GTD - Getting Things Done - ist eine DER Methoden für Selbstorganisation. Doch machen viele, die dieses Tool beginnen einzusetzen, die Erfahrung, dass sie zwar ihren Kram jetzt gut eingetütet haben, jedoch manches immer noch der Umsetzung harrt. Ein System zu finden, dass erst einmal alles auffängt ist einer der wichtigsten Startschritte, das ist korrekt. Und als nächstes ist ebenso wichtig ein funktionierendes System des Durch- und Abarbeitens aufzubauen. An dieser Stelle helfen uns reine Tool-Gedanken nicht immer weiter. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung, und, wie sich ebenfalls in vielen Beratungen bestätigt hat, stehe ich damit nicht allein da.

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Ich stelle mal die These auf, dass wir unser kostbarstes Gut - unsere verfügbare Zeit - in unserem täglichen (Arbeits-)Leben oftmals dadurch verlieren, weil wir zu lange brauchen, um Entscheidungen zu treffen. Uns gehen soviele Eventualitäten durch den Kopf, die bedacht sein wollen (denken wir zumindest) und jonglieren uns dabei von Möglichkeit zu Möglichkeit. Versuchen die Auswirkungen abzuschätzen und sind währenddessen schon wieder damit beschäftigt die nächste Ablenkung im Auge zu behalten.

Und wie so häufig ist der dadurch entstehende innerliche Druck hausgemacht. Damit stecken wir auch schon wieder mitten drin im Hamsterrad. Die Zeit vergeht und wir kommen nicht vom Fleck. Was können wir tun?

Grundsätzlich ist es immer interessant dort hinzuschauen, wo wir uns augenscheinlich selbst die größten Probleme bereiten. Denn hier liegen naturgemäß auch die größten Veränderungspotentiale. Und auch wenn es äußerst skuril anmuten mag, dass die Eigenschaft nur schwer Entscheidungen treffen zu können - zu Potte kommen, wie meine Mutter das immer so schön nennt - eine gute Seite hat, ist es nichtsdestotrotz so, dass wir uns damit in irgendeiner Form einen Dienst erweisen. Sie können sich ja mal auf die Suche nach Antworten machen, in dem Sie mit folgender Frage arbeiten:

  • Was wird mir dadurch möglich?

Wenn man einfach mal die Gedanken fließen lässt, ist es oft ganz erstaunlich, was da zum Vorschein kommt. Was sich als latente Überschrift über vieles davon setzen ließe, ist, dass das ganze ein Schutzmechanismus ist. Dieser versucht für uns zu verhindern, dass wir Entscheidungen treffen, die “falsch” sein könnten, negative Auswirkungen haben könnten, unpopulär sind und uns damit der Beliebtheit entziehen usw.

Und doch ist es halt nunmal in unserer Zeit so, dass ich nicht jedes Mal, wenn ich merke, dass ich “nicht zu Potte komme” einen Termin beim Psychotherapeuten meines Vertrauens wahrnehmen kann. Wir brauchen eine Strategie, die uns ermöglicht in höherem Maße handlungsfähig zu bleiben und unsere Projekte Schritt für Schritt vorwärts zu bringen.

Das bietet mir die perfekte Überleitung zu GTD. Im System von GTD gibt es die zentrale Frage: “What’s the next step? - Was ist der nächste Schritt?” Und mit dieser Frage lässt sich unser Entscheidungsmuskel trainieren. Immer wieder im Trockendock, bis wir uns immer weiter auf das große, weite Entscheidungs-Meer hinauswagen.

Wer die OGOG-Liste (ohGottohGott-Liste) führt kann diese gleich mal zum Üben verwenden. Und für alle anderen bin ich mir ganz sicher :-) dass sie in kürzester Zeit fünf und mehr Projekte und offene Angelegenheiten finden, die sich kurz auflisten lassen. Wichtig als Vorgedanke ist mir an dieser Stelle, dass wir uns jetzt im Moment nur auf dem Trockendock befinden, also im absoluten Übungsmodus. Sie sollen keineswegs dann sofort zum Umsetzen losstürmen. Nein, im Gegenteil, das ist für den Moment sogar streng verboten.

Jedes noch so große Projekt hat immer einen nächsten Schritt und den gilt es zu finden. Und dieser Schritt MUSS ein handelbarer sein. Sprich eine klare Aktion, die vollkommen klar ist. Z. B. ein Anruf der zu tätigen ist. Wobei das ein schönes Beispiel dafür ist, warum manche Anrufe fast schon Grünspan auf der To-do-Liste ansetzen. Denn möglicherweise ist der Anruf zwar augenscheinlich der nächste Schritt, doch wenn ich ihn nicht mache, fehlt dazwischen ein Stück. Ist mir denn vollkommen klar, was ich bei diesem Anruf sagen möchte, was mein Ziel ist? Vor allem, wenn es ein eher unangenehmer Anruf ist, dann ist eben nicht der Anruf an sich der nächste Schritt, sondern die Vorbereitung des Anrufs. Und für diese Vorbereitung muss wiederum klar sein, was das Ziel des Anrufes ist.

In solchen Fällen ist ein Schritt, der von David Allen in seinem Buch GTD ebenfalls kurz erwähnt wird, der unerlässlichste: “Gedanken zu XY machen.” Das bedeutet nicht, eine halbe Doktorarbeit darüber zu schreiben. Doch es bedeutet in jedem Fall, sich die Zeit zu nehmen - und oft reichen 10 Minuten völlig aus - sich tatsächlich, am besten schriftlich, darüber Gedanken zu machen. Damit haben Sie einen Schritt, den Sie tatsächlich durchführen können.

Und nach meiner bisherigen Erfahrung ist sehr häufig genau dies Wissen darüber was TATSÄCHLICH der nächste Schritt ist, der Unterschied, der den Unterschied macht. Nehmen Sie doch mal Ihre Liste mit offenen Projekten und Angelegenheiten zur Hand (immer dran denken, wir befinden uns im Übungsmodus, umsetzen ist im Moment streng verboten!) und notieren bei jedem Punkt den Ihrer Meinung nach nächsten Schritt. Gehen Sie dabei in dieser ersten Phase zügig vor und entscheiden wirklich flott. Was ist der nächste Schritt? Ein Anruf, ein Mail, Internetrecherche, ein Schreiben das zu verfassen ist, ein Gespräch zu führen mit Kollege X usw.?

