Offene Posten und gute Abschlüsse

Die Überschrift hat nichts mit Buchführung zu tun, wie sich an der Begrifflichkeit vermuten ließe. Nein mir geht es um andere offene Posten, die sich nicht mit Geld ausgleichen lassen.

anker_ohne_boot_213878.jpgWie sieht es in Ihrem Leben momentan in Sachen unerledigte Dinge aus? Eben offene Posten? Das meiste, was man da so vor sich her schiebt, hat emotional richtig Power. Und das macht es oft so schwierig sie abzuschließen bzw. einen Schritt vorwärts zu kommen.

Bildquelle: RainerSturm / pixelio

Machen Sie doch mal spaßeshalber eine Liste. Ob nun gleich schriftlich oder nur erst im Kopf bleibt ganz Ihnen überlassen. Mit was beschäftigen Sie sich schon eine ganze Weile, geht Ihnen im Kopf herum, lässt Sie nicht los? Gibt es vielleicht noch

  • offene gebliebene Gespräche (Streits, Eskalationen, Diskussionen usw.)?
  • sind es so ungeliebte Themen wie die berühmt-berüchtigte Steuererklärung?
  • Anrufe die Sie vor sich her schieben?
  • Entscheidungen die Sie noch nicht getroffen haben?
  • nicht zurückgegebene Dinge?
  • Versprechen, die Sie noch nicht gehalten haben?
  • Geld, dass Sie noch zurückzahlen müssen?
  • Abschiede, die Sie hinausschieben?
  • usw.

Je mehr unerledigtes es in einem Leben gibt, umso mehr Energie ist in diesem Leben auch gebunden. Und um so gebundener, fast schon gefesselter, ist dadurch der Mensch.

Erlebt haben Sie bestimmt schon einmal das Gegenteil, nämlich wie befreiend es sich anfühlt, wenn man lange unerledigtes endlich zu einem guten Abschluss bringen kann. Hier kommt die Energie wieder zurück.

Wenn Sie sich nun spontan für einen Punkt auf Ihrer Liste entschieden haben, dann überlegen Sie nun konkret, was ist hier nötig für einen guten Abschluss, bzw. nächsten Schritt. Und tun Sie das erst mal als Experiment. Nur als Trockenübung. Stellen Sie sich die Frage so, als ob es nicht Ihre Angelegenheit wäre, sondern die eines Freundes/einer Freundin.

  • Was wäre für diese Angelegenheit ein guter Abschluss?
  • Welche Handlung ist dafür als nächstes erforderlich? Was genau ist zu tun?
  • Mit welcher Handlung kommt die Energie wieder zurück?
  • Wer kann Sie dabei unterstützen?
  • Und was für Konsequenzen hat das Nichthandeln? Sprich, wie hoch wird der Preis und was genau ist der Preis für’s Nichthandeln?

Und wenn Sie dies für einen Punkt auf Ihrer Liste geschafft haben, dann nehmen Sie sich doch einfach noch einen vor und gehen genauso vor. Immer in dem Wissen, dass das hier ein Gedankentraining ist. Sie trainieren, eine gewisse Distanz zu wahren und aus dieser Instanz heraus wieder in eine Handlungsfähigkeit zu gelangen.

Denn was uns in diesen Situationen am meisten fehlt, ist Klarheit. Klarheit darüber, was überhaupt alles ansteht, was genau für Auswirkungen auf einen zukommen. Schon allein die Fülle an Gedanken lässt einen oft erstarren. Und genau darin liegt die Gefahr. Nicht mehr unterscheiden zu können, welche Reaktion denn nun angemessen ist und wann die Grenze zum ‘sich selbst verrückt machen’ überschritten wird.

Wer zu nah dran ist, wird den Überblick nicht haben und nicht wahren können. Dieser ergibt sich eben erst aus einer gewissen Distanz. Und das lässt sich trainieren.

Wenn Sie nun Ihre Gedanken geordnet haben und Ihnen klar ist, was ansteht, müssen Sie davon nun nichts sofort umsetzen. Im Gegenteil, Sie sollten es ganz bewusst nur in Gedanken klären und die erforderlichen Handlungen auf Papier festhalten. Und dann legen Sie Ihre Niederschrift bis zum nächsten Tag beiseite.

Lesen Sie sich dann am folgenden Tag Ihre Notizen durch und möglicherweise werden Sie für sich das Gefühl haben, “so, jetzt weiß ich was ich tun kann und möchte es umsetzen.” Wenn Sie dieses Gefühl noch nicht haben, dann überlegen Sie ob der Schritt, den Sie notiert haben, vielleicht zu groß ist und suchen ihn zu verkleinern.

Nähern Sie sich so im wahrsten Sinne schrittweise einem guten Abschluss an. Und erleben Sie dabei wie gut es tut, Dinge zu einem guten Abschluss zu bringen, aus eigener Kraft.

Welche Erfahrungen haben Sie mit diesen offenen Posten gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

2 Replies to “Offene Posten und gute Abschlüsse”

  1. Toller Artikel!
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche “offene Posten” bei mir häufig meist unangenehme Dinge sind, die ich vor mir herschiebe. Oft solche, die im Grunde mit wenig Aufwand erledigt werden können, z.B. ein unangenehmes Telefonat.
    Und solche “offene Posten” haben ja die Eigenschaft, dass sie ständig im Kopf umherschwirren, und oft auch unbewusst Stress verursachen, also richtige Energiefresser. Habe es mir zur Gewohnheit gemacht, diese konsequent abzuarbeiten, einen nach den anderen. Das gelingt mir schon ganz gut – meistens jedenfalls 😉

  2. Dann kann ich nur herzlich gratulieren! Das mit dem wenig Aufwand ist wohl wahr. Es gibt auch die Methode, den tatsächlich benötigten Zeitaufwand für die anstehende Aufgabe zu ermitteln. Dabei ergibt sich häufig das Phänomen, dass es sich nur um eine kurze Zeitspanne handelt. Das ermöglicht wiederum, dass man ins Handeln kommt.

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