Wie du dich vom Einfluss anderer befreien kannst und wieso das dein Leben in höchstem Maße verändern wird

Wie du dich vom Einfluss anderer befreien kannstAuf was hast du Einfluss? Was glaubst du? Denkst du, du kannst deine Freundin dazu kriegen, dir ein Eis mitzubringen? Denkst du kannst deinen Partner so beeinflussen, dass er das Auto für dich wäscht? Hast du darauf Einfluss?

Wenn das geklappt hat mit den Beispielen von oben, war das dann dein Einfluss? Wirklich?

Gibt es den Einfluss wirklich?

Das mit dem Einfluss ist so eine Sache. Wir Menschen leben in der Illusion, dass wir tatsächlich in der Lage sind Einfluss zu nehmen auf andere, auf Gegebenheiten, auf Situationen, auf Dinge usw.

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Hm, vielleicht erlebst du in deinem Leben, dass sich die Dinge tatsächlich oft genauso entwickeln in welche Richtung du sie zu beeinflussen scheinst. Vielleicht tun die Menschen wirklich das, was du von ihnen möchtest?

Doch nochmal die Frage: War es wirklich dein Einfluss, der das geschehen hat lassen? weiterlesen Wie du dich vom Einfluss anderer befreien kannst und wieso das dein Leben in höchstem Maße verändern wird

Wieso du die Macht der Dankbarkeit niemals unterschätzen solltest und wie du mit ihrer Hilfe ein glückliches Leben führen kannst

Wieso du die Macht der Dankbarkeit niemals unterschätzen solltestEines der Tools, von denen du auf jeden Fall schon gehört hast um dein Inneres auf Vordermann zu bringen ist das Prinzip der Dankbarkeit.

Halt Stopp, nicht wegschalten! Das hört sich jetzt vielleicht nach etwas an, das nicht besonders aufregend ist. Doch glaub mir, es ist eines der wichtigsten Instrumente die du dir aneignen kannst.

Wollen wir mal gemeinsam einen näheren Blick drauf werfen, was wirklich dahinter steckt?

Gut, dann mal los.

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Versunken im eigenen Emotions-Morast

Wir haben schon festgestellt, dass wir viel zu oft in unseren eigenen Emotionen versinken. Wir lassen das emotionale Wetter bestimmen, wie unser Tag verläuft.

Das bedeutet, wenn ich zukünftig dieses Wetter weniger beachten möchte, dann ist es sehr hilfreich, wenn ich etwas habe, auf das ich stattdessen meine Gedanken lenken kann. Denn nur von einem “so will ich das nicht mehr” wird sich noch nichts bewegen.

Wir brauchen einen Fokus, ein Ziel auf das wir uns ausrichten können.

Vor allem wenn wir stürmisches Wetter erleben, sprich in einem Emotionssturm stecken, dann brauchen wir etwas kleines, nichts aufwendiges, etwas das wir leicht und sofort anwenden können.

Alles was uns in irgendeiner Form eine bestimmte Technik abverlangt, länger dauert, werden wir nicht machen. Es muss etwas sein, dass innerhalb von wenigen Sekunden möglich ist und das direkt Wirkung zeigt.

Wenn ich erst drauf warten muss, dass sich dann mein Empfinden ändert, ist es schwierig dran zubleiben.

Es gibt eine Geheimwaffe für mieses Emotions-Wetter

Diese Geheimwaffe gibt es. Du kannst sie innerhalb von Sekunden anwenden ohne dass du dafür etwas bestimmtes gelernt haben musst. Du brauchst keine Utensilien dazu, nur dich und deinen Kopf und es hat eine Instant-Wirkung. Eine sofortige im Körper spürbare Wirkung.

Voraussetzung ist, dass du dich wirklich darauf einlässt. Dass du diese Medizin – wenn man so will – wirklich einnehmen magst und nicht einen auf Teenager machst unter dem Motto “Boah, ich hab überhaupt keinen Bock auf den Mist…”

Diese Einstellung wäre sehr schade, denn damit boykottierst dich selbst. Du bremst dich selbst damit aus. Du verhinderst, dass es dir besser geht. Du vermeidest damit Erleichterung für dich. Du verweigerst dir damit eine positive Änderung des Empfindens.

Bevor wir zu dieser Technik kommen, lass uns kurz dabei bleiben, wieso wir eigentlich keinen Bock auf diesen “Mist” haben, auch wenn es uns gut tun würde.

