j0386638.jpgÜber diesen Begriff bin heute gestolpert und hängengeblieben. Wohlhabend. Wohl haben.

Lässt sich “wohl” haben? Ist das nicht eher ein Gefühl? Das ist wirklich interessant. Ließe sich dann sagen, wer wohlhabend ist fühlt sich auch wohl? Oder ist es einfach nur eine Entsprechung von reich?

Welche gefühlte Qualität haben diese beiden Wörter für Sie?

Also ich für meinen Teil empfinde reich eher als kühl und wohlhabend eher als angenehm warm. Mit jemandem der wohlhabend ist, bringe ich auch eine wohl-wollende Geisteshaltung in Verbindung. Wie z. B. jemand der als Mäzen künstlerische Arbeit unterstützt oder als Initiator Stiftungen gründet.

Mit jemandem der reich ist bringe ich Dinge und Statussymbole in Verbindung. Und damit Besitzdenken und Fokussierung auf materielle Güter, Ansehen und ein bestimmtes Image.

Unter diesem Blickwinkel ist es für mich persönlich also erstrebenswerter wohlhabend zu sein als reich. Selbstverständlich ist das eben meine ganz persönliche Empfindung.

Worauf ich mit diesem Vergleich hinaus will, ist die Tatsache, dass Wörter für uns über die “duden’sche” Bedeutung hinaus eine ganz persönliche Qualität haben. Und diese beeinflusst uns weit mehr als wir denken.

Dieses plakative Beispiel mit wohlhabend/reich habe ich auch deswegen gewählt, weil es ein Anliegen vieler Menschen ist reich zu sein. Und doch scheint es nicht so einfach zu verwirklichen. Mal ganz abgesehen von äußeren Umständen, inneren Programmen u. ä. kann Ihnen eine aufmerksame Wahrnehmung Ihrer Empfindungen beim Nutzen bestimmter Wörter interessante Aufschlüsse geben. Sinn macht das vor allem dann, wenn Sie eine gewisse emotionale Intensität feststellen.

Und wenn nun jemand den Begriff “reich” in seiner gefühlten Qualität eher als unangenehm empfindet, ist dies ein weiterer Grund reich zu sein/zu werden tunlichst zu vermeiden. Denn wer strebt es schon an, sich unangenehm fühlen.

Probieren Sie es doch mit unseren Beispielwörtern selbst einmal aus und achten auf die ersten spontanen Emfindungen. Sie können Gegensatzpaare als Hilfestellung verwenden wie kalt/warm, dunkel/hell, weich/kratzig, schwer/leicht usw.

  • Wie fühlt sich “reich” für Sie an?
  • Und wie fühlt sich “wohlhabend” für Sie an?

Machen Sie sich ein paar kurze Notizen dazu, das kann sehr aufschlussreich sein.

Wie wär’s mit noch einem Wortpaar?

  • Wie fühlt sich Disziplin für Sie an?
  • Und wie steht’s mit Durchhaltevermögen?

Auch das ist ein Begriffpaar, das etwas sehr ähnliches beschreibt.

Wenn Sie nun auf diese spielerische Art Ihre Sprache und Wortwahl wahrnehmen, könnte es sein, dass Sie im übergeordneten Sinn eine Ahnung davon bekommen, welche Gefühle Sie sich selbst hauptsächlich verschaffen.

Was denken Sie? Welches Verhältnis wird sich bei Ihnen dabei ergeben? Eher in eine angenehme oder eine unangenehme Richtung? Schätzen Sie doch mal spontan das Verhältnis in %. (Diese spontanen Aussagen sind überaus interessant und spiegeln sehr häufig Ihre persönliche Realität.)

Sollten Sie bei 50/50 gelandet sein, so ist das doch schon mal ausbaufähig. Und wer den unangenehmen Bereich höher bewertet hat wie den angenehmen sollte sich darüber Gedanken machen, ob ihm denn das gefällt. Falls nicht, sollten Sie zusätzlich darauf achten, welche wortgewaltige Negativität von außen auf Sie einströmt, allein nur durch Zeitung, Fernsehen und Internet.

Sie dürfen eines nicht vergessen: Sobald der Mensch lesen gelernt hat, ist er nicht mehr in der Lage “nicht” zu lesen. Und das bedeutet damit, dass alle Katastrophenmeldungen die Ihnen als Text begegnen, alle Unglücke, Horrorszenarien der Wirtschaft usw. von Ihnen aufgenommen werden. Ob Sie nun wollen oder nicht. Denn Sie können nicht “nichtlesen”. Und das fördert das Wohlbefinden im seltensten Maße.

In so einem Fall kann ich Ihnen nur dringend eine Mediendiät empfehlen. Lesen Sie mal zwei Wochen keine Zeitung und sehen und hören keine Nachrichten an.

Falls Sie sich Sorgen machen etwas wichtiges zu verpassen, kann ich Sie beruhigen. Ich z.B. lese seit über 10 Jahren keine Zeitung mehr und höre und sehe mir keine Nachrichten mehr an. Und ich kann Ihnen aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass ich deswegen keineswegs uninformierter bin. Im Gegenteil es bleibt mehr Zeit für die gezielte Informationsaufnahme. Und das was soo wichtig ist, bekommen Sie sowieso mit. In Gesprächen in der Familie, mit Freunden und Kollegen.

Um den Kreis zu schließen als Resümee:

Worte haben für uns eine gefühlte Qualität und lösen etwas in uns aus. Das ist oft für jeden Menschen etwas anderes. Und um uns selbst mehr inneres Wohlbefinden zu verschaffen, lohnt es sich die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu erhöhen wenn wir mit Sprache umgehen.

Wer dazu gern etwas praktische Hilfe hätte, dem seien die Werke von Mechthild Scheurl-Defersdorf empfohlen. Sie hat das energetische Sprachtraining entwickelt, das sich mit der oft übersehenen Bedeutung und Wirkung von Worten beschäftigt. Hier finden Sie das ganze als wunderschön gestaltetes Kartenset.

Und wie immer freue ich mich auf Ihre Anmerkungen und Kommentare zum Thema.

Gedanken zu Ostern

uhr.jpgOstern ist für mich persönlich mit dem Tod meines Vaters verbunden. Es werden nun bald zwei Jahre, dass er gestorben ist.

Meine Gedanken gehen jetzt in diesen Feiertagen nach innen, wieder aufmerksam werden für das Wesentliche im Leben. Nachdenken darüber ob ich selbst in einem guten Kontakt mit mir bin und damit auch mit den Menschen die mir am nächsten stehen.

