j0386638.jpgÜber diesen Begriff bin heute gestolpert und hängengeblieben. Wohlhabend. Wohl haben.

Lässt sich “wohl” haben? Ist das nicht eher ein Gefühl? Das ist wirklich interessant. Ließe sich dann sagen, wer wohlhabend ist fühlt sich auch wohl? Oder ist es einfach nur eine Entsprechung von reich?

Welche gefühlte Qualität haben diese beiden Wörter für Sie?

Also ich für meinen Teil empfinde reich eher als kühl und wohlhabend eher als angenehm warm. Mit jemandem der wohlhabend ist, bringe ich auch eine wohl-wollende Geisteshaltung in Verbindung. Wie z. B. jemand der als Mäzen künstlerische Arbeit unterstützt oder als Initiator Stiftungen gründet.

Mit jemandem der reich ist bringe ich Dinge und Statussymbole in Verbindung. Und damit Besitzdenken und Fokussierung auf materielle Güter, Ansehen und ein bestimmtes Image.

Unter diesem Blickwinkel ist es für mich persönlich also erstrebenswerter wohlhabend zu sein als reich. Selbstverständlich ist das eben meine ganz persönliche Empfindung.

Worauf ich mit diesem Vergleich hinaus will, ist die Tatsache, dass Wörter für uns über die “duden’sche” Bedeutung hinaus eine ganz persönliche Qualität haben. Und diese beeinflusst uns weit mehr als wir denken.

Dieses plakative Beispiel mit wohlhabend/reich habe ich auch deswegen gewählt, weil es ein Anliegen vieler Menschen ist reich zu sein. Und doch scheint es nicht so einfach zu verwirklichen. Mal ganz abgesehen von äußeren Umständen, inneren Programmen u. ä. kann Ihnen eine aufmerksame Wahrnehmung Ihrer Empfindungen beim Nutzen bestimmter Wörter interessante Aufschlüsse geben. Sinn macht das vor allem dann, wenn Sie eine gewisse emotionale Intensität feststellen.

Und wenn nun jemand den Begriff “reich” in seiner gefühlten Qualität eher als unangenehm empfindet, ist dies ein weiterer Grund reich zu sein/zu werden tunlichst zu vermeiden. Denn wer strebt es schon an, sich unangenehm fühlen.

Probieren Sie es doch mit unseren Beispielwörtern selbst einmal aus und achten auf die ersten spontanen Emfindungen. Sie können Gegensatzpaare als Hilfestellung verwenden wie kalt/warm, dunkel/hell, weich/kratzig, schwer/leicht usw.

  • Wie fühlt sich “reich” für Sie an?
  • Und wie fühlt sich “wohlhabend” für Sie an?

Machen Sie sich ein paar kurze Notizen dazu, das kann sehr aufschlussreich sein.

Wie wär’s mit noch einem Wortpaar?

  • Wie fühlt sich Disziplin für Sie an?
  • Und wie steht’s mit Durchhaltevermögen?

Auch das ist ein Begriffpaar, das etwas sehr ähnliches beschreibt.

Wenn Sie nun auf diese spielerische Art Ihre Sprache und Wortwahl wahrnehmen, könnte es sein, dass Sie im übergeordneten Sinn eine Ahnung davon bekommen, welche Gefühle Sie sich selbst hauptsächlich verschaffen.

Was denken Sie? Welches Verhältnis wird sich bei Ihnen dabei ergeben? Eher in eine angenehme oder eine unangenehme Richtung? Schätzen Sie doch mal spontan das Verhältnis in %. (Diese spontanen Aussagen sind überaus interessant und spiegeln sehr häufig Ihre persönliche Realität.)

Sollten Sie bei 50/50 gelandet sein, so ist das doch schon mal ausbaufähig. Und wer den unangenehmen Bereich höher bewertet hat wie den angenehmen sollte sich darüber Gedanken machen, ob ihm denn das gefällt. Falls nicht, sollten Sie zusätzlich darauf achten, welche wortgewaltige Negativität von außen auf Sie einströmt, allein nur durch Zeitung, Fernsehen und Internet.

Sie dürfen eines nicht vergessen: Sobald der Mensch lesen gelernt hat, ist er nicht mehr in der Lage “nicht” zu lesen. Und das bedeutet damit, dass alle Katastrophenmeldungen die Ihnen als Text begegnen, alle Unglücke, Horrorszenarien der Wirtschaft usw. von Ihnen aufgenommen werden. Ob Sie nun wollen oder nicht. Denn Sie können nicht “nichtlesen”. Und das fördert das Wohlbefinden im seltensten Maße.

In so einem Fall kann ich Ihnen nur dringend eine Mediendiät empfehlen. Lesen Sie mal zwei Wochen keine Zeitung und sehen und hören keine Nachrichten an.

Falls Sie sich Sorgen machen etwas wichtiges zu verpassen, kann ich Sie beruhigen. Ich z.B. lese seit über 10 Jahren keine Zeitung mehr und höre und sehe mir keine Nachrichten mehr an. Und ich kann Ihnen aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass ich deswegen keineswegs uninformierter bin. Im Gegenteil es bleibt mehr Zeit für die gezielte Informationsaufnahme. Und das was soo wichtig ist, bekommen Sie sowieso mit. In Gesprächen in der Familie, mit Freunden und Kollegen.

