Das Geheimnis, wie man es schafft an Projekten dranzubleiben, egal ob man Lust dazu hat oder nicht

Das Geheimnis wie man es schafft an Projekten dranzubleibenDass unsere Umgebung erheblichen Einfluss auf uns hat, haben wir inzwischen mehrfach bestätigt gesehen. Ebenso, dass uns dieses Chaos unglücklich machen kann.

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Auf der anderen Seite hat sich herausgestellt, dass ins Handeln kommen Glück bedeuten kann. Aktives Tun verändert unser Erleben.

Zusammen geht es besser?

Doch was tun, wenn uns die Umgebung dermaßen überfordert, dass wir kaum in der Lage sind, etwas zu tun? Es hilft dann stets, sich Unterstützung zu holen. Gemeinsam gehen alle schweren Dinge leichter.

Allerdings hilft das auch nur bis zu einem gewissen Grad. Auch die gemeinschaftliche Unterstützung kann ihren Wert verlieren und unsere innere Unlust größer werden, so dass wir doch wieder alles schleifen lassen. Damit kann sich das Chaos wieder in Ruhe ausbreiten und alle Inseln der Ordnung, die wir schon geschaffen haben, wieder überschwemmen.

Wieso lassen wir die Dinge immer wieder schleifen?

Das ist doch wirklich schade! Wie kann es nur passieren, dass wir doch immer wieder den drive verlieren?

Ein Hinweis ist, dass wir uns schwer damit tun, unangenehme Gefühle auszuhalten. Wir sind viel zu oft mit unseren Emotionen verbacken und machen diese zur Grundlage unseres Handelns oder eben auch Nichthandelns.

Tatsächlich ist es anstrengend, sich immer wieder aufzuraffen und ständig wieder dem Gefühl des “ich hab überhaupt keine Lust” etwas entgegenzusetzen.

Gibt es denn gar nichts, was uns helfen kann, diesen Prozess zu vereinfachen?

Doch, da gibt es etwas. Allerdings nichts, was es zu kaufen gibt. Wieder einmal kommen wir nicht drumherum und müssen es selbst machen. Niemand kann dieses Etwas für uns machen und niemand uns dabei unterstützen. Wir sind damit vollkommen auf uns allein gestellt.

Was ich damit meine? Deine innere Einstellung.

Das was du als Intension mitbringst, beeinflusst deinen Erfolg in einem so großen Maß wie kaum etwas anderes.

Wenn du an das Projekt “jetzt hier mal klar Schiff machen” herangehst und dabei innerlich wankelmütig und unentschlossen bist, kannst du es im Prinzip gleich lassen.

Was du brauchst, damit du dran bleibst

Wie sollte es auch funktionieren, dass du etwas durchziehst, wenn du schon am Anfang keine rechte Lust hast oder kein Bild vom Endergebnis? Das muss keineswegs eine glasklare Vision sein, jedoch ohne eine ungefähre Vorstellung und einer damit verbundenen Sinnhaftigkeit wirst du scheitern. So einfach ist das.

Du brauchst ein Ziel, das du anvisieren kannst und einen Grund, warum du dort überhaupt hin möchtest. Was wird dir dadurch möglich? Was kannst du damit Gutes für dich erreichen? Wie wird sich das Ziel positiv auswirken? Wieso wirst du froh sein, wenn du das geschafft hast?

Hast du keine Antworten auf diese Fragen? Dann brauchst du auch nicht anfangen.

Erinnere dich an deine Schulzeiten. Welche Aufgaben hast du liegengelassen, vor dir hergeschoben, vollkommen genervt auf den letzten Drücker gemacht? Höchstwahrscheinlich die, bei denen dir am wenigsten klar war, wieso du das jetzt überhaupt machen musst.

Gleiches in der Arbeitswelt. Die Tätigkeiten, die wir am sinnlosesten empfinden, machen uns keine Freude, wir sind nicht erpicht darauf, sie zu erledigen und sie geben uns das Gefühl, dass wir selbst in gewisser Weise sinnlos sind.

Wenn du dich jedoch dabei erlebst wie du in einer Aufgabe aufgehst, ein Thema anpackst und durchziehst, nicht locker lässt, dann ist damit immer ein Sinn verbunden.

Sich motiviert zu fühlen ist kein Garant für Erfolg

Nicht unbedingt Motivation, so wie sie landläufig verstanden wird! Das ist ein wichtiger Unterschied. Motivation wird oft mit “Lust haben” verknüpft. Unter dem Motto “ich hab jetzt richtig Bock mich dort hineinzustürzen. Ich fühle mich motiviert” Gemeint ist damit wieder mal das momentane Empfinden. Ich fühle mich eben gerade jetzt motiviert.

Motivation auf diese Weise zu verstehen, ist ein sehr wankelmütiges Gut. Mal ist sie da, mal ist sie weg. Sie hat die Eigenschaft anfangs stark zu starten und dann schnell nachzulassen. Was machst du an Tagen, an denen du dich nicht motiviert fühlst? Lässt du dann alles schleifen?

Welche Sachen machst du trotzdem? Manches vielleicht aus Pflichtgefühl. Doch wenn du genauer hinschaust, dann wirst du entdecken, dass die Sachen, die du weiterverfolgst, auch wenn du dich nicht motiviert fühlst, für dich mit einem Ziel und einer Sinnhaftigkeit verbunden sind.

