Nachgehört – Podcast Review #3

Heute die nächste Folge von nachgehört. Es gibt, wie immer, viel zu viel Gutes zu Hören.

Daher hier wieder eine Auswahl mit podcasts die ich sehr interessant und hörenswert fand. Es ist eine bunte Mischung aus allen möglichen Bereichen des Lebens. Vielleicht ist auch für euch das eine oder andere dabei.

Feldenkrais – Bewusstheit durch Bewegung

Moshe Feldenkrais ist der Begründer der gleichnamigen Bewegungslehre. Ein ungewöhnlicher Mann mit einem sehr vielfältigen Leben.

Dabei wirkt die Methode “Bewusstheit durch Bewegung” bei jedem Menschen anders. Die einen werden “nur” ihre Rückenschmerzen los, andere gewinnen an Offenheit, indem sie die Erfahrungen der Bewegungsarbeit auf andere Lebensbereiche übertragen. Feldenkrais war ein Pionier auf der Reise durch den Dschungel des Gehirns.

Seine Lehre zielt nicht durch darauf ab, Schmerzzustände abzubauen, sondern ist ein Bewusstwerden des eigenen Körpers. In diesem podcast wird der Bogen geschwungen über sein Leben, wie er dem israelischen 70jährigen Präsidenten beibrachte einen Kopfstand praktizieren zu können, bis hin zu den Übungen und Möglichkeiten Feldenkrais heute zu lernen und anzuwenden.

Der podcast ist von SWR2 und hier zu finden. Sehr hörenswert!

Meditation für Zweifler

Dass Meditieren uns gut tut, ist inzwischen unbestritten und gut erforscht. Und doch finden immer noch viele Menschen nicht den rechten Zugang dazu.

Wer keinerlei religiöse Ambitionen hat, oder generell eher ein Skeptiker ist, mag sich schwertun, das Meditieren für sich in sein Leben zu integrieren. Genau für diese Menschen ist der podcast Meditation für Zweifler gedacht.

In der Meditation geht es nicht um Glauben und nicht einmal um Wissen. Sie weist einen Weg, auf sich und sein Leben aufmerksam zu werden – und dabei herauszufinden, was das ist und wie es am besten geht: ein gutes Leben.

Der podcast ist von SWR2 und hier zu finden.

Wohlstand ohne Wachstum?

Eine sehr spannende und hochaktuelle Frage wird in diesem podcast aufgegriffen. Kann es Wohlstand ohne Wachstum geben? Stichwort ist hierzu die Postwachstumsökonomie. Ich war mit jeder Minute mehr fasziniert von dem Thema, den Argumenten und Beispielen, die dieses Ansinnen bereits leben.

Denn unsere Lebenswelt hat endliche Ressourcen und auch unser Konsum macht auf Dauer auf nicht glücklicher. Wie eng diese ganzen Themen zusammenhängen, wird einem beim Hören bewusst. Ein Satz den ich mir bei Hören notiert hatte: Menschen werden zu Dienern der Produkte.

Die klassische Wirtschaftslehre besagt: Solange das Bruttoinlandsprodukt steigt, steigt auch die Lebensqualität der Bürger. Doch immer mehr Menschen fragen sich: Brauchen wir wirklich immer mehr Konsum, um glücklich zu sein? Wie hängen Wachstum und Wohlstand zusammen?

Der Beitrag bringt konkrete Ansätze und regt sehr zum Nachdenken an. Sehr hörenswert!

Der podcast ist von Bayern2 und hier zu finden.

Marshall McLuhan – Prophet der Mediengesellschaft

Wer den Namen Marshall McLuhan nicht zuordnen kann, kennt vielleicht einen Satz, der ihn berühmt gemacht hat: Das Medium ist die Botschaft. 

Er hat sich Zeit seines Lebens mit Medien, der Wirkung und Entwicklung beschäftigt. Und so wird auch in diesem podcast ein weiter Bogen gespannt vom Radio- über das Fernsehzeitalter bis hin in unsere heutige Zeit mit Internet, Smartphone und Co.

Wohin sich unsere Mediengesellschaft entwickelt wird und wie sich die bisherigen Medien, wie Radio, Fernsehen und Bücher verändern, wird in sehr kurzweilig und interessanten Beiträgen geschildert. Für mich war der podcast sehr spannend. Eine Zeitreise.

