Archive for Mai, 2008

Twitter ist ein “Miniblog-Dienst”, wenn man das so bezeichnen möchte. Die WissensAgentur zwitschert auch mit :-) und wer mir folgen möchte, kann das hier tun.

Eine sehr gute Erläuterung was Twitter überhaupt ist und wofür das gut sein soll, hat Martin ausgegraben.

Und wer noch mehr Twittertools sucht, wird bei der Karrierebibel fündig.

Wissen ist der Stoff aus dem die Zukunft ist

Aktion gegen ArmutDas ist mein Leitsatz schon seit vielen Jahren. Und als ich nun die ersten Meldungen zum 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gelesen habe, ist mir ehrlich gesagt ganz schummrig geworden….

Bildquelle: vdk

Denn der Zusammenhang zwischen Armut und fehlender Bildung ist eklatant. Damit wird klar, dass nur durch Wissen eine lebbare Zukunft möglich ist. Und nur wer den Zugang, die Mittel und die Förderung dazu bekommt, wird aus einem armen Leben in eine gesicherte Zukunft gehen können. Hier ein paar Zahlen:

  • 13 Prozent der Bürger in Deutschland sind arm
  • in Großstädten wie Berlin ist mittlerweile jedes dritte Kind von “Hartz IV” abhängig
  • Als arm gilt nach einer Definition der Europäischen Union, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient – das sind 781 Euro netto im Monat.
  • “Wenn es die Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld II, Wohn- oder Kindergeld nicht gäbe, dann hätten wir statt 13 Prozent 26 Prozent Arme“, Zitat Scholz.
  • Armutsquote der 16- bis 24-Jährigen liegt bei 28,3 Prozent
  • Dauerrisikogruppen sind Alleinerziehende – jeder dritte Haushalt ist arm
  • die Armutsquote bei Familien mit Kindern liegt bei 19,2 Prozent

Ich persönlich finde diese Zahlen erschreckend. Die Schere zwischen bildungsnah (= Tendenz reich) und bildungsfern (= Tendenz arm) geht immer weiter auseinander. Und das heißt, dass vor allem Kinder die nur bei einem Elternteil aufwachsen massiv von Armut bedroht sind oder bereits darin leben.

Das bedeutet z.B. konkret, dass der Anteil der Kinder die in der ersten Klasse, mit kaum einem Heft, Stiften u.ä. ausgestattet in die Schule kommen, immer größer wird. Einfach aus dem Grund, weil kein Geld dafür da ist. Das Aggressionspotential dieser Kinder ist zudem um einiges höher, da die erlebte Hilflosigkeit sich oft dieses Ventil sucht.

Irgendwie hab ich manchmal das Gefühl, dass diese Kluft, die sich hier immer mehr vergrößert auch mit einem kleiner werdenden Sozialgefühl zu tun hat. Es scheint so zu sein, dass der Gemeinschaftsgedanke sich zurückzieht zu Gunsten des sich selbst der nächste zu sein.

Das Engagement im Ehrenamt ist seit Jahren rückläufig und hängt interessanterweise ebenfalls mit dem Bildungsstand zusammen. Der Prototyp des/der ehrenamtlich Tätigen ist mit meist Realschulabschluss oder höher, einer abgeschlossenen Ausbildung und dem regelmäßigen Arbeitsleben, ausgestattet.

Ebenfalls mit dem Bildungsgrad hängt die Länge des Lebens zusammen, wie in Studien festgestellt wurde. Was nun nicht heißen soll, wer mehr weiß, länger lebt. Nein, ein Schuh wird dann draus, wenn man sich klar vor Augen hält, was jemandem der mehr weiß als andere, für andere Möglichkeiten hat.

Ganz banal z.B. die richtigen Fragen zu stellen. Denn wenn ich keine Ahnung von einem Thema habe, hab ich auch keine Ahnung was ich fragen soll. Das wirkt sich natürlich vor allem in finanziellen Belangen aus.

Ein weiterer Aspekt ist die Fähigkeit des vernetzten und kreativen Denkens. Nur wenn ich zu verschiedensten Themen Wissen habe, kann ich Zusammenhänge herstellen und einen Wissenstransfer von einem Thema zum anderen bewerkstelligen.