Und wie auch letztes Jahr habe ich von einer lieben Freundin einen wunderbaren Text bekommen, den ich gern mit Ihnen teilen möchte. Vielleicht nehmen Sie sich einfach einen Moment Zeit und lassen ihn auf sich wirken.

Das Pardoxe der Zeit

Das paradoxe unserer Zeit ist, dass wir höhere Gebäude aber kleinere Gemüte haben, breitere Autobahnen aber engere Sichtweisen. Wir geben mehr aus aber haben weniger, wir kaufen mehr aber erfreuen uns weniger daran. Wir haben größere Häuser aber kleinere Familien, mehr Annehmlichkeiten aber weniger Zeit. Wir haben mehr Grade aber weniger Sinn und mehr Probleme, mehr Medizin aber weniger Wohlbefinden.

Wir trinken zu viel, rauchen zu viel, geben zu gedankenlos Geld aus, lachen zu wenig, fahren zu schnell, werden zu wütend, bleiben zu lange wach, stehen zu müde auf, lesen zu wenig, schauen zu viel fern, und beten zu selten.

Wir haben unsere Besitztümer vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir reden zu viel, lieben zu selten und hassen zu oft.

Wir haben gelernt uns durchs Leben zu schlagen aber nicht gelernt ein Leben zu haben.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugegeben aber nicht den Jahren das Leben. Wir haben den ganzen Weg zum Mond zurückgelegt, aber Schwierigkeiten, die Straße zu überqueren um unseren Nachbarn kennen zu lernen.

Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht unser innerstes. Wir haben große Dinge getan, aber nicht bessere. Wir haben die Luft gereinigt, aber unsere Seele verschmutzt.

Wir haben das Atom in den Griff bekommen, aber nicht unsere Vorurteile. Wir schreiben mehr, aber lernen weniger. Wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt uns zu beeilen, aber nicht zu warten. Wir bauen immer mehr Computer, um immer mehr Informationen zu verwahren und so viele Kopien wie noch nie zu erstellen, aber wir kommunizieren immer weniger.

Das sind die Zeiten des schnellen Essens und der langsamen Verdauung, größerer Menschen und kleinerer Charakter, steilen Gewinnen und oberflächlichen Beziehungen. Es sind die Tage der zwei Einkommen aber mehr Scheidungen, schicken Häusern aber zerstörten Zufluchten.

Es sind die Tage von schnellen Ausflügen, Wegwerfwindeln und Wegwerfmoral, One Night Stands, übergewichtigen Körpern, und Pillen, die alles erledigen, vom aufheitern bis ruhigstellen, bis töten.

Es sind die Zeiten, in denen eine Menge im Schaufenster und nichts im Lager ist. Zeiten in denen Technologie diese Zeilen zu dir bringt und eine Zeit in der du entscheiden kannst sie entweder zu lesen oder schnell weiter zu springen.

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Denk daran, mehr Zeit mit deinen Lieben zu verbringen, weil diese nicht für immer da sein warden.

Denk daran, ein paar liebe Worte zu dem zu sagen, der bewundernd zu dir aufschaut, weil diese kleine Person bald erwachsen sein wird und deine Seite verlässt.

Denk daran, jemandem der dir nahe steht zu umarmen, weil das der einzige Schatz ist, den du mit deinem Herzen geben kannst und der keinen Cent kostet.

Denk daran “Ich liebe dich” zu deinem Partner und deinen Lieben zu sagen, aber es vor allem auch zu meinen. Ein Kuss und eine Umarmung wird Schmerz lindern, wenn es aus deinem tiefen Innern kommt.

Denk daran, Hände zu halten und den Moment zu genießen, eines Tages wird diese Person nicht mehr da sein.

Nimm dir Zeit zu lieben, zu sprechen und die wundervollen Gedanken zu teilen.

Und denk immer daran:
Das Leben wird nicht an den Atemzügen gemessen sondern an den Momenten in denen es dir den Atem raubt.

Georg Carlin

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Wer gern noch mehr lesen möchte: hier finden Sie den nachdenkenswerten Text vom letzten Jahr. Ich wünsche Ihnen ein wunderbares Osterfest. Zeit, die Sie mit Ihren Lieben verbringen können und Frieden im Herzen.

buroklammern.jpgGegen das Multitasking wird ja inzwischen allerorts gewettert. Es bringt uns dazu weniger leistungsfähig zu sein, mehr Fehler zu machen, den inneren Stress signifikant zu erhöhen usw.

Gut, das hab ich soweit verstanden. Über was ich mir allerdings schon länger Gedanken mache, ist, WIESO versuchen wir eigentlich alles gleichzeitig zu machen? Ist es wirklich der Grund, weil wir zuviel zu tun haben? Ist also die Menge an Arbeit ausschlaggebend für unseren ständigen Kampf mit zuviel Aufgaben auf einmal?

Multitasking tritt ja vor allem dann auf, wenn wir nicht konzentriert an einer Sache dranbleiben (wollen…). Und das mit dem Wollen hängt auch am Gefühl, das beim Abarbeiten damit verbunden ist. Dadurch kann’s durchaus schon mal sein, dass was anderes interessanter ist und schwups hüpfen wir gedanklich zur nächsten Blume … ähm Aufgabe.

Eine Studie vom Attention Lab des University College London bringt einen wichtigen Gedanken dazu mit ins Spiel. Und dabei fange ich gleich mal mit dem leicht provokativem Fazit der Studienleiterin Nilli Lavie an:

“Ergebnis: Je schwieriger die Wörter, umso weniger ließen die Probanden sich ablenken.

Das Fazit der Studienleiterin Nilli Lavie sollten ineffiziente Multitasker verinnerlichen: »Wenn man sich leicht ablenken lässt, sollte man die Aufgabe anspruchsvoller machen.«

Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie in der Zeit. Was bedeutet das nun für unser täglich Brot? Weniger werden die Aufgaben ja erst mal nicht werden, soviel ist sicher. Das ermüdende an der Fülle ist jedoch auch ihre Gleichförmigkeit, stupide Routine und Langeweile.

Denn wenn wir geistig nicht gefordert werden, bringt die Arbeit uns auch keine Energie. Und damit schließt sich der Kreis: Wer sich leicht ablenken lässt, sollte seine Aufgaben auf Anspruch überprüfen.

Dazu können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Was würde denn passieren, wenn diese Aufgabe nicht erledigt würde? Sprich, ist sie wirklich in dieser Form sinnvoll und wichtig?
    .
  • Wenn Sie wirklich durchzuführen ist, dann ist die nächste Frage, ob sie sich nicht auf einem effizienteren Weg erledigen lässt. Sprich, welche Möglichkeiten gibt es sie auf andere Art schneller zu schaffen? Was kann ich weglassen?
    .
  • Ist diese Aufgaben überhaupt richtig bei Ihnen zugeordnet? Oder gehört sie möglicherweise in einen ganz anderen Bereich hinein bzw. andere Hierarchie?

