Lesefutter – Folge 9

Diesmal hab ich eine Mischung aus Büchern und DVDs für Sie vorbereitet und freu mich, wenn für Sie etwas Interessantes dabei ist.

Und wie immer gilt: Wenn Sie zu einem bestimmten Thema auf der Suche nach Literatur sind, können Sie mich gern nach Empfehlungen fragen. Da ich ziemlich viel lese – aus den verschiedensten Bereichen – fällt mir normalerweise immer was lesbares ein 🙂

DVD – a single man

Dieser Film ist ein wahres Kleinod. In ‘A single man‘ wird ein Tag im Leben von George Falconer gezeigt, brilliant gespielt von Colin Firth. Er wird an diesem Tag zur Arbeit gehen, seine Sachen ordnen, sich mit einer langjährigen Freundin treffen und sich dann das Leben nehmen. Das ist sein Plan. Denn sein Leben ist seit dem Unfalltod seines Lebensgefährten für ihn nicht mehr lebenswert.

Colin Firth dabei zuzusehen, wie intensiv er alles aufnimmt, was ihm an diesem Tag begegnet, wie er die Menschen erlebt, seine Schüler und Zufallsbegegnungen, machen den Film zu einem zutiefst berührenden Dokument menschlichen Seins.

Es spielt keine zentrale Rolle, dass es sich bei diesem ‘single man’ um einen Mann handelt, der um seinen Geliebten trauert, denn die Gefühle, die der Film uns eindringlich nahe bringt, sind vollkommen geschlechtsneutral. Die Trauer um einen geliebten Menschen, der völlig unvorhersehbar aus dem eigenen Leben gerissen wird, unwiederbringlich fort ist, gelten für jeden gleich.

Der Film zeigt in Rückblenden Momentaufnahmen aus dem gemeinsamen Leben. Unprätensiös, unaufgeregt, harmonisch und ruhig. Es sind diese gelebten Alltäglichkeiten, die kleinen verbalen Schlagabtäusche, die hier ein sich zutiefst verbundenes Paar zeigen, das sehr wohl weiß, was es aneinander hat und wie wertvoll diese gemeinsame Liebe ist. Diese langjährige Liebe nicht mehr um sich zu haben, ist das was dem Protagonisten das Herz bricht und ihn den Plan schmieden lässt, dieses unerträgliche Sein zu beenden.

Wohin sich der Film entwickelt und welche Wendungen er in Richtung Leben noch bringt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur eins noch: Selten habe ich eine so wunderbar sphärische und überaus passende Filmmusik gehört, wie bei ‘A Single Man’. Beides ist uneingeschränkt zu empfehlen.

DVD – Invictus

Dieser Film ist das beste Beispiel dafür, dass das Leben selbst die besten Legenden schreibt. Wir haben das Jahr 1994 in dem in Südafrika eine neue Zeitrechnung beginnt. Nelson Mandela, entlassen nach einer 27jährigen Gefangenschaft (sie endete 1990), wird zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. Unübertrefflich gespielt von Morgan Freeman.

Es gilt nun das zutiefst gespaltene Land zu vereinen. Beginnend damit, dass sich die weissen Bodyguards des früheren und die schwarzen Bodyguards des neuen Präsidenten zusammenraufen müssen. Denn Einheit beginnt im eigenen Haus. Auf diese Art spielt Nelson Mandela nach neuen Regeln.

Für die weiße Minderheit in Südafrika sind die Springbocks das Rugby-Team ein wichtiger Aspekt ihres Lebens. In einer Abstimmung sollen die, von der schwarzen Mehrheit gehassten Nationalfarben des Teams – das gerade mal einen Schwarzen enthält – , abgeschafft werden.

Doch Präsident Mandela verhindert dies und macht Bekanntschaft mit dem Kapitän der Springbocks, im Film excellent verkörpert von Matt Damon. In seiner inspirierenden Art bringt der neue Präsident von Südafrika dem Kopf des Rugby-Teams seinen Traum bei: Weltmeister des Jahres 1995 zu werden. Damit einen Sieg für alle Farben des Landes zu erringen und diesem zu helfen, sich anzunähern.

Und so entspinnt sich ein hart erarbeitetes Märchen, in dessen Mittelpunkt die Menschlichkeit steht. Der Film berührt zutiefst, spätestens wenn man Morgan Freeman dabei lauscht, wie er das Gedicht Invictus (unbezwungen) rezitiert, dessen Kernbotschaft “ich bin der Meister meines Los, ich bin der Käpt’n meiner Seel” all die Kraft freisetzt, die es braucht um einem ganzen Land Inspiration zu geben.