Und kreatives Denken bedeutet in diesem Fall die Fähigkeit kreative Lösungen entwickeln zu können. Als Grundvoraussetzung brauche ich dafür einen Wissensfundus, einen Erfahrungsschatz aus dem ich schöpfen kann. Aus einem leeren Brunnen werd ich auch kein Wasser bekommen.

Selbstverständlich ist die Politik gefordert, ein grundlegendes Reformpaket in Sachen Bildung und Förderung auf den Weg zu bringen. Doch das wird auf jeden Fall dauern. Und es ist die Frage, ob wir uns das wirklich leisten können, noch lange zu warten und die Dinge hinzunehmen.

Was können wir tun? Wie wäre es denn, sich mit dem Gedanken zu befassen, sich ehrenamtlich zu engagieren? Sich nach Möglichkeiten umzusehen, wie Unterstützung geleistet werden kann. Ob man sich dazu einen kirchlichen Organisation anschließt oder caritativen Einrichtungen, in der Schule der Kinder engagiert oder ähnliches bleibt als Möglichkeit jedem selbst überlassen. Doch überlegen Sie doch einfach mal, was Sie geben könnten um Wissen zu vermitteln.

Wie wäre es mit

  • Unterstützung beim Ausfüllen von amtlichen Formularen
  • einer kostenlosen Beratungsstunde im Monat von Versicherungsberatern oder Leuten sich eben gut mit dieser Materie auskennen
  • klassische Nachhilfe zu geben
  • sich in der Schuldnerberatung zu engagieren, wenn das Ihr Fachgebiet ist
  • als Mentorin jemanden für einen gewissen Zeitraum zu begleiten, wenn Sie z. B. als Coach arbeiten (Ich persönlich habe das immer sehr gern “gegeben” denn es hat meiner Arbeit unabhängig von Entlohnung Sinn verliehen)
  • Informationen zu Gesundheitsthemen weiterzugeben z.B. schon für die Eltern von Kindergartenkindern, damit auch hier der Zugang zu alternativen Methoden möglich wird

Es gibt soviele Möglichkeiten Wissen weiterzugeben und zu vermitteln. Dazu muss man keineswegs LehrerIn sein. Sondern einfach nur den Wunsch haben, jemandem zu zeigen, wie er selbst seinen Brunnen – um das Bild von oben nochmals aufzugreifen – füllen kann.

Mir ist das Thema der Wissensweitergabe ein tiefes Bedürfnis und Anliegen. Und ich hoffe, ich kann Sie mit meinen Zeilen dazu ermuntern, auch selbst aktiv zu werden. Schreiben Sie mir doch Ihre Ideen in einen Kommentar und lassen uns davon profitieren.

TorteJetzt hätte ich ihn doch glatt übersehen, meinen 3. Bloggeburtstag. Vor drei Jahren habe ich die Blogosphäre entdeckt und bin seit dem begeisterte Anhängerin geworden und geblieben.

Wir werden im Herbst dazu eine neue Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem IT-Forum der IHK Niederbayern/Oberpfalz aufsetzen. Und damit Interessierten aus KMUs die Möglichkeit zu bieten, sich zum Thema Web2.0 umfassend zu informieren.

An dieser Stelle auch vielen Dank an alle MitleserInnen und KommentatorInnen. Es ist einfach wunderbar, so schnell und direkt in Kontakt kommen zu können!

Und wem die Beiträge hier in der Wissensagentur so gut gefallen, dass er mir ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchte, dem sei mein Wunschzettel ans Herz gelegt :-)

[inspic=40]

Nach der unglaublichen Resonanz auf den Vortrag und den nachfolgenden Workshop Präsentieren á la Hollywood im Dezember und Januar wurde ein weiterer Termin im März durchgeführt.

Da das Interesse immer noch sehr groß an diesem Thema ist, gibt es jetzt kurzfristig einen weiteren Workshop im Juni. Es gibt noch ein paar freie Plätze und ich freu mich natürlich sehr über die große Resonanz.

Nochmal zusammengefasst um was geht:

Eine erfolgreiche Präsentation ist immer wie ein guter Film.

Wenn eine Präsentation ansteht, bricht inzwischen oft kollektives Gähnen aus. Der gut gemeinte PowerPoint-Vortrag verkommt zum Fernsehersatz und langweilt weit häufig mehr, als er informiert.

In der Vorbereitung steckt meistens jede Menge Arbeit und die Frustration durch nicht erreichte Ziele ist hoch. Was können Sie tun?

