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Ich bin glücklich mit mir!

Darf ich Sie mal was fragen? Sind Sie glücklich mit sich? Oder kommt Ihnen diese Frage komisch vor? Probieren Sie doch mal, wie dieser Satz für Sie schmeckt:

Ich bin glücklich mit mir!

Die Reaktionen darauf, die ich bekomme, sind zwar verschieden, doch der Tenor ist oft derselbe: Hä, ich verstehe die Frage nicht….Was’n das für für’s Quatsch……Keine Ahnung….Ähm, weiß ich grad nicht…..Manchmal….Hab ich mich noch nie wirklich gefragt….Nicht wirklich…..etc….

Bildquelle: pixelio/Rolf van Melis

Die Menschen, die mir darauf mit einem “Na klar!” antworten und das auch noch gefühlt ernst meinen, bewegen sich unter 1 %. Das ist doch mal interessant…

Sollten wir nicht zuerst mit uns selbst glücklich sein, bevor wir es mit jemand anderem sein können? Sollten wir nicht zuerst das Glück in uns finden und darum wissen und es nicht im Außen suchen? Sollten wir darüber nicht mal ernsthaft nachdenken?

Begeben wir uns gemeinsam auf eine Entdeckungsreise, ins Glück, das in uns beheimatet ist. Denn irgendwo in uns muss es ja wohnen.

Also noch mal von vorne. Am Anfang der Reise steht der Satz “Ich bin glücklich mit mir!” Was für Bilder, Emotionen und Gedanken steigen da in Ihnen auf? Lassen Sie sich einen Moment Zeit um all das wahrzunehmen. Vielleicht ist es Ärger, vielleicht Traurigkeit, vielleicht Angst, vielleicht Bedauern, vielleicht auch etwas ganz anderes. Was ist es bei Ihnen?

Packen Sie all das auf Ihre innere Merkliste und gehen bewusst in eine Beobachterrolle. Unter dem Motto “aha, so ist das also, das sind also meine Reaktionen auf den Satz ich bin glücklich mit mir” Keine Bange, wir stellen jetzt nicht die Frage nach dem Warum. Das ist selten bis nie zielführend.

Nein, wir sagen uns jetzt mal verschiedene Varianten des Satzes und schauen, was dann passiert:

  • Ich bin nicht glücklich mit mir.
  • Ich sollte nicht glücklich mit mir sein.
  • Ich darf nicht glücklich mit mir sein.
  • Ich kann nicht glücklich mit mir sein.
  • Ich will nicht glücklich mit mir sein.

Hm, bei welcher Variante spüren Sie den meisten Widerstand? Wie ist es z.B. mit dem Satz “Ich WILL nicht glücklich mit mir sein?” Viele Menschen spüren hier, dass Ihnen diese Formulierung gegen den Strich geht. Wieso sollte ich das nicht wollen? Und doch können wir dem glücklich sein mit uns nicht zustimmen. Irgendwas läuft doch da quer, oder nicht?

Lassen Sie uns einen Blick auf Ihre Familie werfen aus der Sie stammen. Gucken Sie aus Ihrer Beobachterrolle auf diese Menschen und fragen sich, wer von ihnen dem Satz “ich bin glücklich mit mir” zustimmen würde und wer nicht. Welche Reaktionen, Gedanken, Gefühle würden die Mitglieder Ihrer Familie ausdrücken? Wo erkennen Sie Parallelen zu dem, was Sie über sich selbst in dem Zusammenhang denken (siehe oben Ihre Merkliste)?

Meist gibt es in Familien eine gewisse Grundstimmung, die wir dann ungefragt übernehmen. Wie sollen wir auch als Baby irgendwas hinterfragen? Also werden wir erstmal geprägt auf das, wie es bei uns eben so ist. Und so eine Prägung ist schon was hartnäckiges.

Sobald wir beginnen in eine andere Richtung zu denken, reagiert der Körper mit Angst und will uns ganz schnell wieder dazu kriegen, auf den üblichen Kurs einzuschwenken. Denn wo kämen wir denn hin, wenn wir mit unserer Familientradition brechen und damit höchst unloyal würden? Nee, nee, das geht nun wirklich nicht…

Auch wenn das jetzt etwas flapsig formuliert erscheinen mag, so laufen Prozesse in uns häufig ab. Wir fühlen uns wohler in dem kaputten, alten Hausschuh und trauen uns nicht, einen schicken, neuen, bequemen auszuprobieren. Vor allem dann nicht, wenn uns vor Augen steht, dass unsere Familienmitglieder immer noch in den alten rumlaufen und uns die Reaktionen darauf Angst machen.

