Zuwendung – das meist unterschätzte menschliche Bedürfnis.

Hast du dir schon mal Gedanken über das Wort Zuwendung gemacht? Was es wirklich bedeutet?

Zuwendung kann bedeuten, dass wir jemanden einen Geldbetrag oder andere materielle Gegenstände zukommen lassen.
Zuwendung kann bedeuten, dass wir jemandem Zärtlichkeiten schenken.
Zuwendung kann bedeuten, dass wir mit einem Kind spielen.

All das und mehr ist in dem Wort Zuwendung enthalten, doch den wenigsten Menschen fällt auf, was es wirklich im Kern bedeutet.

Das Zuwendung bedeutet “Zu:Wendung” Sich zu jemandem wenden, ihn ansehen, ihn wahrnehmen, ihn spüren, ihm nahe sein.

Mich jemandem zu:wenden ist nicht nur ein körperlicher Vorgang. Ich bin auch mit meinen Gedanken bei diesem Menschen. Ich bin aufmerksam auf das was er sagt, wie er wirkt, was er macht. Ich wende mich jemandem zu.

Wieso ich darauf so herumreite? Nun ein Grund warum wir Menschen uns einsam fühlen, unverstanden, ganz allein auf der Welt, traurig, entfremdet liegt daran, weil wir niemandem haben, der sich uns zuwendet.

Ganz im Wortsinne. Jemanden, der sich mir zuwendet. Mir seine Aufmerksamkeit schenkt, mir zuhört, mich sieht, mich ansieht, mich wirklich sieht.

Bildquelle: Photo by Harli Marten on Unsplash

Zuwendung macht glücklich

Kennst du dieses Gefühl? Erinnere dich zurück an einen Moment in dem du genau das erlebt und gespürt hast. Wie sich dir jemand zugewendet hat. Ist das nicht ein unglaublich wärmendes, tröstendes und glücklich machendes Gefühl?

Bei dem einem die Tränen kommen, wenn man es schon lange nicht mehr hatte. Die Intensität einen überwältigen kann, wenn man es lange vermisst hat.

Zuwendung hat mit Dasein zu tun, mit wirklich Dasein. Nicht nebenbei noch was anderes machen, ins Handy schauen, mit einem Ohr beim Fernseher sein oder in die Zeitung lesen. Nein, Zuwendung bedeutet, dass ich mich dir ganz zuwende. Ganz zuwende.

Und dann bin ich bei dir. Ganz bei dir. Das ist das Gefühl nach dem wir Menschen Sehnsucht haben, das wir vermissen und oft so schlecht benennen können.

Das uns geborgen fühlen lässt und uns spüren lässt, dass wir verbunden sind mit anderen Menschen. Dass wir jemandem wichtig sind, dass wir zählen, dass wir einen Platz haben, dass wir nicht alleine sind.

Doch tatsächlich ist es so, dass wir das immer weniger erleben. In einer anfänglichen Verliebtheit ist dieses Zuwenden ganz präsent. Man kann gar nicht genug vom anderen bekommen. Doch das verliert sich mit der Zeit und macht oft genug Gleichgültigkeit und Unaufmerksamkeit Platz.

Wendest du dich anderen wahrhaft zu?

Überlege mal auf deiner Seite. Wann hast du dich das letzte mal wirklich jemandem zugewendet? Mit deinem Körper, mit deinem Geist, mit deiner Aufmerksamkeit. Ganz zugewendet. Kannst du dich überhaupt noch daran erinnern?

Nein? Dann solltest du noch heute damit wieder anfangen. Menschen fühlen sich geliebt, wenn sie Zuwendung bekommen. Wenn sie das Gefühl spüren, dass sich jemand ihnen wirklich zuwendet. Das ist es auch, was uns selbst gut tut.

Wenn dir das in deinem Leben fehlt, dann ist eine gute Idee damit anzufangen, deine Zuwendung anderen Menschen zu schenken. Das kann anfangs gar nicht so einfach sein, wenn man das nicht mehr gewöhnt ist. Wirklich ohne Ablenkungen sich jemandem zuzuwenden.

Eine wunderbare Möglichkeit, das mit der ungeteilten Aufmerksamkeit wieder zu üben. Unsere wilden Affen-Gedanken im Kopf können uns das Leben schwer machen mit all den Dingen, die es noch zu erledigen gibt, was noch offen ist, was morgen wohl sein wird, was wir aus dem letzten Gespräch noch mitgenommen haben.

Doch der einfachste Weg das nicht mehr als so laut zu empfinden, ist, sich wirklich jemand anderem zuzuwenden. Wirklich zuhören, nicht schon überlegen, was man selbst sagen möchte. Wirklich anschauen, ohne im Inneren die Einkaufsliste zu vervollständigen.

Zuwenden bedeutet, sich ‘hin zuwenden’ zum Anderen. Damit auch die Körperhaltung genau das zeigt, was man hier tut. Sich zuzuwenden. Gespräche die auf diese Art stattfinden, können eine nie geahnte Tiefe erreichen. Sich zuzuwenden ohne Worte und sich nur in die Augen zu sehen, lässt schnell die Tränen fließen ob dieser Intensität.

Wir heilen durch Zuwendung. Denn es heilt unsere Traurigkeit, unsere Einsamkeit, unsere Angst. Und das gilt für beide Seiten. Beide Menschen dieser Begegnung werden danach ein Stückchen heiler sein, sich verbunden fühlen.