Du willst etwas erreichen und du hast Gründe dafür. Das macht den Unterschied.

Wahre Motivation ist weit mehr als ein Gefühl

Deine innere Haltung ist der Unterschied zwischen make oder break. Zwischen dem Erreichen oder Hinwerfen. Es ist eine zielgerichtete Energie. Eine Energie, die sich auf etwas ausrichtet und hinbewegt. Sie ist kein statisches Etwas, sondern sie will sich von A nach B bewegen.

Letztlich ist das die wahre Motivation. Das Wort Motivation kommt vom lateinische movere = bewegen. Außerdem steckt darin das Motiv. Also ein Zielbild, wenn man so will. Ein Zielbild auf das man sich hinbewegen möchte, auf das man seine bewegende Energie ausrichtet und etwas in Bewegung setzt, um dort hinzukommen.

Auch wenn du dich nicht motiviert FÜHLST, kannst du trotzdem dein inneres Motiv haben, das dich in Bewegung setzt.

Dieses Bewegen ist ein sehr interessanter Begriff in diesem Zusammenhang. Es ist etwas anderes als das Gefühl der Unlust. Davon werde ich nicht bewegt, sondern gebremst. Wieder mal ein Punkt, an dem ich lerne mich über meine Gefühle hinwegzusetzen.

Obwohl, so stimmt das nicht. Richtig ausgedrückt, muss es heißen, etwas zu tun, trotzdem ich mich nicht danach fühle. Die Unlustgefühle mitzunehmen und es trotzdem zu tun.

Die Japaner haben mal wieder einen genialen Ansatz

Einen spannenden Ansatz dazu, der dieses Konzept des Handelns wunderbar verdeutlicht und vertieft, ist in der japanischen Psychologie zu finden. Dort gibt es die sog. Morita Therapy. Entwickelt wurde diese Form der Therapie von Shoma Morita (1874-1938)

Wir kennen die asiatischen Ansätze oft unter kontemplativen Gesichtspunkten wie der ZEN-Meditation und dem Ziel den Geist zur Ruhe zu bringen.

Morita Therapie

Doch wie so oft verfolgen die Japaner ganz andere Grundsätze, die denen unserer westlichen Denkweise häufig konträr gegenüber stehen. So auch bei der Morita Therapy. Sie besteht aus mehreren Säulen und ich konzentriere mich heute auf zwei Punkte, von denen wir einen schon angesprochen haben.

Dabei meine ich ein Konzept, das in der Morita Therapie mit Arugamama bezeichnet wird. “Accept things as they are” Nimm die Dinge an, so wie sie sind. Das hört sich nach einem passiven Über sich ergehen lassen an. Doch das ist damit keineswegs gemeint.

Arugamama steht im Gegensatz zur westlichen Psychologie, die uns nahe legt die Gefühle zu verändern, die wir gerade haben. Wie oft befinden wir uns in Gedankenschleifen, wenn wir traurig, depressiv, ängstlich oder aggressiv sind?

Der westliche Ansatz in der Psychologie

Wir fühlen unsere Gefühle und bewerten sie gleichermaßen. Wir lassen uns hineinfallen oder argumentieren mit uns, dass wir uns doch jetzt gar nicht soviel Sorgen zu machen brauchen oder schlecht fühlen müssen oder dass wir zu wütend oder zu traurig sind.

Wir geben den Empfindungen die gerade in uns los sind zusätzlich Raum in unseren Gedanken. Im Kleinen ist das z.B. wenn wir abends eigentlich keine Lust mehr haben Zähneputzen zu gehen.

Ein Dialog beginnt im Kopf:

“Ach ich hab keine Lust mehr dazu ins Bad zu gehen. Ich bin so müde. Oh Mann, ich sollte es aber machen, ist ja wichtig. Aber ich fühl mich so kaputt und das ist mir jetzt zu anstrengend. Ich könnte es ja heute mal ausfallen lassen. Ich hab diese Woche schon mal ausfallen lassen, ich sollte mich aufraffen. Ich hab aber gar keine Lust….” usw.

Und so diskutieren und bewerten wir ständig unseren inneren emotionalen Zustand und damit auch uns selbst und geben diesen momentanen Gefühlen unfassbar viel Raum. Doch letztlich sind diese Gefühle gar nicht so beständig wie es sich in dem Moment anfühlen mag.

Emotionen sind wie das Wetter

Wie schnell kann sich unsere Stimmung ändern. In Sekundenbruchteilen geht es von einem “ich fühl mich grad richtig fröhlich” zu “ach jetzt bin ich aber total sauer” über, wenn von unserem Gegenüber ein Satz geäußert wird, der uns gegen den Strich geht.

Emotionen sind wie das Wetter. Sie sind sehr veränderlich und entziehen sich zu einem großen Teil unserer Kontrolle. Trotzdem versuchen wir die ganze Zeit sie in den Griff zu bekommen.

Morita Therapie geht dabei mit Arugamama einen anderen Weg. Sie akzeptiert, dass Emotionen wie das Wetter sind und es von Sonnenschein blitzschnell zu Regen übergehen kann. Akzeptiere den Zustand des Wetters und handle trotzdem.

Frage nicht, wie du dich jetzt fühlst, sondern was die Situation an Handlung braucht. Und dann tue es.