Stille über dem Schnee / Anita Shreve

Anita Shreve versteht es in ihrem Buch einen mit den ersten Sätzen in ihre Geschichte hineinzuziehen. Die Erzählerin ist im Teenageralter, lebt allein mit ihrem Vater in einem abgeschiedenen, einsam gelegenen Haus und führt dadurch ein etwas bizzares Leben.

Als die beiden auf ihrer täglichen Route durch den Schnee unterwegs sind, finden sie ein neugeborenes Kind in der Kälte liegen. Das ist der Beginn einer hoch emotional erzählten Geschichte, die das Leben der Mutter des Findelkindes mit dem des Mädchen und seinem Vater verwebt.

Mit jeder umgeblätterten Seite zeigt sich ein weiteres Teil des Puzzles, was den Vater dazu gebracht hat, mit seiner Tochter in diese gottverlassene Gegend zu ziehen, welchen Schmerz beide durchstehen mussten und wieviel Kraft ein Neuanfang kostet, wenn man doch lieber nur aufgeben will.

Mich hat das Buch sehr berührt. Es erzählt in einfachen Worten, auf welch verschiedene Art Menschen versuchen, mit Schicksalsschlägen umzugehen, wieviel Güte sich hinter Ruppigkeit verbergen kann und was das Leben manchmal für seltsame Blüten treibt.

Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, weiter in diese Leben hineinblicken dürfen und an ihren Gedanken und Träumen teilhaben über das Ende hinaus.

Hector und die Entdeckung der Zeit

Auch in diesem Buch geht Hector wieder auf die Reise. Diesmal nicht auf der Suche nach dem Glück oder der Liebe, sondern nach der Zeit. Ihm fällt auf, dass viele seiner Patienten über entweder mangelnde Zeit klagen oder über Langeweile. Manche möchten unbedingt schon älter sein und manche trauern ihren jüngeren Jahren nach.

Verbindend ist, dass die meisten nicht glücklich darüber sind, wie sich die Zeit in ihrem Leben ausdrückt. Und so beginnt Hector Ideen von Zeitetüden festzuhalten, mit Hilfe derer er seinen Patienten Hilfestellungen geben möchte, um über die Zeit in ihrem Leben nachzudenken.

Er trifft auf seinen Reisen einige Bekannte, wie in China auf Ying Lee, die er auf seiner Suche nach dem Glück kennengelernt hatte. Mit von der Partie ist auch sein alter Freund Eduardo, den er diesmal am Südpol besucht und er versucht den weisen Mönch wiederzufinden, von dem er sich kluge Einsichten erhofft und der wie vom Erdboden verschwunden scheint.

Daneben schlägt er sich selbst noch mit so existenziellen Fragen herum, ob er denn nun seine Clara ehelichen sollte oder nicht. Ob es dafür überhaupt den richtigen Zeitpunkt gebe oder ob er nicht schon verbei wäre.

All das webt François Lelord zu einem wunderbaren Portrait der darin vorkommenden Menschen zusammen. Sprachlich auf seine unnachahmliche Art und Weise mit Metaphern und köstlichen Vergleichen, die einem vieles komplizierte auf einmal ganz deutlich begreifbar machen.

Hector gehört zu den Psychiatern, denen man in seinem eigenen Leben gern begegnen möchte. Der einen mit Zuhören und klugen Fragen dazu bringt, sich in seinem Leben neu zurechtzufinden. Z.B. mit der Zeitetüde 25: ‘Hören Sie Musik und sagen Sie sich dabei, sie sei ein Sinnbild für die Zeit. Welche Melodie hat Ihr Leben?’

Männer verstehen

Peter Lückemeyer versorgt uns Frauen in seinem Buch mit existenziellen Informationen über das andere Geschlecht. Teils mit drastischen Worten, jedoch immer amüsant, bekommen wir hier Lektionen geboten die uns aufzeigen sollen, dass Männer durch wenige Motivationen funktionieren.

