Ein besonderer Tag an dem es was zu feiern gibt!

Jedes Land hat seine eigenen Feiertage und wahrscheinlich hat jeder von uns seine ganz persönlichen Gedenktage. Heute ist für mich einer davon. Ein Tag, der mich nach fast 20 Jahren wieder in Kontakt mit einer Schulfreundin brachte. Heute vor 4 Jahren am 23. Januar 2006 bekam ich über XING eine Nachricht von Birgit, ob ich denn diejenige welche sei, von der sie dachte, dass ich es sein könnte 🙂

Und so haben wir uns wiedergefunden. Im November 2010, meinem Monat der Dankbarkeit, habe ich einen Tag unserer Geschichte gewidmet. Wer möchte, kann hier gern nachlesen.

Birgit feiert ebenfalls einen zutiefst persönlichen Gedenktag im Januar. Ob man da feiern als das richtige Wort verwenden kann, weiß ich gar nicht so genau, doch sicher ist, dass es diesmal einen Grund zu feiern gibt: Ein Jahr ohne einen schlimmen Schub bei ihrer MS. Doch das lesen Sie am besten bei ihr selbst nach. Hier ist ihre Geschichte zu finden.

Dann wünsch ich uns beiden auf diesem Weg nochmal unser ganz persönliches Happy New Year!

Krümel im Bett Folge 7: Jeder Tag will gelebt sein

An diesem Satz bin ich gestern in der Bibliothek hängen geblieben. Im Vorübergehen.

Jeder Tag will gelebt sein.

Seit dem denke ich über diesen Satz nach. Er ziept und zerrt an mir, pickst mich und lässt mich nicht in Ruhe. Jeder Tag will gelebt sein. Damit bin ich gemeint. Ganz persönlich. Denn nur ich kann meinen Tag leben. Wenn ich es nicht tue, vergeht er auch, doch eben ungelebt, obwohl ich da war.

Bildquelle: flickr / m.prinke

Ich glaube, daran liegt eines der Geheimnisse verborgen: Zwischen da sein und wahrhaft lebendig da sein, liegt ein Unterschied, so groß wie das Meer. Ein gelebter Tag lässt uns abends zufrieden sein. Und dabei kommt es nicht darauf an, was wir geschafft haben, an Punkten abhaken konnten, in die Stunden alles hinein gequetscht haben, sondern ob wir wirklich da waren. Anwesend waren in unserem Leben. Gespürt haben, dass das Leben in uns fließt. Wir das fließende Leben in anderen wahrgenommen haben.

Dazu braucht es ein Hinschauen, ein bewusstes Schauen. Ein sich selbst bewohnen, sich innerlich spüren. Interessanterweise gibt es das Phänomen der sich verlangsamenden Zeit, bei dem, der beginnt im Hier und Jetzt zu sein.

Der Tag will mit Sinn verbracht werden, dann ist er gelebt. Mit allen Sinnen. Wir sind doch allesamt die meiste Zeit Kopfbewohner und der Rest unseres Körpers scheint nur dazu da zu sein, unser Gehirn in der Gegend herum zutragen.

Doch Lebendigkeit drückt sich im Spüren aus. Wie ich sitze, wie sich der Stoff meiner Kleidung auf meiner Haut anfühlt, wie sich der Schluck Wein geschmacklich entfaltet, wie das Essen verführerisch duftet. Wenn wir von geliebten Menschen berührt werden, wenn wir uns im Sport verausgaben, wenn wir ein Haustier streicheln etc.

Dann fühlen wir uns lebendig mit allen Sinnen.

Leben erscheint uns dann am kostbarsten, wenn es am meisten in Gefahr ist. Wenn ein geliebter Mensch, ein Kind schwer erkrankt ist, jemand einen Unfall hatte, wir auf einmal spüren, dass hier etwas Unwiederbringliches geschehen kann. Dann werden wir aufmerksam für jede Sekunde, sind ganz da mit allen Sinnen, wollen vollkommen hier sein.

Ist die Gefahr vorüber, vergeht auch dieser extreme Fokus. Das ist auch gut so, denn niemandem tut es gut in dieser steten Konzentration zu leben. Doch was uns ebenso gut tut, ist es einen Funken der Fokussierung mit uns zu nehmen. Kleine Momente im Alltag zu schaffen, die uns unsere kostbare Lebendigkeit, unser Verankertsein im Leben wieder bewusst machen.

In Zufriedenheit Sinn finden. Unser Leben betrachten unter dem Aspekt was für uns Sinn macht und was nicht. Von was wir viel zu viel tun und es uns nicht gut tut. Und von was wir viel zu wenig tun und es uns so gut tun würde.

