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Und wo laden Sie sich auf?
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass wir unsere Handys, Smartphones, Digicams, Notebook etc. viel regelmäßiger aufladen als uns selbst? Dahinter steckt die ganz banale Erkenntnis: hat das Ding keinen Saft mehr, läuft es nicht. Also ran an’s Ladegerät.
Diesen Vorgang stellen wir auch nicht besonders in Frage. Wir maulen vielleicht etwas darüber, dass die neue Generation von Mobile Phones jeden Tag Ihre Aufladung haben will. Doch wir denken nicht näher drüber nach und stecken das Ding an seinen gewohnten Platz an und fertig. Genauso wie wir uns kaum trauen ohne Ladekabel das Haus zu verlassen, denn unseren Kommunikationsgeräten könnte ja die Puste ausgehen.
Wie ist das eigentlich mit uns? Wieso haben wir nicht so regelmäßig Zeiten an denen wir uns laden? Es liegt möglicherweise an der einfachen Tatsache, das wir auch dann noch weiterwursteln, wenn unser Akku schon gähnend leer ist. Wir schalten uns nicht einfach ab, wie das unsere technischen Gefährten tun. Wir laufen weiter.
Vielen von uns steht die Erschöpfung immer öfter ins Gesicht geschrieben. Unsere Gesichter sind nicht mehr so strahlend wie früher, immer öfter sind wir angespannt und die zugehörigen Falten prägen unser Gesicht neu.
Wieso lernen wir nicht mal umgekehrt von der Technik etwas und machen uns bis in die letzte Zelle bewusst: Akku leer – muddu aufladen (wie das Häschen sagen würde…)
Klar sagen wir dann, weiß ich, doch jetzt grad geht’s nicht, weil ….(hier bitte Ihre Lieblingsausrede einsetzen…)
Wieso tun wir bloß so, als ob wir unzerstörbar seien? Das was uns nicht umbringt, macht uns härter, oder wie? (btw was für ein blöder Spruch ist das eigentlich….)
Wollen wir dieses Spiel wirklich so lang durchziehen, bis wir wirklich alle sind? So richtig? Burnout, ausgebrannt, da gibt’s nix mehr. Wollen wir das wirklich?
Haben die Menschen in unserer Umgebung wirklich etwas davon, wenn wir uns so sehr erschöpfen, dass nichts mehr übrig bleibt?
Wir erfüllen Erwartungen, werden Anforderungen gerecht, geben unser Bestes und nehmen die Tretmühle in der wir uns befinden, gar nicht mehr wahr als das was sie ist. Ein Ort, der uns nirgendwo hinbringt. Wollen wir wirklich eines Tages das schleifende, knirschende Geräusch eines reißenden Seils hören, an dem unser Laufkäfig aufgehängt war und mit Entsetzen begreifen, dass er uns mit in die Tiefe reißt?
Zu drastisch? Hm, haben Sie sich schon mal die jedes Jahr sprunghaft ansteigenden Krankheitszeiten und kompletten Arbeitsunfähigkeiten mal näher angesehen? Psychische Erkrankungen und burnout stehen da ganz oben in den TOP 10.
Und wenn Sie denken, ach was hat das mit mir zu tun, ich bin doch noch jung. Tja, auch Ihnen kann geholfen werden… Die Erkrankten werden jedes Jahr jünger und sogar SchülerInnen sind immer mehr betroffen. Wieso denken wir eigentlich so oft, dass das immer nur den anderen passieren kann?
Wo soll das noch hinführen? Wollen wir nicht langsam mal umdenken?
Meine Mama hat, seit dem ich denken kann, in der Küche einen Spruch hängen:
Nimm dich nicht so wichtig.
Lang hab ich das überhaupt nicht verstanden, im Gegenteil ich fand es ziemlich doof, so zu denken. Doch was soll ich sagen, auch ich werde klüger
Wer sich diesen Satz mal wirklich auf der Zunge zergehen lässt, in sich einsickern lässt, der kann die Magie dahinter spüren. Die Erleichterung, die sich ausbreitet, denn, nein, wir sind nicht für alles verantwortlich, nein wir sind nicht der Nabel der Welt und nein es ist nichts verloren, wenn uns mal etwas misslingt.
Loslassen heißt akzeptieren, dass ich nicht alles in der Hand habe.
