Empfehlungen des Innovationskreises Weiterbildung sind da – und Gedanken zu Fördermitteln

Es git Neuigkeiten in Sachen Weiterbildung seitens des Innovationskreises. Informationen aus dem Bildungs-Klick:

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Bildquelle: pixelio.de

Der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan eingesetzte Innovationskreis Weiterbildung (IKWB) hat zehn Empfehlungen für eine Konzeption zur Gestaltung des Lernens im Lebenslauf vorgelegt. “Ziel ist es, die Weiterbildung in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für Weiterbildungsmaßnahmen zu gewinnen. Bis 2015 wollen wir eine Weiterbildungsbeteiligung von 50 Prozent erreichen”, sagte Schavan am Mittwoch in Berlin.

Ein hehres Ziel möchte man sagen. Wenn das erreicht werden könnte, bestünden erstmalig wieder gute Chancen, unser Wirtschaftswachstum auf unsere Innovationskraft auszurichten.

Eine der zehn Empfehlungen bezieht sich explizit auf Unternehmen:

Das Lernen im Lebenslauf für und mit Unternehmen ausbauen
– Hightech und Weiterbildung verbinden

Und eines der Ziele, die sich die Kommission dabei u.a. steckt, lautet:

KMU sind darin zu unterstützen, das Lernen am Arbeitsplatz stärker in der Personalentwicklung zu verankern. Dabei ist der Ausbau der Innovations- und Lernkultur in KMU zu unterstützen. Hilfen zur Ableitung von Weiterbildungsbedarf (im Sinne einer vorausschauenden Qualifizierungsbedarfsanalyse) sind hier notwendig. Auf positive Beispiele sowohl bei einzelnen Unternehmen als auch in verschiedenen Branchen sollte dabei zurückgegriffen werden.

Die gesamten Empfehlungen finden Sie hier.

Da es vor allem KMU sind, die weniger in Weiterbildung investieren (können) ist ja seit langem bekannt. Doch genau diese Unternehmen trifft es umso empfindlicher, wenn Wissensträger den Betrieb verlassen. Und auch nur wenig bis kein neues Wissen in die Firma einfließt.

Dass es für den Bereich der Weiterbildung auch Förderprogramme gibt, die einen Zuschuss leisten, ist vielen KMU nicht bekannt. Es mussten letztes Jahr sogar Fördertöpfe zurückgegeben werden, da sie nicht ausgeschöpft wurden.

In Gesprächen mit Unternehmern ist mir manches mal aufgefallen, dass die Entscheider die Möglichkeit einen Zuschuss in Anspruch zu nehmen ausschließen, weil sie es als Almosen empfinden. Krass gesagt, “das wäre ja wie HartzIV für unsere Firma.”

Damit verzichten Unternehmer auf der anderen Seite jedoch darauf eine Weiterbildungsmaßnahme möglich zu machen, die dem Betrieb guten Nutzen bringen würde. Seltsame Diskrepanz, die da herrscht.

Es gibt natürlich auch Unternehmen, die sich schon fast einen Sport daraus machen, möglichst wenig an Eigenmitteln investieren zu müssen und durch die Kombination von Programmen Gelder zu bekommen. Häufig sind es größere Firmen, die dies nutzen und dafür auch Spezialisten zu Rate ziehen. Lohnen tut sich das alle mal.

Wie auch immer man darüber denken mag, Fakt ist, diese Programme wurden dazu geschaffen, um die Wirtschaft zu unterstützen und einen gesunden Wachstumsprozess zu fördern.

Und da sei mir die folgende Analogie verziehen: Wer Kinder hat, beantragt doch auch Kindergeld – könnte man ja auch sagen, wieso sollte ich Geld bekommen, weil ich ein Kind habe? Nun, es ist halt einfach so, dass diese Möglichkeit der Förderung vorhanden ist und jeder sie nutzen kann, der die Bedingungen erfüllt. Punkt.

Übertragen auf ein Unternehmen könnte man also sagen, WEIL man in einem Betrieb Mitarbeiter beschäftigt, besteht der Anspruch darauf, Unterstützung (nicht nur) bei Weiterbildungsmaßnahmen u.ä. zu beantragen. Damit ist die Bedingung erfüllt. Genügt. Punkt.

