Freiheit oder Sicherheit – das ist hier die Frage!

Freiheit oder Sicherheit - das ist hier die Frage!
photo credit: geralt via pixabay cc

Die gerade laufende Blogparade von Heide Liebmann hat Stolpersteine der Selbständigkeit zum Thema und was man aus dem Stolpern anderer lernen kann. Das kommt mir natürlich grad recht und ich muss auch meinen Senf dazugeben. Vielen Dank für den Hinweis liebe Andrea!

Dabei möchte ich mich auf einen Stolperstein konzentrieren und der wird in den besten Fällen VOR dem Selbständigmachen abgeklärt. Wie ich jedoch immer wieder in Beratungen erleben konnte, war das anscheinend nicht unbedingt für alle Beteiligten klar, dass das der Kern der Sache ist.

Über Inhalte meiner Firma, Zahlen usw. kann ich mir immer Hilfe von außen holen, doch eine grundlegende Sache kann ich nur ganz allein für mich beantworten.

Bin ich ein Freiheits- oder ein Sicherheitsmensch?

Wer mit dem Gedanken der Selbständigkeit spielt oder auch schon mitten drin ist, sollte sich irgendwann mal die Zeit nehmen, um diese Frage zu beantworten. Denn das ist für mich einer der größten Stolpersteine schon ganz zu Beginn. Sind Sie ein Freiheits- oder ein Sicherheitsmensch?

Dass das nicht so einfach ist, ist schon klar. Doch von einfach hat auch keiner was gesagt (um wieder mal meinen alten Mathe-Lehrer zu zitieren). Dahinter verbirgt sich einiges und es hilft sich darüber Gedanken zu machen. Denn nicht jeder/jede ist nun mal für ein Selbstständigendasein geschaffen und gleiches gilt für ein Angestelltenverhältnis. Und das ist auch gut so.

Nur noch eine Sorte?

Stellen Sie sich mal vor, es gäbe nur noch UnternehmerInnen? Das würde nicht klappen. Und genauso wenig halte ich davon, wenn von mancher Seite immer wieder die Forderung aufgestellt wird, dass die MitarbeiterInnen lernen müssen unternehmerisch zu denken. Das müssen sie nicht und das geht auch nicht. Und das ist ebenfalls gut so.

Wir brauchen in einer funktionierenden Wirtschaft und Gesellschaft immer beide Typen von Menschen.

Freiheit oder Sicherheit, das ist hier die Frage!

Und nun ist die Frage, auf welche Seite würden Sie sich eher stellen? Das meine ich nun ganz wörtlich, denn es ist oft ungemein erhellend, mit dem Körper etwas zu erfahren, was man sonst nur im Kopf hin und her wälzt. Wenn Sie das gleich mal ausprobieren wollen, nehmen Sie sich zwei Zettel zur Hand und schreiben auf den einen:

  • FREIHEIT – Zeithoheit, kein regelmäßiges Einkommen, Verdienstausfall bei Krankheit und Urlaub, Entscheidungshoheit, z.T. schwer planbar,
  • SICHERHEIT – Zeitkorsett, geregeltes Einkommen, bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage, Vorgesetzte, Planbarkeit,

Wenn Ihnen das jetzt sehr schwarz-weiß vorkommt, dann ist das vollkommen korrekt. Denn nur wenn zwei Extrempole benannt sind, bin ich in der Lage mich auf der Strecke dazwischen zu verorten.

Wer mitmachen will, sollte beide Zettel auf den Boden legen, mit einigen Schritten Abstand zueinander. Und jetzt kommt das Bauchgefühl ins Spiel.

Wie fühlt sich Freiheit an?

Stellen Sie sich zunächst auf die Freiheit und spüren dort hinein. Dort gibt es Zeithoheit für Sie. Eigene Entscheidungen, niemand der Ihnen reinquatscht oder etwas fordern kann. Sie sind niemandem Rechenschaft schuldig und regeln die Dinge auf Ihre Weise.

Andrerseits gibt es keine regelmäßig fließenden automatischen Einnahmen, wenn Sie krank sind oder in Urlaub gehen, gibt es kein Geld. Was bedeutet, dass Sie in etwa 10 Monaten das Geld für 12 verdienen müssen. Und die Verantwortung für alles tragen Sie.