Damit haben Sie den ganz entscheidenden ersten Impuls zur Umsetzung genutzt. So, und jetzt werfen wir mal einen genaueren Blick auf Ihre ersten Entscheidungen. Wenn Sie vielleicht bei einem Projekt “Mail schreiben” notiert haben. Dann spielen Sie in Gedanken diese Aktion dochmal durch. Sie würden jetzt genau diese Mail schreiben wollen. Ist Ihnen vollkommen klar, was alles hineingehört? Haben Sie alle Informationen die Sie brauchen? Oder stellen Sie vielleicht fest, dass Sie doch nicht soo sicher sind und es daher bis jetzt auch noch aufgeschoben haben? Was fehlt Ihnen? Eine Information? Wo würden Sie diese bekommen?

All das liest sich jetzt länger, als es im Hirn durchdacht wird. Wichtig ist, dass es wirklich durchdacht wird. Und auch nicht bis ins hinterletzte Fitzelchen, sondern bis zu dem Punkt, an dem die nächste Handlung - der nächste Schritt - tatsächlich klar ist. Das verstehe ich unter “Entscheidungsmuskel trainieren”. Denn diese Fähigkeit wird uns nicht unbedingt in die Wiege gelegt oder in der Schule beigebracht. Und ist daher eine einfache und doch effektive Vorgehensweise die uns große Unterstützung in unserer täglichen Entscheidungsarbeit bieten kann, die wir möglichst oft trainieren sollten.

Wenn Sie mit dieser zentralen GTD-Frage “What’s the next step? - Was ist der nächste Schritt?” auf diese Art und Weise beginnen regelmäßig zu arbeiten, werden Sie feststellen, dass Ihre Entscheidungszeiten kürzer werden. Und der Teil, der hartnäckig übrig bleibt, lohnt sich mit der o.g. Fragestellung “Was wird mir dadurch möglich?” zu bearbeiten.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ein ganz entscheidender Unterschied, ob GTD “works” oder eben nicht, das tiefere Verständnis der so einfachen Frage “Was ist der nächste Schritt?” ist. Sie müssen die Antwort auf eine handelbare Antwort herunterbrechen, nur dann wird es möglich Energie in Richtung Umsetzung freizusetzen. Und genau diese Fähigkeit lässt sich trainieren, eben unser Entscheidungsmuskel. Gewöhnen Sie sich an, immer wieder die Frage nach dem nächsten Schritt zu stellen, bis Sie einen gefunden haben, den Sie tatsächlich umsetzen können. Und nehmen Sie es als Hinweissignal, wenn eine Aufgabe nicht vorwärts zu kommen scheint, dass hier möglichweise noch keine klare Antwort auf die Frage nach dem nächsten Schritt gefunden wurde.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Training und freu mich auf Ihre Berichte :-)

Wie fängt man das bloß an mit der „richtigen” Selbstorganisation? So, dass man die Dinge geregelt kriegt, alles schnell findet was man sucht und jederzeit den Überblick behält?

Wer vor seinem Berg täglicher Arbeit sitzt oder gar grad von einer Lawine an Papierkram u. ä. überrollt wird, hat oftmals keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Und um wenigstens irgendwas zu machen, machen wir daher häufig einfach mehr vom selben, sprich wir wursteln uns halt durch unseren Tag.

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Doch es ist ja nicht so, dass wir nicht wüssten wie’s geht. Uns ist vollkommen klar, ein Wochenplan würde uns schon mal ein Geländer an die Hand geben. Oder die Dinge blockweise abzuarbeiten würde uns helfen, im Rhythmus zu bleiben. Nicht ständig nach neuen eMails zu schauen und die ganzen Benachrichtigungen abstellen würde unsere Aufmerksamkeit bündeln. Eine Prioritätenliste für den Tag aufzustellen, würde uns beim Wesentlichen bleiben lassen.

Hm, und wieso funktioniert das dann trotzdem nicht? Wieso halten wir uns nicht dran? Die Gründe dafür sind meiner Erfahrung nach so vielfältig, wie es die Menschen sind, die dahinterstehen. Mir ist nur eine Sache aufgefallen, die bei vielen Resonanz erzeugt (mich eingeschlossen…) Und vielleicht ist das auch ein Gedanke für Sie:

Sehr vieles, was auf uns einströmt, ist nicht unbedingt auf unserem Mist gewachsen, d. h. es wird von außen an uns herangetragen und wirkt damit auf uns fremdbestimmend. Wer als Angestellter arbeitet wird dieses Gefühl - wie einige Studien zeigen - noch vermehrt empfinden als Freiberufler und Selbständige. Doch solange wir mit der Fülle umgehen können und die Arbeit (einigermaßen) sinnvoll einstufen, werden wir es zwar nicht immer toll finden, doch es durchziehen. Aber irgendwann kann es durchaus sein, dass der Punkt erreicht ist, an dem wir uns durchgängig fremdbestimmt fühlen und erleben. Und spätestens dann kippt auch unsere Stimmung.

Was passiert da in uns in diesen Momenten? Es ist natürlich ein Gefühlscocktail den das Unterbewusstsein über uns auskippt. Von völlig genervt sein, über richtig grantig werdend bis zu Hilflosigkeit und Resignation. Suchen Sie sich was aus…. Und wenn Sie mal genau hinsehen, was Sie in diesen Momenten beginnen zu tun, könnte das durchaus das Gegenteil von arbeiten sein. Wir schauen - nur mal eben schnell - ob neue Mails vorliegen, surfen ein wenig, schauen mal zum Kollegen rüber usw. usw. usw. Und das in immer kürzeren Zeitintervallen. Je nach dem wie ausgeprägt unser Selbstdisziplin-Modul funktioniert werden wir nach einer gewissen Zeit wieder zurück an die Arbeit gehen.

