Gedanken zu Ostern

uhr.jpgOstern ist für mich persönlich mit dem Tod meines Vaters verbunden. Es werden nun bald zwei Jahre, dass er gestorben ist.

Meine Gedanken gehen jetzt in diesen Feiertagen nach innen, wieder aufmerksam werden für das Wesentliche im Leben. Nachdenken darüber ob ich selbst in einem guten Kontakt mit mir bin und damit auch mit den Menschen die mir am nächsten stehen.

Und wie auch letztes Jahr habe ich von einer lieben Freundin einen wunderbaren Text bekommen, den ich gern mit Ihnen teilen möchte. Vielleicht nehmen Sie sich einfach einen Moment Zeit und lassen ihn auf sich wirken.

Das Pardoxe der Zeit

Das paradoxe unserer Zeit ist, dass wir höhere Gebäude aber kleinere Gemüte haben, breitere Autobahnen aber engere Sichtweisen. Wir geben mehr aus aber haben weniger, wir kaufen mehr aber erfreuen uns weniger daran. Wir haben größere Häuser aber kleinere Familien, mehr Annehmlichkeiten aber weniger Zeit. Wir haben mehr Grade aber weniger Sinn und mehr Probleme, mehr Medizin aber weniger Wohlbefinden.

Wir trinken zu viel, rauchen zu viel, geben zu gedankenlos Geld aus, lachen zu wenig, fahren zu schnell, werden zu wütend, bleiben zu lange wach, stehen zu müde auf, lesen zu wenig, schauen zu viel fern, und beten zu selten.

Wir haben unsere Besitztümer vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir reden zu viel, lieben zu selten und hassen zu oft.

Wir haben gelernt uns durchs Leben zu schlagen aber nicht gelernt ein Leben zu haben.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugegeben aber nicht den Jahren das Leben. Wir haben den ganzen Weg zum Mond zurückgelegt, aber Schwierigkeiten, die Straße zu überqueren um unseren Nachbarn kennen zu lernen.

Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht unser innerstes. Wir haben große Dinge getan, aber nicht bessere. Wir haben die Luft gereinigt, aber unsere Seele verschmutzt.

Wir haben das Atom in den Griff bekommen, aber nicht unsere Vorurteile. Wir schreiben mehr, aber lernen weniger. Wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt uns zu beeilen, aber nicht zu warten. Wir bauen immer mehr Computer, um immer mehr Informationen zu verwahren und so viele Kopien wie noch nie zu erstellen, aber wir kommunizieren immer weniger.

Das sind die Zeiten des schnellen Essens und der langsamen Verdauung, größerer Menschen und kleinerer Charakter, steilen Gewinnen und oberflächlichen Beziehungen. Es sind die Tage der zwei Einkommen aber mehr Scheidungen, schicken Häusern aber zerstörten Zufluchten.

Es sind die Tage von schnellen Ausflügen, Wegwerfwindeln und Wegwerfmoral, One Night Stands, übergewichtigen Körpern, und Pillen, die alles erledigen, vom aufheitern bis ruhigstellen, bis töten.

Es sind die Zeiten, in denen eine Menge im Schaufenster und nichts im Lager ist. Zeiten in denen Technologie diese Zeilen zu dir bringt und eine Zeit in der du entscheiden kannst sie entweder zu lesen oder schnell weiter zu springen.

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Denk daran, mehr Zeit mit deinen Lieben zu verbringen, weil diese nicht für immer da sein warden.

Denk daran, ein paar liebe Worte zu dem zu sagen, der bewundernd zu dir aufschaut, weil diese kleine Person bald erwachsen sein wird und deine Seite verlässt.

Denk daran, jemandem der dir nahe steht zu umarmen, weil das der einzige Schatz ist, den du mit deinem Herzen geben kannst und der keinen Cent kostet.

Denk daran “Ich liebe dich” zu deinem Partner und deinen Lieben zu sagen, aber es vor allem auch zu meinen. Ein Kuss und eine Umarmung wird Schmerz lindern, wenn es aus deinem tiefen Innern kommt.

Denk daran, Hände zu halten und den Moment zu genießen, eines Tages wird diese Person nicht mehr da sein.

Nimm dir Zeit zu lieben, zu sprechen und die wundervollen Gedanken zu teilen.

Und denk immer daran:
Das Leben wird nicht an den Atemzügen gemessen sondern an den Momenten in denen es dir den Atem raubt.

Georg Carlin

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Wer gern noch mehr lesen möchte: hier finden Sie den nachdenkenswerten Text vom letzten Jahr. Ich wünsche Ihnen ein wunderbares Osterfest. Zeit, die Sie mit Ihren Lieben verbringen können und Frieden im Herzen.

Heute ein Hinweis in eigener Sache:

Am Mittwoch 19. März 2008 startet der nächste Workshop der Reihe “Präsentation mit Storyboarding

Für Kurzentschlossene sind noch zwei Plätze freigeworden. Alle Informationen können Sie hier nachlesen. Und zum Anmeldeformular geht es hier.

Quintessenz - Gedanken zum Mitnehmen

j0289822.jpgErreiche nicht dein Lebensende, nur um herauszufinden, dass du nicht gelebt hast. Denn viele, die an den Punkt kommen, da sie die Erde verlassen müssen, schauen zurück und sehen all die Freuden und die Schönheit, die nicht die ihren waren, weil sie nur ihre Ängste gelebt haben.
Häuptling Clearwater

Fundstelle: Fiona Harrold - Life Coach

Über Ängste sagt man, dass sie wie ein Vergrößerungsglas wirken. Sie einen lähmen wie ein Reh, das in den Lichtkegel eines Autos gerät. Angst ist innere Unruhe und Panik gepaart mit äußerer Erstarrung. Und ein Übermaß von Angst hält uns vom Leben ab.

Wenn Sie sich in Gedanken in die Zukunft versetzen und sich die Gedanken von Häuptling Clearwater in Erinnerung rufen, was wird Ihnen bewusst über Ihren Umgang mit Ängsten auf der einen Seite und Freuden auf der anderen? Welches Verhältnis besteht zwischen Ihnen?

Von was halten Sie sich selbst durch Ihre Ängste ab? Und woher wissen Sie denn überhaupt, ob das was Sie befürchten, auch wirklich eintreten wird? Könnte es nicht vielmehr sein, dass wir uns damit in unserer Komfortzone einrichten wollen? Sich seinen Ängsten stellen hat immer etwas mit Veränderung zu tun. Und Veränderung ist nicht gerade die beliebteste Eigenschaft in unserem Leben. Das bedeutet erst mal neues, unbekanntes, manchmal unangenehmes und dem gehen wir halt gern aus dem Weg. Doch was ist die Alternative?

