Social Media im Handwerk – Wie fängt man das am besten an?

Handwerk und Social Media. Da prallen im ersten Moment Tradition und moderne Welt aufeinander. Dass es ohne Webseite inzwischen nicht mehr geht und Anfragen per eMail reinkommen, daran hat man sich ja schon gewöhnt.

Doch braucht ein Handwerksbetrieb wirklich eine Fanseite bei facebook? Macht es für einen regionalen Betrieb Sinn sich in diesen sozialen Netzen zu engagieren, wer sollte das machen und was soll ich da schreiben? Liest das überhaupt jemand oder ist das nicht Zeitverschwendung?

Mit all diesen Fragen wurde ich in Vorträgen immer wieder konfrontiert. Was tun?

Wie wäre es, wenn sich aus diesen Einzelteilen eine fruchtbare Verbindung schaffen ließe?

Eine Verbindung schaffen, die das beste aus beiden Welten miteinander kombiniert. Genau diesen Gedanken hatten auch die Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH). Mit viel Engagement und tatkräftiger Unterstützung der VHS Business in Landshut wurde aus der Idee „sowas wie eine Schule für dieses Internetzeug“ der Lehrgang „Social Media Marketing für Frauen„.

Der ungeheuren Fleißarbeit von Karin Stieg, der Projektleitung VHS Business, und ihrer Assistentin Verena Zellner ist es zu verdanken, dass für dieses Projekt eine EU-Förderung zustande kam. Dieser spezielle Topf fördert besonders Frauen im Beruf und übernimmt einen Teil der Lehrgangskosten.

Mit einem von mir entwickelten Konzept, technischer Unterstützung von meinem Webmaster Martin Unverdorben und der Marketingfachfrau Birgit John für den Unterrichtsteil des klassischen Marketings, sind wir Anfang März gestartet.

16 Frauen aus verschiedensten Betrieben (Elektro, Sanitär, Holzbau, Bäckerei, Schreibwaren, Motorrad, Zahnarztpraxis und einige mehr) saßen voller Erwartung im EDV-Raum vor mir. Und sie hatten keine Ahnung, was da so alles auf sie zukommt 😉

Der zeitliche Ablauf

Im Verlauf von sechs Monaten und insgesamt 10 Präsenz-Unterrichtstagen haben wir uns zunächst mit dem Aufbau eines Konzepts für einen Firmenblog beschäftigt, sind mit einem Mediaplan für die Strategie gestartet und haben uns nach und nach in diesem ganzen Social Media Zirkus umgesehen.

Zwischen den Kurstagen gab es Wochenhausaufgaben, denn ohne stetes Dranbleiben und in den Arbeitsalltag integrieren wird das einfach nix.

Die Damen hatten es nicht leicht mit mir und haben öfter mal über die Fülle an Aufgaben gestöhnt, doch die Ergebnisse sind einfach nur klasse. Es war eine Freude mit ihnen zu arbeiten und diese Unterrichtstage waren für mich die Highlights.

Was unterscheidet unser Konzept von anderen Social Media Lehrgängen?

Nun, da gibt es mehrere Punkte:

  • Zum einen wird bei uns sehr bodenständig alles mit klassischem Marketing verknüpft.
  • Viele der anderen Kurse finden nur online statt und unsere Erfahrung zeigt jedoch ganz klar, wie wichtig dieser eine Tag im Monat ist, an dem man tatsächlich zusammenkommt und sich austauschen kann. Das war ungemein wertvoll für alle.
  • Es ist Raum da, alles in Ruhe auszuprobieren und testen zu können. Wer sich bis dato nicht viel mit den sozialen Medien und Internetpublishing beschäftigt hat, fühlt sich unsicher in dieser Onlinewelt. Und daher muss man das wirklich lernen dürfen. In einem geschützten Rahmen.
  • Außerdem dauert unser Kurs mindestens 6 Monate. Was bedeutet, alle TeilnehmerInnen unterliegen dem sanften Zwang ihre Hausaufgaben zu machen und sich daher über den ganzen Zeitraum regelmäßig mit allen Themen zu beschäftigen.