Mit diesen Fragen können Sie Ihr tägliches Feld unter die Lupe nehmen und beginnen auszusondern. Denn meistens werden viele Abläufe einmal eingeführt und ewig durchgezogen.

Das ist die eine Seite der Medaille, alles was zu erledigen ist, mal wieder in Frage zu stellen um den Sinn dahinter zu prüfen. Die andere Seite ist die Geschichte mit dem Anspruch. Auf neudeutsch sagt man auch “Anreicherung“. Welche Möglichkeiten haben Sie um das was Sie gerade zu erledigen haben, anzureichern? Und damit auch mehr Konzentration zu erzeugen?

Wenn’s jetzt nicht gerade um heikle Themen geht, können Sie z. B.

  • Die Zeitkomponente mit hinein bringen. Nicht um noch mehr Druck zu erzeugen, sondern um Wege zu finden, diesen Job in einer bestimmten Zeit zu erledigen. Damit verlassen Sie auch das Perfektionsdenken und kommen eher zu einem “gut erledigt”-Denken.
    .
  • Eine weitere Methode ist zu überlegen, welche Aufgaben sich zusammenfassen lassen. Vielleicht auch mit einer anderen Struktur verknüpfen werden können. Lassen sich möglicherweise auch neue Tools wie Wikis oder ähnliches einsetzen.

Ein generell wichtiger Aspekt betrifft interne Abläufe, vor allem was den Informationsfluss betrifft. Die Aufgaben die zu erledigen sind, machen wir ja häufig für Kollegen oder den Chef. Und wenn wir den Sinn einer Aufgabe, die uns übertragen wurde, überhaupt nicht erkennen können, dann haben wir doch nicht wirklich Lust sie zu erledigen, oder?
Wie wäre es denn, wenn Sie bei solchen Punkten mal nachhaken und gemeinsam mit Kollege oder Chef überlegen, ob, zum einen die Aufgabe tatsächlich noch sinnvoll ist und zum anderen mit welchem Zweck sie überhaupt ihre Berechtigung hat.

Tatsache ist, dass wir zwar in einer Informationsflut ertrinken, jedoch das für uns relevante Wissen nicht bekommen. Und dann wird es auch für Mitarbeiter schwierig zu erkennen, wieso beispielsweise dieser Bericht denn nun wirklich sooo wichtig ist. Deshalb fragen Sie nach und lassen Sie sich Zusammenhänge erklären, wenn sie sich nicht von selbst zeigen.

Denn je mehr Sie über das “große Bildwissen, in das ihre Detailaufgabe eingebettet ist, umso eher werden Sie sich dafür auch interessieren. Und wer mehr Interesse hat, arbeitet automatisch konzentrierter. Das lässt sich nun mal nicht voneinander trennen.

Welche Möglichkeiten verwenden Sie um Ihre Aufgaben “anzureichern”? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Anregungen.

Offene Posten und gute Abschlüsse

Die Überschrift hat nichts mit Buchführung zu tun, wie sich an der Begrifflichkeit vermuten ließe. Nein mir geht es um andere offene Posten, die sich nicht mit Geld ausgleichen lassen.

anker_ohne_boot_213878.jpgWie sieht es in Ihrem Leben momentan in Sachen unerledigte Dinge aus? Eben offene Posten? Das meiste, was man da so vor sich her schiebt, hat emotional richtig Power. Und das macht es oft so schwierig sie abzuschließen bzw. einen Schritt vorwärts zu kommen.

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Machen Sie doch mal spaßeshalber eine Liste. Ob nun gleich schriftlich oder nur erst im Kopf bleibt ganz Ihnen überlassen. Mit was beschäftigen Sie sich schon eine ganze Weile, geht Ihnen im Kopf herum, lässt Sie nicht los? Gibt es vielleicht noch

  • offene gebliebene Gespräche (Streits, Eskalationen, Diskussionen usw.)?
  • sind es so ungeliebte Themen wie die berühmt-berüchtigte Steuererklärung?
  • Anrufe die Sie vor sich her schieben?
  • Entscheidungen die Sie noch nicht getroffen haben?
  • nicht zurückgegebene Dinge?
  • Versprechen, die Sie noch nicht gehalten haben?
  • Geld, dass Sie noch zurückzahlen müssen?
  • Abschiede, die Sie hinausschieben?
  • usw.

Je mehr unerledigtes es in einem Leben gibt, umso mehr Energie ist in diesem Leben auch gebunden. Und um so gebundener, fast schon gefesselter, ist dadurch der Mensch.

Erlebt haben Sie bestimmt schon einmal das Gegenteil, nämlich wie befreiend es sich anfühlt, wenn man lange unerledigtes endlich zu einem guten Abschluss bringen kann. Hier kommt die Energie wieder zurück.

Wenn Sie sich nun spontan für einen Punkt auf Ihrer Liste entschieden haben, dann überlegen Sie nun konkret, was ist hier nötig für einen guten Abschluss, bzw. nächsten Schritt. Und tun Sie das erst mal als Experiment. Nur als Trockenübung. Stellen Sie sich die Frage so, als ob es nicht Ihre Angelegenheit wäre, sondern die eines Freundes/einer Freundin.

  • Was wäre für diese Angelegenheit ein guter Abschluss?
  • Welche Handlung ist dafür als nächstes erforderlich? Was genau ist zu tun?
  • Mit welcher Handlung kommt die Energie wieder zurück?
  • Wer kann Sie dabei unterstützen?
  • Und was für Konsequenzen hat das Nichthandeln? Sprich, wie hoch wird der Preis und was genau ist der Preis für’s Nichthandeln?

Und wenn Sie dies für einen Punkt auf Ihrer Liste geschafft haben, dann nehmen Sie sich doch einfach noch einen vor und gehen genauso vor. Immer in dem Wissen, dass das hier ein Gedankentraining ist. Sie trainieren, eine gewisse Distanz zu wahren und aus dieser Instanz heraus wieder in eine Handlungsfähigkeit zu gelangen.

Denn was uns in diesen Situationen am meisten fehlt, ist Klarheit. Klarheit darüber, was überhaupt alles ansteht, was genau für Auswirkungen auf einen zukommen. Schon allein die Fülle an Gedanken lässt einen oft erstarren. Und genau darin liegt die Gefahr. Nicht mehr unterscheiden zu können, welche Reaktion denn nun angemessen ist und wann die Grenze zum ’sich selbst verrückt machen’ überschritten wird.