Schalten Sie mal einen oder mehrere Gänge runter, lösen Sie sich von dem Gedanken, dass Sie alles hinkriegen müssen. Die Wichtigkeit unseres Lebens liegt ganz woanders. Sie finden Sie im bewussten Wahrnehmen des Augenblicks, der Erkenntnis Ihres inneren Reichtums, der Liebe die es in Ihrem Leben gibt.
All das können Sie auf der Überholspur nicht sehen. Das ist erst in der Gemächlichkeit möglich, in den Momenten, in denen Sie aufladen.
Unser innere Quelle reinigen und neu füllen. Durch eine Mischung aus Stille, Alleinsein, geistigem Futter, lachen, spirituellem Verbinden mit etwas, das größer ist als wir und den Menschen in unserem Leben, die uns Energie und Liebe schenken.
Denken Sie wie Ihr Handy. Auch Sie brauchen diese Ladepausen täglich. Bewusste Momente und Zeiten, die Ihren Akku wieder auf 100% bringen.
Wo können Sie aufladen? Was bringt Ihnen Ihre Kraft wieder zurück? Wie können Sie dies regelmäßig in Ihrem Leben verankern? Bei welchen Menschen können Sie auftanken?
Und wollen Sie nicht auch ein Mensch sein, bei dem man auftanken kann? Dafür muss allerdings Ihr Akkuerstmal voll sein.
Daher, hängen Sie sich in Ihre Ladestation. Machen Sie es regelmäßig. Machen Sie es! Laden Sie sich wieder auf und berichten uns darüber. Jede Anregung ist für uns alle so wertvoll. Also, wie ist das bei Ihnen?
Schaffe ich das?
Vor kurzem hab ich mich mit einer Bekannten unterhalten und sie sagte im Gespräch “ich weiß ja gar nicht, ob ich das gut genug kann“. Wieso passiert es uns so oft, dass wir als erstes annehmen, etwas nicht gut genug zu können? Nicht zu genügen? Dass unsere Fähigkeiten nicht ausreichen könnten und wir damit nicht bestehen?
Wie mutlos wir uns doch damit selbst machen. Und auch wenn dann das Gegenüber bestärkt und sagt, ‘ach, das schaffst du schon’, winken wir ab und sind uns unsicher.
In einer Zeit, in der in den Medien auf den meisten Sendern eine Kultur des Ausstechens, Konkurrierens, Urteilens und gelinge gesagt, verbalem Fertigmachens auf persönlichster Ebene geprägt wird, wundern mich diese Reaktionen allerdings immer weniger. Ich frage mich jedoch, wer hat das bestellt?
Bildquelle: @flickr/Jan Ramroth
Wer möchte wirklich ein Vorführen von Kandidaten (ob nun Schönheitswahn, Künstlerwunsch, Politisierens und was weiß ich noch alles) und einem anschließenden akribischen Zerlegens derselben sehen? Und wie geht es euch mit den Damen und Herren der verschiedenen Jurys/Talkshows? Ist das wirklich ein (kluger?) Querschnitt, den wir uns als RatgeberInnen wünschen? Das möchte ich doch arg bezweifeln. Vielleicht sollten wir innehalten und überlegen, ob wir da nicht den falschen Vorbildern unglaubliche Wertungsmacht einräumen.
Es bürgert sich durch diese vielen Sendungsformate ein immer mehr abwertender Sprachstil ein, der zunehmend in unsere Gesellschaft übernommen wird. Wollen wir das wirklich? Oder nehmen wir das durch fehlenden Abstand dazu überhaupt nicht mehr wahr?
Mit was wir uns umgeben, das prägt uns.
Daran ist nun mal wenig zu rütteln. Um zu meinem Ausgangsabsatz zurückzukehren: wenn wir uns, unsere Kinder und die Menschen in unserer Umgebung darin unterstützen wollen, dass wir glauben ‘ja, ich denke, das schaffe ich’ sollten wir das, was wir durch die Medien in unseren Geist und unser Herz gelangen lassen, äußerst achtsam betrachten.
Weise Entscheidungen treffen, in der Auswahl dessen, was uns gut tut. Welche Art von Sprache uns wachsen lässt, welcher Zuspruch, welche Ermutigung, das spüren wir sofort. Und auch wenn es im Leben tatsächlich immer wieder um Konkurrenz gehen wird, kommt es immer noch darauf, WIE wir miteinander konkurrieren.