Sind wir gern masochistisch?

Wieso bleiben wir in unserem Genervtsein lieber sitzen und granteln munter weiter stundenlang vor uns hin?

Wieso gefällt es uns geradezu, uns in Selbstmitleid zu suhlen oder selbstgerechte Szenarien in unserem Kopf zu durchlaufen?

Was macht uns daran soviel Spaß selbstquälerische Gedanken immer und immer wieder zu wiederholen und Situationen die wir erlebt und erlitten haben auf repeat zu stellen in unserem Kopfkino?

Ich kann es dir sagen. Ob es dir gefallen wird, weiß ich natürlich nicht. Doch es ist ziemlich einfach: Wir machen das, weil es eine Gewohnheit ist.

Wir sind es gewöhnt, diese Gedankenschleifen immer wieder zu durchlaufen. Wir sind es gewöhnt rumzugranteln, wenn uns etwas gegen den Strich geht. Wir sind es gewöhnt, wieder und wieder die gleichen Diskussionen im Kopf zu führen.

Es ist eine perverse Befriedigung die wir dabei erleben, da wir immer wieder den gleichen Gefühls- und Hormoncocktail ausschütten. Er ist gewohnt und das ist vertraut. Wir wollen lieber etwas Vertrautes erleben, was easy funktioniert und uns keine Arbeit macht.

Tja, und schon haben wir den Salat. Wir durchlaufen die gleichen Schleifen wie immer und sitzen im gleichen Boot wie immer.

Wie immer ist Erkenntnis der erste Schritt…

Das bedeutet, die Hürde die wir als erstes nehmen müssen, ist die Erkenntnis, dass wir wieder mal auf unser gewohntes Verhaltens- und Denkmuster hereingefallen sind. So als ob wir uns automatisch oben auf die Rutsche gesetzt haben und dann läuft alles von allein ab.

Wir müssten es schaffen, entweder zu erkennen, dass wir dabei sind auf die Rutsche zu steigen. Dann könnten wir das ganz lassen und oder wenn wir es beim Rutschen erst erkennen, dann nicht mehr auf die nächste Rutsche hinaufzuklettern.

Dieser Moment ist wichtig. Und es reicht dieser Moment, damit wir etwas an unserer Gewohnheit ändern können.

Als nächstes brauchen wir etwas, was wir an diesen Moment der Aufmerksamkeit anschließen können und hier kommt nun die Dankbarkeitsübung ins Spiel.

Dankbarkeit ist dein Schlüssel

Wenn du in deinem Emotionssalat steckst und das bemerkst, stell dir als nächstes die Frage:

Wofür bin ich heute dankbar?

Wenn du merkst, dass du als erstes einen irritierten Moment hast und keine Antwort, ist das ein gutes Zeichen! Du bist ja auch dabei deine gewohnte Fahrt zu unterbrechen und das irritiert erstmal.

Stell dir die Frage einfach nochmal: Wofür bin ich heute dankbar?

Geh dieser Frage nach. Wofür bist du heute dankbar?

Such keine großen Dinge, sondern denk über Momente deines Tages nach.

Wo hast du vielleicht ein Lächeln bekommen? Oder ein nettes Wort oder einen netten Gruß? Wo bist du noch g’schwind in den Aufzug reingekommen, weil dir jemand die Tür aufgehalten hat? Hast du einen guten Parkplatz gefunden? Oder war das Wasser schön warm unter der Dusche? Hat der Kaffee geschmeckt in der Früh?

Du siehst, dass das alles nur Momentaufnahmen sind, die im Laufe eines Tages vorkommen. Es gibt soviele kleine Augenblicke, die uns etwas geben können.

Die Blumen die wir im Vorbeigehen im Park bemerkt haben. Ein ansteckendes Lachen, dass wir mitbekommen haben. Den blauen, wunderschönen Himmel über uns. Ein warmer Sonnenstrahl in der Mittagspause.

Dankbarkeit bringt dich innerlich zum Leuchten

Was passiert, wenn du beginnst dich auf diese Momente zu fokussieren?

Wenn du dich dabei innerlich beobachten könntest, dann ist das, als ob ein Kerzlein nach dem anderen in dir angezündet wird und dein Inneres erhellt. Dieses Erhellen ist ein Erhellen deiner ganzen Stimmung.

Deine dankbaren Gedanken triggern ganz andere Nervenzellen in deinem Gehirn als das beim Jammern, Granteln, Grübeln und anderen negativ wirkenden Gewohnheiten der Fall ist.