Um den Kreis zu schließen als Resümee:

Worte haben für uns eine gefühlte Qualität und lösen etwas in uns aus. Das ist oft für jeden Menschen etwas anderes. Und um uns selbst mehr inneres Wohlbefinden zu verschaffen, lohnt es sich die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu erhöhen wenn wir mit Sprache umgehen.

Wer dazu gern etwas praktische Hilfe hätte, dem seien die Werke von Mechthild Scheurl-Defersdorf empfohlen. Sie hat das energetische Sprachtraining entwickelt, das sich mit der oft übersehenen Bedeutung und Wirkung von Worten beschäftigt. Hier finden Sie das ganze als wunderschön gestaltetes Kartenset.

Und wie immer freue ich mich auf Ihre Anmerkungen und Kommentare zum Thema.

stern-gebrochen.jpgDas Thema, wie man mit Tiefschlägen umgeht, ist nicht gerade bestsellerverdächtig. Gewiss, es gibt genügend Ratgeber die uns klar machen, dass Scheitern immer auch eine Chance ist. Das mag alles sein, doch mal ganz ehrlich, scheitern ist einfach erstmal scheitern und fühlt sich ziemlich besch… an, wenn Sie mir diesen Kraftausdruck verzeihen wollen.

Bildquelle: pixelio

Wenn jemand scheitert, erlebt er das Paradox eines Endes und Anfangs zugleich. Nur dass das Ende eine unvorhergesehene Sackgasse darstellt und der Anfang keineswegs freiwillig sondern erzwungen ist. Und trotzalledem muss es ja irgendwie weitergehen, doch mit welchem Ziel und ohne Plan?

Scheitern ist zutiefst persönlich. Es trifft uns im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Kern. Alles was bisher galt, ist außer Kraft gesetzt. Die Zukunft die einem vor Augen war, liegt zerschellt wie ein Spiegel auf dem Boden.

Im Scheitern begegnen wir unseren tiefsten Ängsten. Sind erstarrt in der Ohnmacht und Hilflosigkeit die sich breit macht. Alles Schönreden, wie “du wirst sehen, es ist das beste so” oder “jetzt kannst du nochmal neu anfangen” vielleicht noch mit einem nachgeschobenen “ist doch toll…” verstört viel mehr als es auch nur nützen würden. Denn was soll ich denn sehen oder beginnen, wenn meine Welt in Trümmern liegt?

Der erste Schritt um aus dem Chaos herauszukommen, besteht für mich in einem Annehmen der Situation. Es ist wie es ist und grad lässt sich auch nicht wirklich was daran ändern. Auch die damit verbundenen Gefühle anzunehmen, wie Trauer, Wut, Hilfslosigkeit, Angst und was sich in dem Cocktail noch so befindet ist ein wichtiger Akt. Denn sie wegzuschieben, macht sie nur noch größer als kleiner.

Und auch wenn ich in meinem vorherigen Beitrag über den Beschluss glücklich zu sein geschrieben habe, dürfen wir doch nicht vergessen, dass uns das Leben immer wieder Tiefschläge präsentieren wird. Ob wir das nun wollen oder nicht.

Der wichtige Unterschied besteht im Umgang mit diesen Situationen. Wir werden mit den schmerzlichsten Momenten in unserem Leben dann am ehesten klar kommen, wenn wir unsere Emotionen weder verniedlichen noch künstlich dramatisieren. Die Kunst besteht darin, sich dem wahren Gefühl anzunähern. Die Traurigkeit zuzulassen und auszuhalten, die Hilflosigkeit als Panik aufsteigen zu fühlen und nicht davon zu laufen.

Wenn Sie sich so immer wieder Stückchen für Stückchen sich selbst annähern und sich Zeit lassen, Ihr Scheitern anzunehmen, werden Sie letztendlich gestärkt daraus hervorgehen. Auch wenn das in den Momenten, in denen alles zerbrochen ist, unendlich weit weg erscheint.

Die Gewissheit Tiefschläge gemeistert zu haben, kann uns stärken. Es macht es nicht unbedingt einfacher oder das Gefühl wird deswegen nicht weniger unangenehm sein, doch wir wissen zumindestens aus unserer Erfahrung heraus, dass wir es überstehen werden. Dies stellt einen enorm wichtigen Lernprozess dar: Zu wissen, man schafft es aus eigener Kraft. Und das ist etwas das uns niemand nehmen kann. Darin steckt die wahre Chance des Scheitern. Lernen damit umzugehen und diese Fähigkeit in uns zu integrieren.

Wie gehen Sie mit dem Thema um? Ich freue mich sehr auf Ihre Antworten.

glcksklee_52063.jpgNun ist das neue Jahr schon wieder eine Woche alt oder jung, je nach Sichtweise. Spüren Sie immer noch den Zauber des Anfangs? Oder sind Sie bereits wieder in der Tretmühle und im Alltagstrott angekommen?