Sie können sich nun damit absolut wohlfühlen oder Ihnen wird gerade schlecht oder alles dazwischen. Für den Moment einfach nur mal wahrnehmen.

….und die Tafel leer wischen….

Treten Sie nun von der Freiheit herunter und hopsen Sie ein wenig herum. Ja, das meine ich ernst. Denn Sie müssen das gerade erspürte Körpererlebnis wieder abschütteln. Ihre innere Wandtafel sozusagen wieder leer wischen.

Wie fühlt sich Sicherheit an?

Wenn Sie das Gefühl habe, jetzt ist wieder alles neutral, stellen Sie sich auf die Sicherheit. Auch hier spüren Sie wieder gut in sich hinein. Hier gibt es festgelegte Arbeitszeiten, zu denen Sie verpflichtet sind. Ihnen wird von Vorgesetzten aufgetragen, was an Arbeit zu tun mit welchem Ziel sie zu erledigen ist. Sie haben Vorgaben an die Sie sich halten müssen, haben KollegInnen, die Sie sich nicht selbst aussuchen können und sind einem Betriebsklima unterworfen.

Andrerseits gibt es dafür regelmäßiges Einkommen, was Planbarkeit zulässt, wenn Sie krank sind oder Urlaub haben, bekommen Sie weiterhin Ihr Geld und vielleicht gibt es auch noch andere finanzielle Boni oben drauf wie Urlaubsgeld u.ä. Die Verantwortung liegt zum größten Teil bei Ihrem Arbeitgeber.

Auch hier können Sie sich nun wieder absolut damit wohlfühlen oder ganz furchtbar oder irgendwas dazwischen. Wieder nur wahrnehmen.

….und die Tafel leer wischen….

Verlassen Sie nun die Sicherheit und hopsen wieder herum. Das kennen Sie ja inzwischen schon.

Wo bleiben Sie stehen?

So, und jetzt wird’s interessant. Sie wissen nun wie es sich an beiden Polen anfühlt. Kennzeichnen Sie nun genau die Mitte und stellen Sie sich darauf. Spüren Sie nach, wo es Sie hinzieht. Eher zur Freiheit oder eher zur Sicherheit?

Geben Sie dem Gefühl nach und bewegen sich in diese Richtung. Machen Sie immer einen kurzen Bauchgefühl-Check. Gehen Sie auch nochmal zum Prüfen in die entgegengesetzte Richtung und wandern auf diese Art hin und her, bis Sie Ihren Wohlfühlplatz zwischen beiden Polen gefunden haben.

Die Preisfrage ist nun wo Sie jetzt stehen. Mehr an der Sicherheit oder mehr an der Freiheit? Denn das ist ein ziemlich klarer Hinweise darauf, was wirklich in Ihnen vorgeht.

Nah an der Mitte

Sollten Sie – egal auf welcher Seite – näher an der Mitte stehen als an einem der Pole, würde ich Ihnen in einer Existenzgründungsberatung von einer Voll-Selbstständigkeit dringend abraten. Denn vor allem wenn noch eine Familie dazukommt für die Sie sorgen müssen, brauchen Sie hier eine ganz klares inneres Ja zu allen Unwägbarkeiten die die Freiheit nun mal mit sich bringt. Sonst reiben Sie sich auf durch Ängste und Sorgen. Damit ist niemandem geholfen. Dann lieber noch halb-angestellt halb-selbstständig.

Es kommt auch immer wieder vor, dass der Wunsch nach Selbständigkeit und Unternehmertum gar nicht aus dem eigenen Herzen kommt, sondern Sie das auf anderen Wegen angenommen haben. Vielleicht durch Familienprägung, oder weil es angeblich die einzige Möglichkeit ist oder oder oder.

