In den letzten Jahren sind wir von Glücksratgebern nur so überschwemmt worden. So viele Hinweise und Tipps, wo wir das Glück finden können. Für viele Menschen gleicht die Jagd nach dem Glück einer Gralssuche und sie verzweifeln manches mal an der so scheinbar ausweglosen Situation von Fremdbestimmung in ihrem Leben. Ergeben sich einem fatalistischen Denken, doch nichts ändern zu können und in Ermangelung einer Perspektive wird die Zeit als sich stets wiederholende Gleichförmigkeit empfunden. Und täglich grüßt das Murmeltier…

Bildquelle: gartenzaun2009 @flickr

Puh, wahrlich keine schönen Aussichten. Und doch glaube ich, dass Menschen etwas an ihrem gefühlten Glückspegel ändern können. Ermutigend ist da die Erkenntnis aus der Forschung, die Sonja Lyuobomirsky in ihrem Buch „Glücklich sein. Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben“ postuliert: Ein Teil unseres Glücksempfindens ist uns tatsächlich angeboren. Etwa 50% sind genetisch bedingt und weitere 10% sind unserem Lebensumfeld und -umständen geschuldet. Doch das bedeutet, dass wir es trotz allem zu 40 % selbst in der Hand haben, Glück für uns greifbar und erlebbar zu machen.

Dass es hierzu keine Geheimrezepte gibt, die für alle gelten, ist auch inzwischen klar geworden. Eher vielleicht manche Lebenshaltungen die wir alle einnehmen können, haben die Kraft unser Glücksempfinden zu beeinflussen. Dazu gehört zum Beispiel die Achtsamkeit. Dieser Begriff begegnet Ihnen in meinen Texten immer wieder und ich persönlich halte die Fähigkeit achtsam leben zu können, als eine der wichtigsten, die wir erlernen und pflegen sollten. Sie lässt uns zum einen in uns selbst anwesend sein, uns spüren und wir verankern uns dadurch in der Gegenwart. Im Hier und Jetzt.

Lyuobomirsky bietet einen äußerst aufschlussreichen Test in ihrem Buch, der einen mit Hilfe mehrerer Fragen zu verschiedenen Lebensstrategien führt. Denn was für den einen funktioniert, wie ein Danke-Tagebuch schreiben, bringt dem anderen weniger. Diesen unterschiedsbezogenen Ansatz fand ich schon mal sehr hilfreich.

In einem weiteren faszinierenden Buch „Die neue Psychologie der Zeit“ von Philip Zimbardo und John Boyd (den Tipp habe ich meinem Kollegen Stefan List zu verdanken) erfahren wir, dass wir verschiedene Zeitperspektiven haben können. Je nach dem, was in unserer Kindheit für Erlebnisse vorherrschten werden wir eher an eine positive oder negative Vergangenheit denken, die Gegenwart eher fatalistisch resignierend oder im anderen Extrem absolut hedonistisch (nur dem jetzigen Vergnügen verschrieben) betrachten und entweder eine hohe Zukunftsorientierung oder eine niedrige haben.

Jeder Mensch hat aufgrund seiner persönlichen Geschichte eine gewisse Präferenz für eine oder zwei dieser Zeitperspektiven. Es ist wahrlich aufschlussreich, sich durch den Fragebogen zu arbeiten und die Ergebnisse mit seiner bevorzugten Denkweise zu vergleichen.

Menschen mit einer hohen Zukunftsorientierung sind sehr daran interessiert Pläne zu machen, sorgen für ihr Alter vor und sind insgesamt Macher. Menschen mit einer ausgeprägten hedonistischen Gegenwartsperspektive mögen Pläne im Gegenteil gar nicht und sind äußerst spontan und der Mittelpunkt jeder Party. Dafür auch meist eher unzuverlässig. Und wer eine positive Vergangenheitsperspektive hat, ist meist stabil in Familien eingebunden, schätzt Traditionen und fühlt sich in seinem sozialen Netz gut aufgehoben. Dagegen wirkt sich eine negative Vergangenheitsperspektive auch in einem weitaus negativeren Denken für die Gegenwart und Zukunft aus. Denn wer schon von vornherein schlechte Erlebnisse fokussiert, kann wohl kaum positives erwarten.