Wer zu nah dran ist, wird den Überblick nicht haben und nicht wahren können. Dieser ergibt sich eben erst aus einer gewissen Distanz. Und das lässt sich trainieren.

Wenn Sie nun Ihre Gedanken geordnet haben und Ihnen klar ist, was ansteht, müssen Sie davon nun nichts sofort umsetzen. Im Gegenteil, Sie sollten es ganz bewusst nur in Gedanken klären und die erforderlichen Handlungen auf Papier festhalten. Und dann legen Sie Ihre Niederschrift bis zum nächsten Tag beiseite.

Lesen Sie sich dann am folgenden Tag Ihre Notizen durch und möglicherweise werden Sie für sich das Gefühl haben, “so, jetzt weiß ich was ich tun kann und möchte es umsetzen.” Wenn Sie dieses Gefühl noch nicht haben, dann überlegen Sie ob der Schritt, den Sie notiert haben, vielleicht zu groß ist und suchen ihn zu verkleinern.

Nähern Sie sich so im wahrsten Sinne schrittweise einem guten Abschluss an. Und erleben Sie dabei wie gut es tut, Dinge zu einem guten Abschluss zu bringen, aus eigener Kraft.

Welche Erfahrungen haben Sie mit diesen offenen Posten gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

stern-gebrochen.jpgDas Thema, wie man mit Tiefschlägen umgeht, ist nicht gerade bestsellerverdächtig. Gewiss, es gibt genügend Ratgeber die uns klar machen, dass Scheitern immer auch eine Chance ist. Das mag alles sein, doch mal ganz ehrlich, scheitern ist einfach erstmal scheitern und fühlt sich ziemlich besch… an, wenn Sie mir diesen Kraftausdruck verzeihen wollen.

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Wenn jemand scheitert, erlebt er das Paradox eines Endes und Anfangs zugleich. Nur dass das Ende eine unvorhergesehene Sackgasse darstellt und der Anfang keineswegs freiwillig sondern erzwungen ist. Und trotzalledem muss es ja irgendwie weitergehen, doch mit welchem Ziel und ohne Plan?

Scheitern ist zutiefst persönlich. Es trifft uns im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Kern. Alles was bisher galt, ist außer Kraft gesetzt. Die Zukunft die einem vor Augen war, liegt zerschellt wie ein Spiegel auf dem Boden.

Im Scheitern begegnen wir unseren tiefsten Ängsten. Sind erstarrt in der Ohnmacht und Hilflosigkeit die sich breit macht. Alles Schönreden, wie “du wirst sehen, es ist das beste so” oder “jetzt kannst du nochmal neu anfangen” vielleicht noch mit einem nachgeschobenen “ist doch toll…” verstört viel mehr als es auch nur nützen würden. Denn was soll ich denn sehen oder beginnen, wenn meine Welt in Trümmern liegt?

Der erste Schritt um aus dem Chaos herauszukommen, besteht für mich in einem Annehmen der Situation. Es ist wie es ist und grad lässt sich auch nicht wirklich was daran ändern. Auch die damit verbundenen Gefühle anzunehmen, wie Trauer, Wut, Hilfslosigkeit, Angst und was sich in dem Cocktail noch so befindet ist ein wichtiger Akt. Denn sie wegzuschieben, macht sie nur noch größer als kleiner.

Und auch wenn ich in meinem vorherigen Beitrag über den Beschluss glücklich zu sein geschrieben habe, dürfen wir doch nicht vergessen, dass uns das Leben immer wieder Tiefschläge präsentieren wird. Ob wir das nun wollen oder nicht.

Der wichtige Unterschied besteht im Umgang mit diesen Situationen. Wir werden mit den schmerzlichsten Momenten in unserem Leben dann am ehesten klar kommen, wenn wir unsere Emotionen weder verniedlichen noch künstlich dramatisieren. Die Kunst besteht darin, sich dem wahren Gefühl anzunähern. Die Traurigkeit zuzulassen und auszuhalten, die Hilflosigkeit als Panik aufsteigen zu fühlen und nicht davon zu laufen.

Wenn Sie sich so immer wieder Stückchen für Stückchen sich selbst annähern und sich Zeit lassen, Ihr Scheitern anzunehmen, werden Sie letztendlich gestärkt daraus hervorgehen. Auch wenn das in den Momenten, in denen alles zerbrochen ist, unendlich weit weg erscheint.

Die Gewissheit Tiefschläge gemeistert zu haben, kann uns stärken. Es macht es nicht unbedingt einfacher oder das Gefühl wird deswegen nicht weniger unangenehm sein, doch wir wissen zumindestens aus unserer Erfahrung heraus, dass wir es überstehen werden. Dies stellt einen enorm wichtigen Lernprozess dar: Zu wissen, man schafft es aus eigener Kraft. Und das ist etwas das uns niemand nehmen kann. Darin steckt die wahre Chance des Scheitern. Lernen damit umzugehen und diese Fähigkeit in uns zu integrieren.

Wie gehen Sie mit dem Thema um? Ich freue mich sehr auf Ihre Antworten.

glcksklee_52063.jpgNun ist das neue Jahr schon wieder eine Woche alt oder jung, je nach Sichtweise. Spüren Sie immer noch den Zauber des Anfangs? Oder sind Sie bereits wieder in der Tretmühle und im Alltagstrott angekommen?

Halten Sie doch kurz einen Moment inne und fragen sich selbst: ‘Bin ich glücklich?‘ Glücklich im Sinne von einer stillen inneren Zufriedenheit, einem wärmenden Gefühl, einem Lächeln, das sich wie von selbst auf’s Gesicht zaubert?

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Da ich selbst im Moment große persönliche Veränderungen zu bewältigen habe, ist dieses Gefühl mir ein gutes Stück abhanden gekommen. Und genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, trotz alledem einfach glücklich zu sein. Das mag sich sehr seltsam anhören und das ist es wohl auch. Doch mit jedem Moment, an dem mir dieser Gedanke präsent ist, tue ich mir selbst etwas gutes.

Glück ist nichts was einem passiert, sondern ein Zustand in den man sich selbst versetzen kann. Glücklich sein, bedeutet für mich in erster Linie Gedanken zu hegen, die dieses Empfinden fördern. Negative Ereignisse anzunehmen in dem Wissen, dass auch sie vorüber gehen werden. Gelassenheit zu lernen und immer wieder den jetzigen Moment als wertvoll zu empfinden.

Egal welche Gedanken Sie gerade im Kopf haben, Sie sind der Mensch, der es ändern kann. Wenn in Ihnen momentan viel negatives herumschwirrt, können Sie beschließen, ihnen weniger Raum zu geben und stattdessen liebevolle Gedanken in den Vordergrund zu stellen.