Wie wäre es denn, wenn Ihnen zukünftig Ihre ZuhörerInnen aufmerksam folgen, interessiert nachfragen und Sie Ihre Ziele erreichen?

  • Nutzen Sie mit der Methode des Storyboardings eine Technik aus der Filmbranche.
  • Bauen Sie einen Spannungsbogen auf, um die gewünschten Ziele zu erreichen.
  • Entwickeln Sie eine Story die passgenau auf die Zielgruppe zugeschnitten ist.
  • Setzen Sie Powerpoint als Medium ein, um Ihre Story zu transportieren.
  • Das Handout für die ZuhörerInnen entwickelt sich automatisch durch die Vorbereitung.

Für wen ist diese Workshopreihe gedacht:

  • für alle, die immer wieder Präsentationen zu verschiedensten Themen halten (sollen)
  • für alle, die neue Techniken im Umgang mit PowerPoint nutzen möchten
  • für alle, die durch einen interessant aufbereiteten Inhalt Ihre ZuhörerInnen fesseln und Ihre Ziele erreichen möchten

Wie läuft der Workshop ab:

Im ersten Workshoptag werden konkrete Präsentationsthemen der TeilnehmerInnen in ein Drehbuch umgesetzt. Sie lernen dabei alle nötigen Strategien kennen.

Am zweiten Workshoptag wird aus den Drehbüchern ein Storyboard entwickelt und mit Hilfe von Powerpoint dargestellt. Die entstandenen Präsentationen werden Ihnen virtuell zur Verfügung gestellt.

Wann finden die Workshops statt:

11.06.2008 Drehbuch – Systematisch eine Story aufbauen
18.06.2008 Storyboard – Umsetzung in PowerPoint

Uhrzeit: Die Workshops finden jeweils von 18 – 21 Uhr im EDUtainmentcenter der Hacker Feinmechanik in Offenberg statt. Hier finden Sie eine Anfahrtsskizze.

Investition:
159,00 € zzgl. MWSt.

Für mich ist diese Methode auch deshalb so praktisch, da sie für jede Art von Vortrag, Gespräch, Präsentation u.ä. verwendet werden kann. PowerPoint ist nur eines der Medien die Sie damit nutzen können.

Das Anmeldeformular finden Sie hier. Ich persönlich freu mich schon sehr auf den Workshop und bin schon gespannt wieviele wunderbare Ideen sich wieder bei den TeilnehmerInnen ergeben werden. Vielleicht sehen wir uns ja!

tenzin_gyatzo_foto_5.jpgÜber 100 Ecken, wie das halt beim Blog-Hopping :-) so ist, bin ich auf Schweizweit gestoßen. Und dort habe ich den Hinweis auf das Buch Führen, Gestalten, Bewegen des Dalai Lama gefunden.

In diesem Buch geht es um die Sichtweise des Buddhismus zum Thema Gewinne machen, Unternehmen führen, Globalisierung und einiges mehr. Mich hat das Zitat aus dem Buch sehr zum Nachdenken angeregt und möchte es Ihnen quasi als vorgezogenes “Wort zum Sonntag” mitgeben (Hevorhebungen sind von mir):

Bildquelle: Wikipedia

Die buddhistische Tradition nimmt eine eindeutige Haltung zum Gewinn ein. Gewinn ist ein ehrenwertes Ziel, solange er mit ehrlichen Mitteln erreicht wird. Die Aussage, dass die Aufgabe eines Unternehmens darin besteht, Gewinn zu erzielen, ist ungefähr genauso sinnvoll wie die Aussage, dass die Aufgabe eines Menschen darin besteht zu essen oder zu atmen. Wenn ein Unternehmen Verlust macht, stirbt es, genau wie ein Mensch, der nichts mehr isst. Das bedeutet aber nicht, dass der Sinn des Lebens aus Essen besteht.

Ich fände es sinnvoll, wenn Unternehmen ihre Aufgabe als “Gewinnung und Befriedigung von Kunden” definierten und auf dem Weg dorthin verantwortlich handelten, statt sich auf die Maximierung des Aktionärsvermögens zu beschränken. Zu verantwortlichem Handeln gehört auch, einen gesunden Gewinn zu erzielen und zufrieden stellende Zuwächse des Aktionärsvermögens zu erwirtschaften. Wird der Gewinn dagegen zum wichtigsten Ziel, können Verhältnisse entstehen, die zu Gesetzesbruch führen und vielen Menschen unnötiges Leid verursachen.