Dankbarkeit führt immer zu Glücksgefühlen. Sie mögen am Anfang noch recht verhalten daher kommen, doch wenn du dich wirklich einlässt auf die Dankbarkeitsgedanken, dann wirst du spüren, wie dir das Herz aufgeht.

Wie Erleichterung in dich einzieht, wie du spürst, dass dein Körper Spannung los lässt und zur Ruhe kommt.

Du kannst dich tatsächlich in diese weitaus gesündere Stimmung hineindenken. Du kannst das beeinflussen, was du erlebst.

Vielleicht gelingt es am Anfang nicht ganz. Oder du schnippst wieder zurück wie ein Gummi in deine gewohnte Loipe und bist wieder in deiner miesen Stimmung.

Doch das macht nichts. Es ist wie alles im Leben eine Sache der Übung. Und etwas, was du seit 20, 30, 40 Jahren oder mehr gemacht hast – aus Gewohnheit – wird sich nicht in einer einmaligen Ausprobieraktion auf 0 zurücksetzen lassen.

Verankere Dankbarkeit fest in deinem Leben

Wie kannst du das noch besser in deinem Leben verankern, dass du dich mit dem Gefühl der Dankbarkeit aus deinem Emotionswetter holen kannst?

Die einfachste Übung dazu ist das Dankbarkeitsbuch. Ein Büchlein, dass du dir abends zur Hand nimmst und in das du einträgst wofür du dankbar bist.

An manchen Tagen mag es für nicht mehr reichen als “Heute bin ich froh und dankbar für meine Miezen, für meinen heißen Kaffee, für mein Auto.” Manchmal ist das eben so. Da fällt mir einfach beim angestrengtesten Nachdenken nicht besonders viel ein, was mich am heutigen Tag dankbar sein lässt.

Doch mit fortlaufender Übung wird sich das verändern. Ein weiterer interessanter Punkt aus der Forschung – ja, es gibt eine wissenschaftliche Forschung zum Thema, wie sich Dankbarkeit in unserem Leben auswirkt – ist ein Hinweis, wie das Dankbarkeitsbuch noch mehr Wirkung zeigt.

Dankbarkeitsbuch mit Turbo

Das reine Auflisten von Momenten, Dingen und Erlebnissen ist ein super Start. Möchtest du dagegen noch mehr erreichen, dann schreib nur eine Sache auf, für die du heute dankbar bist und ergänze in mehreren Zeilen das “Warum”

Erkläre, wieso dich genau dieses Ereignis dankbar macht. Erläutere was es in dir bewirkt, beschreibe die Zusammenhänge. Was es für dich bedeutet.

Dieses ergänzende Schreiben vertieft die Wirkung enorm. Du wirst dir damit immer mehr bewusst, was für Dinge oder Ereignisse einen Dankbarkeitsschub in dir auslösen und welche Bedeutungen du ihnen verleihst.

Das kann dir dazu verhelfen, dass du immer mehr merkst, wo das Wesentliche für dich im Leben zu finden ist. Was dir wirklich am Herzen liegt, was einen Wert hat für dich im Leben. Was dir wirklich wohl tut.

Und dann kannst du beginnen mehr davon in dein Leben zu integrieren. Oder aufmerksamer für genau diese Dinge zu werden.

Wiederhole das Gefühl des Glücks!

Wenn du morgens einen Blick in dein Dankbarkeitsbuch wirfst, kannst du die gleichen Gefühle gleich noch einmal durchleben. Du kannst dir den gleichen wohltuenden Schub geben, den du hattest, als du es wirklich erlebt hast, als du es niedergeschrieben hast und jetzt nochmal wenn du es liest.

Das ist wie das positive Gegenstück zu der weiter oben beschriebenen Negativspirale, in der du dir immer wieder die gleichen negativen Gedanken machst.

Lässt du dich darauf ein und verbringst einen Monat in diesem positiven Trainingslager, wird sich dein Gefühl ändern, wenn du abends über diese Dinge nachdenkst und sie aufschreibst.

Sie werden sich zudem schleichend in deinem ganzen Tag beginnen zu ändern. Du wirst merken, dass du mit der Zeit immer aufmerksamer wirst, wenn du beginnst in eine Negativschleife abzurutschen. Das Abrutschen wirst du immer öfter verhindern können, weil du dich mit der Frage “wofür bin ich heute dankbar?” in eine neue Bahn lenkst.