Das ist tatsächlich so einfach wie Fingerschnippsen. Sie können den Gedanken ‘Ich beschließe, dass ich jetzt glücklich bin.’ im Kopf verankern. Immer wieder. Denn wir vergessen viel zu oft, dass niemand “uns denkt” sondern das alles was in unserem Kopf passiert von uns selbst gemacht ist.

Es gibt Erkenntnisse aus der Gehirnforschung die besagen, dass negatives wie positives - also Gefühle, Gedanken die emotional stark aufgeladen sind - wie ein Musikstück eine Weile in uns nachklingen. Sie drehen sich im Kreis und wiederholen sich stetig. Und genau dieses Empfinden haben wir, wenn wir das Gefühl haben, aus einem Gedankenkarusell nicht herauszukommen.

Dieses Wissen kann uns nun dazu befähigen, es als genau das anzunehmen was es ist: ein Nachhall eines lauten Klanges, der mit der Zeit leiser wird bis er verstummt. Alles geht vorüber, das ist gewiss. Und in dieser Zeit können wir trotzdem beschließen glücklich zu sein. Sie können es mit jedem Mal wieder. Sie können in jeder Minute damit anfangen. Immer wieder.

Im NLP gibt es diese wunderbare Metapher mit der Frage: Who drives the bus? - Wer fährt den Bus? Und wenn Sie sich diese Frage selbst stellen, dann werden Sie ganz schnell feststellen, ob Sie grad selbst lenken oder irgendwo hinten in Ihrem eigenen Bus sitzen. Und dann liegt es nur noch an Ihnen das Steuer wieder zu übernehmen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Fahrt :-) und wenn Sie dazu noch gern etwas Lesestoff hätten, dann schauen Sie doch mal in diesen Beitrag hinein.

Jahresabschluss - Die große Lebens-Inventur

kalender.jpgWer im letzten Jahr schon mit dabei war, kennt das Ritual bereits:

Die große Lebens-Inventur

Und zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, ist dafür eine gute Zeit. Sie finden hier die Anleitung dazu. Die Idee stammt von Vera F. Birkenbihl und ist für mich jedes Jahr wieder eine Bereicherung. Hier finden Sie den Beitrag dazu aus dem letzten Jahr.

Bildquelle: pixelio.de

Für wen diese Möglichkeit das Jahr zu beschließen, neu ist, dem kann ich nur empfehlen es einmal auszuprobieren. Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe und lassen Sie mit Hilfe der Fragen das Jahr Revue passieren. Wertvolle Hinweise verbergen sich im Vergleich der jetzigen Ziele mit denen des vergangenen Jahres.

Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben und wohin geht nun der Fokus?

Wer dieses Ritual seit einigen Jahren macht, wird interessante Strömungen feststellen. Manche Ziele haben sich wie von selbst erreichen lassen, manche haben sich direkt in Luft aufgelöst und manche sind unerreicht geblieben. Da es hier nicht um eine Abrechnung im Sinne einer Bilanz geht, sondern um ein Wahrnehmen dessen was IST, können Sie mit einem wohlwollenden Blick auf Ihr Jahr Veränderungen wie auch Stagnationen wichtige Erkenntnisse gewinnen.

Wenn Ihnen beispielsweise auffällt, dass Sie auch in diesem Jahr Ziel XY wieder nicht oder nur zu einem kleinen Teil erreicht haben, dann versuchen Sie doch einmal eine andere Reaktion darauf als sonst. In den meisten Fällen gefällt es uns nicht besonders, wenn wir etwas nicht erreicht haben, was wir uns vorgenommen haben und es macht sich schnell ein Gefühl des Versagens breit. Wie wäre es denn, wenn Sie sich dafür dankbar wären?

Hört sich verrückt an? Das stimmt. Doch probieren Sie es doch einmal aus. Dazu ein Beispiel, das sich als sehr aufschlussreich erwiesen hat:

Seit Jahren hadert jemand, den ich sehr gut kenne, mit ihrer Disziplinlosigkeit. Und damit meine ich z.B. die Tendenz, Dinge zwar anzufangen und dann nicht zu beenden oder Routinen schleifen zu lassen, häufig viel zu spät mit der Bearbeitung von Projekten anzufangen usw. Die Liste könnte noch eine ganze Weile fortgesetzet werden. Und daher ist dieses Thema meist auch bei der Jahresinventur dabei.

Dieses Jahr haben wir den Spieß einfach mal umgedreht und sie hat sich bei sich selbst für ihre Disziplinlosigkeit bedankt. Und das war das beste was sie machen konnte. Denn interessanterweise war ihr im nächsten Moment klar, dass sie dadurch ihre Freiheit und Eigenständigkeit bewahrt hat. Dieses Gefühl ist für sie sehr wichtig und elementar und es hat sich daher meistens durchgesetzt. Woher dieser tiefe Wunsch stammt lassen wir mal völlig außen vor. Denn es geht doch um HEUTE und Veränderungen die JETZT möglich sind.

Im Anschluss an diese Erkenntnis war klar, dass das Annehmen der Disziplinlosigkeit mit dem Wissen des Freiheitsschutzes, eine große Stärke ist und sie nun nicht mehr gegen sich selbst ankämpfen muss.

Denn eine Eigenschaft in uns zu überwinden suchen, heißt auch immer, sie nicht anzunehmen und ihre positive Absicht nicht wertzuschätzen. Und wir wissen doch, kein Mensch macht etwas umsonst.

Also machen Sie doch dieses Jahr eine Ausnahme und anstelle dessen, dass Sie sich für nicht erreichtes selbst schimpfen, sich als tendenzieller Looser fühlen, seien Sie sich dafür dankbar. Tauchen Sie in dieses Gefühl ein und lassen sich davon überraschen, was für Gedanken in Ihnen nach oben steigen.

Arbeiten Sie mit diesen Gedanken und betrachten Sie sie als Geschenk. Sie werden dadurch Ihren inneren Triebfedern und Werten näher kommen. Und wenn Sie diese klarer vor Augen haben und wissen, was das eigentliche Ziel dahinter ist, können Sie auch beginnen positive Veränderungen zu leben. Denn Sie werden niemals etwas gegen Ihr Innerstes durchsetzen. Machen Sie es dagegen zu Ihrem Verbündeten und seien Sie für Ihre innere Weisheit dankbar. Wenn Sie auch manches mal in einem seltsamen Gewand erscheinen mag.

Über Ihre Gedanken und Erfahrungen dazu freue ich mich und wünsche Ihnen viele wertvolle Erkenntnisse über sich selbst.

