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Twittergeschichten Part 2 – Twitter-Picknick in Schloss Zeilitzheim

Alexander von Halem, der Herr vom Barockschloss Zeilitzheim hatte eingeladen. Zum diesjährigen Twitter Picknick am 21. April 2012, das bereits zum 2. Mal stattfand.

Die Verbindung, die alle Gäste untereinander hatten, war das Verknüpftsein mit seinem Twitter-Account @barockschloss denn die Einladung ging an seine follower. Und so reisten sie an aus allen Ecken Deutschlands. Wir (@hkrausler und @wissensagentur) haben die oberpfälzische Fraktion gestellt.

Ab 14 Uhr war großes Hallo und Zusammenkommen in der alten Kapelle des Schlosses. Leider war das Wetter anfangs nicht so besonders Picknick geeignet und so wurden die mitgebrachten Speisen und leckeren Sachen einfach hier verspeist.

Eine Besonderheit war das wahrhaft ungewöhnliche Getränkeangebot, was hier, hier, hier und hier zu sehen ist. Nichts davon hatte ich vorher schon mal probiert oder überhaupt gekannt, doch man lernt ja bekanntlich nie aus.

Nachdem dann die Sonne doch noch rauskam, wurde kurzfristig die gesamte Aktion in den Schlosshof verlegt. Unter den Arkaden wurde von Ingo Hahn aka @brettspielecke interessante Dinge aufgebaut, die sich allesamt als unterhaltsame Gemeinschaftsspiele herausstellten.

Spiele ohne Ende

Bei diesem Geschicklichkeitsspiel, bei dem es um Schnelligkeit und Treffsicherheit geht, wurde ich vernichtend 3x von Helge geschlagen, so dass ich erst mal eine Pause brauchte.

Doch gleich nebenan beim Memory hatte ich mehr Glück und konnte zumindest hier abräumen und einen Teil der Niederlage von grad eben wieder aufholen.

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Das Riesenmikado war zu viert ein Riesenspaß und trotz versuchter Ablenkungsmanöver durch meine Vielplapperei war seine Konzentration ungebrochen :-)

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Das Highlight in Sachen Spiele sollte jedoch erst noch kommen. @isartom und @nanderl – bei Twitter auch unter @schnitzljagd zu finden – haben eben eine solche für alle Gäste auf die Beine gestellt. Zwei Gruppen sollten versteckte Hinweise im ganzen Haus, im Schlossgarten und dem kompletten Areal finden..

Schnitzeljagd

Echt jetzt, ich hatte schon ewig nicht mehr so viel Spaß!! Gleich am Anfang ging es in den Garten, bei dem der Hinweis oben in einem Baum, erreichbar durch eine Kletterleiter versteckt war. Unsere kleinste Mitspielerin der Gruppe hat sich wagemutig nach oben geschwungen und kam dann auch schon mit dem nächsten Hinweis wieder runter. Leider hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass wir den Hinweis für die andere Gruppe erwischt hatten, so dass wir quasi ohne über Los direkt gleich beim Ziel landeten :-)

Doch da wäre ja der ganze Spaß schon vorbei gewesen, so dass wir uns den richtigen Hinweis holten und damit ins Schloss hineingeführt wurden.

Es waren Kreuzworträtsel zu lösen, Sprossenfenster zu zählen, Teppiche zu lüften, Sprachtüfteleien zu entschlüsseln und dabei immer die andere Gruppe im Auge zu behalten, die natürlich auch die ersten sein wollten. Hier ist ein kleines Album der einzelnen Stationen zu finden.

Was für eine wunderbare Idee, die uns Erwachsene wieder zu Kindern werden ließ, die begeistert im ganzen Haus rumsausten, laut miteinander nachdachten um die verschiedenen Aufgaben zu lösen und schlussendlich das Ziel als zweite zu erreichen. Doch nachdem wir ja bereits ganz am Anfang am Ziel waren, haben wir beschlossen, dass wir ja eigentlich die hidden winner waren und konnten damit großzügig sein ;-)

Nach soviel Aufregung war erst mal ausruhen angesagt und das geht in den wunderbaren Zimmern in Schloss Zeilitzheim ganz wunderbar. Stilecht mit Möbeln aus verschiedenen Epochen ausgestattet, bieten alle Zimmer (jedes hat einen eigenen Namen) eine angenehme Atmosphäre, die zum Entspannen einlädt.