Es kann gut sein, dass sich das jetzt durchaus etwas direktiv 🙂 anhört. Doch ich habe in den letzten Jahren verschiedenste Firmen erlebt, mit denen wir gemeinsam Beratungs- und Bildungsprojekte durchführen konnten, die ohne diese Zuschüsse einfach nicht möglich geworden wären.

Und die erzielten Ergebnisse sind nachhaltig in den Unternehmen verankert, was sich in höheren Umsätzen, niedrigeren Fluktuationen und stärkerer Innovationskraft zeigt. Das ist doch den Papierkram wert, oder?

Wer sich gern mehr zu dem Thema informieren möchte und Interesse daran hat diese Förderprogramme zu nutzen, dem stehe ich gern mit Rat und Tat zur Seite. Schreiben Sie mir einfach per eMail.

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Mittelstandsprogramm 2006

Das Mittelstandsprogramm soll durch Förderpreise vor allem Mittelständler zu Innovationen und neuen Entwicklungen anregen. Am 25. Januar startet die nächste Runde.

Der Schirmherr Lothar Späth wird mit den Worten zitiert:

Wir brauchen Tüftler und Bastler von vor 30 Jahren in neuer Version.

Insgesamt wurden für das Mittelstandsprogramm 2006 Produkte und Dienstleistungen im Wert von mehr als 1,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Na dann, ran an die Kartoffeln 😉

via FutureLab

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EU-Fördermittel für Personalentwicklung

Ostbayerische Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) können für Maßnahmen die im Zusammenhang mit Personalentwicklung stehen eine EU-Förderung beantragen. Das ganze läuft über das Projekt equal und den aktuellen Flyer können Sie hier downloaden. Welche Firmen können teilnehmen:

  • Beschäftigte < 250
  • mit Firmensitz in Ostbayern
  • Welche Maßnahmen können z. B. konkret gefördert werden:

  • Führungskräfte-Entwicklung
  • Kommunikationstraining
  • Weiterbildungsmaßnahmen für Personalqualifizierung
  • Teambuildung
  • Aufbau von internen Wissensmanagementsystemen
  • KVP/Kaizen-Einführung und einiges mehr
  • Das waren jetzt nur ein paar Beispiele für Möglichkeiten, die Sie mit dieser Förderung unterstützen können. Da ich selbst zum Thema Förderungen ein eher ambivalentes Verhältnis habe, freut es mich besonders, dass die equal-Förderung diese besondere Zielgruppe hat. Denn vor allem KMUs haben es hier im Grenzgebiet zu Österreich und Tschechien oft nicht leicht, auf die Beine zu kommen, stehen zu bleiben und dann das Laufen zu lernen. Und da es oft nur einen kleinen Schubs braucht um vorwärtszukommen, ist das mit diesem Projekt konkrete Hilfe zur Selbsthilfe. Was in diesem Zusammenhang ebenfalls interessant ist: Es können sich auch mehrere kleine Firmen zusammentun, die einen gleichen oder ähnlichen Weiterbildungs- bzw. Beratungsbedarf haben und dann gemeinsam einen Antrag stellen. Weitere Informationen bekommen Sie über Herrn Martin, der für den Bereich Ostbayern zuständig ist. Sie können ihn am einfachsten unter martin@vhs-passau.de erreichen.

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    Neues aus dem Förderdschungel

    Ich komme gerade von einer Veranstaltung in der IHK Passau mit dem bezeichnenden Titel “Was die niederbayerische Regierung für die Wirtschaft tut”. Es gab vier Referate vom Regierungspräsidenten und anderen Obrigkeiten. War ganz interessant und doch wundere ich mich immer wieder wie Leute, die tagtäglich Reden schwingen, keine Ahnung von Rhetorik haben können. Wenn ich bei den “ähhs” Stricherl gemacht hätte, dann wäre mein Block voll gewesen…

    Interessant wurde dann die Fragerunde. Ich hatte mir das ganze sowieso nur deswegen angetan, weil unter der tollen Überschrift als Untertitel “Informationen zu den Förderungen” zu lesen war. Und dann kamen auch die ersten Fragen zu genau diesem Thema und ich hatte dann später auch noch mal eingehakt.

