Schaffst du es an einer Sache dranzubleiben? Wie du deinen Fokus trainieren kannst um deine Projekte wirklich vorwärts zu bringen

Schaffst du es an einer Sache dranzubleiben_

Wie wir im letzten Beitrag gelernt haben, ist das mit dem Ablenken eine fiese Sache. Wir verlieren damit Zeit und unser Ziel aus den Augen.

Doch was können wir tun? Welche Möglichkeiten haben wir jeden Tag in unserem ganz alltäglichen Umfeld um wieder mehr Fokus zu bewahren?

Alles was wir den ganzen Tag tun oder denken trägt den potentiellen Ablenkungsfaktor in sich. Wir sind nicht gefeit davor, dass uns plötzlich etwas in den Sinn kommt und wir diesem Gedanken folgen.

Es ist ein Reflex den wir gar nicht wahrnehmen und uns oft erst viel später auffällt, dass wir gar nicht (mehr) mit der Sache beschäftigt sind, die wir uns eigentlich vorgenommen haben.

Unser Hirn ist eine Supermacht darin uns selbst abzulenken und damit evtl. unangenehme Arbeiten zu verschieben oder vielleicht auch ganz auszusitzen und gar nicht machen zu müssen.

Da waren sie wieder die unangenehmen Gefühle, denen wir versuchen aus dem Weg zu gehen. Doch wir wissen ja inzwischen dass das nicht wirklich funktionieren kann und auch keinen Sinn macht.

Wir sind durch unsere ablenkungsstarke Welt leider schon sehr darauf trainiert, uns nicht mehr konzentrieren zu können. Da gilt es etwas dagegen zu setzen und eine Möglichkeit dazu, kann die Pomodoro Technik sein.

Bildquelle: pixabay

Pomo was?

Sie ist, wie alle Techniken, mit einem schicken Namen gesegnet, denn ansonsten würden wir sie wohl kaum in Erwägung ziehen.

Wenn sie “Konzentrationsmethode” hieße, wäre das Interesse schon sehr viel geringer.

Worin sich der Kreis wieder schließt, denn um die Aufmerksamkeit zu gewinnen, die wir benötigen, damit jemand eine Methode überhaupt wahrnimmt, um mehr Konzentration in sein Leben zu bekommen, brauchen wir schon einen schicken Namen der genug Aufmerksamkeit erbringt um uns abzulenken…

Pomodoro kommt aus dem italienischen und heißt Tomate. Der erste Gedanke der dabei oft auftaucht, ist, was bitte hat eine Tomate mit unserer Konzentration zu tun?!

Die Erklärung ist ganz einfach. Der Erfinder hatte zufälligerweise gerade eine Eieruhr in Form einer Tomate zur Hand und genau daher stammt auch der Name. Ein reiner Zufallstreffer und in keinster Weise auch nur im geringsten mit Gemüse zusammenhängend.

Gut, was soll uns also diese seltsame Tomatentechnik in Sachen Fokus beibringen?

Nun, das wiederum ist eine sehr interessanter Aspekt. Durch die Vielzahl an Ablenkungen und tausend anderen Sachen die um uns ständig herumschwirren, ist es die Schwierigkeit über eine gewisse Zeitspanne an einem Thema dran zubleiben. Diese an sich simple Fähigkeit fällt uns inzwischen so schwer.

Es gibt sovieles was interessant ist…

Wir sind durch unsere aktuelle Welt auf Ablenkung trainiert. Das müssen wir wieder ändern und dazu kann uns die Pomodoro-Technik wunderbare Dienste leisten.

Wir können damit trainieren unsere Aufmerksamkeitsspanne zu erhöhen und wieder leistungsfähiger und produktiver zu werden.

Wer die Pomodortechnik einsetzen möchte, sollte folgende Schritte durchlaufen:

  1. Such dir ein Projekt oder Thema an dem du arbeiten möchtest. Es muss etwas sehr konkretes sein, wie das Schreiben eines Berichts, oder recherchieren einer rechtlichen Angelegenheit, verfassen eines Angebotes usw. Such dir ein derartiges Projekt, das genau definiert ist.
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  2. Stell dir einen Wecker oder dein Handy auf 25 Minuten. Diese Zeitspanne entspricht einer sog. Pomodoro. Während dieser Zeitspanne arbeitest du nur an dem gewählten Thema bzw. Projekt. Auch wenn dir zwischendurch etwas einfällt, oder ein Impuls zu einer anderen Tätigkeit kommt, du bleibst während der 25 Minuten Pomodoro nur bei der gewählten Tätigkeit. Du kannst alles, was dir mittendrin durch den Kopf schießt, auf eine Liste schreiben. Und dann gehst du wieder zu deiner gewählten Tätigkeit zurück und machst dort weiter.
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  3. Nach der Pomodoro stellst du deinen Wecker auf 5 Minuten Pause. Während dieser Zeit der Pause machst du etwas anderes. Steh auf und hol dir etwas zu trinken oder mach Dehnübungen, geh auf die Toilette usw. Mach wirklich etwas anderes als du während der Pomodoro – den 25 Minuten – gemacht hast. Wechsel vor allem die Körperhaltung. Wenn du gesessen bist, steh auf, beweg dich und suche eine andere Position. Wenn du an deinem Computer sitzen bleibst und nur den Screen wechselst, weil du nur kurz auf Facebook gucken willst, wirst du keinen großen Effekt erzielen. Denn diese Pause hat als wichtiges Ziel, dich von dem was du gerade gemacht hast, zu entkoppeln. Dich in gewisser Weise zu unterbrechen, das aber bewusst und mit Strategie.
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  4. Nach der Pause stell dir deinen Wecker erneut auf 25 Minuten und starte damit die nächste Pomodoro. Während dieser Zeitspanne bleib weiter an dem von dir gewählten Thema dran und fokussier dich darauf.
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  5. Erneute Pause von 5 Minuten usw.

Was soll das bringen?

Dies im Wechsel auszuüben, bietet dir viele verschiedene benefits. Der Wichtigste ist, dass du deinen Fokus trainierst. Es kann sein, dass du während des Übens merkst, dass du unglaublich oft abgelenkt bist von außen oder dich innerlich ablenkst durch Gedanken und Gefühle.