Worin finden wir unseren Sinn? Eine große Frage, doch ich glaube, wenn wir beginnen können, jeden Tag ein wenig mehr zu leben, so wie es unser Tag von uns will, dann wird sich der Sinn immer mehr zeigen. Denn nur wenn wir hinsehen, werden wir auch erkennen.

Jeder Tag will gelebt sein.

Was geht Ihnen bei diesem Satz durch den Kopf?

Flourishing – Zeit zum Aufblühen im neuen Jahr

So, nun ist es da, das neue Jahr. Noch blitzeblank und frisch. Traditionell die Zeit der guten Vorsätze und Pläne für die kommenden 365 Tage. Jeder Neubeginn schafft Chancen und hat eine ganz eigene Kraft.

Das was wir uns vornehmen, hat jedoch oft einen etwas schweren Unterton. Wir wollen von etwas weniger machen (z.B. beim Essen) und von was anderem mehr (z.B. Bewegung). Es verlangt uns etwas ab, unser Ziel zu erreichen. Das ist im Prinzip auch nichts verkehrtes. Das was wir uns durch eine gewissen Anstrengung zu eigen machen, ist uns auch mehr wert.

Doch wir vergessen dabei manches mal – oder sind es einfach zu sehr gewöhnt – dass es sich im gewissen Sinne um Leistungen handelt, die wir uns abverlangen. Es fällt uns zuweilen schwer, überhaupt einen anderen Denkansatz zu finden. Unsere deutsche pflichtbewusste Seele, die durch Zentrierung auf Leistungsorientierung unserer Gesellschaft geprägt ist, steckt in dem Denkmuster fest, dass sich etwas Gutes tun, nicht erlaubt ist.

Doch es sollte die Regel und keine Ausnahme sein. Wie passt das mit dem Außenbild zusammen, dass unser Leben nicht zu Unmutsäußerungen und Neid unseres Umfeldes führen soll?

Über diese Frage ließe sich trefflich philosophieren. Allerdings wird das unser Leben nicht wirklich leichter machen.

Ich möchte Sie daher heute einladen, einen – vielleicht für Sie – neuen Gedanken auszuprobieren. Ihn wie ein unbekanntes Gericht zu kosten, nachzuschmecken und mit allen Sinnen zu erfassen. Lassen Sie den Antworten auf folgende Frage freien Lauf:

Was lässt Sie aufblühen?

Was es auch sein mag, spüren Sie einen Moment nach. Vielleicht sind es Begegnungen mit Menschen, die Ihnen dabei durch den Kopf gehen, oder ein ruhiger Abend mit einem guten Buch, eine wohltuende Massage, ein aufregendes Sporterlebnis, Wandern in majestätischen Bergen… Jeder Mensch hat hier andere Momente vor Augen.

Und jetzt springen Sie gedanklich ans Ende dieses neuen Jahres. An den Silvesterabend 2011 und schauen zurück auf Ihr Jahr. Stellen Sie sich vor, wie Sie das ganze Jahr über immer wieder für sich Gelegenheiten zum Aufblühen geschaffen haben. In jedem der 12 Monate gibt es Erinnerungen, die Ihnen ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern und Sie innerlich wärmen.

Wie geht es Ihnen mit diesen Bildern und Gefühlen? Ist es nicht wunderbar, sich selbst so zu erleben? Und im gleichen Maße zu spüren, wie Ihr Aufblühen auch den Menschen in Ihrer Nähe geholfen hat sich aufzurichten, wie Ihnen Ihre Arbeit leichter von der Hand ging und Ihnen das Aufblühen anzusehen ist?

Wie wäre es, wenn Sie im Jahr 2011 sich Zeit zum Aufblühen schenken? Mich erinnert an jedem Monatsanfang mein elektronischer Einkaufszettel daran, mir Blumen zu kaufen. Diese blühenden Wunder sind ein Sinnbild für mich, das Aufblühen immer wieder in mein Gedächtnis zu rufen und mir im kommenden Monat bewusst Zeit zu gönnen und Gelegenheiten zu schaffen, in denen ich aufblühe.

Bei mir sind es zumeist Begegnungen mit Menschen, Stunden die ich fast schon zelebriere, in denen viel gelacht wird und Gespräche geführt werden. Und genauso Stunden des Alleinseins, in denen ich meiner Bücherlust fröne, schreibe und inspirierende Musik höre.

Was lässt Sie aufblühen?