Dieses immer wieder in eine neue Bahn lenken, zeigt Wirkung mit der Zeit. Du wirst erstens nicht mehr so häufig in deine gewohnte Negativität verfallen, du wirst nicht mehr so lange darin verweilen und du wirst öfter in positive Gedankenmuster kommen und diese werden länger anhalten.

Wenn du dich änderst, ändert sich deine Welt

Was denkst du, wie wird sich das in deinem Leben und auf dein Umfeld auswirken?

Es kann sein, dass es erst mal auf andere irritierend wirkt. Sie sind dich anders gewöhnt und das kommt ihnen vielleicht spanisch vor. Du wirst jedoch auch positive Rückmeldungen bekommen über diese Veränderung, die du durchläufst.

Es kannst dir auch passieren, dass du negatives Feedback auf deine positivere Stimmung bekommst. Denn viele Menschen in unserer Umgebung spiegeln unser Verhalten und Denken und so haben wir eine Blase von Leuten um uns herum, denen wir vertraut sind und die uns vertraut sind.

Gemeinsam klagen, jammern und lästern ist etwas was verbinden kann. Es ist vertraut und ähnliche Meinungen zu haben, bestätigt uns in unserem Selbstbild.

Doch wenn du nun beginnst dein Selbst-Bild zu ändern, weil du dich in eine andere Stimmungslage bewegst durch die Dankbarkeitsübung bedeutet das auch, dass du nicht mehr so vertraut auf die anderen wirkst, dass du dich plötzlich abhebst und anders daher kommst.

Wieso andere Menschen unsere gute Laune nicht aushalten

Das ist nicht immer wohl gelitten, denn es verändert den Blick und das Gefühl das die Menschen über sich selbst haben in deiner Umgebung. Man sitzt plötzlich nicht mehr im gleichen Boot.

Das Boot mag schon ein Leck haben und auch sonst nicht mehr besonders seetauglich sein, doch es ist nun mal gewohnt.

Wenn du jetzt dieses Boot verlässt, kann das bedrohlich auf andere wirken und dann bekommst du erst mal deren Ärger, Verwirrung und auch nur zu oft Ängste ab, da du etwas Gewohntes veränderst.

Jetzt heißt es aufmerksam bleiben. Der Ärger, die Verwirrung, die Vorwürfe die du abbekommst, haben nichts mit dir zu tun, sondern sind ein emotionales Wetter, das dein Gegenüber gerade durchläuft.

Deine Sache ist es, bei dir zu bleiben. Jeder macht sich sein emotionales Wetter selbst, auch wenn das nicht immer so leicht zu begreifen ist. Doch auch du machst dir dein emotionales Wetter selbst. Du reagierst auf Trigger von außen. Was du daraus machst, passiert allein in deinem Kopf.

Behalte im Kopf, dass Änderungen zum Positiven bei anderen alle möglichen Reaktionen hervorrufen können. Es ist das Ausbrechen aus dem Gewohnten, dass das passieren lässt.

Bleib auf deinem Weg

Lass dich nicht von deinem Weg abbringen. Nichts und niemand ist es wert, eine schlechte Gewohnheit wieder anzunehmen, wenn du gemerkt hast, dass dir die positive Richtung viel wohler tut.

Dass du es selbst hinkriegen kannst, dein Empfinden, dein Erleben durch eine so simple Übung wie Dankbarkeit zu verändern, wird dir dabei helfen, diesen Weg weiter zugehen.

Du kannst innere Ordnung mit solchen Tools schaffen. Klarheit gewinnen, dich wohler fühlen und spüren, dass du dir dein Glück wirklich selbst schaffen kannst.

Dankbarkeit kostet nichts und bringt dir soviel. Also nutze sie systematisch und spüre die wunderbare Veränderungen, die dir dadurch möglich werden!

Hol dir gleich ein Dankbarkeitsbüchlein. Schreib am Abend (oder auch jetzt) eine Sache, ein Erlebnis auf, für das du dankbar bist. Ergänze in ein paar Sätzen, wieso dich das dankbar gemacht hat. Als nächstes brauchst du nur noch die schönen Gefühle genießen, die du damit in dir entstehen lässt (:


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Frühjahrsputz im Inneren – Wieso du deinen eigenen Emotionen nicht hilflos ausgeliefert bist

Frühjahrsputz im Inneren - Emotionsmuster regulieren lernenDie letzten Beiträge haben sich viel um die äußere Ordnung gedreht. Denn die äußere Ordnung ist ein wichtiger, erster Schritt.