Halten Sie doch kurz einen Moment inne und fragen sich selbst: ‘Bin ich glücklich?‘ Glücklich im Sinne von einer stillen inneren Zufriedenheit, einem wärmenden Gefühl, einem Lächeln, das sich wie von selbst auf’s Gesicht zaubert?

Bildquelle: pixelio.de

Da ich selbst im Moment große persönliche Veränderungen zu bewältigen habe, ist dieses Gefühl mir ein gutes Stück abhanden gekommen. Und genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, trotz alledem einfach glücklich zu sein. Das mag sich sehr seltsam anhören und das ist es wohl auch. Doch mit jedem Moment, an dem mir dieser Gedanke präsent ist, tue ich mir selbst etwas gutes.

Glück ist nichts was einem passiert, sondern ein Zustand in den man sich selbst versetzen kann. Glücklich sein, bedeutet für mich in erster Linie Gedanken zu hegen, die dieses Empfinden fördern. Negative Ereignisse anzunehmen in dem Wissen, dass auch sie vorüber gehen werden. Gelassenheit zu lernen und immer wieder den jetzigen Moment als wertvoll zu empfinden.

Egal welche Gedanken Sie gerade im Kopf haben, Sie sind der Mensch, der es ändern kann. Wenn in Ihnen momentan viel negatives herumschwirrt, können Sie beschließen, ihnen weniger Raum zu geben und stattdessen liebevolle Gedanken in den Vordergrund zu stellen.

Das ist tatsächlich so einfach wie Fingerschnippsen. Sie können den Gedanken ‘Ich beschließe, dass ich jetzt glücklich bin.’ im Kopf verankern. Immer wieder. Denn wir vergessen viel zu oft, dass niemand “uns denkt” sondern das alles was in unserem Kopf passiert von uns selbst gemacht ist.

Es gibt Erkenntnisse aus der Gehirnforschung die besagen, dass negatives wie positives - also Gefühle, Gedanken die emotional stark aufgeladen sind - wie ein Musikstück eine Weile in uns nachklingen. Sie drehen sich im Kreis und wiederholen sich stetig. Und genau dieses Empfinden haben wir, wenn wir das Gefühl haben, aus einem Gedankenkarusell nicht herauszukommen.

Dieses Wissen kann uns nun dazu befähigen, es als genau das anzunehmen was es ist: ein Nachhall eines lauten Klanges, der mit der Zeit leiser wird bis er verstummt. Alles geht vorüber, das ist gewiss. Und in dieser Zeit können wir trotzdem beschließen glücklich zu sein. Sie können es mit jedem Mal wieder. Sie können in jeder Minute damit anfangen. Immer wieder.

Im NLP gibt es diese wunderbare Metapher mit der Frage: Who drives the bus? - Wer fährt den Bus? Und wenn Sie sich diese Frage selbst stellen, dann werden Sie ganz schnell feststellen, ob Sie grad selbst lenken oder irgendwo hinten in Ihrem eigenen Bus sitzen. Und dann liegt es nur noch an Ihnen das Steuer wieder zu übernehmen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Fahrt :-) und wenn Sie dazu noch gern etwas Lesestoff hätten, dann schauen Sie doch mal in diesen Beitrag hinein.

martin_seligman.jpg id=Der Glücks-Faktor, ein plakativer Titel mit überaus praktischer Umsetzung. Martin Seligman ist einer der Begründer der “Positiven Psychologie“. U. a. gemeinsam mit Mihaly Csikszentmihalyi, dem Glücksforscher schlechthin, ist er dem Gedanken nachgegangen, wie sich systematisch positive Zustände fördern lassen.

Es gibt z. B. grundlegende Unterschiede darin, wie Optimisten und Pessimisten denken. Genauer gesagt, wie sie positive und negative Ereignisse bewerten.

Wenn Ihnen beispielsweise eine Präsentation misslingt, wie denken Sie dann über sich? Jemand der eher optimistisch veranlagt ist, wird eine Erklärung finden, wieso gerade heute diese Präsentation nicht so gelungen ist. Z.B. weil nicht genügend Zeit zur Vorbereitung war, der Chef einen schlechten Tag hatte usw. Der Pessimist wird diese Situation eher verallgemeinern und Gedanken hegen wie: ich kann das halt nicht, ich bin dafür nicht geeignet.

Im Gegensatz dazu die Bewertung einer positiven Situation: Nehmen wir den gleichen Fall. Eine Präsentation ist besonders gut gelungen. Der Optimist wird nun eher in folgende Richtung denken: Ich kann einfach gut präsentieren. Der Pessimist wird dagegen eine Einzelerklärung finden wie z. B. naja, das war jetzt echt ein Glücksfall heute, für dieses Thema war ich gut vorbereitet.

Allein dieser Unterschied ermöglicht es sich sein persönliches Trainingslager im Kopf zu schaffen um zu lernen mehr Optimismus zu leben. Seligman empfiehlt, sich beim Denken genauer zu beobachten und ggf. einzugreifen. Sollten Sie merken, dass sich die Negativ-Spirale gedanklich in Gang setzt, dann fangen Sie an, mit sich selbst zu disputieren.