Black Stories

Damit war der Tag jedoch noch lange nicht vorbei. Der harte Kern traf sich abends wieder in der Kapelle zu einer nächsten Spielerunde. Black Stories wurden erzählt. Dahinter verbergen sich nun keine Geistergeschichten (obwohl manche der Storys schon etwas gespenstisches hatten) Nein, ganz anders. Jede Karte der Black Storys enthält auf der Vorderseite wenige Sätze in denen das Ende einer Geschichte erzählt wird. Und weil es eben Black Storys sind, dreht es sich oft um Mordgeschichten.

Der Rest der Gruppe hat die Aufgabe, die ganze Geschichte herauszufinden und darf nun Fragen stellen, die sich mit ja oder nein beantworten lassen und der Karteninhaber hat auf der Rückseite die komplette Story, so dass er auf die Fragen auch richtig antworten kann. Hier erwiesen sich manche der Mitspieler mit einer besonders morbiden Phantasie gesegnet, so dass sie erstaunliche Annahmen machten und oft innerhalb kürzester Zeit auf die krudesten und korrekten Lösungen kamen. Nein, ich nenne jetzt keine Namen :-)

Meine Treffer bezogen sich allesamt auf völlige phantastische Spinnereien aus meinem Kopf, von denen ich keine Sekunde glaubte, dass sie stimmen könnten. Doch ich hab mich da manchesmal selbst überrascht. Oder würden Sie ernsthaft bei dem vorgegebenen Satz “weil er sich aus einem Automaten eine Cola herausließ musste er sterben” darauf kommen, dass sein Tod dadurch stattfand, weil der Automat umfiel und ihn unter sich begraben hat? Eben, so was geht in meinem Fall am besten mit ein paar Gläschen sehr feinem Weißwein intus und einfach rumphantasieren :-)

Zu späterer Stunde entschied die Runde, dass es nun Zeit für ein Nachtgrillen war und verschwand erstmal mit Teller, Essbarem und Besteck bewaffnet im Hof. Nach erfolgter Stärkung konnte wieder weitergespielt werden und auch hier muss ich sagen, ich hab mich wirklich königlich amüsiert. Was mir wieder einmal zeigt, wie schnell Menschen, die sich zunächst überhaupt nicht kennen, über miteinander spielen eine Gemeinschaft sein können.

Nach einer gut geschlafenen Nacht und einem kurzen Frühstück ging es für mich Richtung Stuttgart, da ich an dem Sonntag noch einen Workshop für Medienpädagogen gehalten habe. Manchmal kommt eben sehr eng alles zusammen.

Mein Fazit zum Twitterpicknick oder #twitpic wie der offizielle Hashtag lautet:

Eine wunderbare Idee von Alexander von Halem verbunden mit einem herzlichen Dankeschön für seine ganzen Mühen, trotz gesundheitlichem Angeschlagenseins uns dies in seinem Schloss zu ermöglichen. Ich kann nur sagen, sollte es zu einer Tradition werden und nächstes Jahr wieder stattfinden, bin ich auf jeden Fall dabei!

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Twittergeschichten – Part 1 – unverhoffte Geschenke

Twitter zählt zu den Medien, die sich nur schwer erklären lassen. Das ist wie Fahrradfahren, dass muss man auch erleben um zu wissen, wie das ist und ob das auch was für einen ist. (Beim Fahrradfahren weiß ich das schon lange, dass das nix für mich ist :-)

Ich könnte Ihnen jetzt die verschiedenen Begriffe wie follower, retweeten und das alles erklären. Oder mit welchen Hilfsmittel sich am besten twittern lässt. Nimmt man nun hootsuite oder doch besser tweetdeck? Und Ihnen natürlich vorschwärmen, wieviel wertvolle Informationen sich im eigenen Twitterstream finden. Doch ehrlich gesagt gibt es da genügend andere, die das sehr ausführlich und kundig machen.

