Schaffst du es an einer Sache dranzubleiben? Wie du deinen Fokus trainieren kannst um deine Projekte wirklich vorwärts zu bringen

Schaffst du es an einer Sache dranzubleiben_

Wie wir im letzten Beitrag gelernt haben, ist das mit dem Ablenken eine fiese Sache. Wir verlieren damit Zeit und unser Ziel aus den Augen.

Doch was können wir tun? Welche Möglichkeiten haben wir jeden Tag in unserem ganz alltäglichen Umfeld um wieder mehr Fokus zu bewahren?

Alles was wir den ganzen Tag tun oder denken trägt den potentiellen Ablenkungsfaktor in sich. Wir sind nicht gefeit davor, dass uns plötzlich etwas in den Sinn kommt und wir diesem Gedanken folgen.

Es ist ein Reflex den wir gar nicht wahrnehmen und uns oft erst viel später auffällt, dass wir gar nicht (mehr) mit der Sache beschäftigt sind, die wir uns eigentlich vorgenommen haben.

Unser Hirn ist eine Supermacht darin uns selbst abzulenken und damit evtl. unangenehme Arbeiten zu verschieben oder vielleicht auch ganz auszusitzen und gar nicht machen zu müssen.

Da waren sie wieder die unangenehmen Gefühle, denen wir versuchen aus dem Weg zu gehen. Doch wir wissen ja inzwischen dass das nicht wirklich funktionieren kann und auch keinen Sinn macht.

Wir sind durch unsere ablenkungsstarke Welt leider schon sehr darauf trainiert, uns nicht mehr konzentrieren zu können. Da gilt es etwas dagegen zu setzen und eine Möglichkeit dazu, kann die Pomodoro Technik sein.

Bildquelle: pixabay

Pomo was?

Sie ist, wie alle Techniken, mit einem schicken Namen gesegnet, denn ansonsten würden wir sie wohl kaum in Erwägung ziehen.

Wenn sie “Konzentrationsmethode” hieße, wäre das Interesse schon sehr viel geringer.

Worin sich der Kreis wieder schließt, denn um die Aufmerksamkeit zu gewinnen, die wir benötigen, damit jemand eine Methode überhaupt wahrnimmt, um mehr Konzentration in sein Leben zu bekommen, brauchen wir schon einen schicken Namen der genug Aufmerksamkeit erbringt um uns abzulenken…

Pomodoro kommt aus dem italienischen und heißt Tomate. Der erste Gedanke der dabei oft auftaucht, ist, was bitte hat eine Tomate mit unserer Konzentration zu tun?!

Die Erklärung ist ganz einfach. Der Erfinder hatte zufälligerweise gerade eine Eieruhr in Form einer Tomate zur Hand und genau daher stammt auch der Name. Ein reiner Zufallstreffer und in keinster Weise auch nur im geringsten mit Gemüse zusammenhängend.

Gut, was soll uns also diese seltsame Tomatentechnik in Sachen Fokus beibringen?

Nun, das wiederum ist eine sehr interessanter Aspekt. Durch die Vielzahl an Ablenkungen und tausend anderen Sachen die um uns ständig herumschwirren, ist es die Schwierigkeit über eine gewisse Zeitspanne an einem Thema dran zubleiben. Diese an sich simple Fähigkeit fällt uns inzwischen so schwer.

Es gibt sovieles was interessant ist…

Wir sind durch unsere aktuelle Welt auf Ablenkung trainiert. Das müssen wir wieder ändern und dazu kann uns die Pomodoro-Technik wunderbare Dienste leisten.

Wir können damit trainieren unsere Aufmerksamkeitsspanne zu erhöhen und wieder leistungsfähiger und produktiver zu werden.

Wer die Pomodortechnik einsetzen möchte, sollte folgende Schritte durchlaufen:

  1. Such dir ein Projekt oder Thema an dem du arbeiten möchtest. Es muss etwas sehr konkretes sein, wie das Schreiben eines Berichts, oder recherchieren einer rechtlichen Angelegenheit, verfassen eines Angebotes usw. Such dir ein derartiges Projekt, das genau definiert ist.
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  2. Stell dir einen Wecker oder dein Handy auf 25 Minuten. Diese Zeitspanne entspricht einer sog. Pomodoro. Während dieser Zeitspanne arbeitest du nur an dem gewählten Thema bzw. Projekt. Auch wenn dir zwischendurch etwas einfällt, oder ein Impuls zu einer anderen Tätigkeit kommt, du bleibst während der 25 Minuten Pomodoro nur bei der gewählten Tätigkeit. Du kannst alles, was dir mittendrin durch den Kopf schießt, auf eine Liste schreiben. Und dann gehst du wieder zu deiner gewählten Tätigkeit zurück und machst dort weiter.
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  3. Nach der Pomodoro stellst du deinen Wecker auf 5 Minuten Pause. Während dieser Zeit der Pause machst du etwas anderes. Steh auf und hol dir etwas zu trinken oder mach Dehnübungen, geh auf die Toilette usw. Mach wirklich etwas anderes als du während der Pomodoro – den 25 Minuten – gemacht hast. Wechsel vor allem die Körperhaltung. Wenn du gesessen bist, steh auf, beweg dich und suche eine andere Position. Wenn du an deinem Computer sitzen bleibst und nur den Screen wechselst, weil du nur kurz auf Facebook gucken willst, wirst du keinen großen Effekt erzielen. Denn diese Pause hat als wichtiges Ziel, dich von dem was du gerade gemacht hast, zu entkoppeln. Dich in gewisser Weise zu unterbrechen, das aber bewusst und mit Strategie.
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  4. Nach der Pause stell dir deinen Wecker erneut auf 25 Minuten und starte damit die nächste Pomodoro. Während dieser Zeitspanne bleib weiter an dem von dir gewählten Thema dran und fokussier dich darauf.
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  5. Erneute Pause von 5 Minuten usw.

Was soll das bringen?

Dies im Wechsel auszuüben, bietet dir viele verschiedene benefits. Der Wichtigste ist, dass du deinen Fokus trainierst. Es kann sein, dass du während des Übens merkst, dass du unglaublich oft abgelenkt bist von außen oder dich innerlich ablenkst durch Gedanken und Gefühle.

