Das 2. BarCamp Regensburg – mein Fazit: es war großartig!

BarCamp Regensburg bcrgb 2014Das war es also das 2. BarCamp Regensburg. Zwei Tage voller Lebendigkeit, hohem Wissensaustausch, engagierten TeilnehmerInnen und einer bunten Palette an Themen.

Wieso organisiert man ein BarCamp?

Irgendwann an diesem Wochenende tauchte die Frage auf: Wieso macht man sich als Organisator diese Mühen und bindet sich einen Haufen Arbeit ans Bein um das BarCamp Regensburg auf die Beine zu stellen?

Wegen Reichwerden und Ruhm einheimsen kann es jetzt weniger sein, da es sich bei BarCamps um non-profit-Veranstaltungen handelt. Wieso macht man sowas also?

Diese Frage hat mich als Mit-Organisatorin nicht mehr losgelassen und ich werde in diesem Beitrag meine Antworten dazu in den Raum werfen.

Äh was war nochmal ein BarCamp? Irgendwas mit trinken und zelten?

Für alle, die mit BarCamp in der ersten Assoziation irgendwas mit Cocktails und Campen verbinden, liegen nur haarscharf daneben 😉 denn bei unserem diesjährigen Abendprogramm war tatsächlich Hochprozentiges im Spiel.

Das allererste BarCamp war tatsächlich eine Veranstaltung die draußen stattfand und bei der gezeltet wurde. Und auch jetzt noch besteht bei vielen BarCamps die Möglichkeit in den Veranstaltungsräumen mit Schlafsack anzukommen und zu übernachten.

Gerüchte meinen, dass das mit der Bar daher kommt, weil die Ursprungsidee ein Treffen von Freunden mit Bewirtung war, bei der es natürlich eine Bar braucht. Außerdem bedeutet der Begriff “Bar” Platzhalter in der Informatik.

Heute kann man bestimmt sagen, dass das Essen und Trinken nach wie vor eine große Rolle spielt. Ein Teil der Tweets und Fotos bezieht sich darauf. Vor allem Kaffee ist wichtig. Der darf auf keinen Fall ausgehen oder gar fehlen.

Und was geht da jetzt auf einem BarCamp ab?

So, damit wär mal geklärt, was es eigentlich mit dem Wort auf sich hat. Doch was passiert jetzt auf so einem BarCamp? Der ebenfalls oft dafür verwendete Begriff Un-Konferenz führt uns schon mal in die richtige Richtung.

Ein BarCamp ist eine offene Tagung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Konferenzen entsteht das Programm gemeinsam mit allen Teilnehmer*innen.

Wie, dann weiß ich also gar nicht, was auf mich zukommt, wenn ich da hingehe?

Ja und nein. Ja, weil tatsächlich nicht vorher feststeht, was genau an Themen vorgestellt, präsentiert und diskutiert wird und nein, da man im Vorfeld schon Themen einreichen kann und gleichzeitig gucken kann, was von anderen vorgeschlagen wird.

Aber das ist ja dann wie die Katze im Sack kaufen? Wieso sollte ich da ein ganzes Wochenende opfern?

Tja, das ist die 1-Million-Dollar-Frage. Wieso sollte man das machen?

Was sagen denn die, die dabei waren?

Lassen wir an dieser Stelle Teilnehmer*innen zu Wort kommen, die das erste Mal beim BarCamp Regensburg dabei waren:

Reinhard Weigl schreibt in seinem Nachbericht:

Es ist eine sehr lockere Veranstaltung, die Sessions sind eher als Dialog zwischen Referenten und Teilnehmern zu verstehen denn als ein gewohnter Vortrag von der Bühne aus. Die Themen sind breit gefächert und werden zu Beginn des Veranstaltungstages vom Plenum gewählt. []

Alles in allem ein sehr gelungener Tag im Vielberth-Gebäude an der Uni in Regensburg. Die Organisation des BarCamp war hervorragend, die Stimmung gut und die Verpflegung lecker. []

Wir sehen uns auf alle Fälle wieder – beim #bcrgb15!

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Karin Schnappauf zieht folgendes Fazit:

Ein wunderbares Barcamp-Wochenende liegt hinter mir, []

Was es mir gebracht hat?

