ja, ja, ja….das Beraterleben kann ganz schön hart sein….

Heute mal etwas lustiges. Ich musste so lachen und vielleicht geht es Ihnen ebenso (auch wenn Sie etwas ganz anderes als ein Berater sind 🙂

Schreiben Sie mir doch was Ihre Lieblingsgründe sind. Das würd mich jetzt brennend interessieren. Ich persönlich find Nr. 22 genial…

nagel.jpg40 Gründe den Berater-Job an den Nagel zu hängen

1. Du fragst den Kellner nach seiner Kernkompetenz.

2. Du entscheidest Dich, Deine Familie zu reorganisieren und rollenbasierte Teambildung, Task-Forces, einen partizipativen Führungsstil und Zielvereinbarungen einzuführen.

3. Du notierst dir private Termine als Marketing- und Akquiseveranstaltungen.

4. Du kannst das Wort “Paradigma” buchstabieren.

5. Du weißt sogar, was es bedeutet.

6. Du schreibst Management-Summaries auf die Rückseite Deiner Einkaufszettel.

7. Du glaubst wirklich daran, dass es effizient ist, eine 10 Seiten lange Präsentation zusammen mit sechs Kollegen zu erstellen, die Du gar nicht kennst.

8. Du glaubst auch daran, dass ein anderer das Inhaltsverzeichnis dazu schreiben wird.

9. Du glaubst daran, dass Du im Leben niemals echte Schwierigkeiten hattest … es gab lediglich Herausforderungen, Chancen, Issues, großartige Aufgaben, Verbesserungspotenziale und unglücklich geschnittene Prozesse.

10. Du kennst jedes (und zwar wirklich jedes) noch so kleine Clip-Art in Powerpoint.

11. Du erklärst Deinem Kundenbetreuer bei der Bank, dass Du nicht hoffnungslos verschuldet bist, sondern ein echter “high potential” mit Aussichten auf “out-performing revenues”.

12. Du betrachtest Deine Mahlzeiten als notwendige Sekundär-Prozesse zur Sicherstellung Deiner Produktivität.

13. Du bezeichnest Deine bessere Hälfte als Deinen Co-CEO.

14. Alle Deine Geschichten beginnen wie “als wir damals im Projekt bei der Blabla” oder “und dann hatte unser Team diese grandiose Idee mit dem Sabber-Sabber” oder “eines meiner erfolgreichsten Projekte begann, als ich Rhabarber – Rhabarber”.

15. Du glaubst fest daran, dass Deine besten, großartigsten und erfolgreichsten Charts jene waren, die in nur fünf Minuten entstanden sind.

16. Du bestehst darauf, noch mehr Markt- und Zielgruppenforschung zu betreiben, bevor Du den Produktionsprozess für ein weiteres Kind anstößt.

17. Deine “Deliverables” und Objectives” für Samstag sind Wäsche waschen, Kühlschrank auffüllen, Müll rausbringen, Altpapier entsorgen, Blumen gießen, Einkaufen, Briefkasten ausleeren, Bügeln, Putzen, Koffer ausleeren, Koffer für Montag packen, Unterlagen sortieren.

18. Spätestens hier fragst Du Dich jedes Mal, warum Du noch kein Projekt für die strategische Auswahl einer Putzfrau aufgesetzt hast.

19. Nachdem das Budget für eine Putzfrau vom Co-CEO genehmigt wurde, fragst Du Dich, wie Du die Effizienz und die Effektivität Deiner türkischen Putzfrau steigern kannst und warum Du statt eines Tschader-verhüllten Fleischbergs nicht doch die kleine Thailänderin engagiert hast.

20. Du vereinbarst erfolgsabhängige Einkommensstrukturen mit Deiner Putzfrau.

21. Du benutzt Worte wie “Mehrwertgenerierungspotenzial” und “Effizienzsteigerungspotenzial” und Phrasen wie “die strategischen Herausforderungen der elektronischen Zukunft meistern” ohne rot zu werden.

22. Du gibst Deinem Hund konstruktives Feedback.

23. Du lädst Freunde ein, um den Film “Interdependence Day” mit anzusehen.

24. Der Wechsel einer Freundin oder Ehefrau ist lediglich ein Release-Wechsel, neue Beziehungen werden als Merger penibel mit einem Programm für das Change-Management geplant.

25. Du trennst Dich nicht von einem Partner, sondern initiierst einen Outplacement-Prozess. Wieso eigentlich Partner ? Du entscheidest Dich im Sinne der Eindeutigkeit dafür, diesen in Zukunft als LAB zu bezeichnen (Lebens-Abschnitts-Begleiter).

26. Denn: bei dem Wort “Partner” fällt Dir nur eine Führungsposition in einem Consulting-Unternehmen ein.

27. An der Wurst-Theke im Supermarkt erklärst Du der Verkäuferin eine Prozess-Optimierung zur Durchsatzsteigerung und Freisetzung ineffizienter Ressourcen auf der Rückseite des Pizza-Kartons. Dann wunderst Du Dich, dass Dir die Verkäuferin nur noch die Ware mit dem Fettrand und die vertrockneten, grauen Stücke einpackt.

28. Du entwirfst für den monatlichen Hausputz jedes Mal einen Projektplan in Microsoft-Project und ärgerst Dich über die elende Ressourcenverwaltung.

29. Dein Co-CEO sieht Dich jedes Mal verwundert an, wenn Du nach dem dilettantischen Projekt-Controlling fragst und warum der Hausputz wieder nicht in-time und auch nicht in-budget in zufriedenstellender Qualität durchgeführt wurde.