Was auch passiert, es ist wichtig, dass du die Quellen deiner Ablenkungen feststellst. Wir sind damit wieder im Wahrnehmungsmodus. Das ist immer der erste Schritt wenn man etwas ändern möchte. Du musst wahrnehmen, was gerade passiert. Wenn du wahrnimmst, dass du abgelenkt bist, kannst du wieder zu deinem Thema zurückkehren.

Es kann sein, dass es dir unglaublich schwer fällt, innerhalb der 25 Minuten an dem einen Thema dranzubleiben. Das ist für dich das unbedingte Signal, dass es immens wichtig ist, weiter zu üben und aus deiner Ablenkungsmanie heraus zu kommen.

Wir sind in den letzten Jahren immer schlechter darin geworden bei einer Sache zu bleiben.

Wenn du nun merkst, dass es dir wirklich schwer fällt dich 25 Minuten auf eine Sache zu konzentrieren und es fast unmöglich ist, diese Zeitspanne durchzustehen ohne dass du zu einer anderen Aufgabe wechselst, dann verkürze die Pomodoro auf 15 Minuten. Lerne wieder 15 Minuten an etwas dranzubleiben.

Was genau passiert in dir?

Nimm deine ablenkenden Gedanken wahr und spüre was in dir passiert. Nimm die Beobachterrolle ein um zu sehen, was da wirklich vor sich geht. Du musst dich selbst im Blick haben um das Verhalten ändern zu können.

Nur dann hast du eine Chance etwas dagegen zu setzen und es anders zu machen.

Nimm dir immer wieder die nächste Pomodoro vor und trainiere so nach und nach besser zu werden. Das Ziel ist eine Pomodoro wirklich mit der Aufgabe zu verbringen, die du dir vorgenommen hast. Dranzubleiben, egal was einem gerade im Kopf herumgeht.

Das stete Training im Wechsel mit den bewussten Pausen ist ein Training das dir auf dem Weg zu mehr Produktivität unglaublich weiterhelfen kann.

Trainiere bei einer Sache zu bleiben und schärfe deinen Fokus

Ohne sich zu fokussieren wird man kaum wichtige Arbeiten voran bringen. Vor allem wenn es schwierige und komplexe Aufgaben sind, die nicht immer Freude machen.

Doch wir wissen ja inzwischen wie wichtig es ist, mit unangenehmen Gefühlen zu koexisiteren und genau das kannst du wunderbar trainieren in dem du mit Pomodoros experimentierst.

Es mag sich einfach anhören und fast nach einer Spielerei, doch probiere es aus. Du wirst merken, dass es tatsächlich gar nicht so einfach ist 25 Minuten an einer Sache dranzubleiben ohne sich selbst dabei abzulenken.

Den Fokus wirklich zu bewahren ist eine Kunst die nur noch wenigen gelingt. Doch das bedeutet nicht, dass man es nicht wieder lernen kann.

Diese Zeitspanne von 25 Minuten ist etwas das überschaubar erscheint und bewältigbar. Es ist viel weniger als eine Stunde und sogar weniger als eine halbe Stunde.

Genau das macht die Pomodoro Technik so charmant, weil sie uns nicht überfordert, sondern eine überschaubare Zeitspanne gib, die wir fokussiert verbringen sollen.

Die Benefits sind vielfältig. Wenn du wieder in der Lage bist, wirklich fokussiert an einer Sache dranzubleiben, wirst du spürbar andere Resultate erzielen, du wirst weitaus weniger Zeit verschwenden und du wirst viel zufriedener sein.


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Lebst du noch oder bist du schon süchtig? – Wie dein Smartphone dein Leben verbraucht und wieso du nicht mit eMails in den Tag starten solltest

Lebst du noch oder bist du schon süchtig_Das, was da in der Überschrift steht, hast du mit Sicherheit schon mal gehört: Nicht mit eMails in den Tag starten.

Wenn ich diesen Satz in meinen Seminaren an die Tafel schreibe, merke ich schon beim Umdrehen, dass ich in viele unwillige Gesichter schauen werde und das Gegrummel zugenommen hat.

Wie war das eigentlich vor dem Smartphone?

Eine Frage dazu: Denkst du, dass Menschen früher produktiver waren? Also in Zeiten vor diesem ganzen Handy und Online-Gedöns? Denkst du, dass da in Büros der Anteil des Zeitraums den jemand dort täglich verbracht hat, tendenziell produktiver war?

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Darauf kannst du aber wetten. Weißt du auch wieso? Die Antwort ist einfach und doch ist vielen nicht klar, was für eine immense Bedeutung darin liegt: Die Produktivität war deswegen höher, weil es nicht so viel Ablenkungen gab.

Natürlich gab es auch zu früheren Zeiten schon Ablenkungen. Schon allein Kollegen sind eine natürliche Ablenkungsquelle. Auch das Telefon war es schon immer gern.

Doch überlege mal, wie sich das heute potenziert hat. Früher kam die Post einmal am Tag. Das waren die Briefe, die zu bearbeiten, zu beantworten und abzulegen waren.

Heute hat die eMail in vielerlei Hinsicht die Briefpost ersetzt. Und wie oft kommt diese elektronische Post? Genau, sie kommt ständig. 24/7 zu jeder Tages- und Nachtzeit kann uns diese Form der Post erreichen.

Es klingelt und brummt den ganzen Tag…

Wenn der Postbote kommt, werden wir EINMAL unterbrochen. Wenn wir bei eMails Benachrichtigungen aktiviert haben, dann kann es passieren, dass alle paar Minuten eine Meldung kommt und wir unterbrochen werden.

Was passiert wohl in so einem aufmerksamkeitszerstückelten Alltag mit der Produktivität? Tja, die geht in den Keller, da es faktisch nicht möglich ist, gedanklich genauso an einer Sache dran zubleiben, als wenn man nicht unterbrochen würde.

Gut, als nächstes Argument höre ich an dieser Stelle häufig: Ja, aber in den eMails sind wichtige Informationen, ohne die ich nicht weiterarbeiten kann.