Um beim obigen Beispiel mit der Präsentation zu bleiben: Wenn Sie eher schlecht gelaufen ist und Sie über sich denken, dass Sie halt nicht präsentieren können, dann wäre ein gutes Argument: Wieso sollte ich das nicht können, heute war einfach jeder in schlechter Stimmung. oder die Technik hat halt heute versagt, oder ich hatte mich zuwenig vorbereitet usw.

Im Buch können Sie außerdem mit Hilfe von einfachen und doch ausgeklügelten Testfragen Ihre sog. Signaturstärken erkennen. Darunter versteht man die Bandbreite an persönlichen Stärken die einem positive Empfindungen verschaffen. Je öfter jemand seine eigenen Signaturstärken einsetzen kann um so erfüllter wird er sein Leben empfinden.

Das Buch bietet eine Fülle von sofort umsetzbaren Möglichkeiten und Seligman selbst hat eine erfrischende Art zu schreiben. Dadurch, dass er sich ebenfalls als Pessimisten empfindet der lernt optimistischer zu denken, wirkt das Gelesene überaus authentisch.

Für mich ein sehr wertvolles Lesefutter: Der Glücks-Faktor von Martin E.P. Seligman

Dass Reklamationen von Kunden Chancen sind, können wir in verschiedensten Büchern nachlesen und vom Kopf her ist das auch völlig logisch.

Doch mal ganz ehrlich: Wie geht es Ihnen, wenn ein Kunde persönlich, telefonisch oder schriftlich seinen Ärger an Sie weitergibt? Die Sätze sind (vor allem grad wenn Emotionen eine Rolle spielen) selten im besten Feedback-Format formuliert.

Es ist oft daher ganz natürlich, dass innerlich die Stacheln aufgestellt werden und die erste Reaktion eher eine Rechtfertigung ist als ein bewusstes Zuhören. Reklamationen sind ja letztlich Vorwürfe und genau darauf reagieren wir unbewusst.

Lassen Sie uns doch daher mal einen näheren Blick auf diese Art von Vorwürfen werfen. Es gehören ja immer zwei dazu. Und wer sich vor Augen hält, dass ein Vorwurf erst einmal mit demjenigen zu tun hat, der “wirft”, kann dadurch schon ein anderes Bild entstehen. Niemand macht ja etwas umsonst, wie uns die Psychologie lehrt und heute hab ich im Kalenderblog ein wunderbares Zitat dazu gefunden, wie sich das mit den Vorwürfen erklären lässt:

“Vorwürfe sind schlecht formulierte Wünsche.”

Martin Haberzettl

Denken Sie doch in diesem Zusammenhang mal an die letzten Vorwürfe, die Sie jemandem gemacht haben. War es da nicht auch so, dass Sie etwas anderes wollten, als Sie bekommen haben? Meist hängt das mit nicht erfüllten Erwartungen zusammen. Die zudem oft unbewusst aufgebaut und nicht klar formuliert werden.

Und wenn wir das nun auf ein Kundengespräch ummünzen, dann könnten Sie beim nächsten Vorwurf anders reagieren. Behalten Sie folgenden Gedanken dabei im Kopf:

Der Kunde hat offensichtlich andere Wünsche. Er kriegt es nur nicht gebacken, wie er es formulieren soll.

Und damit sind Sie im Kopf mehr bei Ihrem Kunden und müssen sich nicht mehr primär verteidigen oder schützen. Fragen Sie ihn doch, nachdem er alles losgeworden ist, nach seinen Wünschen. Z. B. mit der einfachen Formulierung: Was würden Sie sich für eine Lösung wünschen?

Diese Mechanismus funktioniert natürlich nicht nur in Kundengesprächen sondern trifft auch auf private Gespräche zu. Dabei sind halt häufig noch ganz andere Emotionswuchten im Spiel. Trotzdem könnte Ihnen dieser Gedanke daran auch helfen, ein wenig mehr Abstand zu gewinnen und dadurch besser zuhören zu können.

Um den Kreis zu schließen, noch einmal unsere Ausgangsposition: Reklamationen von Kunden sind Chancen. Vor allem Akquise-Chancen.

Denn ein Kunde, der das Gefühl hat, Sie hören ihm wirklich zu und helfen ihm dabei seine Wünsche zu formulieren hat einen weitaus höheren Bindungsgrad wie zuvor. Und zudem wird er diese Erfahrung mit Sicherheit gern weitererzählen.

blog_karneval.jpgDieser Beitrag wird auch im Rahmen des 1. Businessblog-Carneval veröffentlicht.

Kennen Sie die zauberhafte Macht eines ehrlichen “Danke schön“? Erinnern Sie sich doch mal an das letzte Mal, als Sie das erlebt haben. Jemand bedankt sich bei Ihnen und es springt ein Funke über, der innerlich zu wärmen scheint. Das meint auch der Ausdruck “herzlich” bedanken. Eine Botschaft von Herz zu Herz.

Vielleicht mag das der eine oder andere als sentimental empfinden. Und das stimmt, denn sentimental bedeutet empfindsam. Und wir Menschen haben (meiner Meinung nach) einen großen Bedarf an Empfindungen. An positiven Rückmeldungen. An Kleinigkeiten, die dem Gegenüber zeigen, dass wir ihn (oder sie) wertschätzen.