Für viele ist Twitter ja eines der seltsamen Tools derer sich die bedienen, die im Netz wohnen. Es ist manchen ein wenig suspekt sich hier mit Leuten auszutauschen, die man noch nie vorher gesehen hat und die man auch höchstwahrscheinlich nicht treffen wird.

Genau da möchte ich einhaken. Ich möchte Ihnen in dieser kleinen Reihe von Twittergeschichten die Verbindungen aufzeigen, die sich zwischen der virtuellen und der realen Welt ergeben können. Wie aus einem Tweetgespräch echte Gespräche werden, die man einfach nahtlos fortsetzt. Vielleicht bekommen Sie dadurch einen anderen Blick auf diese technischen Spielereien und bekommen selbst auch Lust, es doch einmal zu probieren. Das twittern.

Das erste Mal in Regensburg

Als ich mich wohntechnisch in die Nähe von Regensburg verändert habe, machte ich mich letztes Jahr auf die Suche, ob es denn hier möglicherweise einen Twitter-Stammtisch gäbe. Also eine Gelegenheit, bei der sich Menschen, die twittern im wirklichen Leben treffen und austauschen. Und tatsächlich, ich wurde fündig.

Das nächste Treffen war auf der Dult 2010 geplant und obwohl ich kaum ein, zwei Tweets mit den Regensburger Twitterer geteilt hatte, hab ich mich auf den Weg gemacht. Ich kannte nur den Namen von Dominic alias @d_schoen, der das Treffen organisiert hatte und hab mich laut Tischplan im Bierzelt auf die Suche gemacht. Es kam allerdings erstmal wie es kommen musste, ich bringe es sogar fertig mich im Bierzelt zu verlaufen ;-)

Doch nach angestrengter Suche wurde ich tatsächlich fündig und es war ein rundum netter Abend mit StudentInnen und RegensburgerInnen vor Ort. Genaueres zu diesem Abend lässt sich bei @torschtl in seinem Blog nachlesen. Bis dieses Jahr im Frühsommer war das dann auch das letzte Reallife-Treffen des #ttrg (Twitterstammtisch Regensburg) an dem ich teilnehmen konnte.

Das zweite Mal

Dann ergab sich im Juni 2011 die Gelegenheit zu einem erneuten Treffen. Gemütlich sollte es werden. Start in der Alten Münz, erstmal was lecker essen und dann weiter in die Wilde Erika. Was soll ich sagen, es war ein absolut gelungener Abend. Zwei Damen von der MZ kamen auch noch mit dazu und so ergaben sich amüsante Gespräche aller Art. Interessant finde ich bei solchen Treffen, das sich auch Kontakte zu Leuten ergeben, die gar nicht bei Twitter dabei sind, sondern als FreundInnen mitgehen.

Wie das oft so ist, teilt sich die Runde dann irgendwann auf in Jungs und Mädels. Und in einer witzigen Damenrunde haben wir uns dann zu dritt ausgetauscht. Ines alias @m4ki kannte ich schon vom letzten Mal und Daniela war ein Neuzugang. Als ich an dem Abend nach Hause kam, hab ich mich einfach über die schönen Stunden gefreut. Doch nicht, dass Sie denken, das war jetzt zwar nett, doch kommt jetzt noch was…?

Wenn der Postman 2x klingelt

Denn ein paar Tage später bringt mir der Postbote ein Päckchen. Ich war etwas in Eile und hatte keine Zeit mich gleich damit beschäftigen. Als ich dann am Nachmittag einen näheren Blick darauf warf, las ich als Absender Ines Adresse. Damit war meine Neugierde natürlich geweckt und ich machte das Päckchen eilig auf. Was soll ich sagen…..