Fair zu kämpfen, sportliches Verhalten, kluges Ringen bedingt große Klarheit für das Eigene. Wenn ich nur darauf schaue, gegenüber jemand anderem besser zu sein, bin ich nicht mehr bei mir. Dann werde ich auch umso tiefer enttäuscht sein, wenn ich verliere.
Bleibe ich jedoch mit konzentrierter Aufmerksamkeit bei mir, sammle mich und spüre wie meine Kraft von innen aufsteigt, werde ich aufhören können mich mit anderen zu vergleichen und der Angst – nicht gut genug zu sein – die Stirn zu bieten. An der eigenen Fähigkeit zu erfreuen, Weiterentwicklung zu spüren, in Leichtigkeit und nicht unter Druck zu agieren bringt die Freude an Leistung wieder zurück.
Sprache ist eines unserer prägendsten Kulturmittel. Sollten wir uns daher nicht diesem aktuellen Sprachgebrauch aktiv verweigern und Sprache so einsetzen, wie es einer Hochkultur gut zu Gesicht stünde?
Zwischenstand Woche 5 – Blogger goes Fastenzeit
Woche 5 unseres Fastenprojektes neigt sich dem Ende entgegen. Die meisten sind noch gut dabei und auch ich hab bis jetzt durchgehalten. Und es fällt mir inzwischen nicht mal mehr schwer zu verzichten.
Das ist eine Erfahrung die ich bis jetzt jedesmal beim Fasten gemacht habe, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem sich der Verzicht in Freude verwandelt. Vielleicht etwas blumig formuliert, doch für mich fühlt es sich genauso an. In diesem Erhöhen des Verzichts liegt das bewusste Wahrnehmen.
Unser Konsum ist häufig völlig abwesend von unseren Sinnen. Wir sind schon längst wieder beim nächsten Gedanken angelangt und nehmen gar nicht wahr, welchen Genuss wir gerade erleben könnten.
Im Verzichten wird dieses Bewusstsein wieder geschärft. Erst wenn uns etwas fehlt, nehmen wir das, was fehlt, als etwas wertvolles und wichtiges wahr. Erst im Verzicht erleben wir UNS wieder mehr. Jeder Verzicht, der uns anfangs schwer fällt stärkt unsere Selbstwirksamkeit. Unsere Fähigkeit uns als Schöpfer unseres täglichen Seins zu erleben.
Abhängigkeiten von etwas oder von jemandem aufzulösen stärkt uns. Immer. Es stärkt unser Gefühl, mit Widrigkeiten klar zu kommen. Dem Unvorhergesehen gelassen gegenüberzustehen. Kontrolle aufzugeben.
Sich selbst zu überwinden, Gewohnheiten aufzubrechen, im sanften Sinne. Nicht mit uns ins Gericht zu gehen, sondern unseren Willen zu lenken. Die Zeit des Verzichts als Gegenpol zur hektischen und vereinnahmenden Zeit. Diesen Unterschied als wertvoll zu begreifen und sich selbst als jemanden zu erfahren, der sich beidem hingeben kann: Dem Genuss und dem Verzicht.
Wir Menschen brauchen dieses Spannungsfeld um uns zu verorten. Leben passiert nicht in der Routine, sondern im Erfahren der Gegensätze. Genauso wie für unseren Körper Schwingungen Leben bedeuten. Herzschlag, Schlafen-Wachen, Arbeits-Rhythmus der inneren Organe. All das ist Leben. Gleichförmigkeit zeigt sich wenn es dem Ende entgegengeht.
Verzichten kann uns helfen diesen Lebensrhythmus wieder mehr ins Blickfeld und ins Bewusstsein zu rufen. Und damit unser Leben reicher machen.
Wie steht ihr zum Verzicht?
Krümel im Bett Folge 7: Jeder Tag will gelebt sein
An diesem Satz bin ich gestern in der Bibliothek hängen geblieben. Im Vorübergehen.
Jeder Tag will gelebt sein.
Seit dem denke ich über diesen Satz nach. Er ziept und zerrt an mir, pickst mich und lässt mich nicht in Ruhe. Jeder Tag will gelebt sein. Damit bin ich gemeint. Ganz persönlich. Denn nur ich kann meinen Tag leben. Wenn ich es nicht tue, vergeht er auch, doch eben ungelebt, obwohl ich da war.
