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Ich bin glücklich mit mir!

Darf ich Sie mal was fragen? Sind Sie glücklich mit sich? Oder kommt Ihnen diese Frage komisch vor? Probieren Sie doch mal, wie dieser Satz für Sie schmeckt:

Ich bin glücklich mit mir!

Die Reaktionen darauf, die ich bekomme, sind zwar verschieden, doch der Tenor ist oft derselbe: Hä, ich verstehe die Frage nicht….Was’n das für für’s Quatsch……Keine Ahnung….Ähm, weiß ich grad nicht…..Manchmal….Hab ich mich noch nie wirklich gefragt….Nicht wirklich…..etc….

Bildquelle: pixelio/Rolf van Melis

Die Menschen, die mir darauf mit einem “Na klar!” antworten und das auch noch gefühlt ernst meinen, bewegen sich unter 1 %. Das ist doch mal interessant…

Sollten wir nicht zuerst mit uns selbst glücklich sein, bevor wir es mit jemand anderem sein können? Sollten wir nicht zuerst das Glück in uns finden und darum wissen und es nicht im Außen suchen? Sollten wir darüber nicht mal ernsthaft nachdenken?

Begeben wir uns gemeinsam auf eine Entdeckungsreise, ins Glück, das in uns beheimatet ist. Denn irgendwo in uns muss es ja wohnen.

Also noch mal von vorne. Am Anfang der Reise steht der Satz “Ich bin glücklich mit mir!” Was für Bilder, Emotionen und Gedanken steigen da in Ihnen auf? Lassen Sie sich einen Moment Zeit um all das wahrzunehmen. Vielleicht ist es Ärger, vielleicht Traurigkeit, vielleicht Angst, vielleicht Bedauern, vielleicht auch etwas ganz anderes. Was ist es bei Ihnen?

Packen Sie all das auf Ihre innere Merkliste und gehen bewusst in eine Beobachterrolle. Unter dem Motto “aha, so ist das also, das sind also meine Reaktionen auf den Satz ich bin glücklich mit mir” Keine Bange, wir stellen jetzt nicht die Frage nach dem Warum. Das ist selten bis nie zielführend.

Nein, wir sagen uns jetzt mal verschiedene Varianten des Satzes und schauen, was dann passiert:

  • Ich bin nicht glücklich mit mir.
  • Ich sollte nicht glücklich mit mir sein.
  • Ich darf nicht glücklich mit mir sein.
  • Ich kann nicht glücklich mit mir sein.
  • Ich will nicht glücklich mit mir sein.

Hm, bei welcher Variante spüren Sie den meisten Widerstand? Wie ist es z.B. mit dem Satz “Ich WILL nicht glücklich mit mir sein?” Viele Menschen spüren hier, dass Ihnen diese Formulierung gegen den Strich geht. Wieso sollte ich das nicht wollen? Und doch können wir dem glücklich sein mit uns nicht zustimmen. Irgendwas läuft doch da quer, oder nicht?

Lassen Sie uns einen Blick auf Ihre Familie werfen aus der Sie stammen. Gucken Sie aus Ihrer Beobachterrolle auf diese Menschen und fragen sich, wer von ihnen dem Satz “ich bin glücklich mit mir” zustimmen würde und wer nicht. Welche Reaktionen, Gedanken, Gefühle würden die Mitglieder Ihrer Familie ausdrücken? Wo erkennen Sie Parallelen zu dem, was Sie über sich selbst in dem Zusammenhang denken (siehe oben Ihre Merkliste)?

Meist gibt es in Familien eine gewisse Grundstimmung, die wir dann ungefragt übernehmen. Wie sollen wir auch als Baby irgendwas hinterfragen? Also werden wir erstmal geprägt auf das, wie es bei uns eben so ist. Und so eine Prägung ist schon was hartnäckiges.

Sobald wir beginnen in eine andere Richtung zu denken, reagiert der Körper mit Angst und will uns ganz schnell wieder dazu kriegen, auf den üblichen Kurs einzuschwenken. Denn wo kämen wir denn hin, wenn wir mit unserer Familientradition brechen und damit höchst unloyal würden? Nee, nee, das geht nun wirklich nicht…

Auch wenn das jetzt etwas flapsig formuliert erscheinen mag, so laufen Prozesse in uns häufig ab. Wir fühlen uns wohler in dem kaputten, alten Hausschuh und trauen uns nicht, einen schicken, neuen, bequemen auszuprobieren. Vor allem dann nicht, wenn uns vor Augen steht, dass unsere Familienmitglieder immer noch in den alten rumlaufen und uns die Reaktionen darauf Angst machen.

Daher entscheiden wir uns häufiger als uns das bewusst ist, dafür, nicht glücklich mit uns selbst sein zu wollen. Denn unsere Familienmitglieder könnten uns etwas nicht gönnen, wir könnten so dastehen, als ob wir jetzt was besseres/anderes wären. Es könnte so aussehen, als ob wir nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen. Wir könnten verspottet werden. Wir könnten geschimpft werden. Wir könnten ausgeschlossen werden.

Da ist nun guter Rat teuer. Wie soll das dann funktionieren, mit dem glücklich mit sich selbst sein?

Die größten Defizite, die wir als Erwachsene erleben, sind in den meisten Fällen nicht erfüllte Bedürfnisse aus unserer Kinderzeit. Die nicht gestopften Löcher des liebgehabtwerdens, des sich angenommenfühlens, des richtigseins und was es da sonst noch so an Lücken gibt. Doch unsere Kindheit ist vorbei, wie soll ich da noch groß was dran ändern?

Von Milton Erickson, dem großen Hypnotherapeuten, stammt der Satz

“Es ist nie zu spät eine schöne Kindheit gehabt zu haben.”

Klingt ein wenig seltsam, oder vielleicht doch nicht?

Fakt ist, unsere Vergangenheit ist vorbei. Doch das heißt noch lange nicht, dass wir das, was wir jetzt als Defizit erleben, auch weiterhin so fühlen müssen. Niemand kann uns dazu zwingen. Denn alles passiert in unserem Kopf.

