Ist bei dir auch wegen Überfüllung geschlossen…?

PapierflutHast du auch das Gefühl, dass dein Briefkasten immer voller geworden ist über die letzten Wochen?

Kein Wunder, denn spätestens im Dezember, wenn die Weihnachtszeit bevor steht, wollen uns alle noch was verkaufen.

Eine Werbung türmt sich auf der anderen, bis der Briefkasten komplett vollgestopft ist.

Nur Müll?

Unter diesen ganzen Werbeschreiben sind jedoch auch Briefe die wichtig sind. Wir müssten den Inhalt lesen, bearbeiten und ablegen.

Doch leider kommen wir so selten dazu und dann stapelt sich die Post an allen Ecken und Enden im Haus. Manche Briefumschläge noch geschlossen, manche fein säuberlich geöffnet und das Schriftstück wieder hineingepackt.

Irgendwann finden wir schon Zeit, dass wir das endlich erledigen…

Die lange Bank ist lang…

Aus Platzmangel wird der Stapel gern mal von einem Fleck zum anderen geschoben, landet vielleicht auf dem Schreibtisch in einem Ablagekorb, der mit der Zeit gefühlt so hoch wie die Alpen wird.

Am Ende des Jahres „droht“ die Steuererklärung und das ist eine Sache die mehr Menschen in die Flucht schlägt als der Zahnarzt 😉

Ist es nicht Zeit, endlich mal klar Schiff zu machen mit dem ganzen Papierkram?

Wie wäre es, wenn du ab dem nächsten Jahr alle deine Papiere im Griff hast?

  • Nie mehr hektisch nach Unterlagen suchen und verzweifeln dabei, weil sie einfach nicht auftauchen wollen.
  • Nie mehr Fristen übersehen und die Steuererklärung mit links machen.
  • Nie mehr überfordert fühlen mit all den Papiersachen und ein Ordnungssystem haben, dass sich wie von allein sauber hält.

Damit auch dir das gelingt, werden wir dem Papierkram gemeinsam den Kampf ansagen!

Morgen startet dazu die kleine, kostenfreie Serie „So zähme ich meinen Papiertiger!“ Wenn du dabei sein magst, dann spring mit mir in die Manege und mach mit beim kleinen Dompteurlehrgang!

Es kann ja wohl nicht sein, dass uns etwas so simples wie Papier den letzten Nerv raubt, oder?

Nie mehr suchen, alles finden! Zähme auch du deinen Papiertiger. Sei dabei!

Wissen – Selber denken gewinnt – es wird Zeit, dass wir endlich lernen lernen

Wie sich das Wissen verändert.
Eine kleine Serie in vier Teilen.

Das richtige Finden will gelernt sein

Im Netz gibt es Raum für alles und nichts. Wie ich mich auf die Suche begebe ist technisch gesehen der einfachste Teil. Dazu müssen nur ein paar Maus- und Klickbewegungen gemacht werden.

Doch gelangen wir auch dorthin, wo wir hinwollten? Das ist nun in der Tat die große Frage. Oder vielleicht sogar noch einen Schritte davor: Wissen wir denn wirklich wo wir beim Suchen hinwollen?

Wenn ich so manches Mal die Möglichkeit habe, anderen beim „googlen“ über die Schulter zu schauen, wird mir wieder bewusst, dass „wie recherchiere ich“ kein Fach ist, das unsere Schule lehrt. Genausowenig wie die Fähigkeit gelehrt wird aus der Vielzahl von Informationen das Relevante zu filtern.

Lesen ist doch kinderleicht, oder?

Doch davor kommt noch eine sehr viel simplere Tatsache zum Tragen: ob nun unser Wissen in Buchform oder im Internet zu finden ist, es ist in den meisten Fällen Text.

‚Na und?‚ mag der der oder die andere denken. Doch mitnichten. Denn lesen können mag als selbstverständlich gelten, jedoch liegen zwischen lesen und Textverständnis ein Meer.

Lesen ist nicht etwas, das sich automatisch verbessert nur weil ich es einmal gelernt habe. Nein. Lesen benötigt Übung genauso wie jede andere Fähigkeit die wir lernen.

Kein Mensch käme auf die Idee, von jemandem der die Tonleitern samt Noten gelernt hat, zu verlangen, dass er Mozarts Alla Turka auf dem Klavier fehlerfrei und mit Ausdruck in Leichtigkeit herunterspielt ohne vorherige regelmäßige Übung.