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Ist die Tasche nicht einfach nur superschick?! Und über den beigelegten Brief hab ich mindestens genauso gefreut!

Es war so eine gelungene Überraschung und ich war völlig baff. Die Tasche war im Blog von Ines bei einer Verlosung ausgelobt worden, doch für mich hatte es nicht geklappt. Und jetzt lag sie hier vor mir!

Sehen Sie, auch das kann Twitter sein. Vollkommen unerwartete Gesten von Menschen, die man virtuell kennengelernt und sich im Reallife bei guten Gesprächen (in unserem Fall mit viel zu lachen) getroffen hat.

Danke nochmal, liebe Ines, für die gelungene Überraschung! Und ich freu mich schon jetzt auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt die Twitteria Regensburg trifft sich im wirklichen Leben.

Erzählt mir doch eure Twittergeschichten. Was habt ihr schon alles so in der Verbindung mit twittern im Reallife erlebt?

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XING-Workshop – sinnvoll netzwerken

Sie sind vielleicht schon eine ganze Weile bei XING angemeldet. Doch wie nutzt man das jetzt richtig…? Und was hab ich überhaupt davon…?

Dieses und mehr werden wir im aktuellen XING-Workshop beantworten. Alles was Sie immer schon dazu fragen und wissen wollten:

  • Was bringt mir eine Mitgliedschaft bei XING? – als UnternehmerIn, Angestellte(r), FreiberuflerIn, Selbständige(r)
  • Soll ich zahlendes Premium-Mitglied werden oder reicht mir die kostenfreie Standard-Mitgliedschaft?
  • Wie knüpfe ich Kontakte die für mich sinnvoll sind?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, sich zu positionieren?
  • Was sind Gruppen und wie kann ich Sie nutzen?
  • Welche Strategien sind beim Netzwerken in XING optimal?

Im Seminarhaus steht uns WLAN zur Verfügung! Daher ist es ideal, wenn Sie Ihr Laptop mitbringen. So können Sie gleich mit Ihrem eigenen Gerät direkt mitmachen und alles ausprobieren.

Ihre Referentin – Alexandra Graßler – ist bereits seit Ende 2004 Mitglied bei XING und kann Sie kompetent begleiten.

Alle Detail-Informationen zum Workshop sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.

Wann:
28. Mai 2009 von 18 – 21 Uhr

Ort:
Weißes Haus der Hacker-Feinmechanik GmbH,
Wildenforster Str. 6, 94560 Offenberg-Neuhausen – Anfahrt

Ihre Investition:
statt 69,00 € nur 49,00 EUR – Einführungspreis!

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit Ihnen!

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Netzwerken ist für mich wie ein Fisch im Wasser zu schwimmen – Wie ist das für Sie?

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Aufgrund eines Artikels von Christian Henner-Fehr mit dem Titel “Wenn einem das Netzwerk über den Kopf zu wachsen droht” – den ich sehr lesenswert finde – und der zahlreichen Kommentare dort hab ich mal darüber nachgedacht, was es für mich möglicherweise einfacher macht als für andere, die sich durch die Fülle an Kontakten überfordert fühlen.

Da für mich Netzwerke schon seit meiner Kindheit eine große Rolle spielen, hab ich persönlich mit über 200 direkten Kontakten bei XING, 270 Followern bei Twitter, ehrenamtlicher Netzwerkarbeit in verschiedensten Bereichen als Moderatorin, Vorstandsmitglied, Pressereferentin und was weiß ich noch alles :-) eher das Gefühl mich wie ein Fisch im Wasser zu bewegen.

Mir fällt das meist überhaupt nicht auf, dass ich soviele Leute in meinem Netzwerk habe. Erst wenn ich nach etwas gefragt werde und ich dann gleich ein paar Namen parat habe, sprechen mich die Leute an, wie ich das wohl machen würde. Hm, eine gute Frage. Spätestens seit dem Buch von Malcom Gladwell ‘Der Tipping Point’ wissen wir, dass es verschiedene Kategorien von Menschen gibt im Hinblick auf Informations- und Netzwerkverhalten. U.a. gibt es den Broker, der Informationen nicht nur sammelt sondern sie auch gleich weitergibt.

