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WissensAgentur reloaded – ein Blick zurück

WissensAgentur reloaded ist eine Serie, die zum Stöbern im WissensAgentur-Blog einlädt. Was gab es vor einem, zwei, drei… Jahren hier zu lesen?

November 2010

November – Mein Monat der Dankbarkeit

In dem wunderbaren Buch “Unverhofft kommt oft” von Patricia R. Madsen bin ich wieder einmal über die Kraft der Dankbarkeit gestolpert. Schon gefühlte 100x hab ich darüber gelesen und jedesmal gedacht, ja das stimmt und es dann im Alltag wieder vergessen. Daher habe ich heute für mich entschieden, den November zum Monat der Dankbarkeit zu machen und ich lade Sie herzlich ein, sich an diesem Experiment zu beteiligen. [weiterlesen: Mein Monat der Dankbarkeit]

November 2009

Schon jetzt ans Schenken denken…? – Wie wär’s mit Zeit?

Der Dezember und damit Weihnachten rücken unaufhaltsam näher. Fast ist schon das Herangaloppieren der Rentiere zu hören. Und wenn der Weihnachtsmann grad so eine Phase hätte wie wir, dann würde er möglicherweise mit einem hochroten Kopf stehend auf dem Schlitten stehen, seine Peitsche knallen lassen und einen vollkommen gehetzten und erschöpften Eindruck machen. Und wieso das alles…?

Na, damit er die 100.000 Päckchen, die er da auf seinem Schlitten liegen hat, auch ja rechtzeitig unter die richtigen Bäumen, passenden Socken oder wahlweise Kamine stopfen kann. [weiterlesen: Schon jetzt ans Schenken denken....? - Wie wär's mit Zeit?]

November 2008

Warum Hudeln auch mal die beste Lösung sein kann

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Projekte gern mal auf den letzten Drücker abwickeln? Zumindestens ab und zu? Also ich fürchte, bei mir ist das häufiger an der Tagesordnung als mir lieb ist. Und so manchesmal hadere ich mit mir, denn auch wenn ich dann in letzter Minute noch alles gebacken kriege, wäre es ja auch mal schön, das ganze ein wenig stressfreier zu haben.

Doch was muss ich da lesen? Hermann Rühle bietet in seinem Buch Die Kunst der Improvisation einen Gedanken ganz anderer Art dazu an. [weiterlesen: Warum Hudeln auch mal die beste Lösung sein kann]

November 2007

Wie voll ist Ihre Schale…?

Das Sinnbild der Schale ist der Kern der Psychopädie. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Lebens- und Seelenschulung um mit sich selbst und anderen liebevoll umgehen zu lernen. Vom Entwickler Dr. Derbolowsky ist diese Richtung der praktischen Psychologie im christlichen Glauben verankert.

Doch auch wer mit dem kirchlichen Gedankengut nicht besonders konform geht, wird mit dem Bild der drei Schalen etwas anfangen können. Lassen Sie uns das Bild durchgehen: [weiterlesen: Wie voll ist Ihre Schale...?]

Novemer 2006

Ins Gespräch kommen – Akquise als Nebenprodukt effektiven Netzwerkens

Wenn es um Dienstleister geht, zu denen ich auch gehöre, heißt die eigene Leistung verkaufen können in erster Linie sich selbst verkaufen können. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, mir persönlich ist das “sich selbst anpreisen” eher schwer gefallen. Denn schnell ist die Grenze zur Aufdringlichkeit überschritten, was man vielleicht von manchen “Haustürvertretern” oder Verkäuferinnen in Geschäften erlebt hat.

Wie also kann ich potentielle Kunden am besten von meiner Leistung überzeugen? [weiterlesen: Ins Gespräch kommen - Akquise als Nebenprodukt effektiven Netzwerkens]

November 2005

Was zum Nachdenken….

In einem der letzten Bücher, das ich gelesen hab, ist mir ein Zitat aufgefallen, das ich sehr prägnant finde:

Erfolg ist eine Folgeerscheinung, niemals darf er zum Ziel werden. Gustave Flaubert

Das ist eines dieser Zitate, bei denen ich das Gefühl hab, sie sind irgendwie lästig, wie Krümel im Bett. Denn es pickst und irgendwie passt es mir nicht so wirklich und doch muss ich drüber nachdenken. Welche Fragen ich dann am interessantesten für mich fand: [weiterlesen: Was zum Nachdenken...]

Lesefutter – Folge 9

Diesmal hab ich eine Mischung aus Büchern und DVDs für Sie vorbereitet und freu mich, wenn für Sie etwas Interessantes dabei ist.

Und wie immer gilt: Wenn Sie zu einem bestimmten Thema auf der Suche nach Literatur sind, können Sie mich gern nach Empfehlungen fragen. Da ich ziemlich viel lese – aus den verschiedensten Bereichen – fällt mir normalerweise immer was lesbares ein :-)

DVD – a single man

Dieser Film ist ein wahres Kleinod. In ‘A single man‘ wird ein Tag im Leben von George Falconer gezeigt, brilliant gespielt von Colin Firth. Er wird an diesem Tag zur Arbeit gehen, seine Sachen ordnen, sich mit einer langjährigen Freundin treffen und sich dann das Leben nehmen. Das ist sein Plan. Denn sein Leben ist seit dem Unfalltod seines Lebensgefährten für ihn nicht mehr lebenswert.

Colin Firth dabei zuzusehen, wie intensiv er alles aufnimmt, was ihm an diesem Tag begegnet, wie er die Menschen erlebt, seine Schüler und Zufallsbegegnungen, machen den Film zu einem zutiefst berührenden Dokument menschlichen Seins.

Es spielt keine zentrale Rolle, dass es sich bei diesem ‘single man’ um einen Mann handelt, der um seinen Geliebten trauert, denn die Gefühle, die der Film uns eindringlich nahe bringt, sind vollkommen geschlechtsneutral. Die Trauer um einen geliebten Menschen, der völlig unvorhersehbar aus dem eigenen Leben gerissen wird, unwiederbringlich fort ist, gelten für jeden gleich.

Der Film zeigt in Rückblenden Momentaufnahmen aus dem gemeinsamen Leben. Unprätensiös, unaufgeregt, harmonisch und ruhig. Es sind diese gelebten Alltäglichkeiten, die kleinen verbalen Schlagabtäusche, die hier ein sich zutiefst verbundenes Paar zeigen, das sehr wohl weiß, was es aneinander hat und wie wertvoll diese gemeinsame Liebe ist. Diese langjährige Liebe nicht mehr um sich zu haben, ist das was dem Protagonisten das Herz bricht und ihn den Plan schmieden lässt, dieses unerträgliche Sein zu beenden.

