Ernte_by_Marc-Tollas_pixelioKerstin Hofmann vom PR-Blog hat mich zu Ihrer aktuellen Blogparade zum Thema Kundennutzen eingeladen. Vielen Dank an dieser Stelle für die Einladung, der ich sehr gern folge.

Bildquelle: @marc tollas / pixelio.de

Das Thema Nutzen ist nicht unbedingt so einfach zu vermitteln, auch und vor allem für eine Dienstleistung die sich nicht anfassen lässt. Da ich ja bekanntermaßen ein Wort-Junkie bin, hab ich mal meine Wörterbücher zu Rate gezogen, da mich interessiert hat, wo das Wort Nutzen überhaupt her kommt. Und ein Satz daraus hat mir besonders gut gefallen:

Nutzen = der einem zu gute kommende Ertrag von etwas

Also das, was beim anderen bleibt. Das Wort Ertrag spricht dafür, dass es vorher etwas gab, was dafür eingesetzt wurde, damit es etwas geben kann, was mir dann zu gute kommt.

Hier noch weiter zurück:

abgeleitet von nieszen und bedeutet etwas, das man nieszt,
das man wovon zum genusz hat

Das ist nun kein kreatives deutsch von mir, sondern eine frühere Formulierung und Schreibweise. Etwas zum Genuss haben, sagt bei uns kein Mensch mehr, sondern eben einen Ertrag haben. Wobei ich das Wort Genuss ganz zentral finde. Denn wir Menschen sind nun mal emotionsgetrieben und dabei spielt Genuss eine große Rolle.

Wenn man es auf zwei zentrale Motive zusammenstreicht, wollen wir Schmerz vermeiden und Freude erreichen. Wobei die Tendenz Schmerz zu vermeiden in der kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung meist vor geht.

Es gibt noch weitere darüber hinaus führende Motiv-Arten, doch im komprimiertesten Sinne beschränken wir uns mal auf diese beiden Grundmuster – Schmerz vermeiden und Freude erreichen.

Was bedeutet das nun alles, wenn ich dem Kunden Nutzen aufzeigen möchte? Um das vorherige zusammenzufassen:

  • Es sollte etwas sein, das ihm zu gute kommt.
  • Wovon er einen Genuss hat (sprich gute Gefühle).
  • Es sollte Unterstützung bieten, entweder Schmerz zu vermeiden, Freude zu erreichen und vielleicht sogar beides.

OK, dann lassen Sie uns doch mal ein Gedankenspiel machen. Wenn Sie Ihre Leistung/Ihr Produkt unter diesen Gesichtspunkten befragen, quasi Ihrem Produkt bzw. Ihrer Leistung eine Stimme geben, was würde es auf folgende Fragen antworten:

  • Wenn Hr. oder Fr. Meier mich einsetzen, was kommt ihnen dann zu gute?
  • Wenn sie mich kaufen/buchen, welchen Genuss/welche guten Gefühle haben sie dann davon?
  • Welchen Schmerz können sie vermeiden, wenn sie mich kaufen/buchen?
  • Welche Freude können sie erreichen, wenn sie mich kaufen/buchen?

Das mag in manchen Ohren sehr trivial sein, doch ein Versuch schadet nicht. Probieren Sie es einfach mal aus und horchen, was Ihre Produkte bzw. Leistungen für Antworten geben würden. Interessant ist nämlich auch, wenn Ihnen nicht wirklich was einfällt. Darüber lohnt es sich dann näher nachzudenken :-)

Und um das ganze auf die Spitze zu treiben: Finden Sie das EINE Wort. Im amerikanischen Präsentationsjargon bezeichnet man das als “What’s the point…?” Also der eine Punkt, um den es wirklich geht. Beginnen Sie damit Ihre Antworten auf die Fragen von oben zu destillieren und zusammenzufassen. Wenn Sie bei einem Hauptwort angelangt sind, suchen Sie die Emotion die dahintersteckt. Denn wir wissen ja, dass die Emotion der Kaufauslöser ist und die Fakten der nachträgliche “Kauferklärer”, sprich man sucht sachliche Rechtfertigungsgründe.

