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Dass Habits eine gute Sachen sind, geht ja inzwischen schon länger durch die Lande. Ganze Bücher werden darüber geschrieben. Allerdings ist es so, dass die wenigsten es schaffen sich neue Gewohnheiten anzueignen und wirklich dabei zu bleiben.

Etwas regelmäßig und vielleicht sogar noch jeden Tag durchzuziehen ist so ziemlich das Schwierigste und Anstrengendste was man von einem Mensch verlangen kann.

Da ist es kein Wunder, dass so viele damit scheitern und es nicht hinhaut.

Doch es gibt sie, die Alternative zu Gewohnheiten, die wirkt und dir genau zu dem Ziel verhelfen kann, das du erreichen möchtest.

Was das ist?

Eine Einmalentscheidung.

Und was das ist, werden wir uns heute genauer anschauen.

Photo by Carolyn V on Unsplash

Kann Wissen Verhalten ändern?

Daniel Ariely ist so etwas wie ein Superstar in seiner Wissenschaftsnische. Mit einer Kollegin hat er ein Unternehmen gegründet das sich dem Forschen von Verhaltensänderungen in komplexen Sektoren wie Bildung, Gesundheitswesen, Finanzen und Infrastruktur verschrieben hat.

Die ernüchternde Erkenntnis ist z.B. dass Wissen nicht hilft um das Verhalten zu ändern. Genauer gesagt liegt die Quote bei 0,1 % dass jemand an seinem Verhalten etwas ändert obwohl er Wissen erworben hat. WTF?!?

Der Klassiker ist z.B. Budgetierung. Wenn jemand nicht mit seinem Geld auskommt und lernt wie man ein Budget aufstellt, das ihm dabei helfen würde, liegen die Chancen bei 0,1 % dass er/sie das auch wirklich macht.

Tja und jetzt bist du dran, dich mal an die eigene Nase zu fassen. Was weißt du haargenau und hat kein Stück dazu geführt, dass du dein Verhalten geändert hast? Genau… Das hab ich mir gedacht.

Und nicht dass du meinst, ich würde hier vom hohen Ross herunter sprechen. Nee, nee, ich bin da in vielerlei Hinsicht genau die gleiche Nudel mit den 0,1 %.

Warum bei mir vielleicht manches besser funktioniert, ist tatsächlich dieses Ding mit der Einmalentscheidung.

Was ist eine Einmalentscheidung?

Du weißt ja sicherlich, dass Bewegung gut für dich ist. Regelmäßiger Sport oder zumindest regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge sind förderlich für deine Gesundheit. Das weißt du haargenau. Die Frage ist nur, hilft dir diese Wissen dabei, dass du es auch machst? Nö.

In so einem Fall raten Daniel Ariely und seine Kollegin z.B. dazu sich einen Hund zuzulegen. Das ist die Einmalentscheidung bei der es klar ist, dass du jeden Tag raus musst. Du hast gar keine andere Wahl mehr und es geht nicht mehr darum, wie du dir mühsam eine Gewohnheit antrainieren kannst.

Das soll natürlich jetzt kein Aufruf dazu sein sich wahllos einen Hund anzuschaffen. Das Beispiel bietet einfach eine super gute Erläuterung des Konzepts.

Gut, also gilt es Einmalentscheidungen zu finden, statt sich damit zu quälen bis eine Gewohnheit einigermaßen drin ist.

Beispiel No. 1 für eine Einmalentscheidung in Sachen Finanzen

Ein weiteres Beispiel finden wir im Bereich Finanzen. Wie viele Menschen nehmen sich vor, dass sie doch endlich zum Sparen anfangen. Doch am Ende vom Geld ist immer noch soviel vom Monat übrig, wie es in diesem Bonmot so schön heißt.

Wer also darauf abzielt, eine Gewohnheit des Sparens einzuführen und versucht regelmäßig einen Geldbetrag auf die Seite zu legen, ist gut beraten, sich eine Einmalentscheidung zu überlegen.

Denn wenn du automatisch am Anfang vom Monat eine Abbuchung hast, die du einmal einrichtest und dann dauerhaft sofort einen bestimmten Geldbetrag auf dein Sparkonto transferierst, ist der Fall erledigt und du erreichst dein Ziel.

Lass uns weiter schauen welche Beispiele es noch dafür gibt. Einmalentscheidungen sind nicht in allen Fällen so leicht umzusetzen, doch in viel mehr Fällen als man denkt.

Beispiel für eine Einmalentscheidung in Sachen Essen

Ich geb dir ein paar Beispiel aus meinem eigenen Leben. Fangen wir mit dem Thema Essen an. Bei mir daheim esse ich im Normalfall keine Chips, Schokolade oder sonstigen Kram in dieser Richtung. Nicht, dass ich das alles nicht mögen würde, doch ich weiß, das tut mir auf Dauer nicht gut. Wie schaffe ich das, daheim so “clean” zu essen?

Meine Einmalentscheidung dazu war ganz einfach: Ich kaufe das Zeug nicht ein. Ende.