Wohin sich der Film entwickelt und welche Wendungen er in Richtung Leben noch bringt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur eins noch: Selten habe ich eine so wunderbar sphärische und überaus passende Filmmusik gehört, wie bei ‘A Single Man’. Beides ist uneingeschränkt zu empfehlen.

DVD – Invictus

Dieser Film ist das beste Beispiel dafür, dass das Leben selbst die besten Legenden schreibt. Wir haben das Jahr 1994 in dem in Südafrika eine neue Zeitrechnung beginnt. Nelson Mandela, entlassen nach einer 27jährigen Gefangenschaft (sie endete 1990), wird zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. Unübertrefflich gespielt von Morgan Freeman.

Es gilt nun das zutiefst gespaltene Land zu vereinen. Beginnend damit, dass sich die weissen Bodyguards des früheren und die schwarzen Bodyguards des neuen Präsidenten zusammenraufen müssen. Denn Einheit beginnt im eigenen Haus. Auf diese Art spielt Nelson Mandela nach neuen Regeln.

Für die weiße Minderheit in Südafrika sind die Springbocks das Rugby-Team ein wichtiger Aspekt ihres Lebens. In einer Abstimmung sollen die, von der schwarzen Mehrheit gehassten Nationalfarben des Teams – das gerade mal einen Schwarzen enthält – , abgeschafft werden.

Doch Präsident Mandela verhindert dies und macht Bekanntschaft mit dem Kapitän der Springbocks, im Film excellent verkörpert von Matt Damon. In seiner inspirierenden Art bringt der neue Präsident von Südafrika dem Kopf des Rugby-Teams seinen Traum bei: Weltmeister des Jahres 1995 zu werden. Damit einen Sieg für alle Farben des Landes zu erringen und diesem zu helfen, sich anzunähern.

Und so entspinnt sich ein hart erarbeitetes Märchen, in dessen Mittelpunkt die Menschlichkeit steht. Der Film berührt zutiefst, spätestens wenn man Morgan Freeman dabei lauscht, wie er das Gedicht Invictus (unbezwungen) rezitiert, dessen Kernbotschaft “ich bin der Meister meines Los, ich bin der Käpt’n meiner Seel” all die Kraft freisetzt, die es braucht um einem ganzen Land Inspiration zu geben.

Stille über dem Schnee / Anita Shreve

Anita Shreve versteht es in ihrem Buch einen mit den ersten Sätzen in ihre Geschichte hineinzuziehen. Die Erzählerin ist im Teenageralter, lebt allein mit ihrem Vater in einem abgeschiedenen, einsam gelegenen Haus und führt dadurch ein etwas bizzares Leben.

Als die beiden auf ihrer täglichen Route durch den Schnee unterwegs sind, finden sie ein neugeborenes Kind in der Kälte liegen. Das ist der Beginn einer hoch emotional erzählten Geschichte, die das Leben der Mutter des Findelkindes mit dem des Mädchen und seinem Vater verwebt.

Mit jeder umgeblätterten Seite zeigt sich ein weiteres Teil des Puzzles, was den Vater dazu gebracht hat, mit seiner Tochter in diese gottverlassene Gegend zu ziehen, welchen Schmerz beide durchstehen mussten und wieviel Kraft ein Neuanfang kostet, wenn man doch lieber nur aufgeben will.

Mich hat das Buch sehr berührt. Es erzählt in einfachen Worten, auf welch verschiedene Art Menschen versuchen, mit Schicksalsschlägen umzugehen, wieviel Güte sich hinter Ruppigkeit verbergen kann und was das Leben manchmal für seltsame Blüten treibt.

Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, weiter in diese Leben hineinblicken dürfen und an ihren Gedanken und Träumen teilhaben über das Ende hinaus.

Hector und die Entdeckung der Zeit

Auch in diesem Buch geht Hector wieder auf die Reise. Diesmal nicht auf der Suche nach dem Glück oder der Liebe, sondern nach der Zeit. Ihm fällt auf, dass viele seiner Patienten über entweder mangelnde Zeit klagen oder über Langeweile. Manche möchten unbedingt schon älter sein und manche trauern ihren jüngeren Jahren nach.

Verbindend ist, dass die meisten nicht glücklich darüber sind, wie sich die Zeit in ihrem Leben ausdrückt. Und so beginnt Hector Ideen von Zeitetüden festzuhalten, mit Hilfe derer er seinen Patienten Hilfestellungen geben möchte, um über die Zeit in ihrem Leben nachzudenken.

Er trifft auf seinen Reisen einige Bekannte, wie in China auf Ying Lee, die er auf seiner Suche nach dem Glück kennengelernt hatte. Mit von der Partie ist auch sein alter Freund Eduardo, den er diesmal am Südpol besucht und er versucht den weisen Mönch wiederzufinden, von dem er sich kluge Einsichten erhofft und der wie vom Erdboden verschwunden scheint.

Daneben schlägt er sich selbst noch mit so existenziellen Fragen herum, ob er denn nun seine Clara ehelichen sollte oder nicht. Ob es dafür überhaupt den richtigen Zeitpunkt gebe oder ob er nicht schon verbei wäre.

All das webt François Lelord zu einem wunderbaren Portrait der darin vorkommenden Menschen zusammen. Sprachlich auf seine unnachahmliche Art und Weise mit Metaphern und köstlichen Vergleichen, die einem vieles komplizierte auf einmal ganz deutlich begreifbar machen.

Hector gehört zu den Psychiatern, denen man in seinem eigenen Leben gern begegnen möchte. Der einen mit Zuhören und klugen Fragen dazu bringt, sich in seinem Leben neu zurechtzufinden. Z.B. mit der Zeitetüde 25: ‘Hören Sie Musik und sagen Sie sich dabei, sie sei ein Sinnbild für die Zeit. Welche Melodie hat Ihr Leben?’

Männer verstehen

Peter Lückemeyer versorgt uns Frauen in seinem Buch mit existenziellen Informationen über das andere Geschlecht. Teils mit drastischen Worten, jedoch immer amüsant, bekommen wir hier Lektionen geboten die uns aufzeigen sollen, dass Männer durch wenige Motivationen funktionieren.