Daher entscheiden wir uns häufiger als uns das bewusst ist, dafür, nicht glücklich mit uns selbst sein zu wollen. Denn unsere Familienmitglieder könnten uns etwas nicht gönnen, wir könnten so dastehen, als ob wir jetzt was besseres/anderes wären. Es könnte so aussehen, als ob wir nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen. Wir könnten verspottet werden. Wir könnten geschimpft werden. Wir könnten ausgeschlossen werden.

Da ist nun guter Rat teuer. Wie soll das dann funktionieren, mit dem glücklich mit sich selbst sein?

Die größten Defizite, die wir als Erwachsene erleben, sind in den meisten Fällen nicht erfüllte Bedürfnisse aus unserer Kinderzeit. Die nicht gestopften Löcher des liebgehabtwerdens, des sich angenommenfühlens, des richtigseins und was es da sonst noch so an Lücken gibt. Doch unsere Kindheit ist vorbei, wie soll ich da noch groß was dran ändern?

Von Milton Erickson, dem großen Hypnotherapeuten, stammt der Satz

“Es ist nie zu spät eine schöne Kindheit gehabt zu haben.”

Klingt ein wenig seltsam, oder vielleicht doch nicht?

Fakt ist, unsere Vergangenheit ist vorbei. Doch das heißt noch lange nicht, dass wir das, was wir jetzt als Defizit erleben, auch weiterhin so fühlen müssen. Niemand kann uns dazu zwingen. Denn alles passiert in unserem Kopf.

Den Fehler, den wir allerdings machen, ist der, diese Bedürfnisse von jemandem von außen erfüllt zu bekommen. Wir suchen daher immer noch nach der Möglichkeit, das, was uns damals von Menschen gefehlt hat, auch jetzt von Menschen erfüllt zu bekommen. Doch das kann nicht funktionieren.

Denn es sind erstens nicht die, von denen wir uns das eigentlich wünschen und zweitens haben diese ebenfalls ihre Defizite, die dann mit unseren aufeinander prallen. Das öffnet Mißverständnissen und Streitereien Tür und Tor.

Gut, wenn nicht von anderen, dann bleiben nur noch wir selbst. Wir selbst sind in der Verantwortung und es ist unser Job für uns selbst gut zu sorgen. Die gefühlten Defizite für uns selbst auszugleichen.

Lassen Sie uns mit ein paar Fragen, des Rätsels Lösung näher kommen. Wenn Sie für sich merken, dass Sie in einer dieser Emotionen stecken, die das Glück in Ihnen verhindern, fragen Sie sich doch mal:

  • Was bräuchte ich jetzt, damit ich mit mir selbst glücklich wäre?
  • Was könnte ich jetzt für mich tun, damit ich mit mir selbst glücklich bin?
  • Was fehlt mir jetzt gerade, damit ich mit mir selbst glücklich bin?
  • Wie müsste ich mit mir selbst sprechen im Inneren, damit ich mich glücklich mit mir fühle?
  • Wie kann ich mich selbst jetzt gerade bemuttern?

Wir machen uns damit auf die Suche, nach dem, was dem Kind von damals gefehlt hat. Denn das fehlt uns heute noch. Uns fehlt keineswegs der neueste Mercedes, Computer, Kleiderschrank oder [hier Begriffe Ihrer Wahl einsetzen...]. Nein, Materielles fehlt uns, die wir in einer reichen Gesellschaft leben, wahrlich nicht. Es fehlt uns an Zuwendung, Zuspruch, Ermutigung, Liebgehabtwerden, Verlässlichkeit, Lachen etc.

Und das Kind in Ihnen, dass da etwas vermisst, braucht keine großen Aktionen. Nein, es geht schon mal darum, dass wir liebevoll mit uns sprechen. Das kleine Wesen, das in allen von uns wohnt, zu sehen und mitzufühlen, wie es ihm gerade geht. Es braucht in dem Moment unsere Fürsorge. Wir brauchen uns selbst. Unser Annehmen, unser Dasein, unser Trösten, unsere Verlässlichkeit.

Das hört sich alles aber komisch an, denken Sie vielleicht? Hm, das mag sein und es ist auch nichts, was man groß in die Zeitung schreiben würde. “Mann spricht mit kleinem Jungen in sich selbst. Frau nimmt kleines Mädchen in sich in den Arm.” Klar ist das erstmal abstrus und weit hergeholt.

Nichts destotrotz liegt hier Ihr Glück in Ihnen verborgen. Wenn Sie denken, dass Sie ja soo erwachsen sind, kaufe ich Ihnen das nicht wirklich ab. Wir allen haben Seiten in unserem Leben, da stehen wir absolut unseren Mann und unsere Frau. Keine Frage.