Unsere Zeit besteht so häufig nur aus Hetze, Terminjagd und dem Druck unerledigter Aufgaben. Sich Zeit zu nehmen für ein ehrliches Danke schön, kostet Sie vielleicht fünf Minuten. Dafür bekommen Sie jedoch ein Geschenk, dass Sie nicht kaufen können. Die Freude des anderen strahlt auf uns zurück und gibt uns Kraft und Stärke.

Wenn es um Kunden geht, dann kann man natürlich Weihnachten damit verbinden um danke zu sagen. Ein paar Gedanken dazu: Diese Gelegenheit nützen jedoch viele und die Karten sind oft einige und es kann passieren, dass manche davon nur überflogen oder gar ungelesen im Papierkorb landen.

Wieso nicht nach einem Auftrag noch einmal auf den Kunden zugehen um sich bei ihm zu bedanken? Vielleicht 2-3 Wochen später. Einfach so. Ohne schon wieder darauf zu hoffen, einen Folgeauftrag zu bekommen. Wenn Sie es ehrlich meinen, dann wird es auch wirken. Und Sie werden Rückmeldungen bekommen.

Oder schicken Sie doch in dieser eher ungemütlichen Jahreszeit in einem Brief mal einen Teebeutel mit oder eine andere Kleinigkeit. Denn geht es Ihnen nicht auch so, dass ein kleines Lächeln über das Gesicht huscht, wenn man solche Aufmerksamkeiten erhält? Einfach so, ohne eine daran hängende Verpflichtung?

Probieren Sie es aus. Welche Ideen Sie dazu haben, können Sie gern in einem Kommentar hinterlassen.

Meine Freude über ein völlig unerwartetes Dankeschön mit einem wunderbaren Präsent möchte ich gern teilen. Frei nach Meister Joda: Möge die Freude mit Ihnen sein :-)

Geschenkkorb.jpg Ist das nicht einfach nur schön? Ich hab mich so darüber gefreut, dass ich gar nicht wusste, was ich sagen soll. Und das kommt bei mir jetzt nicht allzu häufig vor ;-)

An dieser Stelle herzlichen Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Troiber die mir diese große Freude gemacht haben.

Grund für die lange Pause

Nach langer Zeit, es sind zwei Monate ins Land gegangen, schreibe ich heute meinen nächsten Beitrag. Der Grund für die lange Pause ist nicht nur der Sommerurlaub gewesen oder das neue Layout (an dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Martin) sondern eher etwas, das nicht unbedingt ein so sehr öffentliches Thema ist.

Für mich waren die letzten Monate eine emotional sehr belastete Zeit durch den Tod meines Vaters. Ich hatte in verschiedenen Beiträgen schon darüber geschrieben.

Wieso ich das jetzt zu einem Thema in einem eher geschäftlich aufgebauten Blog mache? Das hat mehrere Gründe. Der erste ist ganz banal, hinter jedem Geschäft stecken Menschen und jeder Mensch wird in seinem Leben mit dem Tod konfrontiert werden. Der zweite Grund ist, dass ich in den letzten Wochen viel über mich, über Menschen in meinem Umfeld und das Gefühl der Ohnmacht gelernt habe, das Trauerarbeit mit sich bringt.

Und das hat mir ganz klar aufgezeigt, dass Trauer eine eigene Dynamik hat. Die verschiedenen Phasen des Trauerns können nicht verkürzt oder übersprungen werden. Der Körper zieht hier klar die Bremse.

Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross spricht von 5 verschiedenen Trauerphasen:

  • Nicht-wahrhaben-Wollen
  • Zorn
  • Verhandeln
  • Depression
  • Zustimmung

Jede dieser Phasen ist wichtig. Nach meiner Erfahrung würde ich sagen, dass die Reihenfolge nicht unbedingt bei jedem Menschen die gleiche ist. Obwohl der Punkt Zustimmung den Abschluss bilden sollte, da man sonst in der Trauer quasi steckenbleibt.

Am schlimmsten war für mich die Phase des Zorns und des nicht-wahrhaben-wollens. Dieses Gefühl kam oft so unvermittelt hoch und hat sich auch häufig gegen meine Familie gerichtet, dass das schlechte Gewissen fast genauso schlimm war und ich völlig hilflos dazwischen.

Es war wie ein Ausblendenwollen. Wenn ich mich zurückziehe, einfach meine Arbeit weitermache, dann ist es fast so, als ob gar nichts passiert ist und alles ganz normal weiterläuft. Das ist natürlich eine Illusion und das Aufwachen daraus erfolgt nur langsam.

Ein Punkt, der sich für als überaus wichtig und heilsam erwiesen hat, war das Gespräch mit Menschen, die ähnliches erlebt haben. Die eigene Hilflosigkeit, Wut und Ohnmacht ein klein wenig teilen können mit dem Gefühl des Angenommenseins.