Diese haben zumeist mit den elementaren Lebensbedürfnissen wie Essen, Schlafen und Sex zu tun und wir Frauen tun gut daran, uns an diese einfache Matrix zu halten. Nix zu verkomplizieren, was nun mal einfach gestrickt sei. Denn Wettbewerb, der uns Frauen nicht unbedingt liegt, ist ein Lebensinhalt der in seiner sanften wie extremen Form Männern zu ihrem kindlichen Spieltrieb zurückbringt.

Ob für Beziehungen, berufliche Belange oder Freizeitgestaltung, Peter Lückemeyer hat für jeden Bereich hilfreiche Tipps und Informationen auf Lager. Immer mit einem Augenzwinkern serviert und sprachlich äußerst kurzweilig dargebracht.

Ich habe mich beim Lesen nicht nur köstlich amüsiert, sondern auch einiges gelernt. Und mir die grundlegende Erkenntnis mitgenommen, dass wir Frauen uns mal öfter entspannen sollten und nicht immer so kompliziert denken. Denn manchmal ist die Welt einfacher gestrickt, als wir das zumeist erwarten.

Der Klang der Zeit

Was für ein geschriebenes Epos. Mir fällt kaum vergleichbares ein, in dem Worte wie Musik komponiert werden und in ihrer Einmaligkeit und Komplexität eine Sprache entfalten, die seinesgleichen sucht. Es gelingt Richard Powers in seinem 764 Seiten starken Werk den Bogen von den 20er bis 90er Jahren zu spannen und in dessen Mittelpunkt eine Familie zu stellen, deren Lebensgrundlage immer wieder die Frage zu beantworten sucht: ‘Der Fisch und der Vogel können sich verlieben. Doch wo bauen sie ihr Nest?’

Die Geschichte nimmt Ihren Anfragen darin, dass sich eine schwarze Frau und ein weißer Mann verlieben und sich gegen alle Konventionen und dem Denken der herrschenden Zeit zusammenzutun um eine Familie zu gründen. Beinahe jeder Atemzug in ihrem Zuhause atmet Musik und es findet in den abendlichen Stunden am Klavier eine neue Art von musikalischem Zitateraten, Vermischung alter und neuer Musik statt.

Deliah Daley ist eine äußerst talentierte Sängerin, die jedoch zu Gunsten ihrer Kinder daheim bleibt und diese auch zunächst daheim unterrichtet. Jonah und Joseph, ihre beiden älteren Söhne, werden von ihr in einem Atemzug liebevoll JoJo genannt. Vor allem der Ältere zeigt bereits in frühesten Jahren eine begnadete Stimme und ein wahrhaft außergewöhnliches Talent.

Ihr Mann David Strom ist ein deutscher, jüdischer Physiker, der vor den Nazis geflohen ist und sich geradezu im Phänomen der Zeit verliert, das er zu erforschen sucht. Durch seine Offenheit und Bereitschaft alles ungewöhnliche als normal anzusehen, kann er viele der Ansichten aus Deliahs Familie nicht nachvollziehen. Ihre Ehe stellt zur damaligen Zeit einen Verrat am Denken von Weissen wie auch Schwarzen statt. Ihr Versuch eine neue Welt im Kleinen zu schaffen kann nicht gelingen.

Deliah und ihr Mann David entscheiden sich schweren Herzens beide Söhne auf eine Musikschule zu schicken um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihr Talent unter professioneller Anleitung zu entfalten. Diese Schule katapultiert die zwei Jungs in eine andere Welt. Zwar spielt ihre Hautfarbe hier nicht die Hauptrolle, sondern ihr musikalischen Können, doch können sie sie auch nicht ablegen.

Und so entfaltet sich Seite für Seite dieses Buches die Geschichte von Kindern, die weder der einen noch der anderen Rasse angehören und versuchen, dieser Definition durch ihr besonderes musikalisches Talent zu entgehen.

Ihr Schwester Ruth ist diejenige, die unter dem frühen Unfalltod der Mutter am meisten zu leiden hat und sich auch als erste von ihrer Familie abwendet um sich im Kampf der Schwarzen gegen die Rassentrennung engagiert. Die Familie droht auseinander zu brechen und jedes der Kinder versucht auf seine Weise damit fertig zu werden.

Die Reise auf die uns der Autor mitnimmt, bewegt sich in Zeitsprüngen von der Geschichte der Eltern zu der der Kinder. Doch niemals irritierend und immer einen Bogen schlagend um persönliche wie geschichtliche Ereignisse miteinander zu verweben. Es ist ein Genuss, sich in diesen kunstvoll gearbeiteten Sätzen zu verlieren. In diese Fülle von Wörtern einzutauchen und den beschriebenen Klang wie von Engelszungen entstehen zu hören. Nicht umsonst wurde Richard Powers bereits mit renommierten Preisen überhäuft.