Das alles führt dazu, dass sich Routinen entwickeln können, die auch nach dem Kurs Bestand haben und sich im Arbeitsalltag integrieren. Dieser Effekt fehlt komplett bei einem Tagesworkshop, einem 3-Tage-Seminar o.ä. Was zur Folge hat, dass die Wenigsten nach Kursende weitermachen. Und das ist für mich nicht der Sinn von Weiterbildung.

Nur was sich verankern lässt, kann auch eine nachhaltige Wirkung entfalten. Da bin ich einfach zu sehr Lehrerin um das aus dem Auge zu verlieren.

Was hat das nun gebracht?

Zunächst ein paar Fakten:

  • Alle Firmen hatten durch den Kurs eine neue Blogseite. Was zudem bedeutet, dass ein Teil der Betriebe dadurch überhaupt mal eine Internetseite bekommen hat.
  • Bis heute wurde insgesamt die unglaubliche Zahl von über 320 Fachartikeln in den Blogs verfasst!! Futter für Suchende und Suchmaschinen.
  • Die Blogs wurden mit WordPress aufgesetzt und dadurch kann alles von den Damen selbst gemacht werden. Texte verfassen, Bilder hochladen, neue Seiten integrieren usw.
  • Es konnten Azubis über die Fanseite gewonnen werden.
  • Zeitungsartikel wurden aus den Blogartikeln generiert.
  • und vieles, vieles mehr.

Dass ein professionelles Bild im Internet immer was mit Imagepflege zu tun hat, ist klar. Was durch die dynamische Form von Blogs dazu kommt ist die Möglichkeit durch Fachwissen eine Expertise aufzubauen. Und das ist allen Betrieben sehr gut gelungen.

Zum Nachhören

Beim Abschluss des Lehrgangs war auch Radio Trausnitz mit dabei und in diesem Beitrag lässt sich gut die Begeisterung der Teilnehmerinnen nachhören (aus mir wurde durch die Redaktion eine Frau Gaßle gemacht, doch es gibt schlimmeres 🙂

Hier sehen Sie alle die bei unserem Kurs dabei waren, inkl. meiner KollegInnen und mir. Die Unternehmerfrauen selbst und ihre Blogs werden in den nächsten Monaten in einer losen Serie hier im Blog vorgestellt. Sie dürfen gespannt sein!

Social Media Marketing Lehrgang für Frauen im Jahr 2013

Nach diesem sensationellen Erfolg wird der Lehrgang ein weiteres Mal im Jahr 2013 aufgelegt. Dazu findet ein Infoabend am 14. November 2012 von 19 – 20:30 Uhr in Landshut statt. In dieser Einladung finden Sie alle Informationen.

Anmeldung bitte direkt in der VHS business unter Tel 0871 92292-231 oder per eMail. Der Kurs richtet sich schwerpunktmäßig an Frauen, was mit der Förderung zusammenhängt.

Beginn ist im Frühjahr 2013 und Kursort ist wieder Landshut. Dadurch dass es einzelne Präsenztage sind, die nicht jede Woche stattfinden, ist das auch mit größeren Entfernungen zu bewältigen.

Wenn das Thema für Sie und Ihren Betrieb interessant ist, seien Sie mit dabei und informieren sich. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Fragen.

War das schon alles?

Nein, das dicke Ende kommt noch 🙂 Denn bei der Abschlussfeier im September haben die Unternehmerfrauen ganz großes Kino abgeliefert und zwei sehr witzige Performances zum ganzen Kurs gezeigt!

Der Oberknaller war die Online-Beichte. Darin wurde aus mir die „Mutter Oberin Alessandra Media Sociala“ Ich hab Tränen gelacht, doch am besten selbst angucken:

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Serie Unternehmerische Aktivitäten im Internet – Teil 2 Content ist King und Queen

Dieser Artikel ist Bestandteil einer kleinen 3teiligen Serie zum Thema „Ihre unternehmerischen Aktivitäten im Netz – was bringt wirklich was und was sollte man lassen?“ die sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigt:

Bildquelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Ist das immer noch gültig? Content is King? Oder zählt das inzwischen zu den veralteten Sprüchen, die keinen wirklichen Hintergrund mehr haben? Um diese Fragen soll es in diesem 2. Teil gehen.

Das emotionale Internet

Im ersten Teil der Serie haben wir über das emotionale Internet nachgedacht und welche Auswirkungen dieser Effekt ganz pragmatisch auf die Verweildauer von Besuchern hat. Was auch bedeutet, wenn der Besucher aufgrund einer grottigen Webseite sich gleich wieder verabschiedet, hat der Inhalt kaum eine Chance wahrgenommen zu werden.

