FOMO Fear of missing out.

Leidest du an FOMO? Fear of missing out?
(Zu deutsch: Die Angst ständig etwas zu verpassen.)

Praktisch führt das zu etwas, was ich in meinem Seminar Geschäft seit vielen Jahren merke. Niemand mag sich mehr festlegen. Es wird sich auf den allerletzten Drücker angemeldet und manchmal auch gleich für mehrere Sachen am gleichen Tag und dann erst in letzter Minute entschieden, wo man denn nun hin gehen möchte.

Entscheiden fällt vielen immer schwerer. Die Angst etwas zu verpassen hat viele im Griff. Wenn ich ins Kino gehe, dann versäume ich den Live Auftritt der Band in der Lieblingskneipe.

Photo by Nikita Vashchenko on Unsplash

Ent-Scheidung

Doch wir können nun mal nicht überall gleichzeitig sein und so braucht es Ent-Scheidungen. Im deutschen Wort Ent-Scheidung ist auch genau diese Abspaltung enthalten. Ich scheide etwa ab. Das was ich nicht machen werde.

Genau dieser Ent-Scheidungs-Schmerz ist es oft, der dazu führt sich für vieles gleichzeitig anzumelden oder gar nicht zu wissen was man machen soll, was auch dazu führen kann, dass man am Schluss gar nichts macht, weil man sich nicht entscheiden konnte.

Mir persönlich fällt es tatsächlich schwer, mich in dieses Gefühl hineinzuversetzen und ich glaube, dass einer der Gründe darin liegt, dass ich nicht bereit bin, mich durch alle möglichen visuellen Medien wie Fernseher, Serien auf Netflix zu gucken oder ewig am Handy durch sämtliche Feeds von Instagram, Facebook, Pinterest & Co zu scrollen.

Das Überangebot das es gibt und die Leichtigkeit mit der dieses Angebot zugänglich ist, führen zwangsläufig zu einer wahren Überforderung.

Wie soll man sich auch zwischen diesen ganzen Optionen entscheiden?

Eine große Auswahl tut uns nicht gut

Der Versuch mit den Marmeladen fasziniert mich immer wieder. Wenn ein Stand sechs verschiedene Marmeladen anbietet, dann probieren die Leute gerne und entscheiden sich dann für eine der Sorten. Später danach gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Kauf sind, sagt die Mehrheit, dass sie sehr zufrieden ist.

Anders bei dem gleichen Versuch, aber mit 20 verschiedenen Marmeladen. Die Leute probieren auch hier gern, doch nach einer Kaufentscheidung gefragt, wird weniger oft ein Glas Marmelade gekauft. Werden die Käufer später nach ihrer Zufriedenheit gefragt, geben viele an, dass sie sich vielleicht doch lieber für eine andere Marmelade entscheiden hätten sollen.

Auswahl ist für uns daher gar nicht so gut, wie man meinen könnte. Denn je mehr Auswahl, umso mehr muss ich abwägen und entscheiden.

Und das meinte ich damit, dass ich nicht sehr oft oder überhaupt in diese Gefahr komme. Denn ich weigere mich, mich diesem ständigen Bilderstrom auszusetzen. Daher hab ich auch nicht diese ständigen Möglichkeiten vor der Nase.

Wer Entscheidungsscheu hat, der beschäftigt sich immer weniger wirklich tief mit einem Thema. Wie soll das auch gehen, wenn von einem zum nächsten gehopst wird und aus Angst etwas zu verpassen, immer schon mit einem Auge geschielt wird, was es denn sonst noch interessantes gäbe.

Was macht das mit dir?

Es macht dich auf jeden Fall unruhig und meistens auch unzufrieden. Das wiederum kann in ein Gefühl absacken, dass dich leer fühlen lässt. Es gibt nichts, was dir wirklich zusagt und du bist immer auf dem Sprung. Zum nächsten Thema, zum nächsten Hobby, zur nächsten Veranstaltung. Immer auf dem Sprung. Niemals wirklich da. Es könnte ja noch was Interessantes hinter der nächsten Ecke kommen.