Mit diesem Wort können Sie wieder den umgekehrte Weg beschreiten und eine Geschichte erzählen (vielleicht mit einem konkreten Kundenbeispiel…?) das genau den Genuss der bleibt, beschreibt. Damit sind wir beim abschließenden Gedanken. Erzählen Sie Geschichten. Von Kunden, die Ihr Produkt/Ihre Leistung eingesetzt haben und die

  • dadurch etwas bekamen, das ihnen zu gute kam
  • die einen Genuss davon hatten (gute Gefühle)
  • die damit Schmerz vermeiden und Freude erreichen konnten

Fragen Sie doch mal Ihre bisherigen Kunden nach den Antworten. Wieso nicht mal eine Umfrage mit Verlosung o.ä. machen. Sie werden mit Sicherheit interessante Antworten erhalten, Antworten die Ihnen selbst nicht eingefallen wären usw. Und die Antworten mit denen Sie am wenigsten anfangen können, sind meist die, die Ihnen möglicherweise neue Kundengruppen aufzeigen, an die Sie bisher noch nicht gedacht hatten, weil Sie Ihnen vielleicht bis dato fremd erschienen.

Auf jeden Fall bekommen Sie viele Anregungen, wie Ihre Kunden den Ertrag definieren, der bei ihnen bleibt. Der deswegen bei ihnen bleibt, weil Sie Ihren Kunden etwas gegeben haben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fruchtbare Antworten!

Wir sitzen hier gerade in Köln und unterhalten uns über die Möglichkeiten die Politikblogs für die KommunalpolitikerInnen bietet.

Das Seminar wird durch die FES angeboten und findet regen Zuspruch.

Uns werden im Laufe des morgigen Tages verschiedenste Themen beschäftigen:

  • Wie finde ich Blogs?
  • Was macht einen guten Blog aus?
  • Wie lässt sich das technisch umsetzen?

Wenn auch Sie Interesse haben, das Seminar wird nächstes Jahr wieder durch die Kommunalakademie der FES NRW aufgelegt.

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Aufgrund eines Artikels von Christian Henner-Fehr mit dem Titel “Wenn einem das Netzwerk über den Kopf zu wachsen droht” – den ich sehr lesenswert finde – und der zahlreichen Kommentare dort hab ich mal darüber nachgedacht, was es für mich möglicherweise einfacher macht als für andere, die sich durch die Fülle an Kontakten überfordert fühlen.

Da für mich Netzwerke schon seit meiner Kindheit eine große Rolle spielen, hab ich persönlich mit über 200 direkten Kontakten bei XING, 270 Followern bei Twitter, ehrenamtlicher Netzwerkarbeit in verschiedensten Bereichen als Moderatorin, Vorstandsmitglied, Pressereferentin und was weiß ich noch alles :-) eher das Gefühl mich wie ein Fisch im Wasser zu bewegen.

Mir fällt das meist überhaupt nicht auf, dass ich soviele Leute in meinem Netzwerk habe. Erst wenn ich nach etwas gefragt werde und ich dann gleich ein paar Namen parat habe, sprechen mich die Leute an, wie ich das wohl machen würde. Hm, eine gute Frage. Spätestens seit dem Buch von Malcom Gladwell ‘Der Tipping Point’ wissen wir, dass es verschiedene Kategorien von Menschen gibt im Hinblick auf Informations- und Netzwerkverhalten. U.a. gibt es den Broker, der Informationen nicht nur sammelt sondern sie auch gleich weitergibt.

Diese Einteilungen sind keinerlei Wertung, sondern lediglich Feststellungen von Verhaltensweisen und Vorlieben verschiedener Menschen. Und ich denke, dass ich mich durchaus zum Typ des Brokers zählen kann. Was eben bedingt, dass mir das einfach liegt, mit vielen Menschen in irgendeiner Form verbunden zu sein. Wie nun diese Verbindung aussieht, ist wieder eine ganz andere Frage. Und selbstverständlich gibt es Unterschiede im Kontaktverhalten und das ist auch gut so.

