Wie man mit Abmahnungen Geld verdienen kann…

GeldscheineBin jetzt auch im Club. In welchem, fragen Sie? Im Club der Abgemahnten. Ja, mich hat’s auch erwischt und das ist auch der Grund für eine fast dreimonatige Blog-Abstinenz.

Denn ehrlich gesagt, hat mich die Sache ziemlich schockiert, da ich nun wahrlich nicht täglich Post von Anwälten bekomme, die eine Stange Geld von mir haben wollen, weil ich ein bestimmtes Wort benutzt habe.

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Vor allem, wenn dieser Begriff schon seit vielen Jahren im Umlauf ist und zum einen Teil ein völlig gebräuchliches Wort ist und zum anderen Teil beschreibend.

Doch das ist noch nicht die ganze Geschichte. Nein, nein, denn es gibt ja noch mehrere Menschen, die diesen Begriff verwenden, nicht nur ich. Und man glaubt es kaum, es sind auch Kunden von mir darunter, die von den gleichen Anwälten eine Abmahnung bekommen haben.

Und warum? Weil diese Kunden eine Workshop-Beschreibung von mir online gestellt haben. Diese Kunden sind natürlich an mich herangetreten und möchten gern Schadenersatz haben, was in diesen Fällen auch verständlich ist, da sie mit der Sache an sich ja nix zu tun haben.

Dies multipliziert die anfallenden Kosten auf die Schnelle, wie sich jeder ausrechnen kann. Denn es braucht jeder einen Anwalt und zu dessen Kosten kommen dann evtl. die Abmahnkosten – wenn schon gezahlt – gleich noch obendrauf…

Das ganze geht noch weiter… Denn der Begriff um den es hier geht “Büro-Kaizen” = ‘Büro-Verbesserung’ wurde von dem doch nicht ganz unbekannten Unternehmen tempus (genau, das sind die mit dem Zeitplansystem, mit dem Prof. Knobloch usw.) durch Herrn Jürgen Kurz meines Wissens bekannt gemacht bwz. “erfunden”.

Da ich in dem Thema (Selbst)Organisation schon sehr lang drin bin, hab ich auch den Newsletter von Herrn Kurz (übrigens sehr empfehlenswert) schon sehr lang abonniert. Der älteste mir noch vorliegende Newsletter in dem der Begriff genannt wird, stammt von 2006, wobei es den Begriff von ihm schon einige Jahre länger gibt.

So, und jetzt dürfen Sie drei mal raten… Genau! Jürgen Kurz ist natürlich auch abgemahnt worden. Das macht doch langsam richtig Laune, nicht wahr?!?

Natürlich möchte ich jetzt das Rätsel auflösen, wer denn nun hinter dieser Abmahnorgie steht: Es ist die Steuerkanzlei SKG / Consulting aus Magdeburg – vertreten durch die Anwaltskanzlei RAe Brehme und Kollegen ebenfalls aus Magdeburg – die im Oktober letzten Jahres (!) den Begriff als Marke eintragen hat lassen. Zu einem Zeitpunkt bei dem der Begriff Büro-Kaizen schon seit  Jahren in großem Maße publiziert und (nicht nur) von seinem Entwickler eingesetzt wird. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Und mal ganz simpel gefragt: Wie vertrauensvoll wirkt eine Steuerkanzlei/Consulting auf Sie, die einen Begriff schützen lässt, der von jemand anderem entwickelt wurde und seit vielen Jahren eingesetzt und bekannt gemacht wird, dann an die, die sich über google zum Wort “Büro-Kaizen” finden lassen (so kommt es mir zumindest vor…) eine Abmahnung sendet, im gleichen Atemzug noch Kunden einer ‘Wort-Verwenderin’ (sprich mich) abmahnt und damit einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht begeht (es handelt sich dabei um eine Abnehmerverwarnung) und sich dann noch gewissermaßen tot stellt, da seit Wochen keine Antwort mehr auf unsere Schreiben kommt???

Sollte ich den Anschein erwecken, dass ich etwas geladen bin, dann könnten Sie damit durchaus richtig liegen. Diejenigen die mich kennen und/oder meinen Blog schon länger lesen, wissen, dass ich ein zutiefst friedvoller Mensch bin und keineswegs dazu neige, auf andere loszugehen. Doch mal ganz ehrlich, irgendwann langt’s.

Es geht mir keineswegs darum, Schutzrechte vom Tisch zu wischen. Wo sie korrekt eingesetzt werden, finde ich sie äußerst sinnvoll und wichtig. Doch in diesem Fall gibt es mehr als einen Verdachtsmoment darauf, dass hier ein Schutzrecht missbraucht wird um daraus Kapital zu schlagen.

Und ich muss noch etwas ganz klar sagen, ohne die absolut professionelle Unterstützung meiner Anwälte hätte ich nicht gewusst, wie ich mit all dem umgehen soll. Denn wie schon erwähnt, lagen hier auf einmal mehrere Rechnungen über insgesamt einige tausend Euro herum.

Und dass meine Kunden natürlich auch nicht begeistert sind, ist ja wohl klar, und Rechtsbrüche begehe ich ja nun auch nicht jeden Tag, so dass ich darin Übung hätte…. Hab halt einfach nur meinen Job gemacht, dachte ich…

Die Sache ist bis jetzt keineswegs vom Tisch und zieht sich inzwischen über mehrere Monate. Und so wie es aussieht, sind wir bestimmt nicht die einzigen, die eine Abmahnung wegen der Verwendung des Begriffes Büro-Kaizen bekommen haben und daher starte ich den folgenden Aufruf:

Sollten Sie oder jemand den Sie kennen, ebenfalls in dieser Sache abgemahnt worden sein, bitte melden Sie sich bei mir! Am einfachsten per email an info@wissensagentur.net

Auch – und vor allem – wenn Sie bereits gezahlt haben, denn es bestehen gute Chancen, dass die Marke beim Patentamt wieder gelöscht wird und damit verbunden besteht für Sie die Möglichkeit den Abmahnbetrag inkl. Ihrer Anwaltskosten geltend zu machen.

Darüber hinaus bin ich über jeden Blogbeitrag und Trackback der zu diesem verlinkt, euch/Ihnen sehr dankbar!

In diesem Fall bitte ich wirklich euch, die Netzgemeinde um Unterstützung, da eine potentielle Abmahnung über jedem von uns wie ein Damoklesschwert schwebt, der sich hier im Internet öffentlich bewegt.

Mögen manche Abmahnungen berechtigt sein, sind es einige – meiner Meinung nach – nicht und ich weiß, wie das Gefühl ist, so einer Situation erstmal hilflos gegenüber zu stehen.

Daher schon jetzt vielen Dank an alle, die helfen diese Sache bekannt zu machen und damit all denjenigen, die auch betroffen sind, eine Chance zu geben, für sich einen guten Abschluss zu finden.