Was auch passiert, es ist wichtig, dass du die Quellen deiner Ablenkungen feststellst. Wir sind damit wieder im Wahrnehmungsmodus. Das ist immer der erste Schritt wenn man etwas ändern möchte. Du musst wahrnehmen, was gerade passiert. Wenn du wahrnimmst, dass du abgelenkt bist, kannst du wieder zu deinem Thema zurückkehren.

Es kann sein, dass es dir unglaublich schwer fällt, innerhalb der 25 Minuten an dem einen Thema dranzubleiben. Das ist für dich das unbedingte Signal, dass es immens wichtig ist, weiter zu üben und aus deiner Ablenkungsmanie heraus zu kommen.

Wir sind in den letzten Jahren immer schlechter darin geworden bei einer Sache zu bleiben.

Wenn du nun merkst, dass es dir wirklich schwer fällt dich 25 Minuten auf eine Sache zu konzentrieren und es fast unmöglich ist, diese Zeitspanne durchzustehen ohne dass du zu einer anderen Aufgabe wechselst, dann verkürze die Pomodoro auf 15 Minuten. Lerne wieder 15 Minuten an etwas dranzubleiben.

Was genau passiert in dir?

Nimm deine ablenkenden Gedanken wahr und spüre was in dir passiert. Nimm die Beobachterrolle ein um zu sehen, was da wirklich vor sich geht. Du musst dich selbst im Blick haben um das Verhalten ändern zu können.

Nur dann hast du eine Chance etwas dagegen zu setzen und es anders zu machen.

Nimm dir immer wieder die nächste Pomodoro vor und trainiere so nach und nach besser zu werden. Das Ziel ist eine Pomodoro wirklich mit der Aufgabe zu verbringen, die du dir vorgenommen hast. Dranzubleiben, egal was einem gerade im Kopf herumgeht.

Das stete Training im Wechsel mit den bewussten Pausen ist ein Training das dir auf dem Weg zu mehr Produktivität unglaublich weiterhelfen kann.

Trainiere bei einer Sache zu bleiben und schärfe deinen Fokus

Ohne sich zu fokussieren wird man kaum wichtige Arbeiten voran bringen. Vor allem wenn es schwierige und komplexe Aufgaben sind, die nicht immer Freude machen.

Doch wir wissen ja inzwischen wie wichtig es ist, mit unangenehmen Gefühlen zu koexisiteren und genau das kannst du wunderbar trainieren in dem du mit Pomodoros experimentierst.

Es mag sich einfach anhören und fast nach einer Spielerei, doch probiere es aus. Du wirst merken, dass es tatsächlich gar nicht so einfach ist 25 Minuten an einer Sache dranzubleiben ohne sich selbst dabei abzulenken.

Den Fokus wirklich zu bewahren ist eine Kunst die nur noch wenigen gelingt. Doch das bedeutet nicht, dass man es nicht wieder lernen kann.

Diese Zeitspanne von 25 Minuten ist etwas das überschaubar erscheint und bewältigbar. Es ist viel weniger als eine Stunde und sogar weniger als eine halbe Stunde.

Genau das macht die Pomodoro Technik so charmant, weil sie uns nicht überfordert, sondern eine überschaubare Zeitspanne gib, die wir fokussiert verbringen sollen.

Die Benefits sind vielfältig. Wenn du wieder in der Lage bist, wirklich fokussiert an einer Sache dranzubleiben, wirst du spürbar andere Resultate erzielen, du wirst weitaus weniger Zeit verschwenden und du wirst viel zufriedener sein.


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Lebst du noch oder bist du schon süchtig? – Wie dein Smartphone dein Leben verbraucht und wieso du nicht mit eMails in den Tag starten solltest

Lebst du noch oder bist du schon süchtig_Das, was da in der Überschrift steht, hast du mit Sicherheit schon mal gehört: Nicht mit eMails in den Tag starten.

Wenn ich diesen Satz in meinen Seminaren an die Tafel schreibe, merke ich schon beim Umdrehen, dass ich in viele unwillige Gesichter schauen werde und das Gegrummel zugenommen hat.

Wie war das eigentlich vor dem Smartphone?

Eine Frage dazu: Denkst du, dass Menschen früher produktiver waren? Also in Zeiten vor diesem ganzen Handy und Online-Gedöns? Denkst du, dass da in Büros der Anteil des Zeitraums den jemand dort täglich verbracht hat, tendenziell produktiver war?

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Darauf kannst du aber wetten. Weißt du auch wieso? Die Antwort ist einfach und doch ist vielen nicht klar, was für eine immense Bedeutung darin liegt: Die Produktivität war deswegen höher, weil es nicht so viel Ablenkungen gab.

Natürlich gab es auch zu früheren Zeiten schon Ablenkungen. Schon allein Kollegen sind eine natürliche Ablenkungsquelle. Auch das Telefon war es schon immer gern.

Doch überlege mal, wie sich das heute potenziert hat. Früher kam die Post einmal am Tag. Das waren die Briefe, die zu bearbeiten, zu beantworten und abzulegen waren.

Heute hat die eMail in vielerlei Hinsicht die Briefpost ersetzt. Und wie oft kommt diese elektronische Post? Genau, sie kommt ständig. 24/7 zu jeder Tages- und Nachtzeit kann uns diese Form der Post erreichen.

Es klingelt und brummt den ganzen Tag…

Wenn der Postbote kommt, werden wir EINMAL unterbrochen. Wenn wir bei eMails Benachrichtigungen aktiviert haben, dann kann es passieren, dass alle paar Minuten eine Meldung kommt und wir unterbrochen werden.

Was passiert wohl in so einem aufmerksamkeitszerstückelten Alltag mit der Produktivität? Tja, die geht in den Keller, da es faktisch nicht möglich ist, gedanklich genauso an einer Sache dran zubleiben, als wenn man nicht unterbrochen würde.

Gut, als nächstes Argument höre ich an dieser Stelle häufig: Ja, aber in den eMails sind wichtige Informationen, ohne die ich nicht weiterarbeiten kann.

