Artikel-Schlagworte: „Gefühle“

Ein Nachruf

Gestern vor einer Woche ist Lisa, mein geliebtes Katzenmädchen, gestorben. Nach über 17 wundervollen Jahren hat sie diese Erde verlassen. Es war eine so schwere Entscheidung. Zu entscheiden, sie einschläfern zu lassen und ihr Leben damit zu beenden. Was für eine Qual. Die Gedanken ob es wirklich das richtige ist. Es als Erlösung für sie zu sehen, da sie seit längerem unheilbar und schwer nierenkrank war, seit fast 14 Tagen nichts mehr fressen wollte und die Medikamentengabe jeden Morgen ein Kampf war. Ihr dabei zusehen zu müssen, wie sie jeden Tag weniger wurde. Sie wog am Ende noch grad mal 2 kg, jede Rippe war sichtbar und spürbar.

Sie schlief die letzten 14 Tage bei mir im Bett. Immer ganz nah an mich gekuschelt. Ist unzählige Male in der Nacht auf ihr Kisterl gelaufen, hat literweise Wasser trinken müssen und kam dann wieder zurück zu mir ins Bett. Hat Wärme und Nähe gesucht, mich mit ihren klugen, wachen Augen angesehen, wissend. Gott, was ist die Liebe manchmal für ein Fluch. Sie bindet uns an Wesen und lässt uns leiden, weil wir ihnen nicht helfen können. Weinen um sie und um uns selbst.

Und wie lange verschließt man die Augen vor dem Unvermeidlichen. Will es einfach nicht wahrhaben. Es nicht als Möglichkeit im Kopf haben. Wie kann man nur Richter sein und entscheiden ein Leben zu nehmen? Was ist das nur für eine riesige, nicht fassbare Verantwortung.

Es gibt auf dieser Straße kein Zurück. Es ist unwiederbringlich. Kein Miauen mehr, das mich begrüßt, wenn ich nach Hause komme. Kein darauf warten, dass ich sie endlich hochnehme und ihr erzähle, wie mein Tag war, kein Kuscheln mehr auf der Couch und gemeinsames Einschlummern. Kein Angestupstwerden mehr, wenn ich traurig war, kein Schnurren mehr beim Streicheln ihres so unglaubliches weichen Fells.

Kein Beobachten mehr, wenn sie draußen im Garten umherstromert, die Ohren aufgestellt und das eine gespaltene besonders zu hören scheint. Keine Miezekatze mehr, die den Lieblingsplatz in der warmen Sonne annektiert hat und ihn wie selbstverständlich für sich beansprucht. Wieviele unzählige Zeilen am PC und auf Papier sind mit ihr auf dem Schoß entstanden. Sie war immer da. Über 17 Jahre lang. In jeder Wohnung, in jedem Haus. Hat alles mitgemacht mit ihrem Frauchen.

Als ich damals eine zweite Katze gesucht hatte, hab ich mich auf den Weg ins Tierheim gemacht. Nachdem schon einige Versuche fehlgeschlagen waren, eine Gefährtin für Tracy, meine erste Katze zu finden, dachte ich mir, es muss einen anderen Weg geben. Und ich hab es einfach umgekehrt, mich in den Katzenkäfig ganz still in ein Eckchen gesetzt und mich aussuchen lassen. Und da war sie, erst ganz zurückhaltend und scheu, saß sie auf der anderen Seite, etwas abseits von den anderen und sah mich einfach nur an.

Ihr Blick hat mich kaum losgelassen und sie beobachtete mich sehr genau. Die anderen Katzen kamen und gingen in meine Nähe, um dann wieder weiterzuziehen. Und dann gab es diesen Moment. Sie entschied sich und kam langsam auf mich zu. Setzte sich an meine Seite und schaute mich an. Ich durfte sie streicheln und sie kuschelte sich förmlich in meine Hand. In diesen Momenten ist ihr endgültig mein Herz zugeflogen. Sie blieb bei mir und so hab ich sie in ihr neues Zuhause mitgenommen. Sie war noch ein ganz kleines und junges Kätzchen und hatte doch schon eine Leidensgeschichte hinter sich. Der Vorbesitzer war wohl einer der wenig tierlieben Sorte, denn ich bekam sie völlig abgemagert und mit gebrochenen Rippen (durch einen Tritt….).

In ihrem neuen Heim war sie bei jedem Türklingeln sofort hinter der Couch verschwunden und sobald sie eine Männerstimme nur hörte geriet sie in Panik. Es dauerte lange, bis sie diese spontane Angst etwas verlor und es war so berührend, wie sehr sie mir von Anfang an vertraute. Ja, so fing unsere gemeinsame Geschichte an. Sie führte uns in verschiedenste Landkreise rund um Passau und unterschiedlichste Lebenssituationen. Fast schien es so, als ob meine Miezemaus Lisa mit ihrer Gefährtin Tracy die einzigen Fixpunkte in meinem Leben waren.

Tracy, die Katze die ich damals schon hatte als ich Lisa aus dem Tierheim holte, ist 2006 gestorben, kurz nach meinem Vater. Und vor allem zu dieser Zeit wäre ich ohne mein Katzenmädchen völlig untergegangen. Doch so gab es noch ein Wesen, um das ich mich zu kümmern hatte und die immer zu spüren schien, wie wichtig ihre Nähe war. Die in dieser Zeit kaum von meiner Seite wich wenn ich daheim war, die ich stundenlang bei mir auf dem Arm und auf dem Schoß hatte. So ging auch diese schwere Zeit vorüber und sie hat mit Sicherheit einen großen Anteil daran, mich im Leben gehalten zu haben.

Sie war jeden Tag wieder eine lebendige Quelle und ein Geschenk für das ich unendlich dankbar war. Was für ein Glück ich doch hatte. Die Zeit mit ihr ist mir so kostbar und die letzten Stunden haben wir miteinander gewacht.

