tenzin_gyatzo_foto_5.jpgÜber 100 Ecken, wie das halt beim Blog-Hopping :-) so ist, bin ich auf Schweizweit gestoßen. Und dort habe ich den Hinweis auf das Buch Führen, Gestalten, Bewegen des Dalai Lama gefunden.

In diesem Buch geht es um die Sichtweise des Buddhismus zum Thema Gewinne machen, Unternehmen führen, Globalisierung und einiges mehr. Mich hat das Zitat aus dem Buch sehr zum Nachdenken angeregt und möchte es Ihnen quasi als vorgezogenes “Wort zum Sonntag” mitgeben (Hevorhebungen sind von mir):

Bildquelle: Wikipedia

Die buddhistische Tradition nimmt eine eindeutige Haltung zum Gewinn ein. Gewinn ist ein ehrenwertes Ziel, solange er mit ehrlichen Mitteln erreicht wird. Die Aussage, dass die Aufgabe eines Unternehmens darin besteht, Gewinn zu erzielen, ist ungefähr genauso sinnvoll wie die Aussage, dass die Aufgabe eines Menschen darin besteht zu essen oder zu atmen. Wenn ein Unternehmen Verlust macht, stirbt es, genau wie ein Mensch, der nichts mehr isst. Das bedeutet aber nicht, dass der Sinn des Lebens aus Essen besteht.

Ich fände es sinnvoll, wenn Unternehmen ihre Aufgabe als “Gewinnung und Befriedigung von Kunden” definierten und auf dem Weg dorthin verantwortlich handelten, statt sich auf die Maximierung des Aktionärsvermögens zu beschränken. Zu verantwortlichem Handeln gehört auch, einen gesunden Gewinn zu erzielen und zufrieden stellende Zuwächse des Aktionärsvermögens zu erwirtschaften. Wird der Gewinn dagegen zum wichtigsten Ziel, können Verhältnisse entstehen, die zu Gesetzesbruch führen und vielen Menschen unnötiges Leid verursachen.

Natürlich wollen Mitarbeiter nicht für ein Unternehmen arbeiten, das rote Zahlen schreibt, denn dies stellt eine Gefahr für ihre Arbeitsplätze dar. Doch sie wollen für ein Unternehmen arbeiten, auf das sie stolz sein können, ein Unternehmen, das einen guten Ruf als Hersteller von qualitativ hochwertigen und nützlichen Produkten beziehungsweise Dienstleistungen geniesst. Umso wichtiger ist es, die Rolle des Unternehmens in positiver und motivierender Weise zu definieren.

Weiterlesen bei Schweizweit zum Thema können Sie hier. Und zum Buch des Dalai Lama geht’s hier. In diesem Sinne ein nachdenkliches Wochenende.

j0289822.jpgErreiche nicht dein Lebensende, nur um herauszufinden, dass du nicht gelebt hast. Denn viele, die an den Punkt kommen, da sie die Erde verlassen müssen, schauen zurück und sehen all die Freuden und die Schönheit, die nicht die ihren waren, weil sie nur ihre Ängste gelebt haben.
Häuptling Clearwater

Fundstelle: Fiona Harrold - Life Coach

Über Ängste sagt man, dass sie wie ein Vergrößerungsglas wirken. Sie einen lähmen wie ein Reh, das in den Lichtkegel eines Autos gerät. Angst ist innere Unruhe und Panik gepaart mit äußerer Erstarrung. Und ein Übermaß von Angst hält uns vom Leben ab.

Wenn Sie sich in Gedanken in die Zukunft versetzen und sich die Gedanken von Häuptling Clearwater in Erinnerung rufen, was wird Ihnen bewusst über Ihren Umgang mit Ängsten auf der einen Seite und Freuden auf der anderen? Welches Verhältnis besteht zwischen Ihnen?