Man kann so gebremst ein ganzes Leben verbringen. Und dann am Ende seines Lebens zurückschauen und unwiderbringlich feststellen, dass die Zeit vorbei ist, etwas anders machen zu können. Wissen Sie, wir vergessen viel zu oft, dass unser Leben tatsächlich endlich ist. Es hat auf jeden Fall ein Ende. Auch wenn wir uns darüber grad keine Gedanken machen wollen.

Irgendwann werden wir keine Zeit mehr haben, etwas neues zu beginnen, Liebe in unserem Leben zuzulassen, die Wahrheit zu sagen, unser Echtsein zu spüren, das Leben mit jeder Minute zulassen und annehmen, die Kleinigkeiten wahrzunehmen, Freundlichkeit zu verschenken, sich seiner selbst und der eigenen Menschlichkeit bewusst zu werden und Dankbarkeit dafür zu empfinden.

Was wäre, wenn Ihr Leben in einem Jahr zu Ende wäre? Was würden Sie sofort ändern? Welche Ängste würden Sie augenblicklich über Bord werfen? Welche Träume würden Sie sich erfüllen? Welche Projekte würden Sie sofort fallenlassen? Was würden Sie den wichtigen Menschen in Ihrem Leben mitgeben, sagen und zeigen wollen?

Was davon können Sie sofort machen?

Wo geht’s denn hier zum Bahnhof….?

hamburg_02_203247.jpgMöglicherweise kennen diesen Klassiker schon manche. Mir ist er selbst auch schon vor einigen Jahren mal über den Weg gelaufen. Heute bin ich wieder mal darüber gestolpert und hab genauso Tränen gelacht wie damals.

Und deshalb weil’s sooo schön ist, hier noch mal die besten Antworten auf die Frage:

Wo geht’s denn hier zum Bahnhof?

  • ein Gesprächstherapeut:
    „Sie möchten wissen, wo der Bahnhof ist?”
  • ein Psychoanalytiker:
    „Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer etwas Langes rein- und rausfährt?”
  • ein Tiefenpsychologe:
    „Eigentlich wollen Sie nur abhauen und alles hinter sich lassen.”
  • ein Verhaltenstherapeut:
    „Heben Sie den rechten Fuß! Schieben Sie ihn nach vorn! Setzen Sie ihn auf! Geht gut, hier haben Sie ein Bonbon.”
  • ein Gestalttherapeut:
    „Lass es voll zu, dass Du zum Bahnhof willst.”
  • ein Hypnotherapeut:
    „Schließen Sie die Augen. Ihr Unbewusstes kennt den Weg zum Bahnhof.”
  • ein Kreativitätstherapeut:
    „Hüpfen Sie so lange auf einem Bein, bis Ihr Kopf eine Idee freigibt.”
  • ein Provokativtherapeut:
    „Ich wette, da werden Sie nie hinkommen.”
  • ein Reinkarnationstherapeut:
    „Geh zurück in die Zeit vor Deiner Geburt. Welches Karma lässt Dich immer wieder auf die Hilfe anderer angewiesen sein?”
  • ein Familientherapeut:
    „Für wen in der Familie ist es besonders wichtig, dass Sie zum Bahnhof gehen?”
  • ein systemischer Familientherapeut:
    „Ich frage mich, was Ihre Mutter sagen würde, wenn Ihr Vater ihr diese Frage stellen würde.”
  • ein Bioenergetiker:
    „Machen Sie mal Sch-Sch-Sch und spüren Sie, was passiert.”
  • ein Logotherapeut:
    „Welchen Sinn macht es, zum Bahnhof zu gehen?”
  • ein rational-emotiver Therapeut:
    „Nennen Sie mir nur einen vernünftigen Grund, weshalb Sie zum Bahnhof wollen.”
  • ein Esoteriker:
    „Wenn Du dahin sollst, wirst Du den Weg auch finden.”
  • ein Geistheiler:
    „Für die Antwort brauchen wir viel positive Energie. Lass uns einen Kraftkreis bilden und Deinen Schutzengel suchen.”
  • ein Soziologe:
    „Kommt drauf an, welche Klasse Sie fahren.”
  • ein NLPler:
    „Stell Dir vor, Du seist schon da. Welche Schritte hast Du getan?”
  • ein Coach:
    „Wenn ich Ihnen die Lösung vorkaue, wird das Ihr Problem nicht dauerhaft beseitigen.”
  • ein Benchmarker:
    „Wer kann ein solches Problem am besten lösen? Nehmen Sie sich den als Vorbild.”
  • ein Moderator:
    „ Schreiben Sie alle möglichen Lösungswege auf diese Kärtchen.”
  • ein Zeitplanexperte:
    „Haben Sie genügend Pufferzeit für meine Antwort eingeplant?”
  • ein Gedächtnistrainer:
    „Welche Eselsbrücke kann Ihnen beim Erinnern behilflich sein?”
  • ein Manager:
    „Fragen Sie nicht lange ­ gehen Sie einfach!”
  • ein Lehrer:
    „Wenn Sie aufgepasst hätten, müssten Sie mich nicht fragen.”
  • ein Arzt:
    „Das kann ich Ihnen nicht sagen, dafür gibt es keine Tarifposition.”
  • ein Sozialarbeiter:
    „Keine Ahnung - aber gut das Sie fragen!”

Für mich ist ja nach wie vor die Antwort des Gestalttherapeuten der absolute Hit. Was ist denn für Sie der Knaller?

via Poeschel.net

Bildquelle: pixelio.de

frauen.jpgHeute am 8. März wird der internationale Frauentag gefeiert. Wie sich in der Wikipedia nachlesen lässt, wurde er bereits 1911 das erste Mal begangen. Und seit seiner Einführung sind nun einige Jahre vorbei.

Wie an solchen Tagen üblich, wird Resümee gezogen. Fragen gestellt, wie es denn z. B. heute mit der Gleichstellung aussieht. Wer sich die Situation in Sachen Entgelt ansieht, wird feststellen, dass innerhalb Europas, Deutschland und Großbritannien etwas gemeinsam haben.

Was schätzen Sie, wieviel verdienen Frauen durchschnittlich WENIGER als Männer?

Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass die Zahl immer noch so hoch ist. Es sind im Durchschnitt 22 %. Das ist fast ein Viertel! Und in manchen Berufsgruppen beträgt der Unterschied sogar noch mehr. Z. B. verdienen Grafikdesignerinnen 28,9 % weniger als ihre männlichen Kollegen.

Frau von der Leyen hat heute dazu die Hoffnung geäußert,

dass die Ungleichheit bei den Einkommen von Frauen und Männern überwunden wird. Entscheidend sei heute, dass Kinder nicht mehr als “Hindernis im Beruf” gelten dürften, sagte die CDU- Politikerin der “Mitteldeutschen Zeitung”. “Wenn es gelingt, ein Leben mit Kindern zum gemeinsamen Anliegen von Männern und Frauen zu machen, wird auch die Gleichwertigkeit der Arbeit steigen.”

Details aus der Erhebung (nachzulesen bei der Hans-Böckler-Stiftung), zeigen, dass die Einkommensschere um so weiter aufgeht, je älter die Mitarbeiterinnen sind:

  • Bei den jüngeren Frauen bis 24 Jahren beträgt der Unterschied im Verdienst
    7,8 Prozent.
    .
  • Bei der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren wächst die Differenz bereits auf 17,5 Prozent.
    .
  • Frauen zwischen 35 und 55 Jahren liegen bereits 22,2 Prozent hinter den Männern zurück.
    .
  • Am größten ist der Abstand zwischen Frauen und Männern mit 26,7 Prozent in der Altersgruppe ab 55 Jahren.

Wir reden hier, wohlgemerkt, immer von gleichen Tätigkeiten. Das sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Es werden hier nicht ein Führungsjob mit einer Sachbearbeitertätigkeit verglichen, sondern es geht um EINEN Arbeitsplatz, der entweder mit einem Mann oder einer Frau besetzt wird.

Ketzerisch könnte man ja jetzt sagen, hm, wenn Frauen umso viel günstiger zu haben sind, wieso werden sie dann nicht vermehrt eingestellt? Naja, das “Ausfallrisiko” wegen Kinder ist halt immer noch höher als bei Männern. Das hat nun nichts mit Leistung zu tun.

Ein weiterer kritischer Gedanke betrifft die Gehaltsvorstellungen und -verhandlungen an sich. Frauen trauen sich häufig immer noch nicht, ein höheres Gehalt einzufordern und geben sich mit weniger zufrieden. Bei diesem Punkt können sich Frauen jedoch nur an die eigene Nase fassen, denn für sich einstehen kann “frau” nur selbst.

  • Wieso fällt es Frauen immer noch tendenziell schwerer ihre Leistung angemessen einzustufen?
  • Und wieso verkaufen sich Frauen tendenziell in Gehaltsgesprächen unter Wert?

Die Gründe sind so vielfältig wie es Frauen gibt. Dies habe ich in meiner Arbeit im Bereich der Frauenförderung immer wieder erlebt. Auf der Suche nach Möglichkeiten die allen oder zumindest sehr vielen Frauen bei diesem Thema weiterhilft, sind wir häufig am gleichen Punkt hängengeblieben, Frauen ist selten bewusst:

  • wieviel Arbeit sie leisten
  • in wie wenig Zeit sie diese leisten
  • in welcher Qualität und
  • mit welchem Nutzwert

Machen wir mal die Probe auf’s Exempel: Wenn ich Sie jetzt frage (als Mann dürfen Sie selbstverständlich auch gern mitspielen :-) Was haben Sie im Februar an Projekten bearbeitet, abgeschlossen und vorangetrieben? Was hat Ihr Arbeitgeber davon gehabt, dass Sie bei ihm gearbeitet haben?

Wenn Sie zur Mehrheit gehören, dann wird es höchstwahrscheinlich nicht wie aus der Pistole geschossen kommen und Sie werden auch Schwierigkeiten dabei haben, die Wochen aus dem Februar erledigten Arbeiten zuordnen zu können. Geschweige denn beziffern zu können, was denn Ihre Arbeit z. B. für Kosteneinsparungen bzw. Qualitätssteigerungen gebracht hat.

Wie so häufig liegt die hilfreiche Lösung im Notieren. Ein sog. Wissensportfolio, eine Leistungsmappe unterstützt Sie dabei die eigene Arbeit einzustufen zu können. Bei manchen hör ich jetzt schon das leise Gegrummel ‘wann soll ich das denn noch machen…?’ Das ist nun wieder eine Frage von Aufwand und Ertrag. Nur wer es tatsächlich ausprobiert wird von den folgenden Vorteilen profitieren können:

  • Sie können in (Gehalts-)Gesprächen klar nachweisen, welche Jobs, Projekte Sie in welcher Zeit mit welchem Ergebnis abgeschlossen haben.
  • Falls möglich, lassen sich die Ergebnisse sogar monetär bewerten.
  • Sie können häufig mit der Zeit einen Expertenstatus nachweisen.
  • Das Gefühl der inneren Sicherheit steigt mit der Möglichkeit des nachlesbaren Erfolgs - eben schwarz auf weiß.
  • Bei Bewerbungen und Einstellungsgesprächen können Sie völlig anders punkten, wenn Sie aus Ihrer Leistungsmappe verschiedene abgewickelte Projekte aufbereitet mitbringen.

Und nicht zu vergessen, ist es für einen selbst eine große Bereicherung nachzulesen, was man alles an Aufgaben bewältigt hat. Denn wer in der Informationsgesellschaft seinen Arbeitsplatz hat, kennt vielleicht diese Situation, dass man abends ziemlich erschlagen nach Hause geht, jedoch irgendwie die Menge an erledigter Arbeit nicht sichtbar ist.

Dazu passt ein Zitat, das Albert Einstein zugesprochen wird:

Die Leute lieben Holzhacken deswegen so, weil man nach getaner Arbeit das Ergebnis vor sich sieht.

Und genau das ist im Büro halt schwierig. Da leistet ein Wissensportfolio gute Dienste. Denn mit ihm können Sie die imaginären Holzscheite sichtbar machen.

Eine detaillierte Einführung in das Thema Wissensportfolio, wie es aufgebaut und geführt werden kann, können Sie hier nachlesen. Über Ihre Anregungen und Gedanken zu diesem Thema freue ich mich!