  • Die Gelegenheit, mal wieder ausführlich und in verschiedene Richtungen über den Tellerrand zu gucken und von dort Verknüpfungen zu meiner Arbeit zu bilden, die diese verbessern.
  • Mit Menschen, die mir sonst eher wenig begegnen, über Themen zu sprechen, die mir wichtig sind und neue Perspektiven einzufangen. Dabei hat mich übrigens die Altersmischung begeistert und die Tatsache, daß mehr Frauen dabei waren, als ich vermutet hatte 🙂
  • Mein Knowhow und meine Erfahrung in lockerer und konzentrierter Atmosphäre an Menschen weiterzugeben, für die das interessant und nützlich sein kann.

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Von Kathrin Hälbig gibt es dieses Resümee:

Nachdem das Barcamp Regensburg 2013 sein Debut feierte, ging es letztes Wochenende in die zweite Runde. Schon letztes Jahr habe ich am Barcamp teilgenommen, dessen Konzept mich völlig überzeugt hatte. []

Im Fokus liegt wie bei jedem Barcamp der Austausch von Wissen auf Basis einer offenen, freundlichen und lockeren Kommunikation – egal ob Führungskraft oder Student, jeder Teilnehmer kann hier Vorträge halten oder Diskussionsrunden anstoßen. []

Was mir auch dieses Jahr wieder durchwegs positiv aufgefallen ist: Wie herzlich man aufgenommen wird. Schon letztes Jahr, als Barcamp-Neuling und unsicher darüber, was mich erwartet, kamen die Leute auf mich zu.[]

Danke an dieser Stelle an alle Teilnehmer, Sponsoren und das Orga-Team, ohne die das Wochenende niemals so lehrreich geworden wäre.

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Und Barbara Lerchenberger hält fest:

Vergangenes Wochenende war zum zweiten Mal BarCamp in Regensburg und auch ich hatte ein Ticket ergattert. Da ich vorher noch nie auf einem BarCamp war, war ich dementsprechend gespannt. []

Los ging‘s dann erst mal mit einer Vorstellungsrunde, gefolgt von der ersten Sessionplanung des Wochenendes. Das spannende daran war, dass richtig viele BarCamp-Neulinge dabei waren und sich durch diese Mischung aus Neulingen und alten Hasen richtig viele abwechslungsreiche Sessions ergeben haben. []

Unglaublich abwechslungsreich und wahnsinnig inspirierend also. 🙂 Und ganz nebenbei habe ich auch noch viele spannende Leute kennen gelernt und freue mich schon – in der einen oder anderen Konstellation – auf ein Wiedersehen!

Mein Resümee für das Wochenende lautet daher also: Wieso dauert das noch soooo lange bis zum nächsten BarCamp in Regensburg?!

Was hat man also von einem BarCamp?

Wenn man sich diese Rückmeldungen durchliest, dann stellt man fest, dass es Spaß macht, inspirierend ist und man jede Menge Interessantes lernen kann. Die Atmosphäre ist sehr entspannt und die Leute die dabei sind, sind neugierig und haben einen offenen Geist.

Diese letzten beiden Punkte sind wohl so etwas wie eine kleine Voraussetzung um an BarCamps Spaß zu haben. Bock drauf haben, Neues kennenzulernen, die Bereitschaft sich einzulassen und sich gern mit anderen auszutauschen.

In diesem Jahr hatten wir fast 75 % Neulinge bei uns am BarCamp Regensburg. Das freut uns natürlich sehr, da es zeigt, dass es noch viele Menschen gibt, die Lust drauf haben, sich auf Neues einzulassen.

Viele davon haben sich den Samstag erst mal zum Orientieren und teilnehmen genommen. Doch am Sonntag gab es dann kein Halten mehr und die meisten Sessions wurden von Erstteilnehmer*innen vorgestellt!

Also, wieso organisiert man ein BarCamp?

Jetzt kommen wir nochmal auf die Ursprungsfrage dieses Artikels zurück. Wieso tut man sich das als Organisator an ein BarCamp auf die Beine zu stellen?

Hier in Regensburg sind wir ein Team aus drei Leuten. Dominik Schön, Daniel Dengler und ich. Darüber hinaus gibt es noch ein festes Helferteam, ohne das wir das alles an den beiden Tagen nicht so gewuppt kriegen würden.

Wir verdienen daran alle kein Geld. Die Finanzierung eines BarCamps läuft zum größten Teil über Sponsoren, die uns unterstützen. Das war auch dieses Jahr wieder ganz großartig! An dieser Stelle einen fetten Dank an:

Ich selbst hab das Format BarCamp vor vielen Jahren das erste Mal an einer österreichischen Uni erlebt. Bei der Veranstaltung war der Schwerpunkt Bildungskonzepte im virtuellen Raum. Für mich war es wie eine Offenbarung zu erleben, wie spontan und trotzdem zielgerichtet ein Programm entsteht, das von den Teilnehmern vorgestellt und getragen wird.