Diese Einteilungen sind keinerlei Wertung, sondern lediglich Feststellungen von Verhaltensweisen und Vorlieben verschiedener Menschen. Und ich denke, dass ich mich durchaus zum Typ des Brokers zählen kann. Was eben bedingt, dass mir das einfach liegt, mit vielen Menschen in irgendeiner Form verbunden zu sein. Wie nun diese Verbindung aussieht, ist wieder eine ganz andere Frage. Und selbstverständlich gibt es Unterschiede im Kontaktverhalten und das ist auch gut so.

Lassen Sie uns einen Vergleich mit der eigenen Kleidung aufmachen: Es gibt verschiedene Schichten, die wir nacheinander anziehen. Normalerweise beginnt das Procedere mit Unterwäsche, dann folgen Shirt, Hose, ein Pulli und zum Schluss Jacke oder Mantel. (Es mag wohl Moderichtungen geben, die das ganze umkehren, doch die lass ich jetzt mal außen vor :-)

Für mich ist dieses Modell eine witzige Metapher für’s Netzwerken.Wenn Sie mir noch nicht ganz folgen können bitte ich Sie kurz um Geduld, gleich wird sich das Rätsel lösen. Beim Nachdenken über mein Umgehen mit vielen Kontakten bin ich bei mehreren wesentlichen Prämissen hängengeblieben, die ich schon immer einhalte, bestimmt auch oft unbewusst. Vielleicht nützen sie dem einen oder anderen:

  • Enge Freunde – die Schicht, die mir am nächsten ist

Menschen sind soziale Wesen. Wir verhungern seelisch, wenn wir keine Kontakte haben. Besonders wichtig sind hierbei vertrauensvolle Begegnungen mit Freunden, die uns ein sicheres Gefühl geben. Diese “Kleidungsschicht” ist uns am nächsten. Dazu gehören der Partner/die Partnerin und enge Freunde (hier ist die deutsche Sprache bereits ein deutlicher Hinweis auf die Nähe, die wir mit diesen Menschen pflegen).

Alles, was Sie in dieser Ebene investieren, werden Sie tausendfach wieder zurückbekommen. Nebenbei bemerkt, sind genau diese regelmäßigen Kontakte ein wichtiger Baustein um Burnout vorzubeugen. Opfern Sie die Zeit mit Ihren engsten Freunden nicht einer fremdbestimmten Geschäftswelt. Denn es wird, wenn es Ihnen gesundheitlich nicht gutgehen sollte, mal ganz krass ausgedrückt, Ihnen kein Geschäftsführer das Händchen halten, ein Freund dagegen schon.

Wie sieht es also mit dem Zustand Ihrer “Unterwäsche” aus? Wie pflegen Sie den Kontakt mit Ihren Freunden? Bei mir läuft das z.B. so: Mit engen Freunden (in meinem Fall meist Freundinnen :-) habe ich feste Monatstermine um mich mit ihnen zu treffen. Mit einer geh ich jeden ersten Do zum Frühstücken, mit einer anderen jeden ersten Fr abends weg, mit einer anderen telefoniere ich jeden Mo-Abend. usw. Das sind für mich die wichtigsten Termine, die nur ausfallen, wenn jemand krank ist oder sonstige Katastrophen eintreten. Sie werden nicht “geopfert” oder verschoben.

Diese Termine dienen mir für mein seelisches Wohl. Das mag sich jetzt etwas seltsam anhören, doch Gespräche mit Freunden sind für uns alle ein wichtiger Katalysator, dienen als Entlastung und stärken eine gefühlte Verbindung. Was uns wiederum Kraft schöpfen, lachen, befreiter fühlen und die Zeit verlangsamen lässt. Und diese Faktoren sind in unserer Zeit ganz elementar um uns selbst im Leben zu verorten.

