Bist du dir Freund oder Feind?

Bist du dir Freund oder Feind?Bildquelle:https://pixabay.com/de/gegens%C3%A4tze-daumen-positiv-negativ-489521/ pixabay

Mit welchem Menschen würdest du lieber Zeit verbringen:

F. klagt oft über all den Stress, den sie den ganzen Tag hat. Sie hat ständig das Gefühl nicht alles zu schaffen und ist unzufrieden mit sich. Eigentlich müsste sie doch viel mehr leisten können, doch sie stößt an ihre Grenzen. Innerlich denkt sie oft über sich “du bist einfach zu schlecht, du wirst das nie hinkriegen, schon wieder hast du einen Fehler gemacht, du bist einfach zu langsam, wieso kann ich nicht so fit sein wie die Kollegin? Ich werd immer eine Niete bleiben…”

oder

G. Steht ganz schön unter Strom. Er hat viele todos auf der Liste und das schlaucht schon manchmal. Doch er ist zuversichtlich, dass er es bewältigen wird. Auch wenn mal etwas schief geht, spricht er sich selbst gut zu und nutzt seine Fehler als Möglichkeit sich zu verbessern. Seine Messlatte ist er selbst und er freut sich, wenn Kolleginnen gute Erfolge erzielen. Im Inneren zweifelt auch er manchmal, doch so wie er einen Kumpel ermutigen würde, macht er das auch mit sich selbst. Seine Gedanken gehen dann in diese Richtung: “Komm schon, du schaffst das. Ist nicht so schlimm, dass das nicht gleich geklappt hat, das kann jedem passieren. Was gibt es für Möglichkeiten das ganze zu anders anzugehen? Einfach dran bleiben und nicht aufgeben!”

Was unterscheidet sie wirklich?

Die beiden fiktiven Personen stellen je ein Ende eines Spektrums dar. Ich bin mir sicher, dass du Frau F. Und Herrn G. In deinem Bekanntenkreis hast. Und ich bin auch sicher, dass dir eine Begegnung mit Herrn G mehr Energie und Freude bringt als mit Frau F.

Doch was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden? Es geht um die Selbstwahrnehmung, das ist klar. Doch was genau ist anders?

Es ist das urteilen. Frau F urteilt über sich negativ und zerstörerisch. Dieses letzte, extreme Wort ist ganz bewusst gewählt. Wir haben alle mal einen Tag an dem wir so mit uns reden. Das eine Mal ist auch nicht das Problem. Zerstörerisch wird es durch seine Regelmäßigkeit. Wenn es zu einer Gewohnheit wird, so über sich zu denken. Wenn es ganz normal und natürlich wird, dass diese negativen Urteile das erste sind, was uns über uns selbst einfällt.

Welche Wirkung hat Urteilen?

Die Zerstörung nimmt ihren Beginn beim Verschlechtern des Immunusystems. Das Stresshormon Cortisol steigt und verringert damit die Fähigkeit unseres Körpers uns gegen Erreger zu wehren. Der neue Zweig der Medizin, Psychoneuroimmunologie, zeigt diese Zusammenhänge ganz klar auf.

Sie zeigt auch auf, dass positive, wohlwollende und wertschätzende Gedanken uns dabei helfen können gesund zu werden bzw. zu bleiben. Um das klar zu stellen: Wir reden hier nicht über zwanghaftes positives Denken, sondern um einen achtsamen gedanklichen Umgang mit uns selbst.

Wie ich oben eingangs gefragt habe, wird wohl jeder Mensch die unterschiedliche Wirkung von Begegnungen mit anderen erfahren haben. Je nachdem wie die innere Haltung unseres des anderen war und damit spürbare Stimmung nach außen, hat das auf uns abgefärbt.

Das liegt an den sog. Spiegelneuronen, die dazu gedacht sind uns in andere einfühlen zu können. Den Neuronen ist es im Prinzip egal was sie spiegeln, sie geben einfach weiter, was in unserem Gegenüber gerade passiert.

Wenn wir jedoch selbst ständig negativ über uns urteilen, dann haben wir nichts übernommen, sondern alles hausgemacht. Das ist erstmal nur eine Feststellung und nicht schon wieder ein negatives Urteil, um hier gleich bremsend einzuwirken.

Es ist einfach eine Tatsache, dass der andauernde negative Gedankenbeschuss in uns selbst eine Wirkung hat und wir das selbst verursachen. Was dazu führt, dass auch wir es in der Hand haben, etwas daran zu ändern.

Bist du dir Freund oder Feind?