Gefüttert wird dieses FOMO Gefühl ganz extrem dadurch, wie die Streams der meisten Apps konzipiert sind. Jedes Swipe nach oben gibt eine neue Möglichkeit etwas zu finden und wenn ich damit aufhöre, dann könnte ich ja etwas verpassen. Denn genau das nächste Swipe könnte eine sensationell interessante Sache sein.

So machen wir uns selbst süchtig und zu was das führt, habe ich im Artikel Matrix schon ausführlich aufgeschrieben.

Was uns mit FOMO vollkommen abhanden kommt, ist das Gefühl der Zufriedenheit.

Dieses Gefühl ist nichts Getriebenes, sondern im Gegenteil es bedeutet, dass man an einem Platz angekommen ist, an dem man sich wohl fühlt. Von dem man nicht in der nächsten Minute schon wieder aufspringen muss, um sich im nächsten Raum umzuschauen.

Zufriedenheit hat mit Ruhe zu tun. Zur Ruhe kommen können. Das ist nicht mehr allen Menschen in gleichem Maße möglich. Angst etwas zu verpassen hält uns immer in Unruhe.

Dagegen steht: Mal nichts tun, einfach nur da sein und zufrieden sein mit dem Moment ohne das Gefühl zu haben, dass einem grad sehr viel entgeht.

Getrieben sein jeglicher Art ist auf Dauer sehr ungesund für uns. Dieses Selbst-Gehetze spiegelt sich in unserem Inneren wieder. Unser Hirn ist ständig am Möglichkeiten Durchkauen und unsere Hormone geraten viel schneller außer Balance. Ständige Unruhe beeinflusst unser Herz und all unsere Organe.

Unsere Konzentrationsfähigkeit lässt nach und das schadet uns in vielerlei Hinsicht. Ein Symptom, das noch dazu kommt, ist die Angst, dass Freunde oder andere Menschen gerade bessere Erfahrungen machen als man selbst.

FOMO trägt daher enorm dazu bei, dass man sich vergleicht bzw. das eigene Leben mit dem von anderen vergleicht.

Bekämpfe FOMO mit allen Mitteln

Doch das eigene Leben kann nur dann gestaltet werden, wenn ich in ihm anwesend bin und nicht auf dem Sprung.

Eine erste Hilfe, wenn man diese Unruhe immer öfter verspürt, ist eine radikale Mediendiät. Das Smartphone ist der große Treiber dafür und da hilft am besten kalter Entzug.

Bewusst Offlinezeiten planen und das Handy nicht ständig am Körper zu tragen, so dass es mit einem Griff parat ist.

Wir müssen uns wieder bewusst entkoppeln von der Technik, um uns in aller Ruhe auf eine Sache konzentrieren zu können. Wenn wir aus dieser inneren Unruhe wieder herauskommen wollen, dann gelingt das am besten, wenn wir nicht ständig dieses Smartphone in der Hand haben.

Wer Kinder schon sehr früh unkontrollierten Zugang zu Tablet und Smartphone gewährt, bringt ihnen damit auch schon sehr früh das Gefühl von FOMO bei.

Da sich Kinder noch weniger der subtilen Suchtwirkung entziehen können, werden dann auch oft harte Kämpfe von den Eltern ausgefochten, wenn sie den aus der Kontrolle gelaufenen Medienkonsum reduzieren möchten. Kein Wunder, die Sucht ist damit schon angelegt und hat Konsequenzen.

Wer Kinder oft vor den Fernseher setzt wird erleben, dass sich kaum noch wissen selbst zu beschäftigen. Sie wissen nicht, wie sie spielen sollen, da sie in der Passivität des Fernsehschauens alles serviert werden ohne sich selbst und ihre Phantasie bemühen müssen.

Das ist eine – für mich – äußerst heikle Entwicklung, da wir uns eine Generation von Menschen heranziehen, die leicht lenkbar ist und sich selbst nicht zufrieden machen kann.

Wenn wir weiter nach Möglichkeiten Ausschau halten wie sich FOMO eindämmen lässt, ist insgesamt eine gute Idee alles an Möglichkeiten zu reduzieren. Nicht 10 Geschäfte für eine Sache abklappern, sondern nur 3. Oder nicht 5 Reisekataloge wälzen sondern nur 2.