Um dem Einwand - diese Pausen sind doch sehr wichtig - vorwegzugreifen, stimme ich Ihnen völlig zu. Selbstverständlich brauchen wir in unserem Tag diese Breaks, Kontakt zu anderen, einfach mal was, das uns Spaß macht. Warum tut uns das so gut? Ganz einfach, weil wir dabei selbstbestimmt handeln. Und uns damit das Gefühl verschaffen, wenigstens für fünf Minuten mal zu bestimmen, was zu tun ist. Es ist nun nicht so, dass das immer bewusst abläuft. Nein, ich finde dazu das Bild sehr passend, dass in uns ein kleines Gör bzw. ein kleiner Bengel wohnt, der da das Heft in die Hand nimmt und bestimmt, „hey ich hab jetzt Bock mehr auf den Sch…., lass uns mal …. machen”

Im Prinzip ist das eine sehr gesunde Reaktion um einer überwältigenden Fremdbestimmung etwas entgegenzusetzen. Das blöde ist nur, dass wir am Ende des Tages manches Mal ein schlechtes Gewissen haben, weil das, wir erledigen wollten, wieder nicht geschafft ist. Wir zerpflücken unseren Tag eigenhändig in viele kleine Zeiteinheiten, hopsen so von einem Arbeitsschritt zu einem komplett anderen und machen zwischendurch noch etwas, was uns wenigstens ein wenig ablenkt. Und wenn dieser Prozess schon sehr fortgeschritten ist, werden wir uns umso schwerer tun, mit den oben genannten Hilfen wie Pläne machen, Blöcke bilden usw. umzugehen und sie in unseren Alltag zu integrieren. Da wir dann genau diese Hilfsmittel auch oft als Fremdbestimmung empfinden, unter dem Motto, „alle sagen, nur so kann ich das alles bewältigen und ich hab jetzt absolut keine Lust schon wieder das zu tun, was alle anderen meinen.”

Was ebenfalls interessant ist: Auch wenn wir wissen, was uns blühen wird, wenn wir diesen Termin nicht einhalten, jene Arbeit nicht in dieser Form beenden etc. nehmen wir das irgendwann in Kauf. Nicht unbedingt bewusst, es passiert uns eher. Es geraten die Anteile in uns, die für Pflichterfüllung zuständig sind, in einen ständigen Konflikt mit den Anteilen in uns, die uns aus der Fremdbestimmung leiten möchten.

Was tun?

Was wir am dringendsten in diesen Situationen benötigen, ist das Gefühl der Selbstbestimmung. Wir sagen wo’s lang geht. Und gleichzeitig eine Möglichkeit finden, alles, was so in unserem Kopf herumschwirrt und uns beschäftigt irgendwo zu parken und damit wieder fokussierte Aufmerksamkeit möglich zu machen. Da mein „inneres Gör” häufig in Aktion tritt, kenn ich diesen ganzen Schlamassel nur zu gut. In meiner Verzweiflung hab ich wahrscheinlich so ziemlich jedes Buch über Selbstorganisation, das es so gibt, gelesen (zumindest gefühlt jedes). Gebe Büro-Kaizen-Seminare und konnte mir selbst mit Büro-Kaizen und GTD eine gut funktionierende Organisation aufbauen. Doch es gibt einfach immer wieder mal Zeiten, in denen strömt soviel ein, dass das System fast wie ein verstopfter Gully überzulaufen droht. Und um davon nicht immer überwältigt zu werden habe ich nach einer simplen Strategie gesucht, die für mich (idiotensicher) funktioniert. Eben weil ich dafür nicht viel überlegen muss und es schnelle Entscheidungen bringt.

Was dabei heraus gekommen ist, ist mein täglicher TT und die ohGott-ohGott-Liste. Wenn Sie jetzt schon mal ein wenig schmunzeln müssen, ist das bereits ziemlich gut :-) Denn ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich bin schon fast allergisch auf den Begriff „to-do-Liste”. Und daher immer auf der Suche nach Begriffen, die ich ansprechend finde und die mit mir ganz persönlich etwas zu tun haben.

  • Um als erstes das TT mal zu erklären: Diese Abkürzung steht bei mir für Thema des Tages.

Wenn ich merke, wie ich zwischen verschiedenen Themen hin- und her schieße und mich arg verzettel, dann ist das meine wichtigste Frage: Was ist heute Thema des Tages? Das bedeutet konkret, ich mache mir in diesen Situationen keine großartigen Prioritätslisten (obwohl diese natürlich sinnvoll sind) sondern ich konzentriere meinen Fokus auf mein Thema des Tages. Meinen TT. Und diese Frage lässt sich schnell beantworten und das können Sie mit Sicherheit ebenso. Es gibt immer etwas, das absolut Vorrang hat. Ob das nun eine Aufgabe ist, die uns gefällt, ist wieder eine ganz andere Frage. Doch Sie wissen mit Gewissheit, das ist mein heutiger TT.

Es mag vielleicht übertrieben erscheinen, doch ich brauche manchmal zusätzlich visuelle Marker. Daher habe ich mir das ganze als DIN-A4 Blatt ausgedruckt und an meine Magnetwand gehängt (siehe Bild). Ein Blick darauf erinnert mich immer wieder an das Wesentliche und ich schreibe mir in ganz akuten Fällen eine Karte mit meinem TT als Stichwort und hänge es drunter. Für die, die’s gleich selbst mal ausprobieren wollen, können Sie sich hier mein Vorlageblatt downloaden. Und selbstverständlich bewährt sich der TT auch an weniger chaotischen Tagen. Sie können sich diese Frage als erstes morgens stellen, bevor Sie auch nur den Stift in die Hand nehmen und zu arbeiten beginnen. Was ist Ihr heutiger TT? Dadurch bestimmen Sie wieder selbst. Sie entscheiden was jetzt gemacht wird. Eben Ihr heutiger TT.

  • Damit kommen wir auch schon zu meiner ohGott-ohGott-Liste.

Die heißt jetzt keineswegs so, weil ich so sehr katholisch veranlagt bin. Nö, der Titel kommt daher, dass mir während der Arbeit immer wieder mal Themen durch den Kopf schießen, die ich vergessen, verschoben, verpennt, noch offen habe etc. Dabei wird mir meistens für einen Moment siedend heiß und ich denke „ohGott-ohGott das habe ich ja völlig vergessen (muss ich ja auch noch machen) usw.” Und da war die Idee für diese Liste geboren :-) Da stehen meist mehr unangenehme Dinge drauf als solche die ich liebend gern mache, denn die vergessen wir ja eher selten. Diese Liste führe ich einfach mit der Hand. Und nutze sie dazu, ein Auffangbecken für diese Gedanken zu haben. Wenn’s erst mal da drauf steht, kann ich an meinem TT weitermachen oder an der Aufgabe, die ich grad am Bearbeiten bin.

Diese Liste könnte mich natürlich auch runterziehen, da sie manches Mal ganz schön lang wird. Doch da hilft ein Blick auf den Titel, den ich immer groß und deutlich drüber schreibe. Und wenn ich dann wieder ohGott-ohGott-Liste lese muss ich meistens schon schmunzeln und mir wird wieder bewusst, dass davon die Welt nicht untergehen wird. Klar sind die Sachen die da drauf stehen oft brandeilig und hätten längst fertig sein sollen. Doch wenn mein heutiger TT nicht dabei ist, dann darf die Liste einfach mal Liste sein und ich kümmer mich nicht weiter drum. Denn ich kann’s jetzt grad nicht ändern. Sondern habe mir die Frage nach meinem TT beantwortet und arbeite ihn ab. Sollte dann Zeit sein, dann stelle ich mir die Frage erneut und vielleicht ist es ja dann eines der Themen meiner ohGott-ohGott-Liste. Dann wird das zu meinem TT und die Liste darf wieder ruhen.