Vielen Menschen ist jedoch gar nicht bewusst, wie sie mit sich innerlich reden. Das bedeutet der erste Schritt ist ein Wahrnehmen dessen, was du mit dir machst. Bist du dir Freund oder Feind? Redest du dir gut zu und hast Mitgefühl mit dir selbst oder machst du dich innerlich fertig und lässt kein gutes Haar an dir?

Kannst du das auf Anhieb sagen? Erinnere dich doch mal an ein Erlebnis in letzter Zeit bei dem dir richtig was schief gegangen ist. Was für Gedanken fallen dir dabei als erstes ein? Was für eine Färbung haben diese Gedanken? Wie bist du dir selbst gegenüber dabei eingestellt?

Wie gehen wir mit anderen um?

Wenden wir uns für einen kurzen Moment einem anderen Menschen zu: Wenn dieses negative Erlebnis einem guten Freund oder Freundin passiert wäre, was würdest du zu ihm oder ihr sagen? Wie würdest du dich verhalten? Welche emotionale Färbung hätten deine Worte?

Sind wir jemandem wohlgesonnen, werden wir eher ermutigen und trösten. Denn unser Wunsch ist ja, dass es dem lieben Menschen besser geht. Er eine neue Perspektive bekommt, die ihm hilft mit dieser Situation besser umzugehen und sich auf zukünftige Erlebnisse dieser Art anders einstellen zu können.

Du hast es tatsächlich in der Hand oder besser im Kopf 😉

Daher nochmal die Frage: Bist du dir Freund oder Feind?

Deine Antwort auf diese Frage, hat weitreichende Folgen. Wer sich selbst Freund ist, strahlt dieses Wohlwollen aus. Das führt im sozialen Umfeld zu einer ganz anderen Bindung mit anderen. Wir verbringen gern Zeit mit Menschen die mit sich selbst im reinen sind, das tut uns gut. Siehe obiges Stichwort Spiegelneuronen.

Das bedeutet, dass eine Hinwendung zu dir selbst im Sinne von “Freund sein”, soviel mehr an Wirkung nach sich zieht. Es stärkt nicht nur dich selbst, sondern auch dein soziales Netz. Und dieses Netz wiederum ist ein wichtiger Faktor um in schwierigen Lebenssituationen nicht auszubrennen.

Nimm doch in der nächsten Zeit mal bewusst wahr, wie du innerlich mit dir sprichst. Und wenn du merkst, dass du dir selbst Feind bist, dann überlege, was du einem Freund in der gleichen Situation sagen würdest und genau das sagst du dann dir selbst.

Sieh das urteilen einfach als Gewohnheit. Sollte es im Moment noch der Reflex zum negativen Urteilen sein, lässt sich das mit der Zeit ändern.

Entscheide dich bewusst dafür, dir selbst Freund zu sein.

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Sind Sie in sich selbst verliebt? – Wieso eigentlich nicht?

Seien Sie verliebt in sich!
Quelle: pixabay

Hand auf’s Herz, wer hat sich komisch gefühlt, beim Lesen der Überschrift? Ja? Dann sind Sie damit nicht allein.

In sich selbst verliebt sein. Pah, mehr Egozentrik geht wohl kaum, mag manch einer da denken.

Es ist ein Spiel…

Und doch, lassen Sie uns diese Möglichkeit einfach und als Spiel in Erwägung ziehen. Denn glücklich verliebt sein an sich ist doch schon etwas tolles. (Dass es auch traurige Arten des Verliebtseins gibt stimmt ebenso, doch heute wollen wir uns die glückliche Variante näher betrachten.)

Verliebt sein verändert die Welt

Wenn ich verliebt bin, erscheint mir mein Leben viel bunter. Übersprudelnde Energie durchpulst mich. Alles scheint mir leichter von der Hand zu gehen. Mein Leben ist von Freude erfüllt und auch die Welt erscheint mir freundlicher.

Das wiederum ist einfach erklärt, denn wenn wir verliebt sind, verhalten wir uns anders, lachen mehr, sind offener und gehen freundlicher auf andere Menschen zu. Wenn jemand mit einem Lächeln angestrahlt wird, ist es schon fast ein Reflex zurückzulächeln.

Wenn wir verliebt sind, sind wir großzügiger und sehen über manches eher hinweg, was uns sonst geärgert hätte. Jemand, der uns grantig entgegen kommt, kann uns lange nicht so treffen, wenn wir verliebt sind. Es ist als ob es da einen positiven Puffer gibt.