Ausnahme ist hierbei, wenn es zu einem Thema sehr wenige Seiten insgesamt im Netz gibt, die Informationen bieten. Dann bleibt man notgedrungen auch auf Webseiten länger, um zumindest etwas zum grad gewünschten Thema zu erfahren.

Was aber nun nicht heißen soll, naja, dann ist es ja eh mehr oder weniger egal, ob meine Seite „hübsch“ ist oder nicht, weil’s bei mir so speziellen Inhalt gibt, der sonst nirgends zu lesen ist. Das muss und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so bleiben und dann haben Sie den Salat.

Was ist nun guter Content?

Gehen Sie einfach von sich selbst aus. Wenn Sie auf der Suche sind nach Informationen dann möchten Sie mit Sicherheit keine Werbebotschaften lesen, sondern qualitativ hochwertige Hinweise bekommen.

Wir sind inzwischen durch die Infoflut schon genervt genug und hungern nach hilfreichem Wissen. Ist es da nicht ein wahrhafter Segen, wenn wir auf einer Seite landen und uns regelrecht festlesen, weil wir dort genau das finden an Informationen, das uns in unserer Entscheidung unterstützt?

Vergleichen Sie diese Situation wieder mit einem realen Laden. Wenn Sie in ein Fachgeschäft gehen und dort mit einem Verkäufer konfrontiert sind, der sich nicht wirklich auskennt und Ihre Fragen nur eingeschränkt bis gar nicht zufriedenstellend beantworten kann, werden Sie wohl kaum Vertrauen in dieses Geschäft haben.

Unterschiede bei der Entscheidungsfindung bei Männer und Frauen

Übertragen auf’s Internet können wir daraus die gleichen Schlüsse ziehen, denn wir möchten gern Antworten auf unsere Fragen finden, wirkliche Vergleiche anstellen können und die Informationen noch so aufbereitet bekommen, dass wir keinen Doktortitel zum Verstehen brauchen. Das trifft auf Frauen noch mehr zu wie auf Männer. Frauen vergleichen generell mehr und berücksichtigen andere Kriterien wie Männer bei Ihrer Entscheidung.

Wird z.B. ein neuer Fernseher für die Familie angeschafft, werden sich Männer viel mehr auf die technischen Feinheiten konzentrieren, was damit alles möglich ist und welchen Sound das neue Gerät bietet.

Frauen beziehen in ihre Entscheidung mit ein, ob der Flatscreen mit der vorhandenen Wohnzimmereinrichtung harmoniert und wenn Kinder im Haus sind, ob die daran herumspielen könnten usw. Das bedeutet, dass Frauen weitaus mehr Menschen aus ihrem gesamten Beziehungsnetz in ihre Überlegungen einbeziehen als Männer (näheres bitte nachlesen bei Diana Jaffé – Marketing für Adam und Eva)

Berücksichtigen Sie darüber hinaus, dass inzwischen 80% der Kaufentscheidungen von Frauen getroffen werden, kommen Sie schnell zu der Erkenntnis, dass Content nicht nur King ist sondern vor allem Queen. Wo sich Männer mit kargen Fakten begnügen, wollen Frauen mehr erfahren, Beispiele und Erfahrungsberichte lesen.

Was bedeutet das nun für Ihre Webseite?

Banal gesagt, wenn Sie möchten, dass InteressentInnen auf Ihrer Seite verweilen und damit zu potentiellen KundInnen werden, achten Sie darauf, dass Sie wertvollen Inhalt bieten. Und zwar regelmäßig.

Ihre Themen, ob das nun Produkte oder Dienstleistungen sind, von immer anderen Seiten zu beleuchten, keine Werbeplattitüden ablassen, sondern qualitativ hochwertige Hinweise, hilfreiche Tipps und Erfahrungsberichte zu bieten.

Was sollten Sie unterlassen?