Was bringt Übung tatsächlich?

Übung, die soweit führt, dass die technische Fertigkeit derart ausgeprägt ist, dass es möglich ist, sich auf den Ausdruck zu konzentrieren. Denn das geht nicht andersrum. Erst wenn jeder Finger in der Lage ist, wirklich die richtige Taste in der richtigen Reihenfolge zu treffen, kann ich mich auf Stil, Ausdruck und Emotionen, die mein Spiel zeigen soll, einlassen.

Um das auf’s Lesen zu übertragen: Es glauben viele, dass sie, um etwas zu lernen, etwas herauszufinden, etwas zu verstehen das auf Text basiert, nicht regelmäßig lesen müssen.

Und nein, sich in facebook oft aufzuhalten und der Sportteil der Zeitung ist keine ausreichende Übung.

Recherchieren und Fragen stellen = lernen

Im Internet, dem Netzwerk des Wissens, brauchen Sie viele dieser Fähigkeiten, wenn Sie wirklich daraus lernen wollen, wachsen sollen, vielleicht sogar etwas beitragen wollen.

Lesen ist die Grundlage von allem inhaltlichen Lernen. Je mehr Übung jemand darin hat, umso größer der Wortschatz ist, umso schneller erschließt sich der Text und umso einfacher wird es Texte, beim Überfliegen nach dem tatsächlich relevanten, durchzusuchen und es auch zu finden.

Daraus ergibt sich auch, dass das Recherchieren immer besser gelingt, denn es bedeutet, dass wir lernen uns Fragen zu stellen. Fragen, die wir wirklich beantwortet haben wollen.

Wir lernen Metadaten und Schlagworte zu erkennen, nach ihnen zu suchen und dadurch unsere Suchergebnisse nach und nach zu verfeinern. Wenn wir Fragen stellen, bleiben wir beim Thema und schweifen nicht so sehr ab.

Selber denken gewinnt

Beim Auseinandersetzen mit den gefundenen Ergebnissen sollten wir nicht den Fehler machen, alles so hinzunehmen wie es dort steht. Howard Rheingold wird in Weinbergers Buch zitiert mit seinem Begriff der benötigten „Alphabetisierungskampagne„.

Er versteht darunter, dass wir angehalten sind kritisch zu hinterfragen, zu den Quellen vorzudringen und möglichst verschiedene Ansichten zu einem Thema zu Rate zu ziehen. Mit den neuen Medien wie Cloud-Diensten lernen virtuos umzugehen, Sharing als Grundlage für Wissensvernetzung wirklich zu nutzen und Zusammenarbeit im Wissenserwerb als selbstverständlichen Bestandteil des eigenen Lernens aktiv einzusetzen.

Und auch wenn es uns manchmal zutiefst auf die Nerven gehen mag, sollten wir konträr laufende Meinungen anhören, damit unseren „Spiegelsaal“ regelmäßig verlassen, da wir sonst nur von Gleichdenkenden umgeben sind.

Das macht das Lernen unbequem, doch wir entgehen damit der Gefahr blind zu werden für Seiten eines Themas, die eine hohe Relevanz haben und uns nicht so in den Kram passen.

Kritik zulassen und Unterschiede aushalten

Mit diesem Netzwerk des Wissens ist es inzwischen auch möglich zu allem und jeden seinen Senf hinzuzugeben. Das auch manche – in unseren Augen Spinner oder Trolle – zur Genüge machen. Doch das bedeutet auch, dass wir lernen müssen damit umzugehen wenn wir mehr Kritik ernten als uns lieb ist und mehr Unterschiede hinzunehmen.

Denn so ist sie nunmal unsere Welt. Komplex und widersprüchlich.

Vielfalt auskosten

Doch wer es schafft immer wieder über seinen Tellerrand hinaus zu schauen und vielleicht sogar mal von einem anderen Teller zu probieren, wird feststellen, dass es ungemein faszinierend sein kann, die Vielfalt auszukosten.

In diesem Sinne üben Sie diese Fähigkeiten:

  • Lesen Sie was das Zeug hält
  • lernen Sie Fragen zu stellen
  • und Ergebnisse kritisch zu beleuchten.

Tauchen Sie aus Ihrer Welt immer wieder mal heraus und lassen sich von der Vielfalt des Wissens und der Ansichten überraschen. Nehmen Sie teil und werden Sie ein Teil dieser neuen Wissenswelt!