Oder auch gern genommen: Ja, aber wenn ich meine eMails nicht gleich in der Früh anschaue, dann übersehe ich vielleicht etwas vom Chef oder Kollegen und bekomme dann Ärger oder sitz in der Bredouille.

OK, das hab ich verstanden. Das kann natürlich blöd ausgehen. Allerdings ist das noch kein Grund, sich von eMails ständig unterbrechen zu lassen und mit ihnen als erstes am Morgen zu starten. Zumindest nicht in jedem Fall und schon gar nicht als wichtigster Vorgang der gleich die erste Stunde des Tages umfasst.

Ist dir eigentlich klar, was du dir da antust?

Ich merk schon, du bist immer noch skeptisch. Lass uns noch genauer hinschauen, was eigentlich mit uns passiert, wenn wir eMails so hohen Wert beimessen, dass sie gleich als erstes dran sein und uns auch noch ständig unterbrechen dürfen. (Du kannst auch statt eMail jeden beliebigen Social Media Kanal deiner Wahl einsetzen…)

Was passiert mit deiner Aufmerksamkeitsspanne? Wird sie zunehmen, gleich bleiben oder abnehmen? Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, dann musst du zugeben, dass deine Fähigkeit sich auf eine Sache zu konzentrieren und dran zu bleiben auch schon mal besser war.

Tröste dich, das geht fast jedem so in unseren Zeiten. Die Frage ist nur, womit hat das zu tun?

Was passiert da genau?

Klar durch die technischen Möglichkeiten hat sich der Ablauf von Arbeiten in vielerlei Hinsicht beschleunigt. Es dauert jetzt nur noch den Bruchteil einer Sekunde bis eine eMail verschickt ist und nicht mehr 5 Tage, bis ein Brief ankommt.

Das bedeutet, dass auch die Erwartungshaltung gestiegen ist, sich dann sofort um eine Antwort zu kümmern. Ohne jedoch dabei in Frage zu stellen, ob das nun tatsächlich grad unsere wichtigste Aufgabe ist, die es zu erledigen gilt.

Kannst du dich noch an die Sache mit der Priorität erinnern?

Selten gehört eMails lesen und beantworten zu den wichtigsten Aufgaben. Im Gegenteil das Bearbeiten von eMails nimmt immer mehr Zeit in Anspruch und frisst damit einen guten Teil unserer täglichen Produktivität auf.

Mit einem Ergebnis, an dem sich sehr selten eine Steigerung der Produktivität ablesen lässt.

Gut, behalten wir die Fakten im Kopf:

  • Durch eMail sinkt unsere Aufmerksamkeitsspanne und die damit verbundene Konzentration
  • wir verschwenden einen kostbaren Teil unserer Arbeitszeit mit eMails ohne die Produktivität damit zu steigern
  • wir lassen uns ständig ablenken von dem was wir gerade tun, durch eingehende neue eMails.

Wenn wir uns nur allein diese drei Fakten ansehen, dann ist es doch mehr als offensichtlich lohnenswert sich näher damit zu beschäftigen und andere Wege zu beschreiten.

Vor allem der letzte Punkt mit dem Ablenken ist ein gefährlicher Prozess, der schleichend vor sich geht und dessen negative Auswirkungen den meisten überhaupt nicht bewusst sind.

Du trainierst dich darauf unaufmerksam zu sein

Dadurch, dass wir uns durch die Benachrichtigungen (und das gilt beileibe nicht nur für Mails) immer wieder ablenken lassen, trainieren wir uns darauf, uns immer weniger konzentrieren zu können.

Unserem Hirn fällt es immer schwerer bei einer Sache zu bleiben, vor allem, wenn es gerade etwas kompliziert wird. Da fällt uns doch – zum Glück… – ein, dass wir ja auch mal schnell wieder in unser Mails schauen können. Und schwupps sind wir aus dem Thema draußen, das wir gerade bearbeiten.

Das Fatale ist, dass das bereits im Kindesalter inzwischen eintrainiert wird. Da geht es weniger um Mails, als um alle möglichen Benachrichtigungen die auf den Handy so eintrudeln. Je jünger das Hirn ist und diesem “Training” unterliegt, umso schwerer ist es später, auf einen anderen Modus umzuschalten.

Und noch eine Schippe drauf…

Lass uns von einem weiteren Punkt sprechen: der hohe Suchtfaktor. Ja, ich übertreibe nicht, wenn ich das als hohen Suchtfaktor beschreibe.

Die wenigsten Menschen haben tatsächlich noch einen Überblick darüber, wie viel Zeit sie mit ihrem Smartphone in der Hand verbringen. Es hat unbemerkt einen immer größeren werdenden Teil unserer täglichen Wachphase übernommen.

Mach dir mal den Spaß und beobachte die Menschen um dich herum. Wenn du gerade in einem Café sitzt, an der Bushaltestelle stehst, im Restaurant oder in einer Bar sitzt, im Wartezimmer beim Arzt oder auch daheim bei deiner Familie.

Nimm bewusst wahr, wie häufig Menschen ihr Handy zur Hand nehmen. Egal was sie dann damit machen, einfach nur die Häufigkeit beobachten. Das ist inzwischen ein eingespielter Reflex, immer wieder auf’s Handy zuschauen. Ohne besonderen Grund, einfach nur, weil man es bei sich hat…

Wie selbstverständlich dieses elektronische Gerät ganz nah am Körper getragen wird. Ist das nicht erstaunlich?

Die Bequemlichkeit und der Suchtfaktor verhindern förmlich, dass wir darüber länger nachdenken, ob das etwas Gutes ist, was wir da machen.

Geben wir unser Leben her?

Versteh mich richtig, ich finde Smartphones sind eine der genialsten Erfindungen unserer Zeit und ich möchte sie nicht in meinem Leben missen, da sie wertvolle Dienste für mich leisten.

Doch trotz alledem ist es wichtig immer wieder zu verstehen, dass es eine technische Sache ist, der wir unglaublich viel Raum in unserem Leben einräumen.

Für mich sind die regelmäßigen Offline-Vormittage jeden Montag eine sehr wertvolle Unterbrechung dieser steten Verbindung. Denn das sind wir. Wir sind ständig mit diesem elektronischen Meisterwerk verbunden.