Natürlich wollen Mitarbeiter nicht für ein Unternehmen arbeiten, das rote Zahlen schreibt, denn dies stellt eine Gefahr für ihre Arbeitsplätze dar. Doch sie wollen für ein Unternehmen arbeiten, auf das sie stolz sein können, ein Unternehmen, das einen guten Ruf als Hersteller von qualitativ hochwertigen und nützlichen Produkten beziehungsweise Dienstleistungen geniesst. Umso wichtiger ist es, die Rolle des Unternehmens in positiver und motivierender Weise zu definieren.

Weiterlesen bei Schweizweit zum Thema können Sie hier. Und zum Buch des Dalai Lama geht’s hier. In diesem Sinne ein nachdenkliches Wochenende.

berwis_fuellfederhalter_252527.jpgHaben Sie den Film “Das Beste kommt zum Schluss” gesehen? Mit Jack Nicholson und Morgan Freeman? Nein? Dann sollten Sie das unbedingt nachholen.

Ein dichtes Portrait von zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten und durch eine Diagnose, die beide gleichermaßen trifft, verbunden werden. Sie haben beide Krebs und Ihnen bleiben noch sechs Monate, mit Glück ein Jahr.

Bildquelle: berwis/pixelio.de

Es ist ganz erstaunlich wieviel Leben trotz diesem schweren Thema in den Film einzieht. Die beiden machen sich zu zweit auf die Reise. Finden durch ihr bevorstehendes Ende ins Leben zurück. Und all das wird möglich durch die “Löffel-Liste” (Bucket List).

Diese Liste beginnt Carter (Morgan Freeman) zu schreiben an, als er im Krankenhaus im gleichen Zimmer mit Edward (Jack Nicholson) liegt. Und sie soll all das aufnehmen, was er noch erleben möchte, bevor er “den Löffel abgibt”. Er setzt solche Dinge darauf wie “lachen, bis ich weinen muss” oder “etwas majestätisches sehen”.

Als er jedoch seine Diagnose erfährt, wirft er die angefangene Liste weg. Edward findet sie und ergänzt sie durch weitaus prosaischere Dinge wie Fallschirmspringen u.ä. Die Entscheidung sich auf all das einzulassen und diese Liste zu leben, fällt unter dem Aspekt “wenn nicht jetzt, dann nie mehr, denn ein später gibt es nicht“.

Vielleicht ahnen Sie schon auf was ich hinaus will und denken möglicherweise ‘jaja, kenn ich schon, ich soll jetzt auch so eine Liste schreiben blablabla….’

Und wissen Sie was, Sie haben damit vollkommen recht, falls Sie so etwas im Kopf haben sollten. Sogar auf zweierlei Art recht, denn ich möchte sie tatsächlich dazu einladen, Ihre ganz persönliche Löffel-Liste zu schreiben. Und Sie haben recht, dass es keinen Sinn macht, wenn man sich nicht dazu entscheidet, sich wirklich darauf einzulassen.

Doch mal ganz ehrlich, was ist schon dabei? Schenken Sie doch sich selbst die nächsten Minuten und denken mit Block und Stift über Ihre Löffel-Liste nach:

  • Was möchten Sie noch sehen von der Welt?
  • Welchen Traum schieben Sie schon soo lange vor sich her?
  • Welche Verrücktheiten wollten Sie immer schon mal machen?
  • Welche Sportart möchten Sie gern ausprobieren?
  • Welcher Nervenkitzel würde Sie lebendig fühlen lassen?
  • Was haben Sie Ihren liebsten Menschen nicht gesagt, obwohl Sie das schon lange tun wollten?
  • Wie können Sie Freude verbreiten?
  • Welche Geschenke möchten Sie sich selbst noch machen?
  • Bei wem möchten Sie sich bedanken?
  • Welches Naturerlebnis würde Sie innerlich still werden lassen?
  • Was würden Sie bereuen, wenn Sie es nicht machen würden?
  • Welches Essen möchten Sie noch kosten?
  • Welche Musik live hören?
  • Was möchten Sie noch lernen?
  • Welche Sprachen möchten Sie gern sprechen?
  • Welches Handwerk erlernen?
  • Welchen Tanz einüben?
  • Welche künstlerische Richtung möchten Sie ausprobieren?
  • Welches Auto (probe-)fahren?
  • Welche Bücher lesen?
  • Was wäre für Sie “etwas majestätisches sehen“?