Ist im Prinzip auch ganz egal, denn das einzige was zählt, ist, ob es Ihnen mit dem Gedanken, dem Gefühl gut geht. Wir reden hier nicht von keinerlei Bedenken mehr haben und vollkommener Zuversicht. Nein. Sie brauchen jedoch ein gewisses Quantum an innerem Wissen, dass Sie das wirklich wollen und das drückt sich klar durch Ihr Körpergefühl aus.

näher an der Sicherheit und bereits selbständig

Wenn Sie schon selbständig sind und Sie haben jetzt ganz klar körperlich erlebt, dass Sie sich damit einfach nicht so wohlfühlen, wie es Ihnen gut tut würde, dann sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, wie Sie sich Sicherheit schaffen können. Durch einen Teilzeitjob oder ähnliches. Oder vielleicht sogar den Arbeitsmarkt beginnen zu sondieren, was es denn für interessante Jobs für Sie gäbe.

Denn nein, es muss nicht jeder UnternehmerIn werden können. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn sich jemand in seinem Angestelltendasein wohl fühlt. Es ist keinerlei Wertung, oder besser oder schlechter. Manche Menschen eignen sich einfach besser für diese Richtung und manche für die andere.

Ihre Körpergröße ist Ihnen ja auch gegeben und Sie stellen sie nicht in Frage. Das mag ein Vergleich sein, der ein wenig hinkt, doch der Punkt um dem es damit geht, wird gut illustriert. Denn in unserer Gesellschaft wird das Unternehmertum oft sehr wichtig gemacht. Das ist es, selbstverständlich. Doch ohne viele Angestellte, die sich in den Firmen wohlfühlen, würde das nicht funktionieren. Punkt.

näher an der Sicherheit und Sie haben vor selbständig zu sein

Wenn Sie vorhaben sich selbständig zu machen und Sie haben sich gerade mit einem Platz näher an der Sicherheit erlebt, dann kann ich Ihnen nur ernsthaft empfehlen, dieses Vorhaben gründlichst zu überdenken. Es ist richtig, dass wir alles mögliche lernen können, doch eine gewisse Grundhaltung ist nun mal in uns enthalten. Und es ist für Sie mit großer Wahrscheinlichkeit weitaus quälender eine Durststrecke zu überstehen, da Sie sich immer mehr Sorgen machen und Ängste erleben werden, als jemand der näher an der Freiheit steht. Überlegen Sie wirklich gut, ob Sie sich das antun wollen.

näher an der Freiheit

Sollten Sie allerdings sehr nah an der Freiheit stehen, dann kann ich Ihnen nur zuraten, sich in die Welt der Selbständigen zu begeben. Holen Sie sich alle Unterstützung und Möglichkeiten, die es dafür gibt und starten Sie. Ein Gewerbe, das Sie nebenbei beginnen, ist ein guter Anfang. Sonst ereilt Sie auf Dauer ein ähnliches Schicksal mit hadern und unzufrieden sein, weil Sie nie wirklich glücklich werden mit einem Job und innerlich eingehen. Auch damit ist niemandem auf Dauer geholfen.

Wenn ich an mein damaliges Austesten vor 18 Jahren denke, dann weiß ich noch so gut wie heute, dass ich sogar noch links neben der Freiheit stand, quasi fast aus dem Zimmer ging 🙂 Für mich ist und war das schon immer klar, dass ich mal mein eigenes Ding machen will. Auch in Krisenzeiten habe ich dieses Gefühl nie verloren. Das geht eben nur, wenn es tief in einem gegründet ist. Und dann hilft es einem auch durchhalten.

Wo stehen Sie? Freiheit oder Sicherheit? Bin schon sehr gespannt auf Ihre Eindrücke.

 

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7 Gründe die zu schlechter Laune führen können und wie sich mit einem simplen Check gegensteuern lässt!

Die Sache mit der Stimmung

Teddyumarmung macht gute LauneWieso man grad nicht so gut drauf ist, kann viele Gründe haben. Tausend Stunden Sonnenschein würde auch kein Mensch am Stück aushalten, von daher ist das auch völlig in Ordnung, wenn die Laune mal nicht so blitzblankfröhlich ist. Das Leben passiert in Wellen.

Mir geht es heute um den Zustand, der uns einfach nicht gut tut und den wir scheinbar nicht beenden können. Wir mosern vor uns hin, granteln in Gedanken mit der ganzen Welt und jeder der das Pech hat, in diesem Moment gerade in unserer Nähe zu sein kriegt auch sein Fett ab.