Akzeptiere und handle

Tue es mit deinen Gefühlen, wie auch immer sie sein mögen. Akzeptiere und handle.

Dieses Akzeptieren ist kein passiver Zustand. Sondern das Akzeptieren eröffnet die Möglichkeit den Blickwinkel zu ändern auf das, was jetzt in dieser Situation nötig ist. Was jetzt zu tun ist. So wird die Annahme zum Motor des Handelns.

Die Zeitverschwendung der ewigen Gedankenschleifen lässt sich dadurch stoppen. Durch Grübeln ist noch nie jemanden vorwärts gekommen und hat sich noch nie etwas geändert.

Damit ist nicht gemeint, dass man nicht nachdenken sollte. Sondern damit ist dieses ewige Wälzen von den immer gleichen Gedanken gemeint, die wie ein Schaukelstuhl sind, in dem man sitzt und vermeintlich meint, man komme darin vorwärts.

Accept your feelings and do it anyway.

Wenn wir das nun alles zusammen bringen, dann hast du Leitlinien an denen du dich ganz neu orientieren kannst.

Deine innere Haltung wird gespeist von zwei Dingen: ob du ein Zielbild – ein Motiv – hast und Gründe, warum du dort hin gelangen willst.

Wie soll es werden und warum will ich es tun?

Wenn du dir deine Umgebung anschaust und das dein Projekt ist, was du angreifen möchtest, was ist deine Vorstellung wie es hinterher aussehen sollte? Was ist anders? Wie wird es aussehen? Woran wirst du merken, dass es sich verändert hat?

Zum zweiten, was sind deine Gründe, warum dieses Projekt für dich wichtig ist? Wieso möchtest du es erreichen? Was hast du davon? Wie wird sich diese Veränderung auswirken? Welche Effekte wirst du damit erzielen?

Deine Antworten darauf sind dein Motiv. Dein “Warum” du dieses Ziel erreichen möchtest. Dieses Motiv ist ausschlaggebend für den Weg, den du von A nach B geben wirst.

Es wird definitiv Phasen auf deinem Weg geben, in denen du dich nicht danach fühlst, das Projekt fortzusetzen. In denen es zäh und anstrengend wird. In denen du einfach keine Lust mehr hast oder aufgeben willst, weil du dich überfordert fühlst.

Wenn du dich in einer solch dornigen Phase auf deinem Weg befindest, kommen die Ansätze der Morita Therapie ins Spiel.

Denk daran, dass Emotionen wie das Wetter sind. Sie kommen und gehen. Doch dein Zielbild und deine Gründe, warum du dorthin willst, bleiben genau die gleichen. Kein Grund deine Entscheidung in Frage zu stellen, nur weil es gerade anstrengend und überwältigend wird.

Akzeptiere und handle

Akzeptiere die Situation so wie sie gerade ist und beantworte dir die Frage was der Moment jetzt für eine Handlung erfordert.

Du wirst die Antwort wissen, glaub mir. Ob sie dir gefällt, ist wieder eine ganz andere Frage. Doch wenn du dir ernsthaft die Frage stellst, was jetzt in dieser Situation nötig ist zu tun, dann wirst du eine Antwort finden.

Und dann handle. Handle trotz der Gefühle, die gerade da sind. Bleib in Bewegung und geh weiter auf dein Ziel zu. Stay in the game. Bleib im Spiel.

Diese innere Einstellung wird dich zufrieden machen und lässt dich Ziele erreichen.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Doch all das lässt sich üben. Es ist wie mit allem im Leben: auf was man sich fokussiert, in dem wird man besser. So auch im Einüben einer inneren Einstellung von Akzeptanz und angemessenem Handeln.

Accept your feelings and do it anyway.

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Mach es zu deinem Berg!

Heute geht ich zum Hafen runter und hol mir ein Eis.

Das war der Plan an einem der Urlaubstage im Januar. Dazu sollte man vielleicht noch die folgende Kleinigkeit wissen: Der Weg zum Hafen ist zwar nur 1,5 km lang dafür mit Schikanen versehen, denn es heißt diesen steilen Berg runter und hernach wieder rauf:

Mach es zu deinem Berg

Das runter ist noch relativ easy. Allerdings wenn ich den Weg steil nenne, dann meine ich auch steil.

Es geht nach unten…

In Serpentinen geht es hinab. Die Steine sind teilweise glatt geschliffen und man ist schneller ausgerutscht, als man ups sagen kann.

Belohnt wird man dafür mit sensationellen Ausblicken auf das Meer und den Hafen.

Unten angekommen, gab es dann das Eis für mich und kurzes Verschnaufen an der Strandpromenade.

Und wieder rauf…

Danach hieß es dann “aufi auf den Berg!” Ich bin ja schließlich nicht zum Spaß hier 😉

Da ich diese Kraxelei ja schon ein paar mal gemacht habe, wusste ich, was auf mich zu kam.

Wir erinnern uns an das steil?

Und so bin ich losgestapft. Manch liebe Menschen aus meiner Familie bezeichnen mich gern als kleine Dampflok wenn ich auf den Berg gehe. Da ist schon was dran. Bei mir gibt’s nur an oder aus. Entweder ich marschiere nach oben oder ich bleibe stehen. So was wie einen slowmotion Gang hab ich irgendwie nicht 😉

Wenn du dich langsam fragst, wo ich hin will mit meiner Geschichte, bleib mir noch einen Moment gewogen.

