Wieso ich faste? – Beitrag zur Blogparade Fastenzeit AD 2014

Fastenzeit AD 2014 Blogparade Bachmichels Andrea Juchem
Fastenzeit AD 2014 Blogparade Bachmichels Andrea Juchem

Ist Fasten nicht etwas altmodisches? Wer macht das heute noch? Hat Verzicht überhaupt einen Platz in unserer Zeit?

Blogparade Fastenzeit AD 2014

Die liebe Andrea Juchem hat auf Bachmichels eine tolle Blogparade gestartet zum Thema Fasten und wie es sich verändert hat. Da ich dieses Jahr wieder die Blogger goes Fastenzeit-Aktion hier abhalte, ist das eine wunderbare Gelegenheit meine Gedanken zum Fasten zu teilen. Macht doch auch mit!

Fastenzeit = Achtsamkeit

Für mich ist die Fastenzeit nichts, was man unbedingt mit der religiösen Seite verbinden muss. Die Zeit vor Ostern, jetzt im Frühling, ist einfach ein passender Zeitraum, der sich für Rituale aller Art anbietet. Ob man nun auf etwas verzichten möchte oder etwas Gutes ins Leben integrieren will.

Achtsamkeit, wieder genau wahrnehmen und hinschauen, das ist es was diese 6 Wochen für mich so wertvoll machen. Ob das nun Verzicht auf Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol ist. Oder auf die digitale Welt oder oder oder.

Entwöhnung ist der erste Schritt

Interessanterweise finde ich es weitaus einfacher, einen kompletten Verzicht durchzuführen, als nur ein wenig einzuschränken. Das ist wie beim Rauchen aufhören, das klappt auch am besten mit einem radikalen Stopp.

Anfangs beim Fasten kommt dann als erstes auch mal der Katzenjammer, wie das bei guten Süchten so üblich ist. Denn das sind sie meistens. Vielleicht nur latent, doch wir befinden uns weitaus häufiger in süchtig machenden Abläufen, als uns das lieb ist.

Es fällt uns nicht mehr auf,

  • wie oft wir wirklich das Smartphone in der Hand haben um nur mal eben schnell zu gucken.
  • Wie häufig noch ein Stückchen Schokolade in unseren Mund wandert, fast als ob es Beine hätte.
  • Wie oft der Fernseher tatsächlich läuft und sich irgendwie nicht von selbst ausschaltet.
  • Wie vielmals in der Woche wir Fleisch und Wurst essen, so als ob es unser Hauptnahrungsmittel wäre.

Hinschauen bringt Kontrolle

Wir nehmen es nicht mehr wahr. Das Praktische daran, dass soviel auf Autopilot in unserem Leben läuft, kehrt sich hier ins Gegenteil.

Erst ein bewusstes wieder Hinschauen, in dem wir uns dafür entscheiden Verzicht zu üben, gibt uns auch wieder Kontrolle über diesen Lebensbereich. Vorher haben wir keine Kontrolle darüber. Dazu braucht es Bewusstheit.

Wer einen guten Grund hat, hält durch

Einen guten Grund für sich zu haben, wieso man jetzt auf etwas Bestimmtes verzichten möchte, ist dabei fast unabdingbar.

Denn wie wir ja inzwischen wissen, ist die Willenskraft eine Kraft die sich über den Tag verbraucht. Und wenn sie erschöpft ist, dann sind wir es auch und fallen wieder in unser altes Muster zurück.

Daher gilt auch hier die alte Regel: sich möglichst wenig den süchtig machen Situationen auszusetzen. Etwas anders machen als sonst, Ablenkungen suchen, all das hilft unsere Willenskraft zu behalten.

Bewusstheit macht das Leben schön

Bewusstheit wieder ins eigene Leben zu bringen, kann soviel Gutes tun. Wir achten wieder besser auf uns. Wir werden langsamer, denn ohne Autopilot hört das Rasen auf.

Manchmal werden wir auch unruhig, weil das Innehalten so ungewohnt ist. Tausend ungedachte Gedanken tauchen auf, für die es erst jetzt wieder Raum gibt. Doch das ist alles nichts Schlimmes. Wir treten einfach nur wieder mehr mit uns Kontakt.

Und wollen wir das nicht alle? In gutem Kontakt mit uns sein? Nur das bewusste Wahrnehmen ermöglicht uns das. Und alles was da auftauchen mag, an Gedanken und Gefühlen, gehört zu uns. Und vergeht auch wieder.

Ruhig werden, dableiben, gütig mit uns selbst sein. All das kann uns Fasten ermöglichen.

Reinigen und loslassen

Wie seit vielen Jahren werde ich in der Fastenzeit wieder auf Alkohol verzichten. Ein bewusster Reinigungsprozess für den Körper.

Das passt dann auch zum Ausmisten und Loslassen, was Thema der diesjährigen Aktion Blogger goes Fastenzeit ist.

6 Wochen lang für 10 Minuten jeden Tag einen anderen Bereich im eigenen Zuhause entrümpeln. Das ist schaffbar und bringt soviel in Gang.

Mach mit!

Wie ist das bei euch mit dem Fasten? Wer selbst seine Gedanken zum Fasten in Worte fassen möchte, sollte die Gelegenheit der Blogparade bei Andrea dazu nutzen.

Und wer noch Lust hat beim Entrümpeln dabei zu sein, sollte sich eilen, denn der Stichtag ist Aschermittwoch! Mitmachen ist ganz einfach: Diesen Beitrag kommentieren und dann bekommt ihr eine Mail von mir, in der alles weitere drin steht.

Was auch immer ihr in der Fastenzeit macht, es möge euch gut tun.

6 Replies to “Wieso ich faste? – Beitrag zur Blogparade Fastenzeit AD 2014”

  1. Danke Alexandra, das ist ein wunderbarer Artikel zum Thema Fasten vom nichtreligösen Standpunkt aus. Und wie immer bei dir, ist es ein Text der zum nachdenken anregt, viele Impulse setzt, der einen weiterbringt und dazu noch toll strukturiert ist.

    Ich danke dir herzlich dafür.

  2. Vielen, lieben Dank für deine wertschätzende Rückmeldung! Dann wollen wir mal hoffen, dass wir noch viele, viele anstecken mit dem Fasten. Ich freu mich jedes Jahr auf diese Zeit.

  3. Liebe Alexandra, schön, dass du die Aktion wieder machst. Ich freu mich und bin dabei! LG Doro

  4. Dein Artikel zum Thema fasten gefällt mir sehr gut.
    Er macht an vielen Stellen nachdenklich über unsere eingeschliffenen Vorgehensweisen.

    Zitat:” …wie oft wir wirklich das Smartphone in der Hand haben um nur mal eben schnell zu gucken.” Das fällt mir in letzter Zeit auch vermehr auf. Ich empfinde es al hochdgradig unangenehm, wenn jemand mitten im Gespräch ständig auf das Handy guckt. Weniger Wertschätzung des Gegenüber geht kaum, oder?

    Die Aufräumaktion ist eine super Idee. Aber ich ahne, 10 Minuten reichen nicht, wenn ich bestimmte Ecken angehe 😉

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