Doch jeder von uns war mal ein Kind. Jeder von uns hat eine Familiengeschichte, eine Prägung. Jeder und jede ohne Ausnahme. Das ist es, was uns Menschen wiederum so ähnlich macht. Äußerlich mögen wir noch so verschieden sein, in uns haben wir mit alle mit ähnlichen Mustern zu kämpfen.

Also machen Sie sich auf die Suche, nach dem, was Sie selbst jetzt gerade für sich und Ihr inneres Kind tun können, damit Sie immer mehr in die gefühlte Freude des Satzes

“Ich bin glücklich mit mir!”

gelangen. Von mir haben Sie alle Erlaubnis der Welt!

Ich bin so satt und die One Minute Meditation

Als ich heute heim kam, ging mir dieser Satz durch den Kopf “Ich bin so satt“. Und ich meinte damit nicht, dass ich zuviel auf dem Weihnachtsmarkt gegessen hätte. Nein, ich hab gemerkt, dass mein Kopf satt ist. Geht nix mehr rein. Will nix mehr. Brauche ‘ne Pause.

Einfach mal sitzen, nichts tun, spüren, wie es meinem Körper grad geht. Mal hallo zu meinen Zehen sagen, meinen Ohren, meinen Schulterblättern, meiner Nasenspitze. Nichts von außen noch drauf kippen. Keine Musik, kein Fernsehen, kein Internet, kein Telefon, kein Handy. Die Augen schließen, spüren, wie mein Kopf einfach satt ist. An Eindrücken, an Gedanken, an neuen Ideen, an alten Gewohnheiten. Ich bin so satt und mag kein Blatt (kennt noch jemand die kleine Raupe Nimmersatt…?)

Sind Sie auch so satt? Vollgestopft mit Gedanken die alle Farben haben? Was zu diesem zutiefsten Bedürfnis führt, einfach seine Ruhe haben zu wollen? Einfach nichts zu müssen, nichts zu wollen, einfach nur sein? Und gleichzeitig ist da dieser Reflex, doch gleich wieder das nächste in Angriff zu nehmen, die Gedanken sind schon wieder am Weitergaloppieren und wir sitzen kaum, stehen wir auch schon wieder auf, weil uns noch was eingefallen ist.

Wenn wir uns überessen, wird uns schlecht. Das hat der Körper schlau eingerichtet. Doch was ist, wenn unser Kopf übersatt ist? Vollgestopft ist? Dann wird uns das in solchen Momenten kurz bewusst, doch wenn wir nicht aufmerksam dafür sind, stopfen wir gleich wieder das nächste Denkfragment in uns hinein.

Wie wär’s denn mit einer Kopfdiät? Sie müssen keineswegs allen Gedanken freien Raum geben, nur weil sie grad mal bei Ihnen im Kopf sind. Sie müssen auch keineswegs Lärmquellen aussitzen, wenn Sie sich entziehen können. Sie müssen ebenfalls keineswegs alles liegen und stehen lassen, weil grad mal jemand was von Ihnen will.

Denn ja, es steht Ihnen zu, für sich zu entscheiden, wann Sie satt sind und jetzt mal nix mehr wollen. Frei nach dem alten Kalauer, bei dem jemand eine leere Flasche Bier im Kühlschrank stehen hat, für den Fall, dass mal jemand vorbeikommt, der nix trinken mag….

Doch wie geht das mit so einer Kopfdiät? Beim Essen lässt mal halt mal Kalorien weg, isst weniger, was anderes, doch wie macht man das mit den Gedanken? Meditation soll da ja ganz hilfreich sein. Doch die Zeit hab ich nicht, mag jetzt mancher denken. Und außerdem kann ich diesen komischen Lotussitz nicht und überhaupt ist das ja nix für mich.

Hm, da hätte ich vielleicht eine Idee, die für Sie die Meditation vielleicht doch interessant macht. Darüber gestolpert bin ich bei facebook und an dieser Stelle herzlichen Dank an Doro Schäfer, die mich auf dieses Video gebracht hat.

Entgegen meiner sonstigen Länge der Postings, haben Sie es damit schon für diesmal geschafft. Auch eine Art von Diät ;-) und ich überlasse Sie für ein paar Minuten der genialen Idee der “One minute meditation Das Video ist zwar auf englisch, doch sehr leicht verständlich und die wunderbaren Zeichnungen sind einfach und hilfreich.

Möge Ihnen Ihr Sattsein ein Fingerzeig sein und Sie überlassen sich der Kraft der kurzen Zeit:

Geben Sie Ihren Widerstand auf!

Ein Großteil unseres Leides stammt daher, dass wir in Widerstand gehen mit Situationen und Gegebenheiten die uns nicht gefallen.