Der Verlust eines Elternteils bringt auch eine Neuverteilung im Familiensystem mit sich. Häufig mit veränderten Rollenbildern, Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Es ist wie ein Mobile, in dem ein Anhängsel abgenommen wird. Es dauert eine ganze Zeit, bis sich wieder alles einpendelt und ins Gleichgewicht kommen kann. Es treten alte Verletzungen zum Vorschein und nicht ausgesprochenes macht sich breit.

All das braucht Zeit und Raum zum Verarbeiten. Menschen, die damit umgehen und den Schmerz eines anderen aushalten können.

Zum Abschluss möchte ich ein paar Gedanken zum Alltag in den Raum stellen:

  • Wie gehen Sie mit dem Thema Trauerarbeit in Ihrem Unternehmen um?
  • Kennen Sie mögliche Anlaufstellen wie Trauergruppen, Trauerbegleiter usw. die Sie weitergeben können?
  • Wie könnten Sie Ihre Mitarbeiter bei den rechtlichen Folgen und Fragen unterstützen, die mit jedem Todesfall auftreten?
  • Könnten Sie sich vorstellen, immer wieder einmal Informationsvorträge zu den Themen Erbschaftsregelungen, Patientenverfügung usw. anzubieten?

Für mich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis ich für mich das Gefühl habe, im Reinen zu sein. Ans Grab zu gehen, schaffe ich im Moment immer noch nicht. Doch es geht aufwärts, Schritt für Schritt. Mit Achtsamkeit und bewusstem Leben. Und mit dem Gefühl, jemanden zu haben, der jetzt auf eine andere Art auf mich aufschaut. Meinen Weg begleitet und in mir ein Stück weiterlebt.

In diesem Sinne mache ich mit diesem Beitrag einen neuen Anfang und wünsche all meinen Lesern Zeit für das Wesentliche in Ihrem Leben.

Stephen Covey hat seine Gedanken und Empfehlungen für erfolgreiche Unternehmer in einem Artikel, der in der Welt zu lesen ist, beschrieben. Als wichtigste Eigenschaft führt er die Fähigkeit an, Misserfolge als Lernmöglichkeiten zu nutzen. Weitere 10 Merkmale hat er gelistet, die seiner Meinung nach erfolgreichen Unternehmern gemeinsam sind:

  1. Sie alle sind “Produkte” eines Teams.
  2. Sie besitzen eine Überfluß-Mentalität.
  3. Sie nutzen die Stärken ihrer Leute und organisieren ihre Teams so, daß die Schwächen der Einzelnen ausgeglichen werden.
  4. Sie sind in hohem Maße pro-aktiv.
  5. Sie arbeiten konstant und unermüdlich.
  6. Sie bedauern nach einiger Zeit oft, daß sie ihre Familie oder ihre Gesundheit vernachlässigt haben.
  7. Sie haben viel Energie.
  8. Sie halten überhaupt nichts von Strukturen und Bürokratie.
  9. Sie entwickeln wahren Unternehmergeist.
  10. Sie sind glückliche, enthusiastische Menschen.

Für mich beschreibt das wieder einmal mehr das ganzheitliche Management. Und das ist einfach untrennbar mit “innerem Management” gekoppelt. Zumindest nach meinem Empfinden.

Wie steht es mit Ihnen? Würden Sie sich als glücklichen und enthusiastischen Menschen beschreiben? Mir scheint, dass dieses Wort in unserer Zeit nicht so häufig verwendet wird und auch nicht immer mit positivsten Assoziationen besetzt ist. Was verstehen Sie darunter?

Mein Herkunftswörterbuch gibt die Bedeutung folgendermaßen an:

Enthusiasmus = Begeisterung; aus griech. enthousiasmos “göttliche Begeisterung, Verzückung; Erregung”, zu entheos, enthous “der Gottheit, des Göttlichen voll”, aus en “in” und theos “Gott

Wann haben Sie das letzte Mal das Gefühl erlebt, in Verzückung zu geraten? Es mutet fast etwas seltsam an, sich darüber Gedanken zu machen, nicht wahr? Wenn überhaupt, dann wird dieses Gefühl am ehesten noch mit privaten Momenten verbunden.

Hm, was ist dann mit Begeisterung? Wann waren Sie das letzte Mal richtig begeistert? Von einer Idee, von einem Projekt, einer Sache, einer Herausforderung? Wie fühlt sich Begeisterung für Sie an?

Manche Menschen beschreiben es als einen Energieschub, der durch den ganzen Körper geht, bis man fast das Gefühl hat, zu fliegen. Ein Prickeln, das äußerste Aufmerksamkeit und positive Spannung nach sich zieht. Sprudelnde Ideen, hohe Konzentration, effektivstes Arbeiten ist möglich.

Wissen Sie, für mich ist Begeisterung eines meiner wichtigsten Wörter. Wenn ich merke, dass ich mich in meiner Arbeit für nichts wirklich mehr begeistern kann, dann weiß ich, dass etwas schief läuft. Dann wird’s oft schwer und belastend. Die Freude und Leichtigkeit schwindet, die Fehler werden mehr und das Ergebnis ist nie so gut wie es sein könnte. Der Spaß wird weniger und das Grundgefühl gleicht eher einem innerem Grummeln als positivem Antrieb.