Oder auch gern genommen: Ja, aber wenn ich meine eMails nicht gleich in der Früh anschaue, dann übersehe ich vielleicht etwas vom Chef oder Kollegen und bekomme dann Ärger oder sitz in der Bredouille.

OK, das hab ich verstanden. Das kann natürlich blöd ausgehen. Allerdings ist das noch kein Grund, sich von eMails ständig unterbrechen zu lassen und mit ihnen als erstes am Morgen zu starten. Zumindest nicht in jedem Fall und schon gar nicht als wichtigster Vorgang der gleich die erste Stunde des Tages umfasst.

Ist dir eigentlich klar, was du dir da antust?

Ich merk schon, du bist immer noch skeptisch. Lass uns noch genauer hinschauen, was eigentlich mit uns passiert, wenn wir eMails so hohen Wert beimessen, dass sie gleich als erstes dran sein und uns auch noch ständig unterbrechen dürfen. (Du kannst auch statt eMail jeden beliebigen Social Media Kanal deiner Wahl einsetzen…)

Was passiert mit deiner Aufmerksamkeitsspanne? Wird sie zunehmen, gleich bleiben oder abnehmen? Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, dann musst du zugeben, dass deine Fähigkeit sich auf eine Sache zu konzentrieren und dran zu bleiben auch schon mal besser war.

Tröste dich, das geht fast jedem so in unseren Zeiten. Die Frage ist nur, womit hat das zu tun?

Was passiert da genau?

Klar durch die technischen Möglichkeiten hat sich der Ablauf von Arbeiten in vielerlei Hinsicht beschleunigt. Es dauert jetzt nur noch den Bruchteil einer Sekunde bis eine eMail verschickt ist und nicht mehr 5 Tage, bis ein Brief ankommt.

Das bedeutet, dass auch die Erwartungshaltung gestiegen ist, sich dann sofort um eine Antwort zu kümmern. Ohne jedoch dabei in Frage zu stellen, ob das nun tatsächlich grad unsere wichtigste Aufgabe ist, die es zu erledigen gilt.

Kannst du dich noch an die Sache mit der Priorität erinnern?

Selten gehört eMails lesen und beantworten zu den wichtigsten Aufgaben. Im Gegenteil das Bearbeiten von eMails nimmt immer mehr Zeit in Anspruch und frisst damit einen guten Teil unserer täglichen Produktivität auf.

Mit einem Ergebnis, an dem sich sehr selten eine Steigerung der Produktivität ablesen lässt.

Gut, behalten wir die Fakten im Kopf:

  • Durch eMail sinkt unsere Aufmerksamkeitsspanne und die damit verbundene Konzentration
  • wir verschwenden einen kostbaren Teil unserer Arbeitszeit mit eMails ohne die Produktivität damit zu steigern
  • wir lassen uns ständig ablenken von dem was wir gerade tun, durch eingehende neue eMails.

Wenn wir uns nur allein diese drei Fakten ansehen, dann ist es doch mehr als offensichtlich lohnenswert sich näher damit zu beschäftigen und andere Wege zu beschreiten.

Vor allem der letzte Punkt mit dem Ablenken ist ein gefährlicher Prozess, der schleichend vor sich geht und dessen negative Auswirkungen den meisten überhaupt nicht bewusst sind.

Du trainierst dich darauf unaufmerksam zu sein

Dadurch, dass wir uns durch die Benachrichtigungen (und das gilt beileibe nicht nur für Mails) immer wieder ablenken lassen, trainieren wir uns darauf, uns immer weniger konzentrieren zu können.

Unserem Hirn fällt es immer schwerer bei einer Sache zu bleiben, vor allem, wenn es gerade etwas kompliziert wird. Da fällt uns doch – zum Glück… – ein, dass wir ja auch mal schnell wieder in unser Mails schauen können. Und schwupps sind wir aus dem Thema draußen, das wir gerade bearbeiten.

Das Fatale ist, dass das bereits im Kindesalter inzwischen eintrainiert wird. Da geht es weniger um Mails, als um alle möglichen Benachrichtigungen die auf den Handy so eintrudeln. Je jünger das Hirn ist und diesem “Training” unterliegt, umso schwerer ist es später, auf einen anderen Modus umzuschalten.

Und noch eine Schippe drauf…

Lass uns von einem weiteren Punkt sprechen: der hohe Suchtfaktor. Ja, ich übertreibe nicht, wenn ich das als hohen Suchtfaktor beschreibe.

Die wenigsten Menschen haben tatsächlich noch einen Überblick darüber, wie viel Zeit sie mit ihrem Smartphone in der Hand verbringen. Es hat unbemerkt einen immer größeren werdenden Teil unserer täglichen Wachphase übernommen.

Mach dir mal den Spaß und beobachte die Menschen um dich herum. Wenn du gerade in einem Café sitzt, an der Bushaltestelle stehst, im Restaurant oder in einer Bar sitzt, im Wartezimmer beim Arzt oder auch daheim bei deiner Familie.

Nimm bewusst wahr, wie häufig Menschen ihr Handy zur Hand nehmen. Egal was sie dann damit machen, einfach nur die Häufigkeit beobachten. Das ist inzwischen ein eingespielter Reflex, immer wieder auf’s Handy zuschauen. Ohne besonderen Grund, einfach nur, weil man es bei sich hat…

Wie selbstverständlich dieses elektronische Gerät ganz nah am Körper getragen wird. Ist das nicht erstaunlich?

Die Bequemlichkeit und der Suchtfaktor verhindern förmlich, dass wir darüber länger nachdenken, ob das etwas Gutes ist, was wir da machen.

Geben wir unser Leben her?

Versteh mich richtig, ich finde Smartphones sind eine der genialsten Erfindungen unserer Zeit und ich möchte sie nicht in meinem Leben missen, da sie wertvolle Dienste für mich leisten.

Doch trotz alledem ist es wichtig immer wieder zu verstehen, dass es eine technische Sache ist, der wir unglaublich viel Raum in unserem Leben einräumen.

Für mich sind die regelmäßigen Offline-Vormittage jeden Montag eine sehr wertvolle Unterbrechung dieser steten Verbindung. Denn das sind wir. Wir sind ständig mit diesem elektronischen Meisterwerk verbunden.