Lassen Sie uns einen Vergleich mit der eigenen Kleidung aufmachen: Es gibt verschiedene Schichten, die wir nacheinander anziehen. Normalerweise beginnt das Procedere mit Unterwäsche, dann folgen Shirt, Hose, ein Pulli und zum Schluss Jacke oder Mantel. (Es mag wohl Moderichtungen geben, die das ganze umkehren, doch die lass ich jetzt mal außen vor :-)

Für mich ist dieses Modell eine witzige Metapher für’s Netzwerken.Wenn Sie mir noch nicht ganz folgen können bitte ich Sie kurz um Geduld, gleich wird sich das Rätsel lösen. Beim Nachdenken über mein Umgehen mit vielen Kontakten bin ich bei mehreren wesentlichen Prämissen hängengeblieben, die ich schon immer einhalte, bestimmt auch oft unbewusst. Vielleicht nützen sie dem einen oder anderen:

  • Enge Freunde – die Schicht, die mir am nächsten ist

Menschen sind soziale Wesen. Wir verhungern seelisch, wenn wir keine Kontakte haben. Besonders wichtig sind hierbei vertrauensvolle Begegnungen mit Freunden, die uns ein sicheres Gefühl geben. Diese “Kleidungsschicht” ist uns am nächsten. Dazu gehören der Partner/die Partnerin und enge Freunde (hier ist die deutsche Sprache bereits ein deutlicher Hinweis auf die Nähe, die wir mit diesen Menschen pflegen).

Alles, was Sie in dieser Ebene investieren, werden Sie tausendfach wieder zurückbekommen. Nebenbei bemerkt, sind genau diese regelmäßigen Kontakte ein wichtiger Baustein um Burnout vorzubeugen. Opfern Sie die Zeit mit Ihren engsten Freunden nicht einer fremdbestimmten Geschäftswelt. Denn es wird, wenn es Ihnen gesundheitlich nicht gutgehen sollte, mal ganz krass ausgedrückt, Ihnen kein Geschäftsführer das Händchen halten, ein Freund dagegen schon.

Wie sieht es also mit dem Zustand Ihrer “Unterwäsche” aus? Wie pflegen Sie den Kontakt mit Ihren Freunden? Bei mir läuft das z.B. so: Mit engen Freunden (in meinem Fall meist Freundinnen :-) habe ich feste Monatstermine um mich mit ihnen zu treffen. Mit einer geh ich jeden ersten Do zum Frühstücken, mit einer anderen jeden ersten Fr abends weg, mit einer anderen telefoniere ich jeden Mo-Abend. usw. Das sind für mich die wichtigsten Termine, die nur ausfallen, wenn jemand krank ist oder sonstige Katastrophen eintreten. Sie werden nicht “geopfert” oder verschoben.

Diese Termine dienen mir für mein seelisches Wohl. Das mag sich jetzt etwas seltsam anhören, doch Gespräche mit Freunden sind für uns alle ein wichtiger Katalysator, dienen als Entlastung und stärken eine gefühlte Verbindung. Was uns wiederum Kraft schöpfen, lachen, befreiter fühlen und die Zeit verlangsamen lässt. Und diese Faktoren sind in unserer Zeit ganz elementar um uns selbst im Leben zu verorten.

Da ich aufgrund persönlicher Krankheit und familiären Situationen die letzten zwei Monate ziemlich ausgefallen war, hat auch bei mir diese Regelmäßigkeit einige Knackse bekommen. Doch das erste, was ich inzwischen wieder aufbaue, sind genau diese Rituale. Wir brauchen Rituale. Sie geben uns das Gefühl, dass wir der Unbeständigkeit unserer momentanen Welt etwas entgegensetzen können. Selbstverständlich sollten wir uns alle die Fähigkeit des flexiblen Denkens bewahren, doch was uns immer wieder zur Ruhe bringt, sind Rituale.

Überlegen Sie doch mal wie Sie Rituale mit Ihren engsten Freunden – der “Kleidungsschicht” die Ihnen am nächsten ist, in Ihren Alltag integrieren können.

  • Bekannte, KollegInnen, VereinskollegInnen, Geschäftspartner, Stammkunden – die “mittlere Kleidungsschicht”

Wenn wir bei unserer Metapher bleiben, dann folgen jetzt die nächsten Kleidungsstücke. Hose, Hemd, Shirt, Bluse, Rock. Übertragen in die Netzwerkschicht ist das unser weiteres soziales Umfeld, in dem wir uns häufig bewegen. Mit diesen Menschen haben wir oft Kontakt und tauschen uns aus. Sie wissen höchstwahrscheinlich nicht die persönlichsten Dinge über uns, doch kennt man sich durchaus ganz gut.

