not my monkey, not my circus – Du kannst viel weniger beeinflussen als du denkst und das ist eine gute Nachricht!

not my monkey not my circusVon Elisabeth Kübler-Ross, der bekannten Sterbeforscherin, gibt es den Satz “wer sich ärgert, kümmert sich um den Kram anderer Leute“. Da ist was Wahres dran.

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Doch nicht nur Ärger, sondern auch Sorgen, Ängste, Grübeleien aller Art, endlose Gespräche die man im Kopf führt sind oft das Ergebnis dessen, sich außerhalb des eigenen Einflussbereichs zu bewegen.

Wo genau bist du?

Genauer gesagt befindest du dich gedanklich manchmal den ganzen Tag im Leben anderer Menschen, ohne es zu bemerken. Das Ende vom Lied ist, dass du dich erschöpft, ohnmächtig, grantig und schlecht gelaunt fühlst.

Dir Klarheit über deinen eigenen Einflussbereich zu verschaffen ist eine hilfreiche und heilsame Methode, um aus dem Strudel dieser negativen Emotionen zu entkommen. Tatsächlich ist dein Einflussbereich sehr viel kleiner, als du denkst.

Ich will das aber anders!!

Wenn du schon mal in einen Regenschauer gekommen bist, zum ungünstigen Moment im Stau gestanden hast oder ewig auf das Essen im Restaurant warten musstest, kennst du den aufflammenden Ärger darüber.

Doch jetzt kommt die Preisfrage: Hat dein Ärger jemals auch nur irgendwas an der Situation geändert? Hat der Regen deswegen aufgehört? Hat sich der Stau dadurch aufgelöst oder kam das Essen damit schneller?

Ich glaube kaum. Und doch baden wir in solchen Momenten geradezu in unseren Emotionen und lassen uns gern mal davon mitreißen.

Sorgen machen ist schon fast ein Sport…

Eine andere Beschäftigung der wir auch gern mal nachgehen ist, sich Sorgen zu machen. Über alles Mögliche. Dass den Kindern/dem Partner was passiert, die Kündigung unvermutet ins Haus flattert, eine schwere Krankheit plötzlich über einen hereinbricht oder oder oder…

Beim Sorgenmachen sind wir erstaunlich kreativ, nicht wahr? Und liefern uns das passende Bilderkino gleich mit.

Doch auch hier die Preisfrage: Hat dein Sorgen-machen jemals etwas an realen Situationen geändert? Glaubst du, weil du dir Sorgen gemacht hast, ist deinem Kind auf dem Heimweg nichts passiert? Oder denkst du vielleicht „siehste ich hab’s ja gewusst“ wenn was passiert ist und glaubst, dass die Sorgen damit zu tun haben?

Ob der Kellner das Essen früher oder später bringt, kannst du nicht beeinflussen. Ob du nun schimpfst oder nicht. Der Stau wird sich nicht auflösen, nur weil du im Auto im Dreieck springst. Und ob anderen Menschen etwas passiert, hast du ebenso wenig in der Hand.

Was hast du wirklich in der Hand?

Für alle diese Situationen, ob Ärger, Sorgen, Ängste ist immer die Frage nach deinem Einflussbereich sinnvoll. Beeinflussen kannst du nur etwas, wenn du etwas tun kannst. Falls nicht, kannst du nur beeinflussen wie du darauf reagierst.

Heraus zu bekommen, ob etwas in deinem Einflussbereich liegt, gelingt dir am schnellsten mit einem Check, der sehr bildhaft verdeutlicht, was du beeinflussen kannst und was nicht.

Frag dich, ob das „deine Affen und dein Zirkus“ sind. Falls nicht, kannst du nichts tun. Ärgern hilft dir auch nicht weiter und an der Situation änderst du auch nicht.

Der Kellner, der dir verspätet dein Essen bringt, ist nicht dein Einflussbereich, auch nicht der Stau oder der plötzliche Regen. Was dein Kind auf dem Heimweg macht oder dein Arbeitgeber in der Firma vor hat ist nicht dein Einflussbereich.

Im englischen hört sich das Ganze noch viel netter an:

„not my monkey, not my circus“

Probier das doch gleich mal aus: Denk an eine Situation zurück, in der du dich kürzlich geärgert hast und prüfe ob es wirklich deine Affen und dein Zirkus ist.

Sei ganz objektiv. Wunschdenken hilft dir hier nicht weiter.