Das tut uns nicht gut. Es ist keine Verlängerung unserer selbst. Es sollte nicht zum Selbstzweck und Füller jeglicher freien Minuten werden. Denn so züchten wir uns einen Diktator im eigenen Leben heran, dem wir hörig sind.

Das mag sich übertrieben anhören, doch das ist es nicht. Das gilt für fast jeden Screen. Denn jemanden anzubieten seinen Fernseher für eine Woche aus seiner Reichweite zu entfernen, würde in den meisten Fällen zutiefste Entrüstungsstürme auslösen bis hin zu, “ich brauche das zum Leben”.

Hm, diese Aussagen zeigen klar auf, wo wir in Sachen Technik stehen. Wir haben sie so in unser Leben integriert, dass sie mit der Zeit immer mehr Raum einnimmt und unser Leben in der Nutzung damit vergeht.

  • Wieso ist es eigentlich so abwegig, mal eine Woche auf den Fernseher zu verzichten?
  • Wieso ist es so abwegig, einen Tag kein Smartphone anzumachen?
  • Was ist denn das Katastrophale daran?

Und der Ausdruck “katastrophal” ist bewusst gewählt, denn wenn du diesen Vorschlag jemandem machst, musst du dich auf einen Ausbruch von stark artikuliertem Unverständnis gefasst machen.

Und so schließt sich der Kreis zum Suchtfaktor. Wollen wir wirklich den elektronischen Dienern in unserem Leben derart viel Macht überlassen?

Ist es das, was uns am Ende des Lebens glücklich machen wird? Werden wir auf dem Sterbebett sagen, „ach hätte ich doch mehr Zeit mit dem Smartphone, dem Computer und dem Fernseher verbracht?“

Das kann ich mir kaum vorstellen.

Und ich kann mir auch kaum vorstellen,

  • dass es unser Wunsch ist, uns immer schlechter konzentrieren zu können,
  • dass es unser Wunsch ist, immer mehr Schwierigkeiten zu haben, an einer Sache dran zu bleiben und
  • dass es unser Wunsch ist, Ablenkungen immer mehr Raum in unserem Leben zu geben.

Wollten wir nicht Meister unseres Los sein?

Wollen wir die Diener nicht wieder als das verwenden, was sie sind? Helfer die uns in unserem Alltag unterstützen können, die jedoch keinem Selbstzweck dienen?

Was du tun kannst

Falls du nach diesem Text etwas aufgerüttelt bist und denkst, ja da ist wirklich was dran, dann habe ich ein praktisches Trainingslager für dich, das uns an den Anfang unseres Textes zurückführt:

1. Stell alle Benachrichtigungen auf deinem Smartphone ab. Wenn dich jemand dringend benötigt, dann kann er oder sie die Ursprungsfunktion dieses Geräts nutzen und dich anrufen. Doch die Benachrichtigungen sind einer der wichtigsten Faktoren, dass du immer wieder abgelenkt bist und deine Aufmerksamkeitsspanne weniger und weniger wird.

2. Starte nicht mit eMail in den Tag. Das ist garantiert nicht deine wichtigste Tätigkeit des Tages. Vielleicht kann das tatsächlich bedeuten, dass du nicht schon in der Früh mitbekommst, dass dein Chef etwas geschrieben hat.

Das kann möglicherweise nicht ganz einfach sein, doch wenn du wieder mehr über deine Zeit bestimmen willst, dann wirst du nicht drumherum kommen.

Auf was ich hinaus will? Nun, solange du nicht als Chirurg auf der Notfallstation arbeitest oder sonst einen Job hast, der absolut von sofortiger Reaktion abhängt wie ein Lotse im Flugverkehr, dann wird die Welt nicht zusammenbrechen, weil du eine Stunde später als bisher deine eMails anschaust.

Glaub mir, die Welt wird tatsächlich nicht untergehen. Was passieren kann, ist, dass es bei manchen Menschen auf Unwillen stößt, wenn sie nicht sofort und adhoc eine Rückmeldung bekommen. Doch auch sie sind das Produkt der ständig voran getriebenen schneller-schneller-schneller-Welt.

Wieso wollen wir nochmal den Unwillen anderer auf uns ziehen, wenn wir nicht mit eMails in den Tag starten? Weil WIR dann wieder entscheiden über das was mit unserer Zeit passiert.

Wenn du das mit der Abendplanung gemacht hast und genau weißt, was deine momentane Prioritätsaufgabe ist, dann nutz diese erste Stunde des Tages um genau an dieser Aufgabe zu arbeiten.

Nimm dein Leben und nicht dein Smartphone in die Hand

Du wirst ein ganz anderes Gefühl erleben, wenn du selbstbestimmt und genau geplant in deinen Tag startest.

Damit bringst du deine Sachen voran, du steigerst deine Produktivität und deine Zufriedenheit. Das – am Anfang des Tages eingebaut – gibt dem gesamten Tag einen anderen Schub.

Du wirst ein besseres Gefühl am Abend haben, auch wenn du vom restlichen Tag überrollt worden sein magst. Du hast den Anfang des Tages, mit deiner besten Energie, an der von dir bestimmten wichtigen Aufgaben gearbeitet.

Und wenn du ehrlich bist, stimmst du mir wahrscheinlich zu, dass eMails nun mal höchst selten zu den wichtigsten Aufgaben des Tages gehören.

Probiere es aus und starte eine Woche nicht mehr mit eMails in den Tag. Und stell um Himmelswillen diese ganzen Benachrichtigungen ab!

Mach den technischen Tyrann wieder zu dem was er ist: zu einem Diener und nicht zu einem Instrument, das dein Leben vergehen lässt, währenddessen du deinen Kopf gebeugt über diese knäckebrotgroße Scheibe hältst.


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Wieso deine Gedanken darüber entscheiden wie produktiv du bist und was du tun kannst um deine Produktivität zu verdoppeln

Wieso deine Gedanken darüber entscheiden wie produktiv du bist und was du tun kannst um deine Produktivität zu verdoppelnNachdem wir uns in den letzten Wochen so viel über äußere und innere Ordnung unterhalten haben, wenden wir uns jetzt mal dem praktischen Umsetzen zu.