Diese haben zumeist mit den elementaren Lebensbedürfnissen wie Essen, Schlafen und Sex zu tun und wir Frauen tun gut daran, uns an diese einfache Matrix zu halten. Nix zu verkomplizieren, was nun mal einfach gestrickt sei. Denn Wettbewerb, der uns Frauen nicht unbedingt liegt, ist ein Lebensinhalt der in seiner sanften wie extremen Form Männern zu ihrem kindlichen Spieltrieb zurückbringt.

Ob für Beziehungen, berufliche Belange oder Freizeitgestaltung, Peter Lückemeyer hat für jeden Bereich hilfreiche Tipps und Informationen auf Lager. Immer mit einem Augenzwinkern serviert und sprachlich äußerst kurzweilig dargebracht.

Ich habe mich beim Lesen nicht nur köstlich amüsiert, sondern auch einiges gelernt. Und mir die grundlegende Erkenntnis mitgenommen, dass wir Frauen uns mal öfter entspannen sollten und nicht immer so kompliziert denken. Denn manchmal ist die Welt einfacher gestrickt, als wir das zumeist erwarten.

Der Klang der Zeit

Was für ein geschriebenes Epos. Mir fällt kaum vergleichbares ein, in dem Worte wie Musik komponiert werden und in ihrer Einmaligkeit und Komplexität eine Sprache entfalten, die seinesgleichen sucht. Es gelingt Richard Powers in seinem 764 Seiten starken Werk den Bogen von den 20er bis 90er Jahren zu spannen und in dessen Mittelpunkt eine Familie zu stellen, deren Lebensgrundlage immer wieder die Frage zu beantworten sucht: ‘Der Fisch und der Vogel können sich verlieben. Doch wo bauen sie ihr Nest?’

Die Geschichte nimmt Ihren Anfragen darin, dass sich eine schwarze Frau und ein weißer Mann verlieben und sich gegen alle Konventionen und dem Denken der herrschenden Zeit zusammenzutun um eine Familie zu gründen. Beinahe jeder Atemzug in ihrem Zuhause atmet Musik und es findet in den abendlichen Stunden am Klavier eine neue Art von musikalischem Zitateraten, Vermischung alter und neuer Musik statt.

Deliah Daley ist eine äußerst talentierte Sängerin, die jedoch zu Gunsten ihrer Kinder daheim bleibt und diese auch zunächst daheim unterrichtet. Jonah und Joseph, ihre beiden älteren Söhne, werden von ihr in einem Atemzug liebevoll JoJo genannt. Vor allem der Ältere zeigt bereits in frühesten Jahren eine begnadete Stimme und ein wahrhaft außergewöhnliches Talent.

Ihr Mann David Strom ist ein deutscher, jüdischer Physiker, der vor den Nazis geflohen ist und sich geradezu im Phänomen der Zeit verliert, das er zu erforschen sucht. Durch seine Offenheit und Bereitschaft alles ungewöhnliche als normal anzusehen, kann er viele der Ansichten aus Deliahs Familie nicht nachvollziehen. Ihre Ehe stellt zur damaligen Zeit einen Verrat am Denken von Weissen wie auch Schwarzen statt. Ihr Versuch eine neue Welt im Kleinen zu schaffen kann nicht gelingen.

Deliah und ihr Mann David entscheiden sich schweren Herzens beide Söhne auf eine Musikschule zu schicken um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihr Talent unter professioneller Anleitung zu entfalten. Diese Schule katapultiert die zwei Jungs in eine andere Welt. Zwar spielt ihre Hautfarbe hier nicht die Hauptrolle, sondern ihr musikalischen Können, doch können sie sie auch nicht ablegen.

Und so entfaltet sich Seite für Seite dieses Buches die Geschichte von Kindern, die weder der einen noch der anderen Rasse angehören und versuchen, dieser Definition durch ihr besonderes musikalisches Talent zu entgehen.

Ihr Schwester Ruth ist diejenige, die unter dem frühen Unfalltod der Mutter am meisten zu leiden hat und sich auch als erste von ihrer Familie abwendet um sich im Kampf der Schwarzen gegen die Rassentrennung engagiert. Die Familie droht auseinander zu brechen und jedes der Kinder versucht auf seine Weise damit fertig zu werden.

Die Reise auf die uns der Autor mitnimmt, bewegt sich in Zeitsprüngen von der Geschichte der Eltern zu der der Kinder. Doch niemals irritierend und immer einen Bogen schlagend um persönliche wie geschichtliche Ereignisse miteinander zu verweben. Es ist ein Genuss, sich in diesen kunstvoll gearbeiteten Sätzen zu verlieren. In diese Fülle von Wörtern einzutauchen und den beschriebenen Klang wie von Engelszungen entstehen zu hören. Nicht umsonst wurde Richard Powers bereits mit renommierten Preisen überhäuft.

WissensAgentur reloaded – ein Blick zurück

Mit WissensAgentur reloaded geht eine neue Serie an den Start, die zum Stöbern im WissensAgentur-Blog einlädt. Was gab es vor einem, zwei, drei… Jahren hier zu lesen?

Juni 2010

Die Würde des Menschen ist unantastbar

In einer Psychologie Heute ist ein Essay über Würde enthalten. Ein in unserer Zeit eher altertümliches Wort, das nur noch selten in den Mund genommen wird. Sehr schade, wie ich finde. Denn wollen wir nicht alle würdig behandelt werden? Mit Respekt, Achtung und Anerkenntnis? Und braucht es dafür im Gegenzug nicht auch von uns ein würdiges Verhalten? [weiterlesen: Die Würde des Menschen ist untastbar]

Juni 2008

Quintessenz – Gedanken zum Mitnehmen – Ausgabe 5 – Die Zeit unseres Lebens

Die Zeit, die am Ende des Lebens als wesentlich und erfüllt dasteht, ist nur die, die wir intensiv erlebt haben. Viele Zeitperioden, die eher mechanisch wiederholend dahingingen, schrumpfen zusammen, sind nicht mehr erinnerbar und versinken damit in die Nichtexistenz. Was zählt, was bleibt, sind die bewusst, gegenwärtig gelebten und erlebten Augenblicke des Lebens. Wenn wir uns fragen, wie viel Zeit des Lebens wir wirklich [in diesem Sinne] gelebt haben, wird uns das möglicherweise tief erschüttern. [weiterlesen: Die Zeit unseres Lebens]

Juni 2007

Die Brücke als letzter Ausweg

Die Golden Gate Bridge übt auf viele Menschen eine große Anziehungskraft aus. Ein monumentales Bauwerk das San Franciso ein prägendes Gesicht verleiht. Doch wussten Sie auch, dass im Schnitt alle 14 Tage ein Mensch von der Brücke in den Tod springt?