Egal wieviel Gedanken du dir darüber machst, in welchen Emotionen du auch immer badest, es ändert nichts daran, dass es nicht dein Einflussbereich ist. Not your monkey, not your circus.

Kontrollfreak?

Das mag harte Kost sein, vor allem wenn du zur Kontrolle neigst. Doch du änderst nichts an der aktuellen Situation, außer dass du dich selbst ausbrennst und unnötig verrückt machst.

Probier den Gedanken aus und schau was passiert.

  • Wenn dir jemand die Vorfahrt nimmt: not your monkey, not your circus.
  • Wenn sich jemand verspätet zu einer Verabredung: not your monkey, not your circus.
  • Wenn dein Gartenfest buchstäblich ins Wasser fällt: not your monkey, not your circus.

Na, spüre ich da Widerstand? Das betrifft mich doch alles, denkst du vielleicht. Das soll alles nicht meine Angelegenheit sein?!?

Du hast nichts und niemand unter Kontrolle

Natürlich haben diese Situationen mit dir zu tun. Doch in dem Moment hast du keinen Einfluss darauf. Du kannst nichts daran ändern, was gerade passiert. Was dein Einflussbereich ist, ist einzig und allein deine Reaktion darauf.

Beim Autofahren kannst du auf eine achtsame und aufmerksame Fahrweise achten. Das ist das was du tun kannst. Immer für alle mitdenken, hat das mein Papa genannt 😉

Wenn sich jemand verspätet, kannst du entscheiden, was du während der Wartephase machst und ab wann du nicht mehr warten wirst.

Du hast die Situationen die mit anderen zu tun haben, viel weniger in der Hand als du denkst. Mach dir das immer wieder bewusst. Wenn dir das klar wird, kann Erleichterung einziehen. Not my monkey, not my circus.

Mach den Check

Lass die Affen dort, wo sie hingehören. Glaub mir, du hast mit deinen eigenen genug zu tun. Beobachte dich an einem ganz normalen Tag. Nimm deine Emotionen wahr, sobald etwas passiert und frag dich ob dieses Ereignis in deinem Einflussbereich liegt.

Du wirst erleben, dass das viel seltener der Fall ist, als du meinst. Was du tun kannst, ist, darüber zu entscheiden, wie du reagieren möchtest.

Negative Emotionen sind oft einfach eine schlechte Angewohnheit. „Man“ reagiert da halt so. Doch nur weil es bisher so war, muss es nicht auch in Zukunft so sein.

Deine Reaktion ist deine Sache

Lass dich nicht von deinen Emotionen regieren. Wenn es not your monkey, not your circus ist, kannst du dein System wieder runterfahren und gelassen bleiben.

Du wirst mir vielleicht recht geben, dass aus Zorn und Ärger selten sinnvolle Reaktionen erfolgen. Wer gelassen bleibt, ist souverän, behält den Überblick und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Doch vom nur darüber lesen, wird sich nicht viel ändern. Daher empfehle ich dir, bewusst mehrmals täglich zu prüfen, ob eine Situation in deinem Einflussbereich liegt oder nicht. Wenn nicht, mach dir klar: not my monkey, not my circus.

Hol dir Hilfe

Eine letzte Bemerkung dazu: Solltest du große Schwierigkeiten haben aus diesen Situationen auszusteigen, die nicht in deinem Einflussbereich liegen, dich regelmäßig als gefangen in der Sorgenspirale zu erleben und z.B. die Reaktion einer Kollegin tagelang mit dir herumzutragen, solltest du dir Hilfe holen.

Ein guter Therapeut kann dir beibringen, wie du Ordnung in deinen Affenzirkus bringst. Denn das ist unser Kopf manchmal.

Das ist alles nicht schlimm, doch lass das nicht schleifen, wenn du allein nicht rauskommst. Um Hilfe zu bitten ist eine große Stärke und keine Schwäche. Du hast es verdient, dass es dir in deinem Leben gut geht!

Welche Situationen hast du identifiziert, die not your monkey, not your circus sind? Erzähl mir von diesen fremden Affen 😉 in einem Kommentar.

2 Replies to “not my monkey, not my circus – Du kannst viel weniger beeinflussen als du denkst und das ist eine gute Nachricht!”

  1. Hallo Alexandra,
    du hast es vollkommen auf den Punkt gebracht!
    Danke. You made my day 🙂

    lg, doris

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