Das tut uns nicht gut. Es ist keine Verlängerung unserer selbst. Es sollte nicht zum Selbstzweck und Füller jeglicher freien Minuten werden. Denn so züchten wir uns einen Diktator im eigenen Leben heran, dem wir hörig sind.

Das mag sich übertrieben anhören, doch das ist es nicht. Das gilt für fast jeden Screen. Denn jemanden anzubieten seinen Fernseher für eine Woche aus seiner Reichweite zu entfernen, würde in den meisten Fällen zutiefste Entrüstungsstürme auslösen bis hin zu, “ich brauche das zum Leben”.

Hm, diese Aussagen zeigen klar auf, wo wir in Sachen Technik stehen. Wir haben sie so in unser Leben integriert, dass sie mit der Zeit immer mehr Raum einnimmt und unser Leben in der Nutzung damit vergeht.

  • Wieso ist es eigentlich so abwegig, mal eine Woche auf den Fernseher zu verzichten?
  • Wieso ist es so abwegig, einen Tag kein Smartphone anzumachen?
  • Was ist denn das Katastrophale daran?

Und der Ausdruck “katastrophal” ist bewusst gewählt, denn wenn du diesen Vorschlag jemandem machst, musst du dich auf einen Ausbruch von stark artikuliertem Unverständnis gefasst machen.

Und so schließt sich der Kreis zum Suchtfaktor. Wollen wir wirklich den elektronischen Dienern in unserem Leben derart viel Macht überlassen?

Ist es das, was uns am Ende des Lebens glücklich machen wird? Werden wir auf dem Sterbebett sagen, „ach hätte ich doch mehr Zeit mit dem Smartphone, dem Computer und dem Fernseher verbracht?“

Das kann ich mir kaum vorstellen.

Und ich kann mir auch kaum vorstellen,

  • dass es unser Wunsch ist, uns immer schlechter konzentrieren zu können,
  • dass es unser Wunsch ist, immer mehr Schwierigkeiten zu haben, an einer Sache dran zu bleiben und
  • dass es unser Wunsch ist, Ablenkungen immer mehr Raum in unserem Leben zu geben.

Wollten wir nicht Meister unseres Los sein?

Wollen wir die Diener nicht wieder als das verwenden, was sie sind? Helfer die uns in unserem Alltag unterstützen können, die jedoch keinem Selbstzweck dienen?

Was du tun kannst

Falls du nach diesem Text etwas aufgerüttelt bist und denkst, ja da ist wirklich was dran, dann habe ich ein praktisches Trainingslager für dich, das uns an den Anfang unseres Textes zurückführt:

1. Stell alle Benachrichtigungen auf deinem Smartphone ab. Wenn dich jemand dringend benötigt, dann kann er oder sie die Ursprungsfunktion dieses Geräts nutzen und dich anrufen. Doch die Benachrichtigungen sind einer der wichtigsten Faktoren, dass du immer wieder abgelenkt bist und deine Aufmerksamkeitsspanne weniger und weniger wird.

2. Starte nicht mit eMail in den Tag. Das ist garantiert nicht deine wichtigste Tätigkeit des Tages. Vielleicht kann das tatsächlich bedeuten, dass du nicht schon in der Früh mitbekommst, dass dein Chef etwas geschrieben hat.

Das kann möglicherweise nicht ganz einfach sein, doch wenn du wieder mehr über deine Zeit bestimmen willst, dann wirst du nicht drumherum kommen.

Auf was ich hinaus will? Nun, solange du nicht als Chirurg auf der Notfallstation arbeitest oder sonst einen Job hast, der absolut von sofortiger Reaktion abhängt wie ein Lotse im Flugverkehr, dann wird die Welt nicht zusammenbrechen, weil du eine Stunde später als bisher deine eMails anschaust.

Glaub mir, die Welt wird tatsächlich nicht untergehen. Was passieren kann, ist, dass es bei manchen Menschen auf Unwillen stößt, wenn sie nicht sofort und adhoc eine Rückmeldung bekommen. Doch auch sie sind das Produkt der ständig voran getriebenen schneller-schneller-schneller-Welt.

Wieso wollen wir nochmal den Unwillen anderer auf uns ziehen, wenn wir nicht mit eMails in den Tag starten? Weil WIR dann wieder entscheiden über das was mit unserer Zeit passiert.

Wenn du das mit der Abendplanung gemacht hast und genau weißt, was deine momentane Prioritätsaufgabe ist, dann nutz diese erste Stunde des Tages um genau an dieser Aufgabe zu arbeiten.

Nimm dein Leben und nicht dein Smartphone in die Hand

Du wirst ein ganz anderes Gefühl erleben, wenn du selbstbestimmt und genau geplant in deinen Tag startest.

Damit bringst du deine Sachen voran, du steigerst deine Produktivität und deine Zufriedenheit. Das – am Anfang des Tages eingebaut – gibt dem gesamten Tag einen anderen Schub.

Du wirst ein besseres Gefühl am Abend haben, auch wenn du vom restlichen Tag überrollt worden sein magst. Du hast den Anfang des Tages, mit deiner besten Energie, an der von dir bestimmten wichtigen Aufgaben gearbeitet.

Und wenn du ehrlich bist, stimmst du mir wahrscheinlich zu, dass eMails nun mal höchst selten zu den wichtigsten Aufgaben des Tages gehören.

Probiere es aus und starte eine Woche nicht mehr mit eMails in den Tag. Und stell um Himmelswillen diese ganzen Benachrichtigungen ab!

Mach den technischen Tyrann wieder zu dem was er ist: zu einem Diener und nicht zu einem Instrument, das dein Leben vergehen lässt, währenddessen du deinen Kopf gebeugt über diese knäckebrotgroße Scheibe hältst.