Wenn wir im Äußeren anfangen unsere Umgebung zu klären, kann sich auch unser Inneres klären. Wir können uns Schritt für Schritt daran machen in unserem Innenleben Ordnung zu schaffen.

Bist du wirklich wie du bist?

Interessant ist, dass wir oft denken, dass wir ein bestimmter Typ Mensch sind. Jemand der zurückhaltend ist, jemand der aggressiv ist, jemand der gern unter vielen Menschen ist, jemand der kreativ veranlagt ist.

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Und so geben wir uns selbst und anderen Labels. Diese Kategorien sind wie Schubladen, in denen wir die Menschen und auch uns selbst einordnen. Da gibt es die lustige Kollegin, den miesepetrigen Onkel, die neugierige Nachbarin, den weinerlichen Sohn usw.

Wir beschreiben uns selbst mit Schlagworten, wenn wir mit anderen zu tun haben. Doch ist das wirklich so? Sind wir so, wie wir das mit diesen Kennzeichen beschreiben?

Auch unsere Persönlichkeit scheint uns ziemlich festgefügt zu sein. So bin ich eben. Nimm es an und komm damit klar.

Auch andere “sind eben so”. Doch auch hier wieder die Preisfrage: Ist das wirklich so? Woraus speist sich unsere Identität und Persönlichkeit tatsächlich?

Was wäre, wenn wir gar nicht so sein müssen, wie wir denken, dass wir sind?

Wir sind geprägt von Kindheitserlebnissen, der Art und Weise wie man mit uns kommuniziert hat, den Erfahrungen die wir gemacht haben.

Das mag alles stimmen, doch ist es wirklich das Ende vom Lied? Sind wir dieser oder jener Mensch, wenn wir “ausgewachsen” sind und dann bleibt das bis zur Bahre so?

Ich bezweifle das. Und ich lade dich ein, das ebenfalls zu bezweifeln. Lass dich nicht davon einlullen, wie es jetzt ist.

Gewohnheiten sind unser unsichtbares Gerüst

Wir bestehen zum größten Teil aus Gewohnheiten. Wir machen die Dinge so, wie wir sie gewöhnt sind zu tun.

Das gilt auch für Gefühle. Wenn wir gewohnt sind ein Drama aus vielem zu machen, dann ist das unser Reflex, der automatisch abläuft. Wir haben uns das irgendwann angewöhnt. Mit allen körperlichen Reaktionen die dazugehören. Und denken, dass wir das SIND.

Doch nein, das sind wir nicht. Das ist ein gewohntes Emotionsmuster, das auf Knopfdruck (neudeutsch Trigger) abgespult wird. Das gilt für Aggressionsmuster, mauern, jammern, beschwichtigen genauso wie für Schadenfreude, Neid usw.

Dass das so ist, zeigt sich schon allein daran, dass nicht alle Menschen auf die gleichen Dinge neidisch sind, oder sich durch die gleichen Sachen angegriffen fühlen oder sich nicht durch die gleichen Situationen gestresst fühlen.

Ok, jetzt könnte das Argument ins Spiel kommen. Na das ist ja eben unterschiedlich, weil wir unterschiedlich sind. Doch wait a minute!

Ich gebe dir Brief und Siegel, dass du in ähnlichen Situationen auch nicht immer gleich reagierst. Wenn du z.B. sehr spät dran bist zu einem wichtigen Termin und dann irgendso einen Idioten vor dir hast, der einfach nicht vom Fleck kommt, dann kann es sein, dass der Knopf für ‘aggressiv werden’ bei dir gedrückt wird und du im Auto wie das HB-Männchen (falls du das noch kennst (; in die Luft gehst.

Wenn du ein anderes Mal unterwegs bist ohne jeglichen Zeitdruck und in Gedanken versunken, kann es sehr gut sein, dass dir dieser “Idiot” überhaupt nicht auffällt.

Gleicher Mensch, gleiche Situation, unterschiedliche Reaktion. Müsste nach der Theorie “ich bin halt so eine/r…” nicht immer das gleiche Programm ablaufen? Tut es aber nicht, weil es eine große Rolle spielt, wie unser Inneres beieinander ist.