Lesefutter - Folge 4

Jetzt geht’s langsam aber sicher in den Endspurt. Haben Sie schon alle Geschenke zusammen? Haben Sie auch an sich selbst gedacht? Wenn Sie gern lesen und/oder Bücher verschenken, habe ich ein paar Ideen für Sie zusammengetragen.

Die komplette Empfehlungsliste finden Sie hier. Und die heutige Ausgabe des Lesefutters ist eine kunterbunte Mischung aus Sachbüchern und Belletristik. Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung für Sie dabei.

Viel Spaß beim Stöbern!

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powerpoint.jpgErzählen statt aufzählen - Cliff Atkinson

Endlich kein Tod durch PowerPoint mehr. Wenn Sie des öfteren Präsentationen halten und sie nach neuen Ansätzen der Aufbereitung suchen, werden Sie von diesem Buch absolut begeistert sein. Es vereint die Technik der Drehbuchschreiberei (übrigens basierend auf Aristoteles Poetik!) mit der modernen Multimediawelt.

Erreichen Sie Ihre Ziele mit einer guten Story, in die Ihre Argumente eingebaut sind. Verdichten Sie diese zu einem Spannungsbogen, der Ihre ZuhörerInnen wirklich erreicht. Ein weiteres positives Merkmal an dieser Art der Präsentationsvorbereitung ist, dass sie keinesfalls auf PowerPoint beschränkt ist.Selbstverständlich bekommen Sie im 2. Teil des Buches viele praktische Hinweise zum Umsetzen im Programm (auch Tricks für Könner sind dabei), doch Sie sind darauf keineswegs festgelegt. Für jede Art von Rede/Vortrag u.ä. können Sie diese Vorbereitung nutzen. Mir hat sie schon vielerlei Dienste erwiesen.

Aufgrund des großen Interesses bei Vorträgen zu diesem Thema gibt es im Januar einen Workshop dazu. Alle Details finden Sie hier und dazu noch das Anmeldeformular.

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bas-kast.jpgWie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft - Bas Kast

Der Kopf ist schon eine wunderbare Sache, doch er ist nicht immer der beste Ratgeber. Die Erfahrung werden Sie auch schon gemacht haben, dass Ihr Bauchgefühl ein wichtiger Gradmesser ist. Bas Kast geht diesem Phänomen auf der ganzen Welt nach und hat in seinem Buch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengetragen.

Es ist überaus verblüffend sich mit ihm auf diese Reise zu begeben. Sie können z.B. mit einem Bildertest eine Ahnung davon bekommen, ob Sie denn wirklich so leben, wie sie es im Inneren empfinden. Oder welche Möglichkeiten schon getestet werden um das nicht gelebte “Genie-Potential” in uns anzuzapfen. Mich hat das Buch sehr fasziniert und durch den flüssigen Schreibstil macht es richtig Spaß zu lesen.

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das-damliche-geschlecht.jpgDas dämliche Geschlecht - Barbara Bierach

Das Buch hat den Untertitel ‘Warum es kaum Frauen im Management gibt’. Als es auf den Markt kam, schlugen die Wellen hoch und die Diskussionen hatten vielfach einen äußerst entrüsteten Unterton. Die Autorin stellt in ihrem Buch die These auf, dass Frauen schon selbst schuld sind, wenn sie nicht Karriere machen, aufsteigen und Erfolg haben. Und schmecken kann einem diese Speise anfangs wahrlich nicht. Doch da sie selbst als Wirtschaftsjournalistin gewohnt ist, ordentlich zu recherchieren werden die provokanten Punkte mit vielerlei Zahlen und Material untermauert.

Für mich hat sich während des Lesens der Blick doch sehr gewandelt. Wenn man feststellt, dass Deutschland wohl innerhalb der EU im Bereich der Frauen in Führungspositionen ein Entwicklungslandniveau besitzt und man in diesem Buch die Gründe um die Ohren gehauen bekommt, lässt sich ehrlicherweise nicht mehr viel dagegen sagen. Dann heißt es sich an die eigene Nase fassen. Sich selbst um die eigene Altersversorgung kümmern, das Zickengehabe und den Konkurrenzneid auf andere Frauen ablegen, sich lernen endlich gegenseitig zu unterstützen und vieles mehr. Da ist noch viel zu tun.

Wenn auch Sie mal einen anderen Blickwinkel zu diesem Thema bekommen möchten, kann ich Ihnen dieses Buch sehr empfehlen. Sie können es ja auch, wie ich anfangs…, als völlige Skeptikerin beginnen zu lesen, mit dem inneren Ansinnen, dies als Schwachsinn zu entlarven und sich dann Seite für Seite vom Gegenteil überzeugen lassen.

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alle-wollen-was-von-mir.jpgAlle wollen was von mir - na und? - Jo Ann Larsen

Dieses Buch werden Sie als Frau lieben. Es hat den netten Untertitel ‘Ein Wegweiser durch den täglichen Wahnsinn im Leben einer Frau‘. Ich hab während des Lesens immer wieder laut lachen müssen und dachte nur, oh mein Gott, woher weiß diese Frau, was mir immer so alles passiert...

Dazu vielleicht ein kleiner Auszug aus den ersten Seiten, damit Sie eine Ahnung bekommen und sich vielleicht gleich ein kleines Stück wiederfinden:

Schließlich ist die Frau von heute gewöhnlich eine erschöpfte Frau. Vielen können sich mit jener überarbeiteten Frau identifizieren, die an einem Friedhof vorbeikommt und zu ihrem Erstaunen eine innere Stimme flüstern hört: “Na, das ist aber mal ein leichter Job - einfach so herumliegen.”

Die erschöpfte Frau kümmert sich um alle, nur nicht um sich selbst. Ist der Druck da, dann gibt sie alle Aktiviätten auf, die ihr “Selbst” gut halten könnten - Schlaf, Sport, vernünftige Mahlzeiten, ja sogar Entspannung.

In den verschiedenen Kapiteln des Buches werden typische, kulturell bestimmte Reaktionen und Verhaltensweisen von Frauen beschrieben, die zur Erschöpfung ihrer Energie und Ressourcen führen. Des weiteren geht es um die Wachstumsentwicklung, der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von Frauen und der Festigung des Selbst.

Um Ihnen die Zielrichtung des Buches mit einer Metapher daraus nochmal vor Augen zu führen:

Frauen von heute gleichen so oft dem Gärtner, der wässert und Unkraut jätet, aber vergißt, an der Rose zu riechen. Das Riechen der Rose passt so schwer in unseren Zeitplan.

