Cool bleiben im Büro – Ein Interview für active woman

In der neuesten Ausgabe September 2012 von active woman ist ein kleines Interview mit mir enthalten.

Andrea Potzler hatte mich zum Thema “verschiedene Bürotypen und wie man am besten mit ihnen umgeht” befragt.

Wir haben uns darüber unterhalten, wie man denn selbst ein angenehmer Kollege/Kollegin sein kann, denn das ist für mich die Grundvoraussetzung für einen harmonischen Umgang.

Und das hat nun keineswegs als erstes die Bedeutung, es allen anderen recht zu machen, im Gegenteil, nur wenn ich selbst ausgeglichen und in einem guten Kontakt mit mir bin, werde ich mit anderen angemessen umgehen können.

Dazu gehört auch die eigenen Grenzen zu wahren, wenn sie permanent von anderen überschritten werden. Abgerundet wird der Artikel durch eine – mit Augenzwinkern zu lesende – Auflistung der verschiedensten Bürotypen, die einem in der Flora und Fauna des Arbeitsalltags so begegnen können.

active woman hat mir dankenswerter Weise den gesamten Artikel als pdf zur Verfügung gestellt. Wenn Sie mögen, können Sie das Interview und die Bürotypen in Ruhe nachlesen.

Welche davon sind Ihnen denn bereits untergekommen?

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Die Würde des Menschen ist unantastbar

In einer Psychologie Heute ist ein Essay über Würde enthalten. Ein in unserer Zeit eher altertümliches Wort, das nur noch selten in den Mund genommen wird. Sehr schade, wie ich finde. Denn wollen wir nicht alle würdig behandelt werden? Mit Respekt, Achtung und Anerkenntnis? Und braucht es dafür im Gegenzug nicht auch von uns ein würdiges Verhalten?

Was ist denn Würde überhaupt? In unserem Grundgesetz ist im 1. Artikel der Satz verankert: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Sie scheint also etwas zu sein, dass jeder Mensch hat. Oder hat der eine weniger als der andere? Gestehen wir allen Menschen den gleichen Anteil an Würde zu oder sind manche würdiger als andere?

Eine Definition dafür zu finden, scheint schwierig zu sein. Es ist wahrscheinlich umgekehrt einfacher zu erkennen, wann eine Lebenssituation unwürdig ist und wann einem menschliches Dasein Würde fehlt. Die Frage ist dann, schauen wir hin oder möchten wir lieber nicht damit konfrontiert werden?

Arbeitslosigkeit scheint beispielsweise manches Mal ein Zustand zu sein, der ansteckend wirken könnte und dem man sich lieber nicht zu sehr in der Nähe aussetzen sollte. Traurigerweise ist das, was für jemanden in dieser Situation am wichtigsten wäre – ein soziales Unterstützungsnetz – immer öfter das, was als erstes auseinanderbricht.

Viele Menschen bleiben aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust in unwürdigen Arbeitssituationen und riskieren lieber krank zu werden, als möglicherweise auf die Abschussliste zu geraten. Die innere Anspannung die dadurch permanent verursacht wird, wirkt sich körperlich ebenso aus wie psychisch. Dadurch lässt die geistige Leistungsfähigkeit nach und es passieren unter Anspannung signifikant mehr Fehler und es werden mehr Fehlentscheidungen getroffen. All das führt zur einer Spirale, an deren Ende immer häufiger der seelische und körperliche Bankrott steht.

Innere Würde zu haben, heißt für mich daher auch, gut für mich zu sorgen. Denn Würde hat in meinem Verständnis einen untrennbaren Zusammenhang mit dem Wert eines Menschen. Dieser bemisst sich nicht nach Leistung, wie in unserer Zeit fälschlicherweise angenommen wird. Auch nicht nach dem richtigen Outfit, dem richtigen Job, den richtigen Leuten oder dem richtigen Wissen. Nein, des Menschen Wert ist nicht in Zahlen bezifferbar. Unser Wert hat nichts mit “richtig” zu tun, sondern mit unserem Dasein. Oder würden Sie dem einen Kind, das auf die Welt kommt einen Wert geben und dem anderen nicht?