Ich hatte das Glück eine sehr liebe Tierärztin zu finden, die zu uns nach Hause kam. Als es dann soweit war, ist sie auf meinem Arm gestorben. Hat sich an meinen Hals geschmiegt und ich hielt sie, spürte ihre Nase, hörte sie leise atmen und dann immer leiser werden. Meine Tränen strömten über mein Gesicht und ich hatte das Gefühl, mein Herz bricht ein weiteres Mal.

Ich hielt sie fast eine Stunde noch in meinem Arm bis ich spürte, dass auch ihre Seele gegangen war. In diesem Moment fühlte ich eine große Ruhe in mich einziehen und ich konnte sie endlich loslassen.

Sie war gegangen und es war ein so unendlich großes Geschenk sie in meinem Leben gehabt zu haben.

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Artikelserie: Gewohnheiten ins Leben bringen – Teil 3 – Ihr ganz persönlicher Grund ist die Basis Ihrer Motivation

Dieser Artikel ist Teil der Serie Gewohnheiten ins Leben bringen.

Wir haben uns im

  • ersten Beitrag mit den verschiedenen Motivationsarten und Zielen von Gewohnheiten beschäftigt. Im
  • zweiten Artikel haben wir uns die verschiedenen Lernkurven näher angesehen. Und heute im
  • dritten Teil geht es um Ihre ganz persönlichen Gründe und warum diese so wichtig sind für die erfolgreiche Integration von Gewohnheiten.

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Fragezeichen R_K_B_by_Gabi-Schoenemann_pixelio.deDann lassen Sie uns beginnen: Es gilt zunächst einmal herauszufinden, was denn der wirkliche Grund ist, warum wir etwas wollen. Wieso wollen wir uns mehr bewegen, abnehmen, mit dem Rauchen aufhören usw.? Was steckt tatsächlich dahinter?

Bildquelle: @Gabi Schoenemann / Pixelio

Bleiben wir mal beim Beispiel Bewegung. Vielleicht sitzen wir zuviel den ganzen Tag und unser Gewicht ist zu hoch, wir sind nicht mehr so leistungsfähig, fühlen uns ungelenkig und mögen uns nicht mehr so wirklich wie wir gerade sind. Das sind nur ein paar der möglichen Ansätze. Und damit sind wir voll im Bereich der Weg-Von-Motivation.

Wenn Sie geistig mitgegangen sind, dann haben Sie bestimmt gespürt, wie wenig gut uns diese Gedanken tun und was für ein schweres Gefühl sie hinterlassen. Das bedeutet auch, dass diese Art der Motivation allein nur dann Power entwickelt, wenn uns schon was weh tut und wir wollen, dass es aufhört. Daher auch Schmerz- oder Leidensmotivation genannt.

Da es ja auch noch die andere Seite der Medaille gibt, lohnt sich die Frage nach dem Zustand, den ich gern erreichen möchte. Und dabei ist “mehr bewegen” nicht die richtige Antwort. Diese wird jedoch – in verschiedenen Varianten – häufig gegeben.

Doch wenn Sie genauer hinschauen, gibt es fast immer einen (Hinter-)grund warum sich jemand mehr bewegen möchte. Es ist Mittel zum Zweck, z. B. zum Schlankerwerden. Ist dies damit der wahre Grund? Nach meiner Erfahrung Nein. Denn auch das Schlankerwerden hat einen tieferen Sinn. Oft steckt der Wunsch nach Attraktivität dahinter.

Hier kommen wir an einen interessanten Punkt in der Kette. Attraktivität ist z. B. ein Wert, der in den meisten Fällen durch Vergleichen entsteht. Ich fühle mich weniger attraktiv, als meine Arbeitskollegin, eine Bekannte, die Nachbarin usw. Das bedeutet, dass ich vor allem aufgrund eines Bildes schlanker werden möchte, dass ich im Vergleich zu anderen von mir habe und nicht besonders gut finde. Mein Wunsch ist damit vom (vermeintlichen) Urteil anderer abhängig. Mit einer solchen Motivation werden Sie vielleicht Ihre neue Gewohnheit beginnen, doch in den meisten Fällen irgendwann wieder in Ihren alten Trott zurückfallen.

Um herauszufinden, ob ein Grund tatsächlich Ihr ganz persönliches Anliegen ist, fragen Sie sich doch mal, ob Sie die neue Gewohnheit (in unserem Beispiel das vermehrte Bewegen um schlanker zu werden) auch dann anstreben und durchziehen würden, wenn Sie auf einer einsamen Insel leben, auf der es nichts zum Vergleichen gibt. Sollte Ihnen in dieser Sekunde klar werden, dass es Ihnen damit mehr oder weniger egal wäre, können Sie sich auch die Anstrengung sparen, Ihr Ziel aus dieser Richtung anzugehen.

Das heißt, es gilt einen wahrlich guten Grund für Sie ganz persönlich zu finden, warum Sie Ihr Ziel erreichen und eine neue Gewohnheit ins Leben bringen möchten.

Wir wollen mal einen Sprung in die Zukunft machen und so tun, als ob Sie Ihre Gewohnheit schon regelmäßig und vollkommen selbstverständlich ausühren. Z.B. jeden Tag sich zu bewegen. Fühlen Sie sich hinein und schaffen sich ein Bild davon. Und aus dieser Perspektive heraus vervollständigen Sie ganz spontan 5x den folgenden Satz:

Ich bin so froh und dankbar, dass ich mir diese Gewohnheit zugelegt habe, weil….

So, da haben wir’s ja :-) Deswegen wollen Sie das ganze also machen. Checken Sie Ihre Gründen nochmal mit der “einsamen-Insel-Frage” (siehe oben) und achten Sie auf eine Hin-zu-Motivationsrichtung. Sie spüren das ganz schnell am inneren Gefühl.