Was wäre wenn…?

Als ich so dreiviertel den Berg oben war, hab ich mich gefragt, was wäre, wenn ich jetzt einfach stehen bleiben würde. Weil es mir zu anstrengend wird, weil ich keine Lust mehr habe oder weil mir einfach nicht mehr einfällt, wieso ich mir das überhaupt angetan habe.

Da würde jetzt nicht großartig viel passieren. Es würde kein Bus kommen oder ich könnte mir auch kein Taxi rufen, das mich hier abholt.

Wenn ich wieder nach Hause will, hilft alles nichts. Ich muss weitergehen bis ich oben bin, wo mein Auto steht. Da gibt’s keine Alternative.

Das erinnert mich an…

Als ich auf diesem Gedanken weiter herum gekaut hab, dachte ich an verschiedene Projekte.

Wieviel Zeug fängt man an, ist euphorisch am Anfang, stürzt sich begeistert in alles Mögliche, nur um nach einer Weile festzustellen, dass das nicht immer so weitergeht.

Plötzlich kommt eine Durststrecke, bei der nicht mehr alles so flutscht und es anstrengend wird. Es haut auch mal was nicht hin und solche Rückschläge mögen wir gar nicht.

So passiert es regelmäßig, dass das anfänglich so großartige Projekt einschläft, zum Stillstand kommt. Man hat keine Lust mehr, es ist zu anstrengend und uns fällt nicht mehr ein, wieso wir uns das überhaupt angetan haben.

Wie sieht’s bei dir aus?

Na, Hand auf’s Herz: Wie viele solcher Leichen hast du im Keller? Was hast du angefangen und irgendwann sausen lassen ohne es zu beenden? Bei welchen Projekten hast du stark gestartet und dann stark nachgelassen und es nicht durchgezogen?

Schau ihn dir an, deinen Friedhof der abgebrochenen Projekte. Willst du das echt so weitermachen?

Was ist der Unterschied?

Wenn ich das mit meinem anstrengenden Aufstieg vergleiche, dann ist der Unterschied ziemlich einfach: Beim Berg hab ich keine andere Wahl. Es wird niemand kommen und mich tragen. Ich muss schon allein weiterlaufen. Es ist meine alleinige Verantwortung auf meinen Berg zu kommen.

Dieser “Zwang” fehlt bei eigenen Projekten oft. Will man jedoch eine Entsprechung finden, dann gibt es sie. Man nennt sie Selbstverpflichtung oder wie ich das nennen würde:

“Mach es zu deinem Berg!”

Wenn du dich entscheidest, komme was wolle, das Projekt durchzuziehen, hast du es zu deinem Berg gemacht. Du wirst weitergehen bis du oben bist. Egal ob du gerade Lust dazu hast oder ob es dir zu anstrengend wird, du wirst weitergehen.

So kommt man wirklich voran

Das ist eines der Geheimnisse erfolgreicher Menschen. Sie verlassen sich nicht auf Motivation. Das ist eine sehr flüchtige Angelegenheit. Mal ist sie da, mal nicht.

Sie machen ein Projekt zu ihrem Berg. Haben ein Ziel vor Augen und gehen darauf zu.

Selbstverpflichtung kombiniert mit Beharrlichkeit liest sich nicht aufregend, ist es aber. Denn mit diesen beiden Komponenten kannst du fast alles in deinem Leben erreichen.

Was wirst du zu deinem Berg machen?

Schreib mir das doch in einem Kommentar. Und wenn du gern noch ein wenig mehr hättest, dann schreib mir eine Mail. Erzähle mir von deinem Projekt, deinem Ziel, deinem Zeitrahmen und ich werde nachfragen ob noch unterwegs bist!

Was machst du zu deinem Berg?

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Wieso ins Handeln kommen dich glücklich macht

Ins Handeln kommen macht glücklichWie wir im letzten Artikel gelesen haben, macht uns Chaos unglücklich. Auf vielfältige Weise unglücklich. Es ist schon erstaunlich wie sehr das Umfeld uns beeinflussen kann. Solltest du den Artikel verpasst haben, kannst du ihn hier gern nachlesen.

Alles was uns lähmt, bringt uns genau von dem weg, was uns glücklich macht.

Ein Weg, wie wir wieder dorthin kommen können uns glücklich zu fühlen in einem chaotischen Umfeld, ist zu handeln. Wir beginnen Ordnung zu machen, aufzuräumen, auszumisten, Dinge wegzuwerfen, Platz zu schaffen.

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Das ist so anstrengend…

Dass das nicht unbedingt einfach ist, ist schon klar. Doch wie hat mein Mathelehrer immer gesagt: “Von einfach hat keiner was gesagt!”

Wichtig ist, überhaupt zu begreifen, dass handeln uns glücklich machen kann. Doch das funktioniert nur, wenn wir es auch tun. Im wahrsten Sinne etwas tun.

Wieso ist das so? Wieso kann uns handeln glücklich machen?

Wir setzen etwas in Bewegung. Verändern eine Situation, wir bewegen uns und letzteres ist sehr elementar zu verstehen. Erstarrung durch Hilflosigkeit und Ohnmacht ist tatsächlich ein bewegungsarmer bis bewegungsloser Zustand.