Beide Tools halten mich in chaotischen Zeiten über Wasser und sind in den ruhigeren Zeiten ebenfalls nützlich. Wenn’s wieder geordneter wird, dann greifen auch wieder alle anderen System die z. B. GTD zu bieten hat. Wer gerade erst dabei ist, für sich Selbstorganisation umzusetzen, kann gut und effektiv mit diesen beiden Werkzeugen beginnen. Das reicht für’s erste oft. Machen Sie das mal eine Woche, zwei Wochen. Fragen Sie sich jeden Tag nach Ihrem heutigen TT. Beginnen Sie Ihre persönliche ohGott-ohGott-Liste, die vielleicht bei Ihnen auch einen ganz anderen Namen bekommt. (Falls ja würd ich mich sehr über einen Kommentar freuen, da ich immer superspannend finde, was es so alles an Ideen gibt!) Und wenn sich das eingespielt hat, können Sie weitere Routinen installieren. Doch wenn’s zuviel wird, immer wieder zurück zur Basis, „Was ist mein heute mein TT?”

Und vielleicht nützen Ihnen diese Ideen auch für Ihre persönlichen chaotischen Zeiten. Über jede Rückmeldung von Ihnen dazu freue ich mich!

Wie bereits angekündigt, habe ich auch dieses Jahr die Möglichkeit die Initiative des Ostbayerischen Unternehmerinnentages zu unterstützen. Im Forum 3, das ab 13:00 Uhr stattfindet, werde ich zum Thema Selbstorganisation für Sie referieren.

Um Ihnen schon mal Appetit zu machen, hier ein paar Gedanken zum Inhalt.

Kann man sich selbst überhaupt organisieren? Oder zeichnet der Begriff Selbstorganisation schon ein falsches Bild?

Tatsache ist, dass wir Tag für Tag mit einer Vielzahl von zu erledigenden Aufgaben konfrontiert werden. Ob nun Anfragen, Angebote, Rechnungen, Lieferungen usw. per Post, Fax, eMail oder persönlich eintreffen, immer gilt es den Überblick zu bewahren, alle Bälle in der Luft und die Fäden in der Hand zu halten. Chaos bricht meist dann aus, wenn nicht mehr klar ist, was als nächstes zu tun ist und alles scheinbar gleichzeitig wichtig und dringend erscheint.

Am Anfang steht die wichtige Erkenntnis, dass nicht Sie das Chaos sind, sondern Sie wahrscheinlich einfach keine funktionierende Strategie haben, mit den anfallenden Dingen umzugehen.

Ein ebenfalls elementarer Baustein ist das Anerkennen der Tatsache, dass das Chaos normal ist und Ordnung nur ein vorübergehender Zustand. Damit Chaos entsteht müssen Sie nichts tun. Um ein gewisses Maß an Ordnung zu halten, gilt es beständig dranzubleiben. Und genau dieses Dranbleiben können Sie organisieren.

Wichtig ist dann, dass die Dinge nicht nur organisiert und geplant werden, sondern vor allem erledigt. Im TUN liegt der Erfolg. Eine Platitüde und doch eine absolute Wahrheit.

Wer nun schon schlechte Laune bekommt, weil ihm dazu Begriffe wie stupides Abarbeiten, Disziplin und langweilige Wiederholungen einfallen, dem kann ich nur rechtgeben, das würde mir auch keinen Spaß machen.

Was ist nun eine gute Lösung um Erledigung UND Freude an der Arbeit zu erreichen?

Möglichkeiten gibt es viele und wie so oft liegt eine gute Lösung in der Kombination. Lernen Sie:

  • mit Kaizen im Büro eine funktionierende Strategie kennen, die so viele Arbeitsabläufe wie möglich automatisiert und optimiert um Sie zu entlasten.
  • mit der Aufgliederung Ihres Arbeitsplatzes in Zonen eine leicht durchzuführende Methoden kennen, die Ihr Umfeld von Tag zu Tag immer mehr Ihren Bedürfnissen anpasst und Ihre Umgebung mit Wohfühlatmosphäre auflädt.
  • mit GTD (Getting Things Done) Ihre alltägliche Arbeit mit simplen Routinen vereinfacht, Sie dabei unterstützt zu jedem Zeitpunkt einen Überblick über alle laufenden Projekte zu behalten und damit eine ruhige Gelassenheit einziehen kann.

Das Motto, das hinter all diesen Techniken steht, ist die Philosophie des „einfach-tun“. Denn zwischen „Alles“ und „Nichts“ gibt es immer „Etwas“. Etwas das Sie einfach-tun können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für jeden Tag das Bewusstsein dafür, WAS Sie tun können und freue mich auf Ihren Besuch beim Unternehmerinnentag!

Bald ist es wieder soweit! Am kommenden Wochenende, genauer am Samstag 6. Oktober findet der diesjährige Ostbayerische Unternehmerinnentag statt. Die Veranstaltung jährt sich nun bereits zum 7. Mal und die steigenden Besucherzahlen zeigen den Erfolg dieser Initiative.

In diesem Jahr sind wir im Kurhaus der Stadt Freyung zu Gast und das Programm ist reichhaltig bestückt. Zwei erfolgreiche Unternehmerinnen werden unter dem Motto “Wir haben’s gewagt” ihre Erfolgsgeschichte erzählen und wie sie mit Höhen und Tiefen des Unternehmerinnenlebens umgehen.

Am Nachmittag können Sie in sechs verschieden Fachforen wertvolle Informationen sammeln und Fragen an die ExpertInnen stellen. Über die Einladung zum Thema Selbstorganisation eine praktische Einführung zu halten, habe ich mich sehr gefreut. Näheres zum Inhalt können Sie hier nachlesen.

Die Veranstaltung ist auch in diesem Jahr kostenfrei und bietet sogar eine kostenlose Kinderbetreuung an.