Wer möchte nicht gern produktiver sein in seiner täglichen Arbeit? Wer hätte nicht gern am Abend mehr geschafft als er dachte und kann die todo-Liste wegwerfen, weil alles ausgestrichen ist?

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Doch wie wird man wirklich produktiver?

Es gibt soviel verschiedene Bücher über Zeitmanagement und Blogs über productivity hacks haben tausende von Anhängern. Vielleicht hast du auch schon einige Seminare besucht und viel darüber gelesen.

Und? Bist du produktiver? Hast du tatsächlich deinen Tag im Griff oder ist es eher umgekehrt?

Wie steigert man denn nun seine Produktivität?

Vielleicht hast auch gar keine Lust, den 597. Tipp zur Produktivität zu lesen, der dich garantiert produktiver machen wird. Keine Angst, das wirst du hier auch nicht finden. But wait, wollten wir nicht praktischer werden?

Ja, das wollten wir und ich verrate dir ein Geheimnis: Das was du tust, ist das was zählt. Daraus ergibt sich, ob du am Ende des Tages produktiv warst oder nicht. Das was du tust, zählt.

Jetzt kommt die Preisfrage:

Was tust du eigentlich den ganzen Tag? Und was bringt dich dazu dieses zu tun und jenes zu lassen?

Gut, gut, damit bewegen wir uns in die genau richtige Richtung. Denn schließlich machen deine Hände doch das was du willst, oder?

Wenn du dich selbst dabei ertappst, wie du ewig in Facebook scrollst oder mit der Maus bei Pinterest die tollsten Sachen anklickst, dann wirst du das ja wohl wollen, oder?

Schließlich tun deine Hände etwas. Und deine Hände machen doch das was du willst, oder nicht?

Das was du tust, ist das was du willst. Oder…?

Das bedeutet, dass alles was wir den lieben langen Tag so tun, ob es produktiv ist oder nicht, etwas ist, was wir wollen und entschieden haben. Die Frage ist nur, ob wir diese Entscheidung auch bewusst mitbekommen haben oder ob es da Programme in uns gibt, die das für uns automatisiert übernehmen.

Wieder einmal sind wir beim Thema Wahrnehmen und Beobachten gelandet. Nur wenn du siehst was du tust, weißt du auch, was du gewollt hast, um das mal so auszudrücken.

Gehen wir noch einen Schritt weiter und eine Stufe höher: Wieso machen Menschen etwas?

Du hast bestimmt schon mal gehört, aus welchen Gründen eine Motivation zum Handeln entsteht. Wir wollen entweder Schmerz vermeiden oder Freude suchen. That’s it.

Diese beiden Gründe gibt es, die uns dazu bringen etwas zu tun oder nichts zu tun, was ebenso eine Entscheidung ist.

Welche Gründe setzen sich durch?

Dabei sollte man noch im Kopf behalten, dass einer der beiden Gründe eine zeitlich stärkere Zugwirkung hat. Wenn wir kurzfristigen Schmerz vermeiden können, dann wird das Vorrang haben gegenüber Freude zu gewinnen.

Diese Kurzfristigkeit kann uns in allen möglichen Situationen ein Bein stellen. Nehmen wir an, du hast dir vorgenommen, endlich diesen Bericht fertig zustellen damit du das Projekt einreichen kannst.

Wenn es ein Bericht ist, der dich buchstäblich den letzten Nerv kostet und es wirklich schwierig ist ihn zu erstellen, weil du vieles davon erst recherchieren musst und du auch nicht genau weißt, wie du ihn am besten formulieren sollst, dann hat der Bericht große Chancen immer wieder aufgeschoben zu werden.

Warum?

Nun, das ist einfach erklärt. Du wirst keine Freude verspüren, dich jetzt mit diesem Bericht auseinander setzen zu müssen. Es verunsichert dich vielleicht, weil du nicht genau weißt, wo du alle Informationen her bekommst, du fühlst dich unwohl, weil du kein klares Ergebnis vor Augen hast, es ist so vieles unbekannt und neu daran.

Möglicherweise schwant dir, was ich als nächstes sagen werden. Und du hast recht, denn es geht wieder mal um die unangenehmen Gefühle, mit denen wir lernen müssen zu koexistieren.

Was liegt wirklich hinter unseren Entscheidungen?

Dass wir diesen Bericht immer und immer wieder aufschieben, liegt nicht daran, dass wir nicht in der Lage wären ihn zu verfassen, es liegt daran, dass wir uns unwohl fühlen – eben diese ganze Palette an unangenehmen Gefühlen haben – und diese unbedingt vermeiden wollen.

Da ist es doch viel einfacher, jetzt noch an einer Präsentation rumzubasteln und die Bilder noch einen Zentimeter weiter nach rechts zu schieben, weil das möglicherweise besser aussieht. Alles, nur nicht an dem Bericht arbeiten. Alles andere, nur damit wir uns nicht unwohl fühlen.

Wie knackt man diese Nuss?

Sie wird zum einen oft dadurch geknackt, dass ein Abgabetermin näher und näher rückt. Dieser Termin bedeutet durch sein Näherrücken einen immer größer werdenden Schmerz. Denn wenn wir nicht fristgerecht abgeben, wird unser Projekt nicht berücksichtigt oder es gibt einen Anschiss vom Vorgesetzten.

Das führt dazu, dass wir auf den letzten Drücker ins Handeln kommen und die Nacht – wenn es sein muss – durcharbeiten, damit dieser Bericht endlich fertig wird.

Das führt zwar möglicherweise zum Erfolg – wir können den Bericht abgeben – doch unter Garantie war das nicht unsere beste Arbeit und der Stress den wir uns mit dem Durcharbeiten zum Schluss angetan haben, schadet uns auch.

Wenn man das aus einer Beobachterposition heraus betrachtet wird klar, dass hier ein Schmerz immer größer geworden ist. Die Konsequenzen aus dem Nichtabgeben des Berichts wurden schmerzlicher, als es das Arbeiten am Bericht gewesen ist.