Ich kaufe es nicht ein.

Klar steh ich dann manchmal daheim in meiner Speisekammer und denke mir “Mist, so ein paar Chips wären jetzt echt fein.” Doch da in der Speisekammer nun mal nichts davon zu finden ist, gibt es das halt auch nicht. Was nicht gekauft wird, wird nicht gegessen.

Da ich das mittlerweile schon so lange praktiziere, ist es auch vollkommen normal geworden und die Gelüste sind weg. Das ist das schicke an solchen Entscheidungen. Über die Zeit verändert es auch das innerliche Verlangen danach.

Beispiel No. 1 für eine Einmalentscheidung in Sachen Smartphone

OK, lass uns mal das nächste Thema anschauen: Das Handy… Ja, ich hör schon das Stöhnen. Nicht schon wieder.. Doch ihr Lieben, schon wieder. Denn ich will dir wirklich in den Kopf bringen, dass du dich von einem Gerät in deiner Hand vom Leben abhalten lässt und der Suchtfaktor immens ist.

Was ich über mich weiß ist, dass ich bei Süchten hochgradig gefährdet bin. Als ich noch geraucht hab, hab ich nicht nur ein paar Kippen über den Tag verteilt geraucht, sondern 3 Schachteln weggequarzt. Richtig eklig, wenn ich heute dran denke.

Übertragen auf das Handy bedeutet das auch, dass ich von mir weiß, dass ich richtig gefährdet bin, das Ding ständig in der Hand zu halten. Daher war mir auch klar, es ist wichtig für mich, dass ich die Zeit reduziere, die ich mit dem Handy verbringe.

Bloß, nimm dir das mal vor, wenn du das Ding ständig parat hast. Es kostet unglaublich viel Willenskraft nicht mal eben durch den Facebook-Feed zu scrollen und schlussendlich darin zu versacken, wenn es immer nur einen Handgriff von dir weg liegt. Das mit dem Gewohnheit aufbauen, weniger am Handy zu sein, ist echt richtig, richtig schwierig. Frustrierend und anstrengend obendrein.

Meine Lösung dazu: Ich hab entschieden, dass das Handy daheim einen festen Platz hat. Es liegt in der Küche auf dem Sideboard. Dort liegt es morgens ausgeschaltet und am Kabel und ich schalte es erst nach dem Frühstück und meinen ganzen Morgenritualen ein. Auch wenn ich dann in mein Büro nach unten gehe, bleibt das Handy oben liegen.

Ich arbeite im Büro und telefonieren tue ich daheim mit dem Festnetz. Diese Einmalentscheidung dem Handy daheim einen festen Platz zu geben, hat dazu geführt, dass ich zwar im Büro oft dachte, ach könntest ja mal ins Handy schauen, doch dann war mir der Aufwand doch zu groß hoch zulaufen und so hab ich es gelassen.

Was über die Zeit dazu geführt hat, dass ich es meistens vergesse, wenn ich im Büro bin. Wenn jemand anruft, dann seh ich das auch später und auch sämtliche Nachrichten werden ja für mich aufgehoben.

Ich versäume nichts. Nichts. Nichts. Nichts.

Ich gewinne sehr viel. Nämlich Zeit und Konzentration.

Beispiel No. 2 für eine Einmalentscheidung in Sachen Smartphone

Doch das ist noch nicht alles. Wenn ich aus dem Büro wieder hochkomme und meinen Arbeitstag beende, dann geh ich meistens lesen auf die Couch. Auch da bleibt das Handy oft in der Küche liegen, da ich weiß, wenn es griffbereit ist, dann ist die Versuchung groß. Einfachste Lösung: in der Küche lassen. Denn extra aufstehen tu ich dann meistens doch nicht.

Und für die ganz harten Tage gibt es dann noch ein weitere Einrichtung: Mein Handy schaltet sich ab 22 Uhr in einen Schwarzweiß-Modus. Und zwar überall und in allen Apps. Ab 22:30 Uhr sind dann alle Apps gesperrt und ich muss sie mir extra wieder freischalten.

Das mit dem schwarz-weiß ist wirklich interessant. Forschungen haben ergeben, dass einer der süchtig machenden Faktoren am Smartphone die lebendige Farbenvielfalt ist, die wir zur Verfügung haben.

In schwarzweiß sind Instagram, Facebook, Pinterest und Youtube plötzlich gar nicht mehr so interessant. Das ist ein sehr verblüffender Effekt der sofort einsetzt. Da sieht man mal wieder mit was unser Hirn sich alles verführen lässt.

Diese Einstellungen habe ich einmal an meinem Handy eingestellt und diese haben automatisch dazu geführt, dass ich abends viel weniger am Handy bin und mir tatsächlich nicht die Nächte damit um die Ohren schlage.

Solltest du dir auch überlegen. Bau nicht auf deine Willenskraft und abends kannst du die meisten Gewohnheiten eh in die Tonne treten. Da bist du schon viel zu ausgelaugt und empfänglich für jeden anderen verführerischen Mist. Lass dir mit solchen Tools helfen und du wirst sehen, dass du dadurch ein anderes Verhalten bekommst.