Bildquelle: Jens Bredehorn / pixelio.de

Was manchmal zu vollkommen sinnfreien und auf bayrisch gesagt “saublöden” Streitereien führen kann. Die komplett unnütz sind und uns nun gar nicht gut tun.

Und er rollt und rollt und rollt….

Oder wenn wir allein mit uns sind und eigentlich dieses oder jenes erledigen müssten, Dinge abzuarbeiten hätten und uns nichts davon zu gelingen scheint. Alles scheint sich gegen uns verschworen zu haben und unsere Gedanken werden immer düsterer.

Was oft zu endlosen inneren Monologen führt in denen wir eine Bilanz über uns selbst ziehen, die ein vernichtendes Urteil fällt.

Und auch wenn uns das auch an irgendeinem inneren Fleckchen von uns selbst klar, ist, was für Gedankenmüll wir da gerade produzieren, fällt es uns sehr schwer damit aufzuhören. Gerade so, als wenn ein 5-Tonner mal ins Rollen kommt und nur schwer wieder zu stoppen ist.

Wer denkt da eigentlich? Mein Hirn oder mein Körper?

Wir sind oft in der Gefahr, jedem Gedanken von uns Glauben zu schenken. Wenn wir also in einer nicht so guten Stimmung sind und unsere Gedanken das dazu passende Hintergrundrauschen liefern, denken wir nicht darüber nach, ob das jetzt tatsächlich alles wirklich wahr ist, was da in unserem Kopfkino abläuft. Wir nehmen es einfach als gegeben hin.

Und doch trifft es viel öfter zu als wir annehmen, dass da nicht unserem Kopf etwas fehlt sondern unserem Körper!

Ja genau. Unser Körper ist oft für unsere miesen Gedanken verantwortlich. Und nichts davon, was in solchen Momenten durch unser Hirn geistert muss auch nur im Ansatz richtig sein. Klingt seltsam, ist aber so.

Check it out!

Und hier kommt nun ein Check ins Spiel der sich mit dem kurzen Satz

“Hab dich mal wieder krass lieb!”

gut merken lässt.

Aus den Anfangsbuchstaben ergibt sich das Akronym “hdmwklb” das wir uns gleich näher ansehen.

Das Ziel ist es, in kürzester Zeit abzuchecken, ob wir vielleicht gerade mal wieder unserem Körperdenken auf den Leim gegangen sind und sich unsere Gedanken deswegen verselbständigt haben, mit der Tendenz ins Drama.

Denn wenn ja, dann lässt sich da tatsächlich schnell eine Änderung herbeiführen und vor allem lässt auch das schlechte Gefühl nach.

Also, dann kann’s ja losgehen mit “hab dich mal wieder krass lieb!” – h d m w k l b

h = Hunger

Da man ja eher Frauen nachsagt, dass sie schlechte Laune kriegen, wenn sie Hunger haben, können das die weiblichen Leserinnen möglicherweise aus eigener Erfahrung bestätigen und die Herren der Schöpfung vielleicht deswegen, weil sie die Auswirkungen manchmal abkriegen 😉

Und es ist tatsächlich oft ein Auslöser, wenn man Hunger hat, dass die Stimmung in den Keller geht. Wie das nun genau mit dem Blutzucker und anderen Gegebenheiten im Körper zusammenhängt, lassen wir mal im Detail beiseite und schauen uns einfach die Auswirkungen an.

Wir arbeiten vor uns hin und nehmen uns vielleicht schon wenig bis keine Zeit zum Frühstücken, Mittagessen geht so nebenbei und auch oft erst viel zu spät. Wenn eben schon der Magen stundenlang vor sich hin knurrt und gefüttert werden will.

Eigentlich kein Wunder, dass da der Körper streikt und dann zu diesem Mittel der schlechten Laune greift.

Damit haben wir den ersten Check beim nächsten Stimmungstief:

Hab ich grad Hunger?

Wenn ja, dann essen Sie um Himmelswillen etwas! Und nicht erst in einer halben Stunde, weil sie jetzt etwas fertig machen müssen. Sie haben jetzt Hunger, also ran an eine Banane, Apfel, belegtes Brötchen oder was größeres.