Ergänzen Sie die Liste nach Belieben und fangen Sie all Ihre Gedanken dazu auf. Die Löffel-Liste ist eine wunderbare Möglichkeit wieder mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Und damit im Jetzt zu leben.

Wenn Sie tatsächlich Ihre Liste angefangen haben, werden Sie den Zug spüren sie zu verwirklichen. Schritt um Schritt. Damit gestalten Sie aktiv Ihr Leben und leben MIT sich und nicht neben sich her.

Machen Sie einfach ohne lang darüber nachzudenken den Anfang. Schreiben Sie Ihre Löffel-Liste. Hier können Sie die Fragen zum Mitnehmen downloaden. Und als Inspiration sei Ihnen der Film “Das Beste kommt zum Schluss” nochmals ans Herz gelegt.

Es geistern ja inzwischen viele, viele Blogrankings durch’s Web. Einen neue Weg der Auswertung geht die Metaroll. Ein Auszug aus den FAQ:

Dies ist eine experimentelle Auswertung von Blogrolls. Dieser Versuch zielt vor allem darauf, eine Art “entschleunigte” Topliste zu generieren, die sehr viel geringer konjunkturabhängig ist als die Auswertung von einzelnen Blogbeiträgen (Technorati) oder gar von Blogbesuchen (blogscout). Blogrolls bleiben lange Zeit unverändert und die Hürde, ein Blog in seine Blogroll aufzunehmen ist wohl deutlich größer als mal schnell einen interessanten Beitrag zu verlinken. Ein weiterer netter Nebeneffekt ist, dass man hier nicht sein eigenes Blog in Hoffnung auf gute Platzierung (inklusive dem ganzen Authority-Optimierungsstrategien) einträgt, sondern seine Empfehlungen in Gestalt seiner Blogroll weitergibt.

Und um jetzt die Kurve zu meinem Beitragstitel zu bekommen: Es gibt Tagclouds der 25 dynamischten (schreibt man das wirklich so…?) Job-, Karriere- und Produktivitätsblogs. Dazu gehört auch die WissensAgentur. Freut mich natürlich sehr!

tagcloud.GIF

Zum Blog der Metaroll und weiteren Sammlungen von dynamischen Blogs geht’s hier.

j0386638.jpgÜber diesen Begriff bin heute gestolpert und hängengeblieben. Wohlhabend. Wohl haben.

Lässt sich “wohl” haben? Ist das nicht eher ein Gefühl? Das ist wirklich interessant. Ließe sich dann sagen, wer wohlhabend ist fühlt sich auch wohl? Oder ist es einfach nur eine Entsprechung von reich?

Welche gefühlte Qualität haben diese beiden Wörter für Sie?

Also ich für meinen Teil empfinde reich eher als kühl und wohlhabend eher als angenehm warm. Mit jemandem der wohlhabend ist, bringe ich auch eine wohl-wollende Geisteshaltung in Verbindung. Wie z. B. jemand der als Mäzen künstlerische Arbeit unterstützt oder als Initiator Stiftungen gründet.

Mit jemandem der reich ist bringe ich Dinge und Statussymbole in Verbindung. Und damit Besitzdenken und Fokussierung auf materielle Güter, Ansehen und ein bestimmtes Image.

Unter diesem Blickwinkel ist es für mich persönlich also erstrebenswerter wohlhabend zu sein als reich. Selbstverständlich ist das eben meine ganz persönliche Empfindung.

Worauf ich mit diesem Vergleich hinaus will, ist die Tatsache, dass Wörter für uns über die “duden’sche” Bedeutung hinaus eine ganz persönliche Qualität haben. Und diese beeinflusst uns weit mehr als wir denken.

Dieses plakative Beispiel mit wohlhabend/reich habe ich auch deswegen gewählt, weil es ein Anliegen vieler Menschen ist reich zu sein. Und doch scheint es nicht so einfach zu verwirklichen. Mal ganz abgesehen von äußeren Umständen, inneren Programmen u. ä. kann Ihnen eine aufmerksame Wahrnehmung Ihrer Empfindungen beim Nutzen bestimmter Wörter interessante Aufschlüsse geben. Sinn macht das vor allem dann, wenn Sie eine gewisse emotionale Intensität feststellen.