Bildquelle: flickr / m.prinke
Ich glaube, daran liegt eines der Geheimnisse verborgen: Zwischen da sein und wahrhaft lebendig da sein, liegt ein Unterschied, so groß wie das Meer. Ein gelebter Tag lässt uns abends zufrieden sein. Und dabei kommt es nicht darauf an, was wir geschafft haben, an Punkten abhaken konnten, in die Stunden alles hinein gequetscht haben, sondern ob wir wirklich da waren. Anwesend waren in unserem Leben. Gespürt haben, dass das Leben in uns fließt. Wir das fließende Leben in anderen wahrgenommen haben.
Dazu braucht es ein Hinschauen, ein bewusstes Schauen. Ein sich selbst bewohnen, sich innerlich spüren. Interessanterweise gibt es das Phänomen der sich verlangsamenden Zeit, bei dem, der beginnt im Hier und Jetzt zu sein.
Der Tag will mit Sinn verbracht werden, dann ist er gelebt. Mit allen Sinnen. Wir sind doch allesamt die meiste Zeit Kopfbewohner und der Rest unseres Körpers scheint nur dazu da zu sein, unser Gehirn in der Gegend herum zutragen.
Doch Lebendigkeit drückt sich im Spüren aus. Wie ich sitze, wie sich der Stoff meiner Kleidung auf meiner Haut anfühlt, wie sich der Schluck Wein geschmacklich entfaltet, wie das Essen verführerisch duftet. Wenn wir von geliebten Menschen berührt werden, wenn wir uns im Sport verausgaben, wenn wir ein Haustier streicheln etc.
Dann fühlen wir uns lebendig mit allen Sinnen.
Leben erscheint uns dann am kostbarsten, wenn es am meisten in Gefahr ist. Wenn ein geliebter Mensch, ein Kind schwer erkrankt ist, jemand einen Unfall hatte, wir auf einmal spüren, dass hier etwas Unwiederbringliches geschehen kann. Dann werden wir aufmerksam für jede Sekunde, sind ganz da mit allen Sinnen, wollen vollkommen hier sein.
Ist die Gefahr vorüber, vergeht auch dieser extreme Fokus. Das ist auch gut so, denn niemandem tut es gut in dieser steten Konzentration zu leben. Doch was uns ebenso gut tut, ist es einen Funken der Fokussierung mit uns zu nehmen. Kleine Momente im Alltag zu schaffen, die uns unsere kostbare Lebendigkeit, unser Verankertsein im Leben wieder bewusst machen.
In Zufriedenheit Sinn finden. Unser Leben betrachten unter dem Aspekt was für uns Sinn macht und was nicht. Von was wir viel zu viel tun und es uns nicht gut tut. Und von was wir viel zu wenig tun und es uns so gut tun würde.
Worin finden wir unseren Sinn? Eine große Frage, doch ich glaube, wenn wir beginnen können, jeden Tag ein wenig mehr zu leben, so wie es unser Tag von uns will, dann wird sich der Sinn immer mehr zeigen. Denn nur wenn wir hinsehen, werden wir auch erkennen.
Jeder Tag will gelebt sein.
Was geht Ihnen bei diesem Satz durch den Kopf?
Flourishing – Zeit zum Aufblühen im neuen Jahr
So, nun ist es da, das neue Jahr. Noch blitzeblank und frisch. Traditionell die Zeit der guten Vorsätze und Pläne für die kommenden 365 Tage. Jeder Neubeginn schafft Chancen und hat eine ganz eigene Kraft.
Das was wir uns vornehmen, hat jedoch oft einen etwas schweren Unterton. Wir wollen von etwas weniger machen (z.B. beim Essen) und von was anderem mehr (z.B. Bewegung). Es verlangt uns etwas ab, unser Ziel zu erreichen. Das ist im Prinzip auch nichts verkehrtes. Das was wir uns durch eine gewissen Anstrengung zu eigen machen, ist uns auch mehr wert.
Doch wir vergessen dabei manches mal – oder sind es einfach zu sehr gewöhnt – dass es sich im gewissen Sinne um Leistungen handelt, die wir uns abverlangen. Es fällt uns zuweilen schwer, überhaupt einen anderen Denkansatz zu finden. Unsere deutsche pflichtbewusste Seele, die durch Zentrierung auf Leistungsorientierung unserer Gesellschaft geprägt ist, steckt in dem Denkmuster fest, dass sich etwas Gutes tun, nicht erlaubt ist.
Doch es sollte die Regel und keine Ausnahme sein. Wie passt das mit dem Außenbild zusammen, dass unser Leben nicht zu Unmutsäußerungen und Neid unseres Umfeldes führen soll?