Den Fehler, den wir allerdings machen, ist der, diese Bedürfnisse von jemandem von außen erfüllt zu bekommen. Wir suchen daher immer noch nach der Möglichkeit, das, was uns damals von Menschen gefehlt hat, auch jetzt von Menschen erfüllt zu bekommen. Doch das kann nicht funktionieren.

Denn es sind erstens nicht die, von denen wir uns das eigentlich wünschen und zweitens haben diese ebenfalls ihre Defizite, die dann mit unseren aufeinander prallen. Das öffnet Mißverständnissen und Streitereien Tür und Tor.

Gut, wenn nicht von anderen, dann bleiben nur noch wir selbst. Wir selbst sind in der Verantwortung und es ist unser Job für uns selbst gut zu sorgen. Die gefühlten Defizite für uns selbst auszugleichen.

Lassen Sie uns mit ein paar Fragen, des Rätsels Lösung näher kommen. Wenn Sie für sich merken, dass Sie in einer dieser Emotionen stecken, die das Glück in Ihnen verhindern, fragen Sie sich doch mal:

  • Was bräuchte ich jetzt, damit ich mit mir selbst glücklich wäre?
  • Was könnte ich jetzt für mich tun, damit ich mit mir selbst glücklich bin?
  • Was fehlt mir jetzt gerade, damit ich mit mir selbst glücklich bin?
  • Wie müsste ich mit mir selbst sprechen im Inneren, damit ich mich glücklich mit mir fühle?
  • Wie kann ich mich selbst jetzt gerade bemuttern?

Wir machen uns damit auf die Suche, nach dem, was dem Kind von damals gefehlt hat. Denn das fehlt uns heute noch. Uns fehlt keineswegs der neueste Mercedes, Computer, Kleiderschrank oder [hier Begriffe Ihrer Wahl einsetzen...]. Nein, Materielles fehlt uns, die wir in einer reichen Gesellschaft leben, wahrlich nicht. Es fehlt uns an Zuwendung, Zuspruch, Ermutigung, Liebgehabtwerden, Verlässlichkeit, Lachen etc.

Und das Kind in Ihnen, dass da etwas vermisst, braucht keine großen Aktionen. Nein, es geht schon mal darum, dass wir liebevoll mit uns sprechen. Das kleine Wesen, das in allen von uns wohnt, zu sehen und mitzufühlen, wie es ihm gerade geht. Es braucht in dem Moment unsere Fürsorge. Wir brauchen uns selbst. Unser Annehmen, unser Dasein, unser Trösten, unsere Verlässlichkeit.

Das hört sich alles aber komisch an, denken Sie vielleicht? Hm, das mag sein und es ist auch nichts, was man groß in die Zeitung schreiben würde. “Mann spricht mit kleinem Jungen in sich selbst. Frau nimmt kleines Mädchen in sich in den Arm.” Klar ist das erstmal abstrus und weit hergeholt.

Nichts destotrotz liegt hier Ihr Glück in Ihnen verborgen. Wenn Sie denken, dass Sie ja soo erwachsen sind, kaufe ich Ihnen das nicht wirklich ab. Wir allen haben Seiten in unserem Leben, da stehen wir absolut unseren Mann und unsere Frau. Keine Frage.

Doch jeder von uns war mal ein Kind. Jeder von uns hat eine Familiengeschichte, eine Prägung. Jeder und jede ohne Ausnahme. Das ist es, was uns Menschen wiederum so ähnlich macht. Äußerlich mögen wir noch so verschieden sein, in uns haben wir mit alle mit ähnlichen Mustern zu kämpfen.

Also machen Sie sich auf die Suche, nach dem, was Sie selbst jetzt gerade für sich und Ihr inneres Kind tun können, damit Sie immer mehr in die gefühlte Freude des Satzes

“Ich bin glücklich mit mir!”

gelangen. Von mir haben Sie alle Erlaubnis der Welt!

Krümel im Bett Folge 8: Wie wäre es, wenn Sie die beste Version Ihrer selbst wären?

Ein Gedanke, der mich immer mal wieder umtreibt. Nicht loslässt. Ein mentaler Krümel im Bett:

Bin ich die beste Version meiner selbst?

Um an dieser Stelle gleich den Leistungsfanatikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, nein, es geht nicht darum, der oder die Beste im Vergleich mit anderen zu sein. Das ist völlig am Ziel vorbei. Es geht um die beste Version von Ihnen selbst.

Bildquelle: Hans Heindl / pixelio.de

Was ich damit meine?

Nun, das ist einfach erklärt.

  • Wie oft reagieren wir in Situationen ungeduldig und harsch auf unsere Mitmenschen, obwohl wir auch anders könnten?
  • Wieso steigen wir immer wieder auf die gleichen Streitereien ein, die wir gefühlte 5.489x mit unseren Partnern schon durchexerziert haben?
  • Wieso scheint uns pünktliches Erledigen von Aufgaben nur unter Druck zu gelingen und schütten damit immer wieder den selben Druck- und Stresscocktail in uns aus?

Welche Version von uns sind wir in diesen Situationen? Wenn ich dabei an mich denke, geht es mir bestimmt nicht anders als Ihnen wahrscheinlich auch. Die beste Version von uns selbst sieht wohl anders aus.

Wieso eigentlich? Wieso verdonnern wir uns selbst zu dieser haarsträubenden Variante von ‘täglich grüßt das Murmeltier’?

Eine Antwort darauf kann sein, dass wir oft erst mitbekommen, dass wir das gleiche Programm wie immer abspulen, wenn der Zug schon voll in Fahrt ist. Wir kriegen es oft nicht bewusst mit, wenn wir diesen gewohnten Weg nehmen. Und einen fahrenden Zug aufzuhalten, ist nun wirklich keine leichte Übung…

Die andere Antwort darauf ist, dass eine gewohnte Reaktion bequem ist und uns keine Anstrengung im Sinne von mentaler Kontrolle abverlangt. Auch wenn die gewohnten Gefühle, die mit der gewohnten Reaktion einhergehen nicht unbedingt positiv sind.