Erkenne die Momentaufnahme

Das bedeutet, dass wir tatsächlich die Fähigkeit für ein großes Spektrum an emotionalen und physischen Reaktionen haben und uns nur zu häufig auf ein paar wenige reduzieren, wenn wir unter Strom stehen.

Also müsste man korrekterweise sagen: Im Moment ist es so, dass ich in Situationen in denen ich mich unter Druck fühle, die Tendenz habe aggressiv zu reagieren.

Gut, damit können wir arbeiten. Denn darin stecken viel mehr Variablen, als auf den ersten Blick sichtbar sind.

Zum ersten heißt es “im Moment”. Wir sind veränderbare Wesen und die hohe Plastizität (Formbarkeit) unseres Gehirns beweist jeden Tag, dass es auch grundlegende Veränderungen geben kann. Vielleicht nicht von heute auf morgen, doch wie vieles andere auch, stecken Lernprozesse dahinter.

Du kannst dir andere Gefühle angewöhnen

Ja, es lassen sich auch andere Emotionsmuster lernen. Denn genau das sind Emotionen. Muster, die wir gewöhnt sind und die automatisch ablaufen, wenn sie einmal gelernt wurden. Wir sind nicht dazu gezwungen auf ewige Zeiten eine Heulsuse zu bleiben oder werden kaum irgendwann an Lampenfieber sterben.

Ich weiß nicht wieso wir das Hirn immer nur auf Fakten auslegen. So als ob es nur emotionsfreie Dinge lernen könnte. Doch Emotionen sind ein Cocktail an Hormonen und getriggerten Gehirnverbindungen. Emotionen sind eine nervlich messbar ablaufende Reaktion. Unser Gehirn macht etwas und daraus entstehen fühlbare Emotionen.

Nicht umgekehrt. Die Emotion ist ein Produkt unseres Hirns. Und ja, es ist schwierig bis fast unmöglich noch zu einem preisgekrönten Olympiasprinter zu werden, wenn man mit 60 erst anfängt zu trainieren. Obwohl es erstaunlich ist, was unser Körper noch in jedem Lebensalter zu leisten vermag. Und ja, es kann auch sehr schwierig bis unmöglich sein, mit 80 noch programmieren zu lernen.

Wir haben unsere Grenzen. Unser Körper hat sie und auch unser Gehirn. Der Alterungsprozess fordert seinen Tribut und wir verbrauchen uns über die Jahre selbst.

Doch so wahr das auch alles sein mag, sollte es niemals als Ausrede dienen sich nicht dem Abenteuer zu stellen, seine eigene Emotionen regulieren zu lernen und als nächsten Schritt in gewünschte Bahnen zu lenken.

Lerne zu wählen wie du dich fühlen willst

Wir sind es, die erwünschte und unerwünschte Emotionen in Gang halten. Durch das was wir denken und tun. Jeder von uns quatscht sich selbst im Inneren von Zeit zu Zeit die Hucke voll, wenn man das mal so nennen will.

Jeder kennt diese Selbstgespräche in denen man in der Rückschau auf Situationen grübelt und grübelt und grübelt. Sich selbst anklagt oder auch andere, sich selbst bemitleidet, heruntermacht oder andere nicht so nette Sachen.

Mit diesem Vorgang sind zu 100 % folgende negative Emotionen verbunden: Frust, Traurigkeit, Neid, Aggression (aktive und passive). Zu 100 %. Es ist körperlich unmöglich sorgenvollen Grübeleien nachzuhängen und dabei gut drauf zu sein. Das geht nicht. Ist nicht möglich.

Das kannst du gern selbst mal ausprobieren.

Wir denken uns in Gefühle hinein. Sie sind eine Folge dessen, was mir durch den Kopf geht. Ob ich das bewusst wahrnehme oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es ist wie ein Radioprogramm, das vor sich hin dudelt und dessen Musik eine bestimmte Stimmung verbreitet.

Emotionsmuster – Nimm wahr was passiert

Wenn wir aufmerksam werden auf unsere Gedanken und wirklich wahrnehmen in welchen Gefilden wir uns gerade befinden, dann haben wir den ersten Schritt gemacht um eine Richtungsänderung zu ermöglichen.

Dein Körper ist, was du isst und dein Geist ist, was du denkst.

Man mag mir dieses plakative Vereinfachen verzeihen, doch es zeigt den Kern dessen auf, um den es geht. Und den wir beeinflussen können.

Klar kann dem Körper viel passieren, was ihn nicht mehr gesund sein lässt, doch Ernährung wird in jedem Fall eine positive Rolle spielen können.