Über diese Frage ließe sich trefflich philosophieren. Allerdings wird das unser Leben nicht wirklich leichter machen.
Ich möchte Sie daher heute einladen, einen – vielleicht für Sie – neuen Gedanken auszuprobieren. Ihn wie ein unbekanntes Gericht zu kosten, nachzuschmecken und mit allen Sinnen zu erfassen. Lassen Sie den Antworten auf folgende Frage freien Lauf:
Was lässt Sie aufblühen?
Was es auch sein mag, spüren Sie einen Moment nach. Vielleicht sind es Begegnungen mit Menschen, die Ihnen dabei durch den Kopf gehen, oder ein ruhiger Abend mit einem guten Buch, eine wohltuende Massage, ein aufregendes Sporterlebnis, Wandern in majestätischen Bergen… Jeder Mensch hat hier andere Momente vor Augen.
Und jetzt springen Sie gedanklich ans Ende dieses neuen Jahres. An den Silvesterabend 2011 und schauen zurück auf Ihr Jahr. Stellen Sie sich vor, wie Sie das ganze Jahr über immer wieder für sich Gelegenheiten zum Aufblühen geschaffen haben. In jedem der 12 Monate gibt es Erinnerungen, die Ihnen ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern und Sie innerlich wärmen.
Wie geht es Ihnen mit diesen Bildern und Gefühlen? Ist es nicht wunderbar, sich selbst so zu erleben? Und im gleichen Maße zu spüren, wie Ihr Aufblühen auch den Menschen in Ihrer Nähe geholfen hat sich aufzurichten, wie Ihnen Ihre Arbeit leichter von der Hand ging und Ihnen das Aufblühen anzusehen ist?
Wie wäre es, wenn Sie im Jahr 2011 sich Zeit zum Aufblühen schenken? Mich erinnert an jedem Monatsanfang mein elektronischer Einkaufszettel daran, mir Blumen zu kaufen. Diese blühenden Wunder sind ein Sinnbild für mich, das Aufblühen immer wieder in mein Gedächtnis zu rufen und mir im kommenden Monat bewusst Zeit zu gönnen und Gelegenheiten zu schaffen, in denen ich aufblühe.
Bei mir sind es zumeist Begegnungen mit Menschen, Stunden die ich fast schon zelebriere, in denen viel gelacht wird und Gespräche geführt werden. Und genauso Stunden des Alleinseins, in denen ich meiner Bücherlust fröne, schreibe und inspirierende Musik höre.
Was lässt Sie aufblühen?
Vom Ankommen. Von Weihnachten.
Es ist Weihnachten. Ein friedlicher Tag. Die Welt ist still. Alles bewegt sich langsam und bedächtig. Angekommen. Wie uns der Advent vorausgesagt hat. Und jetzt heißt es mit dem Ziel der Reise umgehen. Von der Hektik der letzten Wochen umschalten auf Ruhe und Gelassenheit.
Bildquelle: flickr/Roberto Verzo
Für manche Menschen ist das wohl eine der größten Prüfungen des Jahres. Nicht umsonst ist das Weihnachtsfest der Tag, an dem nicht nur Geschenkeorgien unterm Christbaum stattfinden, sondern auch die schlimmsten Streitereien ihren Verlauf nehmen.
Was geht da nur in uns vor? Wenn wir genau hinsehen, ist es nicht verwunderlich. Wir laufen oft bis zum letzten Tag auf Vollgas, von Besinnlichkeit keine Spur. Keine Zeit dazu. Es sind noch 100.000 Dinge zu erledigen, Geschenke einzupacken, das Haus zu schmücken, alle Familienmitglieder zu koordinieren und sich um’s Essen zu kümmern.
Sollten Sie jetzt innerlich ein zutiefstes ‘ja, genau…’ seufzen, dann atmen Sie jetzt tief durch. Seien Sie gnädig mit sich. Und hetzen sich nicht ab, um endlich in die Ruhe zu kommen. Kommen Sie erst mal wieder bei sich an. Kommen Sie an. Nehmen Sie sich diesen Moment, schließen Sie die Augen, atmen Sie tief ein….spüren Sie in sich hinein. Lassen Sie ein sanftes, inneres Lächeln sich ausbreiten.
Atmen Sie nochmal tief ein und fühlen Ihren Herzschlag. Ihr Herz, das Ihnen Tag und Nacht zur Verfügung steht. Beständig schlägt und Ihnen Lebenskraft zuführt. Spüren Sie hin. Hören Sie es schlagen.