Wenn wir am Ende verärgert, genervt, frustriert, gestresst sind, haben wir damit unsere gewohnten Empfindungen ausgelöst und uns sozusagen in unserem “so bin ich” bestätigt. Was sich in einem perversen Sinn richtig anfühlt, weil eben gewohnt.

Was tun?

Der erste Schritt die beste Version von sich selbst zu werden, ist in die Beobachterrolle zu gehen. Und das am besten in zweierlei Hinsicht.

Zum einen zu beobachten, ohne es zu kommentieren und werten, was da genau Ihnen passiert, wenn Sie merken, dass Sie ein gewohntes Muster abspulen. Was für Gedanken tauchen da in Ihnen auf? Welche Körperemfindungen? Nehmen Sie es aus der Distanz wahr.

Unter dem Motto: “Aha, das denke ich also bevor ich grantig werde…” Werden Sie zu Ihrem Detektiv, der beobachtet und sichtbar macht, was da in Ihnen vorgeht.

Die andere Beobachterrolle kann darin bestehen, Menschen bewusst wahrzunehmen, die in diesen für uns kritischen Situationen souverän, gelassen und vielleicht sogar völlig gegenteilig von uns reagieren.

Schauen Sie dort genau hin. Was machen diese Menschen anders? Wenn Sie die Gelegenheitheit haben, sprechen Sie sie darauf an, mit der Bitte erfahren zu dürfen, welche Gedanken sie in ihrem Inneren haben, wenn sie diese Situation angehen.

Bauen Sie sich ein für Sie passenden Rollenmodell auf. Sie suchen sich einen oder mehrere Menschen, die ein Verhalten zeigen, dass sie selbst gern hätten und schauen genau hin, was Sie daran gut finden. Denken Sie über diese anderen Handlungen und inneren Haltungen nach.

Sammeln Sie all das zusammen, wie der bereits erwähnte Detektiv, der Ihnen seinen Bericht vorlegt.

  • Was für Gedanken,
  • welche inneren Haltungen,
  • was für eine Grundemotion,
  • welche Formulierungen,
  • welche Körperhaltung braucht es für die beste Version Ihrer Selbst?

Und dann testen Sie all dies im Kopf. Spielen Sie die Situationen mental durch. Mit Ihren neu gewonnenen Erkenntnissen. Gehen Sie bewusst in eine Experimentierphase.

Das mentale Probieren ist stets die Vorbereitung auf das Reale. Je intensiver wir unseren Geist auf die beste Version unserer selbst fokussieren, umso größer ist die Chance des Gelingens.

Bleiben Sie auch zukünftig in der Rolle des Beobachters, Ihrem Detektiv. Nehmen Sie wahr, wie es Ihnen geht, wenn Sie das Neue in der Wirklichkeit anwenden.

Nehmen Sie wahr, was sich tut. Auch in Ihrem Gefühlshaushalt. Etwas Neues, das wir tun, beschert uns nicht unbedingt ein gutes Gefühl.

Wir mögen grundsätzlich keine ungewohnten Situationen und Verhaltensweisen, weil damit Ungewissheit und Unsicherheit zusammenhängen. Doch wie mein alter Mathelehrer immer schon meinte: “Von einfach hat auch keiner was gesagt….”

Und so mag uns das Erreichen der besten Version unserer selbst mühselig und unbefriedigend erscheinen. Doch tatsächlich ist es so, dass Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit die beste Version von uns selbst zum Vorschein bringen wird.

Sei die Veränderung, die du im Leben sehen willst.
(Mahatma Gandhi)

Wo wären Sie gern die beste Version Ihrer selbst?

Alles im Leben ist vergänglich

Das ist etwas, was wir oft nicht wahrhaben wollen. Dass unser Leben vergänglich ist. Allerheiligen erinnert uns am heutigen Tag daran. Wir gedenken der Menschen, die nicht mehr unter uns weilen. Für die Vergänglichkeit nun die Ewigkeit bedeutet.

Wie können wir in unser Leben die Vergänglichkeit integrieren? Und was haben wir davon?

Ein indianisches Sprichwort sagt: “Reise langsam, sonst kommt deine Seele nicht mehr hinterher”

Und wenn ich mir unser normales, hektisches, gehetztes Leben so ansehe, dann reisen wir wohl viel zu oft zu schnell. Vergänglichkeit anzunehmen bedeutet, dass ich den Moment, den ich gerade erlebe, auch wirklich erlebe.

Bildquelle: Aka / pixelio.de

Wie oft fürchten wir schon am Beginn eines schönes Erlebnisses, dass es bald zu Ende sein könnte. Wie oft trauern wir Vergangenem hinterher, statt dass wir uns daran erfreuen, es erlebt haben zu dürfen. Wieso sind wir so viel öfter auf der Sollseite unseres Lebens als auf der Habenseite?

Was bringt uns dazu, unsere Verluste so riesig zu machen, dass unsere Gewinne darunter verschwinden? Fast so als ob das Schöne, Gute, Wahre, dass wir hatten, nie existiert hätte. Gefällt es uns wirklich besser in Wehmut zu versinken? Ist das etwas, was wir ohne Probleme nach außen zeigen können? Erscheint es uns fast obszön, zu frohlocken, weil wir soviel Gutes hatten, weil wir diese Momente des Glücks wahrhaft erlebt haben?

Stünde es uns nicht besser zu Gesicht, das Wunderbare unserer Erinnerungen zu zelebrieren, den Moment des jetzigen Erlebens aufgrund seiner Vergänglichkeit als wertvollstes Geschenk zu schätzen? Uns daran zu erfreuen, dass es jetzt so ist. Jetzt. Ohne Gedanken an den Zeitpunkt, an dem es Vergangenheit sein wird.