So macht lernen Laune

Wie bereits des öfteren erwähnt, werd ich in meinem Herzen immer eine Lehrerin bleiben. Für mich ist Wissensweitergabe und vor allem den Spaß an Wissen weiterzugeben eine Lebensaufgabe. Daher hat mich das Konzept BarCamp vom ersten Moment an begeistert.

Es bietet all das, was Schule/Uni in unserem System nicht ist: Die Möglichkeit unkompliziert Wissen auszutauschen, ohne dass ich eine perfekte Präsentation haben muss. Jederzeit können Fragen gestellt werden, die Community trägt mit ihrem Wissen dazu bei, meine Lücken zu füllen, Anregungen zu geben und Inspiration zu liefern.

Niemand muss Angst haben bewertet zu werden, es ist ein wichtiger Faktor, dass der Umgang untereinander immer freundlich und hilfsbereit ist. Das entsteht schon allein durch die Atmosphäre die hier Menschen zusammenbringt um Neues zu erfahren.

Huch, dann steh ich ja im Mittelpunkt…

Befürchtungen, dass man sich gleich vor alle hinstellen muss, braucht niemand zu haben. Auch wenn eine Grundregel des BarCamps lautet, es gibt keine Zuhörer nur Mitmachende, können alle, die zum ersten Mal dabei sind, sich erst mal einfinden.

Wie schon oben geschrieben, dadurch dass ein BarCamp über zwei Tage verläuft, ist genügend Raum anzukommen und zu verstehen, wie der Laden läuft.

Das Abendevent am Samstag ist eine wunderbare Möglichkeit weiter mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Und spätestens da bricht das Eis dann endgültig. Am nächsten Morgen treffen sich dann alle – vielleicht etwas müde, aber glücklich 🙂 – zum zweiten Tag.

Meine Antwort wieso ich das mache

Dies alles möglich zu machen, in dem ich Teil des Orga-Teams eines BarCamps bin ist mir ein innerer Blumenstrauß 🙂

Nein, ernsthaft, ich finde es wunderbar, dass dadurch Menschen zusammenkommen können, Wissentransfer stattfinden kann und lernen dadurch wieder sexy wird. Denn dann bleibt man auch viel neugieriger in seinem anderen Teil des Lebens außerhalb eines BarCamps. Diesen Geist verbreiten zu können ist ein ganz großer Antrieb für mich. Da geb ich meine Zeit gern dafür her.

Zufrieden und glücklich endet auch so ein BarCamp immer. Die Feedbackrunde dient dazu, einen runden Abschluss zu finden. Hier kommt der Spirit und die Begeisterung aller Teilnehmer*innen immer nochmal so richtig zum Tragen.

Für mich als Mitglied des Orga-Teams ist das Ende des BarCamps immer ein wenig mit Wehmut besetzt. Es war auch dieses Jahr eine großartige Zeit mit allen die dabei waren und es dauert fast ein Jahr bis es wieder heißt “Es ist BarCamp Regensburg! Yeah!!”

Nochmaaaaaaal 🙂

Der neue Termin steht schon: vom 10. – 11. Oktober 2015 wird das 3. BarCamp Regensburg wieder in Räumen der Uni stattfinden. Save the date!

Und wer jetzt richtig Lust drauf bekommen hat, der findet im BarCamp Kalender alle Termine von BarCamps bundesweit und hier sogar weltweit.

Lasst euch von diesem Spirit anstecken und geht auf ein oder mehrere BarCamps. Es ist immer bereichernd und wird euch Kontakte zu netten Leuten und interessanten Themen bringen.

Und natürlich hoffe ich euch alle zahlreich zu sehen im nächsten Jahr zum 3. BarCamp Regensburg!

One Reply to “Das 2. BarCamp Regensburg – mein Fazit: es war großartig!”

  1. Kleine Ergänzung zu der Frage nach dem Namen:
    Das ist eine Wortspielerei, die sich auf das “foocamp” bezieht. Dabei steht “foo” für Friends of O’Reilly. In der Programmierung treten “foo” und “bar” als Platzhalter auf, man spricht auch von metasyntaktischen Variablen. Um sich vom “foocamp” als Veranstaltung mit Einladungen abzugrenzen entstand als Wortspielerei das “barcamp”.
    Ich verweise gerne auch noch auf eine mögliche deutsche Interpretation, nämlich das die Barcamp-Tage “bar jedes (vordefinierten) Programms” sind.

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