Natürlich müssen wir auch ruhen. Ruhephasen sind wichtig, keine Frage. Doch wie bei allem im Leben kommt es auf das Maß an.

Wir brauchen die Abwechslung zwischen Bewegung und Ruhe. Und Ruhe können wir erst richtig genießen, wenn wir vorher Bewegung und Aktion erlebt haben.

Wenn Chaos um uns herum herrscht, ist der wichtigste Schritt ins Handeln zu kommen. Sei es nur ein kleiner Bereich, dem wir uns widmen können oder nur wenig Zeit die uns zur Verfügung steht.

Jedes kleine bißchen das wir mit unserer Hände Arbeit verändern, verändert unser Umfeld. Es mag am Anfang nicht sichtbar sein oder auch vielleicht schnell wieder verdeckt werden durch nachrückende Dinge und sich weiter ausbreitendes Chaos. Doch es gibt keine Alternative dazu als ins Handeln zu kommen.

Wir schaffen uns nur Luft, in dem wir etwas tun. Vom drüber nachdenken ist noch nie etwas passiert. Dinge räumen sich nicht auf, in dem man sie nur anschaut. Es gibt keine Abkürzung und keinen Weg drumherum. Wir müssen ins Handeln kommen.


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Das macht richtig Laune, wenn es wieder hübsch ist im Häuschen.


Wir können etwas verändern

Doch wenn wir einmal diese Startschwierigkeiten überwunden haben, können wir erleben, dass es Freude macht, sich dem Chaos zu widmen und es Stück für Stück in Ordnung zu bringen.

Wir erleben uns als erfolgreiche Wesen, die etwas zustande bringen können. Und sei es nur, die Handtücher im Bad zu reduzieren und neu zu ordnen.

Alles was wir “in Ordnung bringen” tut uns gut. Dies ist sogar ein geflügeltes Wort in unserem Sprachgebrauch. Wenn wir Dinge in Ordnung bringen wollen, geht es oft um persönliche Angelegenheiten, die gar nichts mit Dingen zu tun haben. An diesem Spruch ist jedoch erkennbar, wie wohltuend wir Ordnung empfinden.

Dass es ein erstrebenswerter Zustand ist, den wir erreichen wollen. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir die Dinge in Ordnung gebracht haben, fühlen wir uns erleichtert, sind froh, entlastet und befreit.

Ordnung tut dir gut

Denk mal bewusst darüber nach. Mach dir wirklich klar, dass Ordnung etwas ist, was dir in jedem Fall gut tut. Du spürst es, wenn die Dinge nicht in Ordnung sind, zwischen einem anderen und dir.

Dieses Gefühl entsteht ebenso, wenn du dich in chaotischen Umgebungen aufhältst. Es mag dir nicht so klar und spürbar erscheinen, als wenn du einen Konflikt mit einem anderen Menschen hast. Doch sieh Chaos als Konflikt zwischen dir und deinem Umfeld. Es erzeugt Spannungen, die du körperlich aushalten musst.

Das blöde ist, dass Chaos von ganz von allein entsteht. Ordnung dagegen müssen wir immer wieder schaffen. Doch das muss nichts Negatives sein. Denn etwas zu ordnen bedeutet Klarheit zu gewinnen.

Je mehr wir das Chaos im Äußeren beseitigen, um so klarer wird auch unser Geist. Wir sehen und erkennen plötzlich Dinge, die vorher im lauten Durcheinander untergegangen sind.

Ordnung schafft Klarheit.

Diese Klarheit fehlt oft in unserem Leben. Wenn wir über etwas Wichtiges nachdenken wollen, suchen wir ruhige Umgebungen auf. Wir versuchen Ablenkungen zu vermeiden, damit wir konzentriert bleiben können.

Umgekehrt ist es sehr schwer in chaotischen Umgebungen Klarheit zu bekommen. Unser Geist ist so schnell abgelenkt durch alles um uns herum, dass es ein ewiger Kampf ist, den Fokus auf eine Sache zu bewahren.

Nicht umsonst empfinden wir voll gestopfte Räume als laut und unangenehm. Es macht unruhig von vielen Dingen umgeben zu sein, die sich nicht in einer harmonischen Ordnung befinden.

Hier gibt es wenig Klarheit, da der Raum schon besetzt ist. Je mehr Zeug, umso weniger Energie um Entscheidungen zu treffen. Da gibt es nur einen Weg hinaus:

Handeln bedeutet Entscheiden.

Ins Handeln kommen. Das ist etwas, was uns nicht immer leicht fällt. Sich mit seinen ganzen tausenden von Dingen zu organisieren bedeutet viele kleine und große Entscheidungen treffen zu müssen.

Das kann ermüdend sein. Doch es macht uns auch klar.

Minimalismus ist eine Form des Lebens die uns ermöglicht, freier zu sein, da wir weniger Besitz haben, den wir organisieren müssen. Das bedeutet weniger Entscheidungen treffen zu müssen.

Niemand muss das nun ganz radikal umsetzen. Doch wenn wir ins Handeln kommen, erkennen wir zunehmend, welche Dinge uns wirklich gut tun und welche nicht. Welche Dinge wir wirklich brauchen und welche wir schon jahrelang unbesehen nur mitschleppen.

