Wieso es Quatsch ist deiner Bestimmung im Leben hinterherzulaufen und was du anstelle dessen tun solltest.

So viele Bücher und Artikel erzählen uns, dass wir die Bestimmung in unserem Leben finden müssen um wahrhaft glücklich zu sein.

Jeder hat eine besondere Aufgabe auf Erden, jeder hat eine Gabe oder ein Talent aus dem er/sie etwas machen soll, wird uns gesagt.

Und so verbringen immer mehr Menschen ihre Zeit mit der Frage, was denn bloß ihr Lebenszweck sei. Viele werden immer frustrierter, weil sie kein besonderes Interesse für eine Sache haben, sich nicht als jemand erleben der ein brennendes Ziel vor Augen hat oder eine Aufgabe für die er/sie auf die Welt gekommen ist.

Ich sag dir hier und heute: Entspanne dich und komm runter von diesem Erwartungsdruck.

Ehrlich, das ist totaler Quatsch. Es gibt keine Veranlassung zu denken, dass du eine ganz klar definierte Bestimmung hast, der du folgen sollst wie ein Guru.

Bildquelle: pixabay | PIRO4D

Bestimmung schon klar bei der Geburt?

Manche Menschen wissen tatsächlich schon sehr früh, was sie mal werden wollen oder haben eine zündende Idee aus der sie ihre große Aufgabe im Leben ableiten.

Doch – und jetzt kommt der springende Punkt – das ist die Ausnahme und nicht die Regel.

All die wohlmeinenden Bücher werden von den Ausnahmen geschrieben und repräsentieren damit genau das: die Ausnahmen.

Dieser Trend etwas Besonderes zu sein oder etwas Besonderes leisten zu müssen vergiftet unser Dasein eher, als dass es uns das Leben versüßt.

Es artet in eine stete Vergleicherei mit anderen aus, was nur zu ständigem Frust, Versagensgefühlen und Unglücklichsein führt.

Also nochmal: Halte inne bei dieser fruchtlosen Jagd nach deiner Bestimmung und lies von einer Sichtweise, die dir garantiert mehr Zufriedenheit im Leben verschaffen wird.

Ein neuer Götze wird angebetet: das Individuum

Unsere hochmoderne, doch so auf geklärte westliche Zivilisation hat das Streben nach Selbstverwirklichung, die Huldigung des Individuum auf einen Sockel gestellt. Hauptsache, jeder kann sich entfalten.

Damit zusammenhängend hat sich auch die “Glaubensrichtung” entwickelt, dass jeder Mensch einen bestimmten Lebenszweck hat. Denn wenn wir schon alle so tolle Individuen sind, dann muss doch auch jeder etwas Besonders zu geben haben.

Daraus hat sich ein Riesengeschäft entwickelt mit einer Armada an Kursangeboten, mit deren Hilfe man sich finden und die eigene Bestimmung entdecken soll.

Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, was die inhaltliche Gestaltung angeht. Das geht von kreativem Zeichnen bis zum Feuerlauf.

Versteh mich richtig, solche Seminare sind bestimmt interessant, doch wenn du denkst, dass du nach dem Seminar endlich ganz sicher weißt, wozu du auf der Welt bist, dann richte dich auf eine Enttäuschung ein.

Denn möglicherweise gibt es diese eine Sache nicht. Das ist auch überhaupt nicht schlimm und kein Grund dein Leben als verschwendet anzusehen.

Bevor ich dir eine Denkalternative aufzeige, lass uns noch ein wenig mehr herausfinden, woher diese Sucht nach der Suche des Daseinszwecks überhaupt kommt.

Sei wann schauen wir so extrem auf uns selbst?

Dass das Individuum der Mittelpunkt der Welt ist, ist als Konzept noch gar nicht so alt. Interessanterweise fällt das mit einem Rückgang der Glaubensgemeinschaften zusammen die bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts so etwas wie ein Gegengewicht darstellten.

Dieser größer werdende Wegfall der Glaubensgemeinschaften bereitete den Boden für die zunehmende Individualisierung und nahm mit der Technologisierung richtig Fahrt auf. Den Gipfel haben wir dann mit den Geräten erreicht, von denen eine Marke das sogar im Namen trägt: das “I”Phone

Alles dreht sich um das Ich. Wie kann ich mich abgrenzen, unterscheiden, individueller sein als mein Nachbar.

Auch hier ein Wort der Klarstellung: Das wir uns nicht in einer kollektivistischen Gesellschaftsform befinden ist Gold wert, keine Frage und dass persönliche Entfaltungsmöglichkeiten eine wunderbare Errungenschaft sind, steht außer Diskussion. Allerdings ist jeder Ausschlag in ein Extrem nicht sehr zielführend und tatsächlich schadet uns zu viel von dem ganzen “I” mehr als es uns gut tut.