Nutzen Sie diese Gelegenheit um in Kontakt zu kommen, wertvolle Impulse mitzunehmen und sich inspirieren zu lassen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

In Zusammenarbeit mit dem Edutainment-Center - Herrn Kirsch - startet am 26. Juni der Workshop: “Wie ich die Dinge erledigt kriege - Organisation im täglichen Wahnsinn mit Bürokaizen und GTD”

Um was geht’s:
Kurz gesagt um Methoden den vollgestopften Arbeitsalltag mit seinen 500.000 Kleinigkeiten und größeren Anforderungen systematisch in den Griff zu kriegen. Dadurch den Kopf freizubekommen für die wesentlichen Dinge und keine Zeit mehr zu verschwenden.

Alle inhaltlichen Angaben zum Ablauf finden Sie in der Workshopbeschreibung. Und wer gern teilnehmen möchte, kann sich über dieses Formular anmelden.

Es wird mit Sicherheit wieder ein hochinteressanter und lebendiger Workshop. Und durch die limitierte Teilnehmerzahl ist intensives Arbeiten möglich. Die Plätze sind erfahrungsgemäß immer schnell ausgebucht. Also nix wie ran :-)

Internet-Magazin 06-07.jpgIn der aktuellen Ausgabe des Internet-Magazins können Sie einen guten Übersichtsartikel zum Thema GTD lesen.

Es wird die generelle Vorgehensweise dargestellt und verschiedene Erfahrungsberichte aus dem Internet genannt.

Freundlicherweise wurde auch aus meinen Beiträgen hier in der WissensAgentur zitiert. Meine gesammelten Werke zum Thema GTD finden Sie hier.

Und schon mal als Vorabankündigung: Ende Juni wird es eine neue Workshopreihe der WissensAgentur zum Thema Bürokaizen und GTD (Gettings Things Done) geben.

Die Ausschreibung dazu kommt nächste Woche.

Heute mal wieder ein Beitrag zum Thema GTD - Wie ich die Dinge geregelt kriege

Besser organisiert mit den richtigen Listen

Da es mir oft so geht, dass ich tausend verschiedene Gedanken im Kopf habe und diese auch in einer guten Form auffangen möchte, habe ich mir über ein dazu passendes System Gedanken gemacht. Wer gern strukturiert arbeitet und dem Listen-Gedanken viel abgewinnen kann, dem nützen möglicherweise meine weiterführenden Listen als Ideen-Pool.

Ein Wort davor noch zu den “Nächste-Schritte-Listen” die es in der GTD-Systematik gibt. Listen wie:

  • @ erledigen
  • @ später
  • @ weiterleiten
  • u.ä.

sind keine wirklichen Listen im Sinne des GTD-Sytems. Das mag etwas ketzerisch erscheinen, doch im folgenden ein paar Gedanken dazu. Viele von uns stehen den ganzen Tag unter Strom, müssen in Stress-Situationen einen klaren Kopf behalten und einen Überblick über die zu bewältigende Arbeit. Und daher ist eine klare Definition einer Nächsten-Schritte-Liste elementar.

Alles was mehr wie zwei Schritte hat, ist ein Projekt. Übertragen auf die Listen hab ich das für mich ähnlich definiert: Wenn ich die Frage “Was ist der nächste Schritt?” richtig beantworte, dann kommt als Antwort eine Tätigkeit raus kombiniert mit einem dazu nötigen Ort.

Und gibt es noch keine Liste mit diesem Ort (z. B. Internet, weil ich zu einem Projekt etwas recherchieren möchte), dann wird eben eine neue Liste aufgemacht.

Die Angst sich in zuvielen Listen zu verzetteln, sollte eher als Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, dass die Antwort auf die Frage nach dem nächsten Schritt richtig ausfällt. Denn das ist oft der Knackpunkt, wieso manche Aufgaben ewig nicht weiterbearbeitet werden. (Dass es sich dabei auch um eine unangenehme Aufgabe handeln kann, lasse ich hier unberücksichtigt.)

Fragen Sie sich selbst tatsächlich solange nach dem “Nächsten Schritt” bis Sie eine durchführbare Aktivität herausbekommen. Und wenn Sie, wie ich, manchmal Projekte haben, bei denen über das Ergebnis noch keine wirkliche Klarheit besteht (z. B. die Konzeption eines neues Workshops), dann gibt es auch hier einen nächsten Schritt. David Allen beschreibt ihn in seinem Buch auch passenderweise als:

  • Gedanken zu Projekt XY skizzieren

Bei meinen Projekten gibt’s oft diesen Schritt einzusetzen. Und für mich ist dazu die optimale Lösung ein Mindmap zu machen. Das dient mir dann als Gedankensammlungsort und es lässt sich daraus eine Struktur für das gesamte Projekt erarbeiten. Dann sind die nächsten Schritte meist wieder viel prosaischer, wie z. B. im Internet recherchieren, Buch XY dazu lesen usw. Zum Thema Mindmap gibt es bei meinem Kollegen Dr. List eine wunderbare Zusammenfassung und Erläuterung in seinem Toolblog.

Dann möchte ich Ihnen heute noch ein paar weitere Zusatzlisten vorstellen, die ich für mich in mein GTD-System mit aufgenommen habe:

  • Merkblatt
    Dort sammle ich alle Gedanken, die mir unter dem Motto “unbedingt merken, muss ich noch erledigen, shit hab ich ganz vergessen….” usw. fallen. Vorzugsweise fällt mir soetwas während eines Telefonats ein oder als Ablenkungsmanöver von mir selbst wenn ich gerade am Arbeiten bin. Das wird dann alles ganz kurz und knackig in den Merkzettel eingetragen und der wird abends durchgesehen und alles auf die passenden Listen verteilt. Hat für mich den Vorteil, dass ich keine Zettelwirtschaft aufmache, es aufgefangen wird und ich mich in diesem Moment nicht weiter damit beschäftigen muss.
  • Checklisten
    Davon gibt es auch verschiedene. Z. B. den Ablauf, wenn mein Palm mal wieder abgestürzt ist oder wie das genau mit dem Aktienhandel auf dieser Bankseite funktioniert hat und ähnliche Sachen. Auch eine Reise-Pack-Checkliste. Dem ganzen sind ja keine Grenzen gesetzt. Ich kann es nur empfehlen, Checklisten einmal auszuprobieren. Wir müssen uns sowieso so viele aktuelle Dinge merken, dann lassen sich nicht so häufig wiederkehrende und trotzdem wichtige Abläufe auf diese Art sehr gut verwalten.
  • Ideenzettel
    Das ist ein Sammelsurium meiner diversen Ideen, die mir in den unpassendsten Momenten durch den Kopf gehen. Dazugehören Ideen für neue Unternehmen die ich berate könnte, welche Aktionen ich als nächstes anleiern könnte, wem ich wen vorstellen könnte usw. Hat in 99 % mit meiner Arbeit zu tun. Und seit dem ich diesen Ideenzettel hab, kann ich auch diesen Wust an Möglichkeiten endlich systematisieren.
  • Themen
    Das ist jetzt eine ziemlich spezielle Liste für mich. Dort sammle ich Themengebiete oder einzelne Aufhänger für meine nächsten Blog-Beiträge, Artikel für Fachzeitschriften oder Bücher usw. Also alles was ich demnächst in irgendeiner Form publizieren möchte.