Bildquelle: office.online.de

Es git Neuigkeiten in Sachen Weiterbildung seitens des Innovationskreises. Informationen aus dem Bildungs-Klick:

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Bildquelle: pixelio.de

Der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan eingesetzte Innovationskreis Weiterbildung (IKWB) hat zehn Empfehlungen für eine Konzeption zur Gestaltung des Lernens im Lebenslauf vorgelegt. “Ziel ist es, die Weiterbildung in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für Weiterbildungsmaßnahmen zu gewinnen. Bis 2015 wollen wir eine Weiterbildungsbeteiligung von 50 Prozent erreichen”, sagte Schavan am Mittwoch in Berlin.

Ein hehres Ziel möchte man sagen. Wenn das erreicht werden könnte, bestünden erstmalig wieder gute Chancen, unser Wirtschaftswachstum auf unsere Innovationskraft auszurichten.

Eine der zehn Empfehlungen bezieht sich explizit auf Unternehmen:

Das Lernen im Lebenslauf für und mit Unternehmen ausbauen
– Hightech und Weiterbildung verbinden

Und eines der Ziele, die sich die Kommission dabei u.a. steckt, lautet:

KMU sind darin zu unterstützen, das Lernen am Arbeitsplatz stärker in der Personalentwicklung zu verankern. Dabei ist der Ausbau der Innovations- und Lernkultur in KMU zu unterstützen. Hilfen zur Ableitung von Weiterbildungsbedarf (im Sinne einer vorausschauenden Qualifizierungsbedarfsanalyse) sind hier notwendig. Auf positive Beispiele sowohl bei einzelnen Unternehmen als auch in verschiedenen Branchen sollte dabei zurückgegriffen werden.

Die gesamten Empfehlungen finden Sie hier.

Da es vor allem KMU sind, die weniger in Weiterbildung investieren (können) ist ja seit langem bekannt. Doch genau diese Unternehmen trifft es umso empfindlicher, wenn Wissensträger den Betrieb verlassen. Und auch nur wenig bis kein neues Wissen in die Firma einfließt.

Dass es für den Bereich der Weiterbildung auch Förderprogramme gibt, die einen Zuschuss leisten, ist vielen KMU nicht bekannt. Es mussten letztes Jahr sogar Fördertöpfe zurückgegeben werden, da sie nicht ausgeschöpft wurden.

In Gesprächen mit Unternehmern ist mir manches mal aufgefallen, dass die Entscheider die Möglichkeit einen Zuschuss in Anspruch zu nehmen ausschließen, weil sie es als Almosen empfinden. Krass gesagt, “das wäre ja wie HartzIV für unsere Firma.”

Damit verzichten Unternehmer auf der anderen Seite jedoch darauf eine Weiterbildungsmaßnahme möglich zu machen, die dem Betrieb guten Nutzen bringen würde. Seltsame Diskrepanz, die da herrscht.

Es gibt natürlich auch Unternehmen, die sich schon fast einen Sport daraus machen, möglichst wenig an Eigenmitteln investieren zu müssen und durch die Kombination von Programmen Gelder zu bekommen. Häufig sind es größere Firmen, die dies nutzen und dafür auch Spezialisten zu Rate ziehen. Lohnen tut sich das alle mal.

Wie auch immer man darüber denken mag, Fakt ist, diese Programme wurden dazu geschaffen, um die Wirtschaft zu unterstützen und einen gesunden Wachstumsprozess zu fördern.

Und da sei mir die folgende Analogie verziehen: Wer Kinder hat, beantragt doch auch Kindergeld - könnte man ja auch sagen, wieso sollte ich Geld bekommen, weil ich ein Kind habe? Nun, es ist halt einfach so, dass diese Möglichkeit der Förderung vorhanden ist und jeder sie nutzen kann, der die Bedingungen erfüllt. Punkt.

Übertragen auf ein Unternehmen könnte man also sagen, WEIL man in einem Betrieb Mitarbeiter beschäftigt, besteht der Anspruch darauf, Unterstützung (nicht nur) bei Weiterbildungsmaßnahmen u.ä. zu beantragen. Damit ist die Bedingung erfüllt. Genügt. Punkt.

Es kann gut sein, dass sich das jetzt durchaus etwas direktiv :-) anhört. Doch ich habe in den letzten Jahren verschiedenste Firmen erlebt, mit denen wir gemeinsam Beratungs- und Bildungsprojekte durchführen konnten, die ohne diese Zuschüsse einfach nicht möglich geworden wären.

Und die erzielten Ergebnisse sind nachhaltig in den Unternehmen verankert, was sich in höheren Umsätzen, niedrigeren Fluktuationen und stärkerer Innovationskraft zeigt. Das ist doch den Papierkram wert, oder?

Wer sich gern mehr zu dem Thema informieren möchte und Interesse daran hat diese Förderprogramme zu nutzen, dem stehe ich gern mit Rat und Tat zur Seite. Schreiben Sie mir einfach per eMail.

buroklammern.jpgGegen das Multitasking wird ja inzwischen allerorts gewettert. Es bringt uns dazu weniger leistungsfähig zu sein, mehr Fehler zu machen, den inneren Stress signifikant zu erhöhen usw.

Gut, das hab ich soweit verstanden. Über was ich mir allerdings schon länger Gedanken mache, ist, WIESO versuchen wir eigentlich alles gleichzeitig zu machen? Ist es wirklich der Grund, weil wir zuviel zu tun haben? Ist also die Menge an Arbeit ausschlaggebend für unseren ständigen Kampf mit zuviel Aufgaben auf einmal?

Multitasking tritt ja vor allem dann auf, wenn wir nicht konzentriert an einer Sache dranbleiben (wollen…). Und das mit dem Wollen hängt auch am Gefühl, das beim Abarbeiten damit verbunden ist. Dadurch kann’s durchaus schon mal sein, dass was anderes interessanter ist und schwups hüpfen wir gedanklich zur nächsten Blume … ähm Aufgabe.

Eine Studie vom Attention Lab des University College London bringt einen wichtigen Gedanken dazu mit ins Spiel. Und dabei fange ich gleich mal mit dem leicht provokativem Fazit der Studienleiterin Nilli Lavie an:

“Ergebnis: Je schwieriger die Wörter, umso weniger ließen die Probanden sich ablenken.