Sagen Sie ja!

Wir haben einen NEIN-Reflex. Der fast so zuverlässig wie unser Knie-Reflex funktioniert. Sobald wir etwas gefragt werden, das uns neu und unbekannt ist, uns fremd erscheint, hören wir uns selbst Nein sagen. Es fühlt sich sicherer an, die eigene Behausung nur in bekannte Gefilde zu verlassen. Dort wo wir die Wege kennen, brauchen wir uns nicht sorgen, fühlen wir uns sicher und behütet.

Was wir dabei übersehen, ist, dass dieser Schutz unser Leben nicht bereichert sondern ärmer macht. Er verhindert unser Wachstum. Wir sind natürliche Wesen und unsere Natur ist Wachstum. Wenn wir uns davon abschneiden, trennen wir uns vom Strom des Lebens ab.

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Wachstum bedeutet Reife

Wir reifen nur durch neue Erfahrungen. Indem wir diese erleben und in unser bisheriges Schicksal einordnen. Reife findet statt, wenn wir betroffen sind, berührt werden von Erlebnissen.

Das kann schon Angst machen. Was ist, wenn wir damit nicht fertig werden? Wenn wir in unseren Emotionen untergehen? Was schützt uns vor dem Ertrinken? Nichts und niemand. Das ist die einzig wichtige und wahrhaftige Erkenntnis.

Wir brauchen dieses Untergehen. Dorthin wo wir uns selbst begegnen. Nur hier können wir erfahren, was uns für Kräfte innewohnen, welchen unzerstörbaren Kern wir haben. Den keine Angst, keine Blamage, kein Scheitern, keine Blöße vernichten kann.

Lernen Sie öfter ja zu sagen, sich auf Unbekanntes freudig einzulassen. Sich dabei zu erfahren in Ihrer Lebendigkeit. Sie sind geborgen im Leben, das tief in Ihnen pulsiert. Gehen Sie ein Stück aus Ihrer Komfortzone, trauen Sie sich und erfassen das Leben in seinen ganzen Farben. Jedes Ja erweitert Ihre Palette.

Seien Sie achtsam auf Ihr Reflex-Nein. Lernen Sie, es zu bemerken, machen Sie es sich bewusst und dann beginnen Sie öfter Ja zu sagen. Suchen Sie Gelegenheiten für ein Ja in Ihrem Alltag.

Beginnen Sie mit Kleinigkeiten. Ein fremdes Restaurant, ein neuer Weg zu Fuß, ein Museum in dem Sie noch nie waren, jemandem ein unverhofftes Danke zu sagen, eine neue Kleidungsfarbe ausprobieren, malen, Gedichtzeilen schreiben, mit exotischen Gewürzen kochen, ins Blaue hinein fahren, eine fremde Sprache lernen….

Sagen Sie Ja, wenn Sie gefragt werden. Aus vollem Herzen. Und spüren Sie, wie Sie da sind, jetzt da sind, Ihre Erfahrung von Lebendigkeit Sie reifen lässt, Sie erfüllter sein lässt, Sie glücklicher macht, das Wunder der Lebens wieder erfahrbar macht. Sagen Sie ja. Zum Leben. Zu sich.

Bei was sagen Sie zukünftig ja?

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Gedankenkäfige – der Schlüssel liegt in Ihrer Hand

Ist Ihr Leben weit oder begrenzt? Fühlen Sie sich (zu oft) in Gedankenkäfigen gefangen? Gebaut aus sich gebetsmühlenartig wiederholenden Denkschleifen, die nirgendwohin führen und uns unter ihrer Schwere nach unten ziehen?

Wenn unser Leben voller Sorgen ist, wir beängstigt in die Zukunft schauen, keinen Ausweg aus einem momentanen Chaos entdecken können, uns allein fühlen, dann wird unsere Welt klein. Wir starren wie das Kaninchen auf die Schlange auf unsere düsteren Prognosen und verlieren uns darin.

Was machen wir da eigentlich? Wir lassen es zu, dass unsere Welt schrumpft, wir uns einengen und Freude kein Gast mehr in unserem Leben ist. Denn es sind wir, WIR SELBST, die darüber verfügen, wie groß oder klein wie hell oder dunkel unsere Welt ist.