Genau dieser Unterschied ist es, der den Unterschied macht und den wir persönlich berücksichtigen sollten. Unsere innersten persönlichsten Gedanken sollten unserem innersten Kreis vorbehalten sein. Genauso geht es uns mit dem Innersten von anderen, die uns nicht so nahe stehen. Vielleicht ist Ihnen das auch schon mal passiert, dass Sie in einem Gespräch unangenehm berührt waren, ob der intimen Details die der Gesprächspartner Ihnen im Verlauf mitteilte. Das ist oft ein Hinweis, dass Gedanken ausgesprochen werden, die dem bestehenden Kontaktverhältnis nicht angemessen sind und dieses belasten. Das kann man durchaus ansprechen, denn ansonsten besteht meist die Tendenz, sich aus diesem Kontakt zurückzuziehen.

Nichtsdestotrotz ist es auch in diesem Kreis angebracht sich zu überlegen, mit wem man denn in welcher Form Kontakt halten möchte. Eine Möglichkeit sind z. B. Monatsbriefe. Wer jetzt an Newsletter denkt, hat möglicherweise recht oder doch ist damit etwas anderes gemeint. Die ursprüngliche Idee dazu sind Familienbriefe. Wer eine verstreute Verwandtschaft hat und dieser doch zumindestens einmal oder zweimal im Jahr erzählen wollte, was sich so getan hat, schrieb ganz einfach immer wieder während des Jahres an einem Brief weiter. Wie eine Fortsetzungsgeschichte quasi. Und an Weihnachten oder zu Sylvester wird der komplette Brief kopiert und versendet. (geht natürlich genauso per mail).

Eine Abwandlung davon sind Monats- oder Quartalsbriefe. Mit Geschäftspartnern lässt sich so etwas wunderbar verwirklichen. Denn Ihnen kommen bestimmt immer wieder Info-Schnippsel unter, die nicht nur für Sie interessant sind. Sammeln Sie doch diese Sachen eine gewisse Zeit. Ob virtuell oder tatsächlich in Papierform, spielt dabei keine Rolle. Und einmal im Monat oder Quartal schicken Sie dann alles zusammen mit einem kurzen, freundlichen Anschreiben weiter. Auch das lässt sich durchaus dupliziert für mehrere anwenden.

Oder im Bekanntenkreis: Wir wär’s denn mit einem regelmäßigen Kinoabend? Oder…oder…oder… Bekanntenkreise zu mischen hat oft schon interessante Begegnungen angestoßen.

Im Geschäftsleben ist das gemeinsame Mittagessen das Mittel der Wahl um Kontakte zu halten und zu pflegen. Auch das lässt sich systematisieren und ritualisieren. Gehen Sie doch mal mit anderen Kollegen als üblich zum Essen. Oder vielleicht auch mit Kunden, die Sie gern öfter sprechen wollen. Wen haben Sie denn in einem nahen Radius um sich herum? So dass es möglich ist, sich einem Restaurant o.ä. durch kurze Wege treffen zu können.

  • social networks wie XING, Facebook, Twitter und viele mehr – der große “Mantel” drumherum

Seit dem das Web2.0 auch hierzulande seine Kreise zieht, ist die Anzahl der “Buddies”, wie das so schön neudeutsch heißt, rasant in die Höhe geschnellt. Doch man sollte sich von der Bezeichnung nicht täuschen lassen. Es geht hier keineswegs um enge Bande, die geknüpft werden, sondern um lockere Vernetzungen die viele Menschen in einen gewissen Zusammenhang bringen. Wer ernsthaft versucht, regelmäßigen und dazu noch persönlichen Kontakt mit seinen kompletten virtuellen Kontakten zu pflegen, wird zu nichts anderem mehr Zeit haben und auch dann nur einen Bruchteil aller mit ihm vernetzten Menschen erreichen.

Meine Empfehlung ist, sich von diesem Anspruch zu verabschieden. Auch von der Sammelleidenschaft von Menschen im eigenen XING oder Facebook-Netzwerk rate ich meist sehr ab.

Es lohnt, sich hierzu grundsätzlich ein paar Gedanken zu machen: Zum ersten, wieso möchte ich denn gern in diesen Netzwerken selbst überhaupt präsent sein? Dieser Frage liegt eine Grundprämisse des Netzwerkens zugrunde. Denn Netzwerken bedeutet (in meiner Definition), dass ich selbst etwas beitrage um daraufhin auch etwas zu erhalten. Und das in dieser Reihenfolge. Es geht für mich nicht ums wahllose Konsumieren von Kontakten, denn eine Kontaktzahl von über 1000 bedeutet nicht, dass der Mensch dahinter besonders wertvoll ist.