Nehmen Sie wahr, wie sich Ihr inneres Lächeln in Ihnen ausdehnt. Ihre Gedanken langsamer werden. Sich die Schwere in den Schultern ein wenig löst und Sie wieder ein Stück mehr bei sich ankommen.
Herzlich Willkommen. Bei Ihnen selbst. Genießen Sie Ihr Ankommen. Jetzt. Hier. Diesen Moment.
Bewahren Sie sich dieses Ankommen. Ihr Ankommen. Ihr Weihnachten. Das ist es, was diese gesegnete Nacht von uns will. Anzukommen. Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen. Dass Sie ankommen, bei sich, Ihren Lieben und die stille Freude darüber spüren.
Frohe Weihnachten für Sie.
November – Mein Monat der Dankbarkeit
In dem wunderbaren Buch “Unverhofft kommt oft” von Patricia R. Madsen bin ich wieder einmal über die Kraft der Dankbarkeit gestolpert. Schon gefühlte 100x hab ich darüber gelesen und jedesmal gedacht, ja das stimmt und es dann im Alltag wieder vergessen. Daher habe ich heute für mich entschieden, den November zum Monat der Dankbarkeit zu machen und ich lade Sie herzlich ein, sich an diesem Experiment zu beteiligen.
Um für mich den Fokus auf verschiedene Bereich meines Lebens zu lenken, möchte ich die erste Woche der Dankbarkeit Menschen in meinem Umfeld widmen, die zweite Woche Dingen für die ich dankbar bin, die dritte Woche Zufälligkeiten und Gelegenheiten, die vierte Woche Talenten und schöpferischen Kräften die mir selbst inne wohnen und in den restlichen Tagen, dem was mir sonst noch in den Sinn kommt. Ob es dazu jeden Tag einen Blogbeitrag geben wird, wird sich zeigen. Es wird geschrieben werden, was geschrieben werden will.
Wenn es um Menschen geht, die nicht online sind, werde ich diese Blogbeiträge auch ganz altmodisch ausgedruckt als Brief mit einigen persönlichen Zeilen an diese versenden. (Was mich auf die Idee bringt, für’s nächste Jahr 52 Karten zu besorgen, zu frankieren und jede Woche eine dieser Karte an einen ganz bestimmten Menschen mit meinem Dank zu verschicken.)
Dankbarkeit ist für mich eng verbunden mit Achtsamkeit, der Kraft des Augenblicks, dem Verwurzeltsein im Hier und Jetzt. Dies sind Themen, die ich immer wieder in meinen Texten aufgreife. Und ich spüre die Kraft die mir daraus erwächst, meine Präsenz in meinem Leben wahrzunehmen. Mich dadurch allem verbunden und als Teil des Ganzen zu empfinden. Dieses Paradox beschäftigt mich immer wieder. Heilung beginnt für mich dann, wenn ich in der Lage bin anzunehmen was gerade in meinem Leben passiert, wenn ich Kontrolle aufgebe und auf’s Leben vertraue.
Es gilt, das Verhaftetsein in negativen Gedanken und Emotionen wie eine Suchtkrankheit zu behandeln, zu akzeptieren, dass es in Moment so ist und mich dann wieder dem Moment zuzuwenden. Denn der Moment den wir jetzt gerade erleben, dieser Moment, dieses Jetzt ist das einzige, was wir wahrhaft erleben können. Je mehr dieser Momente wir bewusst und präsent in uns selbst wahrnehmen, umso reicher empfinden wir unser Leben.
Wenn Sie auf die vergangene Zeit in diesem Jahr zurückblicken, kam es Ihnen lang vor und mit vielen Erlebnissen durchzogen und schien es in einem Rutsch vergangen zu sein? Sollten Sie das Gefühl haben, dass eher zweiteres zutrifft, erkennen Sie daran, dass Sie weniger präsent in Ihrem Leben waren.
Nicht noch mehr in den einzelnen Moment packen zu wollen, bringt uns ein reiches Leben, sondern diesen einen Moment wirklich zu erleben. Zu sehen, was es zu sehen gibt, zu hören, was es zu hören gibt, zu fühlen, was es zu fühlen gibt. Immer und immer wieder diese Wahrnehmung zu üben. Passend für mich ist dazu diese wunderbare fernöstliche Weisheit:
Ein Meister, ist ein Schüler der übt.
