Lebensinventur Teil I

Die Zeit zwischen Weihnachten und Heiligdreikönig nutze ich seit mehreren Jahren für eine Lebensinventur. Die Grundlage dafür stammt von Frau Vera F. Birkenbihl. Es gibt einen ersten Teil, den man am besten noch im alten Jahr macht und einen zweiten, der dann schon im neuen Jahr stattfindet.

Für mich stellt diese Lebensinventur ein wichtiges Ritual dar. Mit diesem ziehe ich ein Resümee über die vergangenen 365 Tage und nehme mir Zeit, mein Jahr aus der Rückschau noch einmal bewusst wahrzunehmen.

Es geht dabei nicht nur um erreichte Dinge wie “mein Haus, mein Auto, mein Pferd”, sondern um ein ganzheitliches Betrachten vom gesamten Lebensumfeld. Natürlich spielen auch Ziele und Prioriäten eine Rolle, doch eben nur zu einem Teil. Und wenn es Ihnen auch manchmal so geht wie mir, dass Sie es schon bald nicht mehr hören können, wie man Ziele richtig gestaltet und herunterbricht usw., dann haben Sie mit der Lebensinventur eine schöne Alternative.

Sie können den Text dazu entweder hier als pdf öffnen oder einfach weiterlesen. Wenn Sie möchten, dann schreiben Sie mir doch Ihre Erfahrungen, falls Sie Lust haben, die Lebensinventur mal auszuprobieren. Den zweiten Teil gibt’s dann im nächsten Jahr. Viel Entdeckerfreude!

Lebens-Inventur (Teil I: Weihnachtswoche)

I. Denken Sie über Ihr (derzeitiges) Leben nach. Dabei können Sie wie folgt vorgehen:

1. Notieren Sie (schnell und spontan!) Ihre derzeitigen Ziele und Prioritäten im Leben.
Bitte beachten Sie: Mit schnell und spontan meine ich so schnell wie möglich. Wenn Sie also nachdenken müssen, so ist das Teil der Aufgabe. Was Sie jedoch vermeiden sollen, ist das Verwerfen von „ersten Formulierungen” zugunsten von „besseren” (damit könnten Sie sich nämlich selbst in die Tasche lügen!)

2. Vergleichen Sie diese mit den Notizen vom Vorjahr:

  • Was ist identisch geblieben?
  • Was hat sich geändert?
  • Welche Ziele haben Sie erreicht?

3. Denken Sie über die veränderten Aspekte nach.
Sie geben Aufschluß über neue Weichenstellungen in Ihrem Leben, die sich auch völlig unbewußt „eingeschlichen” haben können.

II. Erinnern Sie sich bewußt, welche Geschenke Sie für Ihr Leben erhalten haben.

1. Wo liegen Ihre Stärken?

2. Nutzen Sie sie wirklich optimal?

3. Bauen Sie sie systematisch aus? (Das heißt: Arbeiten Sie bewußt an Ihrer ständigen Entwicklung?)

4. Inwieweit können Sie der Welt ein wenig „zurückgeben“, indem Sie Ihre Stärken dazu nutzen, anderen zu helfen, Ihre eigenen Geschenke (ihr Potenzial) systema-tisch zu entdecken und auszubauen?

III. Denken Sie an Menschen, die Sie kannten, die jedoch nicht mehr unter uns weilen.

1. Erinnern Sie sich dankbar an Erlebnisse (inklusive der Weihnachts- und anderer Feste) mit ihnen.

2. Denken Sie an spezielle Erlebnisse mit ihnen, die Ihnen eine wichtige Lehre ge-wesen sind, und fragen Sie sich, ob Sie den Lerneffekt aus diesen Lehren nach wie vor nutzen.

3. Erinnern Sie sich an Ratschläge dieser Personen und fragen sich, inwiefern Sie diese (noch) beherzigen.

4. Und denken Sie an schöne Zeiten mit ihnen und fragen sich, ob es immer noch genügend ähnliche oder vergleichbare Aspekte in Ihrem Leben gibt.

IV. Denken Sie über die Menschen nach, mit denen Sie derzeit intensive Beziehungen pflegen (beruflich wie privat). Fragen Sie sich:

1. Gibt es im Augenblick irgendwelche Spannungen, die Sie gerne vor dem Jahreswechsel bereinigen möchten?

2. Respektieren Sie diejenigen Aspekte in den Inseln (sprich Persönlichkeiten) dieser Personen genügend, die von Ihrer Insel abweichen?

3. Gewinnt das Leben dieser Menschen in irgendeiner Form durch ihre Beziehung zu Ihnen? (Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie doch mal nach.)

Zum zweiten Teil der Inventur (für Anfang des Jahres) geht es hier.

9 Replies to “Lebensinventur Teil I”

  1. Ich hatte es vergessen, dass uns Vera F. ein so sch?nes Geschenk gemacht hat. Danke f?r die Erinnerung daran! ich werde es mit zu meinen Eltern nehmen und noch dieses Jahr erstmals durchf?hren.

  2. Dann w?nsch ich dir viel Spa? damit! Ich hab gestern geschrieben und viel nachgedacht. Danach war mir richtig friedlich zumute.

  3. Hallo Alexandra! Heute (8. Januar) habe ich endlich den ersten Teil bearbeitet. Ich m?chte speziell zur Frage II-4 etwas anmerken [Inwieweit k?nnen Sie der Welt ein wenig ?zur?ckgeben?, indem Sie Ihre St?rken dazu nutzen, anderen zu helfen, Ihre eigenen Geschenke (ihr Potenzial) systematisch zu entdecken und auszubauen?]:
    Als ich diese Frage beantwortet habe, hat sich in mir Widerstand geregt. Ich habe kurz vorher meinen Leitstern, den ich 2003 formuliert habe, durchgelesen und mir kommt es so vor, als w?rde ich den Leitstern von Frau Birkenbihl in dieser Frage lesen. Ich denke, es ist nicht mein Ziel, anderen dabei zu helfen, ihr Potenzial zu entwickeln. Ich w?rde ihnen gerne dabei helfen, wenn ich kann, jedoch weisen meine St?rken, Begabungen und F?higkeiten in eine so deutlich andere Richtung, dass ich diesen Fragenteil f?r mich nicht beantworten kann. Ich m?sste etwas komplett neues erfinden, wenn ich der Welt nur auf diese Weise etwas zur?ckgeben kann. Ich denke, es geht darum, den Fokus darauf zu legen, der Welt ?berhaupt etwas zur?ckzugeben, und sich zu ?berlegen, was das sein kann. “Nutzen bieten” – das mu? nicht die Entwicklung des Potentials Anderer sein.

  4. Das ist ja schön, dass ich hier auch die Jahresinventur wieder finde. Ich mache sie – angeregt durch Frau Birkenbihl – auch seit Jahren und habe sie für mich um einige Punkte erweitert und verändert. In einem früheren Newsletter habe ich das Raster auch in einem Mind Map dargestellt. Wahrscheinlich bastelt sich jeder sein eigenes System. Ich finde es immer wieder schön, das Jahr bewusst auf diese Art abzuschließen.

    Ihnen auch ein friedvolles und schönes Jahr 2007
    Zamyat M. Klein
    ZamyatSeminare

  5. Ihre Anregungen habe ich mit großem Interesse gelesen. Eine gute Idee mit dem Mindmap. Diese Technik verwende ich auch sehr viel. Ist ja nur gut dass es solche Methoden gibt 🙂

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