Warum sind wohl so viele Gruppen bei XING unbelebt trotz einer stattlichen Mitgliederzahl? Ich bin jetzt mal ganz frech und behaupte, weil die meisten sich einklinken und konsumieren wollen und keine Zeit sich nehmen wollen haben um selbst etwas zum Gelingen beizutragen. Dass das sehr ketzerisch klingt, ist mir wohlbewusst. Doch ich darf das auf meine ganz persönliche Erfahrung zurückführen.

Also, fragen Sie sich ernsthaft wieso sie einer (virtuellen) Gruppe, einem Netzwerk beitreten wollen. Wenn Ihnen dazu keine Antwort einfällt, die auch noch in ein paar Monaten Gültigkeit hat, dann wäre es möglicherweise eine gute Idee, sich den Beitritt zu sparen.

In virtuellen Netzen ist mein persönlicher Grundsatz, dass ich nur Kontakte von Menschen annehme, die ich in irgendeiner Form schon mal getroffen habe (auf Veranstaltungen etc.) oder ein gemeinsames Interesse besteht, das mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Austausch führen könnte.

Einmal im Quartal gehe ich auch durch meine bestehende Liste hindurch und verabschiede mich von Kontakten. Das mag sich jetzt sehr hart anhören, doch machen Sie doch mal die Probe auf’s Exempel und klicken sich durch Ihre Liste durch. Wissen Sie tatsächlich auf Anhieb, wo und in welchem Zusammenhang Sie diese Personen kennengelernt oder kontaktiert haben? Besteht wirklich ein Bezug und der Wunsch diesen zu halten? Wenn Ihnen das absolut nicht mehr einfallen will, wieso wollen Sie diesen Kontakt dann halten?

Und zum zweiten: Wieviel Zeit möchten Sie denn gern mit und in diesem Netzwerk verbringen? Dafür ist es oft ganz gut, sich eine gewisse Testphase zu geben. Nicht umsonst gibt es bei den Wirtschaftsjunioren, Bund der Selbständigen und vielen anderen ein Gasthalbjahr. Dieses bietet die Möglichkeit sich das Netzwerk, die Beteiligten und das dort übliche Procedere anzusehen und aufgrund der persönlichen Erfahrung dann zu entscheiden, ob es zu einer Dauermitgliedschaft kommt.

Das gleiche können Sie auch für virtuelle Netzwerke umsetzen. Überlegen Sie sich einen Zeitpunkt an dem Sie Resümee ziehen wollen und darauf neu entscheiden zu bleiben oder zu gehen.

Ähnliches gilt für twitter. Wem das noch nichts sagt findet hier eine nette Erläuterung. Anfangs war auch ich sehr skeptisch. Doch ich dachte mir, komm schau’s dir einfach mal ‘ne Weile an. Erklären kann ich den Erfolg von Twitter auch heute noch nicht wirklich. Doch ich hab inzwischen schon Kontakte über Twitter knüpfen können, die ich sonst nicht kennengelernt habe. Das ist eines der mich sehr faszinierendsten Eigenschaften des Web2.0. Die Schnelligkeit der Kommunikation und des Austausches. Und wer mehr die Möglichkeiten im Auge hat, als die Probleme, wird auch davon profitieren können. Wer möchte kann mir gern hier folgen und mal ‘ne Weile mitlesen um zu einer dauerhaften Entscheidung zu gelangen.

Für mich ist twitter ein weiteres Netzwerk. Und daher gilt für mich auch die gleiche Prämisse: erst geben dann bekommen. Meine Tweets umfassen oft Links zu – wie ich finde – interessanten Seiten. Eines meiner natürlichen Bedürfnisse ist, das Wissen weiterzugeben was bei mir landet. Mit twitter gibt es damit eine wunderbare ad-hoc-Lösung für mich. Auf der anderen Seite kann ich auf Antworten zählen, wenn ich in einem Tweet eine Frage stelle oder um Hilfe bitte. Trotzdem ist die Anzahl derer, denen ich followe um einiges kleiner, als die Anzahl derer, die mir folgen. Denn auch hier frage ich mich nach dem gewollten Bindungsgrad und der möglichen Zahl an Tweets die damit zusammenhängen.