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Lesefutter – Folge 16

Lesefutter Folge 16Meine Güte der Juni hatte doch grad erst angefangen… Doch heute ist unweigerlich bereits der 1. Juli. Daher – wie jeden Monatsanfang – meine Leseempfehlungen aus dem letzten Monat. Diesmal sind es nur wenige Bücher, obwohl es eigentlich viele waren. Doch lies selbst ;)

Wie immer gilt, wenn du ganz zeitnah mitbekommen möchtest, welche Bücher es aus meinem Lesestapel in das empfohlene Lesefutter geschafft habe, dann folge mir auf Instagram.

Und schon geht’s los mit den Buchtipps aus Juni 2018:

Das glückliche Gehirn – Daniel Amen

Das glückliche Gehirn - Daniel AmenDas glückliche Gehirn von Daniel Amen. Dieses Buch ist ein wahrer Augenöffner was Stoffwechselstörungen im Gehirn angeht.

Daniel Amen arbeitet als Neurowissenschaftler und Psychologe und hat in über 83.000 Hirnscans Erstaunliches festgestellt.

Auch ohne Scans ist es möglich in diesem Buch mit Tests und Einschätzungen Hilfe zu finden bei Ängsten, Depressionen auch Aggressionen oder auch ADHS.

Es sind sehr viele Fallgeschichten mit in das Buch integriert. Wenn man es zusammenfassen möchte, ließe sich sagen, dass tatsächlich viele der Stoffwechselstörungen im Gehirn auf Kopfverletzungen zurückzuführen sind.

Vor allem Stürze im Kindesalter und ähnliches. Das Buch bietet eine Fülle an Hilfsmitteln wie man sich selbst und mit Unterstützung von außen ein glückliches Leben schaffen kann.

Er spricht ganz konkrete medikamentöse Hilfsmittel an, kombiniert dies jedoch immer mit Methoden aus der Verhaltenstherapie und weiteren therapeutischen Maßnahmen.

Natürlich kann dieses Buch keinen Arzt ersetzen, soll es auch nicht. Es ist jedoch ein großartiger Überblick und ein sehr hilfreiches Nachschlagewerk um für eigene Symptome und Verhaltensweisen genauso wie von Menschen im Umkreis ganz konkrete Ansätze zu finden, was sich tun lässt.

Und wer noch mehr darüber wissen möchte und vor allem die Scans in Farbe sehen will, dem sind die Talks auf TED von Daniel Amen empfohlen.

Für mich war das Buch sehr augenöffnend und hilfreich und ich kann es nur empfehlen zu lesen.

Harry Potter- Joanne K. Rowling

Harry Potter - Joanne K RowlingEinmal im Jahr gehe ich nach Hogwarts und dann ist wieder Harry Potter Zeit. Einmal im Jahr lese ich alle 7 Bücher. Das ist auch der Grund, warum die Leseliste für den Juni nur wenige Einträge umfasst. Sogar ich brauch doch ein paar Tage, bis ich alle sieben Bände durch hab ;)

Die Geschichten sind einfach immer wieder wunderbar. Klar sind die Filme die daraus entstanden sind, gut gemacht, doch es fehlt ihnen so viel.

Die Bücher umfassen soviele Details, interessante Nebenstränge und Wendungen, die es nur zu lesen gibt. Daher kann ich nur empfehlen, die Harry Potter Bücher tatsächlich mal zu lesen, wer das bisher noch nicht gemacht hat. Wenn man sie am Stück liest, zieht es einen richtig in diese Welt hinein und man vergisst den Alltag um sich herum.

Außerdem kann ich nur jedem empfehlen, sich tatsächlich mal mit Jugendbüchern zu beschäftigen.

Es gibt einen ganz neuen Blickwinkel und gute Autoren können die aktuelle Lebenswelt – auch wenn es Fantasy ist – sehr gut einfangen. Und so ein Perspektivwechsel tut uns selbst immer wieder gut.

Building the bridge as you walk on it – Robert E. Quinn (englisch)

Building the bridge as you walk on it - Robert E. QuinnDas Buch „Building the bridge as you walk on it“ von Robert E. Quinn gehört für mich zu den besten Büchern über die Bildung von Führungspersönlichkeiten die ich je gelesen habe.

Bereits sein erstes Buch Deep Change enthält diese fundamentalen Wahrheiten die es für das Führen anderer Menschen braucht. Er rennt damit bei mir offene Türen ein, denn für mich ist in aller erster Linie ausschlaggebend, wie gut sich jemand selbst führen kann.

Wenn in einem Unternehmen Wandel angestoßen werden soll, Veränderungen stattfinden und das das ganze Unternehmen mittragen muss, dann braucht es Menschen die in sich gefestigt sind und wissen wie wichtig Vertrauen und Offenheit in der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter sind.

Dieses Vertrauen aufzubauen bedeutet auch, sich seinen eigenen Schwächen zu stellen. Er nennt das im Buch so schön „nackt in das Unbekannte zu gehen“ .

Sich wirklich hinein zu wagen in neue Dinge und dabei die Fähigkeit zu besitzen, anderen das Vertrauen zu geben, dass dieser Wandel gelingen wird.

In diesem Buch finden sich fundamentale Wahrheiten, ganz praktische Hilfestellungen und viele viele Geschichten von Menschen die durch sein erstes Buch Deep Change gelernt haben all diese Dinge in ihrem Arbeitsleben als Führungskraft anzuwenden.

Von mir bekommt dieses Buch mindestens fünf Sterne und ich kann es nur jedem empfehlen, der auch nur im geringsten als Führungsperson tätig ist.

A Joseph Campbell Companion – Reflection on the art of living (englisch)

Reflection on the art of living - a Joseph Campbell CompanionJoseph Campbell ist durch sein Konzept der Heldenreise berühmt geworden. Wobei es eigentlich nicht sein Konzept ist, sondern es sind Zusammenhänge die er aus Mythen und psychologischen Abhandlungen wie von CG Jung zusammengetragen hat.

Jede gute Geschichte, die wir als Geschichte erleben, folgt diesen Stationen der Heldenreise. Dieses Buch „A Joseph Campbell Companion“ ist ein wahrhaftiges Kleinod.

Er hat sehr intensive Workshops mit nur wenigen Teilnehmern gemacht. In diesen Workshops ging es teilweise um das Leben jedes Einzelnen im Hinblick auf die Mystik und die Stationen der ganz persönlichen Heldenreise.