Wir werden ärgerlich, wenn sich Menschen in unserer Umgebung anders verhalten, als wir uns das dachten. Wir sind traurig über Verluste die uns treffen und die wir am liebsten ungeschehen machen wollen.

Im Buddhismus spricht man von Anhaftungen, die Leid verursachen. Vom Verhaftetsein mit Gedanken darüber, dass es anders ist, als wir das möchten. Wir rebellieren gegen das was ist. Gehen in Widerstand.

Bildquelle: Matthias Koranzki  / pixelio.de

Die Kinder sind laut, sie sollten leiser sein. Ich steh im Stau und es sollte doch zügiger voran gehen. Mein(e) Partner(in) verspätet sich und wir werden nicht rechtzeitig zu Veranstaltungsbeginn da sein. Ich bin verlassen worden und will doch nicht allein sein.

All das sind Momentaufnahmen, die uns den Widerstand, mit dem was ist, illustrieren. Das tragische daran ist, dass wir uns an dieses Denkmuster oft schon gewöhnt haben. Und es vertiefen durch Grübeleien warum es denn nicht anders sein kann, als es jetzt gerade ist. Das ist dann auch der beste Weg um sich noch mehr verhaftet, gebunden und damit hilflos zu fühlen.

Gut tut das niemandem von uns, auch wenn es sich gewöhnt und vertraut anfühlen mag in dieses Denkmuster zu fallen. Glück ist darin nicht zu finden.

Geben Sie Ihren Widerstand auf!

Wie wäre es mit einem kleinen Experiment? Lassen Sie uns folgendes probieren:

Denken Sie an eine Situation, in der Sie sich zuletzt geärgert haben. Das sind fast immer Situationen, in denen wir in Widerstand gehen, weil etwas partout nicht so läuft, wie wir möchten. Und jetzt denken Sie über folgenden Satz nach:

“Angenommen, es sollte alles genauso so sein, wie es jetzt gerade ist.”

Spüren Sie dem nach. Denken Sie nochmal:

“Angenommen, es sollte alles genauso so sein, wie es jetzt gerade ist.”

Fühlen Sie, wie Sie dieses Denken entlasten kann? Wie sich Erleichterung einstellt?

Noch einmal:

“Angenommen, es sollte alles genauso sein, wie es jetzt gerade ist.”

Was passiert in uns, wenn wir uns wahrhaft auf diesen Gedanken einlassen? Die Anhaftung beginnt sich zu lösen und wir verbinden uns wieder mit uns selbst. Solange wir uns im Widerstand gegen eine Realität befinden, die nun mal gerade so ist, wie sie gerade ist, sind wir mit unseren Gedanken “da draußen”, unsere Energie fließt in ein Faß ohne Boden ab.

Sobald wir den Widerstand aufgeben, erkennen wir die Realität an, so wie sie sich in diesem Moment darstellt. Das hat nichts damit zu tun, sie gut zu finden oder sie in irgendeiner anderen Form zu bewerten. Sie nehmen damit an was ist, akzeptieren Situationen, so wie sie eben jetzt gerade sind.

Was wird dadurch für Sie möglich?

Sie kommen mit Ihrer Aufmerksamkeit und Wahrnehmung wieder zu sich. Können dadurch mit einem klaren Blick von innen nach außen auf die Realität schauen und Sie schaffen sich den Raum, den es braucht um zu überlegen, wie Sie denn mit der Situation umgehen möchten.

Sie schalten damit von Reagieren auf Agieren um. Sie verbinden sich wieder mit Ihrer Kraft und Souveränität. Es bedeutet auch, dass wir uns aussöhnen, wieder in Frieden kommen mit uns und dem was gerade ist. Und inneren Frieden können wir mehr als alles andere brauchen in unserem Leben.

Wie so vieles im Leben erfordert das Übung. Wieso nicht kleine Zettel schreiben und an strategischen Orten aufbewahren und aufhängen, auf die täglich mehrmals Ihr Blick fällt? Üben Sie sich darin, anzunehmen was ist. Es wird Ihnen Erleichterung in Ihrem Sein schaffen.

“Angenommen, es sollte alles genauso sein, wie es gerade ist.”

Vielen Dank an Andreas Himmelstoß, einen befreundeten Seminarleiter, für den Anstoß zu diesem Beitrag.

Freu mich auf Ihre Erfahrungsberichte und Kommentare!

Sagen Sie ja!

Wir haben einen NEIN-Reflex. Der fast so zuverlässig wie unser Knie-Reflex funktioniert. Sobald wir etwas gefragt werden, das uns neu und unbekannt ist, uns fremd erscheint, hören wir uns selbst Nein sagen. Es fühlt sich sicherer an, die eigene Behausung nur in bekannte Gefilde zu verlassen. Dort wo wir die Wege kennen, brauchen wir uns nicht sorgen, fühlen wir uns sicher und behütet.