Von was halten Sie sich selbst durch Ihre Ängste ab? Und woher wissen Sie denn überhaupt, ob das was Sie befürchten, auch wirklich eintreten wird? Könnte es nicht vielmehr sein, dass wir uns damit in unserer Komfortzone einrichten wollen? Sich seinen Ängsten stellen hat immer etwas mit Veränderung zu tun. Und Veränderung ist nicht gerade die beliebteste Eigenschaft in unserem Leben. Das bedeutet erst mal neues, unbekanntes, manchmal unangenehmes und dem gehen wir halt gern aus dem Weg. Doch was ist die Alternative?

Man kann so gebremst ein ganzes Leben verbringen. Und dann am Ende seines Lebens zurückschauen und unwiderbringlich feststellen, dass die Zeit vorbei ist, etwas anders machen zu können. Wissen Sie, wir vergessen viel zu oft, dass unser Leben tatsächlich endlich ist. Es hat auf jeden Fall ein Ende. Auch wenn wir uns darüber grad keine Gedanken machen wollen.

Irgendwann werden wir keine Zeit mehr haben, etwas neues zu beginnen, Liebe in unserem Leben zuzulassen, die Wahrheit zu sagen, unser Echtsein zu spüren, das Leben mit jeder Minute zulassen und annehmen, die Kleinigkeiten wahrzunehmen, Freundlichkeit zu verschenken, sich seiner selbst und der eigenen Menschlichkeit bewusst zu werden und Dankbarkeit dafür zu empfinden.

Was wäre, wenn Ihr Leben in einem Jahr zu Ende wäre? Was würden Sie sofort ändern? Welche Ängste würden Sie augenblicklich über Bord werfen? Welche Träume würden Sie sich erfüllen? Welche Projekte würden Sie sofort fallenlassen? Was würden Sie den wichtigen Menschen in Ihrem Leben mitgeben, sagen und zeigen wollen?

Was davon können Sie sofort machen?

Willkommen im Jahr 2008!

neuahr-2008.jpgNun ist es da, das Jahr 2008. Noch ganz jung, grad mal ein paar Stunden alt. Was wird es uns bringen? Das mit den guten Vorsätzen ist ja immer so eine Sache, wie wir wissen. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, bei mir war das nie wirklich so der Hit.

Bildquelle: pixelio.de

Haben Sie dagegen schon mal daran gedacht, einen Wunschzettel für das neue Jahr zu schreiben?

Diese Idee hat mich schon letztes Jahr begeistert. Denn es hat eine ganz andere Qualität als sich mit Disziplin zu guten Vorsätzen zu überreden…

Die meisten von Ihnen werden das wunderschöne Zitat kennen:

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Hermann Hesse

Haben Sie nicht auch Lust, diesen Anfangszauber zu nutzen? Dann nehmen Sie sich etwas zu schreiben und spüren mit den folgenden Fragen Ihren Wünschen an das Jahr 2008 nach:

  • Welche Ereignisse sollen im Jahr 2008 eintreten?
  • Welchen Eigenschaften möchten Sie für sich erwerben?
  • Welche Dinge würden Sie gern bekommen?
  • Welche Dinge würden Sie gern tun?
  • Welche Veränderungen sehnen Sie herbei?
  • Welche Orte möchten Sie besuchen?
  • Was lassen Sie bereitwillig los?

Vor allem die letzte Frage kann sehr heilsam sein. Wenn auch für Sie dieses neue Jahr eine Zeit des Neuanfangs in vielerlei Hinsicht ist, dann können Ihnen die Antworten darauf eine große Hilfe und Wegweiser sein.

Vielleicht geht es um Menschen, die Sie loslassen möchten, Dinge, Einstellungen oder Verhaltensweisen. Schreiben Sie die Antworten einfach auf, die Ihnen hochsteigen. Sie müssen dafür noch keine Lösungen haben oder wissen, wie. Manchmal ist der Schmerz noch zu groß. Es ist ein erster Schritt zu beschließen, loszulassen.