Mich interessiert natürlich sehr, welche Zusatzlisten für Sie wichtig sind und/oder welche Sie einsetzen. Denn diese Möglichkeiten sind ja unerschöpflich und es lassen sich immer wieder gute Ideen nutzen. Also keine Scheu und einfach kommentieren :-)

Nachdem mein erster Beitrag zum Thema “Wie ich die Dinge geregelt kriege” ja doch mal ein Ende finden musste, hatte ich einige Details übersprungen. Diese werd ich hier immer mal wieder einschieben und vielleicht sind sie dem einen oder anderen als Beispiel nützlich.

Wie verwalten Sie Ihre aktuellen Projekte?
Wenn es Ihnen ähnlich geht wie mir, dann gibt es Zeiten, da sind sehr, sehr viele Bälle auf einmal in der Luft zu halten und Zeiten da wird’s wieder ein wenig ruhiger. Und um in dem ganzen Spiel die Übersicht zu behalten, bin ich dazu auf ein eigenes Ordnungssystem übergegangen:

Die chaotische Ablage

Vielleicht kommt Ihnen diese Bezeichnung in einem anderen Zusammenhang irgendwie bekannt vor. Und da haben Sie völlig recht, das ganze System stammt urprünglich aus der Lagerhaltung.

Um nicht ewig viel Platz zu verschwenden, ging man in Zeiten der EDV irgendwann dazu über, den Computer einfach freie Plätze bestimmen zu lassen und dort die gerade gelieferte Ware abzulegen. Das bedeutet es gibt keine Platzverschwendung mehr durch künstlich freigehaltene Regale (hier darf nur Ware X rein). Um ihre Waren wieder zu finden müssen Sie dann nur den Computer bemühen, der sich den Ort natürlich genau gemerkt hat.

Dieses System lässt sich nun auf aktuelle Projektverwaltung übertragen. Zum ersten Mal bin ich über die Seite methode.de darüber gestolpert. (Diese Homepage kann ich übrigens nur wärmstens zum Stöbern empfehlen, die verschiedenen kostenlosen Methodentrainings sind überaus gehaltvoll und nützlich.)

Für mich waren primär folgende Ziele für meine Projektverwaltung wichtig:

  1. Keine wachsenden Stapel mehr auf meinem Schreibtisch.
  2. Jederzeit Zugriff auf alle zusammengehörenden Einzelteile eines Projekts.
  3. Schnelle und unkomplizierte Neuanlage von Projekten.
  4. Übersichtliches Inhaltsverzeichnis und einfache Dokumentation an einem Ort.

zu 1. Kampf dem Stapel
Diese Stapelkrankheit kennt wohl jeder, der auch nur im entferntesten mit einem Büro zu tun hat. Nur mal schnell ablegen… Und das ist dann auch schon der Beginn der Papieralpen. Deshalb hab ich begonnen mit der chaotischen Ablage zu arbeiten. Dazu können Sie entweder einen Tischordner wie z. B. den hier von Leitz verwenden mit 12, 31 oder A-Z Register oder Sie machen gleich eine Hängeregistratur draus. Und verwenden zum Aufbewahren einen Ständer wie den von Helit. Die lassen sich auch sehr gut stapeln.

Der Unterschied liegt darin, dass sich ein Tischordner eher dafür eignet, wenn ihre Projekte meist aus max. 10-12 Blättern bestehen. Falls sich meistens mehr Material ansammelt, ist die Hängeregistratur auf jeden Fall besser geeignet. Hier gibt’s zum Mitnehmen auch Koffer, in die die Register perfekt hineinpassen.

Bei einem Tischordner sind die Fächer ja bereits durchnummeriert. Bei Verwendung der Hängeregistratur werden die Schildchen dann ebenfalls fortlaufend benannt. z. B. mit A1 oder Aufgabe 1 oder direkt nur die 1. Das ist jetzt völlig Jacke wie Hose. So sieht z. B. mein Koffer aus:

Das lässt sich selbstverständlich auch mit einem Mappenwagen lösen, falls Sie z. B. mehr als 25 Projekt gleichzeitig offen haben.

zu 2. Alles hat einen Ort und alles hat seinen Ort
Dieses Grundprinzip aus KVP / Kaizen hat sich auch hier bewährt. Dadurch, dass Sie alle Teile eines Projekts mit der chaotischen Ablage an einem Ort versammeln, erledigt sich das hektische Suchen nach der Notiz oder jenem Zettel usw. dann von selbst.

Ebenso einfach lassen sich nun neue Informationen, Schriftstücke, Einzelheiten, Notizen und anderes mehr, automatisch gleich dem richtigen Projekt zuordnen.

Damit Sie nun auch wissen, in welchem der Fächer Ihr Projekt zu finden ist, machen Sie sich eine Projekt-Liste z.B. in Word oder Excel. Für Excel hab ich hier ein Beispiel für Sie vorbereitet. Am schnellsten haben Sie darauf Zugriff, wenn Sie diese Liste direkt auf Ihrem Desktop abspeichern. Wer das ganze gern mit einem Wiki erstellen möchte, kann hier in meinem ersten GTD-Beitrag noch näheres nachlesen.

zu 3. Neues Projekt - neues Glück
Jedes Projekt braucht nun einen passenden Titel. Und da bietet sich schon bei der Namenswahl an, so konkret und knackig wie möglich zu formulieren. Das darf dann auch ruhig mal weniger ernst sein, denn ist ja Ihre Liste, sieht ja keiner und warum darf man denn mit Schreibkram nicht auch ein wenig Spaß haben. Ich oute mich da gleich mal: Mein Projekt für die aktuelle Steuererklärung heißt z.B. bei mir: “P EKSt 2005 ohne blaue Flecken erledigen

Das “P” steht dabei für Projekt im Sinne von Geschäftsprojekte. Es gibt z. B. noch “I” für Individuelle Projekte und die sind dann privater Natur. Diese Buchstaben helfen mir im Wiki meine Projekte von den “Schritte-Listen” zu unterscheiden. Damit’s besser vorstellbar ist, hier noch ein pdf dazu.