  • Werbegequatsche – Bereinigen Sie Ihre Seite von Werbesprüchen. Ich bin mir ganz sicher, dass Sie wissen, was ich meine… Werbung ist der Teil der nervig ist.
  • Heiße Luft – Auch, wenn es zwar wunderschöne Formulierungen sind, jedoch der inhaltliche Gehalt gegen Null geht, sollten Sie den Rotstift ansetzen.
  • Expertenlatein – Ein weiterer Punkt ist die Verständlichkeit. Denken Sie sich in Ihre gewünschten KundInnen hinein. Sind das eher Fachleute oder nicht? Und danach sollten Sie die Texte abstimmen. Es ist schön, wenn Sie wissen, wovon die Rede ist, jedoch jemand anderer nur noch Fragezeichen beim Lesen Ihrer Texte vor sich sieht, ist das nicht besonders zielführend.
  • Kundinnen – Haben Sie mal mit dem „Frauenblick“ auf Ihre Texte geschaut? Gibt es dort außer den nackten Fakten noch mehr zu finden? Erfahrungsberichte, Anwendungstipps und Hinweise rund um das Umfeld?
  • Rechtschreibfähler – Man sagt zwar, wer diese findet, dürfe sie auch gleich behalten. Doch ganz ehrlich, es wirkt nicht gerade seriös und vertrauensbildend, wenn Ihre Seite voll gepflastert ist mit orthographischen Fehlern.
  • Methusalemfalle – Wer bei „Aktuelles“ Themen von vor fünf Monaten stehen hat, ist damit in die Methusalemfalle getappt. Im Internet schätzen wir eine hohe Aktualität an Inhalten und das sollten Sie auch auf Ihrer Webseite berücksichtigen. Schreiben Sie regelmäßig über Ihre Themen und damit ist jetzt nicht nur einmal im Monat gemeint.

All das ist jetzt keine Hexerei, sondern es handelt sich wieder mal um simple Wahrheiten. Die Frage ist, wie so oft bei wichtigen und einfachen Dingen, sind sie berücksichtigt und umgesetzt? Durchgängig?

Sie können damit nur gewinnen und die Zeit die Sie in die Inhalte Ihrer Webseite investieren, wird Früchte tragen. Denn auch google schätzt hochwertigen Content als immer wichtiger ein.

Auf diesem Weg gelangen nun mal die meisten BesucherInnen auf die gewünschten Zielseiten. Schreiben Sie für Mensch und Maschine. Schauen Sie, dass Ihre Texte mindestens 2.000 Zeichen erreichen, damit überhaupt eine gewisse Menge an Informationen transportiert werden kann und haben Sie Spaß dabei. Ja, auch das ist wichtig und das merkt man Ihren Texten an.

In diesem Sinne ran an die Tasten 🙂

Wie sich nun das Social Media Gedöns am besten einsetzen lässt und was man sich dabei lieber sparen sollte, wird uns abschließend im dritten und letzten Teil der Serie „Ihre unternehmerischen Aktivitäten im Netz – was bringt wirklich was? beschäftigen.

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Serie Unternehmerische Aktivitäten im Internet – Teil 1 Das emotionale Internet

Dieser Artikel ist Bestandteil der 3teiligen Serie zum Thema „Ihre unternehmerischen Aktivitäten im Netz – was bringt wirklich was?“ die sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigen wird:

  • Teil 1 Das emotionale Internet – Wie wir surfen

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

Wer ein Unternehmen hat, weiß, dass zahlende Kunden das sind, was ein Geschäft am Leben hält. Und im besten Fall gesund wachsen lässt. Ohne Aufträge ist Gefahr in Verzug und am Ende kann die Geschäftsaufgabe stehen. Zwischen diesen beiden Polen bewegt man sich im Geschäftsleben.

Das mag jetzt sehr vereinfacht sein, doch genau diese Vereinfachungen schärfen den Blick für’s Wesentliche. Lassen Sie uns einen Schritt weiterdenken:

Wer potentielle Kunden erreichen möchte, kann dazu verschiedenste Wege gehen.

Landläufig werden alle Maßnahmen dazu unter Marketing zusammengefasst. Sie sollen den Bekanntheitsgrad des Unternehmens erhöhen und damit Fremde zu Interessenten und Interessenten zu zahlenden Kunden machen. Das wäre der Plan.

An dieser Stelle schlüpfen wir in die Kundensicht hinein. Und da wir alle Kunden sind, brauchen Sie nur von sich selbst ausgehen. Viel häufiger als es uns bewusst ist, recherchieren wir inzwischen im Internet, bevor wir Dinge und Dienstleistungen kaufen. Wir surfen von Seite zu Seite und entscheiden in Millisekunden, ob wir dort bleiben oder weiterklicken.