Ich wünsche Ihnen dabei alles, alles Gute. Kraft und Mut nötige Veränderungen zu leben, sich selbst gut im Blick zu behalten und die Zuversicht zu bewahren, dass Sie alles bewältigen.

Wenn Ihnen diese Anregungen gefallen haben, kann ich Ihnen das Buch von Melody Beattie - Mehr Kraft zum Loslassen - wärmstens empfehlen. Darin finden Sie für jeden Tag des Jahres Gedankenanregungen und Ideen wie Sie für sich einen guten Weg in den Stürmen des Lebens finden können.

Seit längerem geht mir wieder mal ein Gedanke nicht aus dem Kopf. Eben hartnäckig picksend wie der Krümel im Bett:

Wer auf dem richtigen Weg nur sitzt, wird überrannt…

Könnte man jetzt glatt für witzig halten, doch bei näherer Betrachtung, steckt doch ganz schön viel Wahrheit drin. Und wenn man noch näher hinsieht, dann könnte es sein, dass einem gar nicht gefällt, was sich da zeigt.

Es ist ja oft schon schwer genug, den richtigen Weg erstmal zu finden, dann wird es doch wohl auch erlaubt sich, sich da mal hinzusetzen. Stimmt. Völlig korrekt. Problematisch wird es auch erst dann, wenn man nicht mehr aufsteht und es sich auf Dauer dort bequem macht.

Wie sieht es denn bei Ihnen damit aus? Lassen Sie uns doch die Probe auf’s Exempel machen:

  • Bei welchen Projekten wissen Sie genau, was der nächste Schritt ist, doch Sie gehen ihn nicht?
  • Welche Versprechen haben Sie gegeben und bis jetzt nicht eingehalten?
  • Welche Entscheidung haben Sie bereits getroffen, doch führen sie nicht aus?

Wie wir ja alle wissen, haben besonders unangenehme Aufgaben die Tendenz der Aufschieberitis zum Opfer zu fallen. Oder auch unbekannte Themen lassen uns erstarren, da wir nicht sicher sind, was auf uns zukommt und wie wir es angehen sollen.
Es gibt auch ganze Bücher darüber, wie sich mit Aufschieberitis und dem inneren Schweinehund am besten umgehen lässt.

Mir selbst haben zwei Begebenheiten dabei geholfen mit diesem Thema umzugehen und auch heute noch gibt das meistens den Ausschlag dazu aufzustehen und auf dem Weg weiterzulaufen. Vielleicht nützen Ihnen diese Gedanken ebenfalls:

Im Titel habe ich es bereits geschrieben:

Erfolg hat drei Buchstaben: T U N

Das hat mir meine Mentorin immer und immer wieder gepredigt, wenn ich mal wieder einen Durchhänger hatte. Und auch wenn das schon Jahre her ist, fällt es mir im passenden Moment wieder ein.

Eine ganz einfache Weisheit die mit der Tugend Disziplin zusammenhängt. Das Wort hat in unseren Zeiten einen seltsamen Beigeschmack, doch es lohnt sich, sich darüber mal ganz persönlich Gedanken zu machen. Damit eng verknüpft ist die Selbstverantwortung. Und hier schließt sich der Kreis zu den drei Buchstaben.

Für meinen Erfolg ist nur ein Mensch verantwortlich und das bin ich selbst. Und wenn ich mich dazu wirklich verpflichte, dann übernehme ich damit auch die Verantwortung. Das TUN ist schlussendlich die sichtbare Selbstverpflichtung. Mein Tun bringt mich auf meinem Weg voran, macht mein Leben reicher und mich zufriedener.

Nur so nebenbei ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass in dem Wort Pflicht die Wörter ich und Licht verborgen sind? Finde ich immer wieder nett und seit dem ist dieses Wort im wahrsten Sinne heller für mich. Es entzündet ein Licht in meinem Ich, wenn ich meine Pflicht tue. Vielleicht ein wenig weit hergeholt, doch was spielt das für eine Rolle, wenn der Gedanke funktioniert?