Ich glaube nicht, dass es etwas gibt, dass wir mehr bedauern, als nicht mehr Zeit mit den Menschen verbracht zu haben, die wir geliebt haben und die von dieser Erde gegangen sind. Wie wäre es, wenn wir heute damit anfangen, die Momente mit unseren Lieben wieder viel mehr wahrzunehmen? Das Glück in jeder Zelle zu spüren wie Sektperlen in einem Glas, wenn wir sie um uns haben.

Auch wenn es uns nicht gefällt, ist die Vergänglichkeit von der Moment der Geburt an in unser Leben eingebaut. Wir können keinen Moment zurückholen, rückgängig machen, neu gestalten. Den einzigen Moment, den wir gestalten und wahrnehmen können, ist der, den Sie gerade erleben. Und die Frage ist stets, wie Sie ihn erleben.

Die Vergänglichkeit kann unser größter Lehrer sein. Sie macht uns demütig dem großen Geheimnis des Lebens gegenüber. Lassen Sie sich auf diesen Gedanken ein. Schmecken Sie ihn. Spüren Sie nach, was da in Ihnen aufsteigt und welche Gedanken sich Ihnen zeigen.

Die Zeit auf Erden ist uns gegeben als Geschenk. Niemand von uns weiß, wann sich seine eigene Vergänglichkeit erfüllen wird. Doch so lange wir jeden Tag wieder neu erwachen, ist es uns geschenkt. Erfreuen Sie sich an diesem Geschenk. Das ist das was Sie tun können. Jeden Tag wieder.

In unserer Vergänglichkeit liegt unser Lebendigsein verborgen.

So erfahren Sie die andere Seite der Vergänglichkeit. Sie spüren Ihre Lebendigkeit. Sie leben. In Ihnen zeigt sich das Wunder jeden Tag. Und das sind Sie. Ein Wunder. Jede(r) von uns. Wir alle.

 

Inspiration beseelt unser Leben

Wissen Sie, was Inspiration bedeutet? Im ursprünglichen Wortsinn? Wikipedia verrät es uns: Inspiration von lat.: inspiratio= Beseelung, Einhauchen von „spiritus“ = Leben, Seele, Geist.

Wer inspirieren kann, beseelt also. Ist das nicht wunderbar? Was mich gleich zu der Frage führt, wieviel Inspiration Sie in Ihrem Leben erleben oder auch schenken?

Ist es nicht eher so, dass wir viel zu viele Tage verbringen ohne uns auch nur einen Moment über Inspiration Gedanken zu machen? Zuviel zu tun, zuviel zu leisten, zuviel auf einmal, zuwenig Zeit, zuwenig Ruhe, zuwenig Muße. Das ist es tatsächlich, was Inspiration braucht. Sie braucht Muße und Raum. Raum um gesehen zu werden. Bewusstsein, Achtsamkeit um wahrgenommen zu werden.

Ich glaube, Inspiration ist eng verwandt mit Kairos, dem richtigen Moment, den es zu ergreifen gilt. Und dafür braucht es Aufmerksamkeit.

Bildquelle: ilona martin  / pixelio.de

Inspiration scheint für viele Menschen etwas zu sein, was nur Künstler brauchen und für “Normalsterbliche” wenig bis keinen Sinn macht. Doch was ist es, was uns dazu bringt, Aufgaben gern und mit Freude zu erfüllen? Ist das nicht Begeisterung und damit Inspiration?

Vor allem Führungskräfte scheinen immer öfter unter dem Controller-Stern geboren zu sein und haben nie wirklich gelernt, dass Inspiration das ist, was gute Führung ausmacht. Wenn ich Menschen erreichen möchte, muss ich sie begeistern können. Eine Geschichte erzählen können, die erklärt wo die Reise hingehen soll. Wie das “Yes, we can” eine Inspiration für eine ganze Nation war.

Was bedeutet das für uns im Kleinen? Wie können wir uns Inspiration immer wieder neu schaffen und bewahren? Und wie können Sie andere Menschen inspirieren? Ich glaube, dass es eher weniger um das ‘wie’ geht als um die innere Haltung. Kehren wir doch noch einmal zur Wortbedeutung zurück:

Inspiration = Beseelung

Ein sehr altes Wort. Wir verwenden es nicht im normalen Sprachgebrauch. Und doch hat es unfassbar viel Kraft, wenn wir uns darauf einlassen es zu begreifen. Wie fühlen wir uns, wenn uns eine Sache inspiriert? Ist das nicht ein unglaublich lebendiges, elektrisierendes, waches Empfinden? Voller Freude und Energie? Das ist Beseelung. Etwas lebendig werden lassen. Uns einsetzen, an etwas glauben, andere damit anstecken, Durststrecken überstehen, weil wir das Große sehen.

Das Gegenteil von mechanistischem Abarbeiten, Erledigen und stumpfer Pflichterfüllung. Dabei existieren wir, doch wir leben nicht. Wir brauchen die Seele in den Dingen, in den Erlebnissen, in unserem alltäglichen Sein.

Uns selbst immer wieder begeistern können. Wie sagte die Königin in Alice im Wunderland so schön: “Kind, ich habe bereits vor dem Frühstück an fünf unmögliche Dinge geglaubt!” Wir verbringen unsere Tage viel zu oft wie täglich grüßt das Murmeltier. Haben uns der Routine ergeben, den vermeintlichen Außenzwängen.

Doch die einzigen, die uns abhalten, Begeisterung wieder zu entdecken, uns selbst zu überraschen und damit zu inspirieren, sind wir selbst. Es liegt an uns, diese Gabe immer wieder zu entdecken. In jedem Tag das Lebendige zu erfahren, wahrhaft zu leben. Wahrhaft. Die Brille des Hektischen abzusetzen und wieder wirklich zu sehen, was wir betrachten und erleben.

Jeder Tag hat seinen eigenen Zauber und kann uns inspirieren. Es ist nie zu spät, wieder zu lernen, dass wir die Fähigkeit zur Beseelung besitzen. Sich voller Begeisterung in etwas zu verlieren, ganz einzutauchen in eine Erfahrung, andere mitzunehmen und damit zu einem Menschen zu werden, der andere inspiriert.