Was auch bedeutet, dass wir in kürzester Zeit über die gefühlte Kompetenz bzw. Nichtkompetenz einer Firma nach der Internetseite und den dort verfügbaren Informationen entscheiden. Der visuelle Eindruck ist – ähnlich wie bei einer wirklichen Begegnung – nur schwer wieder rückgängig zu machen. Das innere Urteil fällt schneller als wir das bewusst nachvollziehen können.

Was hat das für konkrete Auswirkungen?

Genauso wie Sie in einem Geschäft in dem es muffig riecht, die Waren staubig in häßlichen Regalen platziert sind und kein Mitarbeiter in Sicht ist, höchstwahrscheinlich keinen Kauf tätigen werden, genauso entscheiden Sie im Internet, ob Sie eine Firma gut finden oder nicht, nach den Kriterien die Ihnen hier zur Verfügung stehen.

Die da wären:

  • der visuelle Eindruck
  • Meinungen anderer
  • die Qualität der vorhandenen Informationen.

Häufig ist eine Suchmaschine wie google unsere erste Anlaufstelle und die Ergebnisse die hier in der ersten Reihe stehen werden am häufigsten angeklickt. So weit nichts Neues. Die interessantere Frage ist: bei welchen Seiten werden wir länger bleiben und uns mehr umsehen? Doch wohl bei denen, die unser Anliegen am besten aufgreifen und wir den Eindruck haben, hier steht uns jemand mit kompetenter Auskunft zur Seite.

Und wenn dann die Seite noch gut strukturiert ist und einen ordentlichen Eindruck macht, werden wir vielleicht sogar noch weitere Informationen dort suchen.

Was lässt uns gehen?

Wir Menschen mögen es nicht, wenn man uns verwirrt oder wir uns nicht auskennen und uns dadurch unwohl fühlen. Denn das tun wir, wenn wir auf häßliche Webseiten stoßen, die das Gegenteil von übersichtlich und aktuell sind. Wir fühlen uns unwohl. Und dieses Gefühl übertragen wir unbewusst auf das Unternehmen, dass hier grad am Bildschirm sichtbar ist.

Dahinter verbirgt sich die oft verkannte Emotionalität des Internet. Zu weit hergeholt? Dann machen Sie einen einfachen Test und achten ab sofort bei der nächsten Internetrecherche mal auf Ihr Bauchgefühl, wenn Sie verschiedene Seiten ansurfen. Wir Menschen sind visuelle Wesen und können uns dieser Wirkung kaum entziehen. Ob uns das gefällt oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Für Unternehmen bedeutet das, dass eine veraltete Webseite mit wenig inhaltlichen aktuellen Informationen wie ein altmodisches Geschäft im realen Leben ist, in dem man ungern einkaufen möchte. Was zur Folge hat, dass an diesem Punkt Fremde nicht zu Interessenten werden, sondern Fremde bleiben. Und natürlich auch kein Kunde daraus wird.

Mobiles Surfen

Nächste Frage: Haben Sie ein Smartphone oder ein Tablet mit dem Sie surfen? Wenn ja, dann kennen Sie das Ärgernis, wenn Webseiten auf diesen viel kleineres Displays einfach nicht gut angezeigt werden und vielleicht sogar Teile gar nicht erscheinen, die Webseite aufgrund von Bildern ewig lädt und Kontraste, die man an einem Computerbildschirm noch verschmerzen könnte, hier einfach nur eine Katastrophe sind.

Die Welt ist nicht stehen geblieben und die Technik wird nicht nur größer im Sinne von leistungsfähiger sondern auch kleiner.

Ist Ihr Schaufenster in die Welt darauf eingerichtet? Denn auch hier gilt ebenfalls der emotionale Charakter des Internet. Wer uns auf einem Smartphone Bandbreite kostet, z.B. aufgrund erhöhter Ladezeiten, den klicken wir weg und markieren wir innerlich mit einem „nervig“-Haken.

Was sollte man nun aus diesen ganzen Erkenntnissen umsetzen?