Wenn wir verliebt sind, möchten wir anderen Gutes tun. Es sollen ihnen ebenso gut gehen wie uns. Unsere Freude zu teilen macht uns selber froh. Damit kommt ein Kreislauf in Gang, der alle Beteiligten froh macht.

Alles in allem sind wir also fröhlicher, gelassener und widerstandsfähiger, wenn wir verliebt sind.

Und bei uns so?

Kehren wir mit diesen Gedanken zu uns zurück:

Wie ist das so mit uns? Wenn wir an einem Morgen unter der Woche ins Badezimmer wanken, noch müde und uns im Spiegel ansehen? Mal ehrlich, was denken Sie da über sich? Ist das sowas wie: ‘hey guten Morgen, wie schön dich zu sehen.’

oder eher so was wie: ‘Ohje, heute seh ich wieder fertig aus. Ich werd auch immer zerknitterter, die grauen Haare werden immer mehr, alt seh ich aus…’

Wie Sie sich eher in der zweiten Beschreibung wiederfinden, dann sind Sie beileibe kein Einzelfall, im Gegenteil.

Ihre gute Laune, die vielleicht vorher beim Lesen des verliebten Zustandes spürbar war, hat sich damit wahrscheinlich so gut wie in Luft aufgelöst und dem morgendlichen Grauen und Alltragsstressgefühl Platz gemacht.

Und mit anderen?

Lassen Sie uns nochmal kurz zurückblenden. Sie stehen auf, gehen ins Bad und sehen neben sich das Gesicht der Person, in die sie verliebt sind. Auch hier werden Sie vielleicht bemerken, dass das Gesicht etwas zerknittert ist von der Nacht, mehr graue Haare da sind und ein müder Eindruck zu sehen ist.

Doch wenn Sie sich wirklich in diese Situation hinfühlen, werden Sie merken, dass Sie vollkommen anders denken und empfinden.

Sie werden voller Mitgefühl sein. Schauen, was Sie dem geliebten Menschen Gutes tun und Liebes sagen können. Es ist egal, ob er oder sie älter aussieht, mehr Falten haben mag oder graue Haare. Sie freuen sich, dass Sie diesen Menschen in Ihrem Leben haben. Spüren Wärme, Freude und Liebe.

Das in sich zu fühlen, tut Ihnen selbst gut. Und je besser es Ihnen geht, umso besser werden Sie in Ihrem Leben zurecht kommen. Umso mehr Energie haben Sie auch mit Widrigkeiten umzugehen. Umso glücklicher werden Sie sein.

Nochmal zurück auf Los

Kehren wir mit alle diesem Wissen zu unserer Ausgangsfrage zurück.

Sind Sie in sich verliebt?

Wie ist der Gedanke, wenn Sie sich morgens im Bad selbst mit diesem Mitgefühl begegnen? Sich wahrnehmen und fragen was Sie sich jetzt Gutes tun können. Damit Sie sich wohlfühlen, in sich ruhen und gerüstet für den Tag sind. All die Wärme und Zuwendung die wir geliebten Menschen angedeihen lassen, uns auch selbst zu schenken. Damit uns selbst nähren und aufblühen lassen.

Was passiert bei dem Gedanken bei Ihnen? Ist es Ihnen möglich dorthin zu kommen? Haben Sie eine Scheu davor und fühlen sich ganz seltsam?

Das ist auch gar nicht so leicht. Denn Selbstzentriertheit, Egoismus sind alles Konzepte, die uns da in den Sinn kommen und die in unserer Gesellschaft verpönt sind. Das macht man nicht bei uns. Es herrscht Leistungsdruck vor und das hat keinen Raum für solche Spinnereien.

Wer wagt, gewinnt!

Und trotzdem, wagen Sie es und sagen oder denken Sie am nächsten Morgen ein freundliches und fürsorgliches “Guten Morgen” zu sich im Bad. Seien Sie mutig, schauen Sie sich dabei an. Mit Mitgefühl und Fürsorge. Wie Sie das einem geliebten Menschen gegenüber auch machen würden.

Es kann Ihnen passieren, dass Ihnen dabei die Tränen kommen, ein Kloß im Hals entsteht und Sie von einer Welle an Traurigkeit erfüllt werden.

Doch das ist nichts Schlimmes. Zeigt es doch nur, wie dringend nötig es ist, dass Sie Mitgefühl mit sich haben und aufhören sich unter Druck zu setzen. Denn das tun wir. Ständig.

Einen geliebten Menschen unter so einem Druck zu erleben, würde unser tiefstes Mitgefühl hervorrufen. Und genau das brauchen wir auch selbst.