Wie können Sie Inspiration in Ihrem Leben wieder lebendig werden lassen?

Zwei Wege zum Glück

In den letzten Jahren sind wir von Glücksratgebern nur so überschwemmt worden. So viele Hinweise und Tipps, wo wir das Glück finden können. Für viele Menschen gleicht die Jagd nach dem Glück einer Gralssuche und sie verzweifeln manches mal an der so scheinbar ausweglosen Situation von Fremdbestimmung in ihrem Leben. Ergeben sich einem fatalistischen Denken, doch nichts ändern zu können und in Ermangelung einer Perspektive wird die Zeit als sich stets wiederholende Gleichförmigkeit empfunden. Und täglich grüßt das Murmeltier…

Bildquelle: gartenzaun2009 @flickr

Puh, wahrlich keine schönen Aussichten. Und doch glaube ich, dass Menschen etwas an ihrem gefühlten Glückspegel ändern können. Ermutigend ist da die Erkenntnis aus der Forschung, die Sonja Lyuobomirsky in ihrem Buch “Glücklich sein. Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben” postuliert: Ein Teil unseres Glücksempfindens ist uns tatsächlich angeboren. Etwa 50% sind genetisch bedingt und weitere 10% sind unserem Lebensumfeld und -umständen geschuldet. Doch das bedeutet, dass wir es trotz allem zu 40 % selbst in der Hand haben, Glück für uns greifbar und erlebbar zu machen.

Dass es hierzu keine Geheimrezepte gibt, die für alle gelten, ist auch inzwischen klar geworden. Eher vielleicht manche Lebenshaltungen die wir alle einnehmen können, haben die Kraft unser Glücksempfinden zu beeinflussen. Dazu gehört zum Beispiel die Achtsamkeit. Dieser Begriff begegnet Ihnen in meinen Texten immer wieder und ich persönlich halte die Fähigkeit achtsam leben zu können, als eine der wichtigsten, die wir erlernen und pflegen sollten. Sie lässt uns zum einen in uns selbst anwesend sein, uns spüren und wir verankern uns dadurch in der Gegenwart. Im Hier und Jetzt.

Lyuobomirsky bietet einen äußerst aufschlussreichen Test in ihrem Buch, der einen mit Hilfe mehrerer Fragen zu verschiedenen Lebensstrategien führt. Denn was für den einen funktioniert, wie ein Danke-Tagebuch schreiben, bringt dem anderen weniger. Diesen unterschiedsbezogenen Ansatz fand ich schon mal sehr hilfreich.

In einem weiteren faszinierenden Buch “Die neue Psychologie der Zeit” von Philip Zimbardo und John Boyd (den Tipp habe ich meinem Kollegen Stefan List zu verdanken) erfahren wir, dass wir verschiedene Zeitperspektiven haben können. Je nach dem, was in unserer Kindheit für Erlebnisse vorherrschten werden wir eher an eine positive oder negative Vergangenheit denken, die Gegenwart eher fatalistisch resignierend oder im anderen Extrem absolut hedonistisch (nur dem jetzigen Vergnügen verschrieben) betrachten und entweder eine hohe Zukunftsorientierung oder eine niedrige haben.

Jeder Mensch hat aufgrund seiner persönlichen Geschichte eine gewisse Präferenz für eine oder zwei dieser Zeitperspektiven. Es ist wahrlich aufschlussreich, sich durch den Fragebogen zu arbeiten und die Ergebnisse mit seiner bevorzugten Denkweise zu vergleichen.

Menschen mit einer hohen Zukunftsorientierung sind sehr daran interessiert Pläne zu machen, sorgen für ihr Alter vor und sind insgesamt Macher. Menschen mit einer ausgeprägten hedonistischen Gegenwartsperspektive mögen Pläne im Gegenteil gar nicht und sind äußerst spontan und der Mittelpunkt jeder Party. Dafür auch meist eher unzuverlässig. Und wer eine positive Vergangenheitsperspektive hat, ist meist stabil in Familien eingebunden, schätzt Traditionen und fühlt sich in seinem sozialen Netz gut aufgehoben. Dagegen wirkt sich eine negative Vergangenheitsperspektive auch in einem weitaus negativeren Denken für die Gegenwart und Zukunft aus. Denn wer schon von vornherein schlechte Erlebnisse fokussiert, kann wohl kaum positives erwarten.

Interessanterweise lassen sich die 12 verschiedenen Strategien von Lyuobormirsky alle einer Zeitperspektive zuordnen. Auch daran ist abzulesen, wie uns unser Denken über Zeit beeinflusst. Der Trick besteht nun darin, sich zu üben, positivere Zeitperspektiven einzunehmen. Und wie vieles lässt sich auch das tatsächlich trainieren und damit unser gefühltes Glück vergrößern. Denken Sie an die o.g. 40 % die wir selbst beeinflussen können. Wir sind also keineswegs einem schlechten Lebensgefühl ausgeliefert. Für die detaillierteren Übungen möchte ich Sie gern auf beide Bücher verweisen. Sie werden darin bestimmt etwas finden, dass Sie anspricht.

Einen Hinweis möchte ich Ihnen jedoch nicht vorenthalten. Im Buch von Zimbardo wird der Dalai Lama zitiert, der auch den am wenigsten Erleuchteten unter uns Mut macht. Er empfiehlt ab sofort zwei einfache Techniken in der Haltung gegenüber dem Leben umzusetzen:

  1. Erkennen Sie, was Sie in Ihrem Leben glücklich macht und widmen Sie diesem mehr Zeit.
  2. Erkennen Sie, was Sie in Ihrem Leben unglücklich macht und verbringen Sie weniger Zeit damit.

Das liest und hört sich einfacher an, als es ist. Hier zählt auch Beharrlichkeit und Geduld. Wenn Sie sich diese schenken bei Ihrer Erkenntnissuche, erwartet Sie ein weitaus entspannteres Lebensgefühl, mehr Gelassenheit und innere Heiterkeit. Und da dies doch wahrhaftig erstrebenswerte Empfindungen sind, lassen Sie uns keine Zeit verlieren und uns achtsam werden lassen. Gehen Sie doch spontan den Antworten auf diese Fragen nach:

  • Mit welchen Menschen empfinde ich mein Leben heller und auch ich bin glücklicher?
  • Mit welchen Menschen ist es genau das Gegenteil?