Hilfreich ist zudem auch eine spontane Einschätzung auf der Skala von 1 bis 10. Wobei 10 für ein absolutes Hochgefühl steht und 1 für ein ganz mieses Gefühl. Sie sollten bei Ihren Gründen mindestens eine 7 erreichen. Darunter macht es keinen Sinn, weil es innerlich etwas in Ihnen gibt, das sich gegen diesen Grund sperrt.

Sollte Ihnen wider Erwarten nichts gescheites eingefallen sein, haben Sie wieder einen Hinweis darauf, dass es anscheinend nicht Ihr eigenes Bestreben ist.

Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, ja, jetzt hab ich meine(n) persönlichen Grund(Gründe) gefunden, dann machen wir uns auf die Suche nach umsetzbaren Schritten. Und wie diese aussehen können, lesen Sie im nächsten Artikel der Serie Gewohnheiten ins Leben bringen.
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Teil 1

Teil 2

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Ja, ist denn schon wieder Weihnachten….?

Ja ist denn schon wieder Weihnachten?….so ging es mir die letzten Tage durch den Kopf. Schon wieder ein Weihnachtsfest. Schon wieder Geschenke. Schon wieder Glühwein. Schon wieder….

Ja, was schon wieder….?

Lassen wir uns nicht einfach viel zu oft, von dem ganzen Wahn um das Weihnachtsfest herum anstecken?

Ist es denn nicht völlig egal, ob nun mit Weihnachtsbaum, Adventskalender, den richtigen Kerzen, der perfekte Braten, die hübscheste Weihnachtskarte, die passendsten Geschenke, das schönste Papier, die ideenreichsten Dekorationen, die meisten Plätzchen, den besten Glühwein…….

Was könnte denn Weihnachten noch für uns sein? Wie wär’s denn mit:

F Fröhlichkeit, Freude, Frieden

R Ruhe, rasten

O Oh du Fröhliche

H Herzlichkeit, Heimat

E Entzücken, Engel

S Strahlen

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F Familie, Freunde, Ferien

E Ergriffenheit, Erlebnis, Erinnerungen

S Stille

T Träume

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Oder wie wär’s mit:

W Wünsche

E Erfüllung

I Innigkeit

H

N

A

C

H

T

E

N

Vielleicht haben Sie ja Lust, Ihr ganz persönliches WEIHNACHTEN oder Ihr FROHES FEST mal zu schreiben. Eine kleine Spielerei, die Ihnen ganz leicht wieder die guten Gedanken, die Sie zu diesem Anlass in sich tragen, wieder bewusst machen.

Und dann ist der Schritt nur mehr ein kleiner, zu überlegen, was davon Sie gern in Ihrem Weihnachtsfest haben möchten und wie Sie das bewerkstelligen können.

Von den Momenten, in denen Sie im Innersten satt und glücklich sind (und damit mein ich jetzt nicht die Leckereien :-) wünsche ich Ihnen zu diesem Weihnachtsfest ganz, ganz viele!

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Quintessenz – Gedanken zum Mitnehmen – Ausgabe 7 – I’m so tired of all this fear – Ich bin der Angst so müde

Diesmal bin ich an einer Textzeile hängen geblieben. I’m tired of all this fear – Ich bin der ganzen Angst müde. (Sie stammt von Snow Patrol / Eyes Open Song Headlights on Dark Roads. Ich persönlich find die ganze CD wunderbar und überaus hörenswert.)

Der Angst müde sein, das kenn ich sehr gut. Und ich denke, fast jeder von uns hat schon mal dieses Gefühl gehabt, nicht mehr weiter zu wissen und zu spüren, wie sich Panik breit macht. Langsam aufsteigt, den Herzschlag beschleunigt und einen immer hilfloser fühlen lässt.

Auch wenn ich nun schon seit über 13 Jahren selbständig bin, kenne ich diese Angst immer noch. Die Freiheit der eigenen Zeiteinteilung und Autonomie wird ein Stückweit dadurch beglichen, dass es keinen regelmäßigen Geldeingang gibt. Und immer wieder mal Lücken im Auftragseingang auftreten können. Nach meiner Erfahrung wird das unter Selbständigen nicht gern zum Thema gemacht. Viele geben anfangs eher flapsige, ausweichende Antworten auf die Frage nach dem eigenen Wohlbefinden. Es gibt immer noch eine große Scheu davor, diesem Thema Raum zu geben. Denn es besteht häufig die Furcht, nicht mehr „voll genommen“ zu werden, wenn man zugibt, dass man auch diese Existenzangst kennt.

Doch ich kann nur sagen, dass es für mich stets sehr wichtig war und ist, mich damit nicht zu verstecken, sondern darüber zu reden. Denn egal mit wem ich bis jetzt gesprochen habe, wie erfolgreich diese Menschen auch immer waren, stets habe ich in einem ehrlichen Gespräch gehört, dass auch sie dieses Gefühl kennen. Was einen manchmal völlig unerwartet anspringen kann. „Wie geht es weiter…..? Geht es weiter….? Wie soll ich das hinkriegen…..?“

Da es immer mehr Selbständige gibt und in den nächsten Jahren geben wird, ist es umso wichtiger, dieses Thema zu enttabuisieren. Und dem Selbständigendasein zwar nicht die Krone zu entreißen, jedoch davon ein realistisches Bild zu zeichnen. Denn ein gutes inneres Standing ist Voraussetzung eine Selbständigkeit erfolgreich aufzubauen und ohne auszubrennen viele Jahre lang mit Freude ausfüllen zu können. Dazu gehört Wissen darüber, dass es auch diese dunklen Phasen geben wird. Frühzeitig zu lernen, damit umzugehen, ist eine Fähigkeit die sich in vielen Bereichen des Lebens auszahlen wird.