Sie werden selbst erleben, dass zufriedener sind, wenn Sie Ihren Hunger gestillt haben.

d = Durst

In unserer Sprache haben wir viele Gegensatzwörter. Hungrig und satt. Kalt und warm usw. Es faszininiert mich immer wieder, dass es kein Gegenteilwort von Durst gibt. Wie sind wir, wenn wir genügend getrunken haben? Gibt es dafür eigentlich ein Wort in anderen Sprachen?

Interessante Fragen, doch es soll uns jetzt darum gehen, ob wir denn durstig sind. Wir bemerken unseren Durst oft nicht und trinken dadurch zu wenig. Unser Körper braucht aber genügend Wasser, damit es ihm gut geht.

Manche Menschen können auf die Frage, ob sie denn durstig sind, gar keine rechte Antwort geben. Da hilft dann die Zusatzfrage, wann denn das letzte Mal etwas getrunken wurde und wieviel es den ganzen Tag bis jetzt war. Wenn das schon länger als eine Stunde her ist, dann sollte der Griff recht schnell zum Wasserglas gehen.

Mit der Maßgabe mindestens 2 Liter am Tag zu trinken, konnte ich mich nie recht anfreunden. Auf alle Menschen bezogen finde ich das nicht besonders sinnvoll.

Mir hat die Empfehlung weitergeholfen das eigene Körpergewicht malzunehmen mit dem Faktor 0,03. So lässt sich bezogen auf den eigenen Körper eine passende Mindestmenge errechnen. Doch hier gilt natürlich, dass das jeder für sich ausprobieren muss und es eben nur eine Empfehlung sein kann.

Kommen wir zu unserer nächsten Checkfrage:

Hab ich grad Durst?

Falls ja, dann trinken Sie gleich was. Und achten Sie bewusst darauf, dass Sie stets etwas zum Trinken an Ihrem Arbeitsplatz haben. Vorzugsweise in der Tat Wasser und das auch noch am besten ohne Kohlensäure.

m = müde

Wissen Sie eigentlich, wie müde Sie wirklich sind? Wenn Sie regelmäßiger Kaffeetrinker sind, dann trau ich mich jetzt mal zu sagen, dass Sie es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wissen.

Unser Körper braucht den Tag über genügend Pausen um überhaupt leistungsfähig, kreativ und konzentriert zu sein. Die Mittagspause ist eine Zäsur in unserem Tag, die die Hälfte der Zeit markiert, die uns für unsere Arbeit zur Verfügung steht.

Nach dem Essen werden wir naturgemäß müder, weil der Körper mit verdauen und verarbeiten beschäftigt ist. Was machen wir nun? Häufig wird nach dem Essen ein Kaffee getrunken um sich aus diesem Müdigkeitstief zu erretten.

Das mag auch scheinbar helfen, doch Sie tun sich damit nichts Gutes. Wir brauchen diese Leistungspausen um uns zu erholen. Auch tagsüber. Ich weiß, dass nunmal kein Bett im Büro steht und das nicht so gut kommt, am Schreibtisch einzuschlafen.

Doch es ist möglich, sich kleine Auszeiten zu nehmen und nach dem Mittag nicht gleich wieder mit Vollgas weiterzumachen. Da zudem leistungsschwächere Zeiten auch Phasen sind, in denen wir um einiges mehr an Fehlern produzieren, lohnt es sich, in diesem Zeitfenster Aufgaben einzuplanen, die nicht ganz so anspruchsvoll sind.

Das sind Binsenweisheiten und doch liegt es immer an der Frage, ob diese denn auch im Leben angewendet werden.

Damit, Hand auf’s Herz:

Bin ich gerade müde?

Wenn ja, machen Sie eine Pause. Gönnen Sie sich zumindestens 10 Minuten Auszeit. Nehmen Sie ein wenig Rücksicht auf Ihre Kräfte. Ihr Körper und Ihre Konzentrationsfähigkeit werden es Ihnen danken.