Das Fazit der Studienleiterin Nilli Lavie sollten ineffiziente Multitasker verinnerlichen: »Wenn man sich leicht ablenken lässt, sollte man die Aufgabe anspruchsvoller machen.«

Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie in der Zeit. Was bedeutet das nun für unser täglich Brot? Weniger werden die Aufgaben ja erst mal nicht werden, soviel ist sicher. Das ermüdende an der Fülle ist jedoch auch ihre Gleichförmigkeit, stupide Routine und Langeweile.

Denn wenn wir geistig nicht gefordert werden, bringt die Arbeit uns auch keine Energie. Und damit schließt sich der Kreis: Wer sich leicht ablenken lässt, sollte seine Aufgaben auf Anspruch überprüfen.

Dazu können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Was würde denn passieren, wenn diese Aufgabe nicht erledigt würde? Sprich, ist sie wirklich in dieser Form sinnvoll und wichtig?
    .
  • Wenn Sie wirklich durchzuführen ist, dann ist die nächste Frage, ob sie sich nicht auf einem effizienteren Weg erledigen lässt. Sprich, welche Möglichkeiten gibt es sie auf andere Art schneller zu schaffen? Was kann ich weglassen?
    .
  • Ist diese Aufgaben überhaupt richtig bei Ihnen zugeordnet? Oder gehört sie möglicherweise in einen ganz anderen Bereich hinein bzw. andere Hierarchie?

Mit diesen Fragen können Sie Ihr tägliches Feld unter die Lupe nehmen und beginnen auszusondern. Denn meistens werden viele Abläufe einmal eingeführt und ewig durchgezogen.

Das ist die eine Seite der Medaille, alles was zu erledigen ist, mal wieder in Frage zu stellen um den Sinn dahinter zu prüfen. Die andere Seite ist die Geschichte mit dem Anspruch. Auf neudeutsch sagt man auch “Anreicherung“. Welche Möglichkeiten haben Sie um das was Sie gerade zu erledigen haben, anzureichern? Und damit auch mehr Konzentration zu erzeugen?

Wenn’s jetzt nicht gerade um heikle Themen geht, können Sie z. B.

  • Die Zeitkomponente mit hinein bringen. Nicht um noch mehr Druck zu erzeugen, sondern um Wege zu finden, diesen Job in einer bestimmten Zeit zu erledigen. Damit verlassen Sie auch das Perfektionsdenken und kommen eher zu einem “gut erledigt”-Denken.
    .
  • Eine weitere Methode ist zu überlegen, welche Aufgaben sich zusammenfassen lassen. Vielleicht auch mit einer anderen Struktur verknüpfen werden können. Lassen sich möglicherweise auch neue Tools wie Wikis oder ähnliches einsetzen.

Ein generell wichtiger Aspekt betrifft interne Abläufe, vor allem was den Informationsfluss betrifft. Die Aufgaben die zu erledigen sind, machen wir ja häufig für Kollegen oder den Chef. Und wenn wir den Sinn einer Aufgabe, die uns übertragen wurde, überhaupt nicht erkennen können, dann haben wir doch nicht wirklich Lust sie zu erledigen, oder?
Wie wäre es denn, wenn Sie bei solchen Punkten mal nachhaken und gemeinsam mit Kollege oder Chef überlegen, ob, zum einen die Aufgabe tatsächlich noch sinnvoll ist und zum anderen mit welchem Zweck sie überhaupt ihre Berechtigung hat.

Tatsache ist, dass wir zwar in einer Informationsflut ertrinken, jedoch das für uns relevante Wissen nicht bekommen. Und dann wird es auch für Mitarbeiter schwierig zu erkennen, wieso beispielsweise dieser Bericht denn nun wirklich sooo wichtig ist. Deshalb fragen Sie nach und lassen Sie sich Zusammenhänge erklären, wenn sie sich nicht von selbst zeigen.

Denn je mehr Sie über das “große Bildwissen, in das ihre Detailaufgabe eingebettet ist, umso eher werden Sie sich dafür auch interessieren. Und wer mehr Interesse hat, arbeitet automatisch konzentrierter. Das lässt sich nun mal nicht voneinander trennen.

Welche Möglichkeiten verwenden Sie um Ihre Aufgaben “anzureichern”? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Anregungen.

Offene Posten und gute Abschlüsse

Die Überschrift hat nichts mit Buchführung zu tun, wie sich an der Begrifflichkeit vermuten ließe. Nein mir geht es um andere offene Posten, die sich nicht mit Geld ausgleichen lassen.

anker_ohne_boot_213878.jpgWie sieht es in Ihrem Leben momentan in Sachen unerledigte Dinge aus? Eben offene Posten? Das meiste, was man da so vor sich her schiebt, hat emotional richtig Power. Und das macht es oft so schwierig sie abzuschließen bzw. einen Schritt vorwärts zu kommen.

Bildquelle: pixelio

Machen Sie doch mal spaßeshalber eine Liste. Ob nun gleich schriftlich oder nur erst im Kopf bleibt ganz Ihnen überlassen. Mit was beschäftigen Sie sich schon eine ganze Weile, geht Ihnen im Kopf herum, lässt Sie nicht los? Gibt es vielleicht noch

  • offene gebliebene Gespräche (Streits, Eskalationen, Diskussionen usw.)?
  • sind es so ungeliebte Themen wie die berühmt-berüchtigte Steuererklärung?
  • Anrufe die Sie vor sich her schieben?
  • Entscheidungen die Sie noch nicht getroffen haben?
  • nicht zurückgegebene Dinge?
  • Versprechen, die Sie noch nicht gehalten haben?
  • Geld, dass Sie noch zurückzahlen müssen?
  • Abschiede, die Sie hinausschieben?
  • usw.

Je mehr unerledigtes es in einem Leben gibt, umso mehr Energie ist in diesem Leben auch gebunden. Und um so gebundener, fast schon gefesselter, ist dadurch der Mensch.

Erlebt haben Sie bestimmt schon einmal das Gegenteil, nämlich wie befreiend es sich anfühlt, wenn man lange unerledigtes endlich zu einem guten Abschluss bringen kann. Hier kommt die Energie wieder zurück.

Wenn Sie sich nun spontan für einen Punkt auf Ihrer Liste entschieden haben, dann überlegen Sie nun konkret, was ist hier nötig für einen guten Abschluss, bzw. nächsten Schritt. Und tun Sie das erst mal als Experiment. Nur als Trockenübung. Stellen Sie sich die Frage so, als ob es nicht Ihre Angelegenheit wäre, sondern die eines Freundes/einer Freundin.