Dieses Zuwenden ist allerdings nichts, was mal nebenbei geht. Dafür braucht es Zeit. Nicht unbedingt lange Zeit, aber Zeit die ganz bewusst miteinander geteilt wird. In Ruhe geteilt wird.

Zuwendung ist heilsam

Eine Zuwendung kann ein Moment sein, in dem man sich in die Augen sieht, ein Streicheln über die Wange, ein aufmunterndes Nicken zum anderen.

Zuwendung kann sich in einem Gespräch zeigen, das man miteinander führt. Es kann die Qualität dieses Gesprächs auf eine andere Ebene heben. All das lässt uns verbunden fühlen.

Das Gegenteil von Isolation, das uns immer öfter heimsucht. Hektik und Schnelligkeit sind Gift für Zuwendung. Im Schnell-Schnell kann keine Zuwendung ausgetauscht werden. Es braucht dafür Zeit.

Zeit die wir uns bewusst nehmen müssen. Wenn wir das nicht machen, verschenken wir Gelegenheiten, um uns verbunden zu fühlen.

Wir verkennen oft den Wert dieser Momente. Wir nehmen uns die Zeit nicht, weil tausend andere Dinge wichtiger erscheinen. Doch genau das ist es: Sie erscheinen nur wichtiger.

Wir verpassen soviel wenn wir nicht wieder lernen uns gegenseitig wirklich zuzuwenden. Nicht nur eben mal schnell, sondern es in Ruhe geschehen zu lassen.

Diese Momente machen unser Leben so wertvoll. Das ist es was unsere Seele wärmt und unser Herz glücklich macht.

Werde aktiv und wende dich anderen wieder zu

Wie kannst du wieder mehr davon in deinem Leben unterbringen? Welchem Menschen hast du schon lange nicht mehr deine wahre Zuwendung geschenkt? Ich bin ganz sicher, dass dir da sofort jemand einfällt.

Und auch tausende Gründe einfallen, warum dazu keine Zeit war. Doch glaub mir, du wirst es so sehr bereuen, wenn du diese Gelegenheiten nicht mehr hast und das kann schneller gehen als du glaubst.

Sich jemandem zuzuwenden sollte man niemals aufschieben. Man sollte niemals Gelegenheiten aufschieben, in denen man Verbundenheit zelebrieren kann. Dieses Gefühl ist wie ein warmer Stein, der noch lange nach der Situation Wärme verbreiten kann.

Auf der anderen Seite solltest du das den Menschen sagen, von denen du dir mehr Zuwendung wünscht. Viele Beziehungen gehen auseinander, weil sich beide nicht mehr die Zeit nehmen sich wirklich einander zuzuwenden.

Ist es wirklich wichtiger, dass alles daheim tiptop aussieht, dass man jeden Sportkurs mitmacht, ständig Überstunden macht, vor dem Fernseher sitzt, als sich einander zuzuwenden?

Nebeneinander herleben führt meistens zum Auseinanderleben. Sich gegenseitig zuwenden führt zu Verbindung. Es führt auch dazu, dass ich wirklich weiß, wie es dem anderen gerade geht, was er braucht, womit er sich schwer tut, was ihm helfen kann.

Zuwenden ist immer ein Akt von Liebe. Ein Akt der dem gut tut, der die Zuwendung geschenkt bekommt und demjenigen, der sie schenkt. Denn sie ist ein Geschenk.

Es ist das Wertvollste das wir jemandem schenken können. Uns selbst. Unsere Aufmerksamkeit, unser Dasein, unser Verständnis, unser Mitgefühl.

Mach es dir zu eigen

Wir sollten wieder viel mehr davon in die Welt bringen. Wie könntest du das machen?

Wenn dir bei der Frage oben, wem du dich schon lang nicht mehr zugewendet hast, jemanden eingefallen ist, wie kannst du dich diesem Menschen wieder zuwenden? Was genau kannst du tun? Wann kannst du es tun?

Und dann tue es. Pflege die Verbindungen in deinem Leben in dem du dich den Menschen wieder wahrhaft zuwendest.

Du wirst erleben, dass es dich selbst in hohem Maße berühren und erfüllen wird. Es ist das wertvollste Geschenk das du jemandem machen kannst.

Wenn du das zu deiner innerlichen Haltung machst, kannst du jede Begegnung nutzen, um eine Verbindung herzustellen, weil du dich zuwendest. Das können kurze Momente sein, in denen man die Kassiererin wirklich wahrnimmt, sie anlächelt und bei ihr bedankt.

In dem du den Kollegen wirklich wahrnimmst im Fahrstuhl und dich ihm für diese kurze Zeitspanne wirklich zuwendest.

Das mag dir am Anfang komisch erscheinen und du magst dich vielleicht auch komisch fühlen, doch du wirst auch merken, wie viel Freude du dadurch zurückbekommst.

Die wenigsten Menschen sind es noch gewohnt, dass man sich ihnen zuwendet. Du kannst damit derjenige sein, der ihnen den Tag erhellt, der ihnen den Glauben an das Gute ein Stück zurück gibt, der ihnen das Gefühl der Verbundenheit gibt und sei es nur einen Moment.

Wem wirst du dich heute zuwenden?

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