Bildquelle: December-Girl  / pixelio.de

Es sind WIR. Wir entscheiden darüber. Niemand sonst. Denn die Weite oder Enge unseres Lebens erschaffen wir in unserem Kopf. Wie die Dinge und Umstände auch sein mögen, es gibt immer viele Möglichkeiten wie sie sich betrachten lassen.

Wir entscheiden uns zumeist für die Sichtweise, die wir für gewöhnlich wählen. Wir wiederholen das was wir bisher getan und gedacht haben. Und das auch noch ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

So ist das nun mal mit Gewohnheiten. Wir nehmen sie nicht mehr wahr. Das Programm läuft ohne uns ab. Und bringt uns immer wieder dieselben Empfindungen, Gedanken und inneren Haltungen.

Wie in gespurten Loipen laufen wir immer wieder denselben Weg. Vertiefen ihn dadurch. Mit jedem Mal wieder. Das ist es, was Gewohnheiten zu Gewohnheiten macht. Etwas, dass wir immer und immer wiederholen.

Uns fällt es leichter zu glauben, dass wir Schlechtes verdient haben, als Gutes. Dass das Pech uns näher ist als das Glück. Es fällt uns leichter von unserem Unglück zu berichten, als mit unserem Glück hausieren zu gehen. Wenn es uns gut geht und unserem Gegenüber nicht, schämen wir uns fast dafür und machen unser Glück kleiner.

Wir tun uns schwer damit anzunehmen, wenn jemand uns Komplimente macht. Genieren uns und wiegeln ab. Möchten nicht selbstsüchtig erscheinen oder besser gestellt. Und sind fast froh, wenn wieder etwas Negatives passiert, unter dem Motto ‘puh, ist ja doch alles normal’.

Doch wohin wird uns dieses Denken führen? In ein glückliches, freies, weites Leben? Mit Sicherheit nicht. Wir bekommen das, was wir denken. Und wir haben keine zweite Chance dafür. Wenn wir jetzt so weitermachen, wird unser Leben genauso verlaufen.

Albert Einstein soll einmal Wahnsinn wie folgt definiert haben: “Wenn wir immer wieder dasselbe wiederholen und hoffen, dass irgendwann etwas anderes als bisher herauskommen mag.”

Wenn wir nichts zu verlieren, jedoch alles zu gewinnen haben, wieso lassen wir uns dann nicht auf einen neuen Gedankengang ein? Wie wäre es, wenn wir erkennen, dass WIR den Schlüssel in der Hand haben, der uns aus unseren Gedankenkäfigen entschlüpfen lässt?

Wieso denken wir nicht – einfach mal nur so zum Spaß – in eine gelingende Richtung? Trauen dem Leben zu, dass es uns überrascht, wenn wir uns darauf einstellen? Ist es nicht wunderbar, dass Gefühl zuzulassen, dass unser Leben weit sein kann? Alles umfassen kann, alles Platz hat und Glück darin wohnen darf?

Probieren Sie diese Gedanken aus. Schmecken Sie die Süße der Freiheit, dass Sie es sind, der Ihr Leben weiten kann. Wie es auch gerade sein mag, entscheidend ist, wie wir darüber denken. Das Leben vergeht so oder so. Lassen Sie uns verabschieden von der Sucht des Dramas. Das uns manchmal schon eine fast perverse Befriedigung verschafft.

Wir sind es gewohnt im Drama zu denken, doch niemand zwingt uns dazu, so weiterzumachen. Setzen Sie sich auf Entzug. Verändern Sie Ihr Umfeld. Brechen Sie mit Ihren Gewohnheiten. Schaffen Sie neue Gedanken in Ihrem Leben. Hegen und pflegen Sie sie. Es ist, als ob Sie einen Garten neu anlegen. Befreien ihn vom wuchernden Unkraut und säen neue Samen. Dies ist etwas, was wir täglich tun sollten. Wie auch ein blühendes Stück Erde gepflegt sein will.

Tauschen wir unsere Denkgewohnheiten aus. Stück für Stück. Erschaffen Sie sich ein neues Denken. Weiten Sie Ihr Leben. Es ist alles da. Alles ist da. Sie haben alles in sich.