Für die Entscheidung spielt auch wieder eine Rolle, welcher Zweck sich damit verbindet, Teil des Netzwerkes Twitter zu sein. Was ist Ihre Motivation? Dafür gibt es viele Antworten, angefangen von Reputation aufbauen bis hin zu witzige Kommentare lesen zu wollen. Es gibt keine richtige oder falsche Antwort. Sie sollten einfach nur wissen, warum Sie mitmachen. Genauso wie bei XING ist es sinnvoll regelmäßig die Follower denen man folgt zu checken und evtl. zu bereinigen.

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Damit bin ich auch schon fast am Ende angelangt. Danke für’s Durchhalten an dieser Stelle :-) Zum Abschluss eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt, widerspricht nun allem oben stehenden:

Nehmen Sie sich regelmäßig Zeiten in denen Sie nur den Kontakt zu sich selbst pflegen. Planen Sie diese Zeiten wie Geschäftstermine ganz bewusst in Ihrem Kalender ein. Stellen Sie Handy, Telefon und Computer ab. Pflegen Sie Stille und Nichtstun.

Wir brauchen diese Auszeiten um wiederum mit allen anderen Zeiten klar zu kommen. Auch mit den vielen Kontakten mit denen wir jonglieren. Gerade zum Ausgleich zu Kontakten nach außen, brauchen wir den Kontakt zu unserem Innersten. Pflegen Sie die Balance.

All Ihre Gedanken und Anregungen zum Thema interessieren mich sehr. Schreiben Sie doch mir doch einen Kommentar.

Bildquelle: Microsoft online (und ja ich weiß, dass Delphine keine Fische sind :-)

Ein Satz der sich mir beim Lesen wie so nebenbei eingeprägt hat, und mich seit dem nicht mehr loslässt, steht heute am Anfang dieses Beitrags:

…in westlichen Ländern scheint das Gegenteil von reden, warten zu sein…

Quelle: Robert Levine – Eine Landkarte der Zeit

Das war die Aussage eines Japaners, den Levine in seinem (übrigens überaus lesenswerten) Buch zitiert. Wie schon im Titel anklingt, ist dies wieder einer der Krümel die mich gedanklich picksen. Das Gegenteil von reden ist warten… Hm, warten darauf, dass ich endlich wieder die Möglichkeit bekomme, etwas zu sagen. Warten darauf, dass der andere endlich fertig ist und ich aus dem Gespräch gehen kann. Warten darauf, dass ich ihm aber gleich mal ganz deutlich erklären kann, wieso meine Meinung stimmt…

Bildquelle: Microsoft online

Seit diesem Gedankenkrümel achte ich mal wieder bewusst darauf, wie die Gespräche, die ich so jeden Tag führe, wirklich verlaufen. Haben Sie Lust eine kleine Rückschau gleich mitzumachen?

Wenn Sie die Gespräche von heute noch einmal Revue passieren lassen. Bei welchen…

  • …haben Sie wirklich zugehört?

Und damit meine ich zuhören im wahrsten Sinne. Nicht bereits im Kopf die Antwort zu formulieren und es kaum erwarten zu können, sie dem Gegenüber um die Ohren zu hauen. Nein, sondern wirklich zugehört. Gehört was der andere gesagt hat. Innegehalten und überlegt, ob Sie es wirklich verstanden haben. Sich Gedanken darüber gemacht, um was dem Gegenüber gerade wirklich geht.

  • …waren Sie an der Meinung des anderen tatsächlich interessiert?

Auch das mag sich etwas seltsam anhören. Doch mal ehrlich, wie oft führen wir Gespräche, damit wir dem anderen endlich mal sagen können, wie wir das sehen. Und es interessiert uns in dem Moment herzlich wenig, was der andere für eine Meinung hat. Nehmen wir uns denn überhaupt die Zeit dazu, die Argumente und Ansichten anderer wirklich wahrzunehmen? Oder sind wir nicht schon längst beim nächsten Meeting und wollen hier nur schnell unseren Senf dazu abgeben? Möglicherweise in der Illusion, dass wir ja tendenziell doch meistens recht haben.

  • …haben Sie Fragen gestellt?

Wer keine Fragen stellt, hat alles verstanden und weiß genau wovon der andere redet.” Das ist jetzt mal eine ganz provokative Ansicht meinerseits. Und nicht damit hier die Illusion aufkommt, dass ich die absolute Kommunikationskünstlerin wäre. Weit gefehlt, da hab ich noch viel Potential :-) Denn mir geht auch manches Mal der Gaul durch und ich hänge der vermeintlichen Ansicht an, dass ich ja sowieso völlig klar habe, was mein Gesprächspartner sagen will.