Selbstverständlich ist eine gute Strategie, ein funktionierendes Marketing und ein gutes Produkt/Dienstleistung die Grundlage jedes erfolgreichen Business. Davon soll hier mal nicht die Rede sein, dann das wissen wir ja sowieso.

Lassen Sie uns doch mal verschiedene Möglichkeiten beleuchten, wie sich mit diesen Ängsten umgehen lässt. Angst hat die Eigenschaft, dass sie uns eher lähmt als in Bewegung setzt, dadurch im wahrsten Sinne Schranken setzt und uns im Denken fixiert. Angst fungiert oft wie eine Lupe, die das Betrachtete unendlich vergrößert. Die Gedanken kreisen meist um dieselben Katastrophenszenarien und die Gefühle folgen diesen Bildern.

Was tun?

Ich kann hier lediglich mit Ihnen mein Scheitern und meine Erfahrungen teilen. Doch möglicherweise sind ja hilfreiche Gedanken für Sie dabei.

Was für mich nicht funktioniert hat:

  • Mich anzutreiben und in wilden Aktionismus zu verfallen, denn ich muss ja was tun.
  • Mir Gedanken austreiben zu wollen unter dem Motto „jetzt stell dich nicht so an usw.“
  • Mich mit Menschen zu unterhalten, die dieses Gefühl eher wegwischen wollen mit einem „ach was, das wird schon wieder“

Was für mich funktioniert:

  • Annehmen was ist.

Da ich mich im Moment so fühle, wie ich mich fühle, bleibt mir erst mal gar nichts anderes übrig, als anzunehmen was ist. Ich spüre dem Gefühl nach, versuche es in meinem Körper zu lokalisieren und benenne es.

  • Liebevoll mit mir umgehen.

Das hört sich wahrscheinlich in einem Business-Kontext ziemlich „kuschelig“ an. Doch ich mein das völlig ernst. Für manche mag es funktionieren, wenn sie sich innerlich verbal die Keule drüber ziehen „jetzt mach schon….stell dich nicht so an…..du Weichei….lass dich nicht so hängen….“ Doch für mich haut das nicht hin. Und daher gehört es für mich zum Annehmen dazu, mir selbst das Gefühl zu geben, dass es in Ordnung ist, wenn ich im Moment Angst habe. Denn ich kann sie nun mal nicht wegzaubern. Und dazu gehört eben auch eine innerliche liebevolle Stimme. Der Kritiker darf ruhig mal Pause machen.

  • In Bewegung kommen.

Ängste haben die Eigenschaft uns bewegungsunfähig zu machen. Das ist schon an dem Sprichwort sichtbar „vor Angst gelähmt sein….erstarrt sein vor Angst“. Wir sind wie fixiert auf immer die gleiche Gedankenspirale, die zudem die Angewohnheit hat, sich selbst zu verstärken. Dies lässt sich durch Ergebnisse der Gehirnforschung erklären. Was des Öfteren gedacht wird, bahnt nun mal gewisse Muster.

Als Unterbrechung, neudeutsch separator, hilft in Bewegung zu kommen. Wie das Wetter auch grad sein mag, schnappen Sie sich Schuhe und Jacke und gehen nach draußen. Sich zu bewegen bringt Sie auch innerlich wieder in Bewegung. Am besten nehmen sich noch flotte Musik mit und schaffen sich dadurch einen zusätzlichen Unterbrecher. (BTW: sollte es grad mitten in der Nacht sein oder das mit Rausgehen aus sonst einem Grund nicht möglich sein, ist eine heiße Dusche oder Bad mein Ersatzmittel der Wahl….)

  • Reden.

In meinem Leben gibt es zum Glück Menschen die ich wegen jedem Sch… anrufen/ansprechen kann. Und das mache ich in solchen Situationen inzwischen auch. Hab eine ganze Weile gebraucht, mir das zuzugestehen und nicht immer mit allem allein fertig werden zu wollen. Doch ich weiß, dass da jemand gegenüber ist, der auch keine Lösung in dem Moment hat, sondern einfach nur zuhört. Mir das Gefühl gibt, dass ich in Ordnung bin, welche seltsamen Wege meine Gedanken auch grad nehmen. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Wichtig ist das Gefühl, des angenommen werden, womit sich der Kreis zum Beginn schließt.

Das waren sie, die Eckpunkte meiner Strategie. Wenn ich schon mal soweit gediehen bin, kann ich meist auch wieder klarere Gedanken fassen. Sprich wieder ins Handeln kommen. Und dann greifen auch wieder Lösungstools und was es da eben nicht alles sonst noch so gibt.

Was mich interessiert ist, wie gehen Sie mit den dunklen Seiten der Selbständigkeit um? Mit dieser Existenzangst die sich immer mal wieder einschleichen kann. Vielleicht sind Sie ja auch davon verschont und können uns Ihr Rezept verraten. Wie auch immer das bei Ihnen ist, ich freu mich auf Ihre Anregungen und Erfahrungsberichte.

Bildquelle: Peter Reinäcker / Pixelio

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Quintessenz – Gedanken zum Mitnehmen – Ausgabe 6 – Träume ermöglichen

“enabling the dreams of others” Die Träume anderer möglich machen.

Fundstelle: Video von Randy Pausch

Ein großartiger Lehrer ist tot. Randy Pausch ist am 25. Juli 2008 an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. Er hinterlässt ein wichtiges Erbe in Form seiner ganz persönlichen “Last lecture” Einer seiner Kerngedanken, über die er spricht, ist “enabling the dreams of othersDie Träume anderer möglich machen.

Ein seltener Gedanke, der einem eher im Bereich der Spendenhilfe begegnen mag. Doch im Bildungssektor? Im täglichen Leben?