Da ich aufgrund persönlicher Krankheit und familiären Situationen die letzten zwei Monate ziemlich ausgefallen war, hat auch bei mir diese Regelmäßigkeit einige Knackse bekommen. Doch das erste, was ich inzwischen wieder aufbaue, sind genau diese Rituale. Wir brauchen Rituale. Sie geben uns das Gefühl, dass wir der Unbeständigkeit unserer momentanen Welt etwas entgegensetzen können. Selbstverständlich sollten wir uns alle die Fähigkeit des flexiblen Denkens bewahren, doch was uns immer wieder zur Ruhe bringt, sind Rituale.

Überlegen Sie doch mal wie Sie Rituale mit Ihren engsten Freunden – der “Kleidungsschicht” die Ihnen am nächsten ist, in Ihren Alltag integrieren können.

  • Bekannte, KollegInnen, VereinskollegInnen, Geschäftspartner, Stammkunden – die “mittlere Kleidungsschicht”

Wenn wir bei unserer Metapher bleiben, dann folgen jetzt die nächsten Kleidungsstücke. Hose, Hemd, Shirt, Bluse, Rock. Übertragen in die Netzwerkschicht ist das unser weiteres soziales Umfeld, in dem wir uns häufig bewegen. Mit diesen Menschen haben wir oft Kontakt und tauschen uns aus. Sie wissen höchstwahrscheinlich nicht die persönlichsten Dinge über uns, doch kennt man sich durchaus ganz gut.

Genau dieser Unterschied ist es, der den Unterschied macht und den wir persönlich berücksichtigen sollten. Unsere innersten persönlichsten Gedanken sollten unserem innersten Kreis vorbehalten sein. Genauso geht es uns mit dem Innersten von anderen, die uns nicht so nahe stehen. Vielleicht ist Ihnen das auch schon mal passiert, dass Sie in einem Gespräch unangenehm berührt waren, ob der intimen Details die der Gesprächspartner Ihnen im Verlauf mitteilte. Das ist oft ein Hinweis, dass Gedanken ausgesprochen werden, die dem bestehenden Kontaktverhältnis nicht angemessen sind und dieses belasten. Das kann man durchaus ansprechen, denn ansonsten besteht meist die Tendenz, sich aus diesem Kontakt zurückzuziehen.

Nichtsdestotrotz ist es auch in diesem Kreis angebracht sich zu überlegen, mit wem man denn in welcher Form Kontakt halten möchte. Eine Möglichkeit sind z. B. Monatsbriefe. Wer jetzt an Newsletter denkt, hat möglicherweise recht oder doch ist damit etwas anderes gemeint. Die ursprüngliche Idee dazu sind Familienbriefe. Wer eine verstreute Verwandtschaft hat und dieser doch zumindestens einmal oder zweimal im Jahr erzählen wollte, was sich so getan hat, schrieb ganz einfach immer wieder während des Jahres an einem Brief weiter. Wie eine Fortsetzungsgeschichte quasi. Und an Weihnachten oder zu Sylvester wird der komplette Brief kopiert und versendet. (geht natürlich genauso per mail).

Eine Abwandlung davon sind Monats- oder Quartalsbriefe. Mit Geschäftspartnern lässt sich so etwas wunderbar verwirklichen. Denn Ihnen kommen bestimmt immer wieder Info-Schnippsel unter, die nicht nur für Sie interessant sind. Sammeln Sie doch diese Sachen eine gewisse Zeit. Ob virtuell oder tatsächlich in Papierform, spielt dabei keine Rolle. Und einmal im Monat oder Quartal schicken Sie dann alles zusammen mit einem kurzen, freundlichen Anschreiben weiter. Auch das lässt sich durchaus dupliziert für mehrere anwenden.

Oder im Bekanntenkreis: Wir wär’s denn mit einem regelmäßigen Kinoabend? Oder…oder…oder… Bekanntenkreise zu mischen hat oft schon interessante Begegnungen angestoßen.