Der podcast ist von SWR2 und hier zu finden.

Nonverbale Kommunikation

Dieser podcast hat sich ganz der nonverbalen Kommunikation verschrieben. Er schildert Abläufe in Kopf und Körper und zeigt auf, dass wir uns dem nicht entziehen können.

Auch wenn das Thema schon in vielerlei Literatur beschrieben wurde, fand ich den Beitrag sehr aufschlussreich. Was genau da in uns passiert und wie nonverbale Kommunikation wirkt.

Der podcast ist von Bayern2 und hier zu finden.

Kränkung durch Stress kann krank machen

Stress macht krank
Wissen – photo credit: geralt via pixabay

Stress macht krank. Diese Schlagzeile lockt heute wohl niemandem mehr hinter dem Ofen vor. Doch wenn Kränkungen zum Stress dazu kommen, schaltet unser Körper nochmal eine Warnstufe höher. Was sich dabei abspielt und was Sie tun können um Ihre Gesundheit zu erhalten, soll uns in diesem Beitrag beschäftigen.

Neues in Sachen Stress

Dass zuviel Stress nix gesundes ist, wissen wir schon. Dass es zwei verschiedene Arten von Stress gibt, den guten und den schlechten wissen wir auch. Und doch gibt es doch immer wieder neue Aspekte zu diesem leidigen Thema, die einen zum Nachdenken bringen.

Das Erleben von sozialem Stress – wenn wir z.B. einen Chef/Kollegen/Kunden/Partner usw. als aggressiv gegenüber uns erleben, weil wir gerügt werden – dann stresst uns das nicht nur, sondern kränkt uns auch und das macht uns tatsächlich kränker.

Stress und Kränkung erleben – eine fatale Kombination

Eine Forschergruppe hat dies nun messbar herausgefunden. Erleben wir eine Situation wie oben geschildert, steigen zwei Moleküle (Zytokine) an, die Entzündungswerte in unserem Körper anzeigen. Dies ist eine frühe Immunreaktion unseres Organismus auf Stress. Unser Körper reagiert also ähnlich also ob ein feindlicher Erreger in uns zu bekämpfen ist.

Sobald sich ein Mensch sozialem Stress ausgesetzt fühlt, steigt die Anzahl dieser Moleküle an. Sie gelten als mitverantwortlich für Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Depression, verschiedene Krebsarten und mehr.
(Quelle Psychologie heute Ausgabe 12/2012)

Das ist doch schon erstaunlich oder? Jemand fährt uns an und wir fahren eine Immunreaktion hoch, als ob etwas in unseren Körper eingedrungen wäre. Manche Menschen scheinen dabei mehr die Fähigkeit zu besitzen, so ein Verhalten an sich abprallen zu lassen. Doch die Messwerte sprechen eine andere Sprache.

Wie kommt es dazu?

Stress entsteht meiner Erfahrung nach am häufigsten, weil wir uns unter Druck fühlen. Und wer sich unter Druck fühlt, reagiert natürlich nicht unbedingt gelassen in allen Situationen. Wir geben damit im Prinzip den Druck weiter. Manchmal mag sich das fast wie ein Dampfkessel anfühlen, der schon überhitzt und einfach Dampf ablassen muss. Ebenfalls ein Sprichwort das es in unserer Sprache gibt.

Erfahrbar wirkt sich das in einer lauteren Stimme aus, die an Härte zunimmt, gepresster wird (durch den inneren Druck), bei Frauen höher werden kann und insgesamt schneller gesprochen wird.

Wenn wir so etwas zu hören kriegen, zucken wir genauso zusammen, als wenn plötzlich laute und vollkommen unharmonische Musik losdudeln würde.

Unsere Selbstachtung wird durch eine Kränkung getroffen

Gekränkt zu werden bedeutet ein Ärgernis mit Traurigkeit verbunden, so eine Erklärung aus der Wikipedia. Und in der Tat, gekränkt werden macht uns traurig. Wir fühlen uns in unserer Selbstachtung getroffen. Und das macht es vielleicht ein wenig verständlicher, warum unser Körper darauf reagiert wie auf einen feindlichen Eindringling. Denn wir fühlen uns getroffen.