Wie wertvoll sich selbst jemand einschätzt, ist oft daran erkennbar, was sich jemand alles gefallen und mit sich machen lässt. Doch wo ist die Grenze? Wann ist genug genug? Wann ist der Preis zu hoch? Und wieso schaffen es Menschen immer weniger, die innere Würde nach außen zu tragen und Einhalt zu gebieten?

Die Angst mit dem Job auch die komplette Lebensgrundlage zu verlieren, führt dazu, dass diese Grenze, wann genug genug ist immer weiter hinaus geschoben wird. Nach außen sichtbar bleibt, dass die Arbeit ja gemacht wird, dass es ja geht, dass es also gar nicht so schlimm sein kann. Die Latte wird dadurch unmerklich und stetig immer höher gelegt. Das Ende ist jedoch klar und absehbar. Es gibt kein ewiges höher, schneller, weiter.

Menschen, die den Glauben an sich selbst verlieren, verlieren damit auch das Gefühl einen Wert zu besitzen und treten ihre Würde noch gleich mit in die Tonne. Wo lässt sich hier gegensteuern?

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es eine Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Sollte daher nicht jeder und jede, der/die mit Menschen zu tun hat und für MitarbeiterInnen verantwortlich zeichnet auch die Würde des einzelnen im Blick haben?

Dazu ein Sprung nach Asien: Auch wenn Japan ein Land ist, dass durch Karoshi, den Tod aus Überarbeitung, traurige Berühmtheit erlangt hat, gibt es doch vieles in der dortigen Arbeitswelt was einen näheren Blick lohnt: In vielen traditionsreichen japanischen Unternehmen ist es immer noch verpflichtend, dass Manager eine Woche im Jahr an Arbeitsplätzen in der Produktion mitarbeiten, Maschinen reinigen und andere “niedere Dienste” machen.

Durch dieses wirkliche Mitarbeiten kann ursprünglich erfahren werden, wie es denn um die Arbeitsbedingungen tatsächlich bestellt ist. Beim mal schnell Durchlaufen durch den Betrieb ist das naturgemäß unmöglich feststellbar, geschweige denn erlebbar. Im Kaizen nennt man das auch Gemba (der Ort des Geschehens). Die erste Regel lautet immer, verschaff dir als Verantwortlicher selbst einen Eindruck und geh wirklich an den Ort des Geschehens. Wie können Sie sonst wirklich wissen, wie es ist, z.B. im Schichtdienst im Call-Center zu arbeiten, ständiger Lärmbelastung ausgesetzt zu sein, unendlich unverschämte Kunden am Telefon beschwichtigen zu müssen und und und.

Ein radikaler Ansatz, für den in unserer Arbeitssituation kein Platz ist? Das glaube ich nicht, sondern halte dagegen: Wie wäre es denn wenn die Zeit, die in Besprechungen ohne wirkliches Ergebnis abgesessen wird, dafür genutzt wird? Man neigt oft reflexhaft dazu, Neuerungen und radikale Ideen zunächst abzulehnen, weil sie einem fremd erscheinen. Doch bei näherem Überlegen, ließe sich das alles durchaus bewerkstelligen.

Um noch einen anderen Anreiz zu geben: Die Forschung zeigt immer wieder, dass zufriedene MitarbeiterInnen, die in Würde arbeiten können, loyaler sind, weniger krank, mehr messbare Leistung erzielen und sich für die Firma einsetzen. Und sollte das auch der einzige Beweggrund sein, etwas wirklich anzusehen und zu verändern, soll es mir recht sein, denn das Ergebnis wird allen zu gute kommen.

Vielleicht mögen Sie mal darüber nachdenken, wie es um die Würde an Ihren Arbeitsplätzen bestellt ist. Und ein Modell, das mir in dem Zusammenhang ebenfalls sehr am Herzen liegt, ist das bedingungslose Grundeinkommen, dass das Geldverdienenmüssen und die Würde des Menschen entkoppelt. Hier finden Sie einen sehr sehenswerten Film dazu.

Gern lese ich Ihre Gedanken zu diesem Thema und freue mich auf Ihre Kommentare.