Spätestens wenn ich an dieser Stelle angekommen bin, mache ich mir ernsthaft darüber Gedanken, was mit meiner Begeisterung passiert ist. Sicher gibt es immer wieder Routinejobs, Sch… Tätigkeiten die einem den letzten Nerv rauben können, doch wenn ich mich immer noch für mein dahinterliegendes Projekt, Ziel, Aufgabe begeistern kann, kann ich damit leben.

Machen Sie doch mal den Schnelltest: Auf einer Skala von 0 (null Begeisterung) - 10 (absolute Begeisterung) wo würden Sie sich spontan einstufen, wenn Sie Ihr momentanes Arbeitsleben anschauen? Wie fühlt sich Ihre Einstufung an?

Wenn es sich gut anfühlt, dann herzlichen Glückwunsch! Und vielleicht die Überlegung, was Sie noch tun können, um sich Ihre Begeisterung zu bewahren und evtl. noch zu verstärken.

Wenn es nicht so gut anfühlt, dann ist das Ihre Chance etwas zu ändern. Haben Sie sich das Wort BeGEISTerung schon mal näher betrachtet? Dort steckt der “Geist” drin. Also etwas mit Sinn. Und hier sind wir auch schon an einem häufigen Dreh- und Angelpunkt angelangt: Wenn das was ich zu tun habe, für mich “ohne Geist” sprich ohne Sinn ist, dann kann es dafür auch keine Begeisterung geben.

Ein paar kleine Gedanken dazu:

  • Was können Sie konkret tun, verändern, weglassen, hinzufügen um wieder mehr Sinn darin zu sehen?
  • Welches übergeordnete Ziel steckt dahinter, was für Sie Sinn macht und damit auch diesem Teilbereich wieder Sinn verleihen kann?
  • Welchen Sinn könnte ein Außenstehender darin sehen?

Und wenn Sie als Führungskraft Mitarbeiter haben, dann lohnt sich bestimmt auch die Frage, ob Ihre Mitarbeiter begeistert sind. Und wenn nicht, dann lohnt sich diese Frage noch mehr:

Was hält meine Mitarbeiter davon ab, begeistert zu sein und zu arbeiten?

Fragen Sie doch mal. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die die Begeisterung dämpfen. Und wenn Sie schon dabei sind, dann können Sie ja auch die anderen 9 Gemeinsamkeiten erfolgreicher Unternehmer genauer unter die Lupe nehmen. Vielleicht jede Woche eine andere Eigenschaft zum Thema machen. Für sich persönlich, für Mitarbeiter und Kollegen.

Und wenn Sie Lust haben, dann machen Sie mir doch die Freude und teilen mir Ihren momentanen Begeisterungsbarometerstand (siehe oben) in einem Kommentar mit!

Ich bin nicht meine Gefühle.

Diese tiefe Wahrheit wird u. a. im Zen-Buddhismus gelehrt. Was bedeutet das nun konkret?

Ich bin nicht meine Gefühle.

Vielleicht erläutert das am besten ein Beispiel:

Morgens klingelt der Wecker und Sie sind noch ganz verschlafen als Sie aufstehen. Sie trödeln im Bad und in der Küche herum. Dann fällt Ihnen ein, dass Sie den Bericht immer noch nicht fertig geschrieben haben. Ihre Laune sinkt. Sie suchen Ihre Sachen zusammen und gehen aus der Tür.

Während Sie im Auto sitzen, schießen Ihnen tausend Gedanken durch den Kopf. Der Stresspegel steigt. Sie machen sich innerlich Vorwürfe, dass Sie den Bericht aufgeschoben haben und ärgern sich gleichzeitig über den Autofahrer der vor Ihnen scheinbar dahinschleicht.

Endlich im Büro angekommen, will schon wieder der erste was von Ihnen. Sie schütten sich den Kaffee fast über die Unterlagen und das Telefon läutet bereits penetrant.

Sie haben jetzt schon die Nase voll vom Tag und merken wie der Ärgerpegel steigt und steigt.

Auch wenn dieses Beispiel natürlich überzeichnet dargestellt ist, kennen Sie möglicherweise ähnliche Situationen. Und wenn Sie ein wenig in Gedanken mitgegangen sind, dann haben Sie vielleicht als TrittbrettfahrerIn einen Anflug von diesem Ärger gespürt, der sich hier aufgebaut hat.

Die Auswirkungen auf den Körper sind enorm. Der Puls und der Herzschlag werden erhöht. Die gesamte Muskelanspannung verstärkt sich. Die Magensäure schaltet hoch und einiges mehr. Wie gehen Sie mit solchen Situationen um? Wie schaffen Sie es wieder runterzukommen?

Eine Möglichkeit die ich Ihnen in diesem Beitrag vorstellen möchte, hat mit dem o. g. Satz zu tun. Ich wiederhol ihn einfach nochmal:

Ich bin nicht meine Gefühle.

In der Psycho-Analyse wird im Menschen zwischen verschiedenen Ich-Zuständen unterschieden. In der Gestalttherapie kennt man beispielsweise den Unterschied zwischen einem Erwachsenen- und einem Kind-Ich.