Dies war der letzte Teil der kleinen Serie rund um die neue Wissenswelt.

Was schätzen Sie momentan als weitere wichtige Fähigkeit ein für diese neue Wissenswelt?

Monat der Dankbarkeit Tag 19 Zufälle und Gelegenheiten: wieder was gelernt

Heute ist der 19. Tag meines Dankbarkeitsmonats. In dieser Woche möchte ich meinen Fokus auf Zufälle und Gelegenheiten legen, denen ich dankbar bin.

Wenn ich im Auto unterwegs bin, hör ich ja kaum Radio. Muss ich einige Stunden fahren schalte ich ab und zu Bayern2 ein. Die Beiträge finde ich durchwegs interessant und ich hab dadurch schon einiges für mich neues erfahren. So auch bei dieser einen Gelegenheit:

Irgendwann im Frühsommer in diesem Jahr war ich grad auf dem Heimweg nach einem Vortrag. Es war schon nach 22 Uhr und ich hatte das Radio angestellt. Dabei bin ich schon nach ein paar Sätzen völlig fasziniert hängengeblieben. Das Thema war „Philosophieren mit Kindern“ Der Beitrag brachte zusammengeschnittene Szenen aus Grundschulen, bei denen Kinder von 7-10 Jahren unter Anleitung sich selbstgewählten Themen wie ‚Was ist der Sinn des Lebens?‘ (!) näherten.

Bildquelle

Ganz ehrlich, die Antworten haben mich fast umgehauen. Unglaublich, was diese Kids sich für tiefgreifende Gedanken machten und wie konzentriert sie bei der Sache waren.

Danach gefragt, was ihnen denn am besten am Philosophieren gefallen würde, kamen sehr häufig Sätze wie ‚es ist toll, dass ich sagen darf, was ich denke, ohne dass ich niedergemacht werde‚ oder ‚jeder darf ausreden und niemand wird unterbrochen‚ oder ‚jeder hat recht mit dem was er sagt und es geht nicht um richtig oder falsch‚.

Ich saß vollkommen fasziniert im Auto und dachte nur, genau, das möchte ich auch lernen. Als ich daheim angekommen war, war es zwar schon mitten in der Nacht doch ich ging nochmal online und hab mir die im Radio genannte Internetseite näher angesehen.

Das Projekt Kinder philosophieren wurde 2003 von Roswitha Wiesheu und Prof. Dr. Karlfriedrich Herb initiiert. Inzwischen gibt es die Akademie dazu und ein breit angelegter Modellversuch in bayerischen Schulen ist abgeschlossen. Die Erfolge sind bahnbrechend. Vor allem in Brennpunktschulen in München mit vielen Kinder mit Migrationshintergrund konnten wunderbare Erfolge verzeichnet werden. Die Aggressivität sank und das Verständnis der Kinder untereinander konnte wachsen.

Die Kinder und Jugendlichen lernen ihren eigenen Ansichten zu vertrauen und gleichzeitig die Meinung anderer als Bereicherung für die eigenen Gedanken zu empfinden. Philosophieren stärkt die kognitive Leistung in vielen Lebensbereichen und erweitert die eigene Denkfähigkeit ungemein.

Schon als ich die Sendung im Radio hörte, wollte ich mich unbedingt näher mit diesem Konzept beschäftigen. Und diese genutzte Gelegenheit hat mich bereits in einem Workshop praktisch philosophieren erleben lassen und absolut darin bestätigt, dass es gut war, in diesem Fall Kairos beim Schopf zu packen. Ich werde bestimmt weitermachen und weitere Kurse besuchen.

Selbstverständlich lässt sich nicht nur erlernen mit Kindern zu philosophieren, sondern natürlich ebenso mit Erwachsenen. Und ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, sich bei Interesse näher damit zu beschäftigen. Hier ist die Akademie zu finden.

Edit: Dank _phoeni hier die Links zum zugehörigen Podcast und zur Nachlese des Beitrags von Bayern2.

DANKE

Welche Gelegenheit neues zu lernen, lässt Sie dankbar werden?

Bildung ist das einzige Erbe

Bildung ist das einzige Erbe.