Mich hat das sehr an die Anfänge meiner Selbständigkeit erinnert. Ich habe 1995 angefangen zu unterrichten und war sehr idealistisch und mit viel Schwung unterwegs. Eine kleine Weltverbesserin… Die Realität hat mich dann schnell in Form der Bürokratie eingebremst. Doch genau das wollte ich nicht akzeptieren. Ich wollte Chancen bieten. Den Menschen, die in meinen Klassen saßen, eine Zukunft eröffnen. Die meisten der Umschüler die bei uns landeten waren aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr in der Lage ihren bisherigen Beruf auszuüben. Alters- und bildungsstandmäßig völlig durchmischt. Motivation sehr unterschiedlich, je nach ganz persönlicher Geschichte.

Und mit diesem “Material”, wie es allen Ernstes in manch offiziellen Schriften hieß, galt es nun zu arbeiten.

Manche Leute denken, dass ich deswegen so gern lehre, weil ich so gern rede :-) Das stimmt jedoch nur zum Teil. Einer meiner inneren Antreiber von klein auf war es zu lernen und das was ich gelernt hatte weiterzugeben. Anfangs noch sehr unreflektiert, jeder der grad zur Verfügung stand, kam so in den Genuss einer “Vorlesung”. Was mir dann als Kind auch den Zusatz altklug einbrachte. Damals verstand ich das noch nicht und mit meinem Hang zu Clownerie konnte ich wahrscheinlich wieder einiges wettmachen.

Jedoch genau diese Kombination von Humor und Wissensvermittlung war dann viele Jahre später mein Schlüssel um die Menschen zu erreichen. Herauszufinden was ihre Träume waren und sie bei der Verwirklichung zu unterstützen.

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Sie jemandem gegenüberstehen, dem langsam klar wird, dass es doch noch nicht zu spät ist für ein neues Leben und er vielleicht nicht alles, jedoch sehr viel von dem erreichen kann, was er sich von seinem Leben wünscht? Das Strahlen, das sich über das Gesicht ausbreitet, ein Lächeln, das wie von selbst entsteht und der Mensch sich aufrichtet – das zu sehen, hat mich jedes Mal wieder sehr beeindruckt und begeistert. Dazu die eigene Freude darüber zu spüren, ein Teil dieser “Ermöglichung” gewesen zu sein.

Dies ist nun keineswegs ein Privileg, dass nur Lehrern, Dozenten usw. zusteht. Nein, wir übersehen so häufig, dass wir viel öfter in der Lage sind, andere dabei zu unterstützen ihre Träume zu verwirklichen, als wir meinen. Genau das würde uns selbst gut tun. Denn wir eiern im Kopf zu sehr um unsere kleine Welt herum, beißen uns an irgendwelchen Gedanken fest, ertrinken im Alltagseinerlei und verlernen dabei unsere Umwelt wirklich wahrzunehmen.

Wirkliches Zuhören, wahres Interesse zeigen setzt voraus, dass ich mich auf mein Gegenüber konzentriere und mein Ego zuhören und lernen lasse. Und Fakt ist, dass wir in der Interaktion mit anderen am meisten über uns selbst lernen – wenn wir es denn wollen. Den meisten von uns ist das alles bekannt, doch wenden wir dieses Wissen auch wirklich an?

Nehmen wir doch dieses Beispiel “die Träume anderer möglich machen”. Es ist ganz erstaunlich, welch blockierende Gedankenmuster in diesem Zusammenhang oft auftauchen. Beispielsweise: ‘Wieso sollte ich die Träume von anderen möglich machen? Mir hilft ja auch keiner bei meinen.’ Und das aus dem Mund von Erwachsenen wohlgemerkt. Ist es nicht erstaunlich, wieviel Trotz diese Aussage enthält, wenn man in sie hineinspürt? Wussten Sie, dass es in der Psychologie ein geflügeltes Wort zum Trotz gibt?

Trotz = fehlgeleitete Traurigkeit

Sie erinnern sich bestimmt an Situationen, in denen auch Sie sich trotzig gefühlt haben. Wenn Sie in dieses Gefühl hineingehen und genau wahrnehmen, was dort ist, dann könnte es sein, dass Ihnen die Traurigkeit bewusst wird, die dahinter liegt. Doch es gab in dem Moment keine Möglichkeit sie auszudrücken aus welchem Grund auch immer und daher kommt der Trotz nach außen.

In diesem Bewusstwerden liegt nun die Chance zum Wachstum. Denn, um auf die obige Aussage zurückzukommen, wer das Gefühl hat, dass ihm niemand hilft, hat möglichweise das Prinzip mit Geben und Nehmen noch nicht ganz durchschaut. Dieses hat ganz klar zwei Seiten. Und wenn ich eine davon zu sehr betone, dann hängt die Waage auf Dauer schief.

Wer mehr gibt als er nimmt, wird zum Märtyrer. Wer mehr nimmt als er gibt, macht sich zum Opfer. Beide Seiten haben für manche Menschen einen gewissen Reiz. Denn wer mehr gibt, kann sich als “Gutmensch” präsentieren, doch innerlich glücklich macht das nicht wirklich. Im Gegenteil, das gipfelt oft in Aggressionen gegenüber denjenigen, denen man ja so sehr hilft. Ist klar, der Ausgleich stimmt nicht.

Auf der anderen Seite wer mehr nimmt als er gibt, hält sich selbst künstlich klein und unselbständig. Eine Methode die die Illusion aufrecht erhält, nicht verlassen zu werden. Doch genau das ist dann trotzdem irgendwann der Fall, in welcher Form auch immer.