Klappt das mit dem mitfühlenden und liebevollen guten Morgen, dann haben Sie einen ganz anderen Start in Ihren Tag.

Wie ist das mit dem Umgangston?

Gehen Sie weiter damit und nehmen wahr, wann Sie besonders lieblos mit sich umgehen. Vielleicht wenn Ihnen ein Fehler unterläuft? Sie zu spät dran sind? Oder an etwas Scheitern?

Hören Sie hin, was Sie dann über sich denken. Ersetzen Sie anklagende Gedanken durch mitfühlende.

Hören Sie auf sich zu verurteilen, befreien Sie sich von diesem Druck.

Freuen Sie sich über sich selbst, wenn etwas gut gelungen ist. Genauso wie Sie sich mit einem geliebten Menschen mit freuen, wenn dieser etwas geschafft hat.

Verlieben Sie sich ins Leben

Freuen Sie sich, dass Sie dieses Leben haben. Dass es jetzt stattfindet und Ihnen zur Gestaltung zur Verfügung steht.

Wer auf diese Weise in sich selbst verliebt ist, verliebt sich ins Leben. Wird es als das Kostbare erfahren, das es ist. Ein Geschenk. Ein Geschenk, von dem wir nicht wissen, wann es uns genommen wird.

Seien Sie daher verliebt in sich! Freuen Sie sich über sich und erfahren die Welt dadurch reicher, bunter und lebendiger.

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Weihnachten – An was wir uns immer erinnern sollten…

WeihnachtsbaumFür meinen diesjährigen Weihnachtsbrief bin ich an Zeilen von einem Gedicht hängengeblieben, das mich sehr berührt hat.

Wir Menschen übersehen oft, dass jeder einzelne von uns zählt.

Jeder und jede von uns ist wichtig. Und doch vergessen wir es allzu häufig. Wir vergessen es über uns selbst und vergessen es über andere.

Daher möchte ich Ihnen von Herzen sagen, dass Sie wichtig sind. Sie zählen und machen einen Unterschied auf dieser Erde!

Mit diesen Zeilen wünsche ich Ihnen ein friedvolles Weihnachten.

Und vielleicht ist das schönste Weihnachtsgeschenk, dass Sie dieses Jahr jemandem machen können, diesem Menschen zu sagen, dass er/sie in Ihrem Leben wichtig ist.

Seien Sie mir herzlich gegrüßt,
Ihre Alexandra Graßler

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Manche Menschen wissen nicht.
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen.

Paul Celan

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Zeit für Muße finden

Sitzen und gucken

Wolken 2764418657_547b15c5d1_mHeute war seit langer, langer Zeit wieder ein Moment in meinem Tag, an dem ich mich dabei ertappt habe, einfach mal nur dazusitzen und den Wolken beim Ziehen zuzusehen. Einfach nur sitzen und gucken. Sonst nichts. Sitzen. Gucken.

Mein Geist schwang sich mit in den Himmel auf und ließ sich mit den Wolken vom Wind treiben. Kennen Sie diesen Zustand? Sich treiben lassen? Nichts zu tun zu haben? Wir haben in unserem Leben meist sehr wenig unverplante Zeit. Sich einfach mal nur hinzusetzen, ohne vollkommen erschöpft zu sein, ist eher die Ausnahme.

Bildquelle: flickr / p.s. kweltwater

Dieses Getriebensein, vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit, nimmt uns jede noch so kleine Erholungsphase. Gleichzeitig macht sich damit auch jede kreative Regung gleich mit vom Acker. Da ist dann nicht mehr viel, mit den Geistesblitzen, die wir so dringend nötig hätten für letzte Geschenkideen.

Kreativität braucht Muße.

Wenn unser Geist unter Strom steht, ist kein Raum für bunte Gedanken. Doch diese brauchen wir, wenn wir kreativ sein wollen. Unser innerer Bilderspeicher kann uns nur etwas zur Verfügung stellen, wenn er gefüllt ist. Und um ihn zu füllen, brauchen wir Zeit für Muße. Zeit zum Gucken.

Verlangsamen der Zeit

Was uns so schwerfällt, ist es, die Dinge langsam anzugehen. Zeit ist das was uns am meisten fehlt. Doch wie wollen wir wirklich gucken können, wenn wir gehetzt sind? Das funktioniert nicht. Genauso wenig wie das im Trubel funktioniert. Unter vielen Menschen mit den verschiedensten Bedürfnissen, Ansichten und Wünschen.

Muße braucht das Alleinsein.