Interessanterweise lassen sich die 12 verschiedenen Strategien von Lyuobormirsky alle einer Zeitperspektive zuordnen. Auch daran ist abzulesen, wie uns unser Denken über Zeit beeinflusst. Der Trick besteht nun darin, sich zu üben, positivere Zeitperspektiven einzunehmen. Und wie vieles lässt sich auch das tatsächlich trainieren und damit unser gefühltes Glück vergrößern. Denken Sie an die o.g. 40 % die wir selbst beeinflussen können. Wir sind also keineswegs einem schlechten Lebensgefühl ausgeliefert. Für die detaillierteren Übungen möchte ich Sie gern auf beide Bücher verweisen. Sie werden darin bestimmt etwas finden, dass Sie anspricht.

Einen Hinweis möchte ich Ihnen jedoch nicht vorenthalten. Im Buch von Zimbardo wird der Dalai Lama zitiert, der auch den am wenigsten Erleuchteten unter uns Mut macht. Er empfiehlt ab sofort zwei einfache Techniken in der Haltung gegenüber dem Leben umzusetzen:

  1. Erkennen Sie, was Sie in Ihrem Leben glücklich macht und widmen Sie diesem mehr Zeit.
  2. Erkennen Sie, was Sie in Ihrem Leben unglücklich macht und verbringen Sie weniger Zeit damit.

Das liest und hört sich einfacher an, als es ist. Hier zählt auch Beharrlichkeit und Geduld. Wenn Sie sich diese schenken bei Ihrer Erkenntnissuche, erwartet Sie ein weitaus entspannteres Lebensgefühl, mehr Gelassenheit und innere Heiterkeit. Und da dies doch wahrhaftig erstrebenswerte Empfindungen sind, lassen Sie uns keine Zeit verlieren und uns achtsam werden lassen. Gehen Sie doch spontan den Antworten auf diese Fragen nach:

  • Mit welchen Menschen empfinde ich mein Leben heller und auch ich bin glücklicher?
  • Mit welchen Menschen ist es genau das Gegenteil?

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  • An welche, für mich, glücklichen Situationen erinnere ich mich gern und was genau macht mich daran glücklich? Wie kann ich davon mehr in meine Gegenwart integrieren?

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  • Welche Aktivitäten machen mich froh? Wie kann ich davon regelmäßig mehr davon in mein Leben packen?

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  • Welche Erlebnisse/Situationen machen mich immer wieder unglücklich? Was genau daran?
  • Wie kann ich dazu beitragen, dass diese Situationen weniger werden bzw. die Qualität sich ändert?

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  • Was muss passieren, damit ich mich rundum wohl fühle und was kann ich dazu beitragen?

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  • Wenn ich etwas in meinem Leben ändern könnte, was mich unglücklich macht, was wäre das?

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  • Wenn ich in mein Leben etwas hineinwünschen könnte, was mich glücklich macht, was wäre das und was kann ich dazu beitragen?

Beginnen Sie doch einfach mal eine Weile Ihre Antworten auf diese Fragen zu sammeln. In einem kleinen Büchlein möglicherweise? Gehen Sie bewusster durch Ihren Tag und stellen sich diese Fragen immer wieder mal. Vielleicht mögen Sie ein Abendritual daraus machen oder eine Wochenrückschau. Achten Sie auf Kleinigkeiten. Alles was Sie berührt. Ihr Innerstes zu klingen bringt. Oder Sie fragen sich abends einfach nur:  Was hat mich heute glücklich gemacht und was hat mich unglücklich gemacht?

Und wenn Sie eine Weile gesammelt haben, werden Sie feststellen, dass Sie eine ziemlich genaue Landkarte geschaffen haben, wie Ihr ganz persönliches Glück beschaffen ist. Sollten Sie sich diese Fragen in einem Jahr wieder stellen, werden Sie möglicherweise andere Antworten geben, denn das ist das letzte Geheimnis des Glücks: es kann sich ändern, was wir als Glück empfinden. Das ist auch gut so, denn das bedeutet, dass wir immer noch wachsen und offen für neue Erfahrungen bleiben.

Was macht Sie glücklich? Ich freue mich darauf, Ihre Antworten lesen zu dürfen.


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