I have to walk my talk

Sagt Ihnen der Begriff “kongruentes Verhalten” etwas?

Vielleicht ein kleines Beispiel dazu: Wenn Sie jemanden um etwas bitten, Ihr Gegenüber darauf eingeht und Sie trotzdem ein unbestimmtes, komisches Gefühl haben, dann haben Sie gerade unkongruentes Verhalten erlebt. Das was Sie gehört/gesehen haben, stimmt nicht mit dem Gefühl überein.

Das muss nun nicht gleich heißen, dass in diesem Beispiel jemand gelogen hat. Es bedeutet zuerst einmal, dass Sie verschiedene Botschaften erhalten haben.

Lassen Sie uns weiterüberlegen, was das nun für eine Bedeutung hat. Was denken Sie wird mehr Gewicht haben, die sicht- und hörbare Botschaft oder die gefühlte?

Die Antwort darauf ist seit langem bekannt und sicherlich auch Ihnen. Die gefühlte Botschaft ist die mit der weitaus größeren Bedeutung. Doch was hat nun genau das für eine Wirkung? Worauf wird man in einer solchen Situation reagieren?

Dabei spielen eine verschiedenste Anzahl von Einflüssen eine Rolle. Allerdings werden Sie in den meisten Fällen ebenso mit Gefühl und Emotionen reagieren. Dadurch funktionieren bekannte Streitmuster so gut. Es ist oft ein Ping-Pong-Spiel aus angetriggerten Emotionen, das völlig unbewusst ablaufen kann.

Was Ihnen helfen kann aus solchen Mustern auszusteigen, ist sich diese Muster bewusst zu machen. Denken Sie doch einmal über immer wiederkehrende Szenen in Ihrem Leben nach, die Sie eher als belastend empfinden.

Auf was reagieren Sie wirklich?

  • Ist es ein Tonfall?
  • Ein bestimmter Blick?
  • Eine Körperhaltung?

Welche Emotionen löst die Situation in Ihnen aus?

  • Fühlen Sie sich angegriffen?
  • Empfinden Sie Scham?
  • Werden Sie traurig?
  • Fühlen Sie sich wie gelähmt?
  • An was für ein Gefühl erinnert Sie diese Situation?
  • ?

Wenn man beginnt, diesen Fragen nachzugehen, lässt sich ein größeres Verständnis für das Funktionieren von Kommunikation erwerben. Sie lernen gleichsam Ihre eigenen geheimen Funktionsweisen kennen und beleuchten sie.

Und dann können Sie beginnen etwas anders zu machen. Sie könnten z. B. aussprechen, was Sie empfinden anstelle dessen, was Sie sonst machen oder sagen. Auf was Sie dabei achten sollten, ist, dass Sie Ich-Formulierungen wählen. Z. B. “Mich macht diese Situation gerade sehr traurig.”

Denn auch wenn wir es manchmal noch so gern anders hätten, den einzigen Menschen die wir nachhaltig verändern können, sind wir selbst. Und damit ist auch gemeint, unsere eigene Kommunikation genauer zu betrachten. Senden wir kongruente, also übereinstimmende, Botschaften?

Hören, sehen und fühlen Sie sich doch mal in nächster Zeit selbst ein wenig zu. Und um den Kreis zu schließen, möchte ich Ihnen dazu ein Sprichwort geben, das ich gerade entdeckt hatte:

I have to walk my talk.

Das fasst für mich kongruentes, übereinstimmendes Verhalten brilliant zusammen. Denn sich physisch zu bewegen und innerlich bewegt sein, haben ja auch interessanterweise denselben Wortstamm.

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