Dieser Satz ist mir absolut prägnant im Gedächtnis geblieben. Er stammt von einem Vater aus Peru, der zwei Kinder hat und mit seiner Familie in äußerst ärmlichen Verhältnissen lebt. Seine Kinder haben die Chance durch das Projekt One Laptop per child OLPC von Nicolas Negroponte an der „großen“ Bildung der Welt partizipieren zu können. Und dadurch ihre Möglichkeiten auf ein erfülltes, glückliches und gesundes Leben unendlich zu erhöhen.

Bildquelle: OLPC

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt die Armut durch Hilfe zur Selbsthilfe zu bekämpfen und setzt dabei auf Bildung. Vor kurzem lief auf arte tv ein Dokumentarfilm zum Projekt OLPC und es wurden Familien, Kinder und Schulklassen in Peru und Ruanda begleitet, die durch die Beteiligung der jeweiligen Staatsregierungen an dem Projekt teilnehmen können. Dieser Film hat mich sehr berührt.

Die Freude der Kinder zu sehen, als es endlich soweit ist und die Laptops in der Schule ankommen und ausgepackt werden. Der Eifer und die Begeisterung all dieses neue auszuprobieren, ohne Berührungsängste mit dem Laptop zu arbeiten und mit den anderen SchülerInnen im Verbund gemeinsam zu lernen.

Dazu kommt ein weiterer interessanter Gedanke: Durch die Programmiermöglichkeiten lernen Kinder sich selbst beim Denken zuzusehen und zu lernen, WIE ihr denken funktioniert. Dieses Meta-Lernen über das Lernen ist der Katalysator für alles neue, das es zu erarbeiten gilt. Das Prinzip des Selbstlernens, des gemeinsamen Ausprobierens, das voneinander Abschauen und eigenes Wissen ganz selbstverständlich wieder in die Gruppe zurückzugeben, macht die Kinder stark. Und lehrt sie, dass Wissen teilen reich macht. In vielerlei Hinsicht.

Die Kinder dürfen die Geräte mit nach Hause nehmen und können auch dort daran arbeiten. Der XO-1 macht sich in der ärmlichen Umgebung noch bizzarrer aus, als er ohnehin schon aussieht mit seinen grünen Antennen-Ohren. Im Gespräch mit dem Filmteam spiegelt sich auf den Gesichtern der Eltern Stolz, Überforderung und Hoffnung gleichermaßen. Sie haben nichts an Wert was sie ihren Kindern hinterlassen könnten.

„Bildung ist das einzige Erbe, was ich meinen Kindern mitgeben kann. Das einzige.“ Diese Worte spricht der Vater sehr leise und doch haben sie eine unglaubliche Kraft. Denn damit öffnet sich eine neue Welt. Und seine Kinder haben die Möglichkeit ein Teil dieser Welt zu sein. Es aus dem Elend der Armutspirale heraus zu schaffen. Und das gemeinsam mit anderen Kindern, begleitet durch LehrerInnen die sie darin unterstützen auf ihre Art sich dem Neuen zu nähern.

Auch wenn es Kritik an dem Projekt gibt, vornehmlich von anderen Firmen und Organisationen die darin ein Konkurrenzprodukt sehen, gilt es die Vision im Auge zu behalten. Bildung zu erlangen ist vor allem für die ärmsten Ländern die große Chance wirklich etwas verändern zu können, da es von den eigenen Kindern, in der eigenen Kultur angetriebene Veränderungen sein werden.

Für mich persönlich ist jede Initiative Bildung zu schaffen ein elementarer Bestandteil der Aufgabe von jedem von uns. Jeder Mensch den ich an meinem Wissen teilhaben lasse, hat dadurch die Möglichkeit zu wachsen. Genauso ist es umgekehrt, dass sich das Wissen der anderen für mich als Reichtum erweist, der mehr wird und sich nicht verringert durch teilen.

Wieviele von uns machen tagein tagaus ihren Job ohne groß noch darüber nachzudenken. Das was es neu zu lernen gibt, macht man halt so mit. Doch wer teilt denn sein Wissen wirklich noch mit anderen? Wer hat nicht Bedenken, dass er dadurch überflügelt werden könnte? Wo ist die Begeisterung geblieben, mit der sich etwas neues einprägt?

Wie wäre es wieder etwas von dem Geist, der OLPC verbreitet, wieder ins alltägliche Leben zurückzuholen? Wieso nicht kleine und kleinste Bildungsinitiativen in Firmen zu starten, in Gemeinden, in Vereinen? Jeder von uns kann etwas besonders gut und das ist es wert weitergegeben zu werden. Im Großen wie im Kleinen.