Es führt dazu, dass wir etwas Elementares aus dem Auge verlieren: Wir leben in Abhängigkeit von anderen und können ohne Gemeinschaft nicht existieren.

Das mag eingefleischten Individualisten nicht schmecken, doch kein Tag deines Lebens wird ohne andere funktionieren.

Niemand kann ohne andere leben. Niemand.

Wir sind zum Teil so weit auf dieser Individualisierungsstraße fortgeschritten, dass wir jede Form von Abhängigkeit als etwas Negatives einstufen. Doch das kommt nur daher, weil wir nicht mehr die großen Zusammenhänge wahrnehmen in denen wir unweigerlich leben.

Wenn du morgens aufwachst und ins Bad gehst, bist du abhängig davon ob das Wasserwerk dir Wasser liefert.

„Dafür ich hab ja bezahlt“, mag da jemand einwenden, doch du bist genauso abhängig von der Bank ob diese Transaktion reibungslos verläuft. Und die Bank wiederum ist – wie so viele andere – abhängig vom Stromwerk ob der Laden mit dem Geldtransfer auch läuft.

Es ist fast egal, welches Detail du dir in deinem Leben anschaust, du lebst in Abhängigkeiten in jedem Moment.

Das ist nicht Schlimmes. Der Mensch ist ein Individuum UND ein Gemeinschaftswesen. Das gibt es nicht getrennt. Mit dieser Wahrheit vor Augen solltest du dein Leben betrachten.

Zum einen macht es demütig zu sehen wie viele Menschen es braucht, dass wir unser Leben so leben können, wie wir es tun. Und zum anderen kannst du damit das großartige Gefühl der Dankbarkeit pflegen. Was dich unter Garantie mehr zufrieden und glücklich macht, als dich noch mehr selbst zu verwirklichen.

Was anstelle des „Ich-Fokus“ die Lösung ist

All das führt uns zum Kern dieses Artikel:

Hör auf irgendeiner Bestimmung hinterherzujagen, sondern strebe danach gut zu sein.

Gut im Sinne von “ein guter Mensch”. Gut im Sinne des Gegenteils von “böse sein”. Gut im Sinne eines reflektierten Lebens.

Erkenne all diese Aufforderungen danach, dass du deinen Lebenszweck finden sollst, als das was es ist: Ein Hype der den Zeitgeist des hochstilisierten Individuum entspringt. Eine Marketingmasche die dir einredet, dass du noch nicht richtig bist und dir etwas fehlt.

Es gibt hier kein Ziel, das du zu erreichen hast. Keine Note zu ergattern, und keine bessere Nominierung als dein Nachbar.

Entferne dich von dieser unnatürlichen Fokussierung auf dich als einzelnen Menschen und zoome heraus, damit du das Netz von Menschen erkennst, in das du eingebunden bist, indem du in Beziehung stehst und abhängig bist von anderen. In dem andere zu dir in Beziehung stehen und die von dir abhängig sind.

Das gilt nicht nur in deiner nächsten Nähe sondern hat globale Ausmaße:

  • Wir kaufen Kleidung die unter schlimmsten Bedingungen auf der andere Seite der Welt produziert wurde.
  • Wir werfen Plastik weg, was die Meere vermüllt.
  • Wir konsumieren und verbrauchen Ressourcen die unseren Kindern nicht mehr zur Verfügung stehen.

Wenn wir all diese großen Zusammenhänge wieder sehen, dann kann uns wieder klar werden, dass wir zwar ein kleines Leben führen mögen, doch dass viele kleine Leben eine große Wirkung haben.

Daher konzentriere dich nicht darauf, was du für einen individuellen Lebenszweck haben könntest, sondern erlebe dich wieder als Teil der Gemeinschaft der du bist.

Und damit ist es relativ einfach: Sei gut, tue Gutes, sei ein guter Mensch.

Wie kann das genau definiert werden, fragst du dich vielleicht? Dazu darf ich dir das Zitat eines Richters mitgeben, der sagte: „Auch wenn ich Pornographie nicht bis ins letzte Detail definieren kann, erkenne ich sie wenn ich sie sehe.“

Genauso ist es mit dem Gutsein. Du erkennst es, wenn jemand gut handelt und ein guter Mensch ist. Und dieser Maßstab genügt auch für dich. Sei ein guter Mensch.

Und sollte dir im Laufe deines Lebens ein Thema unterkommen, dass dich besonders berührt, denn gehe ihm nach. Sehr häufig entsteht aus dem Erkennen dessen, dass wir alle zusammenhängen, Ideen, die anderen Menschen nützen können.

Und wenn sich daraus etwas Größeres entwickeln sollte, dann erliege nicht der Versuchung, das als deine alleinige Bestimmung anzusehen.

Es hat sich ergeben auf deiner Reise durchs Leben, als du danach gestrebt hast ein guter Mensch zu sein.

Sei ein guter Mensch. Das ist alles.

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