Doch wie wäre es, wenn wir das nächste Mal nachfragen. Einfach mal nur mit der Formulierung: “Wie genau haben Sie das gemeint?” Diese simple Frage dient der Informationssammlung und kann uns davor bewahren etwas als gegeben anzunehmen, das möglicherweise noch gar nicht wirklich klar ist. Desweiteren wird dem Gesprächspartner damit Interesse signalisiert. Und was das bedeutet, ist wohl jedem klar. Denn welches Gespräch werden Sie lieber fortsetzen wollen: eines in dem Sie das Gefühl haben, der andere nimmt gar nicht wirklich wahr was wir sagen und will nur seine Meinung kundtun oder mein Gegenüber fragt mich etwas zu dem was ich gesagt habe und hilft mir dadurch vielleicht sogar noch besser klar zu formulieren. Die Antwort darauf erübrigt sich wohl.

  • …haben Sie Pausen gemacht?

Ja, auch das gehört zu wohltuenden Gesprächen. Die Pausen. In unserer schnelllebigen Zeit inzwischen verpöhnt und doch sehnen sich viele Menschen nach einem Innehalten. In der Musik ist die Pause ein elementares Stilmittel. Nach dem Ende eines furiosen Satzes in der klassischen Musik steht die Pause. Um den Rausch der Töne nachhallen zu lassen, zur Ruhe zu kommen und sich bereit zu machen für ein folgendes Adagio.

Doch wie sieht es nun dabei in unseren Gesprächen mit Pausen aus? Wie geht es Ihnen dabei, wenn Ihr Gegenüber schweigt? Haben Sie schon fast den Drang, etwas füllendes zu sagen, damit die ungewohnte Stille ein Ende nimmt? Oder können Sie das eben Gehörte gut nachschwingen, auf sich wirken lassen, einen Moment darüber nachsinnen und dann erst zu sprechen? Sollte Ihnen das schwer fallen, dann machen Sie doch die nächsten 14 Tage ein Wahrnehmungsexperiment und probieren Sie mal statt sofort loszulegen, eine kurze Pause im Gespräch aufkommen zu lassen. Sie werden vielleicht ganz  erstaunt feststellen, dass damit augenblicklich mehr Ruhe in eine Konversation einfließt.

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Eine der wohl simpelsten Methoden Gespräche zu visulisieren hat George Pennington entwickelt. Er setzt Aussagen mit ! gleich, Fragen mit ? und Pausen mit _ Wenn Sie nun die nächsten Mal in Meetings bei Gesprächen dabei sind, machen Sie doch mal den Test und skizzieren mit. Die meisten Gespräche bestehen laut Pennington aus Aussagen.

Das heißt also, wir hauen uns gegenseitig unsere Meinung um die Ohren, reden geradezu perfekt aneinandervorbei und sind dann auch noch angenervt, weil wenig gescheites dabei herauskommt. Sollte Ihre Skizze etwa so aussehen: ! ! ! ? ! ! _! ! Dann wissen Sie ja Bescheid… Viel gesagt und nix passiert…

Dass wir jeden Tag reden, heißt also noch lange nicht, dass wir gute Gespräche führen. Gute Gespräche hinterlassen eher anregende Gedanken als einen schalen Nachgeschmack. Gute Gespräche hinterlassen eher Aufbruchsstimmung als das Gefühl des Scheiterns. Gute Gespräche erweitern unsere gedankliche Welt und schränken sie nicht ein.

Was können Sie im nächsten Gespräch von diesen Gedanken gleich nutzen? Wie wäre es mal wieder auf das wahre Zuhören zu achten? Vielleicht öfter mal wieder eine Frage zu stellen oder eine Pause im Gespräch zuzulassen? Experimentieren Sie einfach. Und gerne lese ich Ihre Ansichten dazu in einem Kommentar.

79 % der Kaufentscheidungen werden inzwischen durch Informationen aus dem Internet getroffen. Und dabei spielen Web 2.0 Elemente und Tools wie Empfehlungen, Blogs, Communities, etc. mittlerweile die größte Rolle. Ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet?