Wir schaden uns selbst

So kann man das natürlich machen. Manche Menschen funktionieren ihr ganzes Arbeitsleben nach diesem Modus. Unangenehmes, Neues, Ungewohntes wird aufgeschoben bis der Schmerz des Nichtmachens durch Termine größer wird, als sich endlich dranzusetzen.

Doch ich will nochmal an dieser Stelle betonen, was das für uns für Konsequenzen hat:

  • Wir liefern mit der Hudlerei zum Schluss in keinster Weise unsere beste Arbeit ab.
  • Wir stehen die ganze Zeit ständig unter dem Gefühl, dass wir das endlich angehen müssten und haben ein schlechtes Gewissen.
  • Wir setzen uns unter ungeheuren Stress, wenn wir schlussendlich versuchen, der Sache Herr zu werden.

Und dieses ganze Spiel wiederholt sich. Rinse and repeat. Wie gesagt, kann man alles machen. Doch wirklich Spaß macht das nicht und zufrieden auch nicht.

Wie lässt sich das nun angehen?

Es ist – wie so oft – einfach und schwer zu gleich.

Einfach deshalb, weil die Lösung ganz klar lautet: Möglichst wenig aufschieben und früh genug beginnen. Dadurch lassen sich alle drei negativen Konsequenzen ausschalten. Wir liefern eine weitaus bessere Arbeit ab, wir haben kein schlechtes Gewissen und wir stressen uns nicht unnötig.

Gut, warum tun wir es dann nicht einfach?

Weil es eben zur gleichen Zeit schwer ist. Obwohl es nur am Anfang zäh sein kann und dann ändert sich das. Das ist das Magische am ins Handeln kommen, wie wir schon an anderer Stelle festgestellt haben.

Was uns so schwer fällt, ist der Reflex, unangenehme Gefühle vermeiden zu wollen. Diesen Reflex gilt es zu erkennen und dann eine andere Richtung einzuschlagen.

Was braucht es, damit wir produktiv werden können?

Es braucht dazu eine innere Haltung die auf die drei Maximen von oben ausgerichtet ist:

  • wir wollen gute Arbeit leisten
  • wir wollen uns nicht mit einem schlechten Gewissen belasten undd
  • wir wollen uns nicht unter Stress setzen.

Was können wir aus dieser Haltung heraus anders machen?

Nehmen wir den Bericht als Beispiel. Wir wissen wann der Bericht abzugeben ist. Das ist ein klar fixiertes Datum. Dann brauchen wir als nächstes nur unseren ganzen unangenehmen Gefühlen und Gedanken zu folgen. Denn im Problem liegt die Lösung.

Welche Fragen stellen wir uns zu diesem Bericht? Wie denken wir über ihn? Vielleicht taucht da so etwas aus: “ich hab keine Ahnung wie der Bericht aussehen soll.” “Wie lang der wohl sein soll?” “ Ich kann einfach nicht gut schreiben.” usw. usw.

Jeder dieser Sätze gibt uns genügend Anhaltspunkte, wie wir uns der Lösung nähern können. Der erste Punkt “ich habe keine Ahnung wie der Bericht aussehen soll.” Kann uns als Ansatz dienen, genau das zu klären.

Wen können wir fragen, welche Form der Bericht haben sollte? Was er umfassen sollte? Wo können wir recherchieren? Kann ich evtl. Rücksprache mit dem Auftraggeber halten?

Wenn es niemanden gibt, den ich fragen kann, dann kann ich selbst beginnen, den Bericht in seinen Einzelteilen zu skizzieren. Welche Punkte sollten alle erwähnt werden? Wie kann der Anfang aussehen? Was sollte man am Schluss zusammenfassen? Wie könnte ein Deckblatt gestaltet sein?

Im Problem liegt die Lösung.

Anhand dieser Fragen wird ersichtlich, dass ein Ding immer aus verschiedenen Teilen besteht. Wenn ich mir das große Ganze nicht vorstellen kann, dann kann ich beginnen die Einzelteile zu benennen und mit diesen anzufangen. So lässt sich das große Ganze Stück für Stück zusammensetzen.

Ich kann einen ersten groben Entwurf anfertigen und dann wiederum das Gespräch suchen um Feedback zu bekommen. Wenn ich nur mich als Feedbackgeber habe, kann ich immer nach verschiedenen Varianten Ausschau halten. Es gibt nie nur eine Art eine Sache zu erledigen, es wird immer verschiedene Vorgehensweisen geben und so kann ich mir selbst eine Auswahl schaffen und diese immer wieder verfeinern.

Wir wachsen daran, wenn wir etwas tun.

Das Beginnen und Anfangen ist der Schlüssel dazu, dass wir etwas verbessern können. Wenn wir gar nicht beginnen, gibt es nichts, was wir als Ausgangsmaterial haben, um Verbesserungen vorzunehmen.

Ein weiterer Punkt an innerer Haltung ist der Perfektionismuswahn. Wenn es nicht gleich perfekt wird, dann ist es nichts. Da wird sehr schnell die Flinte ins Korn geworfen, wenn sich das gute Gefühl nicht schon nach der ersten Stunde Arbeit einstellt.

Was denken wir über uns?

Solange wir unseren inneren Wert, an Beurteilungen von außen hängen, haben wir verloren. Wir müssen lernen uns zuzugestehen, dass es immer miese erste Entwürfe gibt. Wir fangen an und wir werden besser. Wenn wir nicht anfangen, können wir nicht besser werden. Im englischen gibt es bei Autoren den Ausdruck: Shitty first drafts include the gold of the book.

Gut, kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Wir haben gesehen, dass unsere Gedanken zu einem Projekt uns genau die Lösungswege aufzeigen können, die wir brauchen, um das Projekt anzugehen.

Wenn wir – wie oben als Beispiel geschrieben – über uns denken “ich kann einfach nicht schreiben”, dann ist das eine Bewertung die wir da über uns abgeben, die garantiert nicht stimmt. Denn wir können schreiben. Die Frage ist nur, was dir an deiner Art zu schreiben nicht gefällt oder gut genug erscheint.