Und wussten Sie, dass von den Menschen, die vom Sprung durch Passanten abgehalten wurden, nur 6% noch einmal versuchten, sich das Leben zu nehmen? Und nun kommt die Preisfrage: Wie oft glauben Sie, hat ein Passant jemanden angesprochen, um zu fragen, ob alles in Ordnung sei? [weiterlesen: Die Brücke als letzter Ausweg]

Juni 2006

Wohin geht Ihre Energie gerade?

An manchen Tagen scheint es, als ob man nichts auf die Reihe bekommt. Trotz wichtiger Aufträge die zu erledigen sind, dem Versuch volle Konzentration aufzubringen, funktioniert nur wenig. Als erste Hilfe hat sich hier ein Abklappern von verschiedenen Fragen bewährt, die erst mal grundsätzlich abklopfen: [weiterlesen: Wohin geht Ihre Energie gerade?]

Viel Freude beim Stöbern!

Monat der Dankbarkeit Tag 22 Talente: lesen, lesen, lesen

Heute ist der 22. Tag meines Dankbarkeitsmonats. In dieser Woche möchte ich meinen Fokus auf eigene Talente und schöpferische Kräfte legen, denen ich dankbar bin.

Es hat einen Grund warum ich dieses Wochenthema ans Ende meines Dankbarkeitsmonats gepackt habe. Über die eigenen Talente und schöpferischen Kräfte zu sprechen bekommt manchmal schnell einen seltsamen Beigeschmack.

Unter dem Motto “Eigenlob stinkt” oder “ist das jetzt schon angeberisch?” oder “bleib immer schön bescheiden” usw. usw. halten wir uns zurück und es fällt uns schwer einfach zu sagen, ‘ja das und das kann ich wirklich gut’. Und wenn jemand sich mal hinstellt und über sich selbst sagt, dass er was gut kann, finden wir das meist blöd. Doch wenn wir ehrlich sind, dann sind wir neidisch und würden das jedoch nie im Leben zugeben wollen.

Ist das nicht unglaublich schade? Solang wir klein sind, werden wir viel öfter für die kleinsten Fortschritte begeistert gelobt und viele Menschen finden es toll, wenn wir gezeichnet haben oder die ersten Buchstaben schreiben. Wann hört das eigentlich auf? Ab wann ist es verpönt selbst über eigenes Können begeistert zu sein und das voller Freude mit anderen zu teilen? Wann setzt bei uns diese erzwungende Zurückhaltung auf der einen Seite und der Neid auf der anderen Seite ein?

Da lassen sich mit Sicherheit die verschiedensten Antworten finden. Von der Prägung über Erziehung über die Umwelt usw. Mir geht es jedoch um einen anderen Punkt. Denn wichtig in meinen Augen ist letztlich eins, dass wir wieder lernen, es wunderbar zu finden, wenn uns etwas gelingt, wenn wir etwas gut können, wenn wir vielleicht damit herausragen und sichtbar werden.

Und im zweiten Schritt dazu stehen können und diese Freude über das eigene Gelingen mit anderen zu teilen. Dazu gehört dann ebenso sich über das Gelingen anderer zu freuen.

Denn unsere Talente sind ein Geschenk. Und was wir daraus machen, liegt ganz allein bei uns. Sollte es nicht unsere größte Freude sein, das, wofür wir talentiert sind, ins Leben zu bringen?

Deswegen hab ich den Talenten und unseren eigenen schöpferischen Kräften eine eigene Rubrik in meinem Dankbarkeitsmonat gewidmet. Denn ich glaube am leichtesten fällt uns noch dankbar zu sein für das was wir können und erschaffen. Und wenn wir uns in Dankbarkeit unseren eigenen Talenten zuwenden, gelingt es uns auch über die “wenns”, “aber” “du sollst nicht” usw. hinwegzukommen und wieder zur Freude über uns selbst zurückzufinden.

Daher springe ich jetzt einfach und bedanke mich bei meinem Talent des lesen könnens. Das mag jetzt für viele etwas völlig triviales  sein, doch für mich ist es eines der wichtigsten Dinge, die ich in meinem Leben lernen durfte.

Ein Tag ohne Lesen ist für mich ein verlorener Tag. Fast alles was ich an Wissen weitergeben kann, hab ich durch Lesen erworben. Da ich ziemlich schnell lese, kann ich auch eine hohe Buchfrequenz aufweisen :-) und so kommt ein Schatz zum nächsten. Ich bin so sehr dankbar dafür, dass ich das Talent in mir habe, sehr schnell das Wichtigste aus Texten erfassen zu können, es für mich in mein Wissensnetz einzuordnen und davon ausgehend neue Erkenntnisse in mir zu verankern.

Wie ich bereits in meinem ersten Beitrag zu meiner Mama geschrieben habe, werde ich ihr auf immer dankbar sein dafür, dass sie mich schon so früh in diese wundersame Welt der Bücher begleitet hat.

DANKE

Welchem Können, das Sie haben, fühlen Sie sich zutiefst dankbar?

PS:
Auf dem Bild ist die Bibliothek des Kloster Admont abgebildet (Bildquelle) Ich hatte schon die Freude sie sehen zu dürfen und bin voller Ehrfurcht in diesem beeindruckenden und wunderbaren Raum gestanden.

Monat der Dankbarkeit – Tag 01 Menschen: meine Mama

Heute ist der 1. November, der erste Tag meines Dankbarkeitsmonats. In dieser Woche möchte ich meinen Fokus auf Menschen legen, denen ich dankbar bin.

Den Anfang macht meine Mama. Nicht nur ist es überaus passend für mich, mit dem Menschen zu beginnen, der mich geboren hat, sondern meine Mama ist mit Sicherheit der Mensch, von dem ich mit Abstand am meisten gelernt habe und immer noch lerne. Sie hat mich schon als kleinstes Kind in die wundersame Welt der Bücher eingeführt und einige meiner frühesten Erinnerungen sind Momente, in denen sie mir vorgelesen hat.

Mein Vater war begeistert von jeglicher Tontechnik und hat damals Anfang der 70er Jahre mit Enthusiasmus Tonbandaufnahmen gemacht, die er später mit Sorgfalt auf Kassetten überspielt hat. Und so ist es mir möglich, mich selbst mit meiner Mama nachhören zu können, wie sie mit mir als kleinem Stöpsel von 2 Jahren Bilderbücher ansieht und geduldig immer wieder die gleichen Begriffe benennt.