Was bedeutet das nun für unser Eingangsthema “die Träume anderer möglich machen”? Nun, genau darin spiegeln sich beide Seiten der Waage geben und nehmen. Denn wenn Sie für andere Möglichkeiten schaffen, um Träume zu verwirklichen, werden auch Sie selbst immer mehr den Mut haben, andere darum zu bitten Sie bei der Verwirklichung Ihrer Träume zu unterstützen.

Wir sind Lernende auf diesem Planeten und wenn wir wirklich bewusst leben, dann werden bis an unser Ende Lernende bleiben. Und wenn Sie sich für die Idee öffnen gleichzeitig Lehrender zu werden, wird sich Ihnen eine neue Welt zeigen die am meisten Ihnen selbst zu gute kommt.

Schauen Sie sich um, fragen Sie die Menschen in Ihrer Nähe, “Welche Träume hast du? Lass Sie uns verwirklichen, ich unterstütze dich dabei.” Auf dem gleichen Weg sollten Sie Ihre Träume teilen. Wissen denn die Menschen die Ihnen nahe stehen, was Ihre Träume sind? Reden Sie darüber. Fragen Sie um Unterstützung.

Um Ihnen zum Abschluss ein Beispiel erzählen, die mich absolut beeindruckt hat, möchte ich Sie mitnehmen in das Jahr 1998. Wir hatten einen neuen Kurs gestartet und eine Teilnehmerin – ich will sie hier Gerda nennen – war mit dabei. Mitte 40, Fliesenlegerin (was ein gigantisch harter Job ist, um das mal anzumerken), gesundheitlich am Ende, ungepflegt mit Hang zur Verwahrlosung. Wir hatten zwei Jahre abzgl. 10 Monaten Praktikum Zeit um unsere Schützlinge auszubilden.

In den Betreuungsgesprächen und auch im Unterricht war kaum ein Wort aus ihr herauszukriegen. Verschüchtert war überhaupt kein Ausdruck. Es war daher für sie eine besonders harte Schule, denn ich hatte in meinen Klassen den Frontalunterricht so gut wie abgeschafft und auf Projektunterricht mit Präsentation und allem möglichen umgestellt. Sie stotterte vor der Klasse und starb fast tausend Tode wenn sie so im Rampenlicht stand. Doch da die Atmosphäre immer freundlich und liebevoll war – das ist mir in jeder Gruppe, die ich begleite sehr wichtig – fasste sie Stück für Stück Vertrauen. In ihre Umgebung und langsam auch in sich selbst. In den nächsten Gesprächen stellte sich heraus, dass sie ein großer Fan von Kulenkampff war (vielleicht erinnert sich noch die eine oder andere an Einer wird gewinnen – die Mutter aller Quizshows).

Und dann rückte sie auch endlich mit ihrem Traum heraus, einmal so frei und locker vor der Kamera (wir haben alles gefilmt, was die Teilnehmer so präsentierten) als Moderatorin zu stehen. Nachdem sie nun erstmals ausgesprochen hatte, was ihr so sehr Freude bereiten würde, haben wir stetig daran gearbeitet, die dafür nötigen Fähigkeiten zu trainieren. Was soll ich sagen – am Ende der zwei Jahre hatte sich für die Abschlusspräsentation eine Gruppe dafür entschieden ein Quiz mit Moderation zu zeigen. Dreimal dürfen Sie raten, wer moderiert hat. Genau. Und soll ich Ihnen noch was sagen? Die anwesenden Berater vom Arbeitsamt haben uns nicht geglaubt, dass das die Person sein sollte, die sie vor zwei Jahren zu uns geschickt hatten.

Und ganz ehrlich, wenn wir uns den Film der ersten Sequenz ansahen und damit verglichen, was wir zum Ende sahen, war es tatsächlich kaum zu glauben. Doch das ist die große Kraft, die darin liegt, die Träume anderer möglich zu machen.

Welche Träume können Sie als nächstes für andere möglich machen?

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Wohlhabend ….. oder ….. reich ….?

j0386638.jpgÜber diesen Begriff bin heute gestolpert und hängengeblieben. Wohlhabend. Wohl haben.

Lässt sich “wohl” haben? Ist das nicht eher ein Gefühl? Das ist wirklich interessant. Ließe sich dann sagen, wer wohlhabend ist fühlt sich auch wohl? Oder ist es einfach nur eine Entsprechung von reich?

Welche gefühlte Qualität haben diese beiden Wörter für Sie?

Also ich für meinen Teil empfinde reich eher als kühl und wohlhabend eher als angenehm warm. Mit jemandem der wohlhabend ist, bringe ich auch eine wohl-wollende Geisteshaltung in Verbindung. Wie z. B. jemand der als Mäzen künstlerische Arbeit unterstützt oder als Initiator Stiftungen gründet.

Mit jemandem der reich ist bringe ich Dinge und Statussymbole in Verbindung. Und damit Besitzdenken und Fokussierung auf materielle Güter, Ansehen und ein bestimmtes Image.

Unter diesem Blickwinkel ist es für mich persönlich also erstrebenswerter wohlhabend zu sein als reich. Selbstverständlich ist das eben meine ganz persönliche Empfindung.

Worauf ich mit diesem Vergleich hinaus will, ist die Tatsache, dass Wörter für uns über die “duden’sche” Bedeutung hinaus eine ganz persönliche Qualität haben. Und diese beeinflusst uns weit mehr als wir denken.

Dieses plakative Beispiel mit wohlhabend/reich habe ich auch deswegen gewählt, weil es ein Anliegen vieler Menschen ist reich zu sein. Und doch scheint es nicht so einfach zu verwirklichen. Mal ganz abgesehen von äußeren Umständen, inneren Programmen u. ä. kann Ihnen eine aufmerksame Wahrnehmung Ihrer Empfindungen beim Nutzen bestimmter Wörter interessante Aufschlüsse geben. Sinn macht das vor allem dann, wenn Sie eine gewisse emotionale Intensität feststellen.