    Fakten sind folgende (und da denke ich mir echt, Gute Nacht Deutschland [vor allem Niederbayern] und Guten Morgen Tschechien…):

    * Die Einzelföderungen für Firmen laufen im Jahr 2006 aus. D. h. konkret als kleines und mittleres Unternehmen krieg ich dann keine “normalen” Fördermittel mehr. Wie z. B. für eine Produkteinführung u. ä.

    * Außerdem hat die EU (die jetzt im übrigen sowieso alles entscheidet und nicht mehr die einzelnen Länder…) die Größe von kleinen und mittleren Unternehmen neu definiert. Ein kleines Unternehmen geht nach der neuen Regelung dann nur noch bis 49 Mitarbeiter und ein mittleres von 50 bis 249. Tja, wenn ich richtig rechne, dann sind das um die Hälfte weniger Mitarbeiter bei den mittleren Unternehmen als vorher.

    * Die Zonenrandförderung wird (das hat jetzt mal die deutsche Regierung vor und nicht die EU) nur noch auf Ostdeutschland beschränkt. Denn Bayern grenzt ja nicht an Tschechien und hat eine ewige Grenzlinie, ach und die Unternehmen reißen sich ja geradezu darum, in diesem Bereich ansässig zu werden tstststs… Könnten da in Berlin auch mal wieder auf die Karte schauen.

    * Und wenn wir gerade bei unseren tschechischen Nachbarn sind: Da hat die EU Förderungen geplant, dass es dir echt die Schuhe auszieht. Von bis zu 70 % (!) an Zuschüssen pro Antrag. In unseren Landen dagegen, gibt es ab 2007 nur noch max. 20 % bei kleinen Unternehmen und nur max. (!) 10 % für mittlere Unternehmen Förderanteile und auch nur dann wenn sich das Projekt irgendwie mit Technik, Innovation und sonstigen Bähwörtern beschäftigt. Ansonsten niente.

    * In mehreren Referaten wurde immer wieder angesprochen, dass der Netzwerkgedanke und die Clusterbildung die zukünftigen Aufgaben sind. Auf meine Frage, ob denn die Firmen bei der Netzwerkbildung unterstützt werden durch Förderungen bzw. ob es denn den Firmen die sich im Netzwerk zusammengeschlossen haben, ermöglicht wird, gemeinsam Förderungen für “normale” Projekte zu beantragen, bekam ich doch tatsächlich folgende Antwort: “Das wissen wir selbst noch nicht, was da überhaupt kommt. Wir können nur sagen, was gestrichen wird.”

    * Und jetzt kommt der Clou: In einem Nebensatz eines Teilnehmers der des öfteren mit EU-Förderungen befasst ist, wurde folgende These aufgestellt: Es deutet sehr viel daraufhin, dass es zukünftig von der EU sowieso viele Fördermittel nur dann noch gibt, wenn das Unternehmen bereits in einem Netzwerk dabei ist….

    Darauf fiel mir dann nichts mehr ein und ich hab mich dann vom Acker gemacht und die Jungs (ich war eine der wenigen Frauen unter den ganzen Schlipps- und Kragenträgern) weiter quatschen lassen.

    Tja, meine Konsequenz ist ganz klar, dass ich den Firmen, mit denen ich Kontakt habe, aufbaue oder aufbauen werde, sehr ans Herz lege, möglichst dieses Jahr noch Förderanträge zu stellen.

    Ich bin (manchmal bin ich einfach ein Glückskind 🙂 witzigerweise neben dem Leiter des Gründerzentrums Waldkirchen gesessen und er ist außerdem Redakteur des Magazins “Chance” und diese hab ich dann natürlich auch gewittert! (Oh Mann, jetzt werd ich auch schon sprachwitzig, das ist bestimmt die Uhrzeit…)

    Werd mich morgen bei ihm melden und ihm anbieten Strategietage für seine Firmen durchzuführen. Im Kontakten bin ich halt einfach die Beste *selbst.auf.die.schulter.klopf.und.gleichzeitig.beweihräuchere* Ohje, ich glaube, jetzt ist langsam Bettchenzeit, ich krieg schon Schreibhalluzinationen….

    Resümee: Wissensmanagement ist eines der Schlagworte, für die es wahrscheinlich auch noch in Zukunft Förderungen geben wird. Außerdem ist die Netzwerk- und Clusterbildung einfach unumgänglich. Und da die Nase vornzuhaben, ist mit Sicherheit nicht verkehrt.
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