In diesem Sinne möchte ich Sie dazu anregen, sich dem Moment zu ergeben. Sich daran immer wieder zu erinnern und mit dem Ritual der Dankbarkeit den Fokus auf das Gute und Schöne in Ihrem Leben zu lenken. Machen Sie mit und begeistern Sie sich an dem Reichtum, der sich für Sie dadurch zeigen wird.
Freu mich auf jeden Ihrer Kommentare und Blogbeiträge zu Ihrem Monat der Dankbarkeit!
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Tag 02 – Menschen: meine langjährigste Freundin
Tag 04 – Menschen: MentorInnen
Tag 05 – Menschen: DienstleisterInnen
Tag 06 – Menschen: die gesund machen
Tag 07 – Menschen: Und ihr so…?
Tag 09 – Dinge: mein Wasserkocher
Tag 15 – Zufälle und Gelegenheiten: selbständig mit 24
Tag 16 – Zufälle und Gelegenheiten: wiedergefunden nach fast 20 Jahren
Tag 17 – Zufälle und Gelegenheiten: eine Reise mit 16
Tag 18 – Zufälle und Gelegenheiten: Schätze entdecken
Tag 19 – Zufälle und Gelegenheiten: wieder was gelernt
Tag 20 – Zufälle und Gelegenheiten: sitzenbleiben ist manchmal das beste was einem passieren kann
Tag 21 – Zufälle und Gelegenheiten: Und ihr so…?
Tag 22 – Talente: lesen, lesen, lesen
Tag 23 – Talente: reden, vortragen, referieren
Tag 24 – Talente: schreiben, kritzeln, texten
Tag 25 – Talente: handarbeiten
Tag 26 – Talente: improvisieren
Tag 27 – Talente: erklären und lehren
Krümel im Bett – Folge 6: selbstbewusst bedürftig sein
Wie es Tradition ist in dieser Rubrik Krümel im Bett ist, geht es um Gedanken, Sätze die mich einfach nicht mehr loslassen. Die etwas mit mir machen, bisher Gedachtes auf den Kopf stellen.
Der Gedanke, um den es heute geht, ist mir in einem Buch über den Weg gelaufen (jaja, ich weiß schon, etwas sehr ungewöhnliches für mich
Es geht um bedürftig sein. Für mich ist das ein ziemlich negativ besetztes Wort. Wenn ich mich befürftig fühle, empfinde ich mich als klein, hilflos und schwach. Es hat etwas von Opferdasein. Diese Hilfslosigkeit gepaart mit Scham und dem sich nicht trauen um etwas zu bitten, katapultiert uns damit in Sekunden in unsere Kinderseele zurück.
Zu oft haben wir auf eine Bitte ein Nein gehört und Ablehnung in verschiedenster Form erfahren. Je nach Häufigkeit und Intensität dieser Zurückweisung haben wir eine Strategie entwickelt, mit der wir im Rest unseres Lebens mit unseren Bedürfnissen umgehen.
(Dazu sollte noch angemerkt werden, dass es zu ca. 40 % von unserer Gen-Struktur abhängt, wie wir mit Stress und negativen Erlebnissen umgehen können = Resilienzfaktor).
Im besten Fall haben wir einen guten Grad an Resilienz (Widerstandskraft) entwickelt und bringen unsere Bedürfnisse mit Bitten zum Ausdruck, auch wenn wir manches Mal darauf ein Nein hören. Doch wir lassen dieses Nein dann beim Anderen und nehmen es nicht als Abwertung unserer Person auf. Wir wissen um unseren Wert und agieren auf Augenhöhe.
Doch was ist, wenn wir das nicht als Kind gelernt haben? Dann erleben wir uns mit unserer Bedürftigkeit als Wesen, die nicht soviel Wert zu haben scheinen, wie andere. Wir schämen uns manchmal fast dafür, nicht so widerstandsfähig und stark zu sein, wie vermeintlich so selbstsicher agierende Menschen in unserem Umfeld.
Vor allem in unserer leistungsorientierten Gesellschaft haben es die Zartbesaiteten von uns oft nicht leicht. Denn so wie es schmerzempfindlichere Menschen gibt als welche, die hart im Nehmen sind, gibt es eben auch die Menschen, denen diese Welt oft zu laut wird, die empfindlicher scheinen als andere und damit schnell als, wollen wir es mal überkandidelt nennen, abgestempelt werden.
