… Ihre Stelle gestrichen würde?

Eine provokante Frage, ich weiß. Doch es lohnt sich, hier genauer hinzuschauen. Wollen wir das ganze mal ein wenig erweitern. Nehmen Sie sich ein bißchen Zeit, Papier und Stift und lassen Sie uns beginnen:

Stellen Sie sich als Gedankenexperiment vor, das Unternehmen in dem Sie arbeiten, sei ein lebendes Wesen. Ein Wesen mit Organen wie Herz, Lunge, Magen usw. Es hat Augen, ein Gehirn, Nervenbahnen, Adern, Beine, Arme und alles was man sonst noch so braucht. Wenn Sie ein Bild vor sich sehen und sei es noch so verschwommen, dann malen Sie es auf. Mit einfachen Strichen. Sie müssen es niemandem zeigen, es ist nur für Sie.

Und ob Sie nun ein Bild gezeichnet vor sich haben, eine Vorstellung im Kopf, ein Gefühl, eine Tonspur, egal was, nehmen Sie einen Stift zur Hand. Und schreiben Sie alle Gedanken auf, die Ihnen in diesem Moment dazu durch den Kopf gehen. Ohne sie zu bewerten, einzustufen oder sonstiges beurteilen. Schreiben Sie mindestens 2 Minuten lang. Wenn Ihnen grad mal nichts einfällt, dann schreiben Sie auf was Sie in Ihrer Vorstellung sehen. "Beschreiben" Sie.

Jetzt lesen Sie in aller Ruhe durch, was Sie geschrieben haben. Notieren Sie weitere Gedanken, die Ihnen beim Lesen einfallen.

Was Sie gerade gemacht haben, ist eine Momentaufnahme von Ihren Eindrücken und Ihrem jetzigen Erleben Ihrer aktuellen Arbeitsplatzsituation. Auch daraus lässt sich bereits schon vieles ableiten. Doch lassen Sie uns noch einen Schritt weiter gehen.

Holen Sie noch einmal das Bild und/oder die Vorstellung von dem Wesen hervor, das für Sie Ihr Unternehmen darstellt. Und nun definieren Sie Ihren Platz.

Welcher Teil davon sind Sie?

  • Gehören Sie zu den Organen? Wenn ja, welches sind Sie genau?
  • Sind Sie ein Teil des Knochensystems? Wenn ja, wo sind Sie zu finden?
  • Oder stellen Sie eines der Sinnesorgane dar?
  • Sind Sie vielleicht als Blut unterwegs?
  • Oder, oder, oder….?

Schreiben Sie alles auf, was Ihnen auf diese Frage einfällt. Definieren Sie genau Ihre Funktion. Nehmen Sie den folgenden Fragenkatalog als Ausgangspunkt für eigene Überlegungen:

  • z. B., wenn Sie sich als Sinnesorgan Augen definiert haben: Sieht das Wesen durch Sie besser? Was sieht es? Wie weit sieht es? Hat es einen Rundumblick? Wem teilen Sie mit, was Sie gesehen haben?
  • z. B., wenn Sie sich als Extremitäten Beine definiert haben: Kann das Wesen mit Ihnen besser laufen? Wohin gehen Sie? Wer gibt die Richtung an? Mit wem müssen Sie sich abstimmen, wenn Sie abbiegen wollen o. ä.?
  • z. B., wenn Sie sich als Blutbahn definiert haben: Wird das Wesen durch Sie gut mit allem versorgt? Kommen Sie mit dem Blutsystem wirklich überall hin? Was transportieren Sie alles?

Sie sehen schon, dazu gibt es viele, viele mögliche Antworten. Wichtig ist, dass Sie Ihre eigenen finden. Und um den Kreis zum Anfang zu schließen, hier noch mal unsere Ausgangsfrage:

Was würde passieren, wenn Ihre Stelle gestrichen würde?

Übertragen Sie nun Ihre Antworten auf Ihre aktuelle Arbeitssituation.