Heutzutage wird ja meist die Digicam herausgeholt und jeder Moment in Bild und Ton gebannt. Doch machen Sie sich die Freude und nehmen mal nur den Ton auf, wenn Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Bücher ansehen und lesen. Es ist wie ein Eintauchen in eine faszinierende, unbekannte und doch irgendwie vertraute Welt, später diese Tondokumente über sich selbst anzuhören. Da Ihnen die Bilder fehlen, können Sie sich nur auf die Stimmen konzentrieren.

Wenn ich mich mit meinem hohen Kinderstimmchen höre, wie ich mit meiner Mama in diesen Büchern auf Entdeckungsreise gehe, ist es für mich kaum zu glauben, dass ich das einmal war. Es rührt mich zutiefst dieses Kind, das ich einmal war, zu erleben und es bringt mich mit meinem Inneren in Kontakt. Oft stehen mir die Tränen in den Augen. Aus Freude und manchmal Wehmut. Warum das so ist, hinterfrage ich nicht. Ich nehme es wahr und spüre dabei, dass es immer noch Anteile in mir gibt, die nicht wirklich älter geworden sind. Immer noch auf dem Schoß meiner Mama sitzen, sich unendlich geborgen fühlen und sich begeistert auf jede neue Welt in all den Büchern einlassen.

Das ist noch heute so. Egal wie schlecht es mir auch gehen mag, wie chaotisch mein Leben sich gestaltet, durch meinen Zugang zu Büchern kann ich all dem entfliehen und mich mit dem begeisterten Kind in mir verbünden. So als ob es eine geheime Winkelgasse wie bei Harry Potter gibt, durch die es möglich ist eine andere Welt zu betreten. Von diesen Ausflügen kehre ich gestärkt in meine momentane Welt zurück, im Vertrauen, dass sich alles fügen wird.

Es gibt noch unendlich viel mehr, für was ich meiner Mama dankbar bin, so steht die Liebe zu Büchern stellvertretend für alles, was ich in meinem Leben von meiner Mama geschenkt bekomme habe und immer noch bekomme.

DANKE!

Wenn Sie über Ihre Familie nachdenken, wem fühlen Sie sich besonders in Dankbarkeit verbunden?

Lesefutter – Folge 8

Aus dem Kuddelmuddel an Büchern, das im Moment aus drei verschiedenen Bibliotheken bei mir herumschwirrt, gibt es drei, die es mir besonders angetan haben und ich Ihnen gern vorstellen möchte. Aus völlig unterschiedlichen Bereichen.

Und wie immer gilt: Wenn Sie zu einem bestimmten Thema auf der Suche nach Literatur sind, können Sie mich gern nach Empfehlungen fragen. Da ich ziemlich viel lese – aus den verschiedensten Bereichen – fällt mir normalerweise immer was lesbares ein :-)

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Meinen Frieden finden: Achtsam Gefühlen und Bedürfnissen begegnen: Wach sein für das, was in uns selbst lebendig ist von Heinrich Guggenbiller

Was für ein reiches Buch. Eine Schatztruhe, voller Möglichkeiten. Klug und sanft dargebracht, so dass sie gut für uns zu nehmen sind.

Heinrich Guggenbiller nimmt sich Zeit und begleitet uns Seite für Seite auf dem Weg unseren Frieden zu finden. Mit uns selbst und damit mit den Menschen, die uns umgeben. Dies macht er, in dem er in kurzen Texte Sätze und Wörter, mit denen wir uns selbst in vielerlei Hinsicht begrenzen, wörtlich nimmt und sie langsam verwandelt.

Niemals ist es ein aufgezwungener Prozess, den er mit seinem Schreiben vollzieht, viel mehr nimmt er uns mit auf eine Denkreise, die aus ihm selbst zu fließen scheint, wie es lösbar ist, von einem einschränkenden Denken über uns selbst hin zu unseren Möglichkeiten zu gelangen. In allen Formulierungen scheint die achtsame Sprache der gewaltfreien Kommunikation hindurch.

Es ist kein Buch, dass man in einem Rutsch lesen kann. Vielmehr wird man es immer wieder mal zur Hand nehmen und einfach aufschlagen. Die Wörter klingen in einem nach. Sie machen etwas mit einem. Als ob sie eine wandelnde Kraft hätten. Sie öffnen Türen, die vorher verschlossen waren und derer wir uns vielleicht gar nicht bewusst waren.

Ein überaus kluges und lesenswertes Buch. Ein Lebensbegleiter, der nichts über die Jahre an Weisheit verlieren wird.

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Tag und Nacht und auch im Sommer: Erinnerungen von Frank McCourt

Frank McCourt ist den meisten wahrscheinlich bekannt, als der Autor des Bestsellers “Die Asche meiner Mutter”. In seinem Buch Tag und Nacht und auch im Sommer schreibt er über seine Jahre als Lehrer. Absolut von der Leber weg. Ohne Beschönigungen beschreibt er über 30 Jahre seines Lebens.

Wie schwierig es ist, in einer amerikanischen Highschool mit den Teenager klar zu kommen, ihre Aufmerksamkeit zu erringen, nicht in den Klassen unterzugehen, sie in irgendeiner Form dazuzubringen, auch geistig anwesend zu sein.

Er schildert, mit welchen Tricks seine SchülerInnen versuchen ihn vom Unterricht abzulenken und ihn mit Fragen dazu bringen wollen, dass er einfach erzählt. Und das macht er. Frank McCourt erzählt ihnen Geschichten aus seinem Leben, die unspektakulären Ereignisse, die ein kleines Leben ausmachen. Und er erreicht sie, sie hören ihm zu, bauen Vertrauen auf und es gibt Momente, wie er es nennt, in denen der Unterricht einfach wunderbar wird.

Das Buch zieht einen völlig in den Bann. Es passieren keine großen Dinge darin, es kommen sogar viele Dinge vor, die mit scheitern zu tun haben, wie seine Ehe. Er macht keine Karriere, weil er das gar nicht möchte. Er unterrichtet, Tag und Nacht und auch im Sommer. Daher kommt auch der Titel. Für mich jedoch ist der Originaltitel “teacher man” weitaus passender.