Im Geschäftsleben ist das gemeinsame Mittagessen das Mittel der Wahl um Kontakte zu halten und zu pflegen. Auch das lässt sich systematisieren und ritualisieren. Gehen Sie doch mal mit anderen Kollegen als üblich zum Essen. Oder vielleicht auch mit Kunden, die Sie gern öfter sprechen wollen. Wen haben Sie denn in einem nahen Radius um sich herum? So dass es möglich ist, sich einem Restaurant o.ä. durch kurze Wege treffen zu können.

  • social networks wie XING, Facebook, Twitter und viele mehr – der große “Mantel” drumherum

Seit dem das Web2.0 auch hierzulande seine Kreise zieht, ist die Anzahl der “Buddies”, wie das so schön neudeutsch heißt, rasant in die Höhe geschnellt. Doch man sollte sich von der Bezeichnung nicht täuschen lassen. Es geht hier keineswegs um enge Bande, die geknüpft werden, sondern um lockere Vernetzungen die viele Menschen in einen gewissen Zusammenhang bringen. Wer ernsthaft versucht, regelmäßigen und dazu noch persönlichen Kontakt mit seinen kompletten virtuellen Kontakten zu pflegen, wird zu nichts anderem mehr Zeit haben und auch dann nur einen Bruchteil aller mit ihm vernetzten Menschen erreichen.

Meine Empfehlung ist, sich von diesem Anspruch zu verabschieden. Auch von der Sammelleidenschaft von Menschen im eigenen XING oder Facebook-Netzwerk rate ich meist sehr ab.

Es lohnt, sich hierzu grundsätzlich ein paar Gedanken zu machen: Zum ersten, wieso möchte ich denn gern in diesen Netzwerken selbst überhaupt präsent sein? Dieser Frage liegt eine Grundprämisse des Netzwerkens zugrunde. Denn Netzwerken bedeutet (in meiner Definition), dass ich selbst etwas beitrage um daraufhin auch etwas zu erhalten. Und das in dieser Reihenfolge. Es geht für mich nicht ums wahllose Konsumieren von Kontakten, denn eine Kontaktzahl von über 1000 bedeutet nicht, dass der Mensch dahinter besonders wertvoll ist.

Warum sind wohl so viele Gruppen bei XING unbelebt trotz einer stattlichen Mitgliederzahl? Ich bin jetzt mal ganz frech und behaupte, weil die meisten sich einklinken und konsumieren wollen und keine Zeit sich nehmen wollen haben um selbst etwas zum Gelingen beizutragen. Dass das sehr ketzerisch klingt, ist mir wohlbewusst. Doch ich darf das auf meine ganz persönliche Erfahrung zurückführen.

Also, fragen Sie sich ernsthaft wieso sie einer (virtuellen) Gruppe, einem Netzwerk beitreten wollen. Wenn Ihnen dazu keine Antwort einfällt, die auch noch in ein paar Monaten Gültigkeit hat, dann wäre es möglicherweise eine gute Idee, sich den Beitritt zu sparen.

In virtuellen Netzen ist mein persönlicher Grundsatz, dass ich nur Kontakte von Menschen annehme, die ich in irgendeiner Form schon mal getroffen habe (auf Veranstaltungen etc.) oder ein gemeinsames Interesse besteht, das mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Austausch führen könnte.

Einmal im Quartal gehe ich auch durch meine bestehende Liste hindurch und verabschiede mich von Kontakten. Das mag sich jetzt sehr hart anhören, doch machen Sie doch mal die Probe auf’s Exempel und klicken sich durch Ihre Liste durch. Wissen Sie tatsächlich auf Anhieb, wo und in welchem Zusammenhang Sie diese Personen kennengelernt oder kontaktiert haben? Besteht wirklich ein Bezug und der Wunsch diesen zu halten? Wenn Ihnen das absolut nicht mehr einfallen will, wieso wollen Sie diesen Kontakt dann halten?