Was wir dabei übersehen, ist, dass dieser Schutz unser Leben nicht bereichert sondern ärmer macht. Er verhindert unser Wachstum. Wir sind natürliche Wesen und unsere Natur ist Wachstum. Wenn wir uns davon abschneiden, trennen wir uns vom Strom des Lebens ab.

Bildquelle: juli.gaensebluemchen  / pixelio.de

Wachstum bedeutet Reife

Wir reifen nur durch neue Erfahrungen. Indem wir diese erleben und in unser bisheriges Schicksal einordnen. Reife findet statt, wenn wir betroffen sind, berührt werden von Erlebnissen.

Das kann schon Angst machen. Was ist, wenn wir damit nicht fertig werden? Wenn wir in unseren Emotionen untergehen? Was schützt uns vor dem Ertrinken? Nichts und niemand. Das ist die einzig wichtige und wahrhaftige Erkenntnis.

Wir brauchen dieses Untergehen. Dorthin wo wir uns selbst begegnen. Nur hier können wir erfahren, was uns für Kräfte innewohnen, welchen unzerstörbaren Kern wir haben. Den keine Angst, keine Blamage, kein Scheitern, keine Blöße vernichten kann.

Lernen Sie öfter ja zu sagen, sich auf Unbekanntes freudig einzulassen. Sich dabei zu erfahren in Ihrer Lebendigkeit. Sie sind geborgen im Leben, das tief in Ihnen pulsiert. Gehen Sie ein Stück aus Ihrer Komfortzone, trauen Sie sich und erfassen das Leben in seinen ganzen Farben. Jedes Ja erweitert Ihre Palette.

Seien Sie achtsam auf Ihr Reflex-Nein. Lernen Sie, es zu bemerken, machen Sie es sich bewusst und dann beginnen Sie öfter Ja zu sagen. Suchen Sie Gelegenheiten für ein Ja in Ihrem Alltag.

Beginnen Sie mit Kleinigkeiten. Ein fremdes Restaurant, ein neuer Weg zu Fuß, ein Museum in dem Sie noch nie waren, jemandem ein unverhofftes Danke zu sagen, eine neue Kleidungsfarbe ausprobieren, malen, Gedichtzeilen schreiben, mit exotischen Gewürzen kochen, ins Blaue hinein fahren, eine fremde Sprache lernen….

Sagen Sie Ja, wenn Sie gefragt werden. Aus vollem Herzen. Und spüren Sie, wie Sie da sind, jetzt da sind, Ihre Erfahrung von Lebendigkeit Sie reifen lässt, Sie erfüllter sein lässt, Sie glücklicher macht, das Wunder der Lebens wieder erfahrbar macht. Sagen Sie ja. Zum Leben. Zu sich.

Bei was sagen Sie zukünftig ja?

Gedankenkäfige – der Schlüssel liegt in Ihrer Hand

Ist Ihr Leben weit oder begrenzt? Fühlen Sie sich (zu oft) in Gedankenkäfigen gefangen? Gebaut aus sich gebetsmühlenartig wiederholenden Denkschleifen, die nirgendwohin führen und uns unter ihrer Schwere nach unten ziehen?

Wenn unser Leben voller Sorgen ist, wir beängstigt in die Zukunft schauen, keinen Ausweg aus einem momentanen Chaos entdecken können, uns allein fühlen, dann wird unsere Welt klein. Wir starren wie das Kaninchen auf die Schlange auf unsere düsteren Prognosen und verlieren uns darin.

Was machen wir da eigentlich? Wir lassen es zu, dass unsere Welt schrumpft, wir uns einengen und Freude kein Gast mehr in unserem Leben ist. Denn es sind wir, WIR SELBST, die darüber verfügen, wie groß oder klein wie hell oder dunkel unsere Welt ist.

Bildquelle: December-Girl  / pixelio.de

Es sind WIR. Wir entscheiden darüber. Niemand sonst. Denn die Weite oder Enge unseres Lebens erschaffen wir in unserem Kopf. Wie die Dinge und Umstände auch sein mögen, es gibt immer viele Möglichkeiten wie sie sich betrachten lassen.

Wir entscheiden uns zumeist für die Sichtweise, die wir für gewöhnlich wählen. Wir wiederholen das was wir bisher getan und gedacht haben. Und das auch noch ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

So ist das nun mal mit Gewohnheiten. Wir nehmen sie nicht mehr wahr. Das Programm läuft ohne uns ab. Und bringt uns immer wieder dieselben Empfindungen, Gedanken und inneren Haltungen.