Tausende von SchülerInnen gehen durch seinen Klassen, tausende von Unterrichtsstunden hält er ab. Nachdem er es durch einen weiteren Schulwechsel auf eine sehr renommierte Highschool schafft, verändert sich sein Alltag vom Disziplinieren hin zu Unterricht in kreativem Schreiben. Er schildert uns Stunden voller Übermut, Singen von Kochrezepten und der Vielzahl von SchülerInnen, die in seine Stunden gehen möchten. Doch er verliert sich nie in einem Machtstatus, spielt seine SchülerInnen nie aus und steht manchesmal vor der Klugheit seiner Teenager in tiefem Erstaunen.

Es steigt die Welt in diesem Schmelztiegel auf, wie ihn die Jugendlichen zu bewältigen haben. Und sie finden in ihrem Lehrer einen Menschen, der ihre Welt kennt und ihnen nichts vormacht, der häufig selbst mit dem Leben zu kämpfen hat, der ihnen Geschichten erzählt, sie selbst zum Nachdenken anregt und sie dazu bringt, ihre eigene Geschichte zu leben.

Für mich ein wunderbares Buch, das ein Stück Zeitgeschichte mit dem Leben eines Lehrers verbindet, der einfach sein Leben lebt so gut wie er vermag. Der große Ruhm für ihn kam erst in seinen 60igern, als er bereits pensioniert war. Alle, die lehren möchten, finden hier ein ehrliches Wort und die Welt der Schule, wie sie ohne Illusionen ist. Geschildert von einem underdog, der manchmal Glück und manchmal Pech hatte.

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Das lesende Gehirn: Wie der Mensch zum Lesen kam – und was es in unseren Köpfen bewirkt von Maryanne Wolf

Maryanne Wolf ist Sprachforscherin und Dozentin für kindliche Entwicklung und kognitive Neurowissenschaft. In ihrem Buch wird der große Bogen geschlagen, wie die Schriftsprache überhaupt entstand und warum es für Kinder so elementar wichtig ist, schon sehr früh damit in Berührung zu kommen.

Ich möchte hier nur ein paar Zitate aus dem Buch bringen, die ich persönlich als absolut zentral empfinde:

“Lesen lernen beginnt, wenn man zum ersten Mal ein baby auf den Schoß nimmt und ihm eine Geschichte vorliest. Der spätere Leseerfolg hängt zu einem erheblichen Maße davon ab, wie oft dies in den ersten fünf Jahren der Kindheit geschieht oder auch nicht geschieht.”

“Kinder mit einem großen Repertoire an Wörtern und ihren Assoziationen erleben jeden Text und jedes Gespräch auf völlig andere Weise als Kinder, die nicht über den gleichen Fundus an Wörter und Vorstellungen verfügen.”

“Geschichten und Bücher sind ein sicherer Ort, Emotionen an sich selber zu erproben, und tragen daher entscheidend zur Entwicklung des Kindes bei. So ergibt sich eine wechselseitige Beziehung zwischen emotionaler Reifung und Lesen.”

“Kinder, denen man viel vorgelesen hatte, verwendeten in ihren Geschichten nicht nur mehr von der speziellen ‘literarischen’ Büchersprache als andere Kinder, sondern auch komplexere syntaktische Elemente, Phrasen und Nebensätze. Bedeutsam daran ist, dass Kinder, die selber vielfältige semantische und syntaktische Formen verwenden, auch die gesprochene und geschriebene Sprache anderer Menschen besser verstehen. Dieses sprachliche und kognitive Vermögen ist eine unschätzbare Basis für zahlreiche Verständnisfähigkeiten, die einige Jahre später, wenn die Kinder selber zu lesen beginnen, gefragt sind.”

Faszinierend ist zu lesen, wie genau der Leseprozess abläuft. Welche Stufen nacheinander erklommen werden und wieso das Hören dabei eine so zentrale Rolle spielt. Enthalten ist ebenfalls ein Kapitel, das sich mit Leseschwächen beschäftigt und Wege aufzeigt, diese zu überwinden.

Lesen ist uns nicht angeboren, sondern eine erlernte Leistung. Und auch wenn sich inzwischen viel in virtueller Welt abspielt, hat die Bedeutung des Lesen können, Textverständnis zu haben und die Fähigkeit der Abstraktion und eigenen Ableitungen in keinster Weise abgenommen.

Ein überaus wertvolles Buch, das ich nur sehr empfehlen kann. Meines Wissen gibt es momentan kein anderes Werk, dass die Wichtigkeit des Vorlesens, des Lesen- und Schreibenlernens besser herausarbeitet und die Wichtigkeit darstellt. Fast schon eine Pflichtlektüre für alle, die sich mit Kindern und lesen lernen beschäftigen.

Wer noch weiter stöbern möchte, kann dies gern im gesammelten Lesefutter machen.

Lesefutter – Folge 7

Es wird mal wieder Zeit für eine Folge Lesefutter. Falls Sie grad auf der Suche nach Literatur sind, sind Ihnen die folgenden Hinweise vielleicht nützlich.

Und wie immer gilt: Wenn Sie zu einem bestimmten Thema auf der Suche nach Literatur sind, können Sie mich gern nach Empfehlungen fragen. Da ich ziemlich viel lese – aus den verschiedensten Bereichen – fällt mir normalerweise immer was lesbares ein :-)

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Connected!: Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist – Nicholas A. Christakis, James H. Fowler

Wer wissen möchte, wie uns unsere ganz persönlichen sozialen Netzwerke beeinflussen, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Es ist faszinierend zu lesen, dass die Reichweite – die Wirkung auf uns hat – bis zu den Freunden der Freunde unserer Freunde reicht.

Um ein Beispiel zu nennen: hören Freunde der Freunde unserer Freunde zum Rauchen auf, steigt die Chance (wenn wir auch rauchen) signifikant, dass wir auch aufhören zu rauchen! Von diesen Beispielen und Zusammenhängen gibt es viele zu lesen.

Die Themen beziehen sich auf das Kennenlernen des Lebenspartners, das Finden einer neuen Arbeitsstelle, politische Strömungen und vielem mehr.

Lernen lässt sich daraus einiges. Eine wichtige Erkenntnis ist z. B. dass das Kontaktverhalten eines einzelnen Menschen ca. zu 50 % genetisch bedingt ist. Und damit wie wir uns im sozialen Umfeld netzwerkerisch verhalten.

Auch lässt sich das Wissen nutzen, dass die sog. schwachen Verbindungen wichtiger sind, wenn wir etwas bestimmtes erreichen wollen (z.B. einen neuen Job), um dem gewünschten Ziel näher zu kommen.