  • Was wäre für diese Angelegenheit ein guter Abschluss?
  • Welche Handlung ist dafür als nächstes erforderlich? Was genau ist zu tun?
  • Mit welcher Handlung kommt die Energie wieder zurück?
  • Wer kann Sie dabei unterstützen?
  • Und was für Konsequenzen hat das Nichthandeln? Sprich, wie hoch wird der Preis und was genau ist der Preis für’s Nichthandeln?

Und wenn Sie dies für einen Punkt auf Ihrer Liste geschafft haben, dann nehmen Sie sich doch einfach noch einen vor und gehen genauso vor. Immer in dem Wissen, dass das hier ein Gedankentraining ist. Sie trainieren, eine gewisse Distanz zu wahren und aus dieser Instanz heraus wieder in eine Handlungsfähigkeit zu gelangen.

Denn was uns in diesen Situationen am meisten fehlt, ist Klarheit. Klarheit darüber, was überhaupt alles ansteht, was genau für Auswirkungen auf einen zukommen. Schon allein die Fülle an Gedanken lässt einen oft erstarren. Und genau darin liegt die Gefahr. Nicht mehr unterscheiden zu können, welche Reaktion denn nun angemessen ist und wann die Grenze zum ’sich selbst verrückt machen’ überschritten wird.

Wer zu nah dran ist, wird den Überblick nicht haben und nicht wahren können. Dieser ergibt sich eben erst aus einer gewissen Distanz. Und das lässt sich trainieren.

Wenn Sie nun Ihre Gedanken geordnet haben und Ihnen klar ist, was ansteht, müssen Sie davon nun nichts sofort umsetzen. Im Gegenteil, Sie sollten es ganz bewusst nur in Gedanken klären und die erforderlichen Handlungen auf Papier festhalten. Und dann legen Sie Ihre Niederschrift bis zum nächsten Tag beiseite.

Lesen Sie sich dann am folgenden Tag Ihre Notizen durch und möglicherweise werden Sie für sich das Gefühl haben, “so, jetzt weiß ich was ich tun kann und möchte es umsetzen.” Wenn Sie dieses Gefühl noch nicht haben, dann überlegen Sie ob der Schritt, den Sie notiert haben, vielleicht zu groß ist und suchen ihn zu verkleinern.

Nähern Sie sich so im wahrsten Sinne schrittweise einem guten Abschluss an. Und erleben Sie dabei wie gut es tut, Dinge zu einem guten Abschluss zu bringen, aus eigener Kraft.

Welche Erfahrungen haben Sie mit diesen offenen Posten gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Heute mal etwas lustiges. Ich musste so lachen und vielleicht geht es Ihnen ebenso (auch wenn Sie etwas ganz anderes als ein Berater sind :-)

Schreiben Sie mir doch was Ihre Lieblingsgründe sind. Das würd mich jetzt brennend interessieren. Ich persönlich find Nr. 22 genial…

nagel.jpg40 Gründe den Berater-Job an den Nagel zu hängen

1. Du fragst den Kellner nach seiner Kernkompetenz.

2. Du entscheidest Dich, Deine Familie zu reorganisieren und rollenbasierte Teambildung, Task-Forces, einen partizipativen Führungsstil und Zielvereinbarungen einzuführen.

3. Du notierst dir private Termine als Marketing- und Akquiseveranstaltungen.

4. Du kannst das Wort “Paradigma” buchstabieren.

5. Du weißt sogar, was es bedeutet.

6. Du schreibst Management-Summaries auf die Rückseite Deiner Einkaufszettel.

7. Du glaubst wirklich daran, dass es effizient ist, eine 10 Seiten lange Präsentation zusammen mit sechs Kollegen zu erstellen, die Du gar nicht kennst.

8. Du glaubst auch daran, dass ein anderer das Inhaltsverzeichnis dazu schreiben wird.

9. Du glaubst daran, dass Du im Leben niemals echte Schwierigkeiten hattest … es gab lediglich Herausforderungen, Chancen, Issues, großartige Aufgaben, Verbesserungspotenziale und unglücklich geschnittene Prozesse.

10. Du kennst jedes (und zwar wirklich jedes) noch so kleine Clip-Art in Powerpoint.

11. Du erklärst Deinem Kundenbetreuer bei der Bank, dass Du nicht hoffnungslos verschuldet bist, sondern ein echter “high potential” mit Aussichten auf “out-performing revenues”.

12. Du betrachtest Deine Mahlzeiten als notwendige Sekundär-Prozesse zur Sicherstellung Deiner Produktivität.

13. Du bezeichnest Deine bessere Hälfte als Deinen Co-CEO.

14. Alle Deine Geschichten beginnen wie “als wir damals im Projekt bei der Blabla” oder “und dann hatte unser Team diese grandiose Idee mit dem Sabber-Sabber” oder “eines meiner erfolgreichsten Projekte begann, als ich Rhabarber - Rhabarber”.

15. Du glaubst fest daran, dass Deine besten, großartigsten und erfolgreichsten Charts jene waren, die in nur fünf Minuten entstanden sind.

16. Du bestehst darauf, noch mehr Markt- und Zielgruppenforschung zu betreiben, bevor Du den Produktionsprozess für ein weiteres Kind anstößt.

17. Deine “Deliverables” und Objectives” für Samstag sind Wäsche waschen, Kühlschrank auffüllen, Müll rausbringen, Altpapier entsorgen, Blumen gießen, Einkaufen, Briefkasten ausleeren, Bügeln, Putzen, Koffer ausleeren, Koffer für Montag packen, Unterlagen sortieren.

18. Spätestens hier fragst Du Dich jedes Mal, warum Du noch kein Projekt für die strategische Auswahl einer Putzfrau aufgesetzt hast.

19. Nachdem das Budget für eine Putzfrau vom Co-CEO genehmigt wurde, fragst Du Dich, wie Du die Effizienz und die Effektivität Deiner türkischen Putzfrau steigern kannst und warum Du statt eines Tschader-verhüllten Fleischbergs nicht doch die kleine Thailänderin engagiert hast.

20. Du vereinbarst erfolgsabhängige Einkommensstrukturen mit Deiner Putzfrau.

21. Du benutzt Worte wie “Mehrwertgenerierungspotenzial” und “Effizienzsteigerungspotenzial” und Phrasen wie “die strategischen Herausforderungen der elektronischen Zukunft meistern” ohne rot zu werden.