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Einladung zum Treffen des Passauer XING-Netzwerkes

Es ist wieder soweit! Unser nächstes Treffen des Passauer XING-Netzwerkes steht vor der Tür. Diesmal ganz im Zeichen von Kunst und Kultur und das für alle Sinne:

Wir werden am 24. September 2008 einen Wein-Lese-Abend veranstalten und laden dazu ganz herzlich ein.

Hier zunächst die Eckdaten:

WANN: Mittwoch, 24. September 2008 um 18 Uhr
WO: im wunderschönen Minihof in Schalding bei Melanie Frankenberger und Elfi Fuchs

PROGRAMM:

18:00 Uhr Begrüßung und Come-Together

18:30 Uhr kleine Weinverkostung von Winzer Krems
Dazu gibt es wieder ein kleines Catering und natürlich auch nichtalkoholische Getränke

19:00 Uhr Lesung von Birgit Bauer
Sie liest aus ihrem aktuellen Lyrikprogramm “Lyrik & Kunst – Herzenslinien“. Die Autorin hat gemeinsam mit der Münchner Künstlerin Angelika Bungert-Stüttgen Lyrik mit Kunst verschmolzen.

Es entstanden ein Set gefühlvoller Karten, die bewegen, zum Nachdenken anregen und manchmal unter die Haut gehen. Erleben Sie Wellness für die Seele….wenn Birgit Bauer Herzenslinien knüpft!

Ab 19:30 Uhr
Zeit für Gespräche, Stöbern im Minihof und einfach einen entspannten Abend zu verbringen.

Für das Catering und die Getränke bitten wir wieder um eine kleine Beteiligung von 4,00 € und wer möchte kann sich natürlich auch gleich mit dem passenden Wein eindecken.

Damit wir gut planen können, bitten wir darum, sich nur dann fest einzutragen, wenn der Termin auch wirklich wahrgenommen werden kann. Vielen herzlichen Dank schon jetzt dafür. Anmeldungen entweder direkt über XING oder per eMail an die WissensAgentur.

Gäste sind uns wie immer ganz herzlich willkommen und bitte gern diese Einladung weitergeben. Hier zu finden.

Wir freuen uns schon sehr auf den Abend, auf interessante Gespräche, leckeres Essen und Wein und auf die Texte von Birgit Bauer.

Vielleicht sehen wir uns ja. Darüber würde ich mich sehr freuen!

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Sie lassen sich leicht ablenken? Dann kann es gut sein, dass Ihre Aufgabe zu anspruchslos ist….

buroklammern.jpgGegen das Multitasking wird ja inzwischen allerorts gewettert. Es bringt uns dazu weniger leistungsfähig zu sein, mehr Fehler zu machen, den inneren Stress signifikant zu erhöhen usw.

Gut, das hab ich soweit verstanden. Über was ich mir allerdings schon länger Gedanken mache, ist, WIESO versuchen wir eigentlich alles gleichzeitig zu machen? Ist es wirklich der Grund, weil wir zuviel zu tun haben? Ist also die Menge an Arbeit ausschlaggebend für unseren ständigen Kampf mit zuviel Aufgaben auf einmal?

Multitasking tritt ja vor allem dann auf, wenn wir nicht konzentriert an einer Sache dranbleiben (wollen…). Und das mit dem Wollen hängt auch am Gefühl, das beim Abarbeiten damit verbunden ist. Dadurch kann’s durchaus schon mal sein, dass was anderes interessanter ist und schwups hüpfen wir gedanklich zur nächsten Blume … ähm Aufgabe.

Eine Studie vom Attention Lab des University College London bringt einen wichtigen Gedanken dazu mit ins Spiel. Und dabei fange ich gleich mal mit dem leicht provokativem Fazit der Studienleiterin Nilli Lavie an:

“Ergebnis: Je schwieriger die Wörter, umso weniger ließen die Probanden sich ablenken.