Zudem können die Erkenntnis aus dem Buch durchaus dazu animinieren, sich doch ab und an, neuen Bekanntenkreisen zuzuwenden und den eigenen Radius damit zu erweitern.

Absolute Leseempfehlung!

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Bekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden – Scott Berkun

Ein etwas anderes Buch über’s Redenhalten, als man es bisher gewohnt ist. Scott Berkun schreibt aus seiner Warte über die wahre Realität eines Redners und räumt dabei mit einigen Mythen auf.

Wichtig fand ich dabei z.B. die Erkenntniss, dass jeder Sprecher Fehler macht. Jeder. Es passieren Verhaspler, es wird gestottert, viel zu viele Ähs machen sich breit usw. Wichtig ist nur sich selbst nicht davon gefangen nehmen zu lassen und in seinem Vortrag fortzufahren. Denn kein Publikum kann einen Redner leiden, der sich andauern für irgendetwas entschuldigt.

An dem letzten Satz merke ich auch, dass der gewollt schnodderige Schreibtstil des Autors abgefärbt hat. Die Sprache passt zu ihm, auch wenn man sich manches Mal wünschen würde, dass er vielleicht nicht ganz soviel “Gas” geben würde.

Interessent sind die Hintergrundbeschreibungen, wie es z.B. wirklich in einem Fernsehstudio zugeht, oder man als “sprechender Kopf” zugeschaltet wird.

Ein zentraler Aspekt auf den Scott Berkun immer wieder hinweist, ist, dass die meisten Redner deswegen schlecht sind, weil sie nicht üben. Sie halten damit den Vortrag das erste Mal vor Publikum, die Übergänge holpern und es wird an der Form selbst kleben geblieben, als sich auf den Inhalt zu konzentrieren.

Was das Buch amüsant macht, ist seine schonungslose Ehrlichkeit sich selbst und Kollegen gegenüber. Das ist mitunter schwere Kost, doch wer sich in dieser Branche seine Brötchen verdient, sollte sich vieles davon zu Herzen nehmen.

Abgerundet wird das ganze durch einen über 70seitigen Anhang, in dem konkrete Tipps für Vorbereitung, empfohlenes Technikequipment, Durchführung, Nachbereitung sowie eine ausführliche (z.T. kommentierte) Bibliographie steht.

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Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern – Richard Wiseman

Wie sollte man ein Buch mit einer dermaßen reißerischen Titel beschreiben, ohne sich wie ein Haustürverkäufer in Superlativen zu verlieren…?

Mir fällt dazu nur ein Satz ein: Dieses Buch ist der optimale Brühwürfel. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die kleine Anekdote aus dem Freundeskreis, doch statt weitschweifigen Erläuterungen die Quintessenz auf das absolute essentielle und wertvolle zu komprimieren, eben einem Brühwürfel.

Richard Wiseman ist bekannt durch Bücher wie Quirkologie und hat sich einen Namen gemacht in seiner Profession als Verhaltenspsychologe. Dieses Buch nun ist entstanden, auf die Frage, ob es denn nicht erklärbare Techniken gibt, die sich in 60 sec erzählen und in ebenso kurzer Zeit umsetzen lassen.

Hier halten Sie die Antworten auf diese Frage in der Hand. In der Tat ist es die Zusammenführung aus unzählichen Forschungen rund um das Wohlfühlen des Menschen, aufbereitet in die Kapitel Glücksempfinden, Die Kunst der Überzeugung, Motivation, Kreativität, Attraktivität, Stress, Beziehungen, Entscheidungsfindung, Kindererziehung und Persönlichkeit.

Jeweils kombiniert mit 60 sec Umsetzungsanregungen. Absolut lebensnah, wirkungsvoll und nachhaltig. Wer sich also nicht durch hunderte von Selbstveränderungs-, Motivations-, positiven Psychologiebüchern durchwühlen möchte, bekommt hier kompaktes, anwendbares Alltagswissen. Zusammengefasst auf alle Themen, die uns Menschen bewegen.

Absolute Leseempfehlung!

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Tagebuch eines Romans – John Steinbeck

John Steinbeck hat für sein Buch Früchte des Zorn den Publitzerpreis erhalten und ist mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sein Werk umfasst Romane, Kurzgeschichten, Reiseberichte und mehr.

Tagebuch eines Romans dagegen ist ein Buch, dass sich in kaum eine Kategorie einordnen lässt. Es ist sein Werktagebuch, das er während der gesamten Arbeit am Roman Jenseits von Eden verfasst hat. Geschrieben, manches mal wie ein Gespräch, an seinen Lektor Pascal, mit dem ihn über die berufliche Beziehung hinaus eine tiefe Freundschaft verband.

Wer selbst schreibt, wird in diesem Buch lesen, wie diszipliniert John Steinbeck an sein Schreiben heranging. Sein Ziel waren jeden Tag zwei handgeschriebene Seiten von Montags bis Freitags zu verfassen. Die bevorzugte Zeit dafür war meist ab frühmorgens. Teilweise durchdachte er manche Nächte und feilte an seinen Ideen.

Er nutzte zum Schreiben ein Notizbuch, bei dem die rechten Seiten dem Roman selbst vorbehalten waren und linken dem Werktagebuch. Es ist faszinierend zu lesen, wie genau er sich beobachtet, seine Stimmungen aus sich herausformuliert, sich warm schreibt, bis er bereit ist, mit der eigentlichen Arbeit zu beginnen. Muster zeichnen sich ab, welchen Aufbau er gedenkt, dem Roman zu geben, welche Figuren er wann entwickeln und erscheinen lassen möchte.

Daneben gibt es Phasen, in denen er kränkelt oder auch private Probleme ihm zu schaffen machen. Nichts destotrotz gibt es nur sehr wenige Tage, während des knappen Jahres, an denen er sein Arbeitspensum nicht einhält. Die Texte in diesem veröffentlichen Werktagebuch sind weder redigiert noch gekürzt. Und das ist auch das faszinierende an diesem Buch. Es ermöglicht einem Weltautor über die Schulter zu sehen. Zeigt, welche Disziplin und Hingabe an ein großes Werk erforderlich ist. Und welche genaue Beobachtungsgabe er sich selbst gegenüber an den Tag legt.

Er erkennt seine eigenen Stimmungen wieder und weiß mit ihnen umzugehen. Und etwas das ihm ebenso am Herzen liegt, ist eine ruhige Herangehensweise. Sich selbst und dem Stoff immer genügend Zeit und Raum lassen, sich zu entwickeln. Sich nicht zu erschöpfen mit Mehrarbeit, sondern in dem selbst gewählten Rahmen zu bleiben um ein stetes Fließen zu ermöglichen.