22. Du gibst Deinem Hund konstruktives Feedback.

23. Du lädst Freunde ein, um den Film “Interdependence Day” mit anzusehen.

24. Der Wechsel einer Freundin oder Ehefrau ist lediglich ein Release-Wechsel, neue Beziehungen werden als Merger penibel mit einem Programm für das Change-Management geplant.

25. Du trennst Dich nicht von einem Partner, sondern initiierst einen Outplacement-Prozess. Wieso eigentlich Partner ? Du entscheidest Dich im Sinne der Eindeutigkeit dafür, diesen in Zukunft als LAB zu bezeichnen (Lebens-Abschnitts-Begleiter).

26. Denn: bei dem Wort “Partner” fällt Dir nur eine Führungsposition in einem Consulting-Unternehmen ein.

27. An der Wurst-Theke im Supermarkt erklärst Du der Verkäuferin eine Prozess-Optimierung zur Durchsatzsteigerung und Freisetzung ineffizienter Ressourcen auf der Rückseite des Pizza-Kartons. Dann wunderst Du Dich, dass Dir die Verkäuferin nur noch die Ware mit dem Fettrand und die vertrockneten, grauen Stücke einpackt.

28. Du entwirfst für den monatlichen Hausputz jedes Mal einen Projektplan in Microsoft-Project und ärgerst Dich über die elende Ressourcenverwaltung.

29. Dein Co-CEO sieht Dich jedes Mal verwundert an, wenn Du nach dem dilettantischen Projekt-Controlling fragst und warum der Hausputz wieder nicht in-time und auch nicht in-budget in zufriedenstellender Qualität durchgeführt wurde.

30. Deine Kinder sehen Dich mitleidig und zugleich zornig an, wenn Du auf die Bitte nach mehr Taschengeld mit der Aufforderung antwortest, einen Business-Plan zu erstellen und eine strategische Neuausrichtung des Spielzeugportfolios unter Berücksichtigung der Einflüsse von e-Commerce und “mobile e-markets” durchzuführen.

31. Du kannst die Frage “Hey Paps: warum hast Du noch kein WAP-Handy?” erst nach der Erstellung einer 60 Seiten langen Studie beantworten und stellst der Projektleitung des Familienteams die Aufwendungen dafür in Rechnung.

32. Die Bitte Deiner Kinder, die neue Sony Play-Station zu kaufen, wird mit der Begründung abgelehnt, diese passe nicht in die strategische Ausrichtung Deiner Haushalts-IT.

33. Du betrachtest Dein Auto lediglich als Logistik-Tool …. obwohl: ein Benz wäre auch nicht schlecht … oder wenigstens ein 5er BMW. Aber den hat doch heute auch schon jeder Senior-Berater. Steht mir nicht wenigst ein Audi A8 4.2 Quattro zu ? Das ist ja wohl das mindeste, was mir die Company für meine Leistungen schuldig ist!

34. Beim Blick in das Programm von RTL2 fragst Du Dich ernsthaft, der Geschäftsführung eine neu Geschäftsfeld-Strategie oder wenigstens eine Programmberatung anzubieten.

35. Du ertappst dich immer wieder dabei, ein Persönlichkeitsprofil Deines Co-CEOs aufzuzeichnen und ein abgestimmtes Qualifizierungsprogramm zu entwerfen. Du fängst schon mal mit einem Fragebogen an …

36. Du ertappst Dich auch immer öfter dabei, Fragen zu beantworten, die niemand gestellt hat und die auch noch jenseits Deiner Kompetenz liegen

37. In diesen Dingen hast Du auch schon längst den Glauben an das “Peter-Prinzip” verloren. Du glaubst statt dessen an die These der Hyper-Inkompetenz, die jenseits der von Peter postulierten, maximal möglichen Inkompetenz zu finden ist und weißt: da will ich hin!

38. Du fängst an, mit Deinem Laptop zu sprechen, ihn zu beschimpfen, ihn anzuschreien und ihn mit dem Handy und dem Palmtop zu bedrohen.

39. Du wirst auch niemals zugeben, dass Du mit diesem dämlichen Palmtop nicht richtig umgehen kannst und das auch niemals lernen wirst.

40. Es kommt immer öfter vor, dass Du Clienten hasst und ihnen ihr Mandat in den Hals stopfen möchtest.

via Ivo Haarmann

berndroethlingshoefer.jpg Bernd Röthlingshöfer ist im Marketing-Bereich eine feste Größe. In seinem Blog schreibt er regelmäßig über innovative Werbestrategien und bietet eine Fülle von Informationen und Praxisbeispielen.

mundpropagandamarketing.jpgSein neuestes Buch „Mundpropaganda-Marketing“ ist im Januar 2008 erschienen und beschäftigt sich mit all jenen Facetten die es Firmen ermöglicht über Mundpropaganda Kunden anzuziehen.

Ich habe die große Freude eine Rezension darüber zu schreiben und bedanke mich an dieser Stelle bei dir Bernd für das gelungene Werk.

Um ein kleines Stück meines Fazits gleich vorwegzunehmen: Ich hab das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Bernd versteht es eine Fülle an wertvollen Informationen sehr kurzweilig und informativ darzustellen. Die vielen verschiedenen Beispiele aus dem „richtigen Leben“ und die vielen kleinen Anekdoten, mit denen die Kapitel gewürzt sind, machen es ungeheuer spannend und lesenswert. Und wie man sieht, wirkt das Konzept der Mundpropaganda in meinem Fall schon ;-)

Der Inhalt des Buches spannt den Bogen

  • von der Geschichte der Mundpropaganda mit interessanten und erforschten Hintergründen
  • über die Möglichkeiten Mundpropaganda auszulösen
  • was sie so wichtig macht
  • wer die wichtigsten Beteiligten sind
  • was Netzwerke dabei für eine Rolle spielen
  • wie man am besten mit negativer Mundpropaganda umgeht

Fasziniert haben mich gleich im ersten Kapitel die Hintergründe zur Small-World-Theorie. Die meisten werden diese Geschichte kennen, in denen 1967 ein Experiment gemacht wurde um herauszufinden, über wieviele Menschen wir einander in Verbindung stehen. Dabei kam heraus, dass wir über 6 Ecken, sprich Menschen, jeden kennen.

Wie kann das funktionieren?

Die Forschungen zeigen auf, dass es dabei einen ganz bestimmten Typus von Menschen brauchte, um diese Verbindungen über nur 6 Beteiligte zu realisieren. Und diese sind die sog. Vermittler, Kenner und Verkäufer.