Leider ist es nun so, dass wir uns nicht alle Mitmenschen aussuchen können, mit denen wir unser Leben verbringen. Einen Chef, KollegInnen, Kunden, das sind alles Personen die sich nicht so ohne weiteres austauschen lassen.

Doch das bedeutet nicht, dass Sie nichts tun können. Mir geht es jetzt nicht darum, wie Sie schlagfertiger werden können (Ein Wort, dass ich nicht besonders mag, da es den “Schlag” schon im Wort hat und das tut dem der “schlägert” auch nicht wirklich gut.) Natürlich sollen Sie sich auch nicht alles gefallen lassen. Das ist jedoch nicht der Punkt auf den ich hinaus will.

Was machen Sie innerlich bei einer erfahrenen Kränkung?

Überlegen Sie doch mal, was Sie machen wenn Sie sich gekränkt fühlen: Ist es nicht so, dass wir uns sehr lange damit gedanklich beschäftigen? Dass wir das Geschehene wieder und wieder im Kopf hin und her wälzen und überlegen, wie wir hätten reagieren sollen?

Wissen Sie was das Fatale daran ist?

Der Mensch, der Sie gekränkt hat, ist schon längst seiner Wege gegangen und hat das ganze abgehakt. Denn er hat ja schließlich seinen Druck abgelassen. Doch in Ihnen bleibt durch das gedankliche damit beschäftigen der schlechtere Zustand erhalten. Sie denken weiter darüber nach, Ihr Körper bleibt im Verteidigungsmodus und hält die Entzündungswerte hoch.

Macht ja wohl überhaupt keinen Sinn. Und darüber hinaus können Sie noch nicht mal jemandem anderem die Schuld dafür geben, denn die Situation ist ja vorüber, nur Sie selbst bleiben damit verhaftet.

Mehr vom selben oder doch lieber was anderes?

Hier stehen wir nun an einem Scheideweg. Blöderweise sind wir oft auf Drama gepolt. Wir aalen uns in einer Fühlsucht, wie das in der Psychologie teilweise genannt wird.

Es ist tatsächlich schwieriger mit den gekränkten Gedanken aufzuhören als uns das bewusst ist. Wie eine kaputte Schallplatte springt die Nadel immer wieder auf Anfang und lässt uns das Erlebte wieder und wieder durchkauen. Vielleicht reden wir noch mit FreundInnen darüber, empören uns nochmal über das Widerfahrene.

Doch das macht uns krank und nicht gesund. Und vielleicht fällt Ihnen spätestens auch jetzt der gleiche Wortstamm von krank und gekränkt auf?

Was können Sie tun?

Machen Sie sich klar, dass Sie nicht jeder Kränkung ausweichen können. Und dem darauf folgenden Reflex unseres Körpers nicht entgehen. Doch es liegt an Ihnen, ob Sie gut für sich und Ihren Körper sorgen wollen. Wenn ja, dann machen Sie einen Haken an die Situation und tun sich etwas Gutes. Trinken Sie etwas Warmes, bewegen Sie sich ein paar Schritte, lenken Sie sich mit dem Ansehen von Interessantem im Internet ab.

Unterbrechen Sie Ihre eigenen Schleife, in die Sie sonst hineinrutschen. Wichtig ist, das möglichst bald zu machen. Denn sind Sie erst mal in der Loipe der Gedanken über die Kränkung unterwegs, wird es schwerer wieder herauszukommen.

Betrachten Sie solche Erlebnisse wie einen Schock und handeln Sie danach. Hüllen Sie sich in die sprichwörtliche goldene Wärmehülle ein, die Ihnen ein Sanitäter umlegen würde. Tun Sie sich selbst gut. Unterbrechen Sie den gekränkten Gedankenlauf. Warm halten, frische Luft, Sonne tanken, lachen, alles was Ihnen einfällt.

Nur als Beobachter zurückschauen

Und später, sehr viel später, können Sie sich die Situation noch einmal ansehen. Das Wort ansehen ist dabei ganz bewusst gewählt. Denn Achtung, gehen Sie nicht in die Situation hinein! Sondern seien Sie Beobachter, die Fliege an der Wand die von außen das ganze betrachtet.

