Heute ist der 17. Tag meines Dankbarkeitsmonats. In dieser Woche möchte ich meinen Fokus auf Zufälle und Gelegenheiten legen, denen ich dankbar bin.

Wie schon mal im ersten Beitrag dieser Woche angeklungen ist, nutzen wir manche Gelegenheiten aus Angst vor dem Unbekannten nicht. Wir befürchten zu scheitern, uns zu blamieren, etwas nicht zu bewältigen und einiges mehr.

Dabei ist der Blick häufig auf außen gerichtet. Was wird wohl meine Umgebung dazu sagen? PartnerInnen, Freunde, Bekannte, KollegInnen, Fremde. Und da wir gern vermeiden wollen, uns unwohl zu fühlen unter den vermeintlich so kritischen Augen anderer, lassen wir uns Gelegenheiten entgehen, die man nur einmal im Leben bekommt.

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Doch mal ganz ehrlich, was ist das Schlimmste, was passieren kann? Dass wir ausgelacht werden, weil Menschen um uns herum schadenfroh sein könnten? Dass wir scheitern und etwas nicht hinbekommen? Wir fühlen uns damit oftmals persönlich entwertet und doch passiert das nur in unserem Kopf.

Nur in unserem Kopf!

Überlegen Sie doch mal wie oft Sie sich die Gedanken anderer machen. Wir phantasieren und denken uns ganze Drehbücher aus, wie wir von anderen wahrgenommen werden. So, als ob das was wir uns ganz persönlich für uns selbst vorgenommen haben, überhaupt nicht zählt. Und das Bild, das wir uns von uns selbst schaffen, auf den vermeintlichen Erwartungen anderer aufgebaut ist und es daher Phasen im Leben gibt, in denen wir uns selbst ganz fremd fühlen.

Was auch völlig logisch ist, denn wir haben uns nicht nach UNSEREM Sein und Werdenwollen erschaffen. Die Konsequenz ist ein Leben mit angezogener Handbremse, regiert von Befürchtungen und dem Gefühl, nicht vollständig zu sein.

Aus diesem Grund finde ich persönlich wichtig, Gelegenheiten zu nutzen die sich mir bieten. Auch wenn ich manchmal ein mulmiges Gefühl dabei habe, die Unsicherheit in mir spüre, ob ich dem gewachsen bin. Ich lerne immer wieder die Angst an der Hand zu nehmen und Schritt für Schritt in unbekannte Gefilde vorzudringen. Und je öfter ich mir dies selbst zumute und zutraue, erlebe ich, dass ich viel mehr schaffen kann, als ich vorher dachte. Dass Scheitern mich nicht umbringt sondern mich lehrt, andere Wege zu gehen.

Damit komme ich auf die Geschichte für heute zurück. Eine Reise mit 16. Damals in der 10. Klasse hatte ich die Chance bei einer Rundreise durch England, Schottland und Frankreich teilzunehmen. Diese Reise war von einer anderen als meiner Schule organisiert worden und von Niedernburg durften 4 Mädchen mitfahren. Es war noch ein Platz frei und ich musste mich ganz kurzfristig entscheiden.

Dafür sollte man vorher noch wissen, dass mein englisch in der Schule sehr holprig war, ich niemanden von den anderen SchülerInnen gekannt habe, die bereits gebucht hatten, dass ich kein Wort französisch konnte und sehr schnell richtig schlimm Heimweh hatte.

Ich hatte total Schiss und spürte so sehr in mir den Reflex des Neinsagens. Doch ich hab mich selbst überrascht und zugesagt. Und so bin ich mit 16 für 3 Wochen durch England, Schottland (die Highlands waren ein Traum) und Frankreich gereist. Hab auf der Fahrt eine Freundin gewonnen, die mir heute noch sehr nahe steht, hab in London in sehr coolen Discotheken getanzt, hab in Schottland in einem eisigkalten Loch (Ness :-) gebadet, bin unter dem Eiffelturm gestanden und hab unglaublich viel gesehen.

Diese Eindrücke begleiten mich heute noch. Vielleicht auch, weil ich vorher niemals weit verreist war und mich in diesen jungen Jahren dadurch all das Gesehene noch mehr beeindruckt hat.

Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich genau, dass ich es furchtbar bereut hätte, diese Gelegenheit nicht ergriffen zu haben. Und von dieser gelebten Erfahrung zehre ich heute noch als Referenz für mich. Als Referenz, dass es sich lohnt Risiken einzugehen, trotz Unsicherheiten und einem flauen Gefühl ‚ja‘ zu etwas zu sagen. Sich in Unbekanntes hinein zustürzen in der Gewissheit, dass ich damit schon irgendwie klarkommen werde.

DANKE

Für welche Gelegenheiten sind Sie dankbar, weil Sie Ihre Welt erweitert haben?


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