Und zum zweiten: Wieviel Zeit möchten Sie denn gern mit und in diesem Netzwerk verbringen? Dafür ist es oft ganz gut, sich eine gewisse Testphase zu geben. Nicht umsonst gibt es bei den Wirtschaftsjunioren, Bund der Selbständigen und vielen anderen ein Gasthalbjahr. Dieses bietet die Möglichkeit sich das Netzwerk, die Beteiligten und das dort übliche Procedere anzusehen und aufgrund der persönlichen Erfahrung dann zu entscheiden, ob es zu einer Dauermitgliedschaft kommt.

Das gleiche können Sie auch für virtuelle Netzwerke umsetzen. Überlegen Sie sich einen Zeitpunkt an dem Sie Resümee ziehen wollen und darauf neu entscheiden zu bleiben oder zu gehen.

Ähnliches gilt für twitter. Wem das noch nichts sagt findet hier eine nette Erläuterung. Anfangs war auch ich sehr skeptisch. Doch ich dachte mir, komm schau’s dir einfach mal ‘ne Weile an. Erklären kann ich den Erfolg von Twitter auch heute noch nicht wirklich. Doch ich hab inzwischen schon Kontakte über Twitter knüpfen können, die ich sonst nicht kennengelernt habe. Das ist eines der mich sehr faszinierendsten Eigenschaften des Web2.0. Die Schnelligkeit der Kommunikation und des Austausches. Und wer mehr die Möglichkeiten im Auge hat, als die Probleme, wird auch davon profitieren können. Wer möchte kann mir gern hier folgen und mal ‘ne Weile mitlesen um zu einer dauerhaften Entscheidung zu gelangen.

Für mich ist twitter ein weiteres Netzwerk. Und daher gilt für mich auch die gleiche Prämisse: erst geben dann bekommen. Meine Tweets umfassen oft Links zu – wie ich finde – interessanten Seiten. Eines meiner natürlichen Bedürfnisse ist, das Wissen weiterzugeben was bei mir landet. Mit twitter gibt es damit eine wunderbare ad-hoc-Lösung für mich. Auf der anderen Seite kann ich auf Antworten zählen, wenn ich in einem Tweet eine Frage stelle oder um Hilfe bitte. Trotzdem ist die Anzahl derer, denen ich followe um einiges kleiner, als die Anzahl derer, die mir folgen. Denn auch hier frage ich mich nach dem gewollten Bindungsgrad und der möglichen Zahl an Tweets die damit zusammenhängen.

Für die Entscheidung spielt auch wieder eine Rolle, welcher Zweck sich damit verbindet, Teil des Netzwerkes Twitter zu sein. Was ist Ihre Motivation? Dafür gibt es viele Antworten, angefangen von Reputation aufbauen bis hin zu witzige Kommentare lesen zu wollen. Es gibt keine richtige oder falsche Antwort. Sie sollten einfach nur wissen, warum Sie mitmachen. Genauso wie bei XING ist es sinnvoll regelmäßig die Follower denen man folgt zu checken und evtl. zu bereinigen.

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Damit bin ich auch schon fast am Ende angelangt. Danke für’s Durchhalten an dieser Stelle :-) Zum Abschluss eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt, widerspricht nun allem oben stehenden:

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeiten in denen Sie nur den Kontakt zu sich selbst pflegen. Planen Sie diese Zeiten wie Geschäftstermine ganz bewusst in Ihrem Kalender ein. Stellen Sie Handy, Telefon und Computer ab. Pflegen Sie Stille und Nichtstun.

Wir brauchen diese Auszeiten um wiederum mit allen anderen Zeiten klar zu kommen. Auch mit den vielen Kontakten mit denen wir jonglieren. Gerade zum Ausgleich zu Kontakten nach außen, brauchen wir den Kontakt zu unserem Innersten. Pflegen Sie die Balance.

All Ihre Gedanken und Anregungen zum Thema interessieren mich sehr. Schreiben Sie doch mir doch einen Kommentar.

Bildquelle: Microsoft online (und ja ich weiß, dass Delphine keine Fische sind :-)

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