Lesefutter – Folge 12

Meine Leidenschaft für Bücher ist ungebrochen. “Schuld” an meinem Dasein als Leseratte ist meine Mama, die mir von klein auf die Liebe zu Büchern näher gebracht.

Daher gibt es auch heute nochmal 5 Bücher, die ich absolut empfehlen kann. Diesmal 3 Romane, eine Autobiographie und ein Sachbuch, von dem ich denke, dass es in keinem guten Haushalt fehlen sollte. Doch lest am besten selbst:

Happy Money – Elizabeth Dunn

Buch Happy money Elizabeth DunnDer Name des Buches ist absolut Programm. Elizabeth Dunn und Michael Norton zeigen die 5 Prinzipien des klugen Geldausgebens auf und untermauern sie mit wissenschaftlichen Belegen.

Wer sich

  • Erlebnisse statt Dinge kauft
  • sich etwas Besonders gönnt
  • sich Zeit kauft
  • sofort bezahlt und später konsumiert
  • in andere Menschen investiert

wird sich durch Geldausgeben glücklich machen.

Das Buch ist absolut faszinierend zu lesen und die Erkenntnisse sind sofort im eigenen Leben anwendbar. Oft sind es nur die kleinen Änderungen, die wir in Sachen Geldausgeben vorzunehmen brauchen, um sehr viel mehr dadurch glücklich zu sein.

Die Prinzipien werden keineswegs auf Privatpersonen beschränkt sondern zeigen auch auf, wie Firmen diese 5 Prinzipien klugen Geldausgebens anwenden können, um mehr Glück im Unternehmen zu erzeugen.

Lesen Sie dieses Buch und Sie werden sofort anders auf Ihr Verhalten beim Geldausgeben achten!

Für mich absolut empfehlenswert und sollte tatsächlich in jedem Haushalt stehen.

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Good Morning, Mr. Mandela – Zelda la Grange

Buch Good morning mr Mandela Zelda la GrangeZelda la Grange erzählt in diesem Buch von den 20 Jahren an der Seite von Nelson Mandela. Sie war seine persönliche Assistentin und begleitete ihn auf viele Reisen.

Auch wenn sie ihre persönliche Geschichte erzählt ist es zugleich die Beschreibung des schwierigen Weges eines Landes aus der Apartheid.

Zelda wurde als weißes Mädchen ebenfalls im Sinne der Apartheid erzogen. Die Dinge waren eben so wie sie waren und das wurde auch nicht groß in Frage gestellt. Sie war immer fleißig und bemüht beruflich voran zu kommen und beginnt in Regierungsämtern zu arbeiten.

Als sie die Möglichkeit hat sich beruflich und örtlich zu verändern, greift sie zu. So landet sie schließlich ganz unverhofft im Bürostab des neuen Präsidenten Mandela.

Er wollte seinen Traum der Regenbogennation wahr werden lassen und begann dazu im eigenen Haus. Sein Team war gemischt aus schwarzen und weißen MitarbeiterInnen.

Die Schilderungen im Buch zeigen einen äußerst hart arbeitenden Mann mit unglaublicher Weitsicht, einen begnadeten Menschenkenntnis und seinem unermüdlichen Kampf für die innerliche Vereinigung des Landes.

Denn das ist es, was nötig ist. Einen innerer Wandel in den Köpfen und Herzen der Menschen herbeizuführen, nur so kann die langjährige Zeit der Apartheid von einer Gemeinschaft aller abgelöst werden.

Auch in Zelda vollzieht sich dieser Wandel. Je mehr und intensiver sie mit Mandela zusammenarbeitet. Sie ist zum Teil rund um die Uhr für ihn da. Seine Energie scheint unerschöpflich. Allein die Dichte der Reisen, Gespräche, Veranstaltungen die sie beschreibt, lassen einen schwindlig werden.

Es ist ein sehr persönliches Buch und ein Zeitzeugnis über eine der wichtigsten politischen Umwälzungen weltweit.

Wer auch nur im Entferntesten etwas mit dem Menschen Mandela anfangen kann und gern ein wenig hinter die Kulissen Südafrikas schauen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Absolut lesenswert!

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Altes Land – Dörte Hansen

Buch Altes Land Dörte HansenEin Buch wie ein Bildermeer. Vera kommt als polnisches Flüchtlingskind, zusammen mit ihrer Mutter Hildegard von Kampe, auf einen Hof im Alten Land (das Hinterland von Hamburg).

Die Bäuerin, Ida Eckhoff; ist überhaupt kein Freund der Flüchtlinge, die auf ihrem Hof landen. Hildegard und Ida führen erbitterte Revierkämpfe, an dessen Ende dann auch eine Tragödie steht.

Vera wird den Hof erben und sich doch ihr Leben lang als Flüchtling fühlen. Nachdem ihre Mutter nach Hamburg in ein neues Leben gezogen ist, bleibt sie als schrullige Einzelgängerin und gefürchtete Zahnärztin des Dorfes allein auf dem Hof.

Bis eines Tages ihre Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn auftaucht. Geflohen vor einer zerbrochenen Ehe und einem Leben in dem sie sich schon lange nicht mehr zu Hause fühlt.

Die beiden Frauen finden Wege einander das zu geben, was sie brauchen und so darf eine innerliche Heilung wie nebenbei geschehen.

Das Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Zum Teil so pointiert und treffsicher, dass es kaum möglich ist, sich diesem Witz und genauen Blick zu entziehen.