Das zweite Hilfsmittel um auf meinem Weg weiterzulaufen, hängt mit einer Geschichte zusammen, die Napoleon zugeschrieben wird:

Es ist Krieg und Napoleon befindet sich mitten in der Nacht stehend vor seinem Zelt im Feldlager. Sein Adjudant steht neben ihm. Es ist dunkel, der Himmel voller Wolken. Napoleon fragt ihn: “Schauen Sie in den Himmel und sagen Sie mir was Sie sehen.” Sein Adjudant schaut wie befohlen nach oben und meint nach einer Weile: “General, ich sehe Wolken, Herr General.”

Unwillig schüttelt Napoleon seinen Kopf. Er dreht sich zu seinem Adjudanten um und sagt: “Dort hinter der Wolke, befindet sich mein Stern. Und auch wenn ich ihn jetzt nicht sehen kann, weiß ich doch, dass er da ist.”

Können Sie Ihren Stern auch sehen, wenn gerade der Himmel voller Wolken ist? Oder lassen Sie sich bei Durststrecken dazu verleiten, ihren Stern als verloren aufzugeben?

Machen Sie das nicht. Das Leben passiert in Wellen. Wir werden immer wieder mit Situationen konfrontiert werden, in denen nicht alles glatt läuft, wir Steine aus dem Weg räumen müssen oder Rückschläge erleben. Die gute Nachricht ist, auch das wird vorüber gehen. Das ist nun keineswegs sarkastisch gemeint. Nein, denn zu große Ausschläge in unserem Gefühlsradar kosten uns nur unnötig viel Kraft. Und etwas mehr Abstand und weniger Auflehnen tun uns dabei gut.
Glauben Sie an Ihren Stern, auch wenn der Himmel gerade wolkenverhangen ist. Machen Sie einfach weiter, tun Sie das, wozu Sie sich verpflichtet haben. Sie werden als Lohn eine innere Zufriedenheit erleben und damit auf Ihrem richtigen Weg vorwärtsgehen.

Dass Reklamationen von Kunden Chancen sind, können wir in verschiedensten Büchern nachlesen und vom Kopf her ist das auch völlig logisch.

Doch mal ganz ehrlich: Wie geht es Ihnen, wenn ein Kunde persönlich, telefonisch oder schriftlich seinen Ärger an Sie weitergibt? Die Sätze sind (vor allem grad wenn Emotionen eine Rolle spielen) selten im besten Feedback-Format formuliert.

Es ist oft daher ganz natürlich, dass innerlich die Stacheln aufgestellt werden und die erste Reaktion eher eine Rechtfertigung ist als ein bewusstes Zuhören. Reklamationen sind ja letztlich Vorwürfe und genau darauf reagieren wir unbewusst.

Lassen Sie uns doch daher mal einen näheren Blick auf diese Art von Vorwürfen werfen. Es gehören ja immer zwei dazu. Und wer sich vor Augen hält, dass ein Vorwurf erst einmal mit demjenigen zu tun hat, der “wirft”, kann dadurch schon ein anderes Bild entstehen. Niemand macht ja etwas umsonst, wie uns die Psychologie lehrt und heute hab ich im Kalenderblog ein wunderbares Zitat dazu gefunden, wie sich das mit den Vorwürfen erklären lässt:

“Vorwürfe sind schlecht formulierte Wünsche.”

Martin Haberzettl

Denken Sie doch in diesem Zusammenhang mal an die letzten Vorwürfe, die Sie jemandem gemacht haben. War es da nicht auch so, dass Sie etwas anderes wollten, als Sie bekommen haben? Meist hängt das mit nicht erfüllten Erwartungen zusammen. Die zudem oft unbewusst aufgebaut und nicht klar formuliert werden.

