alles antiquiert erscheinen, doch es ist, als ob einen alte Freunde ganz lang begleiten.

Meinen Toaster z.B. habe ich mit 18 auf dem BRK-Flohmarkt in Passau gekauft als ich von daheim ausgezogen bin. Er steht heute noch in meiner Küche und toastet brav mein Brot zum Frühstück. Vielleicht nicht mehr ganz so gleichmäßig, doch das stört mich nicht.

Leider ist eine ganze Industrie darauf bedacht, Dinge so herzustellen, dass sie automatisch nach einer gewissen Zeit kaputt gehen.

Das geht los von eingeplanten Sollbruchstellen, die durch Materialermüdung wie ein Uhrwerk kurz nach der Garantiezeit die Grätsche machen. Oder Materialien die an stark benutzten Stellen extra schwächer eingesetzt werden, damit auch hier früher etwas kaputt geht.

Du glaubst mir nicht? Dann lies in das Buch “Murks, nein danke” hinein. Es wird dir die Augen öffnen und dich hoffentlich von dem Glauben kurieren, dass es normal ist, dass Sachen so schnell kaputt gehen.

Sei achtsam mit allem was dich umgibt

Wer achtsam mit den Dingen um sich herum ist, der ist auch achtsam mit sich in seinem Leben. Nach meiner Erfahrung gehört das untrennbar zusammen.

Wer sich nicht wertschätzt, geht auch nicht wertschätzend mit den Dingen in seinem Leben um. Da vergammelt das Geschirr in der Spüle und die Absätze der Schuhe sind herunter getreten.

Achtsamkeit und Wertschätzung ist nichts was nebenbei passiert. Dafür braucht es Aufmerksamkeit und es braucht auch oft Anstrengung. Wer seine Spüle immer nach Gebrauch auswischt, der wird auch nach 40 Jahren mit einer vollkommen intakten und wie neu aussehenden Spüle belohnt. (Meine Mama hat’s einfach drauf ;)

Wer auf seine Klamotten achtet und kleine Mottenlöcher ausbessert und nicht gleich die ganze Bluse weg wirft, der wird noch lange Freude daran haben.

Die Welt ist ein Spiegel

Wir versäumen so oft diese Wertschätzung wirklich zu leben. Wir wünschen uns, dass andere wertschätzend mit uns umgehen. Doch wir vergessen dabei eine wichtige Sache: Die Welt wird immer so mit uns umgehen, wie wir selbst es tun. Das mit dem Spiegel hat seine Berechtigung.

Denn wir strahlen das aus, wie wir mit uns umgehen. Das nehmen andere sofort wahr, genauso wie wir es wahrnehmen. Vielleicht nicht auf einer bewussten und benennbaren Ebene, aber auf einer unbewussten gefühlten Ebene ist das Verständnis dafür sofort da.

Jemand der kein gutes Haar an sich selbst lässt, wird nie zufrieden sein, auch wenn Außenstehende beteuern, dass er seine Sache gut macht. Er wird es nicht glauben, weil er es selbst nicht über sich denkt. Wir bekommen immer das serviert, was wir über uns selbst denken.

Wenn jemand grantig auf mich reagiert und mich das eher verwundert als grantig werden lässt, dann habe ich eine Sache richtig gemacht, ich mag mich und schätze mich wert. Daher kann mich ein Verhalten wie das nicht treffen.

Das heißt nicht, dass ich es mir gefallen lassen muss. Es heißt nur, dass ich davon nicht angesteckt werde, da ich einen anderen Blick auf die Welt habe.

Wertschätze dich selbst

Meine Mama schätzt wert, wenn sie etwas hingekriegt hat. Z.B. hat sie abends für mich die Couch zum Bett umgebaut. Das ist für mich schon ein Aufwand, weil das nicht so einfach ist und doch hat sie es selbst hingekriegt.

Und sie sagt dann so nette Sachen wie “Ach Kind, ich hab ja Zeit und hab es langsam gemacht und finde es richtig toll, das ich das geschafft habe.”

Sie lobt sich selbst, ohne dass es überheblich oder eingebildet ist. Sie nimmt wahr, was sie geschafft hat und hingekriegt hat und gibt sich dafür selbst eine gute Note. Sie schätzt es wert und nimmt es wahr.

meine liebe Mama und ich ;)

meine liebe Mama und ich ;)

Damit tun wir uns oft so schwer. “Eigenlob stinkt” ist so ein dämlicher Spruch. Doch er ist uns eingetrichtert und macht uns das Leben schwer.

Daher schießen Menschen oft vollkommen über das Ziel hinaus, wenn sie sich selbst beweihräuchern, weil sie so glanzvolle Leistungen erbracht haben. Das hat einzig und allein zum Ziel, Bewunderung zu bekommen. Von außen die Bestätigung zu kriegen, dass man das doch richtig klasse gemacht hat.

Das ist das, was ein kleines Kind macht. Es sucht die Bestätigung von außen, da es erst lernen muss sich selbst richtig einzuschätzen.

Doch als Erwachsener ist es nicht zielführend die Außenwelt als Maßstab für den eigenen Erfolg zu nehmen. Wir brauchen einen ganz eigenen Maßstab und Einschätzung, wenn wir auf das schauen was wir tun.

Vergleichen mit anderen macht überhaupt keinen Sinn. Nur auf den eigenen Fortschritt schauen zeigt einem an, ob man vorwärts kommt oder nicht.

Und dann diesen Fortschritt wertzuschätzen. Nicht weil man der Tollste ist (was wieder mal ein Vergleichen mit außen wäre) sondern weil wir unseren Wert sehen und schätzen. So einfach und so schwer ist das.

Wertschätzen ist eine Sache, die wir uns von anderen wünschen und erst wieder lernen müssen uns selbst zu geben.

Was hab ich heute gut gemacht, was ist mir gelungen?

Innerlich eine Liste machen und dann darüber freuen. Sich freuen über die eigenen Leistungen und Errungenschaften. Mit Freude wahrzunehmen, wenn man vorwärts gekommen ist.

Nicht nach außen teilen müssen, sondern einfach für sich im Inneren wahrnehmen und darüber freuen.

Und wem das schwer fällt, der kann mit seiner Umgebung anfangen und all den Dingen, die um ihn herum sind und die er benutzt.

Ein wertschätzender Umgang mit dem Handtuch. Es sorgfältig aufzuhängen. Die Klamotten nicht kreuz und quer herum liegen lassen. Die Papiere ordentlich ablegen und nicht Stapel bilden, bei denen alles zerknittert.

Tatsächlich ist Ordnung eine Form der Wertschätzung. Je mehr Wertschätzung du den Dingen in deiner Umgebung entgegen bringst, umso leichter wird es dir fallen auch dir selbst gegenüber wertschätzender zu sein.

Und je wertschätzender du dir selbst gegenüber wirst, um so leichter wirst du dich mit allem tun, was von außen an dich herangetragen wird.

Du wirst nicht mehr zutiefst getroffen sein, wenn jemand heftige Kritik übt, denn du kannst viel besser einschätzen, was davon zutrifft und was nicht.

Wertschätzend mit sich selbst zu sein bedeutet viel mehr auf eigenen Beinen stehen. Das wiederum führt zu einem viel entspannteren Leben, da ich nicht mehr davon abhängig bin wie andere Menschen mich sehen. Das ist wahre Freiheit.

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