Ich bin der Meister meines Los.
Ich bin der Käp’n meiner Seel.
(William Henley)

Inspiration beseelt unser Leben

Wissen Sie, was Inspiration bedeutet? Im ursprünglichen Wortsinn? Wikipedia verrät es uns: Inspiration von lat.: inspiratio= Beseelung, Einhauchen von „spiritus“ = Leben, Seele, Geist.

Wer inspirieren kann, beseelt also. Ist das nicht wunderbar? Was mich gleich zu der Frage führt, wieviel Inspiration Sie in Ihrem Leben erleben oder auch schenken?

Ist es nicht eher so, dass wir viel zu viele Tage verbringen ohne uns auch nur einen Moment über Inspiration Gedanken zu machen? Zuviel zu tun, zuviel zu leisten, zuviel auf einmal, zuwenig Zeit, zuwenig Ruhe, zuwenig Muße. Das ist es tatsächlich, was Inspiration braucht. Sie braucht Muße und Raum. Raum um gesehen zu werden. Bewusstsein, Achtsamkeit um wahrgenommen zu werden.

Ich glaube, Inspiration ist eng verwandt mit Kairos, dem richtigen Moment, den es zu ergreifen gilt. Und dafür braucht es Aufmerksamkeit.

Bildquelle: ilona martin  / pixelio.de

Inspiration scheint für viele Menschen etwas zu sein, was nur Künstler brauchen und für “Normalsterbliche” wenig bis keinen Sinn macht. Doch was ist es, was uns dazu bringt, Aufgaben gern und mit Freude zu erfüllen? Ist das nicht Begeisterung und damit Inspiration?

Vor allem Führungskräfte scheinen immer öfter unter dem Controller-Stern geboren zu sein und haben nie wirklich gelernt, dass Inspiration das ist, was gute Führung ausmacht. Wenn ich Menschen erreichen möchte, muss ich sie begeistern können. Eine Geschichte erzählen können, die erklärt wo die Reise hingehen soll. Wie das “Yes, we can” eine Inspiration für eine ganze Nation war.

Was bedeutet das für uns im Kleinen? Wie können wir uns Inspiration immer wieder neu schaffen und bewahren? Und wie können Sie andere Menschen inspirieren? Ich glaube, dass es eher weniger um das ‘wie’ geht als um die innere Haltung. Kehren wir doch noch einmal zur Wortbedeutung zurück:

Inspiration = Beseelung

Ein sehr altes Wort. Wir verwenden es nicht im normalen Sprachgebrauch. Und doch hat es unfassbar viel Kraft, wenn wir uns darauf einlassen es zu begreifen. Wie fühlen wir uns, wenn uns eine Sache inspiriert? Ist das nicht ein unglaublich lebendiges, elektrisierendes, waches Empfinden? Voller Freude und Energie? Das ist Beseelung. Etwas lebendig werden lassen. Uns einsetzen, an etwas glauben, andere damit anstecken, Durststrecken überstehen, weil wir das Große sehen.

Das Gegenteil von mechanistischem Abarbeiten, Erledigen und stumpfer Pflichterfüllung. Dabei existieren wir, doch wir leben nicht. Wir brauchen die Seele in den Dingen, in den Erlebnissen, in unserem alltäglichen Sein.

Uns selbst immer wieder begeistern können. Wie sagte die Königin in Alice im Wunderland so schön: “Kind, ich habe bereits vor dem Frühstück an fünf unmögliche Dinge geglaubt!” Wir verbringen unsere Tage viel zu oft wie täglich grüßt das Murmeltier. Haben uns der Routine ergeben, den vermeintlichen Außenzwängen.

Doch die einzigen, die uns abhalten, Begeisterung wieder zu entdecken, uns selbst zu überraschen und damit zu inspirieren, sind wir selbst. Es liegt an uns, diese Gabe immer wieder zu entdecken. In jedem Tag das Lebendige zu erfahren, wahrhaft zu leben. Wahrhaft. Die Brille des Hektischen abzusetzen und wieder wirklich zu sehen, was wir betrachten und erleben.

Jeder Tag hat seinen eigenen Zauber und kann uns inspirieren. Es ist nie zu spät, wieder zu lernen, dass wir die Fähigkeit zur Beseelung besitzen. Sich voller Begeisterung in etwas zu verlieren, ganz einzutauchen in eine Erfahrung, andere mitzunehmen und damit zu einem Menschen zu werden, der andere inspiriert.

Wie können Sie Inspiration in Ihrem Leben wieder lebendig werden lassen?