Wie in gespurten Loipen laufen wir immer wieder denselben Weg. Vertiefen ihn dadurch. Mit jedem Mal wieder. Das ist es, was Gewohnheiten zu Gewohnheiten macht. Etwas, dass wir immer und immer wiederholen.

Uns fällt es leichter zu glauben, dass wir Schlechtes verdient haben, als Gutes. Dass das Pech uns näher ist als das Glück. Es fällt uns leichter von unserem Unglück zu berichten, als mit unserem Glück hausieren zu gehen. Wenn es uns gut geht und unserem Gegenüber nicht, schämen wir uns fast dafür und machen unser Glück kleiner.

Wir tun uns schwer damit anzunehmen, wenn jemand uns Komplimente macht. Genieren uns und wiegeln ab. Möchten nicht selbstsüchtig erscheinen oder besser gestellt. Und sind fast froh, wenn wieder etwas Negatives passiert, unter dem Motto ‘puh, ist ja doch alles normal’.

Doch wohin wird uns dieses Denken führen? In ein glückliches, freies, weites Leben? Mit Sicherheit nicht. Wir bekommen das, was wir denken. Und wir haben keine zweite Chance dafür. Wenn wir jetzt so weitermachen, wird unser Leben genauso verlaufen.

Albert Einstein soll einmal Wahnsinn wie folgt definiert haben: “Wenn wir immer wieder dasselbe wiederholen und hoffen, dass irgendwann etwas anderes als bisher herauskommen mag.”

Wenn wir nichts zu verlieren, jedoch alles zu gewinnen haben, wieso lassen wir uns dann nicht auf einen neuen Gedankengang ein? Wie wäre es, wenn wir erkennen, dass WIR den Schlüssel in der Hand haben, der uns aus unseren Gedankenkäfigen entschlüpfen lässt?

Wieso denken wir nicht – einfach mal nur so zum Spaß – in eine gelingende Richtung? Trauen dem Leben zu, dass es uns überrascht, wenn wir uns darauf einstellen? Ist es nicht wunderbar, dass Gefühl zuzulassen, dass unser Leben weit sein kann? Alles umfassen kann, alles Platz hat und Glück darin wohnen darf?

Probieren Sie diese Gedanken aus. Schmecken Sie die Süße der Freiheit, dass Sie es sind, der Ihr Leben weiten kann. Wie es auch gerade sein mag, entscheidend ist, wie wir darüber denken. Das Leben vergeht so oder so. Lassen Sie uns verabschieden von der Sucht des Dramas. Das uns manchmal schon eine fast perverse Befriedigung verschafft.

Wir sind es gewohnt im Drama zu denken, doch niemand zwingt uns dazu, so weiterzumachen. Setzen Sie sich auf Entzug. Verändern Sie Ihr Umfeld. Brechen Sie mit Ihren Gewohnheiten. Schaffen Sie neue Gedanken in Ihrem Leben. Hegen und pflegen Sie sie. Es ist, als ob Sie einen Garten neu anlegen. Befreien ihn vom wuchernden Unkraut und säen neue Samen. Dies ist etwas, was wir täglich tun sollten. Wie auch ein blühendes Stück Erde gepflegt sein will.

Tauschen wir unsere Denkgewohnheiten aus. Stück für Stück. Erschaffen Sie sich ein neues Denken. Weiten Sie Ihr Leben. Es ist alles da. Alles ist da. Sie haben alles in sich.

Ich bin der Meister meines Los.
Ich bin der Käp’n meiner Seel.
(William Henley)

Inspiration beseelt unser Leben

Wissen Sie, was Inspiration bedeutet? Im ursprünglichen Wortsinn? Wikipedia verrät es uns: Inspiration von lat.: inspiratio= Beseelung, Einhauchen von „spiritus“ = Leben, Seele, Geist.

Wer inspirieren kann, beseelt also. Ist das nicht wunderbar? Was mich gleich zu der Frage führt, wieviel Inspiration Sie in Ihrem Leben erleben oder auch schenken?

Ist es nicht eher so, dass wir viel zu viele Tage verbringen ohne uns auch nur einen Moment über Inspiration Gedanken zu machen? Zuviel zu tun, zuviel zu leisten, zuviel auf einmal, zuwenig Zeit, zuwenig Ruhe, zuwenig Muße. Das ist es tatsächlich, was Inspiration braucht. Sie braucht Muße und Raum. Raum um gesehen zu werden. Bewusstsein, Achtsamkeit um wahrgenommen zu werden.