Und wenn nun jemand den Begriff “reich” in seiner gefühlten Qualität eher als unangenehm empfindet, ist dies ein weiterer Grund reich zu sein/zu werden tunlichst zu vermeiden. Denn wer strebt es schon an, sich unangenehm fühlen.

Probieren Sie es doch mit unseren Beispielwörtern selbst einmal aus und achten auf die ersten spontanen Emfindungen. Sie können Gegensatzpaare als Hilfestellung verwenden wie kalt/warm, dunkel/hell, weich/kratzig, schwer/leicht usw.

  • Wie fühlt sich “reich” für Sie an?
  • Und wie fühlt sich “wohlhabend” für Sie an?

Machen Sie sich ein paar kurze Notizen dazu, das kann sehr aufschlussreich sein.

Wie wär’s mit noch einem Wortpaar?

  • Wie fühlt sich Disziplin für Sie an?
  • Und wie steht’s mit Durchhaltevermögen?

Auch das ist ein Begriffpaar, das etwas sehr ähnliches beschreibt.

Wenn Sie nun auf diese spielerische Art Ihre Sprache und Wortwahl wahrnehmen, könnte es sein, dass Sie im übergeordneten Sinn eine Ahnung davon bekommen, welche Gefühle Sie sich selbst hauptsächlich verschaffen.

Was denken Sie? Welches Verhältnis wird sich bei Ihnen dabei ergeben? Eher in eine angenehme oder eine unangenehme Richtung? Schätzen Sie doch mal spontan das Verhältnis in %. (Diese spontanen Aussagen sind überaus interessant und spiegeln sehr häufig Ihre persönliche Realität.)

Sollten Sie bei 50/50 gelandet sein, so ist das doch schon mal ausbaufähig. Und wer den unangenehmen Bereich höher bewertet hat wie den angenehmen sollte sich darüber Gedanken machen, ob ihm denn das gefällt. Falls nicht, sollten Sie zusätzlich darauf achten, welche wortgewaltige Negativität von außen auf Sie einströmt, allein nur durch Zeitung, Fernsehen und Internet.

Sie dürfen eines nicht vergessen: Sobald der Mensch lesen gelernt hat, ist er nicht mehr in der Lage “nicht” zu lesen. Und das bedeutet damit, dass alle Katastrophenmeldungen die Ihnen als Text begegnen, alle Unglücke, Horrorszenarien der Wirtschaft usw. von Ihnen aufgenommen werden. Ob Sie nun wollen oder nicht. Denn Sie können nicht “nichtlesen”. Und das fördert das Wohlbefinden im seltensten Maße.

In so einem Fall kann ich Ihnen nur dringend eine Mediendiät empfehlen. Lesen Sie mal zwei Wochen keine Zeitung und sehen und hören keine Nachrichten an.

Falls Sie sich Sorgen machen etwas wichtiges zu verpassen, kann ich Sie beruhigen. Ich z.B. lese seit über 10 Jahren keine Zeitung mehr und höre und sehe mir keine Nachrichten mehr an. Und ich kann Ihnen aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass ich deswegen keineswegs uninformierter bin. Im Gegenteil es bleibt mehr Zeit für die gezielte Informationsaufnahme. Und das was soo wichtig ist, bekommen Sie sowieso mit. In Gesprächen in der Familie, mit Freunden und Kollegen.

Um den Kreis zu schließen als Resümee:

Worte haben für uns eine gefühlte Qualität und lösen etwas in uns aus. Das ist oft für jeden Menschen etwas anderes. Und um uns selbst mehr inneres Wohlbefinden zu verschaffen, lohnt es sich die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu erhöhen wenn wir mit Sprache umgehen.

Wer dazu gern etwas praktische Hilfe hätte, dem seien die Werke von Mechthild Scheurl-Defersdorf empfohlen. Sie hat das energetische Sprachtraining entwickelt, das sich mit der oft übersehenen Bedeutung und Wirkung von Worten beschäftigt. Hier finden Sie das ganze als wunderschön gestaltetes Kartenset.

Und wie immer freue ich mich auf Ihre Anmerkungen und Kommentare zum Thema.