Die Perspektive von außen ist das Wichtigste an dieser Rückschau. Denn nur so bleiben Sie in Ihrer Kraft, können sich das Geschehen ohne große Emotionen ansehen und dadurch viel besser erkennen, was tatsächlich passiert ist. Welches Verhalten Sie beim nächsten Mal für sich ändern wollen, damit es möglichweise nicht zu einer Kränkung für Sie kommt.

Seien Sie Detektiv und stellen Fragen. Betrachten Sie das Geschehen wie einen Film. Und jeder Film hat einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss. Bei guten Filmen erkennen Sie bereits in den ersten Szenen den Charakter des ganzen Films.

Und genauso können Sie auch in Ihrer Rückschau vorgehen. Schauen Sie sich vor allem den Anfang an. Was da schief läuft ist bestimmend für den Rest. Und wenn Sie lernen an den Anfangssituationen etwas zu ändern, ändern Sie auch den Rest Ihres Films.

First things first

Doch denken Sie daran, das erste was zu tun ist, wenn Sie eine Kränkung erfahren haben, ist, tun Sie sich gut. Unterbrechen Sie Ihre Gedanken und seien Sie gut zu sich. Damit halten Sie sich ein gutes Stück gesund. Und je gesünder Sie sind umso besser fühlen Sie sich. Und das ist doch ein erstrebenswertes Ziel.

Wie erleben Sie sozialen Stress und gehen Sie mit Kränkungen um?

Wissen – Selber denken gewinnt – es wird Zeit, dass wir endlich lernen lernen

Wie sich das Wissen verändert.
Eine kleine Serie in vier Teilen.

Das richtige Finden will gelernt sein

Im Netz gibt es Raum für alles und nichts. Wie ich mich auf die Suche begebe ist technisch gesehen der einfachste Teil. Dazu müssen nur ein paar Maus- und Klickbewegungen gemacht werden.

Doch gelangen wir auch dorthin, wo wir hinwollten? Das ist nun in der Tat die große Frage. Oder vielleicht sogar noch einen Schritte davor: Wissen wir denn wirklich wo wir beim Suchen hinwollen?

Wenn ich so manches Mal die Möglichkeit habe, anderen beim “googlen” über die Schulter zu schauen, wird mir wieder bewusst, dass “wie recherchiere ich” kein Fach ist, das unsere Schule lehrt. Genausowenig wie die Fähigkeit gelehrt wird aus der Vielzahl von Informationen das Relevante zu filtern.

Lesen ist doch kinderleicht, oder?

Doch davor kommt noch eine sehr viel simplere Tatsache zum Tragen: ob nun unser Wissen in Buchform oder im Internet zu finden ist, es ist in den meisten Fällen Text.

‘Na und?‘ mag der der oder die andere denken. Doch mitnichten. Denn lesen können mag als selbstverständlich gelten, jedoch liegen zwischen lesen und Textverständnis ein Meer.

Lesen ist nicht etwas, das sich automatisch verbessert nur weil ich es einmal gelernt habe. Nein. Lesen benötigt Übung genauso wie jede andere Fähigkeit die wir lernen.

Kein Mensch käme auf die Idee, von jemandem der die Tonleitern samt Noten gelernt hat, zu verlangen, dass er Mozarts Alla Turka auf dem Klavier fehlerfrei und mit Ausdruck in Leichtigkeit herunterspielt ohne vorherige regelmäßige Übung.

Was bringt Übung tatsächlich?

Übung, die soweit führt, dass die technische Fertigkeit derart ausgeprägt ist, dass es möglich ist, sich auf den Ausdruck zu konzentrieren. Denn das geht nicht andersrum. Erst wenn jeder Finger in der Lage ist, wirklich die richtige Taste in der richtigen Reihenfolge zu treffen, kann ich mich auf Stil, Ausdruck und Emotionen, die mein Spiel zeigen soll, einlassen.

Um das auf’s Lesen zu übertragen: Es glauben viele, dass sie, um etwas zu lernen, etwas herauszufinden, etwas zu verstehen das auf Text basiert, nicht regelmäßig lesen müssen.

Und nein, sich in facebook oft aufzuhalten und der Sportteil der Zeitung ist keine ausreichende Übung.

