Ein trainiertes Gehirn kann das Demenzrisiko deutlich senken

Eine Studie aus dem Scienceticker hat klar ergeben, dass Gehirntraining uns vor Demenzerkrankungen bewahren kann.

Damit werden bisherige Studien untermauert, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema Alzheimerforschung beschäftigen. 29.000 Teilnehmer ergeben ein klares Bild:

Tatsächlich ergab die zusammenfassende Analyse von 22 Studien, dass das Risiko für eine Demenz um bis zu 46 Prozent sinkt, wenn das Gehirn zeitlebens auf Trab gehalten wird.

Und zudem ist es nie zu spät:

Wer erst im fortgeschrittenen Alter geistig stimulierende Hobbys für sich entdecke, erziele gleichwohl einen gewissen Schutzeffekt, betont Valenzuela.

Weitere interessante Studien lassen sich hier und hier nachlesen. Dort wird z. B. unter anderem ausgeführt, dass eine anspruchsvolle Tätigkeit dazu beiträgt, vor Alzheimer und Co. besser geschützt zu sein:

Ab dem 30. Lebensjahr zeigte sich ein Zusammenhang zwischen geistiger Beanspruchung und dem Erkrankungsrisiko, berichten die Forscher im Fachblatt "Neurology". Die nicht erkrankten Personen hatten ab diesem Alter eher komplexe, vielfältige und abwechslungsreiche Tätigkeiten ausgeübt, die späteren Patienten dagegen eher körperlich anspruchsvolle, monotone Tätigkeiten.

Außerdem wird nachgewiesen, dass Freizeitaktivitäten ebenfalls in signifikantem Zusammenhang mit späteren Demenzerkrankungen stehen. In diesem Fall stehen sogar besonders Frauen im Mittelpunkt:

Wer in seiner Freizeit besonders rührig ist, beugt damit einem Rückgang der geistigen Fähigkeiten im hohen Alter vor.

Und weiter heißt es:

Zu den Freizeitaktivitäten gehörten Lesen, Besuche bei Freunden und Bekannten, Theater, Kino, Mitarbeit in Vereinen, Gartenarbeit oder Sport. Eine höhere Zahl solcher Aktivitäten senkte das Risiko für Demenz und – bei Frauenauch das Risiko für Alzheimer, berichten die Mediziner im "Journal of Gerontology B".

Ich selbst beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Gebiet der Gehirnforschung. Und dort vor allem mit der "Anti-Alzheimerforschung". Mich interessiert, was als Vorbeugung möglich ist, was jeder selbst tun kann, um sich zu schützen. Und wer sich mit diesem Thema näher beschäftigen möchte, kommt nicht an der Nunstudie vorbei. Diese Langzeitstudie von Dr. Snowdon beleuchtet in einer einfühlsamen Weise die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und dem Risiko an Demenzerkrankungen.

Dr. Snowdon hatte die einmalige Gelegenheit mit den Nonnen des Ordens Schulschwestern von Notre Dame zu arbeiten, Gespräche zu führen, Dokumente einzusehen und sogar Untersuchungen an den Gehirnen von verstorbenen Nonnen durchzuführen. Sie können seine Forschungsergebnisse im Buch Lieber alt und gesund nachlesen. Ich kann es Ihnen nur sehr ans Herz legen.

Das Training des eigenen Gehirns und das Beschäftigen mit immer wieder neuen Themen können wir nicht delegieren. Genauso wie für Bauchmuskeln müssen wir da schon selber ran. Und wenn man die Studienergebnisse durchforstet zeigt sich eines immer wieder: Geistige Gesundheit geht einher mit sprachlichen Fähigkeiten. Dazu gehört ein großer Wortschatz wie auch schreiben, lesen und regelmäßigem Reflektieren.

Ebenso ist eine positive Grundlebenseinstellung ein Garant für ein längeres und geistig fittes Leben. Bis zu 10 Jahre können Sie sich selbst mehr verschaffen, wenn Sie sich eine positive Einstellung zulegen. Auch das kam in den Studien ganz eindeutig zum Tragen. Hier habe ich eine nette Seite gefunden, die sich mit Gesprächen über Glück beschäftigt.

Sie können sich im wahrsten Sinne ein geistig klares Altern "erschreiben" und "erlesen". Auch wenn Sie mit hochkomplexen Tätigkeiten betraut sind, meist wiederholen sich viele Tätigkeiten und Denkarbeiten im Alltag. Gehen Sie doch bewusst mal neue Wege. Suchen Sie sich in der Bücherei ein Buch zu einem Thema, mit dem Sie sich noch nie beschäftigt haben.

Ich weiß, dass es solche Tipps schon zu hauf gibt. Doch haben Sie’s tatsächlich schon mal ausprobiert? Brechen Sie ab und und zu mit Ihren Gewohnheiten. Es gibt noch so vieles zu entdecken. Und Ihr Lohn ist ein trainiertes und klares Denken, bis ins hohe Alter hinein. Vielleicht ist für viele das Alter noch etwas völlig abstraktes, noch so weit weg. Doch wir sollten uns alle daran erinnern, dass die Gehirnzellen die einzigen Zellen in unserem Körper sind, die nicht alles sieben Jahre runderneuert sind. Unser Gehirn ist tatsächlich so alt wie wir selbst.

Und wenn Sie Ihrem Auto schon regelmäßig einen Service gönnen, dann sollte das "Wunderorgan" zwischen unseren Ohren doch schon lang einen Aktualitätscheck bekommen. Mit welchen Themen auch immer.

Mein Engagement in dieser Sache ist wahrscheinlich kaum zu überlesen 😉 Und wenn Sie Lust haben, finden Sie hier noch einen Presseartikel über einen meiner Vorträge zu diesem Thema.

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