Einfachheit gewinnt. Das ist ein simpler Leitsatz, der jedes Homepagedesign begleiten sollte. Reduzieren und vereinfachen bringt Klarheit und ein gutes Gefühl. Ein paar kurze Gedanken dazu:

  • Ist die Startseite aufgeräumt und übersichtlich?
  • Sind Ihre Kontaktdaten auf einen Blick zu sehen?
  • Hat Ihre Homepage gute Kontraste (am besten ist immer noch schwarze Schrift auf weißem Grund) oder strotzt sie von verschiedenen Farben?
  • Ist die Schriftart groß genug oder braucht man gefühlt eine Lupe?
  • Haben die verwendeten Bilder eine gute Qualität oder lässt sich jedes Pixel erkennen?
  • Wechseln bei Ihnen verschiedene Bilder ab oder erlassen Sie diese Datenmengen den dankbaren Usern?
  • Wieviele verschiedene Schriftarten verwenden Sie? Mehr als 3 wird schon anstrengend.
  • Wie sieht Ihre Seite auf einem Smartphone bzw. Tablet aus?
  • Haben Sie Ihre Seite auf die gängigsten Browser optimiert?

Es gibt natürlich noch einige Punkte mehr. Sollten Sie jetzt schon zu Schnaufen beginnen und einen ähnlichen Satz im Kopf haben wie „na, ich hab ja auch noch anderes zu tun“ dann darf ich Ihnen sagen, dass Ihre Konkurrenzbetriebe, die vielleicht nicht so gute Qualität abliefern wie Sie, aber dafür eine Internetseite haben, auf der man sich wohlfühlt, viel häufiger Fremde zu Interessenten machen wird und damit über kurz oder lang die besseren Karten haben werden.

Und wer sich immer noch lieber verweigert, dem muss ich leider an dieser Stelle einen uralten Spruch um die Ohren hauen, der jedoch nichts von seiner Wahrheit eingebüßt hat:

Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Will heißen, Sie müssen es weder unbedingt verstehen noch müssen Sie einen Sinn darin sehen, doch wenn es Ihre Kunden tun, sollten Sie mal darüber nachdenken.

Im nächsten Teil werden wir uns mit den inhaltlichen Bestandteilen einer Unternehmenswebseite beschäftigen und die Frage versuchen zu beantworten, wieso Content eigentlich King ist.

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Serie in 3 Teilen: Ihre unternehmerischen Aktivitäten im Netz – was bringt wirklich was?

Aus aktuellem Anlass möchte ich mit dieser 3teiligen Serie ein paar Grundfragen aufnehmen, die bei Vorträgen und Beratungen immer wieder eine Rolle spielen. Es geht dabei um basics, die den Unterschied ausmachen, zwischen Internetseiten die gut ankommen und welchen die mehr oder weniger vor sich hin dümpeln.

Wir User, die das Internet täglich nutzen, sind uns über manche Mechanismen nicht bewusst im Klaren und doch folgen wir häufig bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Wer sich diese zunutze macht, erleichtert nicht nur den Nutzern das virtuelle Leben, sondern wird auch selbst davon profitieren, wenn das eigene Unternehmen im Netz dargestellt wird.

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

  • Der erste Beitrag wird sich mit dem „emotionalen Internet“ beschäftigen und was das mit dem Design von Webseiten zu tun hat. Wir sind nicht nur im wirklichen Leben zu einem großen Teil auf Autopilot unterwegs, sondern genauso in der virtuellen Welt und das wirkt sich in unserem Surfverhalten aus.
  • Im zweiten Beitrag werden wir uns mit dem Schlagwort „Content is king“ auseinandersetzen und die Frage stellen, was das wirklich konkret heißt.
  • Und im dritten und letzten Beitrag der Serie kommen wir zum „Social Media Gedöns“ und werden beleuchten, was davon für Unternehmen sinnvoll sein kann.

Wenn Sie in den Texten Anregungen finden, ist das Ziel erreicht. Schreiben ließe sich darüber ein Roman, doch mir ist es ein Anliegen, mich auf wenige, zentrale Punkte zu konzentrieren, die jedes Unternehmen im Internet umsetzen kann. Es geht auch ein Stück um ein Bewusstwerden, wir wie uns inzwischen im Internet bewegen und was für Kriterien wir dort für Kompetenz ansetzen.

In den nächsten Tagen geht’s los.

 

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