30. Deine Kinder sehen Dich mitleidig und zugleich zornig an, wenn Du auf die Bitte nach mehr Taschengeld mit der Aufforderung antwortest, einen Business-Plan zu erstellen und eine strategische Neuausrichtung des Spielzeugportfolios unter Berücksichtigung der Einflüsse von e-Commerce und “mobile e-markets” durchzuführen.

31. Du kannst die Frage “Hey Paps: warum hast Du noch kein WAP-Handy?” erst nach der Erstellung einer 60 Seiten langen Studie beantworten und stellst der Projektleitung des Familienteams die Aufwendungen dafür in Rechnung.

32. Die Bitte Deiner Kinder, die neue Sony Play-Station zu kaufen, wird mit der Begründung abgelehnt, diese passe nicht in die strategische Ausrichtung Deiner Haushalts-IT.

33. Du betrachtest Dein Auto lediglich als Logistik-Tool …. obwohl: ein Benz wäre auch nicht schlecht … oder wenigstens ein 5er BMW. Aber den hat doch heute auch schon jeder Senior-Berater. Steht mir nicht wenigst ein Audi A8 4.2 Quattro zu ? Das ist ja wohl das mindeste, was mir die Company für meine Leistungen schuldig ist!

34. Beim Blick in das Programm von RTL2 fragst Du Dich ernsthaft, der Geschäftsführung eine neu Geschäftsfeld-Strategie oder wenigstens eine Programmberatung anzubieten.

35. Du ertappst dich immer wieder dabei, ein Persönlichkeitsprofil Deines Co-CEOs aufzuzeichnen und ein abgestimmtes Qualifizierungsprogramm zu entwerfen. Du fängst schon mal mit einem Fragebogen an …

36. Du ertappst Dich auch immer öfter dabei, Fragen zu beantworten, die niemand gestellt hat und die auch noch jenseits Deiner Kompetenz liegen

37. In diesen Dingen hast Du auch schon längst den Glauben an das “Peter-Prinzip” verloren. Du glaubst statt dessen an die These der Hyper-Inkompetenz, die jenseits der von Peter postulierten, maximal möglichen Inkompetenz zu finden ist und weißt: da will ich hin!

38. Du fängst an, mit Deinem Laptop zu sprechen, ihn zu beschimpfen, ihn anzuschreien und ihn mit dem Handy und dem Palmtop zu bedrohen.

39. Du wirst auch niemals zugeben, dass Du mit diesem dämlichen Palmtop nicht richtig umgehen kannst und das auch niemals lernen wirst.

40. Es kommt immer öfter vor, dass Du Clienten hasst und ihnen ihr Mandat in den Hals stopfen möchtest.

via Ivo Haarmann

2 Replies to “ja, ja, ja….das Beraterleben kann ganz schön hart sein….”

  1. die schlimmsten für mich waren / sind immer 20., 27. und 36. gewesen, weitere:

    – die Telefonistin der Pizzeria erkennt mich an der Stimme, kennt meine Telefonnummer, Anschrift und Lieblingspizza

    – vor der eigenen Haus- oder Wohnungtüre zu stehen und drauf zu warten, dass sie sich endlich mal öffnet (ggf. durch Hinhalten eines Chips o.ä.) und / oder verzweifelt zu überlegen, welcher Schlüssel der richtige ist

    – generell vor allen Türen drauf zu warten, dass sie sich öffnen, das führt bisweilen zu Irritationen bei nicht-automatischen Türen 😉 bspw. beim Bäcker, in der Bank oder im Café…

    – wenn Weihnachten mit dem Geburtstag des ältesten (leeren…) Pizzakartons zusammenfällt

    – wenn man sich beim Tierheim aus Gründen der Effizienz nach dem unter 35) beschriebenen Prinzip telefonisch ne Co-Katze für den Kater mit bestimmten Skills bestellt und erst zu Hause beim Auspacken die Verwechslung des Tierheims bemerkt

    – wenn man die meisten ICE-Verbindungen asuwendig kann und auf einigen Strecken bereits persönliche Kontakte zu seinen Lieblings-Pendlern geknüpft hat

    – man ruft versehentlich IT-Direktor oder Vorstand in ner Samstag Nacht an, weil es ansonsten schon hilfreich ist, diese in den Favoriten gespeichert zu haben

    – Einwohner anderer Städte erkundigen sich bei einem nach einem Hotel in ihrer eigenen (Heimat-) Stadt…

    – Taxi-, Pizzaservice-Nummern usw. werden jeweils in Kombination mit dem Stadtnamen gespeichert

    – häufigste Antwort gegenüber Dienstleistern: Ich möchte abc, Bedingungen sind xyz, alles andere ist mir egal / damit will ich nichts zu tun haben / machen Sie das mal / vglb.

    – man reist freiwillig am ersten Tag bereits sonntags an und lotet zunächst alles aus, was den Aufenthalt etwas heimelig gestaltet, wie z.B. Kiosk, Friseur, Laufstrecke, Lieblingscafé, Reinigung für Notfälle, Adresse des nächstgelegenen P&C usw.

    – man erstellt seiner Katze Diagramme mit PP, die den korrekten Mäusejagdprozess bis zum Verzehr so veranschaulichen, dass sie auch wirklich den eigens dafür bereitgestellten Napf nutzen! (hat sogar funktioniert und ne gewisse Ähnlichkeit mit der 22. 😀 )

    das sind so die Dinge, die mir auf Anhieb eingefallen sind und mal noch so ganz dumm gefragt… wtf hat nach der Einstellung jemals wieder seine Putzfrau gesehen?? 😉 Gibt doch Zettel, Handy, FB & co…

  2. sehr gut! musste sehr lachen bei dieser Auflistung. Vielen Dank für’s Teilen!

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