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  • An welche, für mich, glücklichen Situationen erinnere ich mich gern und was genau macht mich daran glücklich? Wie kann ich davon mehr in meine Gegenwart integrieren?

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  • Welche Aktivitäten machen mich froh? Wie kann ich davon regelmäßig mehr davon in mein Leben packen?

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  • Welche Erlebnisse/Situationen machen mich immer wieder unglücklich? Was genau daran?
  • Wie kann ich dazu beitragen, dass diese Situationen weniger werden bzw. die Qualität sich ändert?

.

  • Was muss passieren, damit ich mich rundum wohl fühle und was kann ich dazu beitragen?

.

  • Wenn ich etwas in meinem Leben ändern könnte, was mich unglücklich macht, was wäre das?

.

  • Wenn ich in mein Leben etwas hineinwünschen könnte, was mich glücklich macht, was wäre das und was kann ich dazu beitragen?

Beginnen Sie doch einfach mal eine Weile Ihre Antworten auf diese Fragen zu sammeln. In einem kleinen Büchlein möglicherweise? Gehen Sie bewusster durch Ihren Tag und stellen sich diese Fragen immer wieder mal. Vielleicht mögen Sie ein Abendritual daraus machen oder eine Wochenrückschau. Achten Sie auf Kleinigkeiten. Alles was Sie berührt. Ihr Innerstes zu klingen bringt. Oder Sie fragen sich abends einfach nur:  Was hat mich heute glücklich gemacht und was hat mich unglücklich gemacht?

Und wenn Sie eine Weile gesammelt haben, werden Sie feststellen, dass Sie eine ziemlich genaue Landkarte geschaffen haben, wie Ihr ganz persönliches Glück beschaffen ist. Sollten Sie sich diese Fragen in einem Jahr wieder stellen, werden Sie möglicherweise andere Antworten geben, denn das ist das letzte Geheimnis des Glücks: es kann sich ändern, was wir als Glück empfinden. Das ist auch gut so, denn das bedeutet, dass wir immer noch wachsen und offen für neue Erfahrungen bleiben.

Was macht Sie glücklich? Ich freue mich darauf, Ihre Antworten lesen zu dürfen.

Flourishing – Zeit zum Aufblühen im neuen Jahr

So, nun ist es da, das neue Jahr. Noch blitzeblank und frisch. Traditionell die Zeit der guten Vorsätze und Pläne für die kommenden 365 Tage. Jeder Neubeginn schafft Chancen und hat eine ganz eigene Kraft.

Das was wir uns vornehmen, hat jedoch oft einen etwas schweren Unterton. Wir wollen von etwas weniger machen (z.B. beim Essen) und von was anderem mehr (z.B. Bewegung). Es verlangt uns etwas ab, unser Ziel zu erreichen. Das ist im Prinzip auch nichts verkehrtes. Das was wir uns durch eine gewissen Anstrengung zu eigen machen, ist uns auch mehr wert.

Doch wir vergessen dabei manches mal – oder sind es einfach zu sehr gewöhnt – dass es sich im gewissen Sinne um Leistungen handelt, die wir uns abverlangen. Es fällt uns zuweilen schwer, überhaupt einen anderen Denkansatz zu finden. Unsere deutsche pflichtbewusste Seele, die durch Zentrierung auf Leistungsorientierung unserer Gesellschaft geprägt ist, steckt in dem Denkmuster fest, dass sich etwas Gutes tun, nicht erlaubt ist.

Doch es sollte die Regel und keine Ausnahme sein. Wie passt das mit dem Außenbild zusammen, dass unser Leben nicht zu Unmutsäußerungen und Neid unseres Umfeldes führen soll?

Über diese Frage ließe sich trefflich philosophieren. Allerdings wird das unser Leben nicht wirklich leichter machen.

Ich möchte Sie daher heute einladen, einen – vielleicht für Sie – neuen Gedanken auszuprobieren. Ihn wie ein unbekanntes Gericht zu kosten, nachzuschmecken und mit allen Sinnen zu erfassen. Lassen Sie den Antworten auf folgende Frage freien Lauf:

Was lässt Sie aufblühen?

Was es auch sein mag, spüren Sie einen Moment nach. Vielleicht sind es Begegnungen mit Menschen, die Ihnen dabei durch den Kopf gehen, oder ein ruhiger Abend mit einem guten Buch, eine wohltuende Massage, ein aufregendes Sporterlebnis, Wandern in majestätischen Bergen… Jeder Mensch hat hier andere Momente vor Augen.

Und jetzt springen Sie gedanklich ans Ende dieses neuen Jahres. An den Silvesterabend 2011 und schauen zurück auf Ihr Jahr. Stellen Sie sich vor, wie Sie das ganze Jahr über immer wieder für sich Gelegenheiten zum Aufblühen geschaffen haben. In jedem der 12 Monate gibt es Erinnerungen, die Ihnen ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern und Sie innerlich wärmen.

Wie geht es Ihnen mit diesen Bildern und Gefühlen? Ist es nicht wunderbar, sich selbst so zu erleben? Und im gleichen Maße zu spüren, wie Ihr Aufblühen auch den Menschen in Ihrer Nähe geholfen hat sich aufzurichten, wie Ihnen Ihre Arbeit leichter von der Hand ging und Ihnen das Aufblühen anzusehen ist?

Wie wäre es, wenn Sie im Jahr 2011 sich Zeit zum Aufblühen schenken? Mich erinnert an jedem Monatsanfang mein elektronischer Einkaufszettel daran, mir Blumen zu kaufen. Diese blühenden Wunder sind ein Sinnbild für mich, das Aufblühen immer wieder in mein Gedächtnis zu rufen und mir im kommenden Monat bewusst Zeit zu gönnen und Gelegenheiten zu schaffen, in denen ich aufblühe.