Das Chaos durch Handeln besiegen bedeutet, wieder in die eigene Kraft zu kommen. Auch wenn das Ausmisten und Ordnen uns erst einmal erschöpfen mag. Doch die wohltuende Wirkung, die ein geordnetes Umfeld auf uns hat, ist wie ein Ruhequell, der uns Energie gibt.

Wenn wir uns all die negativen Auswirkungen ins Gedächtnis rufen, die ein chaotisches Umfeld auf uns hat, und dem entgegensetzen, wie sehr wir von einem beruhigten und geordneten Umfeld profitieren können, dann ist es keine Frage, was wir zu tun haben.

Aber es fühlt sich so unangenehm an…

Das Problem ist der Weg dazwischen. Vom Chaos zur Ordnung zu kommen bedeutet oft unangenehme Gefühle zu erfahren. Keine Lust mehr zu haben, alles hinwerfen zu wollen, sich nicht mehr damit befassen zu wollen.

Letztlich ist das genau die Kunst. Zu lernen wie man mit diesen unangenehmen Gefühlen umgehen kann. Der Trick besteht darin im Handeln zu bleiben. Egal welche Gedanken auftauchen mögen, wie unlustig sich das alles anfühlen mag, einfach dran bleiben.

Handeln bedeutet vorwärts kommen. Auch wenn es vielleicht ein Zickzackweg mit Rückschlägen sein mag. Doch letztlich ist handeln die beste Art Chaos einzudämmen.

Einfach weitermachen

Damit wir in Bewegung bleiben können, macht es Sinn sich vorher einen Plan zu machen. Erstmal einen Überblick verschaffen, bevor wir loslegen. Auch das mag uns schon wieder überwältigen, wenn wir ein Zuhause mit vielen Räumen und tausend Krimskrams haben.

Genau da war wieder die Situation, die schlechte Gefühle macht. Und wie war der Trick? Genau! Im Handeln bleiben. Egal was an Emotionen auftaucht, einfach weitermachen.

Handeln bedeutet immer deinem Glück näher zu kommen. Diesen Gedanken solltest du dir ganz nah bei dir behalten. Erstarrung ist das Gegenteil und macht unglücklich.

Wenn ich an das andere Ufer des Flusses möchte, wird es passieren können, dass meine Füße nass werden. Doch sollte ich deswegen darauf verzichten an mein Ziel zu gelangen?

Auch wenn es vielleicht nur ein winziger Bruchteil sein mag den ich heute durch mein Handeln verändern kann, gibt es einen nächsten Tag und wieder die Möglichkeit etwas zu tun.

Wieso so viele Menschen scheitern und Dinge nicht umsetzen, die sie sich vorgenommen haben, ist einfach erklärt: Sie halten nicht durch, wenn es schwierig wird oder unangenehm.

Lerne unangenehme Gefühle auszuhalten

Irgendwie scheint unsere Gesellschaft uns dahingehend zu erziehen, dass wir immer denken, es müsste alles Freude machen. Doch das ist nicht möglich. Nichts kann immer Freude machen. Auch etwas was dir normalerweise Spaß macht, ist an manchen Tagen anstrengend.

Handeln bedeutet dran bleiben. Egal wie das innerliche Gefühl gerade ist. Die Emotionen und Gedanken dein Leben übernehmen zu lassen, ist das schlechteste was du machen kannst. Wir reden es uns selbst oft aus Dinge zu tun.

“Ach das Wetter ist so schlecht, da macht es doch keinen Sinn jetzt noch laufen zu gehen.”

“Es war so ein anstrengender Tag, da hab ich keine Lust mehr hier aufzuräumen.”

“Wieso muss ich eigentlich mich immer um das Chaos hier kümmern. Heute streike ich.”

Jeder von uns kennt diese innerlichen Stimmen. Sicherlich macht es wenig Sinn, wenn es stürmt auf Teufel komm raus, sich in die Joggingklamotten zu werfen und laufen zu gehen. Doch es bedeutet nicht, sich gar nicht zu bewegen. Statt dessen kann man auf’s Trampolin gehen oder andere Übungen daheim machen.

Jeder hat anstrengende Tage und es steht in keinem Verhältnis noch den ganzen Keller entrümpeln zu wollen, wenn man gerade eine 50 Stunde Woche hinter sich hat. Doch es bedeutet nicht, dass man nicht ein Regal aufräumen kann und hier die Dinge in Ordnung bringt.

Es gibt immer etwas was du schaffen kannst

Ich glaube, es wird klar worauf ich hinaus will. Im Handeln bleiben bedeutet, dass man trotzdem an seiner Sache dran bleibt und sich nicht von innerlichem Geplapper davon abbringen lässt. Nur weil es sich jetzt nicht so danach anfühlt, das wirklich zu wollen und es nicht so angenehm sein könnte.

Das Ergebnis ist in jedem Fall immer lohnend. Jeder Mensch ist stolz auf sich, wenn er etwas geschafft oder gemacht hat, wozu er eigentlich keine Lust hatte. Oft stellt sich während des Tuns die Freude ein, wenn man erlebt, dass man ja doch gar nicht so müde ist, wie man dachte und man wirklich sieht, dass etwas voran geht.

Und so macht uns Handeln glücklich. Regelmäßig ein Stück näher zum Ziel kommen. Sich selbst jeden Tag beweisen, dass man sich nicht abhängig von seinem inneren Schweinehund macht, sondern etwas bewirkt mit eigener Hände Kraft.