Wenn du dich für einen Moment vom Vergleichen mit anderen verabschieden kannst, und emotionslos auf deine Schreibe schaust, kannst du dir Fragen stellen wie: “Was genau denke ich, könnte man hier besser machen?” “Woran würde ich erkennen, dass ich besser geschrieben hätte als sonst?”

Wo genau kannst du ansetzen?

Mach dir die Fakten bewusst. Die Lücken und Mängel die du wahrnimmst (und nur zu oft negativ beurteilst über dich) stellen wieder mal die Lösung dar.

Wenn es dir nicht gefällt wie du schreibst und es jedoch zu deinen Aufgaben gehört, dann überlege dir Strategien wie du besser werden kannst darin. Was genau kannst du tun? Wie kannst du dich evtl. weiterbilden? Wie könntest du üben? Wo kannst du dir Tipps und Feedback holen?

Nimm das was dir auffällt und dreh es in die Ressourcen Richtung. Was genau sollte sich ändern und wie kann das geschehen?

Mit diesen Fragen bist du auf der Wachstumsdenke angelangt. Du verabschiedest dich damit von einem selbst anklagenden Jammern, Steckenbleiben und Aufschieben und gehst auf eine spannende Reise, auf der du wachsen kannst, vieles lernen und besser wirst in dem was du tust.

Um das hinzukriegen brauchst es die innere Haltung dazu. Es ist eine Entscheidung sich auf diesen Weg zu begeben. Triffst du sie, wirst du automatisch produktiver werden. Das ist quasi gar nicht anders möglich. Du räumst damit automatisch Verhaltensweisen aus dem Weg, die dich immer eingebremst und gehindert haben.

Ein Meister werden

Gestehe dir zu, eine Lernende und ein Lernender zu sein. Es gibt im ZEN einen wunderbaren Spruch, den ich dir zum Schluss mitgeben möchte:

Ein Meister, ist ein Schüler, der übt.

Und nicht ein Schüler, der aufschiebt, vertrödelt und sich unangenehmen Situationen nicht stellen mag.

Ein Meister, ist ein Schüler, der übt.

Think about it and act on it.


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Seelische Heilung beginnt mit der Erlaubnis zu trauern

Seelische Heilung beginnt mit der Erlaubnis zu trauernDieser Beitrag ist etwas anders als sonst, denn in diesen Zeilen möchte ich etwas Persönliches mit dir teilen. Verbunden damit ist die Hoffnung, dass du für dich etwas daraus mitnehmen kannst.

Nächste Woche jährt sich der Todestag meiner Schwester zum 2. Mal. Und im April jährte sich der Todestag meines Vaters zum 12. Mal. An manchen Tagen kann ich es immer noch nicht fassen, dass diese beiden Menschen nicht mehr in meinem Leben sind.

Es gibt kein Zurück

Das Ungeheuerliche des Todes ist seine Endgültigkeit. Wenn wir mit Verlusten in unserem Leben konfrontiert sind, haben wir keine Ahnung wie wir damit umgehen sollen. Es überfällt und überrollt uns. Es gibt dafür keine schlaue Anleitung, wie man in 5 Schritten trauert und dann wieder zum Alltag übergehen kann.

Früher war das Trauerjahr ein ganz bewusster Zeitraum. Man war schwarz angezogen und war in Trauer. Das gibt es heute kaum noch. Wir haben gar nicht die Zeit uns für solang aus unserem Leben auszuklinken. Es muss ja alles weiterlaufen. Die Familie, der Job, das Ehrenamt und was man sonst noch so für Hüte auf hat.

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Kummer braucht Raum

Doch Kummer lässt sich nur bis zu einem gewissen Grad wegschieben. Er hat die Eigenschaft zu wachsen, wenn wir ihn nicht wahrhaben wollen und uns bei unpassendster Gelegenheit zu überschwemmen. Oft im wahrsten Sinne.

Mir ging es im ersten Jahr nach dem Tod meines Vaters oft so, dass ich im Auto saß und plötzlich weinen musste. Augenscheinlich aus heiterem Himmel. Es ging einfach los. Manchmal so heftig, dass ich nicht mehr in der Lage war weiterzufahren, sondern stehen bleiben musste.

Mich hat der Tod meines Vaters damals mehr als alles Bisherige von den Füßen gerissen. In der Rückschau hab ich fast 5 Jahre gebraucht, um damit wirklich zurecht zu kommen.

Mein damaliger Freund hat irgendwann mal zu mir gesagt: “Ich halte deine Dunkelheit nicht mehr aus.”

Das war hart zu hören, doch auch nicht zu verdenken. Es ist nicht einfach jemanden “auszuhalten” der so tiefen Kummer hat. Nicht, wenn das Leben weitergehen muss.

Oft reißt man sich deswegen zusammen. Es reicht ja schließlich auch irgendwann mit den Tränen und dann muss man ja auch wieder nach vorne sehen.

Ungewollte Veränderung

Doch unser Leben ist nach einem Verlust verändert. Unwiederbringlich verändert. Ob es der Verlust aufgrund eines Todesfalls ist oder weil man verlassen wurde. Auch der Verlust eines Arbeitsplatzes hat eine traumatische Auswirkung auf uns, ähnlich einer Scheidung.

Ein grundlegendes Element unseres Lebens ist weggebrochen und wir müssen nun lernen ohne diesen Pfeiler zu leben.

Ein Teil unserer Identität hat sich damit verändert. Einen Teil unseres Gedächtnisses können wir nicht mehr teilen. Es gibt dann diesen Menschen nicht mehr, der die kleinen Geschichten versteht, die man miteinander erlebt hat. All das ist in gewisser Weise verloren, weil es jetzt niemand mehr weiß außer mir.

Die Zeit für neue Erlebnisse und Menschen wird kommen, doch daran ist in dieser Phase noch kein Drandenken.

Trauer braucht Zeit

Einen Trauerprozess zu durchlaufen ist etwas sehr Heilsames. Es bringt Träne für Träne unsere Seele immer wieder in Kontakt und Verbindung. Bis sie irgendwann in der Lage ist, zu akzeptieren, dass es diese Verbindung im realen Leben nicht mehr gibt, sondern sie nur noch im eigenen Inneren existiert.

