Social Media, was soll das denn schon wieder sein…?

Unter diesem Begriff werden alle Aktivitäten zusammengefasst die sich im „neuen Web“ nutzen lassen in Bezug auf  (Unternehmens-)Kommunikation.

Kunden können inzwischen in kürzester Zeit ihre Meinung über Produkte, Marken und Unternehmen kund tun. Möchten direkt angesprochen werden und wünschen sich Mitspracherecht und Transparenz. Und sie halten natürlich auch nicht mit schlechten Erfahrungen hinter dem Berg.

Daher ist die entscheidende Frage für Unternehmen heute nicht mehr „mach ich da mit?“ sondern „wie kann ich dabei sein?“ Denn Social Media ist eine Business-Strategie.

Wie sich das nun alles systematisch aufbauen lässt, welche Tools Sinn machen und was man besser lassen sollte, möchten wir Ihnen an diesem Abend gern aufzeigen.

Und selbstverständlich gibt es, wie immer, alle Links zum bequemen Nachsurfen in Ihre Mailbox geliefert.

Alle Detailinformationen finden Sie hier.

Wann:
Donnerstag, 25. März 2010 von 19:00 Uhr – 20:30 Uhr

Wo:
Weisses Haus der Hacker Feinmechanik – Wildenforster Str. 6, 94560 Offenberg-Neuhausen bei Deggendorf – Anfahrt

Ihre Investition:
Vortrag inkl. komplette Linkliste 20,00 €

Anmeldung:
Per email oder Tel: 08535/912881

Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann seien Sie mit dabei, wir freuen uns auf Sie!

Dieser Artikel ist Teil der Serie Gewohnheiten ins Leben bringen.

Wir haben uns im

  • ersten Beitrag mit den verschiedenen Motivationsarten und Zielen von Gewohnheiten beschäftigt. Im
  • zweiten Artikel haben wir uns die verschiedenen Lernkurven näher angesehen. Der
  • dritte Teil behandelte Ihre ganz persönlichen Gründe und warum diese so wichtig sind für die erfolgreiche Integration von Gewohnheiten. Thema des
  • vierten Teils waren umsetzbare Schritte und warum es babysteps sein sollten. Das
  • heutige Thema begründet warum es Sinn macht, neue Gewohnheiten an bereits bestehende Gewohnheiten anzuhängen.

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Damit das auch wirklich was wird, ist es sinnvoll sich an einen wichtigen Merksatz zu halten:

Eine neue Gewohnheit hat die meisten Überlebenschancen,
wenn ich sie an eine bereits bestehende Gewohnheit anhänge.

Haken R_K_by_Niko-Korte_pixelio.deWas heißt das konkret? Als erstes sollten Sie die neue Gewohnheit einmal ausführen und die Zeit stoppen. Denn meist hat man eine ziemlich verschobene Wahrnehmung von der Dauer einer bestimmten Tätigkeit. Nehmen wir dazu die 20 Kniebeugen her. Dazu brauchen wir, sagen wir mal, 2 Minuten.

Die zeitliche Dauer ist eine wichtige Information dafür, wann diese neue Gewohnheit gut untergebracht werden kann. Falls wir uns entscheiden Sie in unserem morgendlichen Ablauf zu integrieren, ist die nächste Überlegung, was es dort bereits alles an Gewohnheiten gibt. Eine davon wird beispielsweise das Zähneputzen sein. Wunderbar, damit haben wir einen möglichen Aufhänger für uns. Direkt nach dem Zähneputzen machen wir ab sofort die 20 Kniebeugen.

Die alte Gewohnheit wird damit zur Erinnerung und zum Start der neuen Gewohnheit. Dies ist um einiges leichter, als eine neue Gewohnheit gewissermaßen im luftleeren Raum zu verankern. Von daher suchen Sie immer nach einem Aufhänger. Etwas, was Sie sowieso bereits machen.

Und um die Erinnerung daran gleich zu verfestigen, lohnt es sich die Dokumentation an den Ort des Geschehens zu verlagern. Wie sich das am einfachsten bewerkstelligen lässt, lesen Sie im nächsten Artikel.
Dieser Artikel ist Teil der Serie Gewohnheiten ins Leben bringen..


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Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Dieser Artikel ist Teil der Serie Gewohnheiten ins Leben bringen.

Wir haben uns im

  • ersten Beitrag mit den verschiedenen Motivationsarten und Zielen von Gewohnheiten beschäftigt. Im
  • zweiten Artikel haben wir uns die verschiedenen Lernkurven näher angesehen. Und heute im
  • dritten Teil geht es um Ihre ganz persönlichen Gründe und warum diese so wichtig sind für die erfolgreiche Integration von Gewohnheiten.

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Fragezeichen R_K_B_by_Gabi-Schoenemann_pixelio.deDann lassen Sie uns beginnen: Es gilt zunächst einmal herauszufinden, was denn der wirkliche Grund ist, warum wir etwas wollen. Wieso wollen wir uns mehr bewegen, abnehmen, mit dem Rauchen aufhören usw.? Was steckt tatsächlich dahinter?

Bildquelle: @Gabi Schoenemann / Pixelio

Bleiben wir mal beim Beispiel Bewegung. Vielleicht sitzen wir zuviel den ganzen Tag und unser Gewicht ist zu hoch, wir sind nicht mehr so leistungsfähig, fühlen uns ungelenkig und mögen uns nicht mehr so wirklich wie wir gerade sind. Das sind nur ein paar der möglichen Ansätze. Und damit sind wir voll im Bereich der Weg-Von-Motivation.

Wenn Sie geistig mitgegangen sind, dann haben Sie bestimmt gespürt, wie wenig gut uns diese Gedanken tun und was für ein schweres Gefühl sie hinterlassen. Das bedeutet auch, dass diese Art der Motivation allein nur dann Power entwickelt, wenn uns schon was weh tut und wir wollen, dass es aufhört. Daher auch Schmerz- oder Leidensmotivation genannt.

Da es ja auch noch die andere Seite der Medaille gibt, lohnt sich die Frage nach dem Zustand, den ich gern erreichen möchte. Und dabei ist “mehr bewegen” nicht die richtige Antwort. Diese wird jedoch – in verschiedenen Varianten – häufig gegeben.

Doch wenn Sie genauer hinschauen, gibt es fast immer einen (Hinter-)grund warum sich jemand mehr bewegen möchte. Es ist Mittel zum Zweck, z. B. zum Schlankerwerden. Ist dies damit der wahre Grund? Nach meiner Erfahrung Nein. Denn auch das Schlankerwerden hat einen tieferen Sinn. Oft steckt der Wunsch nach Attraktivität dahinter.

Hier kommen wir an einen interessanten Punkt in der Kette. Attraktivität ist z. B. ein Wert, der in den meisten Fällen durch Vergleichen entsteht. Ich fühle mich weniger attraktiv, als meine Arbeitskollegin, eine Bekannte, die Nachbarin usw. Das bedeutet, dass ich vor allem aufgrund eines Bildes schlanker werden möchte, dass ich im Vergleich zu anderen von mir habe und nicht besonders gut finde. Mein Wunsch ist damit vom (vermeintlichen) Urteil anderer abhängig. Mit einer solchen Motivation werden Sie vielleicht Ihre neue Gewohnheit beginnen, doch in den meisten Fällen irgendwann wieder in Ihren alten Trott zurückfallen.

Um herauszufinden, ob ein Grund tatsächlich Ihr ganz persönliches Anliegen ist, fragen Sie sich doch mal, ob Sie die neue Gewohnheit (in unserem Beispiel das vermehrte Bewegen um schlanker zu werden) auch dann anstreben und durchziehen würden, wenn Sie auf einer einsamen Insel leben, auf der es nichts zum Vergleichen gibt. Sollte Ihnen in dieser Sekunde klar werden, dass es Ihnen damit mehr oder weniger egal wäre, können Sie sich auch die Anstrengung sparen, Ihr Ziel aus dieser Richtung anzugehen.

Das heißt, es gilt einen wahrlich guten Grund für Sie ganz persönlich zu finden, warum Sie Ihr Ziel erreichen und eine neue Gewohnheit ins Leben bringen möchten.

Wir wollen mal einen Sprung in die Zukunft machen und so tun, als ob Sie Ihre Gewohnheit schon regelmäßig und vollkommen selbstverständlich ausühren. Z.B. jeden Tag sich zu bewegen. Fühlen Sie sich hinein und schaffen sich ein Bild davon. Und aus dieser Perspektive heraus vervollständigen Sie ganz spontan 5x den folgenden Satz:

Ich bin so froh und dankbar, dass ich mir diese Gewohnheit zugelegt habe, weil….

So, da haben wir’s ja :-) Deswegen wollen Sie das ganze also machen. Checken Sie Ihre Gründen nochmal mit der “einsamen-Insel-Frage” (siehe oben) und achten Sie auf eine Hin-zu-Motivationsrichtung. Sie spüren das ganz schnell am inneren Gefühl.

Hilfreich ist zudem auch eine spontane Einschätzung auf der Skala von 1 bis 10. Wobei 10 für ein absolutes Hochgefühl steht und 1 für ein ganz mieses Gefühl. Sie sollten bei Ihren Gründen mindestens eine 7 erreichen. Darunter macht es keinen Sinn, weil es innerlich etwas in Ihnen gibt, das sich gegen diesen Grund sperrt.

Sollte Ihnen wider Erwarten nichts gescheites eingefallen sein, haben Sie wieder einen Hinweis darauf, dass es anscheinend nicht Ihr eigenes Bestreben ist.

Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, ja, jetzt hab ich meine(n) persönlichen Grund(Gründe) gefunden, dann machen wir uns auf die Suche nach umsetzbaren Schritten. Und wie diese aussehen können, lesen Sie im nächsten Artikel der Serie Gewohnheiten ins Leben bringen.
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Teil 1

Teil 2

Uhrwerk R_by_Stefan-Goethert_pixelio.deÜber Gewohnheiten wird immer wieder viel geschrieben. Vor allem wie sie erfolgreich installiert werden können. Die berühmte 21-Tage Regel spielt dabei eine Rolle und die Idee sich gemeinschaftlich beim Dabeibleiben zu unterstützen.

Bildquelle: @Stehan Göthert / pixelio

Nach meiner Erfahrung gibt es mehrere Arten von Gewohnheiten, die nicht unbedingt auf die gleiche Weise ins Leben integriert werden können. Aus der Beobachtung meiner Ansätze sowie dem Hinterfragen erfolgreicher und weniger erfolgreicher Versuche haben sich für mich mehrere Unterscheidungen als wichtig ergeben:

Das Ziel der Gewohnheit ist,

  • mit etwas aufzuhören (z.B. dem Rauchen) oder
  • etwas neues zu beginnen (z.B. täglicher Bewegung)

Hier bilden sich die beiden intrinsischen Motivationswege eines Menschen ab. Da gibt’s nicht wirklich Auswahl. Entweder will man Schmerz vermeiden oder Freude erleben. Wenn ich mit etwas aufhören möchte, dann liegt der Fokus auf einer sog. Weg-Von-Motivation. Ich will etwas vermeiden, etwas wovon ich mich entfernen möchte.

Wenn ich dagegen mit etwas neuem beginnen möchte, dann richtet sich das Augenmerk auf eine Hin-Zu-Motivation. Ich will etwas erreichen, etwas worauf ich hinstreben kann.

Des weiteren gibt es den Unterschied zwischen

  • etwas, dass meinen ganzen Tag betrifft (z.B. bei einer angestrebten Ernährungsumstellung)
  • etwas, dass ich z.B. täglich nur 1x machen möchte

Sehr viele scheitern bei dem Ansinnen, eine neue Gewohnheit zu entwickeln, die sie den ganzen Tag im Auge behalten müssen. Und wer nicht eine starke Grunddisziplin besitzt, wird dabei oft schnell sein persönliches Waterloo erleben. Denn ständiges innerliches Zusammenreißen zermürbt uns auf Dauer und unsere Motivation zerbröselt schneller als wir gucken können. Wie sich dieses Dilemma beginnen lässt zu lösen, wird Thema einer weiteren Artikelserie werden.

Doch zunächst eine weitere Differenzierung, die man nicht unterschätzen sollte:

Meine neue Gewohnheit hat zum Ziel

  • Wissen zu erwerben (z. B. sich ein neues Fachgebiet erschließen)
  • eine Fähigkeit zu trainieren (z.B. ein Instrument)

Beides ließe sich unter Lernen einstufen. Das ist korrekt. Allerdings wird dabei übersehen, dass sich die beiden Lernkurven immens unterscheiden. In meinem Workshops geht es oft um beides, Wissenserwerb und das Training von Fähigkeiten. Und ich frage die Teilnehmer, wie sie eine Lernkurve zeichnen würde.

Wie diese Kurve gezeichnet wird, wie sie wirklich aussieht und was an diesem Wissen für uns so wertvoll ist, lesen Sie im nächsten Beitrag der Artikelserie Gewohnheiten ins Leben bringen.

Am Montag startet eine neue Artikelserie die in 7 Teilen das Thema Gewohnheiten ins Leben bringen behandelt. Bis zum nächsten Sonntag gibt es jeden Tag einen Beitrag:

Die Artikel erscheinen immer im Laufe des Vormittags und werden dann auch hier verlinkt. Freu mich schon auf Kommentare und Anregungen!

Gehören Sie auch zu den Menschen, die Projekte gern mal auf den letzten Drücker abwickeln? Zumindestens ab und zu? Also ich fürchte, bei mir ist das häufiger an der Tagesordnung als mir lieb ist. Und so manchesmal hadere ich mit mir, denn auch wenn ich dann in letzter Minute noch alles gebacken kriege, wäre es ja auch mal schön, das ganze ein wenig stressfreier zu haben.

Doch was muss ich da lesen? Hermann Rühle bietet in seinem Buch Die Kunst der Improvisation einen Gedanken ganz anderer Art dazu an. Das Paretoprinzip mit seinem 80/20 Verhältnis dürfte hinreichend bekannt sein. Doch von dieser Warte hatte ich es bisher noch nicht betrachtet und mir war zudem nicht in dem Maße bewusst, dass ich oft genauso arbeite:

…Das Pareto-Prinzip ist der Hebel, mit dem ich bei geringstem Kraftaufwand einen hohen Druck erzeuge. Pareto adelt das Hudeln zur sinnvollen, weil wirksamen Strategie und rehabilitiert den Deadline-Junkie. Bei den meisten Aufgaben reicht die 80-Prozent-Lösung. [...] Um diese zu schaffen, kann ich erst mal einmal 80 Prozent der Zeit verstreichen lassen und anderen, schöneren Beschäftigungen nachgehen. In den letzten 20 Prozent der für die Aufgabe verfügbaren Zeit stelle ich dann das geforderte Ergebnis auf die Beine.

Hm, was sagt man dazu…? Das klingt ja fast wie die perfekte Anregung aller AufschieberInnen und Anhänger der Prokrastination das zum neuen Credo zu ernennen. Wie wir inzwischen schon häufig gehört haben, neigen vor allem Perfektionisten und kreative Menschen zum Aufschieben. Und wenn man sich die einzelnen Aufgaben mal ernsthaft betrachtet, könnte es durchaus funktionieren, diese Methode des umgekehrten Pareto – des Oterap-Prinzip (wie Rühle das in seinem Buch nennt) mal auszuprobieren.

Denn wenn Sie zurückdenken, an die Situationen in den Sie aufgeschoben und dann auf den letzten Drücker noch alles fertig gestellt haben, lehrt uns die Erfahrung, dass wir es hinkriegen. Es wäre bestimmt manchesmal mit weniger Stress verbunden, früher zu beginnen, doch vom Beendigungsstandpunkt ausgesehen, hat’s ja gereicht.

Da ich das inzwischen auch bei mir viele, viele Male erlebt habe, bin ich inzwischen relaxter wenn die Zeit vergeht und das Projekt noch immer nicht angefangen ist. Ich habe über mich gelernt, dass ich für bestimmte Arten von Projekten so und soviel Zeit brauche und es mir bei diesen am liebsten ist, wenn ich sie ganz aktuell erstellt habe und damit ganz im Thema drin bin. Das heißt faktisch, mir ist klar, wie lang die 20 % der Zeit bei mir ca. dauern. (der passende Kalauer dazu: Haut nicht immer hin, doch in 80 % der Fälle :-)

Bevor das Hudeln jedoch nun zum Allheilmittel erkoren wird, möchte ich noch einige Sachen zu bedenken geben und Einschränkungen aus meiner Erfahrung aufzeigen:

  • Wenn ich in einem Thema Verstehenslücken habe, wird hudeln nicht hinhauen. Wissenslücken lassen sich noch annähernd auffüllen, doch bei Verstehenslücken brauche ich häufig viel mehr Zeit als gedacht und meist auch jemanden, der mich unterstützt. Und das krieg in den 20 % dann meist nicht unter, weil zum einen andere selten genau in meinem benötigten Zeitfenster zur Verfügung stehen und zum anderen der Verstehensprozess Zeit braucht zum Festigen.

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  • Das Einschätzen wieviel der Zeit nun wirklich 20 % sind, braucht Erfahrungswerte. Das bedeutet, dass es erst dann Sinn macht, das “Oterap-Prinzip” einzusetzen, wenn ich mehrere gleichartige Aufgaben bereits bearbeitet habe und daraus realistisch ableiten kann, wann ich spätestens beginnen sollte.

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  • Nach außen macht Hudeln selten einen guten Eindruck. Wenn es regelmäßig zuviele Leute mitbekommen, könnte es job- und karrieremäßig schaden. Findet es eher hinter verschlossenen Türen statt, und es gehen nur die Ergebnisse nach draußen, ist dieser Teil weniger relevant.

Was sind Ihre ganz persönlichen Tricks mit Aufschieben oder Nichtaufschieben umzugehen?

Schlussbemerkung:
Was mich dazu noch sehr amüsiert hat, ist ein Zitat von Prof. Ferrari der zum Thema Procrastination forscht: “Jemandem der aufschiebt zu sagen, dass er sich einen Wochenplaner kaufen soll, ist wie wie einem chronisch Depressiven zu sagen, er solle fröhlich sein. (Psychology Today, 23 August 2003)

Und wer sich gern noch weitere Anregungen zur Kunst des Improvierens (hört sich doch auch wirklich viel besser an ;-) holen mag, sollte ruhig mal einen Blick ins Buch von H. Rühle werfen.

Bildquelle: Microsoft Office

Diesmal bin ich an einer Textzeile hängen geblieben. I’m tired of all this fear – Ich bin der ganzen Angst müde. (Sie stammt von Snow Patrol / Eyes Open Song Headlights on Dark Roads. Ich persönlich find die ganze CD wunderbar und überaus hörenswert.)

Der Angst müde sein, das kenn ich sehr gut. Und ich denke, fast jeder von uns hat schon mal dieses Gefühl gehabt, nicht mehr weiter zu wissen und zu spüren, wie sich Panik breit macht. Langsam aufsteigt, den Herzschlag beschleunigt und einen immer hilfloser fühlen lässt.

Auch wenn ich nun schon seit über 13 Jahren selbständig bin, kenne ich diese Angst immer noch. Die Freiheit der eigenen Zeiteinteilung und Autonomie wird ein Stückweit dadurch beglichen, dass es keinen regelmäßigen Geldeingang gibt. Und immer wieder mal Lücken im Auftragseingang auftreten können. Nach meiner Erfahrung wird das unter Selbständigen nicht gern zum Thema gemacht. Viele geben anfangs eher flapsige, ausweichende Antworten auf die Frage nach dem eigenen Wohlbefinden. Es gibt immer noch eine große Scheu davor, diesem Thema Raum zu geben. Denn es besteht häufig die Furcht, nicht mehr „voll genommen“ zu werden, wenn man zugibt, dass man auch diese Existenzangst kennt.

Doch ich kann nur sagen, dass es für mich stets sehr wichtig war und ist, mich damit nicht zu verstecken, sondern darüber zu reden. Denn egal mit wem ich bis jetzt gesprochen habe, wie erfolgreich diese Menschen auch immer waren, stets habe ich in einem ehrlichen Gespräch gehört, dass auch sie dieses Gefühl kennen. Was einen manchmal völlig unerwartet anspringen kann. „Wie geht es weiter…..? Geht es weiter….? Wie soll ich das hinkriegen…..?“

Da es immer mehr Selbständige gibt und in den nächsten Jahren geben wird, ist es umso wichtiger, dieses Thema zu enttabuisieren. Und dem Selbständigendasein zwar nicht die Krone zu entreißen, jedoch davon ein realistisches Bild zu zeichnen. Denn ein gutes inneres Standing ist Voraussetzung eine Selbständigkeit erfolgreich aufzubauen und ohne auszubrennen viele Jahre lang mit Freude ausfüllen zu können. Dazu gehört Wissen darüber, dass es auch diese dunklen Phasen geben wird. Frühzeitig zu lernen, damit umzugehen, ist eine Fähigkeit die sich in vielen Bereichen des Lebens auszahlen wird.

Selbstverständlich ist eine gute Strategie, ein funktionierendes Marketing und ein gutes Produkt/Dienstleistung die Grundlage jedes erfolgreichen Business. Davon soll hier mal nicht die Rede sein, dann das wissen wir ja sowieso.

Lassen Sie uns doch mal verschiedene Möglichkeiten beleuchten, wie sich mit diesen Ängsten umgehen lässt. Angst hat die Eigenschaft, dass sie uns eher lähmt als in Bewegung setzt, dadurch im wahrsten Sinne Schranken setzt und uns im Denken fixiert. Angst fungiert oft wie eine Lupe, die das Betrachtete unendlich vergrößert. Die Gedanken kreisen meist um dieselben Katastrophenszenarien und die Gefühle folgen diesen Bildern.

Was tun?

Ich kann hier lediglich mit Ihnen mein Scheitern und meine Erfahrungen teilen. Doch möglicherweise sind ja hilfreiche Gedanken für Sie dabei.

Was für mich nicht funktioniert hat:

  • Mich anzutreiben und in wilden Aktionismus zu verfallen, denn ich muss ja was tun.
  • Mir Gedanken austreiben zu wollen unter dem Motto „jetzt stell dich nicht so an usw.“
  • Mich mit Menschen zu unterhalten, die dieses Gefühl eher wegwischen wollen mit einem „ach was, das wird schon wieder“

Was für mich funktioniert:

  • Annehmen was ist.

Da ich mich im Moment so fühle, wie ich mich fühle, bleibt mir erst mal gar nichts anderes übrig, als anzunehmen was ist. Ich spüre dem Gefühl nach, versuche es in meinem Körper zu lokalisieren und benenne es.

  • Liebevoll mit mir umgehen.

Das hört sich wahrscheinlich in einem Business-Kontext ziemlich „kuschelig“ an. Doch ich mein das völlig ernst. Für manche mag es funktionieren, wenn sie sich innerlich verbal die Keule drüber ziehen „jetzt mach schon….stell dich nicht so an…..du Weichei….lass dich nicht so hängen….“ Doch für mich haut das nicht hin. Und daher gehört es für mich zum Annehmen dazu, mir selbst das Gefühl zu geben, dass es in Ordnung ist, wenn ich im Moment Angst habe. Denn ich kann sie nun mal nicht wegzaubern. Und dazu gehört eben auch eine innerliche liebevolle Stimme. Der Kritiker darf ruhig mal Pause machen.

  • In Bewegung kommen.

Ängste haben die Eigenschaft uns bewegungsunfähig zu machen. Das ist schon an dem Sprichwort sichtbar „vor Angst gelähmt sein….erstarrt sein vor Angst“. Wir sind wie fixiert auf immer die gleiche Gedankenspirale, die zudem die Angewohnheit hat, sich selbst zu verstärken. Dies lässt sich durch Ergebnisse der Gehirnforschung erklären. Was des Öfteren gedacht wird, bahnt nun mal gewisse Muster.

Als Unterbrechung, neudeutsch separator, hilft in Bewegung zu kommen. Wie das Wetter auch grad sein mag, schnappen Sie sich Schuhe und Jacke und gehen nach draußen. Sich zu bewegen bringt Sie auch innerlich wieder in Bewegung. Am besten nehmen sich noch flotte Musik mit und schaffen sich dadurch einen zusätzlichen Unterbrecher. (BTW: sollte es grad mitten in der Nacht sein oder das mit Rausgehen aus sonst einem Grund nicht möglich sein, ist eine heiße Dusche oder Bad mein Ersatzmittel der Wahl….)

  • Reden.

In meinem Leben gibt es zum Glück Menschen die ich wegen jedem Sch… anrufen/ansprechen kann. Und das mache ich in solchen Situationen inzwischen auch. Hab eine ganze Weile gebraucht, mir das zuzugestehen und nicht immer mit allem allein fertig werden zu wollen. Doch ich weiß, dass da jemand gegenüber ist, der auch keine Lösung in dem Moment hat, sondern einfach nur zuhört. Mir das Gefühl gibt, dass ich in Ordnung bin, welche seltsamen Wege meine Gedanken auch grad nehmen. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt. Wichtig ist das Gefühl, des angenommen werden, womit sich der Kreis zum Beginn schließt.

Das waren sie, die Eckpunkte meiner Strategie. Wenn ich schon mal soweit gediehen bin, kann ich meist auch wieder klarere Gedanken fassen. Sprich wieder ins Handeln kommen. Und dann greifen auch wieder Lösungstools und was es da eben nicht alles sonst noch so gibt.

Was mich interessiert ist, wie gehen Sie mit den dunklen Seiten der Selbständigkeit um? Mit dieser Existenzangst die sich immer mal wieder einschleichen kann. Vielleicht sind Sie ja auch davon verschont und können uns Ihr Rezept verraten. Wie auch immer das bei Ihnen ist, ich freu mich auf Ihre Anregungen und Erfahrungsberichte.

Bildquelle: Peter Reinäcker / Pixelio

Wie fängt man das bloß an mit der „richtigen” Selbstorganisation? So, dass man die Dinge geregelt kriegt, alles schnell findet was man sucht und jederzeit den Überblick behält?

Wer vor seinem Berg täglicher Arbeit sitzt oder gar grad von einer Lawine an Papierkram u. ä. überrollt wird, hat oftmals keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Und um wenigstens irgendwas zu machen, machen wir daher häufig einfach mehr vom selben, sprich wir wursteln uns halt durch unseren Tag.

Bildquelle: P. Kirchhoff-pixelio.de

Doch es ist ja nicht so, dass wir nicht wüssten wie’s geht. Uns ist vollkommen klar, ein Wochenplan würde uns schon mal ein Geländer an die Hand geben. Oder die Dinge blockweise abzuarbeiten würde uns helfen, im Rhythmus zu bleiben. Nicht ständig nach neuen eMails zu schauen und die ganzen Benachrichtigungen abstellen würde unsere Aufmerksamkeit bündeln. Eine Prioritätenliste für den Tag aufzustellen, würde uns beim Wesentlichen bleiben lassen.

Hm, und wieso funktioniert das dann trotzdem nicht? Wieso halten wir uns nicht dran? Die Gründe dafür sind meiner Erfahrung nach so vielfältig, wie es die Menschen sind, die dahinterstehen. Mir ist nur eine Sache aufgefallen, die bei vielen Resonanz erzeugt (mich eingeschlossen…) Und vielleicht ist das auch ein Gedanke für Sie:

Sehr vieles, was auf uns einströmt, ist nicht unbedingt auf unserem Mist gewachsen, d. h. es wird von außen an uns herangetragen und wirkt damit auf uns fremdbestimmend. Wer als Angestellter arbeitet wird dieses Gefühl – wie einige Studien zeigen – noch vermehrt empfinden als Freiberufler und Selbständige. Doch solange wir mit der Fülle umgehen können und die Arbeit (einigermaßen) sinnvoll einstufen, werden wir es zwar nicht immer toll finden, doch es durchziehen. Aber irgendwann kann es durchaus sein, dass der Punkt erreicht ist, an dem wir uns durchgängig fremdbestimmt fühlen und erleben. Und spätestens dann kippt auch unsere Stimmung.

Was passiert da in uns in diesen Momenten? Es ist natürlich ein Gefühlscocktail den das Unterbewusstsein über uns auskippt. Von völlig genervt sein, über richtig grantig werdend bis zu Hilflosigkeit und Resignation. Suchen Sie sich was aus…. Und wenn Sie mal genau hinsehen, was Sie in diesen Momenten beginnen zu tun, könnte das durchaus das Gegenteil von arbeiten sein. Wir schauen – nur mal eben schnell – ob neue Mails vorliegen, surfen ein wenig, schauen mal zum Kollegen rüber usw. usw. usw. Und das in immer kürzeren Zeitintervallen. Je nach dem wie ausgeprägt unser Selbstdisziplin-Modul funktioniert werden wir nach einer gewissen Zeit wieder zurück an die Arbeit gehen.

Um dem Einwand – diese Pausen sind doch sehr wichtig – vorwegzugreifen, stimme ich Ihnen völlig zu. Selbstverständlich brauchen wir in unserem Tag diese Breaks, Kontakt zu anderen, einfach mal was, das uns Spaß macht. Warum tut uns das so gut? Ganz einfach, weil wir dabei selbstbestimmt handeln. Und uns damit das Gefühl verschaffen, wenigstens für fünf Minuten mal zu bestimmen, was zu tun ist. Es ist nun nicht so, dass das immer bewusst abläuft. Nein, ich finde dazu das Bild sehr passend, dass in uns ein kleines Gör bzw. ein kleiner Bengel wohnt, der da das Heft in die Hand nimmt und bestimmt, „hey ich hab jetzt Bock mehr auf den Sch…., lass uns mal …. machen”

Im Prinzip ist das eine sehr gesunde Reaktion um einer überwältigenden Fremdbestimmung etwas entgegenzusetzen. Das blöde ist nur, dass wir am Ende des Tages manches Mal ein schlechtes Gewissen haben, weil das, wir erledigen wollten, wieder nicht geschafft ist. Wir zerpflücken unseren Tag eigenhändig in viele kleine Zeiteinheiten, hopsen so von einem Arbeitsschritt zu einem komplett anderen und machen zwischendurch noch etwas, was uns wenigstens ein wenig ablenkt. Und wenn dieser Prozess schon sehr fortgeschritten ist, werden wir uns umso schwerer tun, mit den oben genannten Hilfen wie Pläne machen, Blöcke bilden usw. umzugehen und sie in unseren Alltag zu integrieren. Da wir dann genau diese Hilfsmittel auch oft als Fremdbestimmung empfinden, unter dem Motto, „alle sagen, nur so kann ich das alles bewältigen und ich hab jetzt absolut keine Lust schon wieder das zu tun, was alle anderen meinen.”

Was ebenfalls interessant ist: Auch wenn wir wissen, was uns blühen wird, wenn wir diesen Termin nicht einhalten, jene Arbeit nicht in dieser Form beenden etc. nehmen wir das irgendwann in Kauf. Nicht unbedingt bewusst, es passiert uns eher. Es geraten die Anteile in uns, die für Pflichterfüllung zuständig sind, in einen ständigen Konflikt mit den Anteilen in uns, die uns aus der Fremdbestimmung leiten möchten.

Was tun?

Was wir am dringendsten in diesen Situationen benötigen, ist das Gefühl der Selbstbestimmung. Wir sagen wo’s lang geht. Und gleichzeitig eine Möglichkeit finden, alles, was so in unserem Kopf herumschwirrt und uns beschäftigt irgendwo zu parken und damit wieder fokussierte Aufmerksamkeit möglich zu machen. Da mein „inneres Gör” häufig in Aktion tritt, kenn ich diesen ganzen Schlamassel nur zu gut. In meiner Verzweiflung hab ich wahrscheinlich so ziemlich jedes Buch über Selbstorganisation, das es so gibt, gelesen (zumindest gefühlt jedes). Gebe Kaizen-Seminare und konnte mir selbst mit Kaizen und GTD eine gut funktionierende Organisation aufbauen. Doch es gibt einfach immer wieder mal Zeiten, in denen strömt soviel ein, dass das System fast wie ein verstopfter Gully überzulaufen droht. Und um davon nicht immer überwältigt zu werden habe ich nach einer simplen Strategie gesucht, die für mich (idiotensicher) funktioniert. Eben weil ich dafür nicht viel überlegen muss und es schnelle Entscheidungen bringt.

Was dabei heraus gekommen ist, ist mein täglicher TT und die ohGott-ohGott-Liste. Wenn Sie jetzt schon mal ein wenig schmunzeln müssen, ist das bereits ziemlich gut :-) Denn ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich bin schon fast allergisch auf den Begriff „to-do-Liste”. Und daher immer auf der Suche nach Begriffen, die ich ansprechend finde und die mit mir ganz persönlich etwas zu tun haben.

  • Um als erstes das TT mal zu erklären: Diese Abkürzung steht bei mir für Thema des Tages.

Wenn ich merke, wie ich zwischen verschiedenen Themen hin- und her schieße und mich arg verzettel, dann ist das meine wichtigste Frage: Was ist heute Thema des Tages? Das bedeutet konkret, ich mache mir in diesen Situationen keine großartigen Prioritätslisten (obwohl diese natürlich sinnvoll sind) sondern ich konzentriere meinen Fokus auf mein Thema des Tages. Meinen TT. Und diese Frage lässt sich schnell beantworten und das können Sie mit Sicherheit ebenso. Es gibt immer etwas, das absolut Vorrang hat. Ob das nun eine Aufgabe ist, die uns gefällt, ist wieder eine ganz andere Frage. Doch Sie wissen mit Gewissheit, das ist mein heutiger TT.

Es mag vielleicht übertrieben erscheinen, doch ich brauche manchmal zusätzlich visuelle Marker. Daher habe ich mir das ganze als DIN-A4 Blatt ausgedruckt und an meine Magnetwand gehängt (siehe Bild). Ein Blick darauf erinnert mich immer wieder an das Wesentliche und ich schreibe mir in ganz akuten Fällen eine Karte mit meinem TT als Stichwort und hänge es drunter. Für die, die’s gleich selbst mal ausprobieren wollen, können Sie sich hier mein Vorlageblatt downloaden. Und selbstverständlich bewährt sich der TT auch an weniger chaotischen Tagen. Sie können sich diese Frage als erstes morgens stellen, bevor Sie auch nur den Stift in die Hand nehmen und zu arbeiten beginnen. Was ist Ihr heutiger TT? Dadurch bestimmen Sie wieder selbst. Sie entscheiden was jetzt gemacht wird. Eben Ihr heutiger TT.

  • Damit kommen wir auch schon zu meiner ohGott-ohGott-Liste.

Die heißt jetzt keineswegs so, weil ich so sehr katholisch veranlagt bin. Nö, der Titel kommt daher, dass mir während der Arbeit immer wieder mal Themen durch den Kopf schießen, die ich vergessen, verschoben, verpennt, noch offen habe etc. Dabei wird mir meistens für einen Moment siedend heiß und ich denke „ohGott-ohGott das habe ich ja völlig vergessen (muss ich ja auch noch machen) usw.” Und da war die Idee für diese Liste geboren :-) Da stehen meist mehr unangenehme Dinge drauf als solche die ich liebend gern mache, denn die vergessen wir ja eher selten. Diese Liste führe ich einfach mit der Hand. Und nutze sie dazu, ein Auffangbecken für diese Gedanken zu haben. Wenn’s erst mal da drauf steht, kann ich an meinem TT weitermachen oder an der Aufgabe, die ich grad am Bearbeiten bin.

Diese Liste könnte mich natürlich auch runterziehen, da sie manches Mal ganz schön lang wird. Doch da hilft ein Blick auf den Titel, den ich immer groß und deutlich drüber schreibe. Und wenn ich dann wieder ohGott-ohGott-Liste lese muss ich meistens schon schmunzeln und mir wird wieder bewusst, dass davon die Welt nicht untergehen wird. Klar sind die Sachen die da drauf stehen oft brandeilig und hätten längst fertig sein sollen. Doch wenn mein heutiger TT nicht dabei ist, dann darf die Liste einfach mal Liste sein und ich kümmer mich nicht weiter drum. Denn ich kann’s jetzt grad nicht ändern. Sondern habe mir die Frage nach meinem TT beantwortet und arbeite ihn ab. Sollte dann Zeit sein, dann stelle ich mir die Frage erneut und vielleicht ist es ja dann eines der Themen meiner ohGott-ohGott-Liste. Dann wird das zu meinem TT und die Liste darf wieder ruhen.

Beide Tools halten mich in chaotischen Zeiten über Wasser und sind in den ruhigeren Zeiten ebenfalls nützlich. Wenn’s wieder geordneter wird, dann greifen auch wieder alle anderen System die z. B. GTD zu bieten hat. Wer gerade erst dabei ist, für sich Selbstorganisation umzusetzen, kann gut und effektiv mit diesen beiden Werkzeugen beginnen. Das reicht für’s erste oft. Machen Sie das mal eine Woche, zwei Wochen. Fragen Sie sich jeden Tag nach Ihrem heutigen TT. Beginnen Sie Ihre persönliche ohGott-ohGott-Liste, die vielleicht bei Ihnen auch einen ganz anderen Namen bekommt. (Falls ja würd ich mich sehr über einen Kommentar freuen, da ich immer superspannend finde, was es so alles an Ideen gibt!) Und wenn sich das eingespielt hat, können Sie weitere Routinen installieren. Doch wenn’s zuviel wird, immer wieder zurück zur Basis, „Was ist mein heute mein TT?”

Und vielleicht nützen Ihnen diese Ideen auch für Ihre persönlichen chaotischen Zeiten. Über jede Rückmeldung von Ihnen dazu freue ich mich!

Wie bereits angekündigt, habe ich auch dieses Jahr die Möglichkeit die Initiative des Ostbayerischen Unternehmerinnentages zu unterstützen. Im Forum 3, das ab 13:00 Uhr stattfindet, werde ich zum Thema Selbstorganisation für Sie referieren.

Um Ihnen schon mal Appetit zu machen, hier ein paar Gedanken zum Inhalt.

Kann man sich selbst überhaupt organisieren? Oder zeichnet der Begriff Selbstorganisation schon ein falsches Bild?

Tatsache ist, dass wir Tag für Tag mit einer Vielzahl von zu erledigenden Aufgaben konfrontiert werden. Ob nun Anfragen, Angebote, Rechnungen, Lieferungen usw. per Post, Fax, eMail oder persönlich eintreffen, immer gilt es den Überblick zu bewahren, alle Bälle in der Luft und die Fäden in der Hand zu halten. Chaos bricht meist dann aus, wenn nicht mehr klar ist, was als nächstes zu tun ist und alles scheinbar gleichzeitig wichtig und dringend erscheint.

Am Anfang steht die wichtige Erkenntnis, dass nicht Sie das Chaos sind, sondern Sie wahrscheinlich einfach keine funktionierende Strategie haben, mit den anfallenden Dingen umzugehen.

Ein ebenfalls elementarer Baustein ist das Anerkennen der Tatsache, dass das Chaos normal ist und Ordnung nur ein vorübergehender Zustand. Damit Chaos entsteht müssen Sie nichts tun. Um ein gewisses Maß an Ordnung zu halten, gilt es beständig dranzubleiben. Und genau dieses Dranbleiben können Sie organisieren.

Wichtig ist dann, dass die Dinge nicht nur organisiert und geplant werden, sondern vor allem erledigt. Im TUN liegt der Erfolg. Eine Platitüde und doch eine absolute Wahrheit.

Wer nun schon schlechte Laune bekommt, weil ihm dazu Begriffe wie stupides Abarbeiten, Disziplin und langweilige Wiederholungen einfallen, dem kann ich nur rechtgeben, das würde mir auch keinen Spaß machen.

Was ist nun eine gute Lösung um Erledigung UND Freude an der Arbeit zu erreichen?

Möglichkeiten gibt es viele und wie so oft liegt eine gute Lösung in der Kombination. Lernen Sie:

  • mit Kaizen im Büro eine funktionierende Strategie kennen, die so viele Arbeitsabläufe wie möglich automatisiert und optimiert um Sie zu entlasten.
  • mit der Aufgliederung Ihres Arbeitsplatzes in Zonen eine leicht durchzuführende Methoden kennen, die Ihr Umfeld von Tag zu Tag immer mehr Ihren Bedürfnissen anpasst und Ihre Umgebung mit Wohfühlatmosphäre auflädt.
  • mit GTD (Getting Things Done) Ihre alltägliche Arbeit mit simplen Routinen vereinfacht, Sie dabei unterstützt zu jedem Zeitpunkt einen Überblick über alle laufenden Projekte zu behalten und damit eine ruhige Gelassenheit einziehen kann.

Das Motto, das hinter all diesen Techniken steht, ist die Philosophie des „einfach-tun“. Denn zwischen „Alles“ und „Nichts“ gibt es immer „Etwas“. Etwas das Sie einfach-tun können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für jeden Tag das Bewusstsein dafür, WAS Sie tun können und freue mich auf Ihren Besuch beim Unternehmerinnentag!

In dieser Rubrik möchte ich Ihnen in loser Folge Bücher vorstellen, die ich persönlich als wertvoll erfahren habe.

Die Gespräche am Büchertisch meiner Vorträge zeigen mir immer wieder, dass ich noch nicht die einzige bin, die das geschriebene Wort zwischen zwei Buchdeckeln sehr schätzt. :-)

Die Themenauswahl ist meistens kunterbunt und spiegelt meine Wochenausbeute wieder:

Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer – Monika Birkner

Wachsstumsstrategien.jpgHier finden Einzelunternehmer sofort umsetzbare Ideen für ein kleines Business. Für mich ist der Kerngedanke des Buches die Entwicklung eines Geschäftsmodells. Weg vom “Safari-Denken” wie die Autorin so schön titelt. Damit meint sie das Nachjagen des Einzelauftrages ohne das Gesamtgefüge zu fokussieren. Wie sich nun ein funktionierendes Modell entwickeln lässt und welche Leistungsvarianten sich daraus ermöglichen finden Sie ebenso darin wie interessante Interviews mit anderen Einzelkämpfern die sich ebenfalls auf diesem Weg befinden.

Das Erste-Hilfe-Handbuch für Kleinunternehmen und Selbständige – Sabine Smentek und Dörte Behrmann

Erste Hilfe Kleinunternehmen.jpgWer als Einzel-Selbständige(r) unterwegs ist, hat häufig ein nicht allzu großes Finanzpolster. Vor allem am Beginn der Selbständigkeit geht’s oft grad so rundum. Wenn dann auch noch Auftragslücken und Zahlungsausfälle dazu kommen, kann es ganz schnell bergab gehen. Doch das muss nicht das Ende sein. Die beiden Autorinnen haben viel Erfahrung in der Beratung von Krisensituationen und bieten handfeste Hilfe an. Sie erfahren in diesem Buch wie Sie einen Überlebensplan aufstellen und welche Schritte nacheinander zu tun sind. Mein Tipp ist auch, das Buch schon mal quasi prophylaktisch zu lesen. Dann lassen sich bereit frühzeitig die eigenen Strategien für den Ernstfall überprüfen.

Wiki – Zusammenarbeit im Netz – Andres Streiff

Wiki.jpgEin kleines Büchlein mit hohem Nutzwert. Wer sich für die praktische Umsetzung von Wikis im Unterricht, der Lehre o. ä. Umfeld interessiert findet hier einen praktischen Ratgeber. Der Autor ist selbst Lehrer und Erwachsenenbildner und führt mit einem Praxisbeispiel in die Welt des Wikis ein. Wer möchte kann über einen beiligenden Gutschein ein 1.000 Seiten-Wiki pfannefertig (hübscher Ausdruck :-) gratis für 9 Monate eingerichtet bekommen.

Der blaue Ozean als Strategie – W. Chan Kim und Renée Mauborgne

blaue Ozean.jpgNachdem mir der Titel dieses Buches in letzter Zeit immer wieder untergekommen ist, dachte ich ‘na gut, du willst gelesen werden, so sei es’. Und was soll ich sagen, es hat mich begeistert. Die Autoren haben durch Analyse von vielen, vielen Unternehmen, ihren Unterschieden in Strategie und Erfolg eine Meta-Strategie entwickelt, die sie Blue Ocean Strategy nennen. Ein blauer Ozean ist ein neuer Markt, den sich ein Unternehmen schaffen kann um damit Konkurrenz- und Preiskämpfen elegant aus dem Weg zu gehen. Das wäre jetzt noch nicht wirklich was neues, doch die Art und Weise das eigene Business zu hinterfragen, in Alternativbranchen nach adaptierbaren Lösungen zu suchen und sich auf die Gemeinsamkeiten der Kunden zu konzentrieren und nicht auf ihre Unterschiede macht dieses Buch in meinen Augen sehr wertvoll. Ein leicht anwendbares Schema ermöglicht sofort an die Arbeit zu gehen und es ist ganz verblüffend in welch kurzer Zeit sich bisher nicht berücksichtigte Möglichkeiten auftun. Probieren Sie es selbst.

Open-Source-Werkzeuge für e-Trainings – Kornelia Maier-Häfele und Hartmut Häfele

e-Trainings.jpgSelten hat mich ein Buch über Software gleich von Anfang dermaßen begeistert wie dieses hier. Sie finden darin eine klare und ausführlichste Übersicht zum eLearning mit Open-Source-Werkzeugen. Das Buch stellt im ersten Teil die verschiedensten Möglichkeiten vor, gibt Empfehlungen mit Praxiseinsatzbeispielen und detaillierten Anforderungskatalogen. Man merkt, dass das Autorenpaar viel Erfahrung hat und beide ihren Beruf lieben. Zum Inhalt: Chat-Werkzeuge, C3MS, CMS, Foren-Werkzeuge, Fotogalerie-Werkzeuge, Groupware, Lernplattformen, News-Aggregatoren, Weblog-Werkzeuge, Whiteboard-Werkzeuge, Wiki-Werkzeuge.

Wer noch mehr Lesefutter sucht, wird hier fündig.

Und weil man ja nicht immer nur lesen kann sondern auch hören, hier noch was auf die Ohren:

Call me irresponsible – Michael Bublé

buble.jpgWer Frank Sinatra mag, wird auch mit Michael Bublé was anfangen können. Ein schöner Mix aus Swing, Jazz und sanfter Musik.

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