Recherchieren und Fragen stellen = lernen

Im Internet, dem Netzwerk des Wissens, brauchen Sie viele dieser Fähigkeiten, wenn Sie wirklich daraus lernen wollen, wachsen sollen, vielleicht sogar etwas beitragen wollen.

Lesen ist die Grundlage von allem inhaltlichen Lernen. Je mehr Übung jemand darin hat, umso größer der Wortschatz ist, umso schneller erschließt sich der Text und umso einfacher wird es Texte, beim Überfliegen nach dem tatsächlich relevanten, durchzusuchen und es auch zu finden.

Daraus ergibt sich auch, dass das Recherchieren immer besser gelingt, denn es bedeutet, dass wir lernen uns Fragen zu stellen. Fragen, die wir wirklich beantwortet haben wollen.

Wir lernen Metadaten und Schlagworte zu erkennen, nach ihnen zu suchen und dadurch unsere Suchergebnisse nach und nach zu verfeinern. Wenn wir Fragen stellen, bleiben wir beim Thema und schweifen nicht so sehr ab.

Selber denken gewinnt

Beim Auseinandersetzen mit den gefundenen Ergebnissen sollten wir nicht den Fehler machen, alles so hinzunehmen wie es dort steht. Howard Rheingold wird in Weinbergers Buch zitiert mit seinem Begriff der benötigten “Alphabetisierungskampagne“.

Er versteht darunter, dass wir angehalten sind kritisch zu hinterfragen, zu den Quellen vorzudringen und möglichst verschiedene Ansichten zu einem Thema zu Rate zu ziehen. Mit den neuen Medien wie Cloud-Diensten lernen virtuos umzugehen, Sharing als Grundlage für Wissensvernetzung wirklich zu nutzen und Zusammenarbeit im Wissenserwerb als selbstverständlichen Bestandteil des eigenen Lernens aktiv einzusetzen.

Und auch wenn es uns manchmal zutiefst auf die Nerven gehen mag, sollten wir konträr laufende Meinungen anhören, damit unseren “Spiegelsaal” regelmäßig verlassen, da wir sonst nur von Gleichdenkenden umgeben sind.

Das macht das Lernen unbequem, doch wir entgehen damit der Gefahr blind zu werden für Seiten eines Themas, die eine hohe Relevanz haben und uns nicht so in den Kram passen.

Kritik zulassen und Unterschiede aushalten

Mit diesem Netzwerk des Wissens ist es inzwischen auch möglich zu allem und jeden seinen Senf hinzuzugeben. Das auch manche – in unseren Augen Spinner oder Trolle – zur Genüge machen. Doch das bedeutet auch, dass wir lernen müssen damit umzugehen wenn wir mehr Kritik ernten als uns lieb ist und mehr Unterschiede hinzunehmen.

Denn so ist sie nunmal unsere Welt. Komplex und widersprüchlich.

Vielfalt auskosten

Doch wer es schafft immer wieder über seinen Tellerrand hinaus zu schauen und vielleicht sogar mal von einem anderen Teller zu probieren, wird feststellen, dass es ungemein faszinierend sein kann, die Vielfalt auszukosten.

In diesem Sinne üben Sie diese Fähigkeiten:

  • Lesen Sie was das Zeug hält
  • lernen Sie Fragen zu stellen
  • und Ergebnisse kritisch zu beleuchten.

Tauchen Sie aus Ihrer Welt immer wieder mal heraus und lassen sich von der Vielfalt des Wissens und der Ansichten überraschen. Nehmen Sie teil und werden Sie ein Teil dieser neuen Wissenswelt!

Dies war der letzte Teil der kleinen Serie rund um die neue Wissenswelt.

Was schätzen Sie momentan als weitere wichtige Fähigkeit ein für diese neue Wissenswelt?

Wissen – Schlagworte oder ein Lob auf die Findbarkeit

Metadaten im Blog
Wissen – photo credit: PublicDomainPictures via pixabay

Wie sich das Wissen verändert.
Eine kleine Serie in vier Teilen.

Beschriftungen? – Wer Ordnung hält ist nur zu faul zum Suchen…

Wer seine Versicherungsunterlagen wild durcheinander gewürfelt in einer Schachtel lagert, wird wohl ziemlich häufig Zeit mit der Suche nach einem bestimmten Schriftstück verbringen.