Bei mir sind es zumeist Begegnungen mit Menschen, Stunden die ich fast schon zelebriere, in denen viel gelacht wird und Gespräche geführt werden. Und genauso Stunden des Alleinseins, in denen ich meiner Bücherlust fröne, schreibe und inspirierende Musik höre.

Was lässt Sie aufblühen?

Was darf’s denn sein im Jahr 2010….?

TablettJetzt ist es da, das neue Jahr. Noch ganz blitzeblank, der zweite Tag bewegt sich leise vor sich hin. Die Zeit der Rückblicke ist vorbei und geht nahtlos in die Zeit der Vorausschauen über. Manch einem liegt das und manch einem weniger.

Eine sehr schöne Art sich auf’s neue Jahr einzustimmen habe ich vor einigen Jahren in dem Buch von Melody Beattie: Mehr Kraft zum Loslassen gefunden. Es geht dabei weniger um konkrete Ziele, die man sich stecken soll oder Projekte, die es umzusetzen gilt, sondern eher um eine interessante Art von Fragen.

Bildquelle: Microsoft Online

Es geht auch nicht darum, diese Antworten groß angelegt zu planen, sondern einfach schriftlich festzuhalten, was einen an dem heutigen Tag dazu einfällt. Vielleicht klingt das manchen nach esoterisch angehauchten Wunschlisten, das mag durchaus sein, doch es kommt ja immer darauf an, was man selbst daraus machen möchte.

Wenn Sie Lust haben das ganze jetzt gleich mal auszuprobieren, dann schnappen Sie sich was zu schreiben und horchen auf die Antworten, die Ihnen auf diese Fragen einfallen. Erstellen Sie eine spontane Liste von:

  • Welche Ereignisse sollen in Ihrem Jahr 2010 eintreten?
    .
  • Welche Eigenschaften wollen Sie erwerben?
    .
  • Welche Dinge möchten Sie gern bekommen?
    .
  • Welche Dinge möchten Sie gern tun?
    .
  • Welche Veränderungen sehnen Sie herbei? (sehr interessante Frage!)
    .
  • Welche Orte möchten Sie unbedingt besuchen?
    .
  • Welche Objekte möchten Sie gern sehen?

Vor allem Ihre Antworten auf die Frage nach den Veränderungen, die Sie herbeisehnen, zeigt Ihnen glasklar auf, wo Ihre Kraft gebunden ist. Was Sie innerlich am meisten beschäftigt und wo es sich lohnt, wirklich hinzusehen.

Es gibt einen zweiten Teil von Fragen, die in eine andere Richtung abzielen und richtig Kraft entwickeln können:

  • Welche Dinge möchten Sie 2010 bereitwillig loslassen?
    .
  • Welche Menschen möchten Sie bereitwillig loslassen?
    .
  • Welche Einstellungen möchten Sie bereitwillig loslassen?
    .
  • Welche Verhaltensweisen möchten Sie bereitwillig loslassen?

Sich dafür Zeit zu lassen und sich damit zu beschäftigen, kann Ihren Fokus für die nächste Zeit auf bestimmte Themen einstellen, die in Ihrem Leben gerade präsent sind. Die wichtige Formulierung “bereitwillig loslassen” zeigt auf, dass es dabei um ein gelöstes Loslassen geht. Eines, bei dem es nur wenig Bedauern gibt. Meist ist es weniger unsere Aufgabe Dinge oder Menschen loszulassen, sondern unseren Gedanken darüber eine neue Richtung zu geben.

Sich zu lösen kann häufig bedeuten, sich von anderen wieder sich selbst zuzuwenden. Damit geht meist ein Nachlassen des Drucks einher, den Sie innerlich verspüren. Loslassen heißt damit auch Anspannung zu lösen, die sich im Körper regelrecht manifestiert hat. Denn ein seelisches Festhalten ist zugleich ein körperliches Festhalten im Sinne von unwillkürlicher Muskelanspannung. Und diese zu lösen, kann auch Tränen nach sich ziehen. Und das darf alles sein. Denn Loslassen kann auch zulassen bedeuten. Ein Annehmen dessen, was gerade ist.

Gönnen Sie sich ein innerliches behutsames Lösen. Lassen Sie Ihre Anspannung mit jedem Moment ein wenig mehr los. Es war gut, dass sie da war und es ist gut, dass sie weniger werden darf. Ihre Kraft wird dadurch wachsen und Sie werden alles was es loszulassen gilt, immer besser bewältigen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gelöstes Jahr 2010!

Schon jetzt ans Schenken denken…? – Wie wär’s mit Zeit?

Uhren_by_zenov_pixelio.deDer Dezember und damit Weihnachten rücken unaufhaltsam näher. Fast ist schon das Herangaloppieren der Rentiere zu hören. Und wenn der Weihnachtsmann grad so eine Phase hätte wie wir, dann würde er möglicherweise mit einem hochroten Kopf stehend auf dem Schlitten stehen, seine Peitsche knallen lassen und einen vollkommen gehetzten und erschöpften Eindruck machen. Und wieso das alles…? Na, damit er die 100.000 Päckchen, die er da auf seinem Schlitten liegen hat, auch ja rechtzeitig unter die richtigen Bäumen, passenden Socken oder wahlweise Kamine stopfen kann.

Bildquelle: @zenov / pixelio.de

Die ganze Arbeit hat er sowieso nur wegen uns, weil die meisten unserer Spezies im Dezember zu Geschenkmonstern werden. Je weiter der 24.12. heranrückt um so verrückter wird der Drang und die gefühlte Verpflichtung all unseren Lieben (und vielleicht auch nicht so Lieben, doch das liebe Pflichtgefühl….) ein Päckchen unter den Baum legen zu können. Und wieviele von uns schwören sich regelmäßig am 25. Dezember, ‘nächstes Jahr mach ich den Zirkus nicht mehr mit’ um dann mit täglich-grüßt-das-Murmeltier-Gefühl im nächsten Jahr das gleiche wieder zu erleben.