Muße haben, bedeutet Zeit für sich haben. Mal wieder etwas mit sich selbst zu unternehmen. Ein etwas schräger Gedanke? Das mag sein, doch lassen wir uns doch einen Moment darauf ein. Wann begegnen wir uns selbst wirklich? Wann nehmen wir unsere Gedanken bewusst wahr? Ist es dazu nicht fast schon zwingend erforderlich, nur mit sich selbst zusammen zu sein?

Muße braucht die Stille.

In unserer getriebenen Welt ist es nicht oft still. Wirkliche Stille kennen wir kaum noch. Vor allem in der Stadt gibt es einen steten Geräuschpegel, der uns wie ein Hintergrundrauschen begleitet. Und wir selbst tragen einen großen Teil dazu bei, dass wir uns nicht in Stille befinden.

Das geht morgens mit dem Einschalten des Radios zum Frühstück schon los, begleitet uns auf dem Weg zu Arbeit mit Musik, Nachrichten und dem Verkehrslärm.Im Beruf, ob Büro oder Industriebetrieb, gibt es einen Geräuschteppich, der uns keine Sekunde der Ruhe schenkt und uns meistens überhaupt nicht mehr auffällt.

An einem Schweigeseminar teilzunehmen, können sich viele Menschen überhaupt nicht vorstellen. Wie soll das gehen, nicht zu sprechen? (nur als Randbemerkung: das kann etwas unglaublich wohltuendes sein und ich kann das nur jedem als Erfahrung empfehlen)

Denn Stille ist inzwischen etwas, das viele Menschen beängstigt. In der Stille werden Gedanken wahrgenommen, die während der Betriebsamkeit des Tages vollkommen untergehen. Stille wirft uns auf uns selbst zurück. Eine Konfrontation, der wir manches Mal nicht gewachsen scheinen.

Und so flüchten wir uns schon fast automatisch in ein Tun hinein, schaffen uns einen Klangteppich (und wenn nur der Fernseher vor sich hin läuft) der eine wohltuende Schranke zwischen uns und unserem eigenen Wahrnehmen aufbaut.

Doch in all dieser betriebsamen, lärmenden, zeitfressenden Welt, die wir uns schaffen, hat Muße kein Zuhause. Und so werden wir ärmer. Ärmer an guten Gedanken, an inspirierenden Ideen, bunten Träumen. Unser Leben wiederholt sich und wir können oft nicht mehr sagen, was die Jahre und Monate voneinander unterscheidet.

Wollen wir das wirklich?

Wollen wir wirklich ein Leben führen, das keinen Raum mehr für Muße hat und damit für ein Leben, das uns bereichert, Freude bereitet und Kraft für unsere Tage liefert? Oder ist es nicht auch oft ein Hinnehmen dessen, ein Resignieren über die vermeintlichen nicht änderbaren Umstände?

Natürlich erfordert es eigene Entscheidungen und auch möglicherweise unbequeme Gedanken an einem Zustand etwas zu ändern, der schon eine ganze Weile so läuft. Doch das bedeutet nicht, dass wir nicht etwas davon haben können. Wir können uns dafür entscheiden, wieder Mußezeiten in unser Leben zu integrieren.

Fenster, die die Zeit öffnen

Fangen Sie mit kleinen Zeitfenstern an. Entscheiden Sie sich am Wochenende bewusst dafür einen Spaziergang ganz allein zu machen, der Sie in die Natur entführt. Die Winterzeit lädt dazu ein und der Schnee dämpft die Lautheit. Gehen Sie in aller Ruhe, es gibt keinen Rekord den es zu brechen gilt. Im Gegenteil in der Langsamkeit liegt das Ziel. Schauen Sie sich um. Schauen Sie sich die Natur in ihrem Winterkleid an. Das Glitzern des Schnees. Schauen Sie. Füllen Sie Ihren inneren Bilderbrunnen. Lassen Sie die Gedanken schweifen. Wenn Sie merken, dass Sie sich an einem Gedanken festhängen, lassen Sie ihn vom Haken.

Von Nichtstun hat keiner was gesagt

Muße bedeutet nur scheinbar ein zielloses Nichtstun. Muße ist nicht das gleiche wie faulenzen. Es ist ein bewusstes Zeitnehmen, ein Schlendern durch die Welt, ein Betrachten dessen, was es zu sehen gibt.

Auch wenn es fast unmöglich scheint in dieser hektischen Zeit: sich Muße zu gönnen geht. Seien Sie achtsam mit sich und passen Sie gut auf sich auf.

In diesem Sinne, möge die Muße Sie begleiten und Ihnen Momente der stillen Heiterkeit und Zufriedenheit schenken.

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