Gleiches gilt für unseren Geist. Wir werden nicht gedacht. Niemand pflanzt Gedanken in uns hinein. Das machen wir alles selbst. Genauso wie wir selbst essen. Wir sind es die denken und damit innere Prozesse in Gang setzen.

Wir haben über viel mehr Einfluss als wir denken. Nicht im Äußeren, sondern über uns.

Halten wir also fest, dass Emotionen eine Folge sind von etwas, das in unserem Hirn passiert. Klar gibt es körperliche Rückkopplungsschleifen und es ist immer alles komplex, doch letztlich ist das eine wichtige Wahrheit.

Emotionen scheinen mir zwar zu passieren, doch letztlich hat unser Gehirn etwas dafür gemacht.

Du kannst deine innere Welt verändern

Wenn wir also etwas anderes fühlen wollen als bisher, dann können wir dafür etwas tun. Wir sind unseren Emotionen keineswegs hilflos ausgeliefert. Das ist ein extrem wichtiger Punkt.

Allein diese Erkenntnis kann befreiend sein. Sie kann Möglichkeiten aufzeigen, die auf Dauer ein anderes Leben schaffen.

Emotionen entstehen aufgrund unserer Bewertungen einer Situation. Diese Bewertungen wiederum sind geprägt von den kindlichen Erfahrungen die wir gesammelt haben. Wer sich nicht die Zeit nimmt und klar macht, was in einer Situation tatsächlich passiert, wird immer wieder überrascht sein von der Heftigkeit der eigenen Gefühle.

Auch von der Unangemessenheit von Gefühlen, die überhaupt nicht zur Situation passen. Menschen, die sich restlos verlassen fühlen und nur noch weinen können in einem Disput in der Partnerschaft, erleben sich selbst als vollkommen hilflos und als Menschen, die nicht in der Lage sind zu streiten.

Doch wenn man diese Situationen näher anschaut und hinterfragt, landet man häufig in kindlichen Erinnerungen an Streitereien, z.B. dass die Eltern einen bei Konflikten in ein anderes Zimmer brachten und man dort allein bleiben musste.

Das ist es, was die Emotionen dermaßen dramatisch werden lässt auch noch im Erwachsenenleben. Das hat nicht unbedingt etwas mit der tatsächlichen Schwere der jetzigen Situation zu tun.

Wer sich auf die Suche macht, nach diesen grundlegenden Emotionsmuster, wird feststellen, dass er sehr häufig auf Kleinkindniveau agiert, wenn bestimmte Situationen als Trigger agieren.

Emotionen lassen sich üben

Diese Wahrnehmung und das Erkennen dessen – auch nachträglich – lässt einen immer leichter in eine innere Distanz gelangen. Durch diese Distanz ist es möglich zu erkennen, dass man gerade wieder dabei ist, in ein gewohntes Emotionsmuster hinein zu rutschen.

Als nächstes kann man im Trockendock überlegen, wie man denn stattdessen reagieren möchte und was einem dabei am besten helfen kann, ein anderes Emotionsmuster aufzubauen.

Manchmal mag das allein nicht gelingen, doch sich Hilfe zu holen ist ein kluger Schritt und keine Schwäche.

Emotionsregulation – wie der Fachausdruck dafür heißt – lässt sich lernen.

Es ist wie alles, wozu man sein Gehirn braucht. Etwas das man üben und trainieren kann. Niemand ist gezwungen dazu, seinen bisherigen Emotionsmustern treu zu bleiben. Niemand muss sich dem ergeben “wie er halt ist” denn das ist nur ein momentaner Zustand.

Dieser Zustand kann verändert werden. Das mag nicht ganz leicht sein, doch das ist wie mit vielen anderen gewohnten Dingen, man muss dran bleiben, wenn man eine Änderung erreichen möchte.

Das Ziel ist es, nicht mehr ausgeliefert zu sein, wenn Emotionen über einen hereinbrechen. Die Belohnung für diesen Umlernprozess ist groß.

Wer sich selbst als jemand erlebt, der mit den eigenen Emotionen besser umgehen kann, wird sich stärker fühlen, wird sich zuversichtlicher fühlen, wird sich selbstwirksamer erleben. Und das kann und wird das eigene Leben zum Positiven verändern.


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Sapere aude – wage zu wissen

In einem Interview mit Prof. Pöppel (Psychologie heute Ausgabe September 2011) bin ich an interessanten Zeilen hängen geblieben. Es ging dabei um die Bilder unseres autobiografischen Gedächtnisses.