Und wenn nun jemand den Begriff “reich” in seiner gefühlten Qualität eher als unangenehm empfindet, ist dies ein weiterer Grund reich zu sein/zu werden tunlichst zu vermeiden. Denn wer strebt es schon an, sich unangenehm fühlen.

Probieren Sie es doch mit unseren Beispielwörtern selbst einmal aus und achten auf die ersten spontanen Emfindungen. Sie können Gegensatzpaare als Hilfestellung verwenden wie kalt/warm, dunkel/hell, weich/kratzig, schwer/leicht usw.

  • Wie fühlt sich “reich” für Sie an?
  • Und wie fühlt sich “wohlhabend” für Sie an?

Machen Sie sich ein paar kurze Notizen dazu, das kann sehr aufschlussreich sein.

Wie wär’s mit noch einem Wortpaar?

  • Wie fühlt sich Disziplin für Sie an?
  • Und wie steht’s mit Durchhaltevermögen?

Auch das ist ein Begriffpaar, das etwas sehr ähnliches beschreibt.

Wenn Sie nun auf diese spielerische Art Ihre Sprache und Wortwahl wahrnehmen, könnte es sein, dass Sie im übergeordneten Sinn eine Ahnung davon bekommen, welche Gefühle Sie sich selbst hauptsächlich verschaffen.

Was denken Sie? Welches Verhältnis wird sich bei Ihnen dabei ergeben? Eher in eine angenehme oder eine unangenehme Richtung? Schätzen Sie doch mal spontan das Verhältnis in %. (Diese spontanen Aussagen sind überaus interessant und spiegeln sehr häufig Ihre persönliche Realität.)

Sollten Sie bei 50/50 gelandet sein, so ist das doch schon mal ausbaufähig. Und wer den unangenehmen Bereich höher bewertet hat wie den angenehmen sollte sich darüber Gedanken machen, ob ihm denn das gefällt. Falls nicht, sollten Sie zusätzlich darauf achten, welche wortgewaltige Negativität von außen auf Sie einströmt, allein nur durch Zeitung, Fernsehen und Internet.

Sie dürfen eines nicht vergessen: Sobald der Mensch lesen gelernt hat, ist er nicht mehr in der Lage “nicht” zu lesen. Und das bedeutet damit, dass alle Katastrophenmeldungen die Ihnen als Text begegnen, alle Unglücke, Horrorszenarien der Wirtschaft usw. von Ihnen aufgenommen werden. Ob Sie nun wollen oder nicht. Denn Sie können nicht “nichtlesen”. Und das fördert das Wohlbefinden im seltensten Maße.

In so einem Fall kann ich Ihnen nur dringend eine Mediendiät empfehlen. Lesen Sie mal zwei Wochen keine Zeitung und sehen und hören keine Nachrichten an.

Falls Sie sich Sorgen machen etwas wichtiges zu verpassen, kann ich Sie beruhigen. Ich z.B. lese seit über 10 Jahren keine Zeitung mehr und höre und sehe mir keine Nachrichten mehr an. Und ich kann Ihnen aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass ich deswegen keineswegs uninformierter bin. Im Gegenteil es bleibt mehr Zeit für die gezielte Informationsaufnahme. Und das was soo wichtig ist, bekommen Sie sowieso mit. In Gesprächen in der Familie, mit Freunden und Kollegen.

Um den Kreis zu schließen als Resümee:

Worte haben für uns eine gefühlte Qualität und lösen etwas in uns aus. Das ist oft für jeden Menschen etwas anderes. Und um uns selbst mehr inneres Wohlbefinden zu verschaffen, lohnt es sich die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu erhöhen wenn wir mit Sprache umgehen.

Wer dazu gern etwas praktische Hilfe hätte, dem seien die Werke von Mechthild Scheurl-Defersdorf empfohlen. Sie hat das energetische Sprachtraining entwickelt, das sich mit der oft übersehenen Bedeutung und Wirkung von Worten beschäftigt. Hier finden Sie das ganze als wunderschön gestaltetes Kartenset.

Und wie immer freue ich mich auf Ihre Anmerkungen und Kommentare zum Thema.

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Die Kunst des Scheiterns – oder wie man mit Tiefschlägen umgehen lernen kann

ScherbenDas Thema, wie man mit Tiefschlägen umgeht, ist nicht gerade bestsellerverdächtig. Gewiss, es gibt genügend Ratgeber die uns klar machen, dass Scheitern immer auch eine Chance ist. Das mag alles sein, doch mal ganz ehrlich, scheitern ist einfach erstmal scheitern und fühlt sich ziemlich besch… an, wenn Sie mir diesen Kraftausdruck verzeihen wollen.

Wenn jemand scheitert, erlebt er das Paradox eines Endes und Anfangs zugleich. Nur dass das Ende eine unvorhergesehene Sackgasse darstellt und der Anfang keineswegs freiwillig sondern erzwungen ist. Und trotzalledem muss es ja irgendwie weitergehen, doch mit welchem Ziel und ohne Plan?

Scheitern ist zutiefst persönlich. Es trifft uns im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Kern. Alles was bisher galt, ist außer Kraft gesetzt. Die Zukunft die einem vor Augen war, liegt zerschellt wie ein Spiegel auf dem Boden.

Im Scheitern begegnen wir unseren tiefsten Ängsten. Sind erstarrt in der Ohnmacht und Hilflosigkeit die sich breit macht. Alles Schönreden, wie “du wirst sehen, es ist das beste so” oder “jetzt kannst du nochmal neu anfangen” vielleicht noch mit einem nachgeschobenen “ist doch toll…” verstört viel mehr als es auch nur nützen würden. Denn was soll ich denn sehen oder beginnen, wenn meine Welt in Trümmern liegt?

