Veränderung - Alle wollen die Welt verändern, aber niemand sich selbst..

Everyone thinks of changing the world, but no one thinks of changing himself (Leo Tolstoi)
Alle wollen die Welt verändern, aber niemand sich selbst.

Meine Güte, wie viel Wahrheit in so wenigen Worten stecken kann.

Mir fällt dazu prompt auch noch dieses Bonmot ein:

Wenn jeder vor der eigenen Tür kehren würde, wäre die Welt sauber.

Foto: Markus Fryzel / @wackyneighbour

Woher kommt diese Ich-Bezogenheit?

Wir sind ziemlich weit gekommen auf unserem Weg des Individualismus. Sich selbst endlich verwirklichen zu dürfen, war der große Treiber aus dem die 68er Bewegung hervorgegangen ist.

Aufbegehren gegenüber dem Konformismus, den einschränkenden Regeln und gesellschaftlichen Grenzen. Das war so wichtig und so überfällig zu dieser Zeit. Doch 50 Jahre später lässt sich feststellen, dass aus dem Wunsch nach Selbstverwirklichung eine pervertierte Form geworden ist, in der Narzisten und Egoisten immer mehr das Zepter übernehmen.

Die Welt besteht nur noch aus mir und meinen Wünschen. Das Ich ist das Wichtigste in dieser Sichtweise und wird zelebriert bis der Arzt kommt.

Jeder will der Held seiner eigenen Show sein. Ohne Rücksicht auf Verluste. Schließlich ist das jetzt der Zeitgeist und auf andere Rücksicht nehmen ist out.

All das gipfelt in einer Welt des höher, schneller, weiter. Ob das der fette SUV ist, der vor der Haustür steht, das teure Sportgerät mit der hippsten Klamotte dazu, die besten Restaurants müssen es sein und überhaupt muss man auf jeden Fall besser dastehen, als der Nachbar, Kollege, Sportkumpan oder anderen Familienmitgliedern.

Wasser predigen, aber Wein trinken?

Was sich in unserer Welt im großen wie im Kleinen abspielt (man muss nur auf Trump und Konsorten gucken oder auf den unfassbaren Zulauf zur AfD in unserem Land) ist ein großes STOPP Signal für mich. Es ist der Schuss, den anscheinend immer nicht alle gehört haben.

Besseres Klima wollen schon alle haben, aber dafür auf tägliches billiges Fleisch verzichten? Nein, soweit geht die Liebe ja dann doch nicht.

Um Schwächeren zu helfen mal regelmäßig spenden … Ach nee, für das Geld könnte man sich ja selbst was Schönes kaufen.

Sich ehrenamtlich zu engagieren für den Ort und die Menschen die es nicht so leicht haben? Ach nee, ich hab eh schon keine Zeit, weil es ja soviel Freizeitstress zu bewältigen gibt und Fernsehschauen will man ja schließlich auch noch.

Ja, ich weiß, das kommt alles etwas sarkastisch daher und dir ist sicher klar, dass ich noch lange so weitermachen könnte. Vielleicht fühlst du dich auch gerade ein wenig unwohl mit all diesen Gedanken.

Glaub mir, das ist ein gutes Signal. Es bedeutet nämlich, dass dir die Empathie noch nicht abhanden gekommen ist.

Ein gelingendes Leben braucht andere Menschen

All diese Ich-Zentriertheit schneidet uns ganz automatisch immer mehr von anderen Menschen ab. Wir gehen aus Verbindungen heraus durch unser egobasiertes Verhalten und damit sinkt auch das Vertrauen, das wir in andere haben.

Da ist es kein Wunder, dass unsere Welt langsam vor die Hunde geht, denn ohne Vertrauen in andere gibt es keine funktionierenden Gemeinschaften und diese wiederum sind ein wesentlicher Bestandteil für den Fortbestand unseres Lebens.

Zu dramatisch meinst du? Dann ich will ich dir gern ein paar Fakten dazu mitgeben:

Höheres Misstrauen geht mit einer höheren Sterblichkeitsrate einher. Wer misstrauisch ist, unterhält weniger Verbindungen. Diese sind ein weit wichtiger Garant für unsere Gesundheit als alles andere. In diesem Artikel habe ich mehr dazu geschrieben.

Was also tun?

Es ist also an der Zeit, dass wir uns darüber Gedanken machen, was es zu einem vor unserer eigenen Tür zu kehren gibt – um unseren Teil zu einer funktionierenden Gemeinschaft beizutragen – und zum anderen was du tun kannst, um anderen zu helfen vor deren Tür zu kehren, wenn sie das allein nicht mehr so gut schaffen.

Ja ich weiß, dass wir alle gut beschäftigt sind, doch wenn man ehrlich auf sein Leben schaut, wie viel von dem beschäftigt sein, ist die Zeit wirklich wert?

Wie viel Zeit verplempern wir? Vor dem Fernseher, vor dem Handy, am PC?

Wo sind wir zu egoistisch? Wo pflegen wir unsere Ich-Zentriertheit auf Kosten anderer? Wo wäre unser Mitgefühl und Hilfe vonnöten und wir nehmen es gar nicht mehr wahr?

An dieser Stelle möchte ich nochmals das eingangs erwähnte Zitat bringen:

Jeder denkt darüber nach die Welt zu verändern und niemand denkt darüber nach, sich selbst zu verändern.
(Leo Tolstoi)

Beginne jetzt damit. Nimm dir jetzt Zeit um darüber nachzudenken, wo du dich selbst verändern solltest.

Ich bin mir tausend prozentig sicher, dass dir sofort Verhaltensweisen und Angewohnheiten einfallen, die du an dir ändern könntest. Wir alle haben sie, diese unachtsamen Ticks.

Ja, es erfordert Mühe und Anstrengung sich zu ändern und ja, das macht auch nicht wirklich Spaß.

Doch auf lange Sicht gesehen tust du dir damit den größten Gefallen.

Wer darauf achtet, wie sich sein Leben auf die anderen in seiner Umgebung auswirkt und welchen Einfluss es auch im großen Ganzen hat, der wird erleben, dass Verbundenheit, Empathie und Mitgefühl das Beste ist, was ihm passieren kann.

Wer es schafft, sein zu groß gewordenes Ego wieder auf Normalmaß zu stutzen und jeder aufgeblasenen Ich-Zentriertheit die Luft auszulassen, wird mit Lebensfreude und Zufriedenheit belohnt.

Wir sind nicht was wir besitzen oder wie wir uns darstellen, wir sind unser Verhalten. Und das haben wir alle in der Hand.

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