Fragen Komma Gute: Welche Projekte würden Sie aus heutiger Sicht nicht mehr beginnen?

Diese Frage kennen Sie vielleicht. Mir ist sie in verschiedensten Kontexten, Büchern und Seminaren schon begegnet. Und heute ist möglicherweise genau der richtige Tag, um sich ernsthaft damit zu beschäftigen:

Welche Projekte würden Sie, aus heutiger Sicht, nicht mehr beginnen?

Vervollständigen Sie dazu doch ganz spontan mal folgende Sätze:

  1. Nicht mehr knüpfen würde ich den Kontakt zu ……
  2. Nicht mehr übernehmen würde ich das Amt/die Verpflichtung…..
  3. Den Kauf, den ich sofort rückgängig machen würde, wäre…..
  4. Keinesfalls würde ich mehr …… organisieren.
  5. Ich wäre nicht mehr zuständig für……
  6. Keinesfalls würde ich mich mehr um …… kümmern.
  7. ….

Wie geht es Ihnen jetzt nach den Fragen? Über was denken Sie am meisten nach? Möglicherweise haben Sie ja mit leichtem Erschrecken festgestellt, dass Ihnen einiges dazu eingefallen ist. Wenn ja, dann stehen Sie damit nicht allein da.

Es ist ein Zeichen unserer schnellen Zeit, dass wir oft gar keinen Überblick mehr über unsere ganzen Projekte, Verpflichtungen, Zusagen usw. haben. Wir sagen oft schneller "ja" zu etwas, als wir gucken können. Der Druck, vieles geregelt zu kriegen, nimmt immer noch zu. Doch es muss nicht unbedingt negativ sein, viel zu schaffen und einige Projekte am Start zu haben. Das wichtigste ist dabei das Bauchgefühl. Sich wohlzufühlen und einen innerlich guten Stand zu haben, ist die beste Voraussetzung alle Dinge mit Achtsamkeit und der erforderlichen Konzentration zu erledigen.

Für manches ist das vielleicht schwer fassbar, wieso auch im Geschäftsleben das Nachspüren seinen Platz haben sollte. Lassen Sie mich dazu eine kleine Metapher aufbauen:

Alle Aufgaben, die Sie zu erledigen haben, jeder Termin, jede Vorbereitung, Erledigungen aller Art, jeder Mensch mit dem Sie zu tun haben und was es sonst noch so alles gibt, ist mit Ihnen verbunden. Nehmen Sie das doch einmal wörtlich: Alle diese Dinge, sind an Sie angebunden, wie mit einem unsichtbaren Faden.

Wenn Sie nun an sich herunterblicken, wieviele Fäden sehen Sie da? 10, 20, 30 …. 80? Und wenn Sie sich diese Fäden genauer ansehen:

  • sind das dünne oder dicke?
  • welche Farben haben Sie?
  • sehen Sie alt aus oder neu?
  • gibt es irgendwo Knoten?
  • welche ziehen Sie in eine Richtung?
  • werden Sie eingeschnürt?
  • ….

Hier gibt es bestimmt schon einige interessante Antworten. Suchen Sie sich die auffallendsten aus und gehen Sie doch den Fäden mal nach. Schauen Sie welche Dinge damit verbunden sind. Vielleicht entscheiden Sie ja bereits hier spontan, dass Sie manche Fäden lieber abschneiden wollen, möglicherweise auch ein paar gleichartige zusammenknoten, weitergeben an jemanden anderen usw.

Denken Sie daran, dass alles, was Sie da mit Dingen und Menschen verbindet, auch Ihre Energie bindet. Je mehr Fäden an Ihnen dranhängen umso mehr Energie ist damit verknüpft. Meist leider damit auch weg. Denn vieles zieht uns Energie ab. Läuft durch den Faden wie ein silbriger Strom.

Lenken Sie doch einmal Ihren Blick als nächstes darauf, welche Fäden Ihnen Energie rauben und von welchen Ihnen möglicherweise Energie zuströmt, Sie auftanken können, Sie etwas bekommen. Hält es sich die Waage oder gibt es ein Ungleichgewicht? Was könnten Sie im positiven Sinne daran ändern?

Mit diesen Gedankenwegen können Sie gern noch einmal die Ausgangsfrage aufgreifen:

Welche Projekte würden Sie, aus heutiger Sicht, nicht mehr beginnen?

Und dann treffen Sie Entscheidungen. Erst einmal nur im Kopf. Und testen Sie mal, wie Sie mit diesen Entscheidungen leben würden. Was hätte sich zum Guten verändert?

Zu allerletzt möchte ich ein letztes Bild zu unserer Metapher hinzufügen:

Wie sieht es mit den Fäden aus, die Sie mit den wichtigsten Menschen in Ihrem Leben verbinden? Sind das stabile Verbindungen oder sehen die Fäden sehr mitgenommen und ausgefranst aus? Falls das der Fall sein sollte, dann fangen Sie dort an, wieder anzuknüpfen. Schaffen Sie wohltuende Bindungen, senden Sie Energie und Sie werden viel zurückbekommen.

Seien Sie achtsam mit sich. Und überlegen vielleicht beim nächsten Mal, bevor Sie eine weitere Verpflichtung eingehen, ob Sie sich diesen Faden wirklich anknüpfen möchten.

One Reply to “Fragen Komma Gute: Welche Projekte würden Sie aus heutiger Sicht nicht mehr beginnen?”

  1. Ein sch?nes Bild. Zentral d?rfte der vorletzte Absatz sein: “Wie sieht es mit den F?den aus, die Sie mit den wichtigsten Menschen in Ihrem Leben verbinden? Sind das stabile Verbindungen oder sehen die F?den sehr mitgenommen und ausgefranst aus?”.

    Man legt da gerne zu wenig Wert drauf. Die Menschen sind ja da, man sieht sich irgendwie und doch nicht wirklich. Man wechselt t?glich ein paar Worte. Aber das ist zu wenig um – um im Bild zu bleiben – den Faden dauerhaft belastbar zu halten. Also: Priorit?ten ?berdenken, an den wirklich wichtigen F?den weiter spinnen.

    Danke f?r die sch?ne Metapher.

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