Es gibt nichts produktiveres wie eine Pause, wenn Sie ausgelaugt und müde sind. Probieren Sie es aus. Das Durcharbeiten und Durchzwingen bringt nix und ist der beste Weg in den Dauerstress, der krank macht.

w = weh

Sie kennen das bestimmt alle, dass Ihre Laune nicht unbedingt die beste ist, wenn Sie Kopfweh haben. Schmerzen jeglicher Art sind Stimmungskiller par excellence. Und auch Konzentrationskiller. Denn der gefühlte Schmerz zieht uns viel von unserer Gedankenkraft ab.

Das gilt auch für nicht ganz so prominent spürbares Unwohlsein. Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sind der Klassiker für viele von uns Schreibtischtätern. Wir hocken unbemerkt stundenlang in der gleichen Haltung an unserem PC. Strecken und recken uns viel zu wenig.

Tja, und in der schlechten Gewohnheit wohnt die schlechte Haltung, die irgendwann in einen mehr oder weniger leisen Schmerz münden kann.

Und so fragen wir in unserem Check:

Tut mir grad was weh?

Dafür machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihres Körpers. Denken Sie sich mal von oben nach unten. Fangen Sie beim Kopf an, über den Nacken-Schulter-Arme-Bereich über den Brustkorb, Bauch, Becken, unteren Rücken, Oberschenkel, Knie, Waden und Füße bis in die Zehen. Und am besten gähnen Sie mal herzhaft und strecken sich dabei.

Damit Sie Ihren Körper wieder mal als den Ihren wahrnehmen. Und währenddessen spüren Sie nach, ob Ihnen gerade etwas weh tut und wenn ja, dann nehmen Sie sich ein paar Minuten um klar zu kriegen, was Sie dagegen machen können.

k = kalt

Naturgemäß frieren Frauen meist öfter und schneller als Männer. So kann es sein, dass dieser Checkpunkt eher für uns Mädels im roten Bereich landet. Wenn uns kalt ist, dann kann man nicht nur der Temperatur zusehen, wie sie in den Keller geht, unsere Laune saust gleich hinterher.

Gern genommen sind ja kalte Füße und Hände. Aber auch ein generelles Frösteln ist nicht zuträglich für unsere Stimmung.

Daher jetzt die die nächste Frage:

Ist mir grad kalt?

Und wenn ja, dann trinken Sie was Warmes. Schauen Sie, dass sie warme Füße kriegen. Warme Socken, ein Wärmflasche, alles was hilft ist gut. Ist das nicht wunderbar, wenn uns wieder warm wird? Und spüren Sie nicht auch gleichzeitig, wie Sie wieder besser drauf sind? Tja, unser Körper meldet sich schon immer mit der richtigen Botschaft.

l = Licht

Das Hilfswort “lieb” aus unserem Satz “hab dich mal wieder krass lieb” spendet uns gleich 2 Buchstaben. Den ersten und letzten.

Das l für Licht ist vor allem ein Punkt, der in der dunkleren Jahreszeit eine große Rolle spielt. Wir bekommen tatsächlich an vielen Tagen kein wirkliches Tageslicht ab. Wir verbringen soviel Zeit in geschlossenen Räumen, das uns das schon gar nicht mehr auffällt.

Wer von der jahreszeitbedingten Depression geplagt ist, kann davon ein Lied singen, dass in dieser Zeit die Stimmung ein zartes und gebäuteltes Pflänzchen sein kann.

Dabei ist auch bei geschlossener Wolkendecke das Licht draußen um ein vielfaches heller als es jede Tageslichtlampe auch nur sein könnte. Wir brauchen Licht, damit unser Körper Vitamin D produzieren kann und unsere Stimmung aufgehellt wird. Das ist unsere Sprache mal wieder Programm.

Die nächste Frage lautet deswegen:

hab ich genügend Licht abgekommen?

Wenn nicht, gehen Sie in Ihrer nächsten Pause ein wenig raus. Vor allem Mittags. Und wenn es nur 15 Minuten sind. Gehen Sie bewusst ins Licht und nehmen Sie das draußen als wohltuenden Gegensatz zum drinnen statt. Machen Sie das möglichst täglich.