Doch was wäre, wenn Menschen, die auf diese Weise ticken, oft versäumen, ihren eigenen Bedürfnisse klar zu äußern, weil sie sich nicht aufdrängen wollen, nicht lästig fallen möchten, sich als Bettler empfinden und dadurch meist viel zu lange in für sie unangenehmen Situationen ausharren? Manchmal bis zu einem Punkt, an dem, einer Explosion gleich, ein Fass übergeht, dessen Wucht in keinster Weise zur aktuellen Situation passt.
Schaut man genauer hin, fällt es diesen Menschen schwer zu akzeptieren, dass jeder Mensch Bedürfnisse hat und jeder Mensch Bedürnisse haben DARF. Und diese Bedürfnisse damit etwas natürlich sind und unserem Lebendigsein entspringen. Der Fehler, oder anders ausgedrückt, die falsche Programmierung, an dieser Stelle, ist das Denken, dass wir zum Bettler werden, wenn wir unsere Bedürfnisse zeigen. Und auf der anderen Seite auf Menschen neidisch und manchmal auch grantig sind, die mit Selbstverständlichkeit ihre Bitten vorbringen.
Was für eine verkehrte Welt, denn wenn wir auf die andere Seite des Neides schauen, finden wir dort Traurigkeit und Wut auf uns selbst, weil wir uns etwas versagen, weil wir denken, wir dürfen nichts wollen. Und noch genauer hingesehen, kann hier die Auflösung unseres Knotens liegen.
Denn zuallererst ist es unsere Aufgabe unseren Bedürfnissen Beachtung zu schenken und sie als etwas zu nehmen, das unser Menschsein ausmacht. Sie zu achten und uns um ihre Erfüllung zu kümmern.
Wenn ich meine Bedürfnisse erkenne und zu ihnen stehe, kann ich selbstbewusst bedürftig sein.”
(Heinrich Guggenbiller in seinem Buch Frieden finden – ein sehr, sehr kluges und überaus lesenswertes Buch)
Nochmal zum ganz bewusst aufnehmen: selbstbewusst bedürftig sein
Darin sind zwei Schritte enthalten, die uns stets begleiten sollten:
1. Unsere Bedürfnisse erkennen
Wach sein dafür, was in uns passiert. Was in uns lebendig ist. In welchem Zustand wir uns gerade befinden. Wie es uns gerade geht. Erstaunlich viele Menschen leben den gesamten Tag ohne wirklich in Kontakt mit ihrem Inneren zu sein.
2. Zu unseren Bedürfnissen stehen
Will heißen, dass wir unsere Bedürfnisse nicht wie eine uns lästige Fliege verscheuchen wollen, sondern achten, was gerade in uns vorgeht. Wie können wir sonst von anderen erwarten, dass sie mit uns achtungsvoll umgehen, wenn wir selbst gegen uns so hart sind?
Das bedeutet nun nicht, dass wir uns in jede Emotion hineinfallen lassen, um die nächste Dramaqueen, der nächste Dramaking zu werden. Es bedeutet, dass wir unsere Gedanken darüber zügeln, die uns am liebsten anders hätten.
Ein Gefühl, eine Emotion wird größer durch Nichtbeachtung. Wie die Frau in dem alten Witz, die für jede Stunde, die ihr Mann später heimkommt, eine größere Kelle bereit hält, um sie ihm überzubraten. Wenn wir unsere Bedürfnisse, unsere Gefühle wegschieben, nicht haben wollen, werden sie zu immer größeren Keulen greifen, mit denen sie uns eins überbraten.
Annehmen dessen, was ist, bedeutet auch nicht, dass ich es gut finden muss. Denn das ist bereits wieder eine Wertung. Nein, annehmen, anerkennen bedeutet zu akzeptieren, dass es jetzt so ist wie es ist. Wir fühlen uns traurig, wütend, hilflos etc.
Wir haben jetzt in diesem Moment verschiedenste Bedürfnisse Und es geht im ersten Schritt nicht darum diese sofort zu befriedigen. Sondern einfach anzunehmen. Da sein lassen. Den Widerstand dagegen aufgeben. Ruhig sein, annehmen.
Damit nehmen wir uns selbst an. Jedes Mal. Mit jedem dieser kleinen Gedanken. Alles darf sein, wie es eben gerade ist. Und dann können wir immer öfter selbstbewusst bedürftig sein.
Was geht Ihnen dazu gerade so durch den Kopf?