Und wenn wir das nun auf ein Kundengespräch ummünzen, dann könnten Sie beim nächsten Vorwurf anders reagieren. Behalten Sie folgenden Gedanken dabei im Kopf:

Der Kunde hat offensichtlich andere Wünsche. Er kriegt es nur nicht gebacken, wie er es formulieren soll.

Und damit sind Sie im Kopf mehr bei Ihrem Kunden und müssen sich nicht mehr primär verteidigen oder schützen. Fragen Sie ihn doch, nachdem er alles losgeworden ist, nach seinen Wünschen. Z. B. mit der einfachen Formulierung: Was würden Sie sich für eine Lösung wünschen?

Diese Mechanismus funktioniert natürlich nicht nur in Kundengesprächen sondern trifft auch auf private Gespräche zu. Dabei sind halt häufig noch ganz andere Emotionswuchten im Spiel. Trotzdem könnte Ihnen dieser Gedanke daran auch helfen, ein wenig mehr Abstand zu gewinnen und dadurch besser zuhören zu können.

Um den Kreis zu schließen, noch einmal unsere Ausgangsposition: Reklamationen von Kunden sind Chancen. Vor allem Akquise-Chancen.

Denn ein Kunde, der das Gefühl hat, Sie hören ihm wirklich zu und helfen ihm dabei seine Wünsche zu formulieren hat einen weitaus höheren Bindungsgrad wie zuvor. Und zudem wird er diese Erfahrung mit Sicherheit gern weitererzählen.

blog_karneval.jpgDieser Beitrag wird auch im Rahmen des 1. Businessblog-Carneval veröffentlicht.

…über die ich ja schon des öfteren geschrieben habe, wie hier und hier. Diesmal ein Zitat von einem meiner Lieblingsdichter:

Wessen wir am meisten im Leben bedürfen, ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.

Ralph Waldo Emerson

Hm, merken Sie auch schon wie es zu picksen anfängt…? Denn einerseits sollen wir uns ja selbst motivieren und die intrinsische Art wär ja die einzige Möglichkeit für wahre Motivation.

Doch auf der anderen Seite, kennen Sie nicht auch das Gefühl jemandem gegenüberzustehen, der einem voller Vertrauen sagt: “Du kannst das.” Und davon absolut überzeugt ist, auch wenn man selbst Zweifel daran hat.

Und dieses Zutrauen ist dann fast wie ein Vorschuss auf das eigene Erleben des Schaffens. Sei es auch mit Rückschlägen und Frustrationen behaftet. Jeder Weg hat nunmal seine Steine und Steinchen.

Haben Sie so jemanden in Ihrer Nähe? Jemanden der Sie dazu bringt, das zu tun, wessen Sie fähig sind?

Sind Sie selbst so jemand? Geben Sie Menschen einen Vorschuss im Zutrauen auf ihre Fähigkeiten? Bringen Sie andere dazu, das zu tun, wessen sie fähig sind?

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass wir dann wachsen, wenn wir solchen Menschen begegnen und lernen selbst zu solchen Menschen zu werden.

Wie sehen Sie das? Machen Sie mir doch die Freude und schreiben mir Ihre Gedanken.

Ein Zitat über ganzheitliche Führungskräfte:

Trompete können Sie nicht zögerlich spielen.

(Pater Theodore Hesburgh)

Da ist wohl was dran. Würde sich wahrscheinlich bei einer Trompete eher unfreiwillig komisch anhören, quitschend oder nach heißer Luft….

Wenn man nun diese Metapher auf den Unternehmensalltag als Führungskraft überträgt, dann lohnt es sich, über folgende Fragen nachzudenken:

  1. Bei welchen Entscheidungen verhalten Sie sich tendenziell eher zögerlich?
  2. Welche Auswirkungen hat das? Auf Sie selbst, auf Ihre Mitarbeiter, Ihre Kollegen, auf die Prozesse?
  3. Wie wäre der optimale Verlauf?
  4. Was fehlt Ihnen dazu?
  5. Was können Sie tun, um das fehlende zu erlernen, zu bekommen, auszufüllen?