So, wieder zurück zur Projekt-Liste: Diese füllt sich nun bei A1, A2 usw. mit den einzelnen Projekten. Des weiteren können Sie dann diese A-Bezeichnungen auch noch bei anderen zugehörigen Dateien im Computer verwenden. Wenn beispielsweise eine eMail zum Projekt A1 gehört, dann schreib ich das als Ergänzung gleich in den Betreff hinein. So seh ich dann auf einen Blick, welche eMails zu welchen Projekten gehören.

Neue Projekte lassen sich nun ganz leicht mit Hilfe der Liste in ein passendes Aufgabenfach zuordnen.

Einen Haken hat die Sache allerdings. Und das ist das mit der Selbstdisziplin. Wir sind oft so schnell bei der Hand damit, für eine systematische Ordnung keine Zeit zu haben. Und verbringen dann später meist doppelt und dreifach soviel Zeit damit etwas zu suchen. Machen Sie es sich leichter. Fangen Sie an, neue Informationen zu bestehenden Projekten direkt dort einzuordnen. Belohnen Sie sich damit selbst, denn es kommt ja ausschließlich Ihnen zu Gute.

Der Drang lieber der sofortigen Belohnung (wenn ich das schnell auf den Stapel lege, brauch ich mich nicht mehr länger damit beschäftigen und kann ja mit was anderem weitermachen...) nachzugeben ist natürlich groß. Doch wenn Sie sich die Frage stellen:

Für was werd ich mir später mehr dankbar sein? Für’s jetzt kurz Zeit nehmen und einordnen oder später für’s suchen müssen?

Dann denke ich wird die Antwort ziemlich klar ausfallen und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, werden Sie relativ schnell ganz automatisch ablegen.

zu 4. Übersicht und Doku
Mit Hilfe der Projektliste haben Sie eine Aufstellung Ihrer aktuellen Projekte auf einen Blick. Das ist schon mal enorm hilfreich, um offene Fäden zu verknoten. Darauf aufbauend können Sie nun für einzelnen Projekte auch eine Dokumentation beginnen. Wenn Sie mit Excel arbeiten, dann benennen Sie z.B. ein neues Tabellenblatt mit A1 usw. Hier können Sie nun hier alles an Einzelschritten, nötigen Aktionen, generellen Überlegungen und alles andere was Ihnen zu diesem Projekt wichtig erscheint gleich festhalten.

Eleganter, da verlinkbar, geht das natürlich mit einem Wiki. Doch wie auch immer das ganze gelöst wird, wichtig ist einzig und allein, dass Sie für Ihre Projekte einen Ort haben, nichts mehr verloren geht und leicht etwas ergänzt oder gelöscht werden kann.

Für mich ist die Dokumentation ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Und dass ich nicht mehr in 5 verschiedenen Dateien rumspringen muss, sondern meine ganze Projektverwaltung inkl. aller Informationen an einem Ort habe, ist für mich sehr wertvoll.

So, jetzt bleibt mir nur nur noch danke zu sagen, für Ihre lange Puste ;-) Und bevor ich’s vergesse, hier finden Sie einen weiteren Bericht zu diesem System mit der Projektverwaltung.

So, Dr. List hat gerufen, hier und hier und endlich komme ich dazu dem Aufruf zu antworten ;-) Mit Getting Things Done nach David Allen (GTD wie Insider sagen) beschäftige ich mich schon eine ganze Weile. Da ich zu den Menschen gehöre, die sich leicht verzetteln, weil sie permanent neues Zeug im Kopf haben, ist das für mich fast schon lebensnotwenig ein System zu haben.

Ein System, das als Auffangbehälter dient um das herumschwirrende Zeug einzufangen und zur Bearbeitung strukturiert. Das ist sozusagen das Herzstück meiner Organisation. Drumherum gibt’s noch ein paar weitere Tools, die ich entwickelt habe, um z. B. für mich zu Priorisieren. Denn das fehlt mir ein wenig am GTD-System.

So, da mache ich mal eine Auflistung:

Kalender, Terminverwaltung
Hier nutze ich ganz einfach Outlook. Allen Unkenrufen von wegen Sicherheit usw. zum Trotz. Für mich ist es ideal. Ich kann’s mit meinem Palm synchronisieren und ich mag das Programm einfach.

Projektverwaltung
Dazu setze ich das Notebook Wiki ein. Ein kleines Programm, das direkt als .exe Datei läuft und zum Mitnehmen locker auf einen Stick passt. Vielen Dank nochmal an Martin für den Hinweis darauf. Da es eben ein kleines Programm ist, steht jetzt das Design hinten an. Für mich völlig in Ordnung, denn ich bin jetzt nicht unbedingt so ein visuelles Tierchen ;-)

Aufbau der Listen:

  • Geschäftsprojekte und individuelle Projekte
  • Besprechen mit…
  • Vielleicht irgendwann
  • Kontakte
  • verliehen
  • Blogthemen
  • Checklisten (von speziellem online-banking bis zu diversen Neuinstallationen stehen da verschiedenste Listen drin)
  • Merkblatt (darauf wird alles schnell notiert, was mir am Computer so durch den Kopf geht und zu erledigen ist)
  • verschiedensten Nächste-Schritte-Listen (daheim, Mail, Telefon, Internet, Computer usw.)
  • Koffer (steht für mein Ordnungssystem bei aktuellen Aufgaben, dazu in einem anderen Beitrag mehr)

Jede dieser Listen hat dann diverse Unterpunkte. Jeder dieser Unterpunkte bekommt als erstes ein Datum, damit ich beim Durchsehen weiß, wann ich den Eintrag gemacht hab. Wer’s ganz genau wissen will, dem hab ich hier ein pdf hineingestellt, in der ein Auszug meiner Liste sichtbar ist.

Archiv:

Da ich zu den Sammlerinnen gehöre und überhaupt oft vieles verschiedenste Material relativ griffbereit brauche, bin ich dem simplify-Vorschlag gefolgt und hab dazu eine Hängeregistratur aufgebaut. Einen Mappenwagen der zwei Schritte von meinem Schreibtisch wegsteht, damit ich wenigstens noch ab und zu meinen Hintern hoch kriege, wenn ich nur im Büro sitze ;-)

In diesem sind die Mappen alphabetisch geordnet drin und enthalten alles, was mir aufhebenswert erscheint. Damit ich hier nicht einen Berg ansammle, der dann irgendwann mal archiviert gehört, befinden sich am Ende des Wagens immer genügend leere Mappen und eine Mappe, die Schildchen und so Zeugs enthält. Es hat sich für mich bewährt, die Sachen sofort abzulegen. Und da ich mir ja Gedanken über einen passenden Mappennamen machen muss, findet auch in meinem Kopf gleich eine passende Kategorisierung statt.