  • Welche Ihrer Tätigkeiten ist am wichtigsten für das Wesen (das Unternehmen)?
  • Welche Kenntnisse würden am einschneidensten fehlen?
  • Wo würden sich die meisten Engpässe ergeben?
  • Was würde ins Stocken geraten oder gar völlig stehenbleiben?

Fragen Sie sich auch:

  • Welche Ihrer Tätigkeiten würde unbemerkt bleiben, wenn Sie nicht mehr erledigt würde?
  • Was können andere Teile des Wesens (des Unternehmens) ohne Probleme miterledigen?
  • Was würde besser funktionieren, wenn Sie nicht mehr dabei wären?

Vor allem die letzte Frage, kann ganz schön tiefe Antworten zum Vorschein bringen. Meist was die eigene Verhaltensebene anbelangt. Es ist natürlich Ihre Entscheidung wie tief Sie buddeln wollen. Allerdings sollten Sie bedenken, dass Schätze meist nicht direkt unter der Oberfläche zu finden sind.

Am besten ist, Sie lassen nun das Geschriebene über Nacht liegen. Lassen es sich setzen und arbeiten. Wenn Sie dann an einem der folgenden Tage Ihre Notizen zur Hand nehmen, werden Ihnen beim Lesen vielleicht noch weitere Gedanken einfallen, die Sie festhalten wollen.

Spätestens jetzt beim Durchgehen, fallen Ihnen einige Sachen ein, die Sie anders machen möchten. Welche Ihrer Tätigkeiten Sie besser erledigen können, als Sie es aktuell machen. Mit wem Sie wie besser kommunizieren können. Was für Arbeiten Sie zukünftig vielleicht ganz neu machen oder ganz lassen. Ich bin mir sicher, dass Sie genügend Ideen haben werden.

Die Metapher mit "dem Wesen" dient dabei gut als Möglichkeit, die eigene Situation von einer neutraleren Warte aus zu betrachten.

Wenn Sie Lust bekommen haben und dieses Experiment ausprobieren wollen, freue ich mich über jeden Erfahrungsbericht!

Und wenn Sie als Unternehmer mehr über das gesamte University-Konzept wissen möchten, woraus diese Metaphern-Arbeit ein kleiner Ausschnitt war, sprechen Sie mich bitte an. Gern beantworte ich all Ihre Fragen. Denn jedes Unternehmen kann zu einer selbstlernenden Organisation werden.

Lebensinventur Teil II

Sind Sie gut ins Neue Jahr gekommen? Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall nur das Beste und dass dieses Jahr für Sie das Jahr der Ernte wird. Was auch immer Sie gern ernten mögen. Erfolg, Freunde, Liebe, viel zu lachen, Erholung, Entwicklung….

Heute möchte ich Ihnen den zweiten Teil der Lebensinventur nach Vera F. Birkenbihl vorstellen. Der erste Teil ist ja nun schon ein paar Tage her und damit hat alles Zeit gehabt um sich ein wenig zu setzen. Wenn Sie mögen, können Sie sich hier die pdf-Version holen oder Sie lesen einfach weiter.

Ich wünsche Ihnen auch beim zweiten Teil wieder viel Entdeckerfreude und wenn Sie mögen, dann schreiben Sie mir doch, wie es Ihnen ergangen hat.

Lebens-Inventur (Teil II: Anfang Januar)

Legen Sie Ihre Notizen von Teil I (in einer verschlossenen Mappe) bereit und durchlaufen zuerst folgende zwei Schritte:

1. Schritt

Beantworten Sie alle Fragen noch einmal. Dieser Durchgang geht wesentlich schneller als der erste in der Weihnachtswoche. Dies muß auch so sein, weil Sie sich heute (im Januar) an viele Details erinnern, die Sie beim Bearbeiten von Teil I sorgfältig durchdacht haben.

2. Schritt

Legen Sie jetzt Ihre Notizen vom ersten Durchgang daneben und vergleichen Ihre Antworten/Assoziationen Frage für Frage. Achten Sie dabei auf folgende Aspekte:

Gemeinsamkeiten und direkte Parallelen Identische (sehr ähnliche) Reaktionen zeigen, daß Ihre Antwort im ersten Durchgang nicht das Resultat einer momentanen Stimmung (oder gar Laune) war. Unterschiede warnen Sie zur Vorsicht!