Bis zu dieser Frage ist alles ziemlich logisch aufgebaut. Und in vielen Fällen lässt sich nun eine Veränderung erreichen, in dem das in den Antworten Erarbeitete sukzessive umgesetzt und gelebt wird.

Doch ebenso häufig ist der andere Fall, in dem wir genau wissen, was zu tun ist und es trotzdem nicht machen. Und hier wird es nun interessant. Um mit diesen Widersprüchen zu arbeiten, gibt es verschiedenste Herangehensweisen. Letztlich gipfeln alle darin, dass jedes Verhalten einen Sinn hat, wie unsinnig und unlogisch es uns auch im Bewusstsein erscheinen mag.

Ein Beispiel dazu aus meinem Dozentenleben: Ein wirklich cleverer Schüler wusste genau, wo es bei ihm hakte und lernen fiel ihm leicht. Doch irgendwie legte er sich ständig selbst Steine in den Weg. Im Betreuungsgespräch ergab sich dann der Grund dafür: Wenn er in diesen Fächern bessere Noten haben würde wie seine beiden Freunde würde das zu einer Spaltung führen, befürchtete er. Und damit war die Entscheidung sonnenklar: Die Zugehörigkeit zu seiner Peergroup war um einiges gewichtiger, als seine eigene Verbesserung. Mit diesem Wissen ließ sich nun an einer konkreten Lösung mit ihm arbeiten, seine Ziele zu erreichen und die Zugehörigkeit zu bewahren.

Eine kleine Randnotiz: Dieses Phänomen von zurückhaltendem „Wissen zeigen“ nach außen mit dem Hintergrund der Verlustangst von Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe lässt sich sehr, sehr häufig bei Jungen und Männern beobachten.

Das angeführte Beispiel illustriert sehr schön den Zusammenhang zwischen äußerem Verhalten und innerem Sinn. Um nun den eigenen Widersprüchen und den dahinterstehenden unbewussten Treibern auf die Spur zu kommen sind zwei Fragen ein guter Ansatz.

Vielleicht nehmen Sie dazu gleich eine konkrete Situation, dann können Sie für sich den größten Nutzen daraus ziehen. Also am besten ein eigenes Verhalten, das Ihnen eher im Weg steht und Ihnen trotzdem immer wieder „passiert“.

  • Was verhindert dieses Verhalten?
    Die Antwort zeigt Ihnen ein angestrebtes Ziel an.
  • Was ermöglicht mir dieses Verhalten?

Damit kommen Sie Ihrem inneren Grund auf die Spur. Lassen Sie sich mit der Beantwortung ruhig Zeit. Und konzentrieren Sie sich auf Ihre Körperempfindungen und Bilder die in Ihnen aufsteigen. Ihr Kopf darf ruhig mal ein Päuschen einlegen.

Egal, was als Antwort aufgetaucht ist, genau das hat für Sie einen höheren Stellenwert. Manchmal braucht man auch ein paar Anläufe, bis Antworten aufsteigen.

Wenn Sie nun Ihr Ziel von Frage 1 erreichen möchten, dann haben Sie dann die größten Chancen, wenn Sie sicherstellen, dass Ihr innerer Grund berücksichtigt wird.

Und sollten Sie merken, dass Sie immer wieder bei gleichen Themen hängenbleiben, dann haben Sie keine Scheu sich jemanden zur Unterstützung und Begleitung zu suchen. Häufig genügen bereits wenige Gespräche, um aus der eigenen Sackgasse herauszukommen. Ein guter Coach oder Therapeut ist in der Lage Ihnen den kleinen Schubs zu geben, der in die für Sie richtige Richtung führt. Laufen müssen Sie dann eh selbst. ;-)

Das Zitat mit dem dieser Beitrag begonnen hatte: Trompete können Sie nicht zögerlich spielen stammt aus dem Buch Visionäres Management von Gay Hendricks und Kate Ludeman.