Wer diesen Prozess abkürzen oder gar überspringen will, wird erleben, dass sich Kummer als hartnäckig erweisen kann. Vielleicht spüren wir nicht mehr, dass es ungelebte Traurigkeit ist, wenn wir immer freudloser werden am Leben. Wenn wir erschöpft sind, obwohl doch alles gar nicht so anstrengend ist.

Nicht ausgedrückter Kummer sucht sich andere Ventile und kann in Verhaltensänderungen münden, die uns selbst nicht auffallen.

Niemand will den Tod zum Thema machen

Unsere gesellschaftliche Denke fördert das in gewissem Sinne. Über den Tod zu sprechen und ihn damit in unser Leben zu lassen, ist nichts, was gern gesehen wird.

Das Leistungsdenken unserer Zeit hat keinen Raum für eine über Monate verminderte Arbeitsleistung. Ein Trauerfall ist schon schlimm, doch wirklich beeinflussen sollte er dann auch wieder nichts.

Und so machen wir oft gute Miene zum bösen Spiel. Setzen mit der Zeit eine Maske auf, die nach außen zeigt, dass alles OK sei und wir schon wieder voll da sind. Doch im Inneren ist das ganz anders.

Verletzlich zeigen, traurig zeigen, hilflos zeigen ist etwas, das uns schwer fällt. Da es auch nicht gern gesehen wird.

Viele Menschen sind peinlich berührt, wenn sie mit Kummer von anderen konfrontiert sind. Wir tun uns insgesamt immer schwerer damit empathisch zu sein und dem anderen das Gefühl zu geben, dass er in seiner Verletzlichkeit angenommen ist.

Wenn wir es sind, die diesen Kummer haben, dann reden wir uns selbst ein, dass wir uns doch jetzt am Riemen reißen müssen und irgendwie geht’s dann auch weiter.

Mit der Zeit sind wir so gewohnt, dass wir aufkommenden Kummer wegschieben, dass es uns nicht mehr auffällt. Doch wie bereits oben geschrieben, hat diese Traurigkeit die Eigenschaft irgendwann hervorzubrechen.

In den Jahren damals, als mein Vater starb, kamen noch weitere für mich schlimme Gegebenheiten dazu. Weitere Verluste wenn man so will und ich glaube nicht, dass ich mich jemals in meinem Leben so sehr verlassen gefühlt hab wie zu der Zeit.

Gib dir die Erlaubnis zu trauern

Mir fiel es sehr schwer wieder auf die Beine zu kommen. Was besonders blöd ist, wenn man selbständig ist, da man selbst die einzige Person ist, an der alles hängt.

Was mir mit der Zeit geholfen hat – und das ist es auch, was ich dir heute mitgeben möchte – war die Erkenntnis, dass ich die Erlaubnis habe zu trauern.

Dass es dafür keine Regeln gibt und keinen Zeitplan. Dass ich die Erlaubnis habe zu trauern.

Dass ich nicht gleich wieder schauen muss, gut drauf zu sein und alles im Griff zu haben. Dass ich nicht gleich wieder weitermachen kann wie bisher und mein Business auch nicht weiter läuft wie bisher. Dass ich weinen darf, wenn ich so sehr traurig bin und dass es keine Schwäche ist zu trauern.

Der Weg aus der Dunkelheit führt über das Annehmen

Dieses Annehmen und Zulassen hat paradoxerweise den Weg geöffnet, dass Heilung geschehen konnte. Das wahrhaftige Anerkennen meines Kummers und dass ich ihn haben darf, war der erste Schritt aus der Dunkelheit.

Tiefer Kummer ist etwas anderes wie die unangenehmen Gefühle, über die wir viel in den letzten Beiträgen gesprochen haben. Diese sind das oft wechselnde Emotionswetter.

Kummer der aus großen Verlusten entsteht ist dagegen etwas sehr elementares und körperliches. Unser Leben ist verändert und das müssen wir erst lernen anzunehmen.

Wenn du auf dein Leben schaust, wird es dort bestimmt auch Verluste gegeben haben. Manche waren vielleicht nicht ganz so tiefgreifend und andere haben dein Leben dagegen sehr geprägt.

Frage dich, ob du mit deiner Trauer darüber wirklich durch bist. Ob du deinen Kummer wirklich gelebt und angenommen hast. Ob du dir selbst die Erlaubnis und die Zeit des Trauerns gegeben hast.

Solltest du spüren, dass jetzt Tränen in dir aufsteigen, lass sie fließen. Lass es einfach geschehen, dass da etwas in dir noch nicht fertig ist. Noch nicht ganz losgelassen hat, noch nicht im Frieden ist.

Unsere Seele heilt langsam

Seelische Heilung vollzieht sich selten auf einmal. Es ist wie ein Puzzle bei dem sich nach und nach immer wieder ein Stückchen findet. Diesem Prozess müssen wir Raum geben und in gewisser Art Ehre erweisen. Denn Trauer ist etwas zutiefst Menschliches. Es zeigt die starke Verbindung an, die wir mit Menschen hatten und das gilt es anzuerkennen.

Daher nimm dir Zeit, um nachzuspüren. Denke an deine Verluste und gib dir die Erlaubnis zu trauern. Lass die Tränen ihr reinigendes Werk tun und geh achtsam mit dir um.

Es kann dein Leben, das du jetzt führst, erhellen, wenn du dir die Dunkelheit deiner Verluste ansiehst.

Jahre später, wenn ich in einem Moment diesen Kummer wieder gespürt habe, waren die Tränen genauso wieder da. Doch nicht mehr mit dieser tiefen Verzweiflung, eher vergleichbar mit einem Sehnen nach dem was einmal war.

In gewisser Weise bleiben wir wohl mit allen Menschen verbunden, die uns im Innersten berührt haben, ob sie noch leben oder nicht mehr unter uns weilen. Das ist für mich vollkommen in Ordnung.

Auch wenn wir Verluste erleiden, die nicht von uns gewollt waren, wird das Leben weitergehen und wir haben die Erlaubnis zu trauern. Das wird dir helfen zu heilen.


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