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

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ps-ich-liebe-dich.jpgP.S. Ich liebe Dich - Cecelia Ahern

Von diesem Buch haben Sie vielleicht schon gehört und haben es vielleicht auch schon gelesen. Der Titel und die Berichte in den Medien verführen dazu, es unter Kitsch und leichte Romanlektüre abzuhaken. Doch das ist es keineswegs.

In dem Buch geht es um Holly die ihren geliebten Mann durch eine Krankheit verliert. Sie hat keine Ahnung wie es weitergehen soll und auch ihre Freunde haben es schwer zu ihr durchzudringen. Ein Packen Briefe, den ihre Mutter ihr eines Tages gibt, reißt sie aus ihrer Lethargie heraus. Gerry, ihr verstorbener Mann hat ihr Briefe hinterlassen. Kurze Briefe, einen für jeden Monat. Und in jedem Monat gibt es eine Aufgabe für sie.

Was diese Aufgaben sind und wie sie Holly nach und nach wieder ins Leben zurückführen ist eine wunderbare Geschichte, die Cecelia Ahern da erzählt. Sie schreibt über Freundschaft und was der Kern dessen ist, was Leben heißt. Es ist auch ein Buch über Trauer und die Zeit, in denen es keine Auswege zu geben scheint. All dies findet sich hier wieder. Lesen Sie es, Sie werden etwas finden, das Sie mitnehmen können.

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Fragen Komma Gute 2007 - Alexandra Graßler

fragen-komma-gute-2007.jpgWenn Ihnen die Beiträge aus meinem Blog gefallen und Sie sie gern in Buchform zum Nachlesen und/oder Verschenken haben möchten, dann habe ich gute Neuigkeiten für Sie. Ab sofort gibt es die neueste Ausgabe “Fragen Komma Gute - Ausgabe 2007.

Dort finden Sie alle Texte versammelt, die zum Nachdenken anregen sollen und Ihnen mit Hilfe von Fragen neue Wege aufzeigen können. Lassen Sie sich inspirieren und anregen. An dieser Stelle noch vielen Dank an Claudia für die Titelidee.

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Mein Weg zum Wohlfühlgewicht - Peter Faulstich

faulstich.jpgMenschen die mich kennen, wissen, dass ich nun gar nichts mit Kochen am Hut habe - hatte, genauer gesagt. Denn dieses Buch hat mich in die Küche gezerrt. Und das ist bei mir schon fast so etwas wie das 8. Weltwunder :-)

In diesem Jahr hatte ich die Möglichkeit den Autor, Peter Faulstich, persönlich kennenzulernen. Innerhalb einer Lehrküche hat er einige der Speisen aus dem Buch live vorgekocht, viel dazu erklärt und wir durften uns hinterher den Bauch vollschlagen. Es war einfach nur köstlich. Die Gerichte sind alle superlecker und tun dem Körper sehr gut. Das Prinzip der vegetarischen Vollwerternährung das dahinter steht, kann ich nur jedem empfehlen. Auch wenn man nicht abnehmen, sondern sich “nur” gesund ernähren möchte.

Doch das Buch kann noch viel mehr. Es baut auf der Kneipp’schen Lehre auf und befasst sich nicht nur mit dem Kochen an sich, sondern geht auch auf viele andere Aspekte ein, die mit dem Thema Essen und Übergewicht zu tun haben. Sie bekommen zahlreiche, praktisch anzuwendende Hilfen um sich dem Thema zu nähern.

Der Rezeptteil umfasst über 200 Rezepte von Brotaufstrichen, Salaten aller Art, verschiedenste Hauptgerichte, Suppen und was für Schleckermäulchen ist auch dabei. Die Gerichte sind so gestaltet, dass sie jederzeit noch etwas anderes für die nächsten Tage daraus machen können. Es gibt tolle Ideen für Berufstätige und - das ist vor allem für mich wichtig - die meisten Gerichte gehen superschnell. Dann bleibt mir nur noch Ihnen “Guten Appetit” zu wünschen!

Wie voll ist Ihre Schale…?

brunnen.jpgDas Sinnbild der Schale ist der Kern der Psychopädie. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Lebens- und Seelenschulung um mit sich selbst und anderen liebevoll umgehen zu lernen. Vom Entwickler Dr. Derbolowsky ist diese Richtung der praktischen Psychologie im christlichen Glauben verankert.

Doch auch wer mit dem kirchlichen Gedankengut nicht besonders konform geht, wird mit dem Bild der drei Schalen etwas anfangen können.

Bildquelle: evang. Kirche Hardheim.

Lassen Sie uns das Bild durchgehen:

  • Die oberste Schale wird auch die “Ich-Schale” genannt. Und nur wenn diese Schale gut mit Wasser gefüllt ist, kann sie überlaufen in
  • die Du-Schale. Diese steht für alle anderen Menschen, mit denen ich in Kontakt trete, Beziehungen pflege und begegne.
  • Die unterste Schale, steht für die Welt (für Gott oder jeden anderen Begriff, den man dafür einsetzen möchte).

Wenn Sie einen Moment innehalten und in sich hinein spüren und horchen:

Wie steht es mit meiner Ich-Schale? Ist sie gut gefüllt? Oder steht das Wasser grad mal bis zur Hälfte? Oder ist sie gar so gut wie ausgetrocknet? Welches Bild taucht in Ihnen dazu auf?

Sollten Sie mit Erschrecken feststellen, dass nicht genügend Wasser vorhanden ist, damit es überlaufen kann, stehen Sie damit beileibe nicht alleine da. Wir kennen mit Sicherheit alle das Gefühl des Ausgelaugtseins. Zuviele Menschen, die etwas von uns wollen, Projekte die erledigt und Termine die eingehalten werden sollen - alles Situationen die unser Wasser verbrauchen.

Unsere Lösungsstrategie besteht nun leider viel zu oft darin uns noch mehr anzustrengen um alles gebacken zu bekommen. Die Erlaubnis, sich rauszunehmen, zurückzuziehen, sich um das Füllen der eigenen Schale zu kümmern, geben wir uns viel zu selten.

Das Ergebnis ist häufig die völlige ErSCHÖPFung. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass sich dahinter wortwörtlich ein “ausgeschöpft sein” verbirgt? Nichts mehr da, was es zu schöpfen gäbe. Die Schale ist leer.

So, und nun stehen wir vor dem Dilemma, dass es ja da unsere Aufgaben gibt, sich andere Menschen auf uns verlassen und wir dafür alles mögliche zu tun haben. Doch was soll denn nun überlaufen in die “Du-Schale” wenn wir unsere eigene bereits erschöpft haben?