Dieses Buch besteht aus Teilen von Transkripten aus den Seminaren, aus Gedichten, aus Zitaten, aus einer Ansammlung von Impulsen und Gedanken dieses tief schauenden Autors.

Wer mit den mystischen Grundlagen, Zusammenhängen und Geheimnissen unseres Lebens etwas anfangen kann, sollte in dieses Werk hinein lesen.

Hier zwei Zitate daraus:

We must be willing to get rid of the life we’ve planned, so as to have the life that is waiting for us.

und das hier:

Out of perfection nothing can be made. Every process involves breaking something up.

Wer sich auf diese Impulse einlässt wird feststellen, dass er auf eine ganz neue Art beginnt sein Leben zu betrachten. Nach den Stationen der eigenen Heldenreise Ausschau hält und den Schätzen, die es zu entdecken gibt.

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Das waren sie, meine Leseempfehlungen aus dem Juni 2018. Ich finde ja immer, lesen kann man nie genug. Und mir ist ein gedrucktes Buch tausend mal lieber als ein ebook-reader. Doch jeder so wie er will, Hauptsache es wird gelesen ;)

Transparenz-Hinweis: Wenn du auf die Bilder klickst landest du direkt bei Amazon und falls du eines der Bücher dort kaufst, bekomm ich eine überaus riesige Provision ;) Nein, Quatsch das natürlich nicht, es sind nur ein paar Cent.

Wenn du auch gern liest, dann schreib mir doch deine Buch-Highlights. Gern als Kommentar oder auch per email. Ich freu mich immer von meinen LeserInnen persönlich zu hören!

Wer du gern in meinen bisherigen Empfehlungen stöbern möchtest, dann nur zu. Du findest hier alle Lesefutter-Folgen.

Have a nice day and happy reading!


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Du willst eine Planung die rockt und dich wirklich vorwärts bringt? Dann erkenne was Priorität tatsächlich bedeutet und wie du dieses Wissen nutzen kannst

Du willst eine Planung die rockt und dich wirklich vorwärts bringt dann erkenne was Priorität tatsächlich bedeutet und wie du dieses Wissen nutzen kannstWie ist das mit deinem Tag? Machst du einfach spontan, was du denkst, das jetzt dran ist? Oder hast du einen Plan für den Tag, in dem du das festgehalten hast, was du gern erledigen möchtest? Oder dient dir deine Todo-Liste von gestern, vorgestern und vorvorgestern… als Inspiration?

Das Hamsterrad in Aktion…

Interessanterweise machen viele Menschen zwar eine Todo-Liste, doch nur wenige planen wirklich ihren Tag. Sie lassen sich entweder treiben von dem was grad anbrennt oder welche Aufgabe am lautesten schreit oder hetzen von einem Meeting zum nächsten, ohne die Pausen dazwischen effektiv zu nutzen.

Bildquelle: pixabay

Wenn der Tag zu Ende geht, ist die Erschöpfung oft groß und der Frust gleichermaßen, weil man mit dem Gefühl nach Hause geht, zwar den ganzen Tag beschäftigt gewesen zu sein, doch irgendwie Nichts wirklich vorwärts gebracht zu haben.

Gut, also dann Planung. Doch was macht da Sinn? Es gibt unendlich viele Methoden die zur Tagesplanung angeboten werden und vielleicht hast du auch schon einige davon ausprobiert.

Die Frage ist nur, hat es für dich funktioniert? Und wenn nicht, woran ist es gescheitert? Viele, denen ich diese Frage gestellt haben, haben Variationen dieser Antwort gegeben:

“Ich hatte zwar einen Plan, aber dann kam etwas dringendes dazwischen und ich musste was anderes fertig mache. Als ich geschaut hab war dann schon Mittag und am Nachmittag waren dann noch tausend Kleinigkeiten zu erledigen und irgendjemand wollte immer was von mir.”

Gibt es denn eine Planung die wirklich funktioniert?

Es scheint so zu sein, als ob wir dem Tag und seinen Launen mit Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. Doch es scheint auf der anderen Seite auch Menschen zu geben, die tatsächlich produktiv und effektiv arbeiten und das was sie sich vorgenommen haben, tatsächlich schaffen. Was machen die bloß anders?

Da gibt es einiges zu nennen, doch wir wollen uns heute auf eine bestimmte Sache beschränken. Etwas, das du sofort ab heute umsetzen kannst und dessen Effekt du im besten Fall sofort am nächsten Tag spürst.

Was an Plänen oft scheitert, ist, dass sie zu unklar sind oder zu kompliziert oder schlicht und ergreifend vollkommen unrealistisch.

Das bedeutet, wir brauchen einen realistischen, glasklaren und einfachen Plan, der uns dabei unterstützt vorwärts zu kommen.

Wie ist das mit der Priorität?

Da wir oft viel mehr Sachen auf der Platte stehen haben, als wir überhaupt erledigen können, ist einer der ersten Schritte für Klarheit und Realismus:

Was hat Priorität?

Interessanterweise gibt es das Wort Prioritäten erst seit wenigen Jahren in der Mehrzahl. Wir werden gleich sehen, dass das Wort im Plural überhaupt keinen Sinn macht, weil es vollkommen die Bedeutung des Wortes zerstört.

Priorität stammt vom lat. Prior = der Vordere ab.

Es kennzeichnet das vorrangige Objekt. In der Natur der Sache liegt es, dass es nur ein vorderes Objekt geben kann.

Was wir nun in unserer hektischen Zeit versuchen, ist, gleich mehrere Prioritäten festzulegen. Und wir leben in der Illusion, dass wir – kombiniert mit Multitasking – tatsächlich in der Lage sind, gleichzeitig mehrere Sachen voranzubringen.

Doch das klappt nicht. Wir sind nur in der Lage eine Sache richtig zu machen. Es gibt kein Multitasking. Das können nicht mal Maschinen, von denen das Wort stammt. Auch Maschinen schaltet in Blitzgeschwindigkeit von einer Aktion auf die nächste um und machen sie nicht gleichzeitig.

Unser Hirn muss ebenfalls ständig umschalten, wenn wir mehrere Sachen versuchen parallel zu schaffen.