Das Fazit der Studienleiterin Nilli Lavie sollten ineffiziente Multitasker verinnerlichen: »Wenn man sich leicht ablenken lässt, sollte man die Aufgabe anspruchsvoller machen.«

Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie in der Zeit. Was bedeutet das nun für unser täglich Brot? Weniger werden die Aufgaben ja erst mal nicht werden, soviel ist sicher. Das ermüdende an der Fülle ist jedoch auch ihre Gleichförmigkeit, stupide Routine und Langeweile.

Denn wenn wir geistig nicht gefordert werden, bringt die Arbeit uns auch keine Energie. Und damit schließt sich der Kreis: Wer sich leicht ablenken lässt, sollte seine Aufgaben auf Anspruch überprüfen.

Dazu können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Was würde denn passieren, wenn diese Aufgabe nicht erledigt würde? Sprich, ist sie wirklich in dieser Form sinnvoll und wichtig?
    .
  • Wenn Sie wirklich durchzuführen ist, dann ist die nächste Frage, ob sie sich nicht auf einem effizienteren Weg erledigen lässt. Sprich, welche Möglichkeiten gibt es sie auf andere Art schneller zu schaffen? Was kann ich weglassen?
    .
  • Ist diese Aufgaben überhaupt richtig bei Ihnen zugeordnet? Oder gehört sie möglicherweise in einen ganz anderen Bereich hinein bzw. andere Hierarchie?

Mit diesen Fragen können Sie Ihr tägliches Feld unter die Lupe nehmen und beginnen auszusondern. Denn meistens werden viele Abläufe einmal eingeführt und ewig durchgezogen.

Das ist die eine Seite der Medaille, alles was zu erledigen ist, mal wieder in Frage zu stellen um den Sinn dahinter zu prüfen. Die andere Seite ist die Geschichte mit dem Anspruch. Auf neudeutsch sagt man auch “Anreicherung“. Welche Möglichkeiten haben Sie um das was Sie gerade zu erledigen haben, anzureichern? Und damit auch mehr Konzentration zu erzeugen?

Wenn’s jetzt nicht gerade um heikle Themen geht, können Sie z. B.

  • Die Zeitkomponente mit hinein bringen. Nicht um noch mehr Druck zu erzeugen, sondern um Wege zu finden, diesen Job in einer bestimmten Zeit zu erledigen. Damit verlassen Sie auch das Perfektionsdenken und kommen eher zu einem “gut erledigt”-Denken.
    .
  • Eine weitere Methode ist zu überlegen, welche Aufgaben sich zusammenfassen lassen. Vielleicht auch mit einer anderen Struktur verknüpfen werden können. Lassen sich möglicherweise auch neue Tools wie Wikis oder ähnliches einsetzen.

Ein generell wichtiger Aspekt betrifft interne Abläufe, vor allem was den Informationsfluss betrifft. Die Aufgaben die zu erledigen sind, machen wir ja häufig für Kollegen oder den Chef. Und wenn wir den Sinn einer Aufgabe, die uns übertragen wurde, überhaupt nicht erkennen können, dann haben wir doch nicht wirklich Lust sie zu erledigen, oder?
Wie wäre es denn, wenn Sie bei solchen Punkten mal nachhaken und gemeinsam mit Kollege oder Chef überlegen, ob, zum einen die Aufgabe tatsächlich noch sinnvoll ist und zum anderen mit welchem Zweck sie überhaupt ihre Berechtigung hat.

Tatsache ist, dass wir zwar in einer Informationsflut ertrinken, jedoch das für uns relevante Wissen nicht bekommen. Und dann wird es auch für Mitarbeiter schwierig zu erkennen, wieso beispielsweise dieser Bericht denn nun wirklich sooo wichtig ist. Deshalb fragen Sie nach und lassen Sie sich Zusammenhänge erklären, wenn sie sich nicht von selbst zeigen.

Denn je mehr Sie über das “große Bildwissen, in das ihre Detailaufgabe eingebettet ist, umso eher werden Sie sich dafür auch interessieren. Und wer mehr Interesse hat, arbeitet automatisch konzentrierter. Das lässt sich nun mal nicht voneinander trennen.

Welche Möglichkeiten verwenden Sie um Ihre Aufgaben “anzureichern”? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Anregungen.

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