Der erste Schritt um aus dem Chaos herauszukommen, besteht für mich in einem Annehmen der Situation. Es ist wie es ist und grad lässt sich auch nicht wirklich was daran ändern. Auch die damit verbundenen Gefühle anzunehmen, wie Trauer, Wut, Hilfslosigkeit, Angst und was sich in dem Cocktail noch so befindet ist ein wichtiger Akt. Denn sie wegzuschieben, macht sie nur noch größer als kleiner.

Und auch wenn ich in meinem vorherigen Beitrag über den Beschluss glücklich zu sein geschrieben habe, dürfen wir doch nicht vergessen, dass uns das Leben immer wieder Tiefschläge präsentieren wird. Ob wir das nun wollen oder nicht.

Der wichtige Unterschied besteht im Umgang mit diesen Situationen. Wir werden mit den schmerzlichsten Momenten in unserem Leben dann am ehesten klar kommen, wenn wir unsere Emotionen weder verniedlichen noch künstlich dramatisieren. Die Kunst besteht darin, sich dem wahren Gefühl anzunähern. Die Traurigkeit zuzulassen und auszuhalten, die Hilflosigkeit als Panik aufsteigen zu fühlen und nicht davon zu laufen.

Wenn Sie sich so immer wieder Stückchen für Stückchen sich selbst annähern und sich Zeit lassen, Ihr Scheitern anzunehmen, werden Sie letztendlich gestärkt daraus hervorgehen. Auch wenn das in den Momenten, in denen alles zerbrochen ist, unendlich weit weg erscheint.

Die Gewissheit Tiefschläge gemeistert zu haben, kann uns stärken. Es macht es nicht unbedingt einfacher oder das Gefühl wird deswegen nicht weniger unangenehm sein, doch wir wissen zumindestens aus unserer Erfahrung heraus, dass wir es überstehen werden. Dies stellt einen enorm wichtigen Lernprozess dar: Zu wissen, man schafft es aus eigener Kraft. Und das ist etwas das uns niemand nehmen kann. Darin steckt die wahre Chance des Scheitern. Lernen damit umzugehen und diese Fähigkeit in uns zu integrieren.

Wie gehen Sie mit dem Thema um? Ich freue mich sehr auf Ihre Antworten.

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Beschließen Sie doch einfach glücklich zu sein

Glücksklee

Quelle: Robert Goosey

Nun ist das neue Jahr schon wieder eine Woche alt oder jung, je nach Sichtweise. Spüren Sie immer noch den Zauber des Anfangs? Oder sind Sie bereits wieder in der Tretmühle und im Alltagstrott angekommen?

Halten Sie doch kurz einen Moment inne und fragen sich selbst: ‘Bin ich glücklich?‘ Glücklich im Sinne von einer stillen inneren Zufriedenheit, einem wärmenden Gefühl, einem Lächeln, das sich wie von selbst auf’s Gesicht zaubert?

Da ich selbst im Moment große persönliche Veränderungen zu bewältigen habe, ist dieses Gefühl mir ein gutes Stück abhanden gekommen. Und genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, trotz alledem einfach glücklich zu sein. Das mag sich sehr seltsam anhören und das ist es wohl auch. Doch mit jedem Moment, an dem mir dieser Gedanke präsent ist, tue ich mir selbst etwas gutes.

Glück ist nichts was einem passiert, sondern ein Zustand in den man sich selbst versetzen kann. Glücklich sein, bedeutet für mich in erster Linie Gedanken zu hegen, die dieses Empfinden fördern. Negative Ereignisse anzunehmen in dem Wissen, dass auch sie vorüber gehen werden. Gelassenheit zu lernen und immer wieder den jetzigen Moment als wertvoll zu empfinden.

Egal welche Gedanken Sie gerade im Kopf haben, Sie sind der Mensch, der es ändern kann. Wenn in Ihnen momentan viel negatives herumschwirrt, können Sie beschließen, ihnen weniger Raum zu geben und stattdessen liebevolle Gedanken in den Vordergrund zu stellen.

Das ist tatsächlich so einfach wie Fingerschnippsen. Sie können den Gedanken ‘Ich beschließe, dass ich jetzt glücklich bin.’ im Kopf verankern. Immer wieder. Denn wir vergessen viel zu oft, dass niemand “uns denkt” sondern das alles was in unserem Kopf passiert von uns selbst gemacht ist.

Es gibt Erkenntnisse aus der Gehirnforschung die besagen, dass negatives wie positives – also Gefühle, Gedanken die emotional stark aufgeladen sind – wie ein Musikstück eine Weile in uns nachklingen. Sie drehen sich im Kreis und wiederholen sich stetig. Und genau dieses Empfinden haben wir, wenn wir das Gefühl haben, aus einem Gedankenkarusell nicht herauszukommen.

Dieses Wissen kann uns nun dazu befähigen, es als genau das anzunehmen was es ist: ein Nachhall eines lauten Klanges, der mit der Zeit leiser wird bis er verstummt. Alles geht vorüber, das ist gewiss. Und in dieser Zeit können wir trotzdem beschließen glücklich zu sein. Sie können es mit jedem Mal wieder. Sie können in jeder Minute damit anfangen. Immer wieder.

Im NLP gibt es diese wunderbare Metapher mit der Frage: Who drives the bus? – Wer fährt den Bus? Und wenn Sie sich diese Frage selbst stellen, dann werden Sie ganz schnell feststellen, ob Sie grad selbst lenken oder irgendwo hinten in Ihrem eigenen Bus sitzen. Und dann liegt es nur noch an Ihnen das Steuer wieder zu übernehmen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Fahrt :-) und wenn Sie dazu noch gern etwas Lesestoff hätten, dann schauen Sie doch mal in diesen Beitrag hinein.

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