Ich glaube, Inspiration ist eng verwandt mit Kairos, dem richtigen Moment, den es zu ergreifen gilt. Und dafür braucht es Aufmerksamkeit.

Bildquelle: ilona martin  / pixelio.de

Inspiration scheint für viele Menschen etwas zu sein, was nur Künstler brauchen und für “Normalsterbliche” wenig bis keinen Sinn macht. Doch was ist es, was uns dazu bringt, Aufgaben gern und mit Freude zu erfüllen? Ist das nicht Begeisterung und damit Inspiration?

Vor allem Führungskräfte scheinen immer öfter unter dem Controller-Stern geboren zu sein und haben nie wirklich gelernt, dass Inspiration das ist, was gute Führung ausmacht. Wenn ich Menschen erreichen möchte, muss ich sie begeistern können. Eine Geschichte erzählen können, die erklärt wo die Reise hingehen soll. Wie das “Yes, we can” eine Inspiration für eine ganze Nation war.

Was bedeutet das für uns im Kleinen? Wie können wir uns Inspiration immer wieder neu schaffen und bewahren? Und wie können Sie andere Menschen inspirieren? Ich glaube, dass es eher weniger um das ‘wie’ geht als um die innere Haltung. Kehren wir doch noch einmal zur Wortbedeutung zurück:

Inspiration = Beseelung

Ein sehr altes Wort. Wir verwenden es nicht im normalen Sprachgebrauch. Und doch hat es unfassbar viel Kraft, wenn wir uns darauf einlassen es zu begreifen. Wie fühlen wir uns, wenn uns eine Sache inspiriert? Ist das nicht ein unglaublich lebendiges, elektrisierendes, waches Empfinden? Voller Freude und Energie? Das ist Beseelung. Etwas lebendig werden lassen. Uns einsetzen, an etwas glauben, andere damit anstecken, Durststrecken überstehen, weil wir das Große sehen.

Das Gegenteil von mechanistischem Abarbeiten, Erledigen und stumpfer Pflichterfüllung. Dabei existieren wir, doch wir leben nicht. Wir brauchen die Seele in den Dingen, in den Erlebnissen, in unserem alltäglichen Sein.

Uns selbst immer wieder begeistern können. Wie sagte die Königin in Alice im Wunderland so schön: “Kind, ich habe bereits vor dem Frühstück an fünf unmögliche Dinge geglaubt!” Wir verbringen unsere Tage viel zu oft wie täglich grüßt das Murmeltier. Haben uns der Routine ergeben, den vermeintlichen Außenzwängen.

Doch die einzigen, die uns abhalten, Begeisterung wieder zu entdecken, uns selbst zu überraschen und damit zu inspirieren, sind wir selbst. Es liegt an uns, diese Gabe immer wieder zu entdecken. In jedem Tag das Lebendige zu erfahren, wahrhaft zu leben. Wahrhaft. Die Brille des Hektischen abzusetzen und wieder wirklich zu sehen, was wir betrachten und erleben.

Jeder Tag hat seinen eigenen Zauber und kann uns inspirieren. Es ist nie zu spät, wieder zu lernen, dass wir die Fähigkeit zur Beseelung besitzen. Sich voller Begeisterung in etwas zu verlieren, ganz einzutauchen in eine Erfahrung, andere mitzunehmen und damit zu einem Menschen zu werden, der andere inspiriert.

Wie können Sie Inspiration in Ihrem Leben wieder lebendig werden lassen?

Schaffe ich das?

Vor kurzem hab ich mich mit einer Bekannten unterhalten und sie sagte im Gespräch “ich weiß ja gar nicht, ob ich das gut genug kann“. Wieso passiert es uns so oft, dass wir als erstes annehmen, etwas nicht gut genug zu können? Nicht zu genügen? Dass unsere Fähigkeiten nicht ausreichen könnten und wir damit nicht bestehen?

Wie mutlos wir uns doch damit selbst machen. Und auch wenn dann das Gegenüber bestärkt und sagt, ‘ach, das schaffst du schon’, winken wir ab und sind uns unsicher.

In einer Zeit, in der in den Medien auf den meisten Sendern eine Kultur des Ausstechens, Konkurrierens, Urteilens und gelinge gesagt, verbalem Fertigmachens auf persönlichster Ebene geprägt wird, wundern mich diese Reaktionen allerdings immer weniger. Ich frage mich jedoch, wer hat das bestellt?

Bildquelle: @flickr/Jan Ramroth

Wer möchte wirklich ein Vorführen von Kandidaten (ob nun Schönheitswahn, Künstlerwunsch, Politisierens und was weiß ich noch alles) und einem anschließenden akribischen Zerlegens derselben sehen? Und wie geht es euch mit den Damen und Herren der verschiedenen Jurys/Talkshows? Ist das wirklich ein (kluger?) Querschnitt, den wir uns als RatgeberInnen wünschen? Das möchte ich doch arg bezweifeln. Vielleicht sollten wir innehalten und überlegen, ob wir da nicht den falschen Vorbildern unglaubliche Wertungsmacht einräumen.