Daraus abgeleitet wurde das Gesetz der Wenigen, das sinngemäß besagt, dass für das Funktionieren von Mundpropaganda Menschen angesprochen werden müssen, die eine Vielzahl an sog. schwachen Verbindungen haben.

Wir kennen alle solche Menschen, die eine Vielzahl an Kontakt haben und lose aber regelmäßig pflegen, die sich in verschiedensten Bereichen aufhalten und Leute aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen kennen. Mit ihnen funktioniert die Verbreitung von Mundpropaganda. Ein wichtiger Hinweis für alle Werbetreibenden.

Eine interessante Möglichkeit den Grad der positiven oder auch negativen Mundpropaganda zu messen, ist der Net Promoter Score. Mit einer einfachen Umfrage in Bezug auf die Zufriedenheit kann jede Firma ihren eigenen NPS ermitteln. Die Skala von 1 – 10 listet demnach die Anzahl der Kritiker wie auch der Promoter auf. Und letztgenannte sind diejenigen die als aktive Weiterempfehler, sprich Menschen die Mundpropaganda betreiben, Ihre wertvollsten Kunden sind.

Ein Beispiel dafür wie Unternehmen sich die Chance nehmen diese Promoter zu belohnen und damit weitere wertvolle Kontakte zu erhalten, sind die vielen Neukundenaktionen. Dabei gehen die Bestandskunden meist leer aus und das trägt nicht gerade zur Zufriedenheit bei.

Sie finden im Buch von Bernd Röthlingshöfer einen möglichen Fragenbogen der zur Ermittlung des NPS eingesetzt werden kann und viele weitere wertvolle Informationen dazu.

Im Kapitel „wie Mundpropaganda ausgelöst werden kann“ finden sich eine Unmenge an Fallbeispielen, die schnell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten und abgewandelt werden können. Ob es um die Möglichkeiten geht, Kunden bereits bei der Namensnennung eines neuen Produktes mit einzubeziehen oder sich nach Beendigung eines Auftrages auf eine ungewöhnliche und nette Art noch einmal zu bedanken und damit in Erinnerung zu bringen, finden Sie noch viele, viele Ideen mehr.

Was nun den Bereich von Netzwerken betrifft, ist darüber schon jede Menge beschrieben worden. Ein Satz an dem ich im Buch hängengeblieben bin, war „Netzwerke sind häufig unsichtbar“. Das bedeutet, dass man den Begriff ruhig mal etwas neu beleuchten darf.

Netzwerke sind eben nicht nur die Vereine in denen man Mitglied ist, oder die virtuellen Clubs wie XING, nein, z.B. ein Haus mit mehreren Parteien bildet ein Netzwerk. Oder auch z.B. die Familien deren Kinder in den gleichen Kindergarten gehen. Dies sind auch häufig sog. stärkere Netzwerke. In ihnen findet regelmäßige Kommunikation und Austausch statt.

Im Gegensatz dazu stehen die schwachen Netzwerke wie Schulabgangstreffen die einmal im Jahr stattfinden oder Berufskongresse bei denen sich die Mitglieder auch nur ein paar Tage im Jahr sehen. Interessanterweise ist der Vorteil bei schwachen Netzwerken, dass sich Informationen schneller über weitere Entfernungen verbreiten.

Dazu passt auch der Hinweis, dass wer beispielsweise eine neue Stelle sucht, vermehrt seine schwachen Kontakte aus dem eigenen Netzwerk ansprechen sollte. Also Menschen mit denen keine enge Verbindung besteht. Der Grund liegt darin, dass die schwachen Kontakte sich selten in den gleichen Bereichen bewegen und daher völlig andere Kontakte weiterleiten können.

Das Netzwerk das jede Firma hat und häufig unterschätzt sind die eigenen Kunden. Auch hier lassen sich mit Hilfe der Idee der Mundpropaganda neue Wege gehen. Wie wäre es denn mit der Möglichkeit ein Kundenparlament ins Leben zu rufen? Beispielsweise um den zufriedensten Kunden ein Forum zu geben, ihre Erfahrungen weiterzutragen und Anregungen für Neuentwicklungen zu machen.

Ebenso wie in allen Kapiteln des Buches finden Sie hier jede Menge an Anregungen, die sich leicht und mit Erfolg umsetzen lassen.

Der Vergleich zwischen neuen und alten Medien füllt ein weiteres Kapitel. Es stellt sich die Frage, ob die klassische Printwerbung über Anzeigen, Plakate usw. in unserer informationsüberfluteten Zeit überhaupt noch Sinn macht. Und auch hier bestätigt sich wieder, dass die Möglichkeiten Kunden aktiv werden zu lassen, noch immer am besten funktioniert, wie sich an dem Beispiel einer Bäckerei zeigt, die in einer Anzeige anbietet, Brötchen vom Vortrag wieder zurückzunehmen.

Die neuen Medien bieten inzwischen die Möglichkeit in kürzester Zeit Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen. Doch auch hier sollte man mit Strategie vorgehen. Ein aktiver Dialog kann z.B. durch ein Corporate-Blog aufgebaut werden. Dafür gibt es ja bereits prominente Beispiele wie das Saftblog der Kellerei Walther. Was dabei zu beachten ist und wie ein Blog auf Dauer funktionieren kann, findet sich in prägnanten und nachvollziehbaren Punkten im Buch.

Den Abschluss bildet das Thema wie am besten mit negativer Mundpropaganda umgegangen werden soll. Sich totzustellen, kann ein Unternehmen ganz schön viel kosten, wie sich vielleicht noch manche erinnern, an die Story von den leicht zu knackenden Fahrradschlössern. Weitaus besser ist es zu reagieren und aktiv zu werden. Wie man nun mit größeren Pannen und dem PR-Supergau am besten umgeht, findet sich in diesem Kapitel.

FAZIT
Um den Bogen zu meinem einleitenden Fazit zu schließen möchte ich dieses Buch allen ans Herz legen, die günstige Möglichkeiten der Werbung suchen und sich dazu näher mit dem Thema Mundpropaganda beschäftigen möchten. Es gibt selten faszinierendere Themen wie das, was Menschen erreichen können, wenn sie ihre Verbindungen nutzen. Und wie das funktionieren kann, finden Sie in diesem Werk von Bernd Röthlingshöfer ausführlich beschrieben. Von mir 5 Sterne.

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