Was neben dem Schreiben sichtbar wird, ist das ebenso notwendige Erschaffen mit den Händen. Er liebte es mit Holz zu arbeiten und renoviert vieles selbst in seinem Haus. Ebenso wie er gern Dinge zerlegte und reparierte. Diese bewusste Teilung seines Tages in schreiben und “werkeln” zeigt eine wichtige Balance auf zwischen Kopf und Händen. Seine Erfindungen beschäftigten ihn dabei ebenfalls eine gewisse Zeit des Tages und so scheint ein natürlicher Rhythmus entstanden zu sein.

Das Buch ist nicht aufregend, sondern eine genaue Beschreibung der Entstehungsgeschichte eines großen Romans geschrieben von einem großen Schriftsteller. Wer selbst schreibt und gern einem renommierten Autor bei seiner Arbeit hautnah zusehen möchte, sollte dieses Buch lesen. Es lassen sich einige Ideen und Anregungen für die eigenen Arbeit daraus ableiten, auch wenn das in keinster Weise das Ziel des Tagebuchs eines Romans ist.

Ein zentraler Aspekt der sichtbar wird, ist die gewollte Disziplin, die durch stete Schritte zum Ziel führt und der Gedanke, dass es eine große Hilfe ist, ein Werktagebuch, nicht nur zum Aufwärmen, selbst einzusetzen.

(Hinweis: Das Buch ist nur noch gebraucht erhältlich, jedoch auch über Uni-Bibliotheken ausleihbar.)

Meine Leseliste aus dem Jahr 2009

Buecherwand_R_by_wrw_pixelio.deEs ist für mich immer wieder interessant, in den Listen anderer zu stöbern und Ideen daraus mitzunehmen. Dies gilt für mich besonders bei  Bücherlisten ;-)

Und es sei mir verziehen, wenn ich schon etwas spät für eine Leseliste aus dem letzten Jahr dran bin. Doch vielleicht findet ja der eine oder die andere hier einen interessanten Buchtitel und lässt sich inspirieren.

Es ist ein Auszug meiner gelesenen Sach-Bücher aus 2009. Bereits auf die beschränkt, die ich sofort wieder lesen würde. Die Reihenfolge ist relativ chronologisch des Lesezeitpunktes nach.

Bildquelle: wrw @pixelio.de

Bei den verlinkten Bücher gibt es eine Rezension von mir dazu. Und die farbig gedruckten Buchtitel sind meine absoluten Favorites und Leseempfehlungen.

Wenn jemand Fragen zu einem der Bücher hat, immer her damit :-) Und jetzt viel Spaß beim Stöbern!

  1. Levine, Robert – Die große Verführung
  2. Standenat, Sabine – So lerne ich mich selbst zu lieben
  3. Levine, Robert – Eine Landkarte der Zeit
  4. Surowiecki, James – Die Weisheit der Vielen
  5. Seifert, Josef W. – Visualisieren, Präsentieren, Moderieren
  6. Förster, Hans-Peter – Texten wie ein Profi
  7. Kurz, Jürgen – Für immer aufgeräumt
  8. Roth, Susanne – Einfach aufgeräumt
  9. Koller, Christine – Inspiration – jetzt!
  10. Walter, Hans-Jürgen – Denkzeichnen
  11. Harford, Tim – Ökonomics
  12. Edwards, Betty – Der Künstler in dir
  13. Emmet, Rita – Was du heute kannst besorgen…
  14. Gigerenzer, Gerd – Bauchentscheidungen
  15. Baumgartner, Peter – Content Management Systeme in e-Education
  16. Naish, John – Genug
  17. Fiore, Neil. A – Wenn nicht jetzt wann dann?
  18. Schwartz, Tony – Die Disziplin des Erfolges
  19. Weinberg, Gerald M. – Weinberg on Writing (engl.)
  20. Harford, Tim – Die Logik des Lebens
  21. Kettl, Barbara – Wege zum Kunden
  22. Blenchard, Ken – Know can do
  23. Peppers, D. und Rogers, M. – Strategien für ein individuelles Kundenmarketing
  24. Wilson, Jerry – Mund zu Mund Marketing
  25. Fischer, Christian – Macht Schlagzeilen
  26. Serva-Schreiber, David – Die neue Medizin der Emotionen
  27. Childre, Doc Lew – Kannst du mit dem Herzen sehen?
  28. Rosenberg, Marshall – Wie ich dich lieben kann, wenn ich mich selbst liebe
  29. Kuntz, Bernhard – Warum kennt den jeder?
  30. Childre, Doc Lew – Vom Chaos zur Kohärenz
  31. Templeton, Tim – Networking, das sich auszahlt… jeden Tag
  32. Detroy, Erich-Norbert – Powerbuch der Neukundengewinnung
  33. Zanetti, Daniel – 1000 Tipps zur Mitarbeitermotivation
  34. Zehmisch, Monika – Business-Networking mit XING
  35. Wiseman, Richard – So machen Sie Ihr Glück
  36. Baum, Thilo – Komm zum Punkt
  37. Siefer, Werner – Das Genie in mir
  38. Frank, Hans-Jürgen – Ideen zeichnen
  39. Fulghum, Robert – Alles, was du wirklich wissen musst, hast Du schon als Kind gelernt
  40. Zanetti, Daniel – Kundenverblüffung
  41. Mardorf, Elisabeth – Wer immer geradeaus geht, kommt nicht weit
  42. Johnson, Alexandra – Wie aus dem Leben Geschichten entstehen
  43. Kopmeyer, Marion R. – Das große Handbuch der Erfolgsstrategien. Wunscherfüllung
  44. Bryson, Kelly – Sei nicht nett, sei echt
  45. Kensington, Ella – Die Glückstrainer
  46. Beattie, Melody – Kraft zum Loslassen
  47. Pasztor, Susann – Ich höre was, das du nicht sagst
  48. Sick, Helma – Wie frau sich bettet
  49. Gavalda, Anna – Das Glück kommt nie (Belletristik)
  50. Galdwell, Malcolm – Tipping Point
  51. Gerber, Michael – Das Geheimnis erfolgreicher Firmen
  52. Ariely, Dan – Denken hilft zwar, nützt aber nichts
  53. Davich, Victor N. – die 8 Minuten Meditation
  54. Nuber, Ursula – Lass mir mein Geheimnis
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