Woran wir uns erinnern

Wir erinnern vor allem Bilder, die mit Emotionen verbunden sind. Soweit ist das jetzt nichts Neues. Doch bewusst mit den Bildern zu arbeiten, die einem in Erinnerung sind und nicht nach verschütteten Bildern zu suchen ist eine neue Art erhöhte Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Bildquelle: Rolf Handke / pixelio.de

Prof. Pöppel sagt dazu:

„Die psychoanalytische Theorie geht davon aus, man könne sich durch Nacherleben des Traumas von eben diesem befreien. Das Entscheidende unserer Studien dagegen ist, dass wir ein Gegenmodell zur psychoanalytischen Aufarbeitung entwerfen. […]

Wenn Ereignisse weggedrückt wurden, damit sie im Bewusstsein keine Rolle spielen, hat das einen Sinn. Die Verdrängung ist das Resultat eines positiven Selektionsprozesses mit dem Ziel, dass ein Mensch mit sich zurechtkommt.

Erinnern statt aufarbeiten

Die Empfehlung lautet, das bewusste Erinnern zur Ich-Stärkung. Die Aufgabe ist simpel, jedoch nicht trivial. Denn sie erfordert Konzentration und ein Dranbleiben. Jeden Tag, am besten zur gleichen Zeit, sich bildlich vorzustellen, was man gestern getan hat und sich dazu Notizen zu machen.

Es geht dabei um die Bilder, die uns im Gedächtnis geblieben sind, aus welchem Grund auch immer. Sie zeigen uns, was uns wirklich ausmacht und wie wir das Leben tatsächlich erfahren.

Nochmal Prof. Pöppel:

„Ich stelle mich nicht infrage, indem ich etwas hervorhebe, das aus gutem Grund verdrängt wurde. Sondern ich bestätige mich selbst und erfinde meine eigene Lebensgeschichte. Das ist ein anstrengender und meditativer Prozess, in dessen Verlauf man einen stärkeren Selbstbezug, den Mut zu sich selbst und Respekt vor anderen findet. […]

Effekte dieser täglichen Meditation zeigen sich erfahrungsgemäß bereits nach einer Woche.“

Wer bin ich?

Um auf den Titel dieses Beitrags zu kommen, möchte ich noch eine weitere Übung vorstellen, die von Prof. Pöppel empfohlen wird zum Thema Identität.

Stellen Sie sich vor den Spiegel und sehen Sie sich an. Nicht im Sinne von einem Haar- und Makeup-Check sondern ein wirkliches Ansehen, sich selbst ansehen, mit der Frage wer man eigentlich ist.

Dazu ein weiteres Zitat:

„Und wissen Sie, wie die Menschen reagieren, die sich in dieser Weise ansehen? Sie wenden nach sehr kurzer Zeit den Blick ab. Weil sie es nicht ertragen können. So belastend ist es, sich selbst ins Gesicht zu sehen. […]

allein um die Tatsache, zu spüren: Es gibt mich ja. Und ich erschrecke vor mir selbst.“

Und auf die Frage wieso so eine Erfahrung bewusst gewählt werden sollte:

„Weil es interessant und befreiend sein kann. Ganz im Sinne der Aufklärung Sapere aude – wage zu wissen. Ich wage über mich selbst Bescheid zu wissen, ich habe den Mut zu mir selbst.“

Ich wage zu wissen. Ich habe den Mut zu mir selbst.

Was für große Gedanken. Was für eine Freiheit.

Erschaffe dein Erleben neu

Es sind zumeist die eingefahrenen Gedankenmuster die unser Gefühlsleben prägen. Tag für Tag. Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf die Bilder lenken, die uns vom vergangenen Tag im Gedächtnis geblieben sind, erleben wir hautnah, WAS uns da täglich prägt.

Durch die Achtsamkeit, die wir dabei trainieren, können wir uns immer mehr auf Bilder konzentrieren lernen, die uns stärken. Lernen den Fokus zu verlagern. Sich selbst neu erschaffen mag ein großes Wort sein. Doch letztlich ist es nichts anderes. Wir schaffen uns unser Erleben neu.

Mein Bilderexperiment läuft und vielleicht haben Sie ja auch Lust dazu, sich auf Ihre Bilder des vergangenen Tages einzulassen.

Wagen Sie zu wissen.