Beispiel No. 2 für eine Einmalentscheidung in Sachen Finanzen

Gehen wir nochmal zum Thema Finanzen: Hier habe ich ebenfalls mehrere Automatismen einmal entschieden und eingestellt, die mir helfen nicht von großen Zahlungen überrascht zu werden. Dazu gehört z.B. die Autoversicherung, die ich jährlich zahle oder meinen geliebten La Palma Urlaub den ich immer im Januar mache und weitere Kosten, von denen ich weiß, dass sie jedes Jahr zu verschiedenen Zeitpunkten anfallen.

Damit das nicht immer eine finanzielle Hürde darstellt, gibt es dazu eine ganz einfache Regel. Eine Einmalentscheidungs-Rechnung wenn man so will:

Alle Fixkosten die über das Jahr verteilt anfallen und gewisse Beträge ausmachen zusammenrechnen und diese Summe durch 12 teilen für die Monate. Der Betrag der hier raus kommt, wird nun automatisch jeden Monat auf ein Konto übertragen, auf dem alles angesammelt wird.

Wird nun eine Rechnung fällig wie z.B. die Kfz-Versicherung, dann kann sie problemlos von diesem Konto überwiesen werden, denn genau dafür ist das Geld da.

Dieses Einmalentscheidung führt außerdem dazu, dass mit viel größerer Klarheit über das verbleibende Geld entschieden werden kann.

Simple Entscheidungen, die dich weit bringen

Gut, schauen wir mal weiter, welche Einmalentscheidungen im Gegensatz zu Gewohnheiten habe ich mir noch zugelegt.

Ein ganz simples Beispiel ist mein Haustürschlüssel. Wer ist nicht schon mal seinem Schlüssel durch die ganze Bude hinterher gerannt, hat ihn gesucht und geflucht, weil er schon spät dran war. Die Lösung dazu ist kein Hexenwerk, sondern sehr simpel: Steck deinen Schlüssel von innen ans Schloss, sobald du nach Hause kommst.

Das ist jetzt etwas, dass dir nicht von außen abgenommen wird, doch hilft so eine klare Einmalentscheidung sehr, dass dein Verhalten sich tatsächlich ändern wird.

Wenn es also keine Möglichkeiten gibt dir mit Technik von außen, bei solchen Einmalentscheidungen zu helfen, dann brauchst du eine gute Einmalentscheidung die du einfach und schnell durchziehen kannst. Das geht jetzt tatsächlich wieder in Richtung Gewohnheiten. Doch es geht immer darum, dass es ins automatische Verhalten übergeht.

Abends bevor ich ins Bett gehe, koche ich immer nochmal eine Kanne Wasser, gieße es in die Thermoskanne und habe so jeden Morgen mein heißes Wasser. (Ich liebe heißes Wasser auch wenn sich das komisch anhören mag. Wen das interessiert kann gern bei Ayurveda dazu mehr lesen.)

Eine weitere dieser Einmalentscheidungen betrifft meinen technikfreien Montagvormittag. Darüber habe ich auch schon geschrieben. In Kurzform geht es darum, dass ich regelmäßig offline bin. Jeden Montag bis 13 Uhr oder länger. In dieser Zeit gibt es kein Handy, keinen Computer und keine sonstigen technischen Geräte wie Stereoanlage etc.

Das habe ich vor Jahren entschieden und halte mich seit dem daran. Ich möchte meine Montage um keinen Preis missen und es tut so gut immer wieder zu wissen, dass es auf jeden Fall diese Zeitspanne gibt, in der ich offline sein werde.

Viele nutzen dafür den Samstag, weil es ursprünglich als Tech-Shabbat gestartet hat, doch jeder kann da für sich schauen, wann der beste Zeitpunkt ist und ich kann nur empfehlen das zu tun. Vielleicht sogar mit der ganzen Familie.

Wenn ich mich in meinem Leben umsehe, dann gibt es noch viele dieser Einmalentscheidungen, die ich mir einmal gründlich überlegt habe und seit dem durchziehe. Es ist interessant wie sich daraus automatisch ein Leben ergibt, das viel mehr dem entspricht, was mir wichtig ist.

Eine diese Einmalentscheidungen ist z.B. dass ich 10 % von allen eingehenden Honoraren spende. Das ist mir wichtig, weil es meine Art ist, etwas zurückzugeben und zu unterstützen, da ich in meinem Leben auch schon soviel Unterstützung von so vielen verschiedenen Menschen erfahren durfte.

Schau dich doch mal in deinem Leben um und überlege, wo dir eine Einmalentscheidung viel mehr bringen kann, als wenn du dich mit dem Einführen von Gewohnheiten plagen musst.

Du wirst sehen, dass du dir dein Leben damit soviel leichter machen kannst. Ich freu ich über jede Idee und Umsetzung in den Kommentaren! Lass doch mal hören, was du für Einmalentscheidungen getroffen hast.

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