Es bürgert sich durch diese vielen Sendungsformate ein immer mehr abwertender Sprachstil ein, der zunehmend in unsere Gesellschaft übernommen wird. Wollen wir das wirklich? Oder nehmen wir das durch fehlenden Abstand dazu überhaupt nicht mehr wahr?

Mit was wir uns umgeben, das prägt uns.

Daran ist nun mal wenig zu rütteln. Um zu meinem Ausgangsabsatz zurückzukehren: wenn wir uns, unsere Kinder und die Menschen in unserer Umgebung darin unterstützen wollen, dass wir glauben ‘ja, ich denke, das schaffe ich’ sollten wir das, was wir durch die Medien in unseren Geist und unser Herz gelangen lassen, äußerst achtsam betrachten.

Weise Entscheidungen treffen, in der Auswahl dessen, was uns gut tut. Welche Art von Sprache uns wachsen lässt, welcher Zuspruch, welche Ermutigung, das spüren wir sofort. Und auch wenn es im Leben tatsächlich immer wieder um Konkurrenz gehen wird, kommt es immer noch darauf, WIE wir miteinander konkurrieren.

Fair zu kämpfen, sportliches Verhalten, kluges Ringen bedingt große Klarheit für das Eigene. Wenn ich nur darauf schaue, gegenüber jemand anderem besser zu sein, bin ich nicht mehr bei mir. Dann werde ich auch umso tiefer enttäuscht sein, wenn ich verliere.

Bleibe ich jedoch mit konzentrierter Aufmerksamkeit bei mir, sammle mich und spüre wie meine Kraft von innen aufsteigt, werde ich aufhören können mich mit anderen zu vergleichen und der Angst – nicht gut genug zu sein – die Stirn zu bieten. An der eigenen Fähigkeit zu erfreuen, Weiterentwicklung zu spüren, in Leichtigkeit und nicht unter Druck zu agieren bringt die Freude an Leistung wieder zurück.

Sprache ist eines unserer prägendsten Kulturmittel. Sollten wir uns daher nicht diesem aktuellen Sprachgebrauch aktiv verweigern und Sprache so einsetzen, wie es einer Hochkultur gut zu Gesicht stünde?

Das kleine Glück und die große Dankbarkeit

Heute ist mir wieder eine Geschichte eingefallen, die mir letzten Frühling passiert ist. Sie ist erstens sehr typisch für mich :-) und hat mir zweitens wieder mal die Bedeutung des kleinen Glücks und der großen Dankbarkeit in Erinnerung gebracht hat.

Da es bei uns einfach wunderbar frühlingshaft sonnig war, hab ich mir am Nachmittag ein Stündchen Zeit genommen und war auf meiner Walking-Strecke unterwegs. Und es kam wie es kommen musste, bei meinem Rumgehampel (ich geh ohne diese Stöcke, sing dafür sehr viel…) hab ich meinen Autoschlüssel verloren.

Zu dem Zeitpunkt als ich das gemerkt habe, hatte ich schon fast die ganze Strecke hinter mir. Was nun…?

Ich bin mit gesenktem Blick die ganze Strecke wieder zurückgegangen und hab mir fast die Augen ausgeguckt nach dem Autoschlüssel. Und so ziemlich am Anfang der Strecke lag er mitten am Weg. Völlig unberührt und hat auf mich gewartet. Was für eine Freude!

Keine Ahnung wie hoch die Chance war, dass er noch da lag. An dem Tag sind viele Leute diese Strecke gegangen und doch hatte ich das Glück ihn wiederzufinden.

Mir hat diese Episode mal wieder ins Gedächtnis gebracht, wie plötzlich im Leben etwas passiert und schnell der Bogen von fröhlichem Unbeschwertsein zu tiefem Schreck geschlagen ist. Ist das nicht der beste Grund dafür, das kleine Glück schon heute im Leben wahrzunehmen? Und die Dankbarkeit, die einen durchströmt mit vielen Menschen zu teilen?

Sie achtsam dem Augenblick, denn er enthält das ganze Leben, sagt man im Buddhismus. Wie viel Wahrheit doch darin liegt.

Was hat Sie heute am meisten glücklich gemacht? Welche Situationen gab es, die Ihnen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben? Bei welchem Erlebnis waren Sie von Dankbarkeit erfüllt?

Freu mich sehr auf Ihre Gedanken dazu!

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