Wer dabei jetzt schon Schnappatmung kriegt, der merkt ganz genau, dass er in der FOMO Falle sitzt. Denn wir werden nicht das ultimative einzigartige Schnäppchen finden nach dem wir den 15. Katalog oder die 15. Reiseseite im Internet durchforstet haben.

Es kommt dann weitaus häufiger vor, dass wir gar nicht entscheiden und wenn wir doch entscheiden, dann sind wir nicht besonders glücklich mit dieser Entscheidung. Denk an das Beispiel von den Marmeladen von oben.

Wenn wir unsere Auswahlmöglichkeiten beschränken, macht uns das glücklicher. Das mag sich seltsam anhören, ist aber so.

Wenn du jemand bist, der sich nicht mehr gut entschieden kann zu welchen Veranstaltungen er gehen soll, dann mach eine “Diät” und geh mal eine ganze Weile nirgends mehr wohin. Lass alles zur Ruhe kommen und entscheide dich bewusst dafür daheim zu bleiben.

Schau dir dein Leben genau an

Die Studienlage zu FOMO zeigt klar auf, dass Menschen die mit ihrem Leben und dem Erfüllen ihrer Bedürfnisse weniger zufrieden waren, sehr viel häufiger betroffen sind.

Wer in einem Job fest hängt der schon lange keinen Spaß mehr macht oder sich schon länger in seiner Beziehung unglücklich fühlt, der wird sich öfter in FOMO wiederfinden. Wenn wir nicht zufrieden sind, dann ist oft der erste Reflex nach außen zu gehen und dort nach etwas zu suchen, was besser ist als das was wir haben.

Wir versuchen damit unser Leben wieder befriedigender hinzukriegen, doch das klappt selten bis nie. Denn was wirklich an dieser Stelle wichtig ist, ist die innere Reflexion.

Letztlich ist das Bemerken von FOMO immer ein Signal, dass wir beginnen müssen uns mit uns selbst zu beschäftigen. Es gibt immer einen Grund warum wir fürchten etwas zu verpassen.

Zufriedene Menschen haben dieses Gefühl nämlich nicht.

Wenn du daher spürst, dass FOMO an dir zieht und du nicht aufhören kannst an deinem Smartphone zu hängen, dann schalt es aus und nimm dir Papier und Stift zur Hand: Beantworte diese Fragen:

  • Worüber bin ich gerade unglücklich in meinem Leben?
  • Was fehlt mir?
  • Womit bin ich unzufrieden?

Nimm dir Zeit dafür. Das geht nicht in 5 Minuten. Spür und horche in dich hinein und sei ehrlich zu dir.

Das was du versuchst zu finden, wird es draußen nicht geben. Die Antworten stecken immer in dir selbst. Und zack da war sie wieder die Eigenverantwortung. Doch das ist eine gute Nachricht. Denn es bedeutet, dass du von niemandem abhängig bist und dir deine Zufriedenheit selbst schaffst.

Wenn du dir deine Antworten auf die obigen Fragen anschaust, dann hast du deinen Weg direkt vor der Nase. Das was du aufgeschrieben hast, trägt die Lösung in sich. Wenn du kreuzunglücklich in deinem Job bist, dann schau dort genauer hin. Was ist es genau, das zu diesem Gefühl beiträgt? Was liegt in deiner Verantwortung und Möglichkeit das für dich zu verändern? Was kannst du selbst in die Hand nehmen?

Wie kannst du einen Ausgleich für dich schaffen? Denk dran, dass du nichts in der Hand hast was andere Menschen tun oder denken, doch dass du in der Hand hast, was DU tust und was du denkst.

Es gibt immer viel mehr, das man selbst verändern kann, als man denkt. Doch meistens erst dann, wenn man sich die Zeit nimmt genauer hin zuschauen.

Niemand auf der ganzen Welt kann dich glücklich machen. Das kannst nur du allein. Ich weiß, dass das viele nicht hören wollen, doch das ändert nichts daran, dass es so ist.

Die Angst etwas zu verpassen ist immer ein Signal dafür, dass du dein Leben nicht lebst. Nicht so lebst, dass es dich zufrieden macht. Also mach dich auf die Suche nach den Antworten und beginne sie zu leben.

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