Was tun? Nun, wenn wir den optimalen Fall durchspielen: Erinnern Sie sich doch einmal an Situationen, Tage, Momente in denen Sie gefühlt haben, wie Sie überfließen vor Energie, Freude und Lebenslust. Holen Sie sich die Bilder und Erinnerungen ganz nah heran und tauchen Sie darin ein. Tauchen Sie in Ihre überfließenden Ich-Schale ein.

Wie geht es Ihnen damit? Könnte es sein, dass Sie in diesem Empfinden alles, was ansteht mit einer inneren Kraft und Freude erledigen können? Auch gut unterscheiden können, wann der Punkt erreicht ist, auch einmal nein zu sagen?

Sehen Sie und genau diese Fähigkeiten stehen uns nicht mehr zur Verfügung, wenn wir uns verbrauchen. Dann haben auch die Menschen in unserer Umgebung nichts mehr von uns, da die Laune gleichzeitig mit dem Wasserstand in den Keller geht.

Wir wissen das alles, haben es in verschiedenster Form schon gehört, gelesen… Doch wieso passiert es immer wieder, dass wir nicht gut für uns selbst sorgen?

Vielleicht kann uns dazu ein sehr krasses Beispiel aus dem Katastrophenschutz behilflich sein, um besser zu verstehen, dass es nichts, aber auch gar nichts, mit Egoismus zu tun hat:

Im Fall eines möglichen Flugzeugabsturzes werden die Eltern eindringlichst dazu aufgefordert, erst sich selbst die Atemschutzmasken anzulegen und erst danach ihren Kindern. Erst gut für sich selbst sorgen, damit ich bestmöglichst für andere sorgen kann.

Wissen Sie noch, dass unser Leben endlich ist? Und Sie haben jeden Tag, jede Stunde, jede Minuten die Möglichkeit sich für das Füllen Ihrer Schale zu entscheiden. In dem Wissen, dass Sie dann auch gut für andere sorgen können.

Holen Sie sich doch immer wieder das Bild Ihrer Schale und fragen Sie den Wasserstand regelmäßig ab. Denn je früher wir lernen gegenzusteuern, zu lernen, welche Situationen uns besonders erschöpfen und welche uns besonders auffüllen, können wir umso besser für uns sorgen.

In diesem Sinne, seien Sie sorgsam mit sich und schöpfen Sie aus dem Vollen. Wenn Sie uns dazu Ihre ganz persönlichen Ideen und Anregungen mitgeben möchten, freuen wir uns darauf, sie zu lesen.

Anita-Roddick.jpgDiese Frage wurde in einem Interview an eine der reichsten Frauen der Welt gestellt, Anita Roddick. Die Antworten von ihr haben mich überaus beeindruckt. Lesen Sie selbst, was Sie auf darauf sagte:

Die Wirtschaft ist die größte und mächtigste Institution in der Gesellschaft. Sie ist mächtiger als die Kirche, mächtiger als Regierungen. Wenn sie gänzlich ohne Moral auskommt, dann hilf uns Gott. Alles, was in der Wirtschaft geschieht, berührt das Leben von Millionen Menschen. Grund genug, ehrenhaft zu arbeiten.

Anita Roddick ist ein Mensch, der nie etwas nur hinnimmt. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Dinge zu verändern und in Bewegung zu setzen. Selbst sieht sie sich in der Rolle als Außenseiterin und hat dazu eine interessante Definition:

Ein Außenseiter zu sein bedeutet, dass du nicht einfach akzeptierst, was man dir in der Schule beibringt, was du in der Presse liest, was die Politiker sagen. Außenseiter glauben an ihre eigenen Erfahrungen. Werte werden durch Erfahrungen geprägt und verändern sich mit ihnen.

Zur momentanen gesellschaftlichen Denke hat sie ebenfalls ein paar sehr klare Gedanken geäußert:

Im Moment ist dauernd die Rede von Profitmaximierung. Zum ersten Mal in der Geschichte erleben wir, dass ökonomisches Denken alle menschlichen Werte zu ersticken droht. Werte wie Freundlichkeit, Neugier, Fürsorge und Kreavität.

Und zum Thema Konsum:

Nicht der Konsum an sich ist falsch, sondern die Art, wie man konsumiert. Man hat die Wahl. Man kann konsumieren, ohne den Planeten auszubeuten, ohne anderen Menschen Schmerz zuzufügen. Das ist möglich.

Anita Roddick ist mit dem Verkauf von Pflegeprodukten reich geworden, doch ihr Herzblut hängt an den Kampagnen die sie unterstützt. Von “Rettet die Wale” bis zur aktuellen Kampagne gegen häusliche Gewalt.

Das ganze Interview können Sie in der existenzielle nachlesen. Einem Magazin für selbständige Frauen, das 4x im Jahr erscheint.

Wie sehen Sie das mit der Moral im Geschäftsleben? Spielt dieses Thema für Sie eine Rolle? Ich finde es sehr interessant, diesen Fragen einmal ernsthaft nachzugehen. Vor allem genau dann, wenn man eigentlich keine Zeit dazu hat, weil man ja mit Geldverdienen beschäftigt ist.

Welche Werte entwickeln Sie mit Ihrer Arbeit?

Wer nun in der Massenartikelproduktion tätig ist, mag einwenden können, dass sich ja mit Kronkorken schwerlich Werte entwickeln lassen. Das ist vordergründig bestimmt richtig.

Jedoch haben Sie die Wahl, was Sie mit dem eingenommenen Geld machen. Selbstverständlich müssen Kosten getragen, Investitionen getätigt und Rücklagen gebildet werden.

Doch ließe sich nicht ein kleiner Teil dazu verwenden, in Ihrem Umkreis etwas zu bewegen? Und sei es eine Unterstützung um dem angrenzenden Spielplatz eine neue Schaukel zu finanzieren oder vielleicht einem Existenzgründer als Mentor zur Seite zu stehen oder oder oder….

Es geht nicht um den Riesenaufwand und die große finanzielle Zuwendung. Es geht darum im Kopf umzudenken. Die kleinen Dinge, die man tun kann, damit die Welt wieder ein wenig menschlicher wird. Dazu muss man nicht die Welt verbessern. Sondern es genügt, die eigene kleine Welt mal wieder mit anderen Augen zu betrachten.

Denn die tiefste Befriedigung liegt fast immer darin, etwas zu tun, das “Sinn macht”. Und Sinn machen hat etwas damit zu tun, einen Beitrag zu leisten. Und da wir nunmal nicht allein auf der Welt leben, ist unser Beitrag dann am sinnvollsten, wenn er auch andere unterstützt.

Wie sehen Sie das?

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