Daher sollten Sie sich jetzt die beiden Fragen stellen:

  • Inwieweit stellt Ihre Dezember-Antwort eine momentane Stimmung jenes Tages dar? (Das würde heißen: Ihre heutige Antwort ist qualitativ besser.)
  • Könnten Sie in diesem Punkt derzeit „innerlich zerrissen” sein und (noch) nicht genau wissen, was Sie denken/fühlen/wollen?

3. Schritt

Lesen Sie die Notizen an den nächsten drei Tagen je einmal durch. Dabei können Sie weitere Ideen notieren. Den Rest des Tages denken Sie nur über die Inventur nach, wenn sich einzelne Gedanken hierzu in Ihr Bewußtsein drängen.

4. Schritt

Jetzt erst erarbeiten Sie die gültige Version der allerersten Frage Ihrer Jahres-lnventur, die Frage nach Ihren derzeitigen Zielen und Prioritäten für das neue Lebensjahr. Diese Zielstellung geht einige Wochen später noch durch den Oster-Check.

5. Oster-Check

Gehen Sie in den Ostertagen das Dokument, das jetzt entsteht noch einmal durch. Entweder nicken Sie dabei dauernd mit dem Kopf oder aber Sie werden jetzt, im 1. Quartal des Jahres, stutzig, falls Sie in Ihrer Jahres-lnventur einen Fehler gemacht haben sollten und jetzt feststellen, daß Sie diesen nicht wirk-lich leben wollen. Am besten setzen Sie sich für den Ostercheck einen Termin ins Outlook oder tragen ihn in Ihren Kalender ein.

‘ne Mail an sich selbst

Die Idee ist jetzt nicht wirklich so neu, man könnte sagen, sie hat ein update durch neue technische Möglichkeiten erhalten:

Schreiben Sie eine Zukunftsmail. Eine Mail an sich selbst, bei der Sie das Versendedatum beliebig festlegen können.

Der Dienst futureme ermöglicht diesen kostenlosen Dienst. Im Spiegel gab’s bereits dabei einen Artikel dazu.

Trainer kennen dieses Vorgehensweise bestimmt aus verschiedenen Seminaren und setzen es vielleicht auch selbst ein. Am Ende eines Seminars schreibt jeder Teilnehmer sich selbst einen Brief. Darin erinnert er sich möglicherweise an das Wichtigste, was er aus dem Erlebten mitnehmen möchte. Oder er schreibt sich einfach ein paar nette Worte. Oder schreibt seine Zukunftsvision auf. Der Möglichkeiten gibt es viele.

Die adressierten Kuverts werden dann vom Kursleiter eingesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt erst an die Teilnehmer verschickt. Da gab’s schon so manche Überraschung ;-)

Diese Methode ist allerdings nicht bei jedem beliebt und muss natürlich auch nicht für jeden passen. Ich find’s auf jeden Fall ganz witzig, das mit einer eMail zu realisieren. Und wenn es den Dienst lange genug gibt, dann werden auch die Mails die erst in 3 Jahren versendet werden sollen, noch ankommen… Das ist übrigens der häufigste Zeitpunkt, für eine "futureme"-Mail, sagen zumindest die Statistiken.

Und wer’s doch lieber mit der Schneckenpost hat, wäre ja auch eine Idee, so etwas mal unter Freunden zu realisieren, die dann als Postboten fungieren.

via best-practice-business

Lebensinventur Teil I

Die Zeit zwischen Weihnachten und Heiligdreikönig nutze ich seit mehreren Jahren für eine Lebensinventur. Die Grundlage dafür stammt von Frau Vera F. Birkenbihl. Es gibt einen ersten Teil, den man am besten noch im alten Jahr macht und einen zweiten, der dann schon im neuen Jahr stattfindet.

Für mich stellt diese Lebensinventur ein wichtiges Ritual dar. Mit diesem ziehe ich ein Resümee über die vergangenen 365 Tage und nehme mir Zeit, mein Jahr aus der Rückschau noch einmal bewusst wahrzunehmen.