Was ließe sich denn da anders machen?

Was wäre denn, wenn Sie kein Geld für Weihnachtsgeschenke aufwenden dürften? Und die Geschenke auf jeden Fall mit Ihnen zu tun haben sollten? Was ist das kostbarste, was wir Menschen anderen Menschen, die uns am Herzen liegen, schenken können?

Vielleicht wissen Sie schon, worauf ich hinaus will. Wie wäre es mit der Kostbarkeit Zeit?

Wie…Zeit….? werden vielleicht manche innerlich denken. Ich komm ja so schon kaum rundum, und dann soll ich noch Zeit schenken…?!? Ja, genau. Das sollten wir. Vor allem dann, wenn wir viel zu oft keine Zeit haben.

Wie im letzten Artikel schon angeklungen ist, sind wir in unserer eigenen Zeit oft gar nicht daheim. Wir sind zuwenig wirklich anwesend in unserem Leben und damit in unserer Zeit. Noch weniger sind wir meist in den Leben unserer Lieben anwesend. Und damit meine ich wirklich anwesend, präsent, wirklich da. Doch das, was das Leben wirklich ausmacht, sind die Momente, die wir wahrhaft spüren. In denen wir uns in uns zu Hause fühlen, die Menschen um uns wahrhaft spüren und damit auch wieder die Nähe erlebbar wird, die für uns so wichtig ist.

Um jetzt den Bogen zu den Geschenken zu spannen: Wem könnten Sie in welcher Form Zeit schenken? Wenn Ihre Eltern noch leben, wann haben Sie das letzte Mal wirklich mit Ihren Eltern Zeit verbracht? Was würden Sie gern mal wieder mit Ihnen machen? Halten Sie Ihre Gedanken dazu fest.

Vor allem, wenn Ihre Eltern nicht mehr die Jüngsten sind, wird die Zeit mit Ihnen umso kostbarer. Meine Mama wird dieses Jahr an Sylvester 75. Das ist ein Dreivierteljahrhundert. Ein bereits langes gelebtes Leben. Wissen Sie denn, was Ihre Eltern für Träume hatten, als sie jung waren? Was hat sich davon verwirklicht und was nicht? Was sind die wichtigsten Dinge die sie in ihrem bisherigen Dasein gelernt haben? Welche Lektionen waren ihnen wertvoll?

Nehmen Sie sich Zeit und fragen Sie danach. Diese Antworten werden Ihnen mit Sicherheit neue Facetten zeigen und Ihnen persönlich wertvolle Anregungen für Ihr inneres Gedeihen geben können. Schenken Sie Zeit für solche Gespräche.

Oder mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner. Klar ist, dass zwischen tausend Verpflichtungen, Kindern, und anderen Obliegenheiten die Zeit für die Zweisamkeit oft zu kurz kommt. Doch lassen Sie mal das Jahr Revue passieren. Für was sind Sie Ihrer Liebsten/Ihrem Liebsten von Herzen dankbar? Was würde ohne sie/ihn nicht funktionieren, überhaupt nicht rund laufen, komplett schief gehen? Was sind die kleinen großen Dinge die Sie immer wieder, wie fast selbstverständlich, geschenkt bekommen? Wissen Sie wirklich, was in Ihren Liebsten gerade vorgeht? Welche Träume vielleicht grad begraben worden sind oder neu aufblühen? Was für Ängste und welche Freuden es gerade gibt?

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass wir unsere technischen Spielereien wie Handys, Palms usw. täglich synchronisieren um wieder einen einheitlichen Stand zu haben? Und was ist mit der Synchronisation in unseren Partnerschaften? Wie oft nehmen wir uns die Zeit dafür, wahrhaft nachzufragen und zuzuhören? Wie oft synchronisieren wir uns hier miteinander? Wie wäre es mit einem geschenkten Ritual dazu? Eine Zeittorte, die zu Weihnachten begonnen und dann in vielen kleinen Stücken während des ganzen nächsten Jahres genüsslich verspeist wird?

Diese Liste lässt sich natürlich noch fortsetzen. Denken Sie an Ihren engsten Freundeskreis. Wie wäre es mit einem kleinen gemeinsamen Fest? In meinem Freundeskreis gibt es die schöne Tradition sich am 26.12. bei einem Paar aus unserer Runde abends daheim zu treffen und gemeinsam zu essen. Und mit meiner ältesten Freundin treffe ich mich am 24.12. bevor wir beide zu unseren Familien gehen. Das ist eine uns lieb gewordene Tradition. Es ist meist nur ein Stündchen, doch für uns ein Moment des Innehaltens, der Freude über eine Kleinigkeit und vertrautes Zusammensein.

Und wie steht es mit Ihnen selbst? Wann haben Sie sich selbst das letzte Mal Zeit geschenkt? Vielleicht für eine entspannende Massage, ein gutes Buch, ein Saunabesuch, ein Bummel durch die Stadt, ein Stündchen im Cafe um in aller Ruhe Zeitung zu lesen und und und…. Auch das sind Geschenke, die eher mit Zeit als mit Geld zu begleichen sind.

Doch der Lohn ist eine Verlangsamung unseres Lebens, eine wahrhaft sinnliche Erfahrung, wenn wir uns wieder im Hier und Jetzt verorten und ein ruhiger werdendes Inneres. Sie brauchen die Kraft die Sie aus Ihrer Zeit schöpfen. Und Sie werden aus der Zeit Kraft schöpfen, die Sie sich selbst zugestehen und schenken. Niemand sonst kann das für Sie tun.

Wie wäre es also, wenn Sie dieses Jahr zumindest einen Teil der Geschenke, in Zeit ummünzen? Machen Sie sich doch mal Gedanken über eine solche Liste. Wem würden Sie denn gern Zeit schenken? Und was würden Sie in dieser Zeit gern machen?

Wie sehr wünsche ich Ihnen die Freude, die aus diesen Geschenken erwachsen wird. Sie wird länger anhalten als jede mit Geld zu bezahlende Kostbarkeit.

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