Mach dich selbst glücklich

Dieses Gefühl der Selbstermächtigung ist eines der wichtigsten, die wir uns immer wieder schaffen können. Es hält uns davon ab, in schwierigen Situationen aufzugeben, weil wir durch unser Handeln immer wieder erlebt haben, dass wir etwas verändern können. Das mag nicht immer klappen, doch mit jedem Mal haben wir wieder die neue Chance darauf, etwas zu bewirken.

Lass Handeln zu deinem neuen Credo werden. Du kannst dein Glück vermehren, wenn du im Handeln bleibst. Jeden Tag kannst du etwas tun um vorwärts zu kommen. Und sei es nur eine Kleinigkeit.

Wenn du dich selbst als jemand erlebst, der es schafft im Handeln zu bleiben, wirst du dich als selbstermächtigt erleben. Dein Handeln bedeutet, dass du fähig bist etwas aus deiner Kraft heraus zu verändern.

Du kannst damit deine Umgebung so verändern, dass sie dir gut tut. Und noch vieles mehr. Du wirst lernen, dass es immer etwas gibt, was du tun kannst. Du bist viel weniger hilflos und ohnmächtig als du denkst.

Such dir eine bestimmte Aufgabe, mach kleine Schritte und du hast heute etwas geschafft. Das gleiche kannst du morgen wieder machen. Und so lassen sich auch unüberwindbar scheinende Probleme lösen.

Handeln macht glücklich.


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Das Glück ist da schon eingebaut!


Chaos macht unglücklich

Chaos macht unglücklich

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Chaos um uns herum macht uns unglücklich. Das glaubst du nicht? Dann wirf einen Blick auf das Foto. Nimm alles auf, was dort zu sehen ist. Stell dir vor, dass du dich dort aufhältst und dann sag mir was du fühlst.

Ganz schön viel Zeug nicht wahr? Das macht einen schon unruhig, gell? Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Es ist das Gegenteil einer ruhigen Umgebung.

Chaos ist messbar

Diese Auswirkungen lassen sich in deinem Körper messen:

Dein Puls steigt und dein Herzschlag ebenfalls. Die Anspannung deiner Muskeln nimmt zu. Die Gedanken beschleunigen und es ist schwer sich zu konzentrieren.

Es lebe das Großraumbüro. Nicht.

Im Arbeitsleben kommt oft noch eine Schippe drauf, mit den unsäglichen Großraumbüros. Irgendein Telefon läutet immer, die Kollegen unterhalten sich nebenan. Es ruft jemand von einem Eck was zum anderen. Das Geklacker der Tastaturen ist zu hören. Dort wird ein Video abgespielt, Handys piepsen bei neuen Nachrichten.

Die Aktenberge stapeln sich, Ordner stehen herum auch am Boden. Die Schreibtischflächen sind voller Papiere.

Wer sich Tag für Tag in solchen Umgebungen aufhält, braucht sich nicht wundern, wenn er krank wird. Dieses Umfeld macht uns krank. Wenn es dann daheim noch ähnlich chaotisch zugeht, gibt es nirgends einen Ort der Ruhe.

Chaos für immer?

An dieser Stelle höre ich oft den Einwand, ‘ja, schon klar, doch wann soll ich das denn noch schaffen? Ich fahre von der Arbeit los, sammle vielleicht noch die Kinder ein, dann schnell einkaufen, daheim was kochen, die Kids zu den Hausaufgaben bringen, nebenbei die Wäsche aus der Maschine holen und irgendwann todmüde ins Bett fallen.’

Es scheint kein Entkommen zu geben. Alles zuviel, zuviel, zuviel. Ja, das kann ich gut verstehen. Dann lassen wir das so?

Auf diese Frage grummeln dann auch wieder die meisten, da es ja wirklich keine Freude macht, sich Tag für Tag diesen chaotischen Umfeldern auszusetzen.

Chaos wirkt in unser ganzes Leben

Gut, wenn wir wirklich etwas ändern wollen, dann werden wir nicht umhin kommen, eine Entscheidung zu treffen und uns dem Ganzen zu stellen.

Denn Chaos macht uns nicht nur krank, sondern kann uns auf Dauer handlungsunfähig machen. Zuviel Chaos um einen herum lähmt und irgendwann setzt Resignation ein. Das eigene Handlungsfeld wird als immer kleiner wahrgenommen und das Gefühl der Ohnmacht wird dagegen stärker.

Das alles ist eine fatale Richtung. Was angefangen hat mit einer zunehmenden Unordnung, kann sich schlussendlich so auf unser Leben auswirken, dass wir es als nicht mehr besonders lebenswert empfinden.

Siehst du es noch?

Interessanterweise scheint in dem Zusammenhang die Wahrnehmung der Realität immer mehr abzunehmen. Eine der Übungen die ich mit SeminarteilnehmerInnen mache, ist, dass sie mir Fotos ihrer Umgebung schicken in denen sie arbeiten.

Diese Bilder schauen wir uns dann groß über den Beamer an. Dabei werden die meisten sehr, sehr still. Denn sie sehen, wie es tatsächlich ist. Unsere Wahrnehmung wird sehr selektiv mit der Zeit. Wir sehen, ohne zu sehen.

