Späte Nachlese zum BarCamp München im Oktober 2008

Am 11. und 12. Oktober fand in München ein BarCamp statt. Als Location konnte Sun Microsystems gewonnen werden. Mein Bericht läuft jetzt unter dem Motto lieber spät als nie. Doch ich wollte als Neuling noch meine Eindrücke festhalten. Typischerweise hab ich mich schon gleich zu Beginn am falschen Tisch angestellt…zu dem Zeitpunkt war ich halt noch kein alter Hase 🙂

Nach dem Frühstück und einer Erklärungsrunde für die Newbies wie mich, ging es dann in eine Vorstellungsrunde. Bei gut 300 TeilnehmerInnen kann das durchaus schon dauern, doch durch die Verknappung auf drei Tags pro Nase wurde es richtig interessant. Vor allem muss man sich ja selbst auch auf die momentan drei relevanten Tags festlegen. Eine spannende Geschichte. (BTW: Was wären denn Ihre drei Tags um Sie selbst zu beschreiben…?)

Als dann der Aufruf kam, ‘wer Sessions halten möchte, nach vorn’, hatte ich fast den Eindruck, dass nun die Hälfte der Leute stand. Und ich mittendrin. Die Vorstellung der eigenen Sessions ist ein Beispiel dafür, was mir an dem Prinzip des BarCamp wirklich gut gefällt. Denn es sind nur ein paar Minuten Zeit das eigene Thema vorzustellen und die Leute adhoc dafür zu begeistern. Denn nur wenn sich genügend Stimmen fanden, wurde das Thema ins Grid mit aufgenommen. Das heißt also schnell und spontan das richtige sagen.

Mein Thema war Präsentieren mit Drehbuch und Storyboard und damit eines der wenigen “offline-Themen”. Nachdem das Interesse groß genug war, wurde meine Session auf 14 Uhr eingetaktet. Bereits im Vorfeld hatte ich einen rettenden Engel in Gestalt von Stefanie Akins gefunden hatte, die mir zugesagt hatte, dass ich für meine Präsentation ihr Laptop verwenden darf, dadurch war der Teil des Tages schon mal gerettet. Dachte ich zumindest….doch leider wollte ihr Laptop nicht so wie sie wollte und ein zweiter rettender Engel names Gerti Windhuber half dann mit einem weiteren Laptop aus.

Das ist auch etwas was mich sehr beeindruckt hat. Die Leute waren alle super hilfsbereit und es fand sich immer jemand, der einen unterstützt hat. Ob das nun ein unbekannter Helfer war, der mein Laptop in ein mir unerreichbar hohes Schließfach hinein gehieft hat oder Martin Koser, der es mir vor seiner Session zu Wikis half wiederzubekommen 🙂

Meine Stunde zum Thema Präsentieren mit Drehbuch und Storyboard hat Riesenspaß gemacht. Der Raum war gut gefüllt und es wurden kluge Fragen gestellt. Insgesamt ein äußerst agiles und interessiertes Publikum. Was für mich noch einen der Eindrücke gut vermittelt, die ich von diesem BarCamp mit nach Hause nahm: Die TeilnehmerInnen sind fix im Denken und Umsetzen, hinterfragen und wollen näheres wissen. Ein sehr lebendiges Auditorium, was mir als Referentin viel Freude gemacht hat. Und trotz meiner sprachlichen Ausflüge ins bayrisch wurde doch das wesentliche verstanden 🙂

Was allen anderen soo ernsthaften Konferenzen gut tun würde, ist diese schnelle Kommunikation und Infoweitergabe auf allen Kanälen, die bei BarCamps völlig normal ist. Es wurde während der Sessions gebloggt und getwittert, was das Zeug hält. So dass Außenstehende einen guten Überblick über das bekamen, was gerade so lief und welche Themen interessant waren. Erstaunlicherweise stören sie Laptops nicht, die während der Sessions verwendet werden, weil trotz alldem die Aufmerksamkeit sehr im Geschehen vor Ort ist. Fand ich sehr interessant, da ich mir das nicht wirklich vorstellen konnte, wie das dann wirklich so läuft. Die Laptop-Dichte war überhaupt erstaunlich. Und wer grad vor einer Einkaufsentscheidung stand, konnte sich hier so alle gängigen und auch ungewöhnlichen Modelle ganz aus der Nähe betrachten.

Es ist immer wieder interessant, die bisher nur virtuell gekannten Menschen mal leibhaftig zu sehen und zu sprechen. Und es freut mich ganz besonders, dass ich die Gelegenheit hatte, Frank Hamm, Martin Koser und auch Oliver Gassner persönlich kennenzulernen. Und natürlich Stefanie Akins. Wie auf BarCamps üblich gibt es viele Blogger, die direkt von den Sessions berichten. Hier eine Auswahl wo interessierte Details nachlesen werden können:

Mein Fazit:
BarCamps sind eine interessante Alternative zu herkömmlichen Konferenzen, die eine hohe Affinität zum Internet und den verwandten Themen benötigt. Ich persönlich werde bestimmt wieder bei kommenden BarCamps dabei sein und überlege auch, wie sich so eine Veranstaltung mal hier bei uns gestalten ließe. Wenn Sie diese “Unkonferenzen” interessieren, dann einfach mal zu barcamps.org surfen, dort gibt es eine Auflistung der weltweit stattfindenden Events.

One Reply to “Späte Nachlese zum BarCamp München im Oktober 2008”

  1. Die Freude war ganz auf meiner Seite! Bis zum nächsten Mal (dann nehme ich mir auch mehr Zeit zum Unterhalten, sorry)

    LG, Frank

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