Eine Inspirationsquelle und gute Zusammenfassung was ganzheitliche Führung bedeutet und welche Vorausetzungen und Möglichkeiten damit verknüpft sind.

Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der mit Führung betraut ist, denn es enthält für meine Begriffe, viele simple Wahrheiten, die doch so oft (leider) unter den Tisch fallen.

Lassen Sie sich auch immer wieder mal von einem Zitat inspirieren? Der Newsletter darüber gibt es ja inzwischen viele. Auch ich bekomme meine tägliche Ration ;-) von www.zitate.de

Allerdings war das Zitat von heute wieder eines dieser Krümel im Bett. Und es lässt mich irgendwie nicht los:

"Wir sind schon ein merkwürdiges Volk, wenn wir mit Freude Maschinen bedienen, aber jedes Lächeln gefriert, wenn es sich um die Bedienung von Menschen handelt. "
Roman Herzog (*1934), deutscher CDU-Politiker, Bundespräsident 1994-1999

Was denken Sie darüber?

Heute hab ich mal wieder meine Wissenskassette geguckt. Ja, ich bin so altmodisch und nehm noch auf Video auf ;-) Und nachdem bei mir der Fernseher oft zwei Wochen lang nur als Blumenständer dient, hab ich mal wieder ‘ne Runde länger geschaut.

Heute bin ich mit meinen Gedanken bei den Beiträgen von Prof. Vossenkuhl (LMU München) hängen geblieben. Er ist seines Zeichens Professor für Philosophie und spricht in den Sendungen über Ethik.

In einer der Sendungen ging es um die Grundbegriffe von Ethik. Ich hab mich mit diesem Thema ehrlich gesagt, noch nie so wirklich auseinander gesetzt. Doch irgendwie konnte ich mich dem ganzen nicht entziehen. Prof. Vossenkuhl sprach von Grundbegriffen wie Vertrauen. Dass Vertrauen die Basis eines gesicherten Zusammenlebens einer Gesellschaft ist. Wenn es fehlt und Mißtrauen die Oberhand gewinnt, verliert die Gemeinschaft ihren Zusammenhalt und die Möglichkeit des sicheren Lebens.

So im Vorbeigehen nickt man das ganze einfach mal ab, würde ich sagen. Doch lassen Sie uns doch einen Moment dabei verweilen.

Wussten Sie, dass Soziologen in Deutschland Jahr für Jahr mahnen und versuchen darauf aufmerksam zu machen, dass das Vertrauen der Deutschen immer mehr abnimmt?

Nicht nur das Vertrauen in andere, in die Politik, in den Arbeitgeber, in das Rechtssystem usw., sondern auch das Vertrauen in sich selbst. Und das ist eine wirklich tragische Entwicklung, deren Folgen sich immer mehr zeigen. Wer weniger auf selbst vertraut, baut im gleichen Maß Ängste auf. Denn wenn ich mir selbst weniger zutraue, dann verliere ich damit selbsterhaltende Fähigkeiten und habe den Klippen im Leben weniger entgegenzusetzen. Dadurch werde ich mich hilfloser und ohnmächtiger fühlen. Nicht umsonst stehen die psychosomatischen und psychischen Erkrankungen inzwischen ganz oben, wenn es um Gründe für Arbeitsunfähigkeit geht.

 Die Entstehung einer solchen negativen Spirale ist meist ein ganz schleichender Prozess. Und das macht das ganze so schwierig und oft wenig greifbar. Wichtig ist es, immer einmal wieder innezuhalten und sich selbst beim Denken zuzusehen und vor allem zuzuhören.

Achten Sie doch einmal darauf, wie Sie innerlich mit sich selbst sprechen. Besonders in den Situationen, in denen Ihnen vielleicht ein Fehler passiert, in denen Sie kritisiert werden, in denen Sie sich unsicher fühlen, in denen Sie sich klein gegenüber anderen fühlen. Was für Sätze oder Bruchstücke gehen Ihnen da durch den Kopf? Beschimpfen Sie sich möglicherweise innerlich als Volltrottel, blöde Kuh oder Versager? Gehen Ihnen solche Sätze durch den Kopf wie Immer passiert das mir. Ich stell mich an wie der letzte Depp. Ich lern das nie.

Und jetzt fragen Sie sich doch mal, ob Sie so auch mit Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin sprechen würden. Ist die Reaktion die Sie da innerlich haben, wirklich der Situation angemessen? Würden Sie anderen diese Dinge an den Kopf werfen?

Wenn Ihnen das alles sehr bekannt vorkommt, dann gewöhnen Sie sich doch bewusst an, sich selbst in diesen Situationen innerlich Mut zuzusprechen. Testen Sie verschiedene Sätze für sich aus, bis Sie etwas finden, was stimmig ist. Vielleicht so etwas wie: Ich krieg das hin. Es wird alles gut werden. Beim nächsten Mal wird’s besser.

Sie mögen das evtl. banal finden. Da haben Sie völlig recht, das ist es. Es sind einfache Dinge, Dinge die Sie tun können, um wieder mehr Vertrauen in sich zu finden. Und es ist so wichtig Vertrauen in sich selbst zu haben. Denn das heißt ja schlussendlich Selbstvertrauen. Und daraus wächst unsere innere Sicherheit, dass wir mit Leben klar kommen werden. Der unmittelbare Lohn sind weniger Ängste und mehr innere Ruhe.

Und nachdem ich diesen Beitrag ja mit Ethik im Unternehmen überschrieben habe, möchte ich mit einigen Fragen schließen, die sich auch an Führungskräfte wenden:

  • Wie steht es mit dem Vertrauen, das Sie in Ihre Mitarbeiter setzen?
  • Was tun Sie, damit Vertrauen in Ihrer Arbeitsumgebung gefördert wird?
  • Wie steht’s mit Ihrem eigenen Selbstvertrauen?
  • Vertrauen Ihnen Ihre Mitarbeiter?

Den Schlußsatz überlasse ich einem weitaus weiseren Menschen als ich es bin:

Zwei Dinge verleihen der Seele am meisten Kraft:
Vertrauen auf die Wahrheit
und
Vertrauen auf sich selbst.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.), römischer Politiker, Rhetor, Philosoph und Schriftsteller

Was zum Nachdenken….

In einem der letzten Bücher, das ich gelesen hab, ist mir ein Zitat aufgefallen, das ich sehr prägnant finde:

    Erfolg ist eine Folgeerscheinung, niemals darf er zum Ziel werden. Gustave Flaubert

Das ist eines dieser Zitate, bei denen ich das Gefühl hab, sie sind irgendwie lästig, wie Krümel im Bett. Denn es pickst und irgendwie passt es mir nicht so wirklich und doch muss ich drüber nachdenken. Welche Fragen ich dann am interessantesten für mich fand:

  • In welchem Bereich meines Lebens wirkt es sich negativ aus, dass Erfolg zum Ziel geworden ist?
  • Was ist das wirkliche Ziel dahinter?
  • Welche Bedeutung hat das wirkliche Ziel für mich?
  • Und wenn es immer noch wichtig ist: Was kann ich tun, um es wieder zum wahren Ziel zu machen und zu erreichen?
  • Letzten Endes sind es oft solche Worte, Zitate, und Bruchstücke von Gedanken, die einen, wie die oben schon erwähnten Krümel im Bett, nicht in Ruhe lassen. Doch genau darin liegt auch der Charme und der Reiz. Aufzustehen und die metaphorischen Krümel zu beseitigen und zu gucken, wie man sich am wohlsten fühlt, erweitert die eigene Welt.

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