Wir sind ein Teil der Natur und nicht ein Teil von Bauwerken. Wir brauchen diese Verbindung zum Licht und können sofort davon profitieren.

b = Bewegung

Daran anschließend kommt noch ein Punkt auf unserer Checkliste, der in unserem geschäftigen Alltag leider auch zu häufig untergeht. Wir bewegen uns einfach nicht genug. Unser Körper ist nicht zum Dauersitzen gedacht.

Rückenleiden sind inzwischen eine Epidemie und auch unsere Kinder schneiden in Bewegungstests (wie z.B. rückwärtslaufen) immer schlechter ab. Meist sagen wir, dass wir zu wenig Zeit haben, auch noch Sport zu treiben. Doch es geht gar nicht so sehr um ein schweißtreibendes Aktivsein.

Eher um regelmäßige und moderate Bewegung wie flottes Spazierengehen. Und dazu brauchen wir nicht viel vorbereiten. Das können wir ohne großen Aufwand in unserem Tag unterbringen. Zum Beispiel auch verbinden mit der Mittagspause und Lichttanken.

Düstere Gedanken können so wieder in Bewegung gebracht werden. Je öfter unser Körper in Bewegung sein darf um so besser wird auch unsere Laune werden. Die Freude an Bewegung, die Kindern noch ganz natürlich ist, sollten wir uns wieder erobern.

Damit kommen wir zur letzten Frage:

hab ich mich genügend bewegt?

Sollte das nicht der Fall sein, dann aber los. Und wenn es nur eine Runde zum Kopierer und zum weitest entferntesten Büro ist. Gehen Sie ein paar Schritte. Und wenn es möglich ist, machen Sie wirklich eine Bewegungspause und gehen wenig raus.

All diese altbekannten Tipps: Parken Sie weiter weg und gehen dafür ein paar Meter mehr. Steigen Sie eine Busstation früher aus und gehen das Stück.

Es gibt so viele Gelegenheiten in denen wir uns ein paar Minuten Bewegung holen können. Seien Sie aufmerksam dafür und registrieren Sie Bewegung als Investition in Ihre gute Laune.

Der Schnell-Check “hab dich mal wieder krass lieb!”

Gelesen scheint das eine Ewigkeitsgeschichte zu sein. Doch weit gefehlt. Machen Sie die Probe auf’s Exempel und fragen sich:

  • h – hab ich grad Hunger?
  • d – hab ich grad Durst?
  • m – bin ich grad müde?
  • w – tut mir grad was weh?
  • k – ist mir grad kalt?
  • l = hab ich genügend Licht abbekommen?
  • b = hab ich mich genügend bewegt?

Sie wissen sehr schnell welches Bedürfnis Ihnen da grad den Kelch der schlechten Laune zu trinken gegeben hat. Und damit können Sie auch aufhören sich in einem düsteren Gedankenmeer bewegen zu müssen.

Denn trifft einer der Punkte aus der Checkliste zu, hat Ihr Körper Ihnen damit eine Botschaft geschickt und Ihre Gedanken waren nur das bildliche Nudelholz, das Sie da drüber gebraten bekommen haben.

Der Auslöser für den Check ist Ihre schlechte Laune

Letztlich können Sie genau Ihre schlechte Laune, das vor sich hin granteln, dass Sie vielleicht grad haben, als Auslöser nehmen, um die Checkliste durchzuarbeiten. Das dauert keine 10 sec und Sie kriegen einen sehr großen Teil Ihres Gedankensalats wieder unter Kontrolle, da er gar nicht relevant ist. Sondern Ihr Körper hat da grad eine Meldung losgelassen.

Sorgen Sie gut für sich!

Und dann klappt das auch mit der guten Laune. Nehmen Sie sich den Moment und checken Sie die Wirklichkeit ab. Wir sind viel zu oft abwesend in unserem Leben und wissen gar nicht genau, was uns tatsächlich gerade fehlt. Ändern Sie das wieder und nehmen Sie regelmäßig mit sich selbst Kontakt auf. Ihre Laune wird es Ihnen danken.

In diesem Sinne “hab dich mal wieder krass lieb!” Probieren Sie es aus und ich freu mich auf jede Ihrer Rückmeldungen dazu!

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