Wem das dann irgendwann zu doof wird, wird sich einen Ordner nehmen, Trennblätter mit den verschiedenen Bezeichnungen wie Unfallversicherung, Kfz-Versicherung usw. anlegen.

Und damit haben Sie Schlagworte geschaffen. Daten, die die Daten näher beschreiben. Vereinfacht gesagt so etwas wie Keywords (=Schlüsselwörter). Und wenn Sie auf dem Rückenschilds des Ordners dann auch Versicherung stehen haben, ist eine weitere, höhere Ebene entstanden.

Zwar etwas einförmig, da in Papierform kaum anders möglich. (Außer man heißt Niklas Luhmann und arbeitet nach dem Prinzip des Zettelkastens)

Wenn Sie also die letzte Rechnung der privaten Haftpflichtversicherung suchen, dann fallen Ihnen höchstwahrscheinlich folgende Begriffe ein unter denen Sie suchen würden: Versicherung, Privathaftpflicht und der Name der Gesellschaft.

Diese Schlagworte (engl. tags) beschreiben also eine Sache näher und je sorgfältiger Sie dabei vorgehen, umso größer ist die Chance das Schriftstück wieder zu finden.

Schlüsselgedanke: Unter was würden Sie es suchen?

Das Suchen ist einer der Schlüsselgedanken bei der Vergabe von Metadaten und Schlagworten. Unter welchen Begriffen würden Sie es wieder suchen? Diese Frage sollten Sie beim Entscheiden für die verwendeten Schlagworte unbedingt berücksichtigen. Es lohnt sich, für diese Überlegungen tatsächlich einen Moment Zeit zu nehmen.

Wer nun im Internet ein Blog schreibt und dort Artikel veröffentlicht, sollte das Tagging (= Verschlagworten) wirklich sauber machen. Es gibt meist eine Kategorie, in der der Beitrag thematisch hineingeschoben wird. So wie in eine bestimmte Schublade einer Kommode.

Verschlagworten um es wieder zu finden

Doch darüber hinaus können die Artikel getagt (= verschlagwortet) werden. Und das bedeutet, dass Sie unter jedem vergebenen Schlagwort Ihren Artikel wiederfinden, nicht nur in einer Schublade. Das ist das vieldimensionale daran, so vernetzt und assoziativ wie wir auch denken.

Für das Taggen selbst empfehle ich in meinen Schulungen und Vorträgen drei einfache Regeln:

  • Hauptwörter
  • Einzahl
  • mindestens drei Schlagworte

Visualisierung durch die Tag-Cloud

Wird das konsequent durchgezogen, entsteht durch die Tagcloud (= Schlagwortwolke) ganz von allein ein Bild welche Schlagwörter in diesem Blog besonders häufig verwendet werden. Und für diverse Suchmaschinen sind Tags ebenfalls ein Metadaten-Kriterium, da sie Artikel näher beschreiben.

All das führt dazu, dass Wissenssuchende schneller das finden das sie gerade umtreibt und im besten finden sie noch mehr als erwartet. Denn Schlagworte sind auch häufig genau die Begriffe die jemand in einer Suchmaschine eingegeben hat.

Einen weiteren Nutzen haben die Tags auch für das Verfassen der Blogartikel. Zm einen erkennen Sie durch die entstehende Tagcloud ihre eigenen Schwerpunktthemen. Und das kann durchaus eine Überaschung sein.

Das big picture oder der große Zusammenhang

Und zum anderen trainieren wir uns durch das taggen darin, in größeren Zusammenhängen zu denken und unseren Beitrag darin einzusortieren.

Wenn wir Wissen dauerhaft erwerben wollen, brauchen wir diese große Zusammenhänge. Wir müssen es quasi verorten und näher beschreiben können. Clustern, also gruppieren von Wissensbausteinen, Ähnlichkeiten und Muster erkennen usw.

Diese Fähigkeit erleichtert es ungemein neue Wissensgebiete zu erschließen. Neue Wissensbausteine korrekt einzuordnen und von dort in die Tiefe eines Themas zu gehen.

Also lasst uns taggen ohne Ende 🙂

Dieser Beitrag ist Teil der Serie: Wissen ist auch nicht mehr das was es einmal war

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