Wir gehen tagtäglich in unser Büro, doch wir nehmen nicht mehr wirklich wahr, was es da alles zu sehen gibt. Wieviel Zeug herum steht, was alles an den Wänden steht, wie voll der Schreibtisch tatsächlich ist, was alles auf Schränken herumliegt oder unter dem Schreibtisch.

Wenn die Bilder über den Beamer sichtbar sind, brauche ich nicht mehr viel sagen. Ich sehe die Erschütterung auf den Gesichtern, wenn allen bewusst wird, was sie sich da Tag für Tag selbst antun.

Chaos hat Folgen

Chaos macht krank und unglücklich. Mit den Fotos ist es plötzlich sichtbar geworden. Oft kommt als nächstes das Gefühl der Handlungsunfähigkeit ins Spiel. Wenn es zuviel ist, hat man auch keine Ahnung wo man anfangen soll.

Diese Machtlosigkeit breitet sich schleichend überall hin aus. Chaos kann zur Resignation führen. Diese Resignation nehmen wir in unser ganzes Leben mit hinein. So als ob sie ansteckend wirkt. Wenn wir schon nicht in unserem Umfeld einen Raum schaffen können, in dem es uns gut geht, wie sollen wir dann in anderen Bereichen des Lebens etwas ändern können.

Das eigene Selbstbild beginnt zu leiden. Wir erleben uns als jemanden der sein Leben nur wenig beeinflussen kann. Wer immer mehr resigniert, denkt über sich als wertlos. Als jemanden der nicht in der Lage ist, Leistung zu bringen, etwas zu bewegen oder sich selbst zu schützen. Die Fähigkeit sich anderen gegenüber als Persönlichkeit zu sehen, die einen Wert hat, nimmt immer mehr ab.

Scham nimmt dagegen zu. Man schämt sich für die Umgebung und damit unweigerlich für sich selbst. Man empfindet sich als unfähig und zu nichts Gutem in der Lage. Es ist als ob die eigenen Grenzen damit aufgeweicht werden. Man ist leichter manipulierbar und setzt vielen Aufgaben, die an einen herangetragen werden, immer weniger entgegen.

Viele Menschen die in einem chaotischen Umfeld leben, sind chronisch überarbeitet. Sie trauen sich aber auch nicht nein zu sagen, wenn ihnen noch eine Aufgabe aufgebürdet wird. Obwohl sie erschöpft sind bis ins Mark, fehlt hier die innere Stütze eines gesunden Selbstwertgefühls. Das ist gleichsam mit im Chaos versunken.

Ist Ordnung Erziehungssache?

In einem Interview wurde mir einmal die Frage gestellt, ob es denn so etwas gibt wie einen angeborenen Ordnungssinn oder ob das Erziehung ist oder wie das mit der Ordnung und uns Menschen denn generell so ist.

Eine einfache Tatsache ist tatsächlich, dass alle, die daheim zu Ordnung heran gezogen wurden, regelmäßig ihr Zimmer aufräumen mussten und das eine feste Aufgabe in ihrem Alltag war, sich leichter tun Ordnung zu halten. Es ist eine geübte Gewohnheit.

Was mich zu dem Punkt bringt, dass Eltern nicht übersehen sollten, diese Fähigkeit ihren Sprösslingen frühzeitig beizubringen. Mit kleinen Kindern lässt sich ein Spiel daraus machen, dass sich vor dem Schlafengehen gut einsetzen lässt.

Ich habe dazu die Figur des Nachtwächters in meinen Seminaren eingesetzt, der abends bei seinem Rundgang alles „nach Hause“ bringt. Denn alles braucht ein Zuhause und wenn es dunkel wird, sollte auch alles zu Hause sein.

Eine kleine Idee mit dieser Story, doch sie hat immer funktioniert. So gut, dass ich sie sogar inzwischen für Erwachsene einsetze 😉

Doch zurück zum Punkt auf den ich hinaus wollte: Seine Umgebung in Ordnung zu halten ist eine Fähigkeit die man Kinder ganz bewusst mitgeben sollte. Dass es eine Aufgabe ist, die sie am besten jeden Tag in ihren Alltag integrieren, denn Unordnung beeinflusst nicht nur einen Menschen, sondern alle, die sich in dieser Umgebung aufhalten.

Ich erlebe es immer wieder mit jüngeren Klienten, dass sie gar keine rechte Ahnung haben, wie sie denn tatsächlich Ordnung halten können. Bei Gesprächen hat sich interessanterweise oft herausgestellt, dass sie daheim selten zum Aufräumen herangezogen wurden und die Eltern ihnen als Kind diese Arbeit abgenommen haben. Was mich sehr darin bestätigt hat, dass es sinnvoll ist, Ordnung halten als Fähigkeit zu sehen, die man beibringen kann.

Fazit

Wenn wir also eines festhalten können, ist es wohl das: Chaos wirkt auf uns ein. Es zieht einen Rattenschwanz weiterer schädlicher Wirkungen nach sich, wenn wir nicht irgendwann ins Handeln kommen und etwas ändern.

Wieso uns Handeln glücklich machen kann, das werden wir uns deswegen beim nächsten Mal anschauen.


Fastenchallenge 2018Wenn du dich daheim vom Chaos befreien magst, dann mach mit bei unserer Fasten-Challenge!

Entrümpeln macht glücklich 😉