Und genau da möchte ich hin. Wir haben ein sog. Ego das uns mit Gedanken und Gefühlen überflutet. Die ganzen Stimmen die man so im Kopf hat und die uns manchmal schelten, antreiben, Vorwürfe machen usw. Doch das SIND wir nicht. Wir sind weder unsere Gefühle, noch unsere Gedanken.

Wir erschaffen sie und nicht sie erschaffen und regieren uns. Diese einfache Wahrheit wird oft übersehen. Alles was wir denken und fühlen, können wir beeinflussen, denn WIR sind es, die denken und fühlen. Es gibt niemanden da draußen, der uns sagen kann: Fühl dich jetzt so und so.

Es ist einzig und allein jedes mal unsere Interpretation von erlebten Situationen, die die Gedanken und Gefühle erschafft. Dies alles läuft natürlich oft in Sekundenbruchteilen ab. Und manchmal merkt man es erst, wenn man schon mitten drin steckt.

Sie wissen jedoch genauso wie ich, das die meisten negativen Empfindungen uns empfindlich in unseren Handlungsmöglichkeiten einschränken. Souveränes Handeln ist im Ärger oder Stress fast nicht möglich. Damit verliert sich auch der Überblick über komplexe Zusammenhängen.

Angst beispielsweise schränkt tatsächlich oft das Blickfeld ein und erhöht damit die Zentrierung auf das Ängstigende. Die Folge davon ist ein unnatürliches Vergrößern der erlebten Sitation, quasi wie eine Lupe.

Was Sie nun konkret tun könnten, um um sich wieder zur Ruhe zu bringen, wäre einen kleinen Trick anzuwenden. Den Trick mit der Uhr.

Denn, wenn Sie Ihrem Ego die Oberhand überlassen, sind Sie nicht mehr im Hier und Jetzt. Sie verlassen sich quasi selbst. Lassen Sie uns das obige Beispiel aufgreifen:

…. merken wie der Ärgerpegel steigt und steigt. Als Sie dies wahrnehmen, schauen Sie bewusst auf die Uhr und sagen (oder denken):

Ich ärgere mich gerade sehr und es ist jetzt 9 Uhr 42.

Haben Sie evtl. mitgemacht? Wenn ja, dann haben Sie möglicherweise eine Veränderung in den Gedanken und Empfindungen gemerkt. Als nächsten Gedanken:

…. es ist jetzt 9 Uhr 42. Ich ärgere mich jetzt noch bis 9 Uhr 50 und dann hör ich damit auf.

Macht das für Sie Sinn? Mussten Sie vielleicht ein ganz klein wenig schmunzeln? Sich bewusst für ein negative Empfindung zu entscheiden, ist etwas, was so gut wie niemand freiwillig machen würde. Und genau das ist das Entscheidende dabei. Sie wählen Ihre Empfindung bewusst und genau dadurch haben Sie wieder alles besser im Griff.

Selbstverständlich können Sie sich jetzt auch für Gelassenheit, für Ruhe, für Souveränität entscheiden. Die Situation an sich, ist immer noch die Gleiche. Doch Sie haben jetzt den Stand- und Sichtpunkt geändert und Ihre Wahrnehmung ermöglicht Ihnen eine neue und bewusste (damit kraftvolle) Bewertung.

Wenn die Situation von Ihnen eine weitere interne Bearbeitung erfordert, d. h. Sie sind mit etwas konfrontiert, was Sie konkret durchdenken möchten, dann können Sie auch dazu die Uhrzeit nutzen.

In unserem Beispiel geht es vielleicht um eine sich wiederholende Situation, dass unangenehm empfundene Aufgaben häufig geschoben werden. Es belastet Sie immer wieder und Sie möchten der Sache auf den Grund gehen. Dann können Sie mit sich selbst einen Deal machen, in dem Sie konkret überlegen, wann Sie sich für dieses Thema Zeit nehmen möchten. Und dann nutzen Sie einfach die Uhrzeit, wie z.B.:

… und dann hör ich damit auf. Heute abend um 20 Uhr werde ich mich mit dem Thema “was kann ich tun, um mir unangenehme Aufgaben früher zu erledigen” beschäftigen.

An diesen Termin sollten man sich dann halten. Sonst wird es Sie wie einen Bumerang immer wieder und wieder einholen.

Bei dieser Technik gilt natürlich auch “Übung macht den Meister”. Und die Uhrzeit ist letztlich nur eine Krücke zum schnelleren bewussten Wahrnehmen. Probieren Sie es doch einfach mal für eine Woche aus. Sie werden vielleicht feststellen, dass Sie immer mehr ein Gefühl von Souveränität in Ihrem Leben, Umfeld und Handeln bekommen. Und wenn Sie auch nur eine Situation dadurch verändern können, ist es eine positive Situation mehr.

Ein Leben ist vollendet.

In der nächsten Zeit wird mein Blog hier nur sporadisch gefüllt werden. Mein Vater ist am Palmsonntag verstorben. Sein Leben ist vollendet. Und auch wenn er schon sehr alt war, ist es doch immer zu früh.

Nun ist es für uns am schwersten, die bleiben müssen. Ich danke allen, die uns gute Gedanken und Kraft schicken. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Lieben noch lange, lange um sich haben.

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