Wiederkehrende Aufgaben:

Hierzu lege ich mir Serien-Aufgaben in Outlook an. Da gibt’s z.B. eine Aufgabe, die sich jeden Montag zeigt: Uni-Bibliothek kontrollieren. Denn wer schon mal in der Uni-Bib Bücher zu spät zurückgebracht hat, weiß, dass die Mahngebühren gesalzen sind und sich unglaublich schnell erhöhen. Und damit ich solche Sachen nicht ständig irgendwie im Kopf haben muss, hab ich mir einmal die Arbeit gemacht und eine Liste von solchen wiederkehrenden Aufgaben erstellt und diese dann ins Outlook reingeschrieben.

Datumslisten:

Eine Sache, die ich auch aus dem GTD-System in mein Outlook transferiert habe, sind die Datumsaufgaben. Das ursprüngliche System funktioniert mit einem Karteikasten und Karteikarten. Auch hier hab ich mir einmal die Arbeit gemacht und das ganze in Outlook angelegt. Es gibt nun Serienaufgaben, die immer jeden 1. des Monats angezeigt werden, jeden 2. des Monats usw. Und zusätzlich noch Monatsaufgaben, die ca. 5 Tage vorher als Erinnerung gezeigt werden. Der Titel ist bei diesen Aufgaben, bis auf das Datum, völlig identisch: “Was am …. zu erledigen ist

Wenn nun etwas termingebunden zu erledigen ist, oder ich eine Aufgabe an seinem bestimmten Tag beginnen möchte o.ä. Dann trage ich in dieser Serienaufgabe den Punkt im Notizfeld ein. Für mich ist das superpraktisch, denn ich muss mir damit nicht mehr meinen Kalender vollpflastern und ich werde automatisch am richtigen Tag erinnert.

Ideenentwicklung:

Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, was ich vor Mindmapping gemacht habe. Ich nutz das schon so lange, dass es für automatisch der erste Schritt ist, wenn ich Ideen sammle für ein Projekt. Die erste Map entsteht bei mir immer mit der Hand. Hat für mich einfach eine andere Qualität, als mit einem Programm zu starten. Während des Schreibens fließen die Ideen auch anders als an der Tastatur. Danach arbeite ich meistens mit dem Programm MindJet weiter. Obwohl ich da Dr. List zustimmen muss, die Funktionen sind inzwischen so übermächtig, dass bald nix mehr vom ursprünglichen simplen System übrig ist.

Schreiben
Ich schreib schon seit dem ich einen Stift halten konnte. Und das ist mir geblieben. Für mich eine der wichtigsten Fähigkeiten, derer ich mächtig bin.

Morgenseiten:

Die Morgenseiten sind ein wunderbares Instrument, das ich aus dem Buch Der Weg des Künstlers im Beruf habe. Das Prinzip ist ganz einfach: Jeden Morgen als erstes mal drei Seiten schreiben ohne Pause. Den Kopf leeren. Hat oft fantastische Folgen… Und um es gleich vorweg zu nehmen, ich schaffe es auch nicht jeden Tag. Trotz alledem, wer gern schreibt sollte in dieses Buch mal reinschauen. Für mich sind die Morgenseiten oft ein Ort zum Entwickeln von neuen Ideen, nachdem ich erst mal meinen ganzen Gedankenmüll abladen konnte.

Tagebuch:

Ja, ein Tagebuch schreibe ich auch noch. Das ist, im Gegensatz zu den Morgenseiten, eine Möglichkeit für mich über bestimmte Themen nachzudenken oder auch einfach nur schöne und weniger schöne Erlebnisse festzuhalten und aus mir herauszuschreiben.

Blog:

Mein Blog ist eine Möglichkeit für mich, mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Nutzen zu bieten. Interessante Links zu sammeln und Anregungen zu bieten. Hier nochmal ein dickes Dankeschön an Siegfried, der sich mit viel Geduld meinen ganzen Fragen gewidmet hat und mir immer wieder als Experte zur Verfügung steht. Und natürlich an Martin, meinem ganz persönlichen Blog-Meister ;-)

Lesen
Auch zum Lesen eine eigene Rubrik, weil es das ist, was ich fast noch mehr liebe als das schreiben.

Blogs lesen:

Hierzu nutze ich zum einen die neue google Desktopsearch mit der Seitenleiste und zum anderen verwende ich den RSS-Reader von Siegfried Hirsch.

Fachliteratur:

Wenn ich mir all die Fachbücher, die ich lese, kaufen müsste, dann hätte ich mir schon bestimmt 2x ein neues Auto leisten können… Daher nutze ich sehr oft die Uni-Bibliothek und dort vor allem die Fernleihe. So, kann ich mir von allen Uni-Bibliotheken in ganz Bayern Bücher für 4 Wochen und mehr ausleihen und das ohne jede Kosten.

Dazu muss man keineswegs Student sein. Nein, Sie können sich als Stadtbenutzer registrieren lassen und ganz praktisch über’s Internet nach Literatur in den Datenbanken suchen. Ich nehm mal an, dass das außerhalb von Bayern bestimmt ein ähnliches vernetztes System pro Bundesland gibt.

In meiner Tasche, die ich immer dabei hab, ist immer ein Buch drin. Denn egal wo man sich grad befindet, es gibt ständig wieder Wartezeiten und da hat es sich bewährt, was zu lesen zu haben. Das ganze kombiniert mit farbigen Post-Its, an interessanten Stellen eingeklebt, geht keine wichtige Info verloren.

Fachzeitschriften:

Les ich mit Eselsohren und Leuchtstift. Was ich ja bei meinen Büchern nicht über’s Herz bringe. Wie sinnvoll es auch sein mag.

So, ich denke, damit hätt ich mal das Wichtigste. Und wenn Sie sich jetzt fragen, wann arbeitet die WissensAgentur eigentlich…? Dann bleibt mir nur die relativ lapidare Antwort: Ich schalt oft meinen Fernseher 14 Tage lang nicht ein, lese keine Tageszeitungen und hab das Glück der Selbständigen mir meine Zeit frei einteilen zu dürfen. ;-)