  • Was ist dran am Hype Web 2.0?
  • Wie können Sie Werkzeuge für vernetztes und dynamisches Arbeiten im Unternehmen sinnvoll einsetzen?
  • Warum ist Web 2.0 so wichtig für die Suchmaschinenpositionierung?
  • Was bringt Ihre Reputation 2.0?
  • Wie lässt sich Web 2.0 für ein effektives Marketing und hohe Kundenbindung zielgerichtet aufbauen?
  • Welche Vorteile haben gerade kleine und mittlere Unternehmen durch Weblogs, virale Effekte und mehr?

Es freut mich sehr, dass sich die Gelegenheit ergeben hat, gemeinsam mit Bernhard Akula von Vionic aus Landau zu diesem Thema einen Vortrag zu halten.

Was wollen wir Ihnen an diesem Abend an Informationen präsentieren?

Wir haben uns für folgende Hauptthemen entschieden:
Marketing 2.0 – neue Wege zu und für Kunden

  • Weblogs, Feeds und Podcasts
  • Mehrwert durch Technik. Wie AJAX die Benutzerfreundlichkeit steigert
  • Mass Customization und Online-Konfiguratoren
  • Optimale Nutzung von Communties (Xing, Second Life, etc.)
  • Authentizität durch Bewertungssysteme
  • Empfehlungssysteme

Kommunikation 2.0 – Effizienzsteigerung im Unternehmen

  • Twitter, Yammer, Communote – Kommunikation im Unternehmen
  • Vernetztes Arbeiten im Unternehmen
  • Intranet 2.0 und Projektmanagement
  • gemeinsame Ideenfindung im Netz
  • Wikis – ein Instrument fürs Wissensmanagement
  • Hilfreiche Werkzeuge für den Alltag
  • Online Office Anwendungen

Wann:
Donnerstag, 20. November 2008 – Beginn: 18:00 Uhr

Wo:
ITC Deggendorf

Kosten:
keine

Veranstalter:
IT-Forum Niederbayern in Zusammenarbeit mit der IHK Passau

Anmeldung:
IHK Passau

Am 2. August 2008 fand die kommunalpolitische Sommerakademie der Friedrich Ebert Stiftung (FES) in Parsberg statt. Und ich hatte die Freude am Samstag zum Thema Internet und Politik einen Praxisvortrag halten zu können. Wir haben uns inhaltlich auf Politikblogs konzentriert und uns angesehen wie so etwas funktionieren kann. Und auch einen Blick über den großen Teich geworfen wie der aktuelle Vor-Wahlkampf in den USA von den social communities und Vernetzungsmöglichkeiten über das Internet beeinflusst wird. Mag das manchen eine Nummer zu groß erscheinen, gibt es doch vieles was sich für unsere Zwecke adaptieren lässt.

In der Vorbereitung habe ich viel gelesen und manche Studie gewälzt. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem soll dieser Blogbeitrag als Hilfestellung dienen. Vor allem als Linksammlung (die gern durch Kommentare ergänzt werden kann) um sich einen Überblick zu verschaffen.

  • Studien
  • Moderne Wahlkampfkommunikation in Deutschland
    Hätten Sie gedacht, dass sich bereits 25 % der Deutschen über das Internet zu politischen Themen informieren? Das ist schon eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass eben vor allem bei uns das Internet noch gar nicht wirklich von PolitikerInnen entdeckt worden ist. Von diesen 25 % entfällt der Löwenanteil auf die 18 bis 34jährigen. Und der größte Anteil zählt zu den Hochschulabsolventen und Abiturienten. Diese und weitere Informationen finden sich in der Studie von pro dialog.
  • Politikblogs
  • Linkliste
    Das ist Teil meiner del.icio.us Sammlung und es gilt am besten zu stöbern, zu lesen und sich einfach mal durchzuklicken. Es sind im Moment 53 Blogs aller Coleur und nicht nur aus Deutschland. Es sind wenige gute dabei – finde ich persönlich – die wirklich Info bieten und viele andere dabei, die ziemlich flach und ohne großen Mehrwert daherkommen. Doch wie schon gesagt, selber gucken.
  • Politiktwitter
  • Linkliste
    Da wird es nun ziemlich düster. Zumindest was ich so gefunden habe. Doch wie schon weiter oben angedacht, weitere Beispiele bitte über einen Kommentar oder gleich per del.icio.us posten, dann ergänze ich die Liste.
  • Politik und Wikis
  • Linkliste
    Auch in diesem Bereich gibt es nur sehr wenig Beispiele. Wer noch was kennt, immer her damit.