Auf der anderen Seite ist die Erzählung poetisch und es scheinen aus Worten gemalte Bilder zu sein. Die Landschaft und die Menschen erstehen wie gezeichnet vor dem inneren Auge.

Für mich war das Buch ein absoluter Lesegenuss!

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Die geheime Braut – Brigitte Riebe

Buch Die geheime Braut Brigitte RiebeIm 16. Jahrhundert strandet eine ehemalige Nonne in Wittenberg. Susanna findet im Haus von Martin Luther Zuflucht und arbeitet dort als Magd.

Luther hatte vor einigen Jahren seine 95 Thesen angeschlagen und betreibt weiter intensiv seine Studien. Seine Frau Bene ist damit beschäftigt, alles am Laufen zu halten und ihre Kinder gesund durchzubringen.

Just zu dieser Zeit bekommt der bekannte Maler Cranach einen Auftrag der es in sich hat. Von einem Unbekannten werden “die drei Grazien” beauftragt. Ein heute noch sehr bekanntes Werk.

Die Crux an der Sache ist, dass der Unbekannte die drei Frauen nackt abgebildet haben möchte und er macht klare Anweisungen darüber, wer die erste der Grazien zu sein hat. Es geht dabei um eine äußerst heikle Angelegenheit, den es handelt sich um eine Adlige, die Jan, der Gehilfe von Meister Cranach, malen soll.

Das ganze ist ihm nicht ganz geheuer und seine Ahnungen sollen sich auf grausamste bewahrheiten, denn kurz nachdem das Bild fertig ist, wird die erste Grazie tot aufgefunden.

Gleiches Schicksal ereilt auch die zweite Grazie und die ganze Stadt ist in Aufruhr.

Der unbekannte Auftraggeber fordert die Frau Luthers als dritte Grazie. Jetzt ist guter Rat teuer und Luther glaubt an ein Komplott gegen ihn und seine Ideen.

Susanna, die Magd, erklärt sich bereit den Lockvogel zu spielen und als dritte Grazie anstatt Luthers Frau Modell zu stehen. Ein äußerst gefährliches Spiel, doch ihr Herz gehört inzwischen Jan, dem Malergehilfen und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Historische Romane gibt es nun wahrlich wie Sand am Meer. Doch Brigitte Riebe, die Autorin dieses Buches, versteht es etwas Besonderes daraus zu machen. Nicht umsonst ist sie Historikerin.

Der geschichtliche Hintergrund ist akribisch recherchiert und das erzählte Alltagsleben nimmt einen mit ins 16. Jahrhundert.

Wie der Mensch Luther gelebt haben könnte und in welchem Umfeld seine 95 Thesen entstanden, gibt dem Roman eine weitere, hochinteressante Ebene.

Wer sich für Historie und spannende Erzählungen gleichermaßen begeistern kann, wird mit diesem Werk seine Freude haben.

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Ein Jahr auf dem Land – Anna Quindlen

Buch Ein Jahr auf dem Land Anna QuindlenRebecca war eine gefeierte Fotografin die mit “Stillleben mit Brotkrümeln” jahrelang einen kommerziellen Erfolg erzielte, der ihr ein sorgenfreies Leben ermöglichte.

Dabei war es keineswegs ein durchkomponiertes und geplantes Foto, sie hatte lediglich das Geschirr fotografiert, das sich nach einer unerwarteten Feier in ihrer Küche stapelte.

Sie hielt nichts davon, Gegebenheiten zu verändern, etwas mehr dorthin oder hierhin zu rücken, bevor sie auf den Auslöser drückt. Sie bevorzugt die Realität, wie sie sich zeigt.

Als sie 60 wird, versiegt der Strom der Einnahmen und sie zieht auf’s Land um Geld zu sparen. Ihre Ehe war bereits vor vielen Jahren gescheitert, ihr Sohn mehr oder weniger erfolgreich beim Film und ihre betagten Eltern pflegerisch untergebracht. All das musste sie mitfinanzieren.

So landet sie in einem kleinen Häuschen auf dem Land, bei dem die Idylle sich rasch als doch sehr fehlerbehaftet herausstellt. Sie hat keine Übung mit Leere und Stille und findet sich nur schwer zurecht.

Ein Waschbär, der auf ihrem Dachboden haust, beschert ihr die Bekanntschaft von Jim, dem örtlichen Dachdecker. Er ist immer mehr von dieser zurückgezogenen Frau fasziniert und versucht Gelegenheiten zu schaffen um Zeit mit ihr verbringen zu können.

Rebecca dagegen hat immer die Zahlen ihres zu geringen Einkommens im Kopf und ist froh um jede noch so kleine Einkommensquelle durch ihre Bilder.

Sie streift viel im Land umher und macht Bilder von Dingen, bei denen sie das Gefühl hat, dass es genauso stimmt wie sie es abbildet.

Der Roman gleitet scheinbar mühelos dahin. Wir begleiten Rebecca auf einer Häutung von ihrem alten Leben und der Suche nach einem neuen.

Anna Quindlen hat einen messerscharfen Blick auf die Feinheiten des Lebens und ihre Schilderungen treffen oft so genau zu, dass es fast weh tut.

Das Buch hat keinerlei Längen, Wörter zuviel oder ablenkende Nebengeschichten. Ein dichtes Portrait einer Frau die lernt mit 60 nochmal neu anzufangen.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an in Bann gezogen und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!