Daraus resultiert, dass wir langsamer in allem werden, mehr Fehler produzieren und nichts wirklich vorwärts bringen. Ganz abgesehen von der Erschöpfung die wir damit selbst produzieren und dem Frust, der damit einher geht.

Was von meinen Aufgaben hat wirklich Vorrang?

Gut, also zurück zur Priorität. Das was Vorrang hat. Wenn also mehrere Aufgaben zu bewältigen sind, dann muss ich entscheiden, was davon Vorrang hat.

  • Was ist davon das, was jetzt dran ist?
  • Wenn ich nur eine Sache davon machen könnte, welche wäre das?
  • Für welche Aufgabe würde ich solange bleiben, bis sie fertig ist?

Wenn man diese Fragen beantworten kann, dann hat man seine Priorität. Das ist es, was als nächstes dran ist.

Im Arbeitsalltag als Angestellter ist das eine Frage, die sich möglicherweise nicht immer so einfach zu beantworten lässt, wenn ich zugewiesene Aufgaben von meinem Chef habe.

Was zur Folge hat, dass es immer wieder vorkommt, gerügt zu werden, weil etwas noch nicht fertig ist, von dem man nicht wusste, dass es Priorität hat. Es fehlen einem Informationen und man hat nicht den Gesamtüberblick.

Mehrere Menschen – verschiedene Prioritäten?

Das bedeutet, es ist elementar wichtig darüber im Gespräch zu bleiben und abzuklären, ob man die gleiche Sichtweise zur Priorität hat. Das kann vieles an unangenehmen Situationen und Gesprächen verhindern, da man sich im Vorfeld absichert.

Was tatsächlich bedeutet, dass es als erstes einen Überblick über alle anstehenden Aufgaben braucht. Es ist keine schlechte Idee, mit so einem Überblick zu starten ;)

Ok, back to priority. Wir wollen ja endlich zu unserem Plan kommen. Welche Art von Plan ist denn nun einer, der funktionieren wird?

Meiner Erfahrung nach, ein Plan, der so knapp wie möglich gehalten ist. Je mehr auf einer Liste drauf steht, umso weniger wird davon meistens geschafft. Da allein die Länge der Liste überfordert und Lähmungserscheinungen hervorrufen kann ;)

Welcher Umfang soll es denn nun sein?

Wenn wir uns jetzt ein Modell eines knappen Plans schaffen wollen, dann sprechen wir von weniger als einer Handvoll an Aufgaben. Genauer gesagt von max. 3. Ganze drei Aufgaben sollten auf dem Plan drauf stehen.

Dazu kommt nun noch ein wichtiger Aspekt, über den viele überhaupt noch nie nachgedacht haben. Damit der Plan die größten Chancen hat umgesetzt zu werden, ist einer, wenn nicht sogar DER wichtigste Faktor, der Zeitpunkt, zu dem der Plan erstellt wird.

Das kann den Unterschied zwischen einer erfolgreichen Abarbeitung und einem Scheitern bedeuten.

Wann sollten wir uns den Plan machen?

Fangen wir mit dem Zeitpunkt an, der am schlechtesten für Pläne machen geeignet ist: Das ist der Morgen des aktuellen Tages. Das ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt sich einen Plan für den Tag zu machen.

Dann setzen wir doch gleich den besten Zeitpunkt daneben, dann haben wir das beieinander. Der beste Zeitpunkt für einen Tagesplan ist der Vorabend. Das ist der beste Zeitpunkt sich einen Plan für den kommenden Tag zu machen.

Ich erkläre gleich wieso, möchte jedoch noch ergänzen, dass es dazu auch Ausnahmen gibt. Besser gesagt, fällt mir nur eine Ausnahme ein und das ist die Notaufnahme.

Hier ist es kaum möglich am Vorabend zu planen, was am nächsten Tag ansteht, weil es adhoc sein kann, dass sich ein Unfall mit mehreren Beteiligten ergeben hat und dann gibt es Systeme im Krankenhaus über das sog. Triagieren, die ermitteln, welcher Fall jetzt Vorrang hat und welcher noch etwas warten kann.

Wir sind keine Notaufnahme!

Leider operieren wir oft selbst an unserem Tag, als ob wir in der Notaufnahme arbeiten würden. Es schreit der Chef oder ein Kollege am lautesten, das wird dann als Notfall eingestuft und zack ist der eigene Plan beim Teufel und wir stürzen uns auf diese Aufgabe.

Fakt ist jedoch, dass kaum jemand von uns in so brandeiligen Jobs arbeitet, wie in der Notaufnahme und immer noch genügend Luft und Raum da ist, die Priorität genau zu beurteilen.

Das wird nur nicht gemacht und viele fühlen sich auf Grund ihres Ranges dazu schon so wichtig, dass ihre Aufgaben damit allein schon Vorfahrt bekommen sollten. Was jedoch nichts über die tatsächlich Priorität der Aufgabe aussagt.

Gut, nachdem wir also die Behauptung aufgestellt haben, dass der Vorabend der sinnvollste Zeitpunkt für das Erstellen eines Planes ist, wollen wir ergründen warum das so ist.

Wieso ist der Abend die beste Zeit für einen Plan?

Fast jeder wird schon mal das Phänomen erlebt haben, dass er länger über eine Sache grübelt und einfach nicht auf eine passende Lösung kommt. Es gibt dann meistens irgendjemanden, der rät mal eine Nacht darüber zu schlafen.

Interessanterweise ist es tatsächlich oft so, dass wir am nächsten Tag mit einer Idee, einem Impuls oder vielleicht so gar schon mit einer Lösung aufwachen.

Wie kann das sein? Es liegt zu einem großen Teil daran, dass unser Hirn nicht schläft in der Nacht und klammheimlich an all dem weiterarbeitet, zu dem wir uns so viele Gedanken gemacht und den Kopf zerbrochen haben.

Flappsig gesprochen, ist das für das Hirn eine super effektive Zeit, weil es quasi ohne uns an der Sache weiter arbeiten kann und wir nicht ständig mit irgendwelche Grübeleien dazwischen funken können ;)

Diese Inkubationszeit nützt oft genau dafür, dass verschiedene Einzelteile sich plötzlich zusammenfügen, Verbindungen geschaffen werden, sich etwas festigen kann und Klarheit entsteht.

Ein Mechanismus, der wir damit praktischerweise schon in uns eingebaut haben und der auch einen Namen hat: Das wird der Diffuse-Mode genannt. Im Gegensatz zum Focussed Modus der eine absolute Konzentration auf ein Thema bedeutet.

Im diffuse Mode beschäftigen wir uns mit etwas anderem und das was wir vorher intensiv durchgedacht haben, sinkt damit in unserem Hirn in eine andere Region, wenn man so will, weil wir uns nun mit etwas anderem beschäftigen.

Das oben angesprochene Festigen ist das, was wir uns für unseren Plan zunutze machen wollen. Darin enthalten ist ebenfalls die Lösungssuche, die quasi von uns angestoßen werden kann am Vorabend und dann ans Hirn delegiert wird über Nacht, damit das für uns schon mal vorarbeiten kann.

Im Prinzip eine sehr effektive und energie- und zeitsparende Methode unseren Kopf einzusetzen.

Plane am Morgen und du hast Sorgen ;)

Wenn wir Pläne erst am Morgen machen, entfallen all diese Vorteile. Wir haben weder eine Festigungsphase, noch eine Lösungssuchphase. Wir haben nur eine kurze Zeitspanne, in der wir morgens überlegen, was heute dran ist und dann müssen wir schon mit dem Stress des Tages kämpfen und mit allen Anforderungen umgehen, die auf uns herein strömen.

Da ist es wohl vollkommen logisch, dass unser Plan nicht gefestigt ist. Damit auch nicht in uns als wichtig gefestigt und auch nicht im Kopf verankert ist, so dass wir ständig vergessen, was wir eigentlich jetzt machen wollten.

Das Ende vom Lied ist, dass wir uns sehr schnell von unserem Plan durche andere abbringen lassen, aber auch uns selbst schnell mit etwas anderem beschäftigen, als dem was geplant war.

Wir haben nicht die Festigung am Plan festzuhalten und er ist wie ein Blatt im Wind, dass ganz einfach weg gepustet werden kann.

Plane am Abend, das ist sinnvoll und labend ;)

Im Unterschied dazu ist die Festigung, die über Nacht passiert, wenn wir uns am Vorabend die Zeit nehmen einen Plan zu machen, eine ganz andere.

Nehmen wir an, wir nehmen uns 15 Minuten am Ende unseres Tages und schauen über unsere ganze Liste an Dingen die zu erledigen sind. Wir stellen uns die Frage nach der Priorität und denken daran, dass das erstmal nur eine Sache sein kann, die Vorrang hat. Diese eine Sache ist es, die dann auf unserer Liste ganz oben erscheinen muss.

Diese eine Sache haben wir im Abwägen mit allem was da ist, als vorrangig entschieden und damit als Priorität gesetzt. Dass das nicht immer einfach ist, ergibt sich schon aus der Menge an Dingen die wir oft zu tun haben.

Doch genau das ist der Punkt, an dem viele den einfacheren Weg gehen und sich für die nächstliegende Sache entscheiden. Oder für die Sache, die verspricht schnell zu gehen oder für die Sache die wir lieber machen.

Wer lernt all diesen Ablenkungen aus dem Weg zu gehen und – wieder mal – das unangenehme Gefühl auszuhalten, dass oft mit dieser Art Entscheidungen einher geht, wird die wahre Priorität herausfinden und damit den wichtigsten Hebel.

Die nächste Frage lautet: Wenn diese eine Sache erledigt ist, und ich wieder meine gesamte Liste betrachte, welche Sache hat dann Vorrang? Welche hat dann Priorität?

Wenn ich die gleiche Frage ein drittes mal stelle, hab ich einen glasklaren Plan, der eine simple Liste enthält mit den nach meiner Entscheidung tatsächlich strategisch am wichtigsten Punkten.

That’s it. Das ist der perfekte Plan.

Um jetzt noch den Realismus dazu zunehmen, den wir oben ebenfalls als Kriterium angeführt haben: Das ist der Plan, das bedeutet noch nicht, dass es auch klappen wird ihn komplett abzuarbeiten. Doch es gibt einiges was dir dadurch ermöglicht wird:

Wenn du diesen Plan auf diese Weise am Vorabend erstellst, hast du die Gewissheit, dass du tatsächlich das Wichtigste als Oberstes stehen hast.

Dadurch dass du deinem Hirn die Inkubationszeit über Nacht gibst, festigt sich dieser Plan in deinem Inneren und das wiederum unterstützt dich immens dabei am nächsten Tag an deinem Plan festzuhalten.

Auch wenn es viele Anfragen und “Notfälle” geben mag, die an dich herangetragen werden, hast du deinen Plan sehr viel mehr im Hinterkopf und kannst viel sicherer entscheiden, ob du tatsächlich von ihm abweichen oder ob du an ihm festhalten solltest.

Was hast du von dieser Art der Planung?

Was bringt dir das in Summe?

Wenn du das nur eine Woche lang konsequent durchziehst, wirst du merken, dass du mehr von dem erledigt bekommst, was du dir vorgenommen hast und was tatsächlich Vorrang = Priorität hat. Die Betonung liegt hier auf: was du dir vorgenommen hast.

Das wiederum fördert deine Zufriedenheit. Denn nichts macht zufriedener, als ein Plan der funktioniert. Du kannst damit deine gefühlsmäßige Situation an deinem Arbeitsplatz beeinflussen wenn du diesem Modell folgst und die Abendplanung in deine Routine einfügst.

Das gleiche gilt für jeden der selbstständig ist. Hier kommt immer noch die Gefahr dazu, dass man sich selbst gern verzettelt. Doch der Plan vom Vorabend gibt dir die klare Richtung vor und du brauchst dich nicht ständig fragen, was du denn nun als erstes machen sollst. Guck auf den Plan, dort steht es drauf ;)

Teste die Abendplanung und bedenke dabei die Sache mit der wahren Priorität!


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