Es geht dabei nicht nur um erreichte Dinge wie “mein Haus, mein Auto, mein Pferd”, sondern um ein ganzheitliches Betrachten vom gesamten Lebensumfeld. Natürlich spielen auch Ziele und Prioriäten eine Rolle, doch eben nur zu einem Teil. Und wenn es Ihnen auch manchmal so geht wie mir, dass Sie es schon bald nicht mehr hören können, wie man Ziele richtig gestaltet und herunterbricht usw., dann haben Sie mit der Lebensinventur eine schöne Alternative.

Sie können den Text dazu entweder hier als pdf öffnen oder einfach weiterlesen. Wenn Sie möchten, dann schreiben Sie mir doch Ihre Erfahrungen, falls Sie Lust haben, die Lebensinventur mal auszuprobieren. Den zweiten Teil gibt’s dann im nächsten Jahr. Viel Entdeckerfreude!

Lebens-Inventur (Teil I: Weihnachtswoche)

I. Denken Sie über Ihr (derzeitiges) Leben nach. Dabei können Sie wie folgt vorgehen:

1. Notieren Sie (schnell und spontan!) Ihre derzeitigen Ziele und Prioritäten im Leben.
Bitte beachten Sie: Mit schnell und spontan meine ich so schnell wie möglich. Wenn Sie also nachdenken müssen, so ist das Teil der Aufgabe. Was Sie jedoch vermeiden sollen, ist das Verwerfen von „ersten Formulierungen” zugunsten von „besseren” (damit könnten Sie sich nämlich selbst in die Tasche lügen!)

2. Vergleichen Sie diese mit den Notizen vom Vorjahr:

  • Was ist identisch geblieben?
  • Was hat sich geändert?
  • Welche Ziele haben Sie erreicht?

3. Denken Sie über die veränderten Aspekte nach.
Sie geben Aufschluß über neue Weichenstellungen in Ihrem Leben, die sich auch völlig unbewußt „eingeschlichen” haben können.

II. Erinnern Sie sich bewußt, welche Geschenke Sie für Ihr Leben erhalten haben.

1. Wo liegen Ihre Stärken?

2. Nutzen Sie sie wirklich optimal?

3. Bauen Sie sie systematisch aus? (Das heißt: Arbeiten Sie bewußt an Ihrer ständigen Entwicklung?)

4. Inwieweit können Sie der Welt ein wenig „zurückgeben“, indem Sie Ihre Stärken dazu nutzen, anderen zu helfen, Ihre eigenen Geschenke (ihr Potenzial) systema-tisch zu entdecken und auszubauen?

III. Denken Sie an Menschen, die Sie kannten, die jedoch nicht mehr unter uns weilen.

1. Erinnern Sie sich dankbar an Erlebnisse (inklusive der Weihnachts- und anderer Feste) mit ihnen.

2. Denken Sie an spezielle Erlebnisse mit ihnen, die Ihnen eine wichtige Lehre ge-wesen sind, und fragen Sie sich, ob Sie den Lerneffekt aus diesen Lehren nach wie vor nutzen.

3. Erinnern Sie sich an Ratschläge dieser Personen und fragen sich, inwiefern Sie diese (noch) beherzigen.

4. Und denken Sie an schöne Zeiten mit ihnen und fragen sich, ob es immer noch genügend ähnliche oder vergleichbare Aspekte in Ihrem Leben gibt.

IV. Denken Sie über die Menschen nach, mit denen Sie derzeit intensive Beziehungen pflegen (beruflich wie privat). Fragen Sie sich:

1. Gibt es im Augenblick irgendwelche Spannungen, die Sie gerne vor dem Jahreswechsel bereinigen möchten?

2. Respektieren Sie diejenigen Aspekte in den Inseln (sprich Persönlichkeiten) dieser Personen genügend, die von Ihrer Insel abweichen?

3. Gewinnt das Leben dieser Menschen in irgendeiner Form durch ihre Beziehung zu Ihnen? (Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie doch